DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 08/01 - Auslandsforum "classic" 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Testforum aufsuchen!
Bitte unbedingt vor Benutzung des Forums die Ausführungsbestimmungen durchlesen!
Ein separates Forum gibt es für die Alpenländer Österreich und Schweiz - das Alpenlandforum
Zur besseren Übersicht und für die Suche: Bitte Länderkennzeichen nach ISO 3166 Alpha-2 in [eckigen Klammern] verwenden!
Hoi zäme,

nächster Teil. Wir bleiben einen Tag in der Wüste um Needles und fahren am Schluss bis an die Pazifikküste …




Hier die Links zu den älteren Beiträgen:

Prolog: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 1: [www.drehscheibe-foren.de] >> fahrt in den Kosovo und Sonderfahrt
Teil 2: [www.drehscheibe-foren.de] >> zwei Tage im Kosovo und Lokparade
Teil 3: [www.drehscheibe-foren.de] >> in Albanien
Teil 4: [www.drehscheibe-foren.de] >> Die letzten zwei Tage im Kosovo
Teil 5: [www.drehscheibe-foren.de] >> Fahrt der Küste nach hoch durch Montenegro bis nach Kroatien
Teil 6: [www.drehscheibe-foren.de] >> zwei Tage am Kroatischen Gleichstrom um Rijeka und Fahrt nach Hause

Teil 7: [www.drehscheibe-foren.de] >> Flug und Ankunft in den USA, die ersten Eindrücke
Teil 8: [www.drehscheibe-foren.de] >> Zwei Tage in der Wüste um Greenriver
Teil 9: [www.drehscheibe-foren.de] >> am Soldier Summit
Teil 10: [www.drehscheibe-foren.de] >> an einer Elektroeisenbahn und von der Fahrt bis nach Wyoming.
Teil 11: [www.drehscheibe-foren.de] >> am Sherman Hill
Teil 12: [www.drehscheibe-foren.de] >> auf dem Weg nach Westen, mit Besuch im Echo Canyon
Teil 13: [www.drehscheibe-foren.de] >> noch mal im Echo Canyon und Fahrt nach Reno
Teil 14: [www.drehscheibe-foren.de] >> am Donnerpass
Teil 15: [www.drehscheibe-foren.de] >> ein Tag in der SF Bay Area
Teil 16: [www.drehscheibe-foren.de] >> Um SF und dem ACE Train hinterher.
Teil 17: [www.drehscheibe-foren.de] >> In SF und nach Süden bis Tehachapi
Teil 18: [www.drehscheibe-foren.de] >> am Tehachapi Pass und über Las Vegas bis in die Mojave Desert




Tag 37: Sonntag, 04.07.2010, Needles – Barstow
Text: Pascal

[maps.google.ch]

Als wir an diesem Morgen aufwachten, krochen einige Käfer über das Bett von Nil. Wir erinnerten uns an die Anschrift in der Lobby, dass es draussen einige harmlose Käferchen gäbe und man deshalb die Türen schliessen solle. Schön das die bei uns schon im Zimmer waren. Wie mir auffiel waren in diesem Motel auch Pets erlaubt, so ein Schild haben wir vorher bewusst noch nie gesehen. Ob man sich beim Management gedacht hat, dass man sich deshalb auch Haustiere halten darf ;-)? Wir waren auf jeden Fall froh hatten wir nicht zwei Nächte gebucht.
Zurück an der Strecke bestiegen wir einen Aussichtshügel hinter Needles. Hier wollten wir einige Einstellungen für Züge in Richtung Osten ausprobieren. Auch in die andere Richtung ging es einigermassen, so dass wir einen Westfahrer mit BNSF, CN und NS Lok dokumentieren konnten.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2201kgr.jpg

Direkt hinter Needles steigt die Bahn stark an und fährt in einem grossen Bogen Westwärts. Von einem Hügelrücken kann man das ganz gut beobachten. Nach dem erklimmen kam erstmal ein Westfahrer mit einer 3-Fach bespannung. BNSF vor CN und NS.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2215kgr.jpg

BNSF Ostfahrer kurz vor Needles, kurz hinter dem Zugschluss sind gerade noch die Schubloks des Gegenzuges zu sehen.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2224kgr.jpg

Der nächste Ostfahrer, BNSF, und diesmal kein Kistenzug.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2236kgr.jpg

Blick zurück, eine Zugkreuzung direkt vor unserer Nase ... man könnte sagen, an diesem Morgen war der Verkehr sehr lebhaft ;)

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2250kgr.jpg

Und hier zu sehen der Gegenzug hinten in der Fläche, kurz vor Needles

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2253kgr.jpg

Und noch ein Zug von nahem, wobei die Schlusslok des Westfahrers, gross im Bild ist ein Ostfahrer, ruhig anders herum hätte stehen dürfen. Bei Needles.

