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Hallo Welt,

Teil 13:
Nach einem letzten Tag im Echo Canony folgte die Fahrt weit nach Westen, bis nach Reno in Nevada.




Hier die Links zu den älteren Beiträgen:

Prolog: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 1: [www.drehscheibe-foren.de] >> fahrt in den Kosovo und Sonderfahrt
Teil 2: [www.drehscheibe-foren.de] >> zwei Tage im Kosovo und Lokparade
Teil 3: [www.drehscheibe-foren.de] >> in Albanien
Teil 4: [www.drehscheibe-foren.de] >> Die letzten zwei Tage im Kosovo
Teil 5: [www.drehscheibe-foren.de] >> Fahrt der Küste nach hoch durch Montenegro bis nach Kroatien
Teil 6: [www.drehscheibe-foren.de] >> zwei Tage am Kroatischen Gleichstrom um Rijeka und Fahrt nach Hause

Teil 7: [www.drehscheibe-foren.de] >> Flug und Ankunft in den USA, die ersten Eindrücke
Teil 8: [www.drehscheibe-foren.de] >> Zwei Tage in der Wüste um Greenriver
Teil 9: [www.drehscheibe-foren.de] >> am Soldier Summit
Teil 10: [www.drehscheibe-foren.de] >> an einer Elektroeisenbahn und von der Fahrt bis nach Wyoming.
Teil 11: [www.drehscheibe-foren.de] >> am Sherman Hill
Teil 12: [www.drehscheibe-foren.de] >> auf dem Weg nach Westen, mit Besuch im Echo Canyon

Direktlink zu den Berichten auf meiner Seite: [bahnpics.com]
Oder bei Pascal: [www.bahnbilder.ch]




Tag 26: Mittwoch, 23.06.2010, Uintha – Salt Lake City
Text: Neel

[maps.google.ch]

Das nächste Klischee über die Amis wurde heute in der Früh erfüllt, Omas mit Kanonen gibts wirklich! Ich denke da jetzt nicht an die „Ma“ der Daltons ;) Und; eine Frage die ich mir vor ein paar Tagen gestellt habe wurde beantwortet.
Als wir heute raus sind windete es sehr stark, so richtig richtig stark und ich vermutete schon ein eigentlich nicht angekündigter Wetterwechsel. Konnte aber nicht, den noch beim Frühstück sitzend war beim Wettergück im TV von Sonne die Rede.
Heute stand noch mal der Echo Canyon an, da wurden wir gestern ja nicht so richtig fertig damit ... deshalb probierten wir das heute erneut, immer mit der Hoffnung auf mehr Verkehr.
Die erste Stelle die wir angefahren sind ist am selben Ort wie gestern, diesmal einfach an der anderen Strecke oben. Verkehr war nicht viel, auf der knapp 1 Stündigen fahrt kreuzten wir 2 Güterzüge und überholten nur einen einzigen. Immerhin der sollte dann aber kommen.
Wir fuhren rein, parkten und latschten einem Weg entlang um auf den Hügel zu kommen. Es war kein Verbotsschild erkennbar, zudem führte der Weg auf der zwischen die beiden Strecken, also wohl UP Gelände.
Aber weit kamen wir nicht, David meinte auf einmal, dass uns vom benachbarten Grundstück jemand zuschaut. Das Grundstück ist schön Amerikanisch, bei uns würde man es als Sondermülldeponie bezeichne. Einige verlotterte Holzhäuser, ein riesiger Autofriedhof mit alten Autos (wohl schon länger nicht mehr in „Betrieb“, ein Haufen mit alten Pneus und sonstigem Müll.
Es knallte dann zwei mal, wohl eine Türe oder so? Etwas weiter oben sahen wir dann, dass sich die Person mit dem Auto (klar, die 100m kann man unmöglich zu Fuss gehen) zu unserem Auto bewegt hat. Da besteht also doch Erklärungsedarf, David drehte und wollte die Sache in die Hand nehmen. Zingg und ich standen an die Stelle und erwarteten den Zug, der weiter vorne schon zu sehen war. David kam dann bald auch dazu, das Auto sei wieder weg gefahren ... und wir machten die Bilder.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.23%20Echo%20Canyon/gross/DSC_1079kgr.jpg

