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Grüezi,
Jan hat vorgelegt, ich schlaufle mal die imaginäre Kohle nach … wobei das Bild der Dampflok erst im nächsten Teil von Jan kommt ;)

Teil1 : [www.drehscheibe-foren.de]

Nun viel Spass:




Sonntag 10.04.11 - Jablanica

Ein merkwürdiger Tag geht zu Ende, ein Tag mit einem erstaunlich hohem "Spielstand" am Schluss. Wie kommt das? Eigentlich gingen wir auch wegen der Streckensperre von sehr wenig Verkehr aus, morgens rollt der Schnellzug von Ploce nach Zagreb noch durch das Neretvatal, dann ist bis um 21 Uhr Schluss, ab Konjic gibt es immerhin noch ein Nahverkehrszugpaar ... sind in der Summe also eigentlich nur gerade mal 3 Züge mit denen wir gerechnet haben. Güterverkehr, gibt es zwar ... aber wann, und so rechneten wir überhaupt nicht damit. Da rechneten wir eher mal noch mit einem Bauzug irgendwann, der vielleicht irgendwohin überführt wird.
Der Tag begann wieder mal früh, "schon" um 4tel nach 7 ging es aus den Federn und zum Frühstück, welches nicht schlecht, aber auch nicht überragend war. Die Sonne lachte ins Hotel und um kurz vor 8 kamen wir raus. Wir wollten für den Schnellzug irgendwo in der Gegend stehen ... weit kamen wir nicht, schon an der grossen Brücke hinter dem Ort blieben wir hängen – sie war schon voll in der Sonne. Nach einem kleinen Verfahrer in einem Wohnquartier fanden wir die ideale Strasse auf der man auch gleich schon für das Foto stehen konnte. Die Warterei ging dann nachdem wir unseren Standort bezogen hatten los, dass die Planzeit ohne Zug verstrich war schon fast klar und auf einmal begann ich zu zweifeln, ob das überhaupt klappt, Baustelle und so?! Irgendwann kam dann einem blauen Pulli in meine Richtung gelaufen und ich sah schon Jan, „er kommt zurück und wir können die ganze Übung abblasen“. Er war es aber nicht, zum Glück ;)
Etwa 30min nach der Planzeit, irgendjemand hatte inzwischen den Wind angeschaltet und mir deshalb die Spiegelung der Brücke im Wasser kaputt gemacht, kam dann der Zug. Eine astreine Garnitur, weisse Lok, ein grün/grauer HZ Wagen, ein sauberer ZRS und ein sauberer ZFBH Wagen - eine Freude.

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Der erste und einzige Personenzug welcher das Neretvatal in Richtung Sarajevo durchquert war der Schnellzug 396 von Ploce nach Zagreb. Er sollte um 8:45 in Jablanica sein, wo sich auch diese mächtige Brücke über die Neretva befindet. Der Zug kam mit knapp 30min Verspätung und mit einer schönen Garnitur aus je einem Wagen der HZ, ZFHB und ZRS.

Jan kam dann kurz nach der Zugfahrt zurück zum Auto gelaufen und wir fuhren los, wir wollten den Zug noch ein zweites mal hinter dem Ivan Pass erlegen, Jan meinte, dass das Zeitlich zu schaffen sei. Ohne gross zu eilen fuhren wir dann durch Konjic und auf der Strasse den Iwanpass hoch. Da sah ich dann das erste mal mit meinen Augen das "Ausmass" der Kehren bei Ovcari. In 3 Stufen geht es da mit der Bahn bergauf, aber viel weitläufiger als da am Gotthard, schon eindrücklich wie man überall ein bisschen Bahn sieht - wie auf der Modellbahn.
Auf den Pass kamen wir recht zügig, die Strasse ist konsequent dreispurig und so können Schleicher immer ohne Probleme überholt werden (und davon gibt es genug). Auf der anderen Seite des Passes fuhren wir wieder runter (irgendwie logisch, nichtwahr?) und trafen nach ein paar Kilometern wieder auf die Bahn. Der Aufstieg der Bahn auf dieser Seite ist vergleichsweise unspektakulär, dafür kann man mehr "klassisch" Umsetzen. Um Tarcin rum gibt es total 4 grosse Viadukte die man alle irgendwie machen kann, von der Strasse aus zumindest.
Wir stellten uns ganz ans Ende einer kleinen Hochfläche in die nähe eines Friedhofs und warteten. Wir warteten so lange bis wir irgendwann das obligatorische zweifeln bekamen, ist der Zug wirklich noch nicht durch? Den ausser dem 33er Bus welcher zwei mal vorbei fuhr, bewegte sich kein ÖVPNV Rad.
Etwa nach 20min warten kam dann der Zug hinten auf dem ersten Viadukt angefahren und wir schossen ihn am Schluss auf 3 verschiedenen Viadukten. Es sind alles Betonviadukte, aber recht ansehnliche, Tito hat sich damals mühe gegeben ;)

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Bei Tarçin überquert die Bahn am Nordhang gelegen mehrere Viadukte ... hier Zug 396 auf dem ersten und zugleich grössten Viadukt der Serie.

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Nr. 2

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Und das letzte der 3 Viadukte ... schon praktisch so ein Punkt mit mehreren Auslösepunkten.