Als zweite Stelle des Tages ging es zur Brücke bei Essex. Bevor wir die Kamera jedoch auf die Züge richteten, lichteten wir unser Auto auf der berühmten Route 66 ab.
Endlich an der Stelle brauchten wir nicht lange zu warten, ehe ein von hinten Zug kam. Da das Licht praktisch senkrecht war, konnte wir diesen Zug ebenfalls umsetzen. Es dauerte keine 15 Minuten, da kam ein weiterer Zug von hinten. Kaum war er durch kam auch schon einer von vorne. Da der Sonnenstand (zumindest in der Horizontalen) nur noch besser werden konnte, entschieden wir uns noch einen Zug von vorne abzuwarten. Während 90 Minuten kam jedoch nichts.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2255kgr.jpg

Das musste dann doch noch gemacht werden, unser Jeep auf der Route 66 ;)

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2262kgr.jpg

Bei Essex in der Mittagsphase, ein Ostfahrer im Hochlicht.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2270kgr.jpg

Und auch einen Westfahrer warten wir noch ab. Die Sonne brannte vom Himmel in der Wüste und wir genossen den Mittag im schattigen Auto - das ist Urlaub!

Wie entschlossen uns deshalb zurück nach Needles zu wechseln, genauer nach Topock. Dort überquert die Bahn den Colorado River. Wie wir unterwegs waren, begann es natürlich wieder zu rollen. Ein Zug sahen wir kurz vor Needles, einen anderen kurz dahinter.
Auf dem Weg zur Stelle erblickten wir dann einen Zug auf der anderen Seite des Flusses. Die Strassenbrücke über die Bahn kurz vor der Flusspassage kam uns deshalb gerade gelegen, denn so konnten wir diesen Zug schon mal umsetzen, wenn auch nicht wahnsinnig spektakulär.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2274kgr.jpg

Zwischen Needles und Toprock (bereits in Arizona und damit auf der anderen Seite des Colorado Rivers) fährt dieser BNSF Westfahrer durch die Wüste - was aber täuscht.

Nun ging es aber zur richtigen Brücke. Wie wir merkten waren wir aber etwas zu spät. Wenn nicht bald ein Zug kommen sollte, würde das Licht in die Achse drehen. Das Bange warten ging jedoch nicht lange. Rund 30 Minuten hinter dem letzten Zug ploppte der nächste in Arizona drüben auf. Der Colorado bildet hier die natürliche Grenze zwischen Kalifornien und Arizona. Mit dem Brückenbild konnten wir damit den Zug gleichzeitig in zwei Bundesstaaten knipsen.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2283kgr.jpg

Der Colorado River sorgt für Fruchtbaren Boden in der Gegend und nördlich von der Brücke befindet sich eine \"Oase\", das Mohave Valley. Dieser Westfahrer rollt mit Kisten Needles entgegen.

Zufrieden, dass dieses Bild doch noch geklappt hatte, ging es in den Moabi Park hinter der Brücke. Auf diesem Abschnitt gibt es einige Sandsteinformationen, die durch ihre Kahlheit glänzen. Das Absurde an der Szenerie war, dass nur wenige 100 Meter neben der Mondlandschaft des Moabi Parks der Colorado floss. Im und um den Colorado war unterdessen ein reges Treiben im Gange. Neben dem Fluss hatte es einen kleinen Strand mit Strandbars, während sich auf dem Fluss ein Motorboot ans andere reihte. Ja sogar ein Wasserflugzeug war anwesend. Wir hatten allerdings nur kurz Zeit für die Szenerie am Colorado, denn kaum waren wir im Moabi Park kam auch schon wieder ein Zug aus Arizona. Zu unserer Freude hatte er eine BNSF Warbonnet an erster Stelle. Das man die „historisch“ lackierte Lok noch auf einer kleinen Trestle-Brücke ablichten konnte, freute uns natürlich zusätzlich.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2324kgr.jpg

