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Auf Schienen vom Kapitalismus in den Sozialismus und zurück - 13.000km mit dem Zug durch Asien und ein bisschen Europa

Teil 39a: Thailändische Nebenromantik par excellence – Mit dem Triebwagen von Aranyaprathet nach Bangkok


Im letzten Bericht hatte ich euch ja schon die thailändische Eisenbahn mit ihrem Streckennetz, ihrer Geschichte und ihrem rollenden Material näher vorgestellt. Jetzt wird es Zeit, diese eher theoretischen Ausführungen auch einer umfangreichen Praxisprüfung zu unterziehen. Dazu fahren wir mit dem Triebwagen von Aranyaprathet an der kambodschanischen Grenze in die thailändische Hauptstadt Bangkok. Da es von der Fahrt viel zu erzählen und zu zeigen gibt, habe ich den Bericht in zwei Teile aufgeteilt.

Wie im letzten Bericht bereits ausgeführt, wurde die 255km lange Meterspurstrecke in mehreren Etappen eröffnet:


24.01.1908	Yommarat-Makkasan-Chachoengsao (61 km)		Unter deutscher Führung in Normalspur errichtet, bis 1930 auf Meterspur umgespurt
01.01.1925	Chachoengsao - Kabin Buri (100 km)
08.11.1926	Kabin Buri - Aranyaprathet (94 km)
??.??.1942	Aranyaprathet – Poipet (Kambodscha)		Lückenschluss nach Kambodscha, am 17.12.1946 bereits wieder stillgelegt. Eine Reaktivierung ist geplant

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Bild 1: Übersichtskarte der Strecke von Aranyaprathet nach Bangkok


Täglich verkehren auf der Strecke zwei Zugpaare, ein Triebwagen und ein normaler Personenzug, beide führen nur die dritte Klasse. Für die Fahrt benötigen sie zwischen 4:30 und 6 Stunden:


Aranyaprathet ab	06:40		13:55
Bangkok an		12:05		19:55

Bangkok ab		05:55		13:05
Aranyaprathet an	11:35		17:35


Beginnen möchte ich den Bericht aber in Battambang in Kambodscha. Von diesem reizenden Städtchen und seinem Bahnhof hatte ich euch ja auch schon einmal berichtet . Da es in Kambodscha zum Zeitpunkt meiner Reise ja keinen Zugverkehr gab, musste ich mit dem Bus von Battambang nach Thailand fahren:


Ich war eine Stunde vor Abfahrt des Busses da, setzte mich auf eine Bank im Schatten und beobachtete das Treiben auf dem Busbahnhof. Es war einfach immer wieder lustig anzusehen, wenn ein Bus einfuhr und eine Meute von 20- 30 Tuk-Tuk-Fahrern den Bus umringte, noch bevor dieser zum Stillstand kam. Unser Bus kam aus Phnom Penh mit einigen Minuten Verspätung um halb ein Uhr an. Der Bus war schon gut gefüllt und nur wenige Passagiere stiegen aus. Das Gepäckfach war schon bis oben hin gefüllt und so musste ich mein Gepäck mit in den Innenraum nehmen, wo aber auch schon der Gang mit Gepäckstücken und Plastikhockern, auf denen Fahrgäste saßen, gefüllt war. So wurde für mich und zwei weitere Ausländer die Rückbank geräumt. Bei unserer Abfahrt saßen in jeder Zweier-Sitzreihe mindestens drei Kambodschaner und auf dem Gang mussten einzelne Fahrgäste sogar stehen. Endlich mal wieder eine richtige asiatische Busfahrt, denn auch der Bus war schon über 30 Jahre alt und hatte seine besten Tage längst hinter sich.

Die Fahrt dauerte trotz verschiedener Zwischenstopps nur zwei Stunden, da die Straße bis zur Grenze hin in allerbestem Zustand war, teilweise gab es sogar eine extra Fahrspur für Fahrräder und Mopeds. Ab „Sisiphon“, wo die zweite kambodschanische Hauptstraße aus Phnom Penh über „Siem Reap“ einmündete, herrschte dichter Schwerlastverkehr bis zur Grenze. Der französische Eisenbahn-Projektleiter hatte also wohl recht mit seiner Einschätzung, es wird wirklich Zeit, dass die Eisenbahnstrecke wieder befahrbar wird.