Der Zug war durch und wir fielen etwas in ein Loch, als nächstes erwarteten wir einen Bummelzug von Konjic nach Sarajevo um etwa 12 Uhr, die Uhr zeigte nachdem wir das letzte Foto gemacht hatten etwa halb 11. Da dies mit den Nordostfahrer (das ist in etwa die Richtung die die Strecke nimmt) um die Mittagszeit etwas schwierig ist blieb uns am Schluss eigentlich nur eine mögliche Stelle gleich in der nähe. Die war aber gar nicht schlecht, am Ende eines Wegs welches durch ein "Ort" führte (die Orte sind ja eher zerstreute Häuser um eine Strasse herum) parkten wir und liefen die 100m bis zur Stelle. Die Sonne war zwar noch nicht wirklich ganz rum, aber in den 90min kann ja werden, was noch nicht ist.
Ich legte mich ins Gras, stöpselte meine Musik rein und genoss die Sonne mit dem kühlen Lüftchen welcher über das Feld zog. Ohne den Wind wäre es vermutlich etwas unangenehm warm gewesen, aber wir konnten nicht klagen. Wie ich da so im Gras lag sahen wir gaaanz hinten auf dem grössten der Viadukte auf einmal ein Güterzug in unsere Richtung fahren. Weisse Lok mit einer dunklen Schlange E-Wagen hinten dran. Wir positionierten uns über das Tunnelportal um das fehlende Seitenlicht etwas zu umgehend und schossen den Zug als er 10min später bei uns war auf die Nase. Ok .. ein Güterzug, nicht schlecht!

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Die einzige Stelle nördlich vom Ivanpass wo die Strecke nach etwas Süden dreht und so auch um die Mittagszeit Fotos von Zügen nach Sarajevo erlaubt ist bei Tarçin. Hier legt sich eine 441 mit ein paar mit Kohle gefüllten E-Wagen in die Kurve und verschwindet gleich in den unter uns liegenden Tunnel.

Die Planzeit für den Regio kam dann immer näher, und als sie noch nicht ganz da war kam wieder ein Zug über die Brücke. Hm! Diesmal war ihm eine grauslige grüne GM vorgespannt, aber auch er kam in der Kurve und auch er wurde geschossen, 2:0 ;). Die Planzeit für den Regio war dann da und anstatt der kam ... der nächste Güterzug, wieder eine weisse Lok mit E-Wagen ... 3:0!

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Anstatt einem erwarteten Regio von Konjic nach Sarajevo kam zur Mittagszeit etwa in der Regiotrasse noch ein E-Wagen Zug mit einer 441 bei Tarcin durchgerollt.

Nur der Regio fehlte, dafür kamen dann einmal ein Güterzug von hinten aus dem Tunnel geschlichen und kurz bevor wir gehen wollten ein zweiter, dieser hatte zwar GM Nachschub, war aber zu lange für die Stelle. 3:2. Schade am letzten Zug war, dass es der Fotogenste Zug des morgens war, mit Zementwagen vorne und Schotterwagen hinten drin. Janu!
Aber irgendwie waren wir über die Zugdichte doch sehr überrascht. Wir rechneten mit gar keinen Güterzügen, dass die uns jetzt um die Ohren fahren war so nicht wirklich erwartet... nicht dass es uns stört, im Gegenteil! Die Stelle hatten wir nun wirklich gesehen, der Regio kam irgendwie auch nicht und wir wollten weg. In die Kehren hinterm Ivan, soweit kamen wir aber nicht. Irgendwo auf der Strasse hinter Tarcin überfuhren wir schon den nächsten Zug mit E-Wagen gen Sarajevo. Da war sie also noch, die Möglichkeit den Tunnel wo wir die ganze Seite sassen auf der anderen Seite anzuschauen - den das sollte die letzte Ecke mit Frontlicht sein. Dumm nur, dass da überhaupt nichts geht um die Zeit, und so nutzten wir die allerletzte Möglichkeit hinter Pazaric (dem Ort hinterm Tunnel) ehe die Bahn komplett aus dem Licht drehte für ein Notschuss. Die Lok wäre super frisch Lackiert gewesen, nur das Bild taugt nicht viel ;).

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Hinter Pazaric gelang das erste Foto von 441 912 in diesem Urlaub. Die Lok ist wie aus dem Ei gepellt, kein Mückenschiss auf der Nase! Der Notschuss war nötig weil uns der Zug beim Stellenwechsel überraschte.

Nach dem Bild fuhren wir noch kurz zum Bahnhof von Pazaric um zu fragen was geht, und um ihn anzuschauen. Das Resultat war zwiespältig, der Bahnhof ist zwar nett, aber Info bekamen wir nicht die gewünschte, wir wurden nur über die nächsten Personenzüge informiert. Vor dem Bahnhof stand noch eine ältere Frau im Schatten welche vom Stellwerker bei unserem gehen über irgendetwas informiert wurde worüber sie nicht sonderlich erfreut war. Wartete die wohl auf den Regio der noch immer nicht gekommen ist? ;)
Wir waren dann fertig und wollten nun aber endgültig mal wieder über den Ivan drüber ... oder doch nicht? So sicher waren wir uns nicht, den irgendetwas in uns (oder mir) drin sagte, da kommen jetzt dann mal Züge in Richtung Konjic, nachdem schon ne ganze Menge von da kam. Für Züge in diese Richtung hatten wir noch eine Idee; am grossen Betonviadukt konnte man vielleicht auch etwas von hinten machen? Diese Idee erliefen wir uns dann mal, sehr zu unserem bedauern ohne Erfolg. Von unten sah das alles irgendwie möglicher aus, im Weg waren im Schluss Bäume, Bäume und Bäume. Ein eher nicht so genutzter Trampelpfad hätte uns zwar vielleicht ans Ziel führen können, der Respekt vor den Minen war dann aber doch zu gross.
So war dann der ganze (beschwerliche ;)) Aufstieg für nichts, oder doch für ein bisschen etwas? Beim runtergehen meinte ich eine Tröte gehört zu haben, dass meinten wir heute zwar schon öfters ohne dass dann ein Zug kam, aber wir warteten kurz. Und tatsächlich kam nach wenigen Minuten ein Zug hoch gen Ivan gefahren, genau so wie wir ihn eigentlich wollten! Wir schossen ihm dann voll auf die Nase vom Tunnelportal aus, dass war das einzige was irgendwie ging.

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Das grosse Viadukt vor dem Bahnhof Rastelica kann man auch von oben aufnehmen. Eine 441 907 mit einem E-Wagen Zug unterwegs in Richtung Konjic.