Und noch direkt am Colorado River. Es war Samstag und die Amerikaner standen vor dem Wochenende, entsprechend voll war die Ecke.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2295kgr.jpg

Etwas weiter hinten der nächste Westfahrer mit einer Varbonnet Lackierten BNSF (ex Santa Fe) Lok an der Zugspitze.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2299kgr.jpg

Am Zugschluss schoben noch zwei BNSF Loks den Zug nach Westen. Die Mondlandschaft ist nur in diesem Bereich so ausgeprägt, rechts sieht man aber noch die grünen Fläche des Mohave Valleys.

Immer noch fasziniert von der Mondlandschaft im Moabi Park wollten wir noch eine zweite Einstellung versuchen, wir fuhren deshalb weiter in den Park hinein. Kaum hatten wir unser Auto geparkt, sah man auch schon den nächsten Zug auftauchen. Eiligst rannten wir auf den nächsten Hügel und freuten uns an einer weiteren gelungenen Aufnahme. Nil wurde der Stress ab so vielen Zügen aufs Mal wohl etwas zu viel, er wollte deshalb noch eine andere Einstellung vom selben Hügel machen – und etwas gemütlich warten. Wieder dauerte es keine 15 Minuten ehe der nächste Kistenbomber Richtung Westen donnerte. Dieser Zug war nun aber einer zu viel. Kaum waren die Loks an uns vorbei gezogen, hielt er an und steckte wohl im Stau.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2310kgr.jpg

Und kaum war der eine Zug vorbei kam ein bisschen weiter in Richtung Needles bereits der nächste Westfahrer. Links zu sehen der Colorado River.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2314kgr.jpg

Und der letzte Westfahrer in dieser Ecke. Dieser Zug hielt dann direkt vor unserer Nase an und wartete ewig auf die Weiterfahrt. Bei der starken Frequenz (4 Züge innerhalb von 45min nach Westen) stauten sich die Züge vor Needles.

Uns war dies egal, wie hatten den Park nun gesehen und fuhren weiter nach Needles, dort füllten wir kurz Sprit nach und machten eine Steppvisite beim gelben M für einen Take Away Snack. Dann ging’s weiter nach Ludlow und dort auf den Aussichtshügel. Auch hier verbrachten wir einen heiteren Abend. In rund zwei Stunden kamen nicht weniger als sieben Züge von vorne. Von hinten kam unterdessen nur einer. So müsste das eigentlich immer sein ;) Dank des vielen Verkehrs blieben uns einige Variationsmöglichkeiten. Fünf Züge schossen wir deshalb vom Aussichtshügel. Der sechste wurde im Bahnhof erlegt. Nun fehlte uns etwas das Motiv. Einen Zug beim schönen Abendlicht fahren zu lassen wäre jedoch fahrlässig gewesen. Zug Nummer sieben schossen wir deshalb beim BÜ kurz vor Ludlow.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2327kgr.jpg

Ludlow heisst dieser Ort vor uns. Ein BNSF Westfahrer befindet sich zum Teil gerade im Bahnhof desselben Ortes.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2331kgr.jpg

Ludlow

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2337kgr.jpg

Ludlow

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2345kgr.jpg

Eine Hügelkette hinter dem Ort erlaubt einige verschiedene Standpunkte, auch am Abend. Die hohe Zugfrequenz kam uns dabei natürlich gelegen.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2355kgr.jpg

Die Sonne sank und sank und die Züge rollten und rollten. Hinten zu sehen der Highway.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2365kgr.jpg

Und im zweitletzten Licht noch ein Zug direkt im Bahnhof drin, wir sind immer noch in Ludlow.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2373kgr.jpg

Und das ist jetzt das letzte Licht ;). Am Bahnübergang hinter Ludlow.

