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Balkan-Abenteuer Teil 10: Skopje-Bitola-Ohrid-Kicevo-Skopje

Die bisherigen Teile:
Teil 1: Wien-Zagreb
Teil 2: Zagreb-Sarajevo
Teil 3: Sarajevo
Teil 4: Mostar
Teil 5: Sarajevo-Dubrovnik-Split-Zagreb
Teil 6: (Zagreb-) Beograd
Teil 7: Beograd - Podgorica
Teil 8: Podgorica – Bar (-Skopje)
Teil 9: (Bar -) Skopje

Tag 12: Freitag, 23. Juli 2010 – Skopje – Bitola – Ohrid – Kicevo - Skopje

Wir müssen heute früh raus, auf das Frühstück müssen wir verzichten, denn das wird erst ab 7 Uhr serviert. Dafür bekommen wir ein Riesen-Sandwich mit. Bei der Vorbereitung der Balkanreise hab ich versucht, die Möglichkeit zu erkunden, ob man unter Nutzung der beiden Bahnlinien Skopje-Bitola und Skopje-Kicevo eine Rundfahrt machen kann, bei der auch Zeit für Ohrid bleibt. Die Antworten waren eher nicht sehr ermutigend, trotzdem beschloß ich, es zu versuchen. Es wurde ein wunderbarer und spannender Tag!
Um halb 7 gehen wir schon zum Bahnhof. Als erstes fällt mir dort eine hellgrün lackierte 642er auf (642-401), das Bild gelingt wegen der Lichtverhältnisse nicht so gut. Das große „T“-Symbol könnte entweder eine Privatgesellschaft symbolisieren oder die Personenverkehrsabteilung der Mazedonischen Eisenbahnen. Ich habe leider keine Ahnung. Andere Eigentumsmerkmale sind nicht zu finden.

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Bild 1: 642-401 ist mit einem Zug angekommen und schiebt die Wagen wieder aus dem Bahnhof.

Laut Railfaneurope sind 2010 zwei 642er (002 und 182) in Maribor modernisiert worden und nun als 642-401 und 402 wieder in Dienst gestellt worden. Höchste Zeit, etwas mehr über die Mazedonischen Eisenbahnen zu erfahren:

Die Mazedonischen Eisenbahnen - Makedonski železnici

Das mazedonische Eisenbahnnetz ist 699 km lang (ich vertraue auf die mazedonische Wiki-Seite) Auch über die Länge der elektrifizierten Hauptstrecke herrscht Uneinigkeit: 233 (Railfaneurope) oder 315 km (Wikipedia). Wenn ich die Tarifkilometer des alten jugoslawischen Kursbuchs als Maßstab nehme, dann werden derzeit 713 km im Personenverkehr betrieben, wovon 270 km elektrifiziert sind. Wie auch immer, das Land ist klein, das Bahnnetz noch kleiner, und der Fahrplan hat auf der Abfahrtstafel des Bahnhofs Skopje Platz. Es gibt kein Kursbuch, sondern nur diese Abfahrts/Ankunftsstafel, die man auch im Internet findet, und auf der auch (alle?) Zwischenstationen aufscheinen.

Das Streckennetz ist leicht erklärt (in Klammern die Tarifkilometer JŽ 1989):
1.Hauptlinie: Tabanovci (Grenze Serbien) – Kumanovo – Skopje – Veles – Gevgelija (Grenze Griechenland), (270km)
Nebenbahnen:
2.Skopje – Volkovo (Grenze Kosovo), (38km)
3.Skopje – Kicevo, (149km)
4.Veles – Bitola, (166km)
5.Veles – Kocani, (110km)

1989 gab es noch die Weiterführung von Bitola nach Kremenica an der Grenze zu Griechenland, damals nur ein Zugpaar. In Kremenica konnte man 1989 noch Richtung Griechenland nach Florina (albanisch: Follorinë, mazedonisch: Lerin) umsteigen. Weiters führte eine Nebenbahn von Kumanovo nach Beljakovce (2 Zugpaare) sowie eine Schmalspurbahn von Bakarno Gumno (an der Strecke nach Bitola) nach Sapotnica (2 Zugpaare).
Entsprechend dünn ist auch das Verkehrsangebot, dafür sind die Züge ziemlich voll bzw. sehr gut besetzt:

Regio und Inter Regio:
Hauptlinie: Tabanovci-Skopje-Veles-Gevgelija:
3x Tabanovci-Skopje
1x Tabanovci-Skopje-Veles-Gevgelija
1x Skopje-Veles-Gevgelija
8x Skopje-Veles (davon 3 weiter nach Bitola und 2 weiter nach Kocani)
Nebenbahnen:
Skopje-Kicevo: 3 Zugpaare
Skopje-Veles-Bitola: 3 Zugpaare
Skopje-Veles-Kocani: 2 Zugpaare

Internationale Züge:
2x Beograd-Tabanovci-Skopje-Veles-Gevgelija-Thessaloniki
1x Skopje-Fushë Kosova
1x Skopje-Fushë Kosova-Prishtina
Im Sommer gibt es einen Zug nach Niš mit Kurswagen nach Bar.