Mit der Idee im Hinterkopf den Zug vielleicht noch mal irgendwo machen zu können liefen wir zum Auto zurück und überquerten nun endlich diesen Ivanpass zum zweiten mal an diesem Tag. Wir kamen aber nicht wirklich runter, denn im Bahnhof von Bardina war gerade Rush-Hour. Nebst der einer Person welche wir ebenfalls als Fahrgast für den Regio identifizierten waren noch ein paar ZFBHler da, und total 3 Loks! Es stand drin, der Zug den wir vorhin auf der Brücke sahen, ein E-Wagen Zug ohne Lok und einer mit einer Zug- und einer Schublok. Das Licht war zwar gerade in der Achse, aber wenn man schon mal da ist...
Wir haben uns das OK vom Chef de la Gare geben lassen und Fotografierten dann die Szene. Erst fuhr "unser" Zug runter, wir schossen in im Bahnhof drin neben der Schublok.

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Der Bahnhof von Bardina ist der höchste Bahnhof der Strecke über den Ivan Pass. Es kreuzt Lok 907 mit Lok 403, welche als Schublok einen vollen Zug von Konjic her einen Zug den Pass hinauf befördert hat.

Dann fuhr der Zug mit der Zuglok dran in den Passtunnel rein, gefolgt von der Schublok welche sich ihrerseits an die E-Wagen stellte welche keine Lok dran hatte. Eine spannende Situation, ob der Betrieb immer so funktioniert? Wir nahmen mal an, dass die beiden Loks welche jetzt jeweils mit einem Zug gen Sarajevo fahren beide beide Zugteile zusammen hoch gefahren haben --- aufwändig!
Als der Bahnhof dann fast leer war gingen auch wir wieder, wir wollten "unserem" Zug mal hinterher und schauen, bis wohin er fährt, ob er dann wirklich nur nach Konjic, oder ob er weiter fährt, vielleicht ganz durch? Wir waren natürlich viel schneller als er unten im Talboden und so stellten wir uns an eine .. Naja, stelle mal hin. Der Zug war nach 5min dann das erste mal zu sehen auf der obersten Ebene, der schlich also gewaltig langsam runter. Ewig später erst kam er dann durch die zweite Ebene und bei uns durchgefahren.
Konjic nächster Halt, unser erster Anlaufpunkt war der Bahnhof, ein Bahnhof von Welt! Im Vergleich zu Doboj aber z.B ein Loch, grauenhaft. Was da stand war aber mehrmals eine Überraschung, einmal standen da zwei ZFBH Wagen, welche wir als Regio identifizierten, fuhr der also doch nicht? Zweite Überraschung, da stand "unser" Zug noch drin, mit der aufgebügelten Lok noch am Südende, er sah so aus als ob er jeden Moment weiterfahren könnte. Da fackelten wir nicht lange und versuchten mal den Stationsvorsteher zu fragen, wohin der Zug fährt. Wieder verstand man uns nicht richtig und sagte uns ganz begeistert irgendetwas was wir nicht verstanden ... ;)
Wir hielten uns dann einfach mal an einem Strohhalm Hoffnung fest und fuhren in Richtung Jablanica, zur Brücke bei Celebici. Da stellten wir uns zu drei Häusern, erst dachten wir die seien verlassen, der Zustand war nicht unbedingt wahnsinnig gut und einige Fenster waren nicht mehr ganz "voll". Doch wir täuschten uns, kurz nach unserer Ankunft streckte ein Junge gwundrig seinen Kopf um die Ecke, ausser dumm angeschaut hat er uns aber nicht. Eisenbahnfotografen hat er wohl noch nie gesehen, obwohl er an einem Top Motiv wohnt ;)
Wir warteten dann im Schatten und erwarteten den Zug in Bälde. Als er aber nicht auftauchen wollte begann wieder dieses normale zweifeln, verpasst, oder nicht? Als dann wenig später ein Zug von hinten über die Brücke rollte schöpften wir neue Hoffnung --> dann kommt der andere bestimmt sobald der in Konjic ist. Tat er aber nicht, obwohl wir mehrmals meinte ein klares tröten zu hören. Vielleicht trötete auch wirklich etwas, denn um 16:20 rollte erneut ein Zug von hinten über die Brücke, diesmal mit einer sauberen roten ZFBH Maschine. Das ärgerte uns nun aber doch ziemlich, kann man die Züge nach Konjic doch mindestens so schön umsetzen, wenn nicht schöner, dafür müsste man aber 400m weiter vorne stehen. Es war uns dann zu blöd, veräppeln lassen müssen wir uns nicht! So fuhren wir nochmal zurück nach Konjic um zu schauen was so läuft.
Es lief nicht viel, es standen die beiden vollen Züge drin, der leere hinten war noch immer genau so zu sehen, die Lok stand auch noch dran. Als sich dann 2 mal 2 Beine und Füsse auf den Weg zur Lok machten (sah man unter den Wagen hindurch) glaubten wir schon an eine Zugfahrt nach Jablanica, wir liefen deshalb zum Auto zurück und stellten uns Ausgangs Konjic an der Strasse so hin, dass man sieht, was genau geschieht. Wir sahen dann die Lok kommen, alleine ... und sie setzte sich hinten an einen der wartenden Kohlezüge. Klar .. da geht’s gleich hoch! Das machten wir dem Zug gleich und fuhren mal nach Ovcari in die Kehren. Wohin genau war nicht klar, wir sahen einen Weg von unten den wir eigentlich erreichen wollten, wir bogen aber irgendwo falsch ab und verendeten auf der Strasse vor ein paar Häusern. Da wir aber Zeitgleich mit dem Zug Konjic verliessen blieb keine Zeit mehr für grossartige Manöver - auch wenn wir ziemlich genau wussten, welchen Weg wir hätten nehmen müssen.
Am uns gegenüberliegenden Hang, dass sah man schon von weitem, loderte ein rechter Waldbrand. Dichter rauch stieg zum Himmel und immer mal wieder zischten die Flammen Meterhoch aus dem Rauch hinaus ... der Rauch war aber zum Glück nur bedingt im weg, ausserdem, wer hat schon mal einen Waldbrand mit Zug fotografiert?
Wir standen echt keine Minute an der Stelle da entdeckten uns die Kiddys vom Quartier und es war fertig mit ruhigem warten. Ich lenkte dann meine Konzentration etwas auf die Kiddys und versuchte sie etwas zu unterhalten, was nicht so recht gelang. Ausser laut waren die nicht wahnsinnig viel ;). Jan hat sich gekonnt aus dem Staub gemacht und sich eine etwas bessere Position gesucht, da ich ihn mit den Kiddys in ruhe lassen wollten (die wären mir 100% nachgelaufen) blieb ich auf der Strasse stehen und verdaddelte dafür die durchfahrt des Zuges in der mittleren Ebene gewaltig. Jan stand da einiges besser ... Für das Foto der obersten Ebene war mir aber dann Jans Ruhe nicht wichtig genug, so bin ich zu ihm hochgelaufen und hab die Kinder dann halt im Schlepptau "mitgenommen", war ja nur für ein paar Minuten.