Wie schon am letzten Morgen standen wir erst wieder an die Ostausfahrt aus dem Echo Canyon. Hier sehr schön zu sehen die beiden Richtungsgleise. Ein UP Kistezug nach Osten rollt durchs Bild.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.23%20Echo%20Canyon/gross/DSC_1084kgr.jpg

Der Schrottplatz (bzw. dessen Besitzerin) unten wurde uns nach diesem Foto zum Verhängnis.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.23%20Echo%20Canyon/gross/DSC_1089kgr.jpg

Wieder am Ausichtspunkt der IS80, die Sonne war noch nicht ganz rum als dieser UP Zug nach Westen durchrollte.

Beim runterlaufen entschlossen wir uns dann unser Tun zu erklären, nicht dass da noch jemand die Polizei ruft oder so. Wir liefen ohne Taschen und Auto zum Eingang und machten uns bemerkbar. Die Peson, die ich eigentlich eher für einen Farmer oder so gehalten habe, war eine Oma. Und sie kam ziemlich angesäuert auf uns zu geschlichen.
Unsere Erklärung akzeptierte sie nicht und sie „bat“ uns unter Androhung der Waffe doch etwas zu bleiben, bis die gerufenen Cops kommen, denen können wir das dann alles erklären. Das beantwortet die Frage, wie ernst es die Amis mit diesem Private Property quatsch nehmen. Hatten wir jetzt eine Grenze überschritten die wir nicht hätten überschreiten dürfen? Was wird uns der Spass kosten? Kommt überhaupt die Polizei oder lässt uns die alte einfach "schmoren".
Da die alte uns auffällig unauffällig beobachtete blieben wir einfach mal und nach etwa 20min kam dann ein Sheriff mit seinem Jeep angefahren. Es war ein Junger sehr freundlicher Herr und wir erklärten ihm unser Tun. An seiner Art merkte man klar, die alte ist am überreagieren ... so richtig verstand er das Problem nämlich auch nicht. Damit hat es sich dann erledigt, er meinte nur, dass wir doch in Zukunft auf Verbote achten sollten. Es gäbe viele Leute die da keinen Spass verstehen und Waffen hätten, worauf sie nickte (hoppla). Es werde viel kaputt gemacht und geklaut (Kommentar: wohl kaum bei ihr) ;)). Dann wünschte er noch einen schönen Tag und wir waren „frei“. Und so verlief der erste Kontakt mit der Ordnungsmacht in den USA ...

Jetzt stehen wir wieder am Autobahnparkplatz unter dem Dach auf der Bank und warten auf einen Zug aus Osten. Zwei kamen schon, aber zu einem Zeitpunkt wo das Licht nicht so wirklich passte ... was jetzt der Fall wäre.
Einer der beiden kam dann zurück, wieder mit zwei Shortline Loks, eine der beiden war lustigerweise vorhin mit dem Zug hoch, das Rangiermanöver in Echo muss also ziemlich gross gewesen sein.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.23%20Echo%20Canyon/gross/DSC_1101kgr.jpg

Nach einiger Zeit kehrte der Nahgüterzug zurück nach Osten.

Als wir schon fast nicht mehr daran glaubten dass etwas kommt, und auch als wir fast schon gehen wollten, tauchte vorne ein Zug auf. Die Uhr zeigte 14:16, gestern haben wir den Zug um 14:17 erlegt ... und es wurde heute 19. Sogar noch mal zwei Minuten später. Ärgerlich, wegen dem Licht.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.23%20Echo%20Canyon/gross/DSC_1115kgr.jpg

Der nächste Zug kam dann erst nach ewiger Warterei am Rastplatz (was Dank einer Bank mit Sonnendach auf einer abgelegenen Wiese aber extrem gemütlich war) kam der nächste Westfahrer. Die Sonne war leider schon wieder zu weit rum und die Seite dunkel.