Beinahe wären wir knapp 20 Kilometer vor der Grenze noch gestrandet, denn während der Fahrt stieg plötzlich dichter Qualm aus dem Motorraum im Heck direkt unter meinem Sitz. Mit lautem Rufen machten ich und andere Fahrgäste den Busfahrer darauf aufmerksam. Er hielt schließlich am Straßenrand an und begutachtete mit dem Busjungen das Problem. Es handelte sich wohl um ein Leck in der Kühlleitung. Während der Busfahrer die Kühlleitung mit Isolierband umwickelte, holte der Busjunge mit einem Eimer aus einem Schlammtümpel neben der Straße neues Kühlwasser bzw. neuen Kühlschlamm. So ging es dann erst einmal weiter, aber bereits nach wenigen Kilometern mussten wir schon wieder halten und nochmals neues Kühlwasser nachfüllen. Der Kühlschlamm dichtete das Leck wohl vollends ab und ohne weitere Zwischenfälle erreichten wir die Grenze, wo alle aussteigen mussten, auch diejenigen, die direkt weiter nach Bangkok wollten. Außer LKWs dürfen keine Fahrzeuge die Grenze passieren und Fahrgäste nach Bangkok müssen auf der thailändischen Seite in einen anderen Bus einsteigen.

Im Niemandsland zwischen den Grenzstationen reihte sich auf der kambodschanischen Seite Casino an Casino. Glücksspiel ist in Thailand strengstens verboten und so machen die Casinos mit thailändischen Gästen wohl ein ganz gutes Geschäft. In Kambodscha ist Glücksspiel eigentlich auch verboten, aber das Verbot wird dank Schmiergeld von den Behörden ignoriert. Nach mehreren hundert Metern zu Fuß samt meinem Gepäck überquerte ich auf einer kleinen Brücke den Grenzbach. Auf thailändischer Seite gab es sogar ein richtiges Grenzgebäude, in Kambodscha erfolgte die Abfertigung an einem Klapptisch unter zwei Sonnenschirmen.

Direkt nach der thailändischen Grenzkontrolle passten Busjungen die Fahrgäste nach Bangkok ab. Einer von ihnen fragte nach meinem Ticket, aber ich schüttelte den Kopf und sagte, dass ich in „Aranyaprathet“ bleiben würde. Er lief mir aber hinterher, da er einfach nicht glauben konnte, dass ein Ausländer freiwillig in so einem Provinzkaff bleibt, anstatt direkt weiter nach Bangkok zu fahren. Nach mehrmaligen Erläuterungen hatte er es dann aber verstanden und ließ mich ziehen. Als ich schon den großen Parkplatz voller Tuk-Tuks erblickt hatte, kam dann noch eine improvisierte Zollkontrolle unter einem Zelt. Der Zöllner winkte mich allerdings trotz meines umfangreichen Gepäcks desinteressiert durch. Ich war ja schon froh, dass der Grenzübertritt trotz der Spannungen zwischen Thailand und Kambodscha wegen dem „Preah Vihar Tempel“ überhaupt geklappt hat. Aber wie sagte schon der Besitzer des „Bamboo Train Cafés“ in „Battambang“, als ich mich bei ihm erkundigte, ob man die Grenze zurzeit überqueren könne: „Temple conflict is politics, border is business. And business never stops because of politics.“.

Der erste Tuk-Tuk-Fahrer auf thailändischer Seite bot an, mich für 80 Baht (knapp 2€) in das ca. 10 Kilometer entfernt liegende Hotel in „Aranyaprathet“ zu fahren. Das war ein gutes Angebot, zumal mein Reiseführer keinen Stadtplan von „Aranyaprathet“ enthielt. Direkt nach dem Einchecken machte ich mich dann auf die Suche nach dem Bahnhof, um eine Fahrkarte für die morgige Fahrt nach Bangkok zu kaufen. Rein gefühlsmäßig lief ich in die Richtung, wo ich auf der Fahrt von der Grenze zum Hotel Schienen gesehen hatte. Nach zehn Minuten hatte ich den Bahnhof dann direkt gefunden. Der Bahnhof war ein winziges Gebäude, das aber sehr sauber und aufgeräumt war. Der kleine Fahrkartenschalter war aber geschlossen und ein Zettel verkündete, dass man Zugtickets nur eine halbe Stunde vor Abfahrt des Zuges bekommt. So muss ich morgen wieder sehr früh raus, denn der Zug nach Bangkok fährt schon um 6:40 ab.