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Eine rote Lok im alten ZHFB Lack taucht ein letztes mal mit ihrem Zug in der obersten Ebene von Ovcari auf.

Als der Zug auch die oberste Ebene passiert hatte liefen wir zum Auto zurück und überliessen die Kinder der abendlichen Langeweile, ohne Touristen die kein Wort verstehen. Wir hatten es mal wieder etwas eilig, den im Bahnhof Ovcari auf der anderen Talseite stand ein Zug nach Konjic welcher mit "unserem" gekreuzt hat. So wollten wir in Konjic schauen, ob der dann vielleicht weiter fährt, und vor allem was dran war.
In Konjic stellten wir uns direkt wieder am Ortsausgang an die Strasse, bereit um zur Brücke bei Celebici vorzufahren wenn der Zug kommt. Angekommen mit dem Zug war ist eine normale Asea Kiste mit einer GM hinten, was folgte war ein "normaler brauner" Kohlezug. Man war gerade am Rangieren als wir eingetroffen sind, die GM wurde rausgenommen und wir meinten gesehen zu haben, wie die hinter den Wagen verschwindet und dafür die E-Lok wieder an die Wagen geht. Dann kommt der jetzt aber gleich bei der Brücke?

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Direkt an der Bahnhofsausfahrt von Konjic sind diese beiden Loks am Rangieren. Beide kamen mit einem leeren Zug über den Pass, die 441 vorne, die 661 hinten.

Wir fuhren wieder hin und warteten bei den 3 "verlassenen" Häusern. Wieder beobachtet von Bewohnern, welche es vermutlich noch komischer fanden, dass die zwei jetzt auf einmal wieder kommen.
Wir waren noch nicht lange da, da kam ein Zug, sogar von vorne. Aber leider war es nicht der Kohlezug sondern die GM, solo. Hä? Folgt der Kohlezug dann gleich? Beim nachdenken kam ich dann drauf, dass ich nicht garantieren würde, dass die E-Lok an den Zug rangiert hat den sie gebracht hat, sondern vielleicht an einen der zur Abfahrt gen Berg bereit stand? So muss es wohl gewesen sein, denn auch in den nächsten Minuten und Stunden kam kein Zug aus der Richtung. Wir verschoben uns dann mal etwas in weiter Konjic, mit Blick auf die Brücke für Züge nach Konjic. Die Strecke von Konjic hatten wir aber im Blick und zur Not wäre mit einer kleinen Hetzerei wohl ein Bild so eines Zuges möglich.
Es kam aber auch da nichts und langsam senkte sich die Sonne um kurz vor 19 Uhr in die Berge hinein und warf einen Schatten über das Land. Es war Zeit zu gehen ...
Der Tag war erfolgreich, sehr erfolgreich wenn man Ausbeute mit Erwartungen vergleicht. Zufrieden fuhren wir zurück nach Jablanica und schauten uns unterwegs noch ein paar Stellen an, wir waren noch aktiv auf der Suche für Stellen zum Schnellzug am morgen.

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Die Bahnbrücke ist hinten noch zu erkennen, der Blick fällt auf auf den Stausee und Celebici.

Im Bahnhof von Celebici sichteten wir noch den Zug der uns als erstes in den Rücken gefahren war am Vormittag, das bestätigte dann doch unsere These, dass kein Verkehr durch die Schlucht stattfindet und einfach die Bahnhöfe bis Jablanica "gefüllt" werden um die Züge dann in der Nacht abzufahren. So auch in die Gegenrichtung, es werden die Bahnhöfe ab Jablanica gefüllt mit Zügen - am Tag wird das ganze dann abgefahren über den Ivanpass, das beschert uns zur Zeit wohl mehr Verkehr als im Normalbetrieb?
Der Bahnhof von Jablanica war unser letzter Anlaufpunkt für diesen Tag, es stand ein Bauzug drin mit einer angekuppelten 740 der Tschechen (Kofferradio). Der Bahnhof ansonsten ist nicht viel, ich musste sogar ziemlich lange überlegen bis mir ein Bahnhofsgebäude in den Sinn kam welches noch hässlicher ist, als dieses hier in Jablanica. Resultat, es kam mir keines in den Sinn, wenn man die Bude am Haltepunkt von Fushlot im Kosovo mal nicht dazu zählen will ;).
Zurück im Hotel machten wir uns erst etwas frisch und gingen dann zum Essen, anstatt einem Haufen Fleisch wo man erst arbeiten musste um etwas zu bekommen bestellten wir heute Fleisch "am Stück", ohne Knochen oder so drin ;) War lecker ... genau so wie das Bier auch wieder.
Der Abschluss des Abends ist ziemlich gemütlich, wir schauen gleich ein paar Bilder an und gehen dann vermutlich zeitig ins Bett.