Die meisten Züge werden als Inter Regio (Inter regionalen) bezeichnet, es gibt aber auch vier Züge, die als Regio (Regionalen) im Fahrplan aufscheinen (je zwei Züge nach Kumanovo und Veles). Seltsam muten zwei Züge an, die um 2:20 und 2:50 von Skopje abfahren (nach Kicevo und Kocani) und etwa um 5 Uhr am Ziel ankommen.
Es existieren Pläne, neue Strecken nach Bulgarien (von Kumanovo aus) und nach Albanien zu bauen.
Der Fuhrpark ist relativ klein, die paar Lokomotiven bzw. Triebwagen, die wir gesehen haben (es waren zehn), haben wir meist zwei- oder dreimal gesehen. Dennoch gibt es viele Typenunterschiede (Liste siehe bei Railfaneurope).


Warten auf den Zug nach Bitola
Auf Gleis 3 warten schon viele Leute auf den Zug nach Bitola. Danach kommen zwei Diesel-Züge auf Gleis 4 an, sie werden nach dem Lokumstellen gleich wieder abgezogen. Leider verstehen wir die Ansagen im Lautsprecher nicht. Ich bin unsicher, ob der (etwa zur richtigen Zeit) abgefahrene Zug nun unser Zug nach Bitola gewesen sein soll oder ob er ins Depot verschwunden ist. Fahrgäste waren keine eingestiegen. Vielleicht warten die vielen Leute ja auf den Zug nach Solun (Thessaloniki)? Eine elektronische Abfahrtstafel gibt es nur unten im finsteren Korridor, wo auch Verspätungen angezeigt werden. Also hinuntergelaufen und nachgeguckt: Auf der Anzeige ist unser Zug leider nicht mehr angeschrieben. Also ist er schon weg? Wieso haben wir das nicht bemerkt? So ein Ärger! Auf dem Bahnsteig gibt es gar keine Anzeigen. Und Routentafeln gibt es auf den Waggons auch keine. Wen soll man fragen, wenn man nicht Mazedonisch kann? Die Fahrgäste? Andere (z.B. Bahnbedienstete) sehen wir keine. Also müssen wir doch mit einem Bus fahren.
Wir gehen hinunter zum Busbahnhof, der liegt ja direkt neben bzw. unter dem Bahnhof. Während der Bahnschalter im Dunkeln liegt, als ob dort sämtliche Leuchtstoffröhren ausgefallen wären, sind im Busteil viele Schalter hell erleuchtet, überhaupt sind hier viele Menschen und alles wirkt modern und hell. Ich frage nach Fahrkarten für Ohrid. Um 8 Uhr geht der nächste Bus: 1040 Denari für zwei Personen. Das sind etwa 17 Euro. Also gut, müssen wir eben mit dem Bus fahren. Nach dem Kauf der Platzkarten für den Bus warten wir weiter auf dem Bahnsteig, um die Zeit bis 8 Uhr totzuschlagen und das Treiben zu beobachten und Fotos zu machen. Ein Zug fährt auf dem letzten Bahnsteig vorbei.

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Bild 2: Ein Zug mit der 661-220 fährt außen vorbei. Daß es unser Zug ist, erfahren wir kurz danach.

Der Zug wird wieder zurückgeschoben und zwar auf unseren Bahnsteig. Massen von Leute steigen ein. Das ist also ein richtiger Zug, der nicht leer wegfährt. Und auf dem Bahnsteig, auf dem der Zug nach Bitola abfahren sollte. Der Zug nach Thessaloniki (ich bin froh, daß ich von irgendwoher weiß, daß das hier Solun heißt) kann es nicht sein, denn der ist unten auf der Anzeigetafel mit großer Verspätung angeschrieben und hätte andere Wagen. Ist das vielleicht doch der verspätete Zug nach Bitola? Endlich ein Schaffner in Reichweite: kurze Frage und kurze Antwort: ja, das ist der Zug nach Bitola. Wir beraten kurz, ob wir die Buskarte verfallen lassen sollen und Mazedoniens Busbetreiber sponsern sollen. Ergebnis: Klar! Wir fahren mit dem Zug, denn wir sind ja auch zum Bahnfahren hergekommen. Also steigen wir ein und nach dem Umsetzen der Lok geht es auch schon los. Die Abfahrtsverspätung beträgt 37 Minuten.