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Bild 2: Die Straßenansicht des Bahnhofs von Aranyaprathet. Ein adrettes Holzgebäude, wie es typisch für thailändische Provinzbahnhöfe ist.


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Bild 3: Der geschlossene Verkaufsschalter im Bahnhof von Aranyaprathet. Er öffnet erst wieder am nächsten
Morgen um sechs Uhr für den Frühzug nach Bangkok, den ich am darauf folgenden Tag genommen habe.


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Bild 4: Diese abgestellten und mittlerweile wohl als Gartenlaube benutzten Güterwagen im Bahnhof
Aranyaprathet waren das einzige Anzeichen für Güterverkehr, der hier wohl schon längst eingestellt wurde.


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Bild 5: Wie alle Bahnhöfe in Thailand ist auch der Bahnhof in Aranyaprathet bestens gepflegt und blitzblank sauber.
Man beachte auch die Gepäckwaage links, die heute aber wohl kaum mehr zum Einsatz kommt.


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Bild 6: Vom adretten Bahnsteig geht der Blick in Richtung Kambodscha. Eine rote Tafel am
Gleisende verdeutlicht, dass die Anbindung an Kambodscha noch nicht wieder reaktiviert wurde.


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Bild 7: Wenn man sich dann um 180° dreht, geht der Blick in Richtung Bangkok.


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Bild 8: Das Bahnhofsschild von Aranyaprathet, der Fahnenschmuck stammt noch vom Geburtstag des Königs, der einige Tage zuvor gefeiert wurde.
Auch wenn Aranyaprathet wohl eher eine Hochburg der sog. Rothemden ist, weht hier auch selbstverständliche die gelbe Flagge des Königshauses.
Leider hat die Seuche der Videoüberwachung auch schon im ländlichen Thailand um sich gegriffen.


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Bild 9: Wir werfen auch noch einen Blick auf den Bahnübergang, der sich direkt vor der ersten Weiche des Bahnhofs befindet. Die Schranken
an thailändischen Bahnübergängen werden meistens senkrecht herabgelassen, hier gibt es eine interessante Knick-Konstruktion.


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Bild 10: Die Detailaufnahme zeigt, dass man einen Bahnübergang wohl kaum
besser sichern kann, auch wenn die Schilder schon etwas verblasst sind.


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Bild 11: Am Bahnübergang stand noch dieser alte Bus, dem ich auch noch ein Foto widmete.


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Bild 12: Zum Abschluss nach einen Blick auf den Wasserturm am Bahnhof von Aranyaprathet.



Wie gestern angekündigt, ging es heute Morgen mal wieder sehr früh aus dem Bett. Kurz vor sechs Uhr stand ich samt Gepäck in der Lobby des Hotels und wartete auf den Tuk-Tuk-Fahrer, der mich um sechs Uhr abholen sollte, aber er kam und kam nicht. Eine Viertelstunde vor Abfahrt des Zuges tauchte er dann schließlich doch noch auf. Vor lauter Hektik vergaß ich, nach dem Fahrtpreis zu fragen und ihn entsprechend herunter zu handeln. Stattdessen trieb ich den Fahrer mit „quick, quick, faster, faster“ an und so düsten wir los. Zum Glück kannte ich den Weg zum Bahnhof seit meinem Spaziergang gestern Abend, denn der Fahrer düste einfach an der unscheinbaren Abzweigung zum Bahnhof vorbei. Laut brüllte ich „Stop, Stop train station“ und gestikulierte wild in Richtung Bahnhof. Der Fahrer zeigte aber gerade aus und sagte „Bus station“. „Train station, train, not bus.“. Schließlich zuckte er mit den Schultern und bog in die Abzweigung ein. Dort angekommen verlangte er unverschämte 50 Baht für die nicht einmal einen Kilometer lange Fahrt. Jetzt rächte sich, dass ich den Preis nicht vorab verhandelt hatte. Da der Zug schon bereit stand und in Kürze abfahren würde, machte diskutieren keinen Sinn und so gab ich dem Tuk-Tuk-Fahrer den verlangten Betrag.