Da wir an der Stelle eh nicht bleiben konnten und uns der Zug gefiel, er hatte auf Flachwagen irgendwelche Rohre geladen, fuhren wir ihm einfach mal hinterher.
An der Ausfahrt von Echo / Henefer gelang ein erstes Bild und ein zweites etwas weiter hinten am Ranch Exit zwischen Morgan und Devil’s Side. Speziell war nicht nur die Beladung sondern auch die bespannung, hinter einer UP Lok folgte eine CSX Lok. Da an diesem Ranch Exit kam uns aber erst noch ein Zug von hinten durchs Bild gefahren, knapp mit Schleierschaden, aber er hätte Schub gehabt.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.23%20Echo%20Canyon/gross/DSC_1128kgr.jpg

Zwischen Morgan und Devil\'s Side kam dieser Ostfahrer beim Warten auf den Westfahrer noch vorbei.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.23%20Echo%20Canyon/gross/DSC_1139kgr.jpg

Der Zug von eben mit den leeren Rohren zwischen Devil\'s Side und Morgan Westwärts.

Nach dem Bild vom Röhrenzug fuhren wir wieder zurück in den Canoyon, bis ganz zur Brücke an der Einseitigen Ausfahrt / Einfahrt vom Highway 80. Wir hatten bis dahin natürlich den Zug den wir am BÜ nachgeschossen haben schon längst wieder eingeholt und er kroch kurz nach unserer Ankunft an der Stelle vorbei.
Im Halbschlaf achtete ich im Auto sitzend auf die Strecke während die andern beiden schliefen .. und kaum war die Lok vom Ostfahrer verschwunden tauchte ein Westfahrer dahinter auf. Zuuuuugfahrt!
Das Bild wurde ... naja, etwas mit Schleierschaden erledigt und auch das Seitenlicht war eher Mau. Trotz der Bedingungen am Himmel nahmen wir die Verfolgung auf und schossen den Zug ein zweites mal unterhalb vom Autobahnparkplatz im leider ebenfalls nur Halblicht.
Zeitvertreib war da auch noch geboten, ein paar Basejumper waren gerade vor uns am Hüpfen. Das war krass, keine 100m hoch war dieser Fels ... trotzdem kamen alle gut unten an.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.23%20Echo%20Canyon/gross/DSC_1157kgr.jpg

Im Echo Canyon beim warten auf einen Zug dann diese Serie. Base Jumper!

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.23%20Echo%20Canyon/gross/DSC_1162kgr.jpg

Ein UP Westfahrer im Echo Canyon.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.23%20Echo%20Canyon/gross/DSC_1173kgr.jpg

Wir warteten dann mitten im Canyon auf einen weiteren Westfahrer den wir verfolgen konnten - dabei kam von hinten aber erstmal dieser Zug, mit einem Profilmesswagen vorne drin.

Wir waren dann etwas am überlegen wie wir den weiteren Tag verbringen mochten, denn der Schleier wurde nicht weniger. Abbrechen und noch ein Sprung nach Westen wagen? Oder noch mal ein Zug verfolgen im Canyon? Nach einigem hin und her entschlossen wir uns für die zweite Variante, noch mal zur Brücke um einen Zug zu verfolgen.
Kaum da angelangt rollte von hinten eine einzelne Lok mit einem Profilwagen und zwei komisch grossen Wagen vorbei ... wohl mit Oversize Load, aber leider von hinten.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.23%20Echo%20Canyon/gross/DSC_1178kgr.jpg

Das nächste nach Westen war dann dieser UPS Express, der im Vergleich zu den normalen Güterzügen deutlich schneller unterwegs war.