Fahrt nach Bitola
Fahrplan IR4901:
07.02 plan / 07.39 echt ab Skopje
10.47 plan / 11.11 echt an Bitola
229 Tarifkilometer.

Wieder haben wir einen sehr freundlichen Schaffner, er spricht Deutsch und lobt die österreichischen Schifahrer. Er wird noch öfter vorbeikommen und mit uns plaudern. Er ist sehr interessiert, wie es so bei uns in Österreich zugeht, sowohl bei der Bahn als auch im alltäglichen Leben. Mein Freund fährt ja mit einem FIP-Ausweis, das ist für Schaffner häufig interessant. Und natürlich kann er ihm vieles beantworten.
Zunächst geht es noch durch ein sehr breites Tal, in Lisice sehe ich eine abgestellte Garnitur der Baureihe 412.

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Bild 3: 412-055 in Lisice.

Die Landschaft wird immer schöner, es geht entlang eines Flußtales, immer wieder wird es enger. Die parallele Straße verläuft etwas erhöht am Hang, während sich die Bahn nahe am Ufer des Flusses dahinschlängelt. Das Tempo des Zuges ist eigentlich recht ansehnlich. In Veles kommen wir um 8:36 Uhr an, das sind nur noch 26 Minuten Verspätung. Wir haben also schon aufgeholt. Viel mehr werden wir jedoch nicht aufholen können, denn die Nebenstrecke, in die wir nun einbiegen, erlaubt keine höheren Geschwindigkeiten. In Veles fährt gerade ein Zug mit der 442-001 und drei Wagen ein. Ein Blick in den Fahplan zeigt, daß dies nur der IC336 aus Thessaloniki sein kann (mit 30 Minuten Verspätung), denn der um 7:35 Uhr fällige IR5900 von Kocani müßte mit einer Diesellok einfahren. Mir fällt außerdem auf, daß wir die 442-001 schon mal gesehen haben. Die Baureihe 442 besteht aus drei Lokomotiven (ex HŽ Reihe 1141).

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Bild 4: 442-001 mit IC336 von Thessaloniki nach Beograd in Veles.

In Veles zweigen wir also von der Hauptstrecke ab und fahren Richtung Südwesten. Die Landschaft wird nun immer interessanter. Zunächst ist es eine sanft gewellte Landschaft, die ziemlich ausgetrocknet aussieht. Vom Schaffner erfahren wir auch, daß es hier seit einem Monat nicht geregnet hat. Wir halten an vielen kleinen und kleinsten Stationen, manche haben keinen Namen angeschrieben. Als der Schaffner einmal nach der höchsten in Österreich gefahrenen Geschwindigkeit fragt, erfahren wir, daß in Mazedonien nirgendwo mehr als 100 km/h gefahren werden.

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Bild 5: Interessante Landschaften 10 Minuten nach Veles.

In der Ferne werden nun wieder höhere Berge sichtbar, wir steigen immer höher, es wird mehr und mehr hügelig in unmittelbarer Nähe der Trasse. 20 Minuten hinter Veles fällt mir eine Kirche in der Ortschaft Caška auf, die wegen der zwei Türme auf den ersten Blick katholisch wirkt, aber sie wird wohl orthodox sein.

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Bild 6: Es wird hügeliger…

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Bild 7: … und auch die Trasse geht bergauf.

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Bild 8: Eine auffällige Kirche in Caška.

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Bild 9: Nicht sehr schöne, aber sehr bequeme alte Sitze.

Auch wenn die Sitze in unserem Abteil alles andere als neu oder schön zu bezeichnen sind, sind es doch die bequemsten Sitzplätze seit unserer Abfahrt aus Wien! Während es beständig bergauf geht, kommen wir in immer entlegener wirkende Gegenden mit winzigen Dörfern, uralten Dächern. In einem der letzten Dörfer des Tales, in Martolci (35 Minuten nach Veles) staune ich, daß dieses winzige Kaff auch auf dem Fahrplan (Abfahrtstafel Skopje – das ist sozusagen das Kursbuch Mazedoniens) verzeichnet ist. Unsere Verspätung beträgt noch immer 26 Minuten. Man muß nicht eigens erwähnen, daß fast alle Fenster während der Fahrt offen sind und manchmal auch die Wagentüren. Sehr spannend gestaltet sich das Aussteigen bei dieser Station: eine jüngere Mutter mit zwei Kindern muß vom Waggon herunterspringen, weil dort, wo unser Waggon zum Stehen kommt, kein Bahnsteig existiert. Das Mädchen stürzt dabei, kann sich aber noch erfangen, bei der Mutter hab ich auch Bange, die wahrhaft dramatisch aussehende Szene hab ich genau erwischt.