Montag 11.04.2011 - Jablanica

Der heutige Tag begann da, wo der gestrige aufgehört hat. Am Bahnhof von Jablanica. Davor lag natürlich noch das Frühstück, heute mit Eggs and Hamm sowie Kaffe.
Vom Wetter waren wir positiv überrascht, es sah echt gut aus für das, dass die Prognosen für den Vormittag nicht unbedingt optimistisch waren. In Richtung vom Nevrata Tal sah alles ziemlich blau aus, nur in Richtung Pass waren ein paar Wolken. So fuhren wir einfach am Hotel mal rechts durch Jablanica zum Tal. Am Bahnhof wollten wir dann einfach kurz schauen, ob etwas da steht, vielleicht noch der Hobel von gestern?, und bogen rein. Tatsächlich stand voll in der Sonne sowohl ein voller Kohlezug, welcher in der Nacht nach Jablanica gekarrt wurde, als auch das Kofferradio.

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740 724, eine Tschechisches Kofferradio, steht im Bahnhof von Jablanica.

Das nächste war dann das Tal, für den Schnellzug nach Zagreb, der soll ja fahren. Im System der HZ haben wir uns das noch kurz bestätigt, nicht dass da wegen Waldbrand oder so auf einmal nichts mehr fährt. Die Sonne war im Tal drin noch nicht überall über die Berge, aber wir fanden zwei Stellen die ziemlich nett sind, erstere von einer Strassenbrücke runter, die andere kurz vor dem Talausgang bei Jablanica.
An der ersten Stelle, etwa 10km entfernt von Jablanica kam der Zug dann gut im Licht, nach vielleicht 20min warten. Die Garnitur war wie gestern schon sauber und schön anzusehen, nur der 1 Klasse Anteil war diesmal exponentiell höher, anstatt nur ein halber Wagen waren es gleich 1 1/2 Wagen. Ob man dann dafür auch wirklich überall ein 1 Klasse Ticket benötigt?
Etwas in eile fuhren wir dem Zug gleich hinterher an die zweite Stelle kurz vor dem Talsausgang. Der Stress wäre nicht nötig gewesen, wir warteten an der neuen Stelle dann sicher nochmal 5min bis der Zug kam, es ist auch ein gegurke da im Tal drin!

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Schnellzug 396, welcher in Neretva Tal trotzdem alle Bahnhöfe und Haltestellen bedient rollt über die Brücke bei Dreznica.

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Kurz vor Jablanica gibt es diesen Blick über die Neretva. Es zeigt sehr eindrücklich das Bergpanorama im Tal.

Der Zug war zweimal im Kasten, und es folgte der dritte Streich. Trotz gewisser bedenken was das Wetter anbelangte fuhren wir in Richtung Ivanpass, dem Schnellzug hinterher. Unterwegs sahen wir dann, dass im Bahnhof von Ostrozac nochmal ein Zug stand ohne Lok, im Bahnhof von Celebic dafür nicht ... sollten wir heute also etwas weniger Verkehr erwarten können als gestern?
Kurz vor Konjic holten wir den Schnellzug wieder ein und rollten paralell mit ihm aus dem Ort hinaus. Es war dann wirkich Zufall das wir beim Viadukt bei Podorasac genau mit dem Zug erreichten - so gab es immerhin noch ein Spassbild durch die Frontscheibe - aber der ganze Zug ist auf dem Bild ;) Über den Ivan nahmen wir dem Zug natürlich ordentlich Zeit ab, sogar soviel das wir auf den nächsten Zug aufliefen. Da um die Berge herum noch etwas Gewölk war fuhren wir zum Bahnhof von Pazaric weiter, den hatten wir uns gestern noch vorgemerkt. Und da an der Einfahrt sahen wir noch den @#$%& eines E-Wagen Zuges welcher vor dem Signal stand. Wir waren zum Glück vor ihm am Bahnhof und postierten uns an die Einfahrt nachdem wir vom Chef das Ok bekommen haben.
Der Zug stand an der Einfahrt da, wie von uns schon vermutet, gekreuzt wurde, leider nur mit einem kleinen Bauhobel ... aber was will man auch.
Als der drin stand kam dann der Zug, und davor war die Lok 912, die schönste Lok überhaupt im ganzen Land. Kein Mückenschiss auf der Front, frisch lackiert, vermutlich keine Woche alt. Der Zug fuhr rein, es wurden irgendwelche Befehle übergeben und dann gings auch schon weiter.

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Im Bahnhof von Pazaric wollten wir eigentlich den Schnellzug nochmal schiessen, liefen aber auf einen vor ihm fahrenden Güterzug auf. Sehr zu unserer Freude war er mit 441 912 bespannt ... unserer absolute Lieblingslok.

Wir unsererseits fuhren auch noch ein bisschen weiter um zu schauen, ob man für den Schnellzug der ja noch fällig war an der Ausfahrt stehen kan. Das Ergebnis war negativ und so standen wir wenig später wieder an der Einfahrt und warteten. Relativ zügig kam dann der Personenzug rein, es fand ein (reger) Fahrgastwechsel statt und er fuhr weiter.

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Auch diesem Zug wurde ein Schriftlicher Befehl mit auf den Weg gegeben.

Und wir? Wohin nun? Zurück über den Ivan? Am Bahnhof von Rastelica wollten wir vorbei schauen, das sah von unten ganz Fotogen aus, ausserdem waren wir aktiv auf der Suche nach einer Stelle für den Putniki nach Sarajevo um die Mittagszeit. Der Bahnhof war ... nicht so nett wie erhofft, weder für jetzt noch für später. Aber kurz nachfragen ob ein Zug kommt können wir ja, bevor wir über den Ivan fahren. Wi wurden zwar wieder nicht verstanden, sprachlich, aber er merkte was wir meinten und gab uns zu verstehen, dass in etwa 10min in seinem Bahnhof eine Kreuzung stattfindet, ein Teretni Vlak nach Sarajevo und eine "Maschina" nach Konjic. 10min, das sollte also locker reichen um an einem der Viadukte quer zu knallen. Gesagt getan, am mittleren Viadukt bei Smucka nahmen wir sowohl die Machina, ein alleinfahreder Bauzug, wie auch den Güterzug, welcher erfreulicherweise nicht nur aus schwarzen E-Wagen bestand.