Auch von vorne mussten wir wieder nicht lange warten, bald tauchte ein Zug auf, diesmal ein UKV Zug (UPS Zug), der ging dann fast im Vollicht ab auf der Brücke. Der UPS Zug war schnell und wir hatten unsere liebe mühe bei 40 Meilen den Zug halten zu können. Mit 50 ging’s dann aber ganz gut und an einer Wunschstellte klappte es erneut.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.23%20Echo%20Canyon/gross/DSC_1184kgr.jpg

Eine Verfolgung war trotzdem möglich, hier im Canyon ...

Dann mussten wir uns nochmal kurz besprechen was wir machen wollten Schnell waren wir uns einig, dass wir diesen UPS Zug als Taxi nach Westen benutzten wollen. Im Canyon drin machten sich auch schon die ersten Schatten breit auf der Strecke und auch der Siff war unberechenbar. So hielt uns nicht mehr viel in der Gegend.
An der Ausfahrt von Eco / Hefener gelang nun ein Bild mit richtigem Licht, wunderbar.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.23%20Echo%20Canyon/gross/DSC_1191kgr.jpg

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.23%20Echo%20Canyon/gross/DSC_1201kgr.jpg

... und bereits nach dem Verlassen am Exit von Henefer.

Eine weitere Verfolgung ging dann schief, der Schleier in Richtung Westen war zu dicht, wir verweilten zwar noch etwas bei der Brücke von gestern, aber es wurde nichts.
Der Zug den wir zuerst verfolgt haben heute Nachmittag, ein Kohle oder Getreidezug, stand sogar noch vor der Brücke in der Ausweiche und wurde dann wenig später vom UPS Zug überholt.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.23%20Echo%20Canyon/gross/DSC_1206kgr.jpg

Zwischen Morgan und Peterson überholte der UPS Zug dann den im Hintergrund stehenden anderen UP Zug, die UPS Züge scheinen Vorrang zu haben.

Wir selber fuhren dann rein in dieses Salt Lake, wir hatten noch eine Stelle für den Front Runner offen welche wir gestern nicht gefunden haben (wir haben etwa eine halbe Mile zu Nördlich mit dem suchen begonnen ;)). Durch dichten Verkehr erreichten wir gegen 18 Uhr die Stelle (danke liebes Navi) und dann schossen wir im aufziehenden Schmodder je ein Zug von vorne und einer von hinten. Abgerundet wurde das warten durch einen Güterzug von vorne im Vollicht .. und von unserem UPS Zug von hinten ;)

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.23%20Echo%20Canyon/gross/DSC_1216kgr.jpg

Bei Kaysville, wieder zwischen Ogden und Salt Lake City, kam ein Güterzug nach Norden / Osten vorbei.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.23%20Echo%20Canyon/gross/DSC_1224kgr.jpg

Front Runner mit Lok 2 nach Ogden, bei Kaysville.

Das Bett suchten wir uns am Westrand der City, so dass wir morgen früh relativ fix in der Gegend sind wo wir wollen. Das Super8 hinter dem Flughafen gefiel uns auf der Karte und so wurde da hin navigiert. Nur zu Essen gibt’s nichts hier in der Gegend ... ausser einem Pizza Automaten in der Lobby ... auf einen Versuch wie das schmeckt verzichteten wir freiwillig. Stattdessen besorgten wir uns beim Wendy's in den ersten Vororten unser Abendessen.




Tag 27: Donnerstag, 24.06.2010, Salt Lake City – Reno
Text: Pascal

[maps.google.ch]

Wieder einmal konnten wir uns aufraffen das Hotel um 7:30 zu verlassen. Nach einem kurzen Tankstopp ging es zum grossen Salzsee. Am See hatten wir eine Stelle offen, ehe wir nach Reno abdampfen wollten.
Auf der Fahrt zum See gelang es uns einen Zug mit Schub aufzuholen. Die Frage war nun, ob dieser Zug nach Vegas oder doch eher in den Westen ginge? Die Strecke nach Vegas zweigt nämlich kurz vor dem See ab und läuft auf der falschen Seite der Autobahn weiter. Die Antwort; der Zug wäre auf der richtigen Strecke gekommen, nur hatten wir zu wenig Vorsprung um bei der Viewing Area genug weit nach Vorne zu rennen um den Zug vernünftig umzusetzen. Ausserdem war das Wetter an diesem Morgen eher bescheiden.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.24%20Transfer/gross/DSC_1227kgr.jpg

Ein UP Westfahrer vor Lake Point, rechts ist der Great Salt Lake, der Namensgeber von Salt Lake City.