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Bild 10: Aussteigen in Martolci: hängt sie noch oder ist sie schon gelandet?

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Bild 11: Straße von der Haltestelle Richtung Dorf Martolci.

Kurz danach kommen wir nach Teovo. Es steigen gar nicht so wenige Leute aus.

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Bild 12: Haltestelle Teovo – sieht idyllisch aus.

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Bild 13: Das Haltestellengebäude aus der Nähe.

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Bild 14: In Sogle dominiert die Moschee das Ortsbild.

Wenige Minuten später gibt es ein größeres Dorf mit Moschee: Sogle. Danach wird das Tal schnell enger, wir fahren noch eine Kurve weiter hinauf in den Wald, bis wir in einem längeren Tunnel verschwinden und auf der anderen Seite in einer scheinbar völlig anderen Welt wieder ans Tageslicht kommen.

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Bild 15: So sieht es nach dem langen Tunnel aus.

Hier ist die Landschaft völlig verschieden: es gibt immer weniger Wald, alles wirkt trockener, das Tal ist sehr breit, die Berge, die es begrenzen, sind weit weg und manchmal kahl. Wir sehen große Rinderherden mit Hirten, steppenartige Weiden sind es, die wohl auch lange keinen Regen gesehen haben. Ich mache viele Bilder, weil mich die fremdartige Landschaft so fasziniert.

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Bild 16: Die Gegend wird trocken: Blick auf unseren Zug.

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Bild 17: Herden mit Hirten – gibt es sowas noch bei uns?

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Bild 18: Tabakfelder.

Vor Prilep gibt es plötzlich mehr Grün: es sind Tabakfelder. Prilep ist eine offenbar nicht unbedeutende Stadt (76.000 Einwohner) und es gibt hier sehr viel Fahrgstwechsel. Die Stadt hat auch einen türkischen (Perlepe), griechischen (Prilepia) sowie aromunischen (Pîrleap) Namen. Bei Wikipedia erfährt man, daß eine größere Zahl von Aromunen u.a. in Prilep und Bitola lebt. Da mir diese Ebene irgendwie als etwas Besodneres erscheint, frage ich den Schaffner, wie die Gegend hier heißt. Seine Antwort - Pelagonien - konnte ich bei Tante Wiki ausführlicher nachlesen: (bulgarisch und mazedonisch: Pelagonija, griechisch: Pelagonia, albanisch: Pellgania oder Pellgazia). In Bakarno Gumno ist die ehemalige Nebenstrecke nach Sapotnica total verwachsen.

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Bild 19: Schmuckes Bahnhofsgebäude in Prilep und viel Fahrgastwechsel.

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Bild 20: Und noch immer fasziniert mich die Landschaft.

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Bild 21: Kahle Berge und Tabak im Vordergrund.

Eine Stunde nach Prilep kommen wir schließlich in Bitola an, mit nur mehr 23 Minuten Verspätung. 14 Minuten haben wir also insgesamt aufholen können. Diesmal denke ich daran, ausführlich zu fotografieren. Die meisten Gleise im Bahnhof sind unbenützt und werden wohl auch nicht mehr benötigt. Beim derzeitigen Streckenende könnte ich natürlich noch schauen gehen, ob die Gleise Richtung Kremenica bzw. Florina (Griechenland) noch liegen oder nicht, aber so viel Zeit haben wir auch wieder nicht (Laut [www.bueker.net] gibt es bis Kremenica noch Gütervekehr).

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Bild 22: Einfahrt in Bitola.

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Bild 23: Das war unser Waggon.

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Bild 24: Unser Zug nach der Ankunft in Bitola.

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Bild 25: Ein schmuckes Bahnhofsgebäude in Bitola.

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Bild 26: Dort ging es früher weiter nach Kremenica und Florina (Griechenland).