Der Fahrkartenverkäufer wollte gerade schon den Schalter schließen, als ich mit meinem Gepäck heranstürmte und nach einer Fahrkarte fragte. Zum Glück druckte er mit noch eine Fahrkarte aus, die gerade mal 48 Baht (ca. 1€) kostete. Damit sind die ca. 255 Kilometer in der dritten Klasse (erste und zweite Klasse gibt es in dem Zug gar nicht) billiger wie die kurze Tuk-Tuk-Fahrt. Kurz nachdem ich mein Gepäck verstaut hatte und noch ein paar Außenaufnahmen des Zuges gemacht hatte, ratterte der dreigliedrige Dieseltriebwagenzug auch schon pünktlich aus dem Bahnhof.

Der Zug war anfangs ganz gut gefüllt, es gab aber noch vereinzelt freie Sitzplätze. Im Inneren des Triebwagens gab es keine Klimaanlage oder funktionierende Ventilatoren, dafür konnte man die Fenster ganz nach unten schieben. So sorgte der Fahrtwind für ständige Erfrischung und eine Klimaanlage war gar nicht notwendig. Es war am frühen Morgen draußen sogar noch so feucht und kalt, dass ich die ersten drei Stunden im Zug meine Fleece-Jacke anziehen musste, um nicht zu frieren. Die Sitze waren trotz der dritten Klasse leicht gepolstert, so dass man die knapp sechsstündige Fahrt darauf ganz gut verbringen konnte.


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Bild 13: Die gerade mal 48 Baht teure Fahrkarte in der dritten Klasse von Aranyaprathet nach Bangkok. Das Mädchen mit den
braun gefärbten Haaren (damals der absolute Modetrend in Thailand) wirbt für den Geldautomatenservice einer Bank.


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Bild 14: Der Triebwagen 1227 (Daewoo, 1996) steht früh am Morgen am Bahnhof Aranyaprathet und wartet auf die Abfahrt Richtung Bangkok.


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Bild 15: Das Zuglaufschild passte nicht ganz, schließlich ging die Fahrt von Aranyprathet nach Bangkok.


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Bild 16: Aus dem Zug geht der Blick nochmals in den luftigen Wartesaal des Bahnhofs von Aranyaprathet.
Ein Aufenthalt dort blieb mir erspart, da ich erst kurz vor Abfahrt des Zuges im Bahnhof war.


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Bild 17: Der Zug rattert los. Durch die neblige Morgendämmerung geht es in Richtung Bangkok.


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Bild 18: Beim Blick zurück Richtung Aranyaprathet sieht man die gerade aufgehende Sonne.



Der Zug hielt nicht an jeder Milchkanne, dafür an fast jedem Reisfeld. Es war ein ständiges Kommen und Gehen und ich glaube, ich war der einzige Fahrgast, der die gesamte Strecke von „Aranyaprathet“ nach Bangkok fuhr, der einzige Ausländer im Zug war ich sowieso, aber die Thais sind ja Ausländer gewohnt und daher sorgte meine Anwesenheit für keine besondere Aufmerksamkeit. Morgens waren hauptsächlich Schulkinder mit dem Zug unterwegs, aber auch Bauern stiegen zu, um ihre frisch geernteten Waren in der nächstgrößeren Stadt zu verkaufen. Zwischendurch wurde der Zug immer mal wieder so voll, dass teilweise Fahrgäste auf dem Gang stehen mussten.