Schliesslich warteten wir noch 20 Minuten, ehe die Sonne hinter den Bergen verschwand. Ein Zug kam aber keine mehr.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.03%20Mjoave/DSC_2381kgr.jpg

So konnten wir zufrieden nach Barstow fahren, wo wir diesmal in einem Super 8 übernachteten. In diesem Motel gab es übrigens weder Käfer noch Haustiere. Den Abschluss bildete schliesslich das Nachtessen im gelben M. Ich weiss, das gelbe M ist nicht sonderlich gesund. In den USA ist es jedoch nicht einfach etwas zu essen, das nicht Fastfood ist, vor allem „auf dem Land“. Ausserdem ist der McDonalds in Barstow in alten Eisenbahnwagen untergebracht, weshalb der Besuch im selbigen sowieso ein Muss war.




Tag 38: Montag, 05.07.2010, Barstow - Oceanside
Text: Neel

[maps.google.ch]

Montage sind komische Tage, nicht nur in der normalen Arbeitswoche sondern auch beim Fotografieren. Es stand heute ein kleiner Transfer an, von Barstow an die Küste südlich von LA.
Bevor wir den Wechsel, weit ist es übrigens nicht, vollziehen konnten hatten wir noch eine Rechnung mit der Morgenstelle von Luldlow offen. Die 50 Meilen bis dahin gingen gut, auch wenn wir nach etwa 10 Meilen noch mal umdrehen mussten da Pascal sein / mein altes Handy im Super8 Motel vergessen hatte. Das Frühstück liessen wir ebenfalls ausfallen, es gab nur Gutscheine für ein Kaffee neben dem Motel ... wobei wir zum Mittagessen wieder darauf zurückgreifen konnten ;)
Endlich um kurz nach 9 Uhr in Ludlow angekommen erklommen wir den Felsen und notierten ins Logbuch; Stelle gut, Wetter gut, Verkehr wird erwartet. Verkehr erwarten klingt ja in der Mojave Wüste eigentlich ziemlich einfach ... aber irgendwie hatte ich heute früh ein schlechtes Gefühl (eigentlich schon gestern Abend als nur Züge zur Küste gerollt sind). Im Auto unten am Hügel warteten wir dann auf Verkehr. Draussen in der Sonne war es einfach wieder zu heiss, viel zu heiss.
Wir mussten auch gar nicht lange warten, etwa 30min vielleicht, da tauchte am Horizont ein Lichtlein auf und wir bestiegen den Felsen. Im Schritttempo kam der BNSF Zug und stellte sich leider mit den Loks zu weit hinten mitten in unser Motiv. Nanu?
Es kam dann ziemlich fix ein Zug von hinten und rollte durch ... wir dachten an Bauarbeiten und Einspurbetrieb, was wohl auch stimmte. Und kurz nach dem Gegenzug setzte sich der Ostfahrer wieder in Bewegung.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.04%20Transfer/DSC_2387kgr.jpg

Nochmal Ludlow am Morgen. Die Hügel um die Bahn sind so gut verteilt, das man sich einen ganzen Tag da aufhalten könnte.

Wir schwitzen im Auto weiter und es kam von hinten der nächste Zug, und weil es so schön war gleich noch einer und noch einer und irgendwie war das komisch. Wir blickten man über den Berg und sahen, dass „unser“ Ostfahrer noch immer im Bahnhof stand und wartete. Es ist kaum nötig zu erwähnen das von den Westfahrern natürlich keiner eine Schlusslok oder dergleichen dran hatte ...
Nach über 3h warten war es uns dann definitiv zu dumm, immerhin ein Zug haben wir erwischt, mehr sollte wohl nicht sein. Über den Highway ging es erstmal zurück nach Barstow, dabei kreuzten wir nicht einen einzigen Güterzug; was heisst, dass da in mindestens der nächsten Stunde auch keiner mehr gekommen wäre.
Dafür holten wir einen Westfahrer ein, den liessen wir aber erstmal ziehen zu gunsten von einem Mittagessen. Wir hatten da ja noch diese Gutscheine vom Cafe / Restaurant / Bagerie. Sandwichs oder so für „to go“ wollten wir, was es aber leider nicht gab. So setzten wir uns halt hin nachdem wir endlich einen Tisch zugewiesen bekamen. Die Karte überzeugte und wir wandelten den eigentlich geplanten kleinen Snack zu Mittag zu einem wahrhaftigen Mittagessen um. Dazu frischer (selbst gemachter und ungesüsster IceTee) . mjami.
Die Teller haben wir beide komplett geleert (darf der da oben der das Wetter macht gerne notieren) und wir fuhren raus. Ein paar Meilen Highway lagen vor. Wie im "Highway Country Radio" schon den ganzen Morgen angekündigt war der Verkehr sehr dicht. Die halbe Westküste war am Wochenende irgendwie in der Wüste und fuhr zurück - Anstrengend. Doch die Meilen zahl bis zum Ziel auf dem Navi wurde stetig kleiner und es dürfte um 15 Uhr gewesen sein als wir am Cajon Pass die Auotbahn verliessen.
Cajon Pass, dass ist auch ein spannendes Thema. Es ist nicht wirklich ein Pass wie man es vermutet z.B vom Soldier Summit, viel mehr ist es die Überwindung einer Höhendifferenz zweier Flächen – ich vergleiche die Strecke gerne mit der Koperbahn. Nur muss man sich das ganze etwas mächtiger vorstellen. Es geht nämlich nicht nur ein Gleis hoch sondern es sind deren 4 bzw. teilweise sogar 5.