Wir wollen ja mit einem Bus nach Ohrid weiterfahren, dessen Fahrplan ich mir nur ungefähr ausrechnen konnte - anhand von vagen Fahrzeitberechnungen. Gleich hinter dem Bahnhof ist der Busbahnhof, wie uns der Schaffner schon verraten hat. Dort sehe ich aber auf dem Fahrplan, daß der Bus schon um 11.03 Uhr abgefahren ist. Super! Meine Berechnung hätte ungefährt gepaßt, aber wir hatten eben zu viel Verspätung. Ich frage am Schalter, der nächste Bus geht erst um 13.15 Uhr und kostet etwa 250 Denari (rund 4 Euro). Da wäre unser Aufenthalt in Ohrid schon sehr kurz. Wir müssen ja auch den Bus nach Kicevo erwischen. Was sollen wir machen? Wir wollen noch überlegen, verlassen einmal das Kassa-Gebäude des Busbahnhofs. Kaum draußen, hören wir schon: „Taxi, Taxi?“ – Nun ja, warum eigentlich nicht? Aber ob er auch nach Ohrid fährt? Selbstverständlich! Was kostet es? 30 Euro! Wir zögern. „Es ist ein Mercedes, mit Klimaanlage, ganz neu! – okay 25 Euro!“ – Nun, wir sind auf jeden Fall viel früher als mit dem nächsten Bus in Ohrid. So teuer kommt es ja dann doch nicht: 12,50 Euro pro Person für etwa 70 Kilometer, bei uns würde eine Eisenbahnfahrkarte teurer kommen. Okay, wir sagen zu. Steigen ein in den wirklich bequemen Mercedes und los geht das nächste Abenteuer: eine Fahrt auf Mazedoniens Straßen.

Taxifahrt nach Ohrid
Die Strecke ist wirklich schön. Zunächst geht es über zahlreiche Kreuzungen und immer wieder mit Abbiegen aus der ziemlich großen Stadt hinaus. Bitola (albanisch: Manastir, türkisch: Manastır, aromunisch: Bitule, bulgarisch: Bitolja, griechisch: Monastiri, serbisch: Bitolj) ist immerhin die drittgrößte Stadt in Mazedonien und hat 86.000 Einwohner. Die ausführliche Geschichte beschäftigt uns jetzt nicht, wir fahren nur durch, aber schon die vielen Namen in vielen Sprachen zeigen, wie alt und bedeutsam die Stadt gewesen sein muß bzw. noch ist. Hier leben außer Mazedoniern auch Albaner, Roma, Türken und Aromunen.
Als wir aus der Stadt heraußen sind, kommen wir in eine wunderschöne Landschaft, die (wieder einmal!) an Österreich erinnert: hier ist es sehr grün, es gibt viele Wälder und wir fahren bergauf in Richtung zu einem Paß. Die Straßen sind zwar nicht besonders gut, aber für die 70 km bis Ohrid werden wir nur wenig mehr als eine Stunde benötigen. Der Fahrer (er spricht Englisch mit uns) erzählt uns, daß die Gegend hier nicht nur waldreich ist, sondern im Winter auch schneereich. Auf dem Weg nach Ohrid passieren wir sogar zwei Pässe mit 1170 bzw. 1190 Metern Seehöhe. Leider mache ich während der Fahrt keine Fotos. Wir plaudern aber immer wieder mit dem Fahrer, er erklärt und auch einiges, vor allem, als wir dann schon in die Ebene gelangen, in der Ohrid (am Ohridsee) liegt. Als er fragt, wo wir aussteigen wollen, nennen wir natürlich den Busbahnhof. Dann brauchen wir diesen nicht zu suchen und können gleich den Fahrplan für den Bus nach Kicevo erkunden sowie die Fahrkarten kaufen. Wir wollen ab Kicevo ja wieder mit der Bahn nach Skopje zurückfahren.

Ankunft in Ohrid
Ich habe auch hier – wie öfter auf dem Balkan – den Eindruck, daß sich auf den Busbahnhöfen das eigentliche Transportgeschäft abwickelt. Auch bekommt man hier schnell und einfach seine Fahrkarten (meist sind es Platzkarten), es ist lediglich schwer, außerhalb des gewünschten Abfahrtsortes zu ergründen, wann es Busse gibt. So konnte ich also im Internet nur Abfahrten von Skopje herausfinden, aber weder Ankunftszeiten noch Abfahrtszeiten von anderen Orten.
Wir beschließen, den Bus um 16 Uhr zu nehmen, weil wir mit diesem den einzigen Abendzug von Kicevo nach Skopje (Abfahrt 19.15 Uhr) auf jeden Fall erreichen werden. Mit dem späteren Bus wäre das ein Risiko gewesen. Natürlich berechnen wir eine etwaige Verspätung auch ein!
Zu Ohrid müßte ich eigentlich noch bemerken, daß mir der Name dieser Stadt schon als Jüngling bekannt war. Als ich noch als Lehrling in der Buchhaltungsabteilung der Magistratsabteilung 6 in Wien arbeitete, hatte ich bei der Telefonverrechnung viele Gespräche nach Ohrid zu verbuchen. Damals (1970/71) waren Telefongebühren noch sauteuer! Ein Ortsgespräch 7 Cent je Minute, Zone 7 (von Wien nach Bregenz zum Beispiel) kostete pro Minute sagenhafte 55 Cent!!
Zurück zur Balkanreise: Nach dem Kauf der Busfahrkarten (210 Denari, also 3,50 Euro) können wir den Weg in die Stadt bzw. zum See antreten. Dabei schauen wir natürlich genau auf die Uhr, um zu wissen, wie lange wir zurück zum Busbahnhof brauchen werden. Das Wetter ist wunderschön sonnig und warm. Der Busbahnhof liegt etwas außerhalb, wir gehen daher über unspektakuläre Straßen mit ebensolchen Häusern, und genau das macht die Straße auch so authentisch und interessant. Es herrscht viel Verkehr, denn Ohrid ist DER Urlaubsort Mazedoniens schlechthin. Hierher kommen nicht nur Mazedonier sondern auch Urlauber aus den Nachbarländern und von weiter weg. Grund genug, mehr über Ohrid zu erfahren:

Ohrid
Die Stadt hat etwa 42.000 Einwohner und war schon in der Antike eine multikulturelle Stadt mit Illyrern, Makedonen und Griechen. Auch heute leben mehrere Volksgsruppen in der Stadt, die auf albanisch Ohër oder Ohri heißt, auf türkisch Ohri, auf griechisch Achrida. 85% der Einwohner sind Mazedonier, 5% Albaner, 4% Türken (!), außerdem auch Roma, Serben, Bosniaken und Torbeschen (das sind moslemische Mazedonier). 90% der Einwohner gehören der Orthodoxen Kirche an, 10% dem Islam. Laut Wikipedia ist das friedliche Miteinander der Volksgruppen ein bedeutendes Merkmal von Ohrid.
Ohrid liegt auf 700 Meter Seehöhe am Ohridsee und gehört bereits seit 1980 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Abgesehen von Skopje besitzt Ohrid den einzigen internationale Flughafen Mazedoniens. Eine Bahnlinie von Kicevo über Ohrid nach Albanien ist in Planung.


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Bild 27: Auf dem Weg Richtung Ohrid-See.

Stadtspaziergang
Wir kommen also mehr und mehr in das Zentrum der Stadt und es umfangen uns daher auch mehr und mehr Touristen. Je näher wir dem Seeufer kommen, umso mehr Leute sind unterwegs. Es gibt jede Menge Geschäfte, Lokale, Cafés usw. Wir spazieren zunächst am Seeufer entlang und finden dann kleine Gassen, durch die wir schlendern. In der Ferne sind am anderen Seeufer die albanischen Berge zu sehen. Die Straße Kosta Abraš führt uns direkt zur nicht zu übersehenden uralten Kirche Sv. Sofija aus dem 10. Jahrhundert. Sie wurde im 15. Jahrhundert zu einer Moschee umfunktioniert und verlor dadurch einen Teil der inneren Pracht. Heute finden hier Kulturveranstaltungen statt. Ob sie auch noch als Kirche genutzt wird, weiß ich nicht, denn hinein gehen wir nicht (müßten Eintritt zahlen).

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Bild 28: Erster Blick auf den Ohrisee.

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Bild 29: Sv. Sofija: an der Hinterseite sieht man noch die Notenpulte einer Musikveranstaltung. Die Fassade wird wohl als Hintergrund bei Konzerten genutzt, auf der nicht sichtbaren Seite sind Sitzgelegenheiten wie bei einem Amphitheater aufgebaut.

Wir spazieren weiter und sehen schon in der Ferne die Kirche des Hl. Johannes von Kaneo. Sehr attraktiv auf einem Felsen über dem See gelegen, ein schöner Aussichtspunkt. Wir spazieren also durch kleine Gassen weiter. Unterwegs gibt es viele schöne Ausblicke auf den See und viele alte Häuser. Schließlich kommen wir zu der kleinen alten Kirche (13. Jahrhundert), ich habe eigentlich schon genug von orthodoxen Kirchen und gehe nicht hinein. Ich genieße lieber den Ausblick und die schattigen Sitzplätze unter den Bäumen hier. Dann gehe ich rundherum auf kleinen felsigen Steinwegen. Es ist wunderschön hier!

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Bild 30: Auf dem Weg nach Kaneo: südliches Flair an den Hängen von Ohrid.

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Bild 31: Die Bucht von Ohrid ist hinter dem Felsen versteckt: auch am Steilhang gibt es Häuser und man sieht auch ein Stück Strand in der kleinen Bucht im Vordergrund.

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Bild 32: Eine sehr schöne Lage am See: St. Johannes von Kaneo aus dem 13. Jahrhundert.

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Bild 33: Nicht weit davon: die Festung Samoil.