Da es neben viel Schleier auch einige blaue Löcher hatte, entschieden wir uns jedoch an der Stelle zu warten. Es hätte ja sein können, dass etwas kommt… Alles was kam war jedoch ein weitere Zug von hinten.
Auf der Vegaspiste kam unterdessen einer von Vorne, dies nützte uns jedoch nicht viel. Nach dem wir wieder einmal rund vier Stunden „verwartet“ hatten, war das Licht rum und wir hätten eigentlich gehen können. Just in diesem Moment, als wir uns in Richtung Westen aufmachen wollten, kam jedoch ein Kistenzug von hinten auf die Vegas-Piste gefahren. Der Zug hielt unmittelbar auf unserer Höhe. Nil wagte dann einen Blick auf die Karte und meinte der Zug würde etwas weiter hinten ins Licht drehen. Wir suchten uns deshalb eine Stelle an der Vegas-Piste. Diese war relativ schnell gefunden, nun mussten wir nur noch etwas warten.
Aus dem Etwas wurde wieder einmal eine halbe Ewigkeit. Schliesslich kam ein Zug von hinten. Leider hatte dieser die Schublok falsch rum: fies! Zwar hielt der Zug gleich hinter dem Bahnübergang im Bahnhof, doch war das Licht nun achsig. Warten war deshalb sinnlos. Kaum weggefahren, kam der Kistenzug jedoch ums Eck geschlichen, so dass wir uns noch einmal aufstellten. Zum achsigen Licht kam nun noch ein Wolkenschaden dazu: Bingo!

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.24%20Transfer/gross/DSC_1229kgr.jpg

Ein UP Zug von Richtung Las Vegas gen Salt Lake City bei Tooele.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.24%20Transfer/gross/DSC_1235kgr.jpg

Lok 5366 wird diesen Kistezug von Salt Lake kommend nach Südwesten ziehen. Die Strecke führt über Las Vegas und weiter in den Grossraum Los Angeles, der Zug wird wohl dieses Ziel haben.

Somit hatten wir mal wieder einen Morgen verdödelt und kein einziges gutes Bild gemacht. Frustriert zogen wir ab. Unsere Laune besserte sich jedoch schnell wieder, denn nun fuhren wir durch die sehr interessante Landschaft rund um den grossen Salzsee und seine Salzwüste. Für gute Fotos gab es eigens eine Viewing Area, wo man die Salzwüste auch betreten konnte. Das fühlt sich irgendwie schon komisch an, wenn der ganze Boden nur aus einer Salzkruste besteht.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.24%20Transfer/gross/DSC_1237kgr.jpg

Der Great Salt Lake mit Eisenbahn, aus dem Auto hinaus.

http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.24%20Transfer/gross/DSC_1246kgr.jpg

Der Great Salt Lake an einem Rastplatz.