Einmal ein UP Gleis welches eine (lange) Ausweichstelle hat mitten im Aufstieg, dieses Gleis liegt jeweils am weitesten „oben“. Dann gibt es das alte BNSF Gleis, soviel wir gesehen haben gibt es da keine Ausweichstellen, es ist das direkteste und mit bis zu 30 Promille das steilste – es liegt jeweils am weitesten im Tal unten. Und dann gibt es die BNSF Doppelspur in der „Mitte“, wobei diese Strecke erst vor wenigen Jahren zur Doppelspur ausgebaut wurde.
Dazu kommt noch die Autobahn die ebenfalls durch das Tal führt ... es ist also in allen belangen viel los.

So viele Strecken sind natürlich immer super, einerseits muss da viel laufen (alleine die BNSF soll mit den 3 Gleisen 150 Züge am Tag durchschleusen können), andererseits sind getrennte Strecken immer ein Problem bei uns ;) Wir fuhren also nach der Ausfahrt mal an einen Punkt auf einem UP Weg und liessen die Szenerie auf uns wirken. „urks“, wohin? Pascal schlug den Laptop auf und präsentierte seine Vorbereitung von gestern Abend, mit dabei war eine sehr praktische Karte der Gegend von einem Eisenbahnfreund, welche man laut Anschrift zwar zum Navigieren nicht verwenden sollte, diesen Hinweis überlasen wir aber gekonnt. Was auf der Karte fehlte sind Angaben auf welchem Gleis was geschieht ... die Frage wurde dann immerhin gleich teilweise beantwortet als ein BNSF Zug auf der Doppelspur den Berg hoch kroch. Gut ... wenn also auf der Doppelspur hoch gefahren wird, wird ja wohl auf dem alten Gleis runter gefahren? Das alte Gleis ist teilweise viel direkter Gebaut und weisst dadurch sicherlich mehr Steigung auf, was Bergfahrer alleine von der Logik her schon ausschliesst.
Wohin also? Nebst der Autobahn gibt es nicht wirklich Strassen im Tal, nur Forstwege der USFD (oder so, klingt wichtig), welche man aber befahren darf. Interessanterweise führen diese Wege teilweise direkt der Bahn entlang. Normalerweise sind das die Bahnwege, die man hier (vielleicht?) befahren darf (Street legal Vehicle Only, aber keine Motorräder).
Wir fuhren dann mal hoch zum Summit, da kommt man noch über eine normale Strasse hin . Doch da versperrte ein geschlossenes Tor den Weg auf die andere Bahnseite ... und das obwohl der Weg als Forstweg eingezeichnet war – diese Tatsache liess uns etwas an der Legalität der Wege und an der Richtigkeit unserer Infos zweifeln.
Sonne war aber eh falsch, so drehten wir und probierten einfach mal einen anderen Weg aus weiter unten. Da hat es dann zum Glück auch funktioniert und wir sind ohne auch nur ein Verbotsschild zu sehen bis an eine sehr nette Stelle auf der BNSF Einspurstrecke gefahren. Ein Streckenblick bei dessen Anblick man nicht glaubt, dass im Rücken die Autobahn langführt und in Sichtdistanz ein MCD, ein Subway sowie zwei Tankstellen und ein Hotel liegen ;).
Wir bestiegen einen Hügel und warteten mal auf Westfahrer den Pass runter ... müsste ja sicher bald mal etwas kommen. Wie wir warteten fiel uns sehr positiv die tieferen Temperaturen auf, dazu windete es. Es war richtig angenehm zu warten, endlich mal wieder. Wir warteten und lange dauerte es nicht da fuhr ein Zug auf dem BNSF Gleis rauf, muss ja auch mal sein. Dann aber rollte ein BNSF Zug auf der Doppelspur runter ... warum da und nicht bei uns? Kommt gleich einer bei uns? Nein ... dafür kam ein zweiter runter auf der Doppelspur nach etwa 15min. Mhm.
Dem Glück nicht schon genug kam auf dem UP Gleis auf einmal etwas hinauf, drei Loks und ein Zug dahinter der nicht so normal ausschaute. Es war ein Zirkuszug, vorne mit Personenwagen, dann Boxcars und hinten hingen noch „ein paar“ mit LKW’s und Aufliegern beladene Wagen. OMPF ... während dessen rollte auf der Doppelspur schon der dritte BNSF Zug auf der „falschen“ Strecke runter, und wir schauten zu.
Die Stelle war aber so nett, da wollten wir ein Bild von ... und irgendwann muss ja mal was kommen! Wir einigten uns: Wenn ein vierter Zug auf der Doppelspur runterrollt definitiv die Strecke zu wechseln. Wir gaben der Bahn also ihre faire Chance , auf ein neues.
Es Hornte wieder und es machte sich ein Zug daran den Pass zu erklimmen. Als er auftauchte tauchte auch ein Zug auf der Doppelspur nach unten auf. ARAARRRGGGG, geht doch nicht! Doch praktisch Zeitgleich plopte auch bei uns "in der ferne" eine orange Lok auf. Und es kam tatsächlich Parallel mit dem anderen Zug ein zweiter Zug runter. Immerhin, ein Zug von fünf kam auf der 1-Spur, kann sich ja fast schon sehen lassen. Und wir hatten nach ewigem warten schon zwei Bilder gemacht heute ;). Die Bilanz ist äusserst mies, zugeschaut haben wir fast einem Dutzend Zügen.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.04%20Transfer/DSC_2405kgr.jpg