Um nicht den gleichen Weg zurückzugehen, folgen wir Hinweisschildern zu einer Festung, außerdem kommen wir auf dem Weg dorthin an einer großen Ausgrabungsstätte vorbei. Hier scheint man eine neue Kirche zu errichten. Durch Waldwege kommen wir dann zur Festung Samoil, das muß einmal eine stattliche Burg gewesen sein. Dann geht es an einer weiteren Kirche vorbei durch alte Gassen wieder in Richtung Stadtzentrum. Wir suchen uns den Weg nach Gefühl und kommen durch sehr nette kleine Gassen mit vielen alten Häusern, die meisten von ihnen gehören saniert. Man erkennt die ursprüngliche Architektur, ich finde das alles sehr interessant und bin froh, daß wir diesen Umweg gewählt haben.

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Bild 34: Ein schöner Blick auf die Stadt Ohrid.

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Bild 35: Kleine Gassen mit gemischter Bebauung.

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Bild 36: Und immer wieder uralte Gemäuer: hier eine alte Kirche (wohl nicht mehr benützt).

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Bild 37: Interessante Architekturdetails.

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Bild 38: Und wieder in der Fußgängerzone des Touristenmekkas Ohrid.

Wieder in der Stadt nahe beim Seeufer finden wir dann die Fußgängergasse, die parallel zur Straße verläuft, durch die wir vom Busbahnhof zum See gegangen sind. Wir gehen hier durch, wo viele Touristen spazieren gehen und wo alles voll von Geschäften ist. Wir kommen dabei auch an einer Slastarnica vorbei und ich schwenke selbstverständlich sofort hier rein: Kaffee und Kuchen paßt nun perfekt! Die Auswahl an Süßigkeiten ist ziemlich groß und alles sieht sehr lecker aus. Der Kaffee ist gut (und größer als üblich). Ähnlich wie in Sarajevo ist die Süßigkeit aus Bisquit, Krokant und Früchten mit Eiklarschnee versehen (und nicht mit Schlagobers). Ich mag das! Wir kommen schließlich zu einem alten Zentrum, einer Einkaufsgasse namens Sveti Klement Ohridski. Hier kommen wir an einem Friseurladen vorbei, und ich überlege schon wieder, ob ich nicht doch hineingehen sollte, meine langen Haare kürzen zu lassen. Und ich tue es sogar!

Beim türkischen Friseur in Ohrid
Zu dem Zeitpunkt weiß ich noch nicht, daß in Ohrid auch Türken leben. Ich nehme also Platz, der Friseur beginnt mit seiner Arbeit und ich fühle mich sehr wohl bedient, fürstlich sozusagen. Erinnert mich an meine Kindheit, wo das auch bei uns so ähnlich war. Das sprachliche Problem ist kein großes, irgendwie radebrechen wir, ich kann mich nicht mehr erinnern, in welchen Sprachen. Im Radio höre ich Türkisch, es ist aber ein mazedonischer Sender. Wieso ich das erkenne, weiß ich nicht mehr. Ich frage den Friseur auch danach und er bestätigt, daß er Türke ist und daß es hier Türken gibt und auch ein türkisches Radioprogramm. Am Beginn wird mein Hals mit einem Puder eingerieben, bevor der Mantelumhang umgebunden wird. Am Ende des Haarschnitts wird noch der Bart ein wenig getrimmt, danach wird mein Gesicht mit irgendeinem Puder oder einer Creme eingerieben, also auch Stirn und Wangen. Tut irgendwie gut, so behandelt zu werden. Ich fühle mich erfrischt. Kosten? 150 Denari (2,50 Euro). Erschreckend wenig. Ich bin unsicher, wieviel ich ihm geben soll, ohne aufdringlich zu wirken oder krösushaft. Ich entscheide mich für 170 Denari und hoffe, daß er nicht beleidigt ist und daß es angemessen ist.
Auf dem weiteren Weg Richtung Busbahnhof kommen wir über einen großen Markt. Da ich schon länger kein Obst gegessen habe, will ich mir hier irgendwas kaufen, um zu Vitaminen zu kommen. Ich stehe bei einem Stand, schaue und überlege, der Verkaufer preist seine Ware, heißt mich zu kosten. Die blauen Trauben sind sehr gut, nicht übermäßig süß. Es gibt auch diverse Nüsse (auch Cashew-Kerne) und auch unterschiedliche Rosinen. Da ich nur für jetzt ein wenig was haben will, sind die Mengen natürlich zu groß, die mir der Verkäufer anbietet. Auch hier erinnere ich mich nicht, welche Sprachen wir benützt haben, aber wir haben einander nicht schlecht verstanden. Er war ziemlich polyglott. Jedenfalls ist er so nett und gibt mir eine Mischung aus Nüssen, hellen und dunklen Rosinen, Kichererbsen und ähnlichen Dingen in ein Sackerl, dazu die gewählten Trauben. 35 dag Trauben und 20 dag Knabbereien, alles zusammen für 100 Denari (1,66 Euro). Ob ich ihm Trinkgeld gegeben habe, weiß ich nicht mehr. Ich bin hochzufrieden und dankbar und habe nun gutes Zeug zum Knabbern und Naschen. Und es ist kein Industriefraß sondern reine Natur.