Die Zugstrecke war gut ausgebaut, besser wie so manche deutsche Nebenbahnstrecke. Der Zug fuhr zwischen den Bahnhöfen teilweise auch die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Wenn wir nicht so oft angehalten hätten und es mehr Signale oder Weichen gegeben hätte, dann wären wir weitaus schneller unterwegs gewesen. Erst nach gut der Hälfte der Strecke, wo eine Bahnstrecke aus dem Nordosten Thailands einmündete, gab es Signale. Vorher sicherten an jedem Bahnhof verschiedene Strecken- und Weichenwächter den Verkehr mittels Übergabe eines großen Schlüssels aus Bambus an den Lokführer. Und leider wurden wie in Deutschland bereits an vielen Bahnhöfen die Weichen für Ausweich- und Gütergleise herausgerissen. So mussten wir an einem Bahnhof mehr als 15 Minuten auf den Gegenzug warten.



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Bild 19: Am Haltepunkt Huai Dua warten zahlreiche Schüler in ihren Schuluniformen (=schwarze Trainingshose) auf den Zug, der sie zur
weiterführenden Schule in der nächsten Stadt bringt. Schüler und ärmere Thailänder dürfen übrigens kostenlos mit der Bahn fahren.
Und sei der Haltepunkt auch noch so klein und der Bahnsteig noch so zugewuchert, der Fahnenschmuck zum Geburtstag des Königs ist Pflicht.


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Bild 20: An einem unbekannten Haltepunkt, der so klein ist, dass sein Name nicht einmal in
lateinischen Buchstaben auf dem Schild steht, steigen fliegende Händler und Bäuerinnen ein,
um ihre Waren im Zug bzw. auf dem Markt der nächsten Stadt zu verkaufen.


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Bild 21: Noch kleinere Haltepunkte haben nicht einmal einen Namen, sondern bestehen nur aus einem Baum. Eltern oder Familienangehörige
haben die Schulkinder mit den Mopeds zum Zug gebracht und achten darauf, dass auch alle einsteigen und nicht die Schule schwänzen.


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Bild 22: Der erste größere Bahnhof nach Aranyaprathet ist Sa Kaeo. Neben einem befestigten Bahnsteig verfügt der
Bahnhof auch über eine perfekt angelegte Gartenanlage. Auch hier darf der Fahnenschmuck natürlich nicht fehlen.


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Bild 23: Der Fahrdienstleiter des Bahnhofs Sa Kaeo hat gerade den „token“ vom Triebwagenführer abgeholt und gibt nun den nächsten Streckenabschnitt frei.


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Bild 24: An jedem Bahnhof und Haltepunkt (hier ist es Bankaeng) gibt ein Schild die nächsten Haltepunkte bzw.
Bahnhöfe in jeder Streckenrichtung an (unser Zug kam aus Sa Kaeo und fährt gleich weiter nach Mongsang).


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Bild 25: Am Haltepunkt Phra Phrong fehlt dagegen an den Schildern die obligatorische
Beflaggung. Wenn man im Hintergrund die für thailändische Verhältnisse eher ärmlich
gekleidete Bevölkerung sieht, ist das vielleicht nicht weiter verwunderlich.


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Bild 26: In Phra Phrong stiegen zahlreiche Fahrgäste zu, darunter auch Kinder, die ihre
Mütter beim Verkaufen der frisch geernteten Waren unterstützen müssen. Eigentlich herrscht
in Thailand neunjährige Schulpflicht, da die Schule aber ab der siebten Klasse kostenpflichtig
ist, können sich ärmere Familien ein Schulbesuch oft nicht leisten.


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Bild 27: Selbst einfache Ausweichstellen gleichen manchmal eher ein Park- denn einer Eisenbahnanlage.


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Bild 28: Unser Triebwagen fährt in den Bahnhof Khok Makok ein, wo der Fahrdienstleiter bereits am Bahnsteig wartet, um den „token“ entgegenzunehmen.


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Bild 29: Der Fahrdienstleiter von Khok Makok hat den “token” entgegengenommen und
wartet jetzt auf den Gegenzug, den wir in diesem Bahnhof passieren lassen müssen.


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Bild 30: Da der Gegenzug auf sich warten lässt, bleibt Zeit für eine Detailaufnahme des Bahnsteigs von Khok Makok. Der Mast in der Mitte
dient dem Lokführer zum Einhängen bzw. Abnehmen des „tokens“, insbesondere dann, wenn der Zug ohne Halt durch den Bahnhof fährt.