Gleich hinter dem Salzsee hatten wir es schliesslich geschafft. Wir verliessen den Mormonenstaat Utah. Vom Gottesstaat ging es über in den Spielerstaat Nevada.
Ganz USA-Like, lief das recht clichehaft ab. Um etwas zu Essen fuhren wir in Wendover ab und passierten kurze Zeit später die Grenze zu West Wendover, welches in Nevada liegt. Wo die Grenze genau ist, wurde durch eine Linien markiert. Noch viel besser als an der Linie war die Staatengrenze jedoch am ersten Casino zu sehen. Dieses hatte man in West Wendover beinahe auf die Linie gebaut. Wie wir gelesen haben, möchte übrigens Wendover den Bundesstaat wechseln und auch zu Nevada gehören. Dies weil der Staat Nevada seine Glückspiel einnahmen auf ärmere Gemeinden verteilt. Eine Abstimmung wurde bereits vollzogen. Der Vorschlag wurde allerdings noch nicht dem Kongress vorgelegt.
Kommen wir aber zurück zum Tagesgeschäft. Kaum waren wir aus Wendover raus, sahen wir einen Zug in der Fläche warten. Nils Tele meinte es sei ein BNSF Zug. Da gerade der Gegenzug nahte, hofften wir, dass der Zug bald kommen würde. Wir stellten uns deshalb an die Strecke und warteten. Der Zug wollte sich aber auch nach erfolgter Kreuzung mit Uncle Pete nicht bewegen. So begruben wir unsere Ambitionen nach rund 20 Minuten. Schliesslich waren die blauen Flecken nun sehr stark in der Minderheit. Ausserdem wollten wir noch einige Kilometer fressen. So kam es, dass wir an diesem Tag ohne ein weiteres Eisenbahnfoto gemacht zu haben gegen 22 Uhr in Reno eintrafen.
Ein nettes Detail am Rande zu unserem Super8 Motel, es gab zum Zimmerschlüssel dazu ein 10$ Gutschein für das Casino nebenan ;)




Das war es wieder. Ich hoffe, die Kadenz der Berichte wieder etwas erhöhen zu können.

Grüsse
Nil


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
Hallo Nil!

Zitat:
Wir fuhren rein, parkten und latschten einem Weg entlang um auf den Hügel zu kommen. Es war kein Verbotsschild erkennbar, zudem führte der Weg auf der zwischen die beiden Strecken, also wohl UP Gelände.

Ihr seid ja mutig - dass das Gelände bei Castle besser nicht betreten werden sollte, ist eigentlich allgemein bekannt. Obwohl es Bilder vom Echo-Canyon wirklich reichlich gibt, habe ich bisher auch noch nie eine Aufnahme von dort gesehen. Auch die ortsansässigen Fotografen gehen da, soweit mir bekannt ist, lieber nicht hin.
Generell gilt in den USA, dass Privatgrund Privatgrund ist - und damit tabu, wenn man nicht weiß, wo man (vorher!) zu fragen hat. Auch die Variante "zuerst schießen, dann fragen" liegt in den USA im Bereich des möglichen ... und wo das so ist, kann man vorher kaum wissen.

Wenn ich es mir recht überlege: Vielleicht seid Ihr nicht mutig, sondern lebensmüde!

Zitat:
Zwischen Morgan und Peterson überholte der UPS Zug dann den im Hintergrund stehenden anderen UP Zug, die UPS Züge scheinen Vorrang zu haben.

Die UPS-Züge sind so ziemlich die heißesten Züge ("hot shots"), die Du in dieser Gegend finden kannst. Denen geht eigentlich nichts vor - selbst maintenance windows werden so gelegt, dass sie die UPS-Züge nicht behindern.

Gruß,

RoB

Nachtrag:

geschrieben von: Robert Brütting

Datum: 16.02.11 21:15

Zitat:
Einer der beiden kam dann zurück, wieder mit zwei Shortline Loks, eine der beiden war lustigerweise vorhin mit dem Zug hoch, das Rangiermanöver in Echo muss also ziemlich gross gewesen sein.

Was um Himmels Willen sind bitte "Shortline Loks"? Es sind zwei SD40-2 der Union Pacific, die keine Shortline ist, sondern eine class-1-railroad - und ganz nebenbei die größe Eisenbahngesellschaft der USA. Und die SD40-2 ist mit (einschließlich SD40T-2, SD40-2SS und SD40-2F) 3.597 gebauten Einheiten eine der meistgebauten Lokomotiven der Welt ...