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Eine 441 am Viadukt bei Tarçin rollt Sarajevo entgegen.

Jetzt aber über den Ivan? Ja! Doch wieder schafften wir es nicht (man kennt es langsam ;)), den vor dem Portal bei Rastelica zog eine Schlange E-Wagen vorbei gen Sarajevo. Da wir die Lok nicht sahen und man ja nie wissen kann fuhren wir hinterher, zur Sicherheit. Das Viadukt von Tarcin fehlte uns eh noch und wir wollten da hin. Gelohnt hat es sich leider nicht wirklich, so das der Zug den wir da schossen auch nicht als Plus Punkt in die Statisik einfliessen konnte. Das Problem waren die Hausdächer die unter der Brücke waren und uns im Bild standen ... ausserdem war nur eine grüne GM am Zug.
Der Regio war dann das nächste, den Plan über den Ivan zu fahren verabschiedeten wir erstmal, zugunsten des Viadukts bei Smucka wo man quer knallen konnte von einer Wiese aus, ausserdem war uns mal nach nichtstun zumute, immer dieser Stress ;) Im Schmucken Ort (hihi) parkten wir und liefen die Wiese hoch, da legten wir uns dann in die Sonn, mer mit der befürchtung von hinten "aufgerollt" zu werden von einem Güterzug.
Irgendwie tat sich aber nicht viel in der Stunde und auch der Regio tauchte nicht auf, zur Planzeit nicht und auch die Minuten danach nicht. Wir wollten ihr schon fahren lassen und runter gehen als genau in dem Moment wo wir den ersten Fuss bewegt haben die Lok im Wald vor uns durchschimmerte. Immerhin kam er noch, nur mit dem Licht war es so eine Sache.Es war 12 Uhr und 30 Minuten.

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Der Regiotrümmer von Konjic nach Sarajevo fuhr an diesem Tag, bespannt mit einer 441 überquert er das mittlere Viadukt bei Tarçin.

Und JETZT aber endlich über den Ivan? JA! Wir mussten uns endlich mal noch die Stellen anschauen in den Kehren drin, sonst kommen wir dazu nie mehr. Der erste Blick galt dem Bahnhof von Bardina, der war aber leer. Dann war der Bahnhof von Stari Grad dran, der aber nicht ganz so einfach zu finden war. Auf einer Karte die Jan einstecken hatte war da eine Strasse hin, ob es die wirklich gibt oder nicht, befahrbar? Der erste Versuch scheiterte, war aber nicht weiter verwunderlich ... wir waren auch noch im falschen Ort ;) Der zweite Versuch war dann gar nicht schlecht, die Strasse war auch wirklich eine Strasse, mit Asphalt und so, nicht breit, aber fein zu fahren. Unterwegs fanden wir eine Stelle für Bergfahrer am Vormittag welche wir uns notierten für den Personenzug morgen. Der Bahnhof von Grad selber ist ... nicht so schlecht, aber auch nicht übermässig. Der Blick von der Strasse ist Klasse, ein Ausblick in die weite Landschaft und teilweise auf die Bahn, nur etwas machen kann man nie. So wendente wir irgendwo weit oben und fuhren zurück. Aufgeschreckt durch ein häulen im Tal stellten wir uns dann und schossen einen Bergfahrer auf einer Brücke unter uns, zwar komplett im Gegenlicht, aber vielleicht geht es ja als Kunst durch?

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Hinter den Ebenen bei Ovcari folgt geht es ähnlich spektakulär weiter. Kurz vor dem Bahnhof Stari Grad muss die Bahn ein Tal ausfahren. Hier befindet sich ein E-Wagen Zug Bergwärts, eine weisse 441 schiebt.

Als wir wieder unten waren hatten wir einen Termin mit der Brücke von Celebici, die muss mal klappen! Als erstes sind wir gleich zum Bahnhofheini gefahren und haben ihn gefragt, was Sache ist. Wieder wurden wir verstanden und er kritzelte irgend eine Zeit auf ein Papier, man konnte es als 4 und 2 identifizieren, also irgendetwas mit 16 Uhr wohl? Passte ja ganz gut, war aber erst in zwei Stunden ... hm, und nun? Es stand eigentlich nur warten oder Ovcari zur Debatte. Da wir den Zug auf der Brücke aber nicht verdaddeln wollten, und der ja auch zu früh kommen könnte, blieben wir vor Ort. Wieder an der Einfahrt von gestern standen wir dann in der Sonne, im Sonne und warteten einfach mal, auch wenn es überhaupt kein schöner Platz zum warten war. Etwas "Action" kam nur rein, als irgendwo über uns ein Schlauch platzte und das Wasser die einfahrt runter floss ;)

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Beim warten auf einen Zug kam ein alter Österreichischer Postbus vorbei ;)

Wir warteten eigentlich nur für einen Zug nach Konjic, von der Gegenrichtung hat der im Bahnhof ja nichts gesagt, deshalb schauten wir auch nicht speziell dafür. Um etwa 15:30 dann aber erblickten wir auf einmal ein Zug von Konjic, welcher schon fast auf unserer Höhe war. Zum Glück reagierten wir schnell genug und versuchten die "Verfolgung" bis zur Brücke, auch wenn die vielleichtnur 500m weiter vor uns lag. Jan zeigt dann mal was man aus dem Focus alles heraus holen kann. Zum Glück wurde der Zug direkt vor dem Viadukt arg langsam so reichte es uns gerade so ... die Leute in den Häusern, welche uns wohl gestern schon für komisch hielten erklärten uns nach dieser Aktion wohl für vollends krank im Kopf ;)

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Celebici, doch noch ein Zug auf der Brücke. Die hintere Lok des Päärchens ist unsere 912 ;)