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Bild 31: Schließlich fährt der Gegenzug aus Bangkok, gezogen von 4421 (Alsthom, 1985), ein. Links hat der Weichenwärter die Weiche
auf das Durchgangsgleis gestellt, das Schild rechts zeigt die zulässige Höchstgeschwindigkeit für den nächsten Streckenabschnitt an.


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Bild 32: Der Lokführer des einfahrenden Zuges lässt lässig sein Hand aus dem Fenster hängen, während sein Assistent links während der Vorbeifahrt gerade den „token“ an den Masten hängt.


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Bild 33: Der Gegenzug besteht ausschließlich aus Wagen der dritten Klasse. Eine fliegende Händlerin hängt schon absprungbereit
an der Tür, um in unsren Zug zu wechseln. Die fliegenden Händler pendeln meistens zwischen zwei Bahnhöfen hin und her.


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Bild 34: Unser Zug hat freie Fahrt bekommen, wir passieren den Weichenwärter von Khok
Makok, der die Weiche natürlich zwischenzeitlich umgestellt hat und mit seinem Gewicht
dafür sorgt, dass die Weiche nicht von selbst wieder in die Grundposition zurückspringt.



Im zweiten Teil setzen wir die Fahrt durch die thailändische Provinz in die Metropole Bangkok fort.





Zugliste


Zug		Von			Nach			Kilometer	Land	Traktion	Spurweite

S3		Niederhöchstadt		Frankfurt(Main)Hbf	  11,8		DE	Elektr.		1435mm
ICE 75		Frankfurt(Main)Hbf	Zürich HB		 449,6		DE/CH	Elektr.		1435mm
IC 585		Zürich HB		Chur			 116,1		CH	Elektr.		1435mm
R 1169		Chur			San Murezzan/St.Moritz	  89,25		CH	Elektr.		1000mm
RE 1145		Bravuogn/Bergün		Preda			  12,57		CH	Elektr.		1000mm
R 1658		Poschiavo		Ospizio Bernina		  21,294	CH	Elektr.		1000mm
R 1641		Morteratsch		Diavolezza		   4,635	CH	Elektr.		1000mm
R 1658		Poschiavo		Ospizio Bernina		  21,294	CH	Elektr.		1000mm
RE 1124		St.Moritz		Chur			  89,25		CH	Elektr.		1000mm
IC 570		Chur			Zürich			 116,1		CH	Elektr.		1435mm
S6		Zürich			Baden			  22,53		CH	Elektr.		1435mm
S6		Baden			Zürich			  22,53		CH	Elektr.		1435mm
S6		Zürich			Baden			  22,53		CH	Elektr.		1435mm
IR 1972		Baden			Basel SBB		  65,9		CH	Elektr.		1435mm
ICE 370		Basel SBB		Freiburg Hbf		  66,8		CH/DE	Elektr.		1435mm
RB31603		Freiburg Hbf		Littenweiler		   7,22		DE	Elektr.		1435mm
RB31620		Littenweiler		Freiburg Hbf		   7,22		DE	Elektr.		1435mm
ICE 270		Freiburg Hbf		Frankfurt(Main)Hbf	 294,4		DE	Elektr.		1435mm
S3		Frankfurt(Main)Hbf	Niederhöchstadt		  11,8		DE	Elektr.		1435mm
S3		Niederhöchstadt		Frankfurt(Main)Hbf	  11,8		DE	Elektr.		1435mm
S8		Frankfurt(Main)Hbf	Frankfurt-Flughafen	  11,4		DE	Elektr.		1435mm
Chollima	Pyongyang Yonggwang	Pyongyang Puhung	   1,5(ca.)	KP	Elektr.		1435mm
Zug Nr. 5	Pyongyang		Sinuiju-(Grenze DPRK)	 225		KP	Elektr.		1435mm
K 28		(Grenze China)-Dandong	Beijing			1132		CN	Diesel		1435mm
K 177		Beijing Xi		Datong			 368		CN	Elektr.		1435mm
2671		Datong			Xi'an			1006		CN	Elektr.		1435mm
Z94		Xi'an			Suzhou			1425		CN	Elektr.		1435mm
K8418		Suzhou			Huangshan (Tunxi)	 588		CN	Diesel		1435mm
K155		Huangshan (Tunxi)	Guilin Bei		1277		CN	Diesel		1435mm
K181		Guilin Bei		Kunming			1265		CN	Diesel		1435mm
LC4		Lao Cai			Hà Nôi			 294		VN	Diesel		1000mm
SE3		Hà Nôi			Sài Gòn			1730		VN	Diesel		1000mm
BT		Battambang		Battambang		12,54		KH	Benzin		1000mm
280		Aranyaprathet		Bangkok			254,5		TH	Diesel		1000mm