Erwischt haben dürftet Ihr übrigens die Rückfahrt des Locals von Evanston WY nach Devil's Slide (habt Ihr die "Teufelsrutsche" an der Westflanke des Tals gesehen?). Der Zug trifft in Devil's Slide (oder auch in Echo) auf den Local aus Riverdale (Ogden); dabei werden auch Wagen getauscht. In Devil's Slide gibt es auch ein Anschlussgleis - den Anschließer kennt ihr: Holcim. :-)

Viele Grüße,

RoB
Einfach toll! Wie findet man diese tollen Landschaften? Wie ein Klischee ist das!!

Die Einnahmen aus dem Glücksspiel in Nevada werden ja hauptsächlich den native indians zugedacht, nicht wahr? Soviel ich in Nevada hörte, dürfen nur die native indians die Glücksspiel-Anlagen betreiben.
Zitat:
Soviel ich in Nevada hörte, dürfen nur die native indians die Glücksspiel-Anlagen betreiben.

Na, ich glaube nicht, dass Harrah's (jetzt: Caesars Entertainment) indianischen Ursprungs ist. ;-)

Soweit ich weiß, haben die indianischen Ureinwohner vor geraumer Zeit gerichtlich das Recht erstritten, in ihren Reservaten Glückspiel zu betreiben - und zwar insbesondere auch außerhalb von Nevada.

Viele Grüße,

RoB
Zitat:
http://bahnpics.com/nil/2010%20Balkan/10.06.23%20Echo%20Canyon/gross/DSC_1173kgr.jpg

Kaum da angelangt rollte von hinten eine einzelne Lok mit einem Profilwagen und zwei komisch grossen Wagen vorbei ... wohl mit Oversize Load, aber leider von hinten
Die Waggons transportieren üblicherweise die Feststoffraketen für die NASA. Das Space Shuttle oder andere Raketen-Systeme benutzen diese.

Weltklasse !

geschrieben von: 750 333-7

Datum: 17.02.11 10:54

Hallo !

Sehr schöne Aufnahmen, ganz großes Kino ! Amerika ist definitiv ein Eisenbahnland, welches ich in meinem Leben nochmal besuchen möchte. Herrlich !

Beste Grüße

Planverkehr ist durch nichts zu ersetzen.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2016:12:27:18:06:01.

Wieder toll! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 17.02.11 12:43

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg

Re: Nachtrag:

geschrieben von: Nil

Datum: 17.02.11 15:12

Servus,

>>Was um Himmels Willen sind bitte "Shortline Loks"

Na so Loks für Verschub / Rangierarbeiten oder den "leichten Streckendienst". Da die Loks ja wohl mehrheitlich für solche Dienste genutzt werden bietet sich das Wort Shortline für Nahgüterverkehr irgendwie an - in meiner Welt ;). Das die UP keine Shortline ist, dachte ich übrigens bereits ;)

Du warst ja auch schon ein paar mal in der Ecke, kennst du diese ewige Zugpause am Mittag? Oder hatten wir einfach mal wieder Pech? ;)

En Gruess und Merci für die Erklärungen.

Nil

Ps. Danke auch an den Rest für die Kommentare!

Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...

Re: Nachtrag:

geschrieben von: Robert Brütting

Datum: 17.02.11 17:20

Zitat:
Na so Loks für Verschub / Rangierarbeiten oder den "leichten Streckendienst". Da die Loks ja wohl mehrheitlich für solche Dienste genutzt werden bietet sich das Wort Shortline für Nahgüterverkehr irgendwie an - in meiner Welt ;).

Aaaah so. ;-)

Dann ist eine Ae 6/6, die altersbedingt in untergeordnete Dienste abgewandert ist, auch eine Shortline-Lok. Und weil wir gerade sind: Eine SD40-2 hat zwar mit 3.000 hp (das sind etwa 3.300 PS) weniger Leistung als eine Ae 6/6, aber eine höhere Anfahrzugkraft (410 kN gegenüber 392 kN bei der Ae 6/6). ;-)

Zitat:
Du warst ja auch schon ein paar mal in der Ecke, kennst du diese ewige Zugpause am Mittag? Oder hatten wir einfach mal wieder Pech? ;)

Eigentlich in der Form nicht - wie meist in den USA: Mal läuft's, mal läuft's nicht. An welchem Wochentag wart Ihr denn dort? Das Ostküsten-Wochenende kommt im Echo-Canyon nämlich üblicherweise zur Wochenmitte an ...