Wir waren aber zufrieden, denn der Zug war nett, eine Doppeltarktion, mit Lok 912, und nicht E-Wagen dahinter ;) Dass diese beiden Loks den Zug auf den wir warteten abholen wollten war klar, nur die Frage war, reicht es Zeitlich? Wir setzten unsere Deadline immer weiter nach hinten, erst war sie mal 16 Uhr, am Schluss 16:30, da lagen dann aber die 3 Murphy Minuten nicht mehr drin. Es drückte der Regio, welcher um 16:45 ungefähr auf den Viadukten um Ovicani sein sollte. In der Zeit kam natürlich kein Zug, hätte uns auch erstaunt und wieder konnten wir die Stelle nicht als abgehackt in den Büchern vermerken.
Für den Regio hinter Konjic bei Ovicani waren wir dann gut dran, wir standen um 20vor an der Stelle und warteten mit der Kamera im Anschlag auf den Zug. Anders ging das leider nicht, da für das Viadukt auf der obersten Ebene keinerlei Vorwahrnung bestand. Mit den üblichen etwa 5min Verspätung kam der Zug dann erst durch die oberste Eben und dann durch die mittlere. Und dann mussten wir uns verschieben, wir wollten auf der untersten Ebene, also vor uns im Ort, noch etwas versuchen. Eine Stelle für Wili Winkel, wie Jan sagen würde, war das zwar, aber das Panorama war natürlich klasse.

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Der Regio aus Sarajevo kommt zurück, bei Ovčari auf der obersten Ebene. Unten noch zu sehen den Bahnhof.

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Der Regio als Bastelbild in der obersten und mittleren Ebene.

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Und endlich mal eine Übersicht. Alle 3 Ebene im Bild.

Dann waren wir bereit für die letzten Schandtaten des Tages, wir wollten wieder oberhalb von Ovcari stehen (da mit die Kinders), diesmal aber weiter oben. Der Weg den wir schon gestern gesehen, aber nicht probiert hatten, fanden wir ohne Mühe. Er war knapp befahrbar und so gewannen wir einfach etwas an Höhe und waren am Schluss ungefähr auf der höhe der mittleren Ebene wo auch der Bahnhof drin liegt. Die Waldbrände welche gestern noch dicke Rauchwolken in das Tal geblasen haben waren heute komplett weg, nur schwarz / graue Bäume liessen sie zurück.
Wir stellten uns dann auf den Weg und warteten mal. Erst kam eine leerfahrende Lok runter, die im Bahnhof aber stehen blieb. Dann kam anstatt der Regio erst ein Güterzug hoch, nahmen wir natürklich dankend mit, vor allem mit der schiebenen Lok 912 ;). Es folgte im Block dahinter der Regio nach Sarajevo, nur leicht verspätet.
Als wir diese beiden Züge hatten waren wir eigentlich fertig, das Licht wurde auch immer diesiger, feiner Schleier, vielleicht auch "Müll" von den Waldbränden lag in der Luft und klaute uns zusehends das Abendlicht.

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Ein Güterzug Bergwärts durchquert Ovcari, noch zu sehen vor dem Bahnhofsgebäude eine leerfahrende Lok Talwärts. Übrigens, was hängt hinten am Zug? ;)

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Lok 912

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Der Regio auf dem Weg zurück nach Sarajevo. Gut zu sehen die Stellen wo gestern der Waldbrand gewütet hat.

Einfach um mal noch da gewesen zu sein heute fuhren bzw. liefen wir dann noch zum Bahnof von Ovcari, ohne wirklich etwas machen zu wollen, ausser der Situation anschauen für morgen Nachmittag. Also eigentlich müssen wir da nicht hin, aber bevor uns die Motive ausgehen ...
Kurz bevor wir wieder gehen wollten rauschte es über uns im Wald und Jan meinte treffend: "wir kriegen noch etwas zu tun". Es kam zurück, Lok 912 als Lokzug, die Kiste als Lokportrait, eine feine Sache. Die Lok strahlt auf dem Bild mit dem etwas diesigen Hintergrund richtig, Modellbahnmäsig.

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Der Knaller noch kurz vor Feierabend, Lok 912 kommt vom Schieben zurück und fährt zurück nach Konjic.

Wir waren dann fertig, liefen zum Auto und fuhren zurück nach Jablanica, diesmal ohne Umweg über den Bahnhof oder so, nein, einfach direkt ins Hotel. Abendessen stand auf dem Programm, Jan wollte es mit dem gegrillten Lamm nochmal probieren, das gäbe es aber heute nicht dafür DINGS, der Kellner klopfte sich an die Schulter und sagte etwas von "no bones". Das klang so lecker, dass auch ich mich anschloss. Es gab dann Saftbraten irgendwie aus dem Suppentopf, war lecker ...
In der Tanke über die Strasse besorgten wir uns eben noch ein paar Getränke und nachdem wir ein paar Bilder geschaut hatten liegen wir jetzt im Zimmer und ich schreib Berichte. Ein Erfolgreicher aber Chaotischer Tag war das mal wieder, bis auf die etwas miese Phase am frühen Nachmittag haben wir ja wieder ganz gut geräumt. Dieser Ivan Pass lohnt sich!




Das wärs, der nächste Teil kommt dann von Jan in ein paar Tagen.

En Gruess
Nil


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Leben und Leben lassen ...
Klasse! Danke für den tollen Bericht. Die Streckenführung durch das Gebirge ist ja einfach traumhaft. Und das alles mit wirklich guten Motiven, die man noch nie irgendwo gesehen hat. Ich freu mich schon auf den nächsten Teil!

Viele Grüße

Tobias


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Über sieben Brücken musst Du fahren!

geschrieben von: Niels

Datum: 27.04.11 13:21

Hallo Nil,

bist Du denn des Wahnsinns? Mein "Fernwehpegel" steigt mal wieder in ungeahnte Höhen. Und ich überlege ernsthaft Lottospieler zu werden, um mehr Reisegeld und -zeit zu gewinnen. So viele Reiseziele, wie Du uns hier Jahr für Jahr "schmackhaft" machst.