								11054,563



Weitere Bildimpressionen aus Thailand


Weitere Bildimpressionen von mir aus Thailand auf Flickr. Zum Anschauen auf eines der Bilder oder den Link klicken:

http://farm5.static.flickr.com/4045/4470578107_b0c5899852_t.jpg http://farm5.static.flickr.com/4017/4470579849_120438d522_t.jpg http://farm3.static.flickr.com/2776/4470581349_d7cd5b8b40_t.jpg http://farm5.static.flickr.com/4038/4471369778_2fb8ae5b29_t.jpg http://farm5.static.flickr.com/4072/4471378688_c5fbb40b0c_t.jpg Thailand http://farm3.static.flickr.com/2768/4471394936_c67a88502d_t.jpg http://farm5.static.flickr.com/4050/4471414578_3f4f4488b1_t.jpg http://farm5.static.flickr.com/4033/4470632245_347b55e279_t.jpg http://farm5.static.flickr.com/4063/4470627087_e829a2709a_t.jpg http://farm3.static.flickr.com/2759/4471407266_7017320440_t.jpg




Inhaltsverzeichnis


Prolog
  • Teil 0: 13.000km mit dem Zug durch 10 Länder, aber wo? BÜ-Bilderrätsel mit 10 Bildern
  • Teil 1: Prolog - Warum ich mit dem Zug 13.000km durch die Gegend gereist bin

  • Schweiz
  • Teil 2: Ein Kurzabstecher in das kapitalistische Musterland - Bilder von der Albulabahn
  • Teil 3: Über den Bernina zurück nach Deutschland

  • Nordkorea
  • Teil 4: "Willkommen im sozialistischen Paradies" - Eine Einführung zu Nordkorea (Teil A)
  • Teil 4: "Willkommen im sozialistischen Paradies" - Eine Einführung zu Nordkorea (Teil B)
  • Teil 5: Unterwegs mit der atombombensicheren Metro in Pyongyang - (Teil A)
  • Teil 5: Unterwegs mit der atombombensicheren Metro in Pyongyang - (Teil B)
  • Teil 6: Zugimpressionen aus Nordkorea und ein schweres Verbrechen
  • Teil 7: Mit O-Bussen durch den Alltag in Pyongyang
  • Teil 8: Mit der Tram durch Pyongyang - Eine Stadtrundfahrt (Teil A)
  • Teil 8: Mit der Tram durch Pyongyang - Eine Stadtrundfahrt (Teil B)
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil A: Die Vertreibung aus dem "sozialistischen Paradies"
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil B: Verwirrung an der Grenze

  • China
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil C: Zurück im Kapitalismus?!
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil D: Im Morgenlicht nach Beijing
  • Teil 10: Eine kurze Einführung in die chinesische Eisenbahn
  • Teil 11: Mit dem Zug von Beijing nach Datong
  • Teil 12: Mit dem Zug von Datong nach Xi'an
  • Teil 13: Mit dem Zug von Xi'an nach Suzhou
  • Teil 14: Suzhou nach Huangshan (Tunxi)
  • Teil 15: Von Huangshan (Tunxi) nach Guilin
  • Teil 16: Von Guilin nach Kunming
  • Teil 17a: Schmalspurbahnen in Yunnan - Die Geschichte der Yunnan-Bahn
  • Teil 17b: Schmalspurbahnen in Yunnan - Weitere Schmalspurbahnen und Eisenbahnprojekte in Yunnan
  • Teil 17c: Schmalspurbahnen in Yunnan - Historische Schmalspurfahrzeuge im „Yunnan Railway Museum“
  • Teil 17d: Schmalspurbahnen in Yunnan - Historische Dampflokomotiven im „Yunnan Railway Museum“