Gruß,

RoB
Robert Brütting schrieb:
-------------------------------------------------------
> Generell gilt in den USA, dass Privatgrund
> Privatgrund ist - und damit tabu, wenn man nicht
> weiß, wo man (vorher!) zu fragen hat.

Wie entscheidest du, ob man auf einem Gelände rum latschen kann oder nicht? Nur aufgrund der Umzäunung? Was, wenn das Gelände nur zur Bahn hin einen Zaun hat oder weit in der Pampa draussen liegt?

Zitat:
Wie entscheidest du, ob man auf einem Gelände rum latschen kann oder nicht? Nur aufgrund der Umzäunung? Was, wenn das Gelände nur zur Bahn hin einen Zaun hat oder weit in der Pampa draussen liegt?

Die Umzäunung ist sicher ein wichtiger Faktor - weiter spricht Wohnbebauung (auch oder gerade in der primitivsten Form, also Hütten oder Wohnwagen) für besondere Vorsicht. Für größere Ansammlungen "wertvoller" Gegenstände gilt dasselbe - hier ist es ein veritabler Autofriedhof, der auch im Bild zu sehen ist (und der meinem Eindruck in den letzten 13 Jahren eher gewachsen ist, als geschrumpft).

Zäune nur zur Bahn hin habe ich in den USA außerhalb von Städten bisher nicht bewußt wahrgenommen, jedenfalls erinnere ich mich nicht daran. Und umfriedete Gelände "ohne alles" weit draußen in der Pampa sind auch eher selten.

Mit etwas gesundem Menschenverstand kann man eigentlich recht gut einschätzen, wovon man sich besser fernhält. Bleiben Zweifel, sollte man immer zur sicheren Seite reagieren ...

RoB

Re: Nachtrag:

geschrieben von: littleJoe

Datum: 17.02.11 20:01

die SD 40 -2 sind auf dem absteigenden Ast.400 Stück werden umgebaut u.a. für Nahgüterzüge und zum Rangieren.-->das Bild sieht mir eher nach einem Nahgüterzug aus,der von bestimmten Knotenpunkten losfährt,um die örtliche Industrie zu versorgen (Wagen zustellen und abholen ) . Heute hat man modernere Typen für den weitstreckengüterverkehr SD 70 ACe, SD 70m ,SD 90 MAC,AC von EMD Diesels, heute eine Unterabteilung (Tochterunternehmen) von Caterpillar, und die von General ELectric, Dash 8, Dash 9, AC 4400, AC 6000 ... um einmal einige zu nennen.
Wie entscheidest du, ob man auf einem Gelände rum latschen kann oder nicht? Nur aufgrund der Umzäunung?

Wir hatten weniger Probleme mit Zäunen als mit diesen allgegenwärtigen Schildern "no trespassing", "private property" usw. Fährt man einen Seitenweg hinein, kommt oftmals bald so ein Schild. Wenn man diese Schilder für voll nimmt, ist es in einigen Teilen der Staaten nicht mehr weit her mit der amerikanischen (Bewegungs)Freiheit... Wir haben uns auch nicht immer daran gehalten, weil man z.B. in weiten Teilen New Mexicos nichts oder nur etwas von öffentlichen Straßen hätte machen können. Und öffentliche Straßen hat es da nicht so besonders viele...

Wenn es so drastisch ist, wie Robert sagt, so haben wir uns vor zwei Jahren auch ganz schön lebensmüde verhalten... ;-)

Tante Edit ruft gerade, dass ich natürlich Nil schön grüßen soll und mich für den lecker Bericht bedanken sollte. Das sei hiermit geschehen!

Viele Grüße,
Jan





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:02:18:17:05:43.