Insgesamt wieder ein ganz toller Bericht, aber der Drei-Brücken-Blick (oder sind's gar noch mehr?) ist ja der absolute Höhepunkt.

Gruß von Niels

< Fahrplan(ung) ist der Ersatz des Zufalls durch den menschgemachten Irrtum. >

Der Drehscheibe-Schienenblick: [www.drehscheibe-online.de] Für mich Inspiration und Ratgeber in Einem.

Genial! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 27.04.11 16:13

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen: [www.drehscheibe-online.de]
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Re: Genial! :-)

geschrieben von: baureihe218

Datum: 27.04.11 22:30

Hammermäßige Fotos!
- also wenn es einen Oscar für Streckenaufnahmen gäbe....)))))

Und jetzt weiß ich auch, was ich letztes Jahr alles verpasst habe. Konjic-Capljina sowieso, wegen dem blöden SEV, aber die Schleifen waren bei der Zugfahrt voll im Nebel. Hätte nie gedacht, dass das so spektakulär aussieht!

Und der SEV-Zirkus geht in diesem Jahr wohl weiter, weiß jemand zufällig wie lange???

Grüße

RS

Super

geschrieben von: wiesentäler

Datum: 27.04.11 22:40

Grüezi Nil,

danke für die super Bilder und den guten Bericht.

Als ich letztes Jahr mit dem Zug von Ploce nach Sarajevo fuhr, war ich auch über die Streckenlage enorm positiv überrascht. Diese Strecke sowie Belgrad-Bar brauchen sich vor Schweizer Alpenbahnen nicht verstecken!

En Gruess
de Wiesentäler

Bitte immer in Fahrtrichtung pfeifen

Re: Super

geschrieben von: Nil

Datum: 28.04.11 00:28

Hoi,

so ist es, beiden Strecken sind schon sehr aufwändig trassiert, da wirkt der Gotthard oder Albula wie "Kindergeburtstag". Fehlt nur noch der Verkehr wie am Gotthard oder Albula ... aber was noch nicht ist, kann ja noch werden, Stichwort Talgo?

@Niels
>>Insgesamt wieder ein ganz toller Bericht, aber der Drei-Brücken-Blick (oder sind's gar noch mehr?) ist ja der absolute Höhepunkt.

Also eigentlich sind es in diesem Abschnitt 4 Brücken. Das kleinste der 4 ist aber von diesem Standpunkt aus nicht umsetzbar, verschmerzbar. :-)

>>So viele Reiseziele, wie Du uns hier Jahr für Jahr "schmackhaft" machst.

Dabei hab ich doch noch gar nicht gesagt, was dieses Jahr noch so ansteht (*psst*). Aber das mit dem Lotto ist eine gute Idee, könnte ich eigentlich auch mal probieren.

En Gruess und Danke auch für die anderen Kommentare
Nil

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Leben und Leben lassen ...




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:04:28:00:32:28.

5 Brücken bei Tarcin

geschrieben von: Jan vdBk

Datum: 28.04.11 08:48

Moin!

Bei dem 3-Brücken-Blick, auf dem Nil den Schnellzug gezeigt hat, sieht man sogar vier Brücken. Die vierte liegt zwischen den von Nil als Nr1 und Nr2 benannten Brücken, eignet sich aber aus der von uns gewählten Friedhofsperspektive heraus nicht für Fotos. Nach Verlassen des Talkessels folgt übrigens noch ein fünfter Viadukt direkt hinterm alten Schmalspur-EG von Tarcin. Den konnten wir leider nicht optimal umsetzen, weil der Zug schon kam und nach Umrundung des alten EG plötzlich ein großer Hund knurrend vor mir stand:

http://www.blockstelle.de/hr13/110411-39.jpg

Viele Grüße,
Jan

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Re: Genial! :-)

geschrieben von: tokkyuu

Datum: 28.04.11 13:38

Die Übeschrift von Roni paßt perfekt. Einfach traumhaft - und eine wunderschöne Erinnerung an meinen letzten Sommer dort! Nur hab ich das alles aus dem Zugfenster gesehen und freue mich daher umsomehr über die Bilder von "außen".
Vielen Dank!

Grandios...

geschrieben von: Martin Gold

Datum: 28.04.11 17:29

...danke fürs Zeigen!
Grüße aus Wien, Martin
Moin Jungs,

da habt ihr ja ordentlich abgerahmt ...

Tolle Motive und - oh Wunder - ich konnte überhaupt kein Graffiti entdecken.
Wart ihr wirklich auf dem Balkan ??

Da darf sich die Galerie ja wohl noch über das eine oder andere Motiv freuen ...

schöne Grüsse Frits
Toller Bericht und vielen Dank! Beim Rauch in den Bergen denkt man erst einmal nicht an Waldbrände, sondern wird gleich wieder an die zahlreichen Konflikte der Region erinnert. Zuletzt in Bosnien gibt es keine zuverlässigen Minenekarten. Ist die Gegend um den Ivanpass minenfrei auf den Wiesen ?

Minen

geschrieben von: Jan vdBk

Datum: 28.04.11 22:05

Moin!

Ein wichtiges Thema, das Du ansprichst. Wir haben den Grundsatz angewandt, dass wir nur dort gegangen sind, wo vor uns schon mal jemand gegangen ist. Will heißen: Auf gemähten Wiesen dürfte keine Gefahr bestehen, auf wild wachsenden Wiesen hingegen schon. Ansonsten bewegt man sich halt nur auf Wegen. Problem in Bosnien ist, dass die genaue Minenlage gar nicht hinreichend bekannt ist. Deshalb sind wir grundsätzlich von Gefahr in allen Teilen des Landes ausgegangen. Ich glaube, in Kroatien ist das ganze durch die klaren Frontverläufe etwas geordneter und vor allem mittlerweile sehr gut ausgeschildert.

Viele Grüße,
Jan

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Super Bericht!
Michael

Facito aliquid operis, ut te semper diabolus inveniat occupatum