  • Vietnam
  • Teil 18 (Rätsel): Wie hängen diese Bilder zusammen?
  • Teil 19: Viele verschiedene V-Loktypen - Eine kurze Einführung in die vietnamesische Eisenbahn
  • Teil 20: Ein Abend im „Bia Hoi“-Garten mit Bahnhofsblick in Lao Cai
  • Teil 21a: Mit Baguette und Zug, aber leider ohne Rotwein von Lao Cai nach Hanoi
  • Teil 21b: Mit Baguette und Zug, aber leider ohne Rotwein von Lao Cai nach Hanoi
  • Teil 22a: Auf Schienen durch Häuserschluchten und über Bahnübergänge in Hà Nôi – Teil A
  • Teil 22b: Auf Schienen durch Häuserschluchten und über Bahnübergänge in Hà Nôi – Teil B
  • Teil 23a: Mit Millionticket, verstopften Toiletten, Siemens-Lok und Regen im Wiedervereinigungsexpress von Hà Nôi nach Sài Gòn – Teil A
  • Teil 23b: Mit Millionticket, verstopften Toiletten, Siemens-Lok und Regen im Wiedervereinigungsexpress von Hà Nôi nach Sài Gòn – Teil B
  • Teil 24: Die Geschichte der Zahnradbahn von Thap Cham nach Da Lat
  • Teil 25: Hochzeit auf einer Dampflok in Da Lat

  • Kambodscha
  • Teil 26: Um welches Eisenbahngefährt handelt es sich hier? - Rätsel
  • Teil 27: Eine kurze Einführung in die kambodschanische Eisenbahn
  • Teil 28: (Ein)Stimmungsbilder vom Bahnhof Phnom Penh
  • Teil 29: Art-Déco und Güterwagenschlangen – Ein Rundgang im Bahnhof von Phnom Penh
  • Teil 30: Diesellokomotiven und Dampflok(reste) der kambodschanischen Eisenbahn
  • Teil 31: Deutsche Wasserkräne und Bahnidylle im verwaisten Betriebswerk von Phnom Penh
  • Teil 32: Personen- und Güterwagen der kambodschanischen Eisenbahn
  • Teil 33: Verfall, Müll und Kinderprostitution –Szenen am Bahndamm in Phnom Penh
  • Teil 34: Das (Bahn)Städtchen Battambang - Asiatische Provinz, wie ich sie liebe
  • Teil 35: Hessische Wasserkräne und Rheinländische Güterwagen – Der „deutsche“ Bahnhof von Battambang
  • Teil 36: Abenteuer auf Schienen – Eine Fahrt mit der Bambuseisenbahn von Battambang

  • Thailand
  • Teil 37: Zum 50. ein Rätsel
  • Teil 38: Eine kurze Einführung in die „deutsche“ Eisenbahn in Thailand



  • 2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:06:23:10:47:01.
    Hallo Florian,

    es ist immer wieder spannend deine Reiseberichte zu lesen.

    "Dort angekommen verlangte er unverschämte 50 Baht für die nicht einmal einen Kilometer lange Fahrt."

    Wie viel Gepäck hattest du eigentlich dabei, so dass du die paar Meter nicht laufen wolltest? Ich hätte eher ein ungutes Gefühl, mich bei so einer langen Zugfahrt darauf zu verlassen, dass der Tuk-Tuk-Fahrer auch tatsächlich um 6:00 Uhr morgens erscheint. Wenn man die Strecke zu Fuß zurücklegt, kann man da meiner Meinung nach mit größerer Sicherheit kalkulieren, so dass der Zug auf jeden Fall erreicht wird.

    Viele Grüße
    Florian
    Ich hatte knapp 40kg Marschgepäck und bin eigentlich ein notorischer Spätaufsteher. Daher hatte ich das Tuk-Tuk vorgezogen. Zur Not wäre ich dann mit dem Mittagszug nach Bangkok gefahren.

    Grüße

    Florian