Ein Sprung nach Westen: Das Bild vom Cajon Pass sieht doch idyllisch aus. Man glaub kaum das neben dieser Linie noch eine Autobahn, eine Hauptstrassse, eine 2-Gleisige BNSF Strecke und eine weitere 1-Gleisige Strecke (UP) auf dichtem Raum an Höhe gewinnen. Dieser BNSF Westfahrer befindet sich auf der alten Strecke Talwärts und wird als nächste Ortschaft San Bernardino erreichen - von da ist es dann nicht mehr weit nach Los Angeles!

Da es schon fast 18 Uhr war würde sich an der Bilanz auch nicht mehr viel ändern, aber man soll den Tag ja nicht vor dem Sonnenuntergang verschreihen. So fuhren wir einen weiteren Forstweg hinein und folgten dem Verlauf der Doppelspur. Ziel war den Summit von der anderen Seite anzufahren, damit man nicht so arg weit gehen muss (heieie, sind wir faul geworden). Auf dem Weg zum Summit kam uns noch ein BNSF Zug auf der Doppelspur entgegen welchen wir natürlich dankend mitnahmen.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.04%20Transfer/DSC_2415kgr.jpg

Ein BNSF Güterzug am Beginn des Abstiegs durch den Cajon Pass. Der Zug befindet sich auf der 2-Gleisigen neuen BNSF Strecke. Unten rechts ist gerade noch das Gleis der alten Strecke zu sehen und über dem Zug sieht man das UP Gleis.

Oben am Summit parkten wir und liefen mal hin zur Stelle, die Sonne stand tief aber so etwas über 30min gaben wir ihr noch. Beim Summit liegen übrigens alle drei BNSF Gleise zusammen, da gibt es also keine Verarschung mit neuem und altem Gleis. Nur das UP Gleis, welches etwas weiter oben liegt, kann man nicht fotografieren, aber trotzdem einsehen. Und kaum an der Stelle sahen wir ein UP Zug runter rollen. Auf dem BNSF Gleis tat sich dann bald auch etwas, ein Zug rollte hoch und verschwand ohne eine Schublok um die Ecke. Wir glaubten mit sinkendem Sonnenstand nicht mehr daran heute noch ein Bild machen zu können, aber wir warteten trotzdem bis zum bitteren Ende. Und kurz davor, also vor dem bitteren Ende, kündigte sich ein Zug mit lautem trööten in den Bergen drin an. Immerhin, es kam noch einer! Und als der durch war, waren wir weg, ganz froh endlich vor den Ameisen fliehen zu können welche sich an unseren Stellen breit gemacht hatten (oder eher anders rum).

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.07.04%20Transfer/DSC_2422kgr.jpg

Am Summit trennen sich die alte und die neue BNSF Strecke (die UP Strecke ist links). Dieser Westfahrer wird über die neue Strecke rollen und deswegen auf der Weiche vor ihm noch das Gleis wechseln.

Dieser Cajon Pass ist also schon etwas, es ist zwar nicht ganz einfach mit dem Verkehr aber nachdem was wir gesehen haben läuft ganz gut etwas. Genug um sicher noch mal ein Tag in die Strecke zu investieren.
Aber erst wollen wir an die Pazifikküste, zwischen San Diego und LA liegen "die Stellen überhaupt" in dieser Gegend. Auf diesen Programmpunkt freue ich mich schon seit wir uns in den Flieger gesetzt haben Zuhause. Nur jemand mag das nicht so richtig, der Wetterarsch. Wir sind vorhin auf dem Weg nach Oceanside, wo unser Super6 Motel liegt, voll in die Wolken rein gefahren. Eigentlich war es angekündigt und morgen früh soll es auch noch welche haben .. je nach Wetterbericht auch noch am Nachmittag. ABER bei unserem Glück, kann ja gar nichts schief gehen.
Die Fahrt nach Oceanside war wieder anstrengend, der Highway stand abschnittsweise kurz vor dem Kollaps, durch kamen wir aber trotzdem und das Hotel fanden wir auch auf Anhieb. Abendessen gab es im Zimmer nachdem wir im Wendy’s nebenan nur mehr „to go“ bekamen.
Jetzt sitzen wir im 6er, die Klimaanlage läuft mal NICHT ... und wir gehen gleich ins Bett.




Das wars wieder ….
Im nächsten Teil sind wir dann an der Küste (leider viel zu kurz), noch mal am Cajon Pass und dann schon wieder am Tehachapi Pass … spannend hä ;)

En Gruess
Nil


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:06:01:18:58:08.

Wieder traumhaft! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 01.06.11 22:22

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg

Re: Wieder traumhaft! :-)

geschrieben von: bahnmatti

Datum: 02.06.11 10:10

BITTE SCHNELL WEITERMACHEN !!! Bin schon sehr gespannt auf die nächsten tollen Bilder!!!! USA ist ganz groß klasse !!! Da freut man sich schon riesig auf den nächsten Urlaub.

Viele Grüße!
Matthias

PS: ist das ein kleiner Vorgeschmack auf Euren nächsten Bericht?

http://img36.imageshack.us/img36/5642/oceansidekompr.jpg

http://img802.imageshack.us/img802/9231/dsc01022verbessertkompr.jpg

Schade

geschrieben von: Dieter Buddrus

Datum: 02.06.11 17:21

aber leider sehe ich in Deinem Beitrag auch nach 3 Minuten Wartezeit nichts weiter als rote Kreuzchen - und leider keine Bilder.

Fernweh

geschrieben von: kcp

Datum: 03.06.11 13:01

Wie immer, ganz tolle Bilder.

Gerne mehr davon ;-)
Charly

Re: Schade

geschrieben von: Nil

Datum: 05.06.11 11:59

Hoi,

der Server wo die Bilder drauf liegen ist leider aktuell etwas häufig nicht erreichbar. Sollten die Bilder mal nicht angezeigt werden einfach später nochmal probieren, dann sollte es klappen.

@bahnmatti

Ja .. in etwa so haben wir uns das vorgestellt. Gekommen ist es leider etwas anders.

Danke für die Kommentare!

En Gruess
Nil

Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...