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Bild 39: Wunderbare Knabbereien auf dem Markt von Ohrid.

Busfahrt Ohrid - Kicevo
Nun gehen wir weiter auf der bekannten Straße Richtung Busbahnhof. Wir kommen etwa 20 Minuten vor der Abfahrt dort an. Es geht sich noch ein Bier aus, dann sehen wir schon am Abfahrtsplatz einen Bus einfahren. Es ist der Bus nach Kicevo. Nach einigen Minuten Warten dürfen wir einsteigen. Auf unseren Fahrkarten ist die Sitzplatznummer vermerkt und auf den Sitzen im Bus prangt auch sehr groß die jeweilige Nummer. Jeder sucht sich schön brav seinen Platz und nach wenigen Minuten fahren wir ziemlich pünktlich ab.
Die Landschaft ist ähnlich wie zwischen Bitola und Ohrid, ändert sich jedoch, je näher wir Kicevo kommen. Die Fahrt dauert nicht ganz eineinhalb Stunden. Unterwegs bleiben wir manchmal stehen, wo es nicht nach Haltestelle aussieht, wo Leute mit ihren Plastiksackerln aussteigen, die in der Stadt zum Einkaufen waren. Die ganze Szenerie erinnert mich irgendwie an daheim, zum Beispiel an das Osttirol meiner Kindheit. Jedenfalls fühle ich mich rundherum sehr wohl. Es gibt wenig Dörfer hier und viel Landschaft. Etwa um 17.20 Uhr kommen wir in Kicevo beim Bahnhof an. Ein sehr armselig wirkendes Bahnhofsgebäude aus Beton, das wohl schon bessere Zeiten gesehen hat. Ich schaue mich gleich mal um und mach einige Aufnahmen. Es gibt keine geöffnete Kassa, alles sieht verlassen und unbenützt aus. Viele Glascheiben (von Zwischenwänden) sind zerschlagen. Als Fahrplan gibt es – wie in Bitola auch – nur den Abfahrtsplan von Skopje, den man auch im Internet finden kann.

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Bild 40: Busfahrplan in Kicevo: Unser Bus war der 16.00 (Vracanje, also Rückfahrt) ab Ohrid.

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Bild 41: Das Innere des Bahnhofs Kicevo.

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Bild 42: Am Autobusschalter ist immer was los, er ist als einziger auch geöffnet!

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Bild 43: Bahnhof und Gleisanlagen sehen nicht gerade so aus, als wäre hier viel Betrieb. Es gibt auch nur 3 Züge pro Tag. Blick Richtung Süden (wo die Fortsetzung nach Albanien geplant ist).

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Bild 44: Gesamtansicht des Bahnhofs Kicevo von der Straßenseite.

Spaziergang und Abendessen in Kicevo
Wir haben nun fast zwei Stunden Zeit bis zur Abfahrt unseres Zuges und beschließen, uns ein Restaurant für ein Abendessen zu suchen. Das sollte sich doch ausgehen. Gesagt – getan. Wir gehen Richtung (vermuteter) Innenstadt. Ob es wirklich eine Innenstadt gibt, läßt sich nicht beurteilen. Gleich beim Bahnhof sehen wir einen Museumszug aufgestellt. Die Lok ist von Henschel in Kassel gebaut (1917) und hat eine Spurweite von 600 mm. Ob das hier einmal eine Waldbahn oder eine Schmalspurbahn war, weiß ich natürlich nicht.

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Bild 45: Blick vom Bahnhof Richtung Stadt mit dem aufgestellten Museumszug.

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Bild 46: Der ganze Zug ist noch mit JŽ beschriftet.

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Bild 47: Allerdings prangt auf der Rauchkammertür bereits ein MŽ.

Kurz danach überqueren wir eine wichtige Straße, auf der uns viele Richtungsschilder auffallen. Bemerkenswert ist die Mehrsprachigkeit: Mazedonisch-Albanisch-Englisch.

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Bild 48: Mehrsprachige Aufschriften.

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Bild 49: Auf dem Weg zu einem Restaurant: Stadtansicht Kicevo.

Die Straße ist breit und führt Richtung Berghang, dort ist dann auch abrupt Ende. Es geht dort nur mehr links oder rechts weiter. Unterwegs fallen uns jede Menge ausländischer Autos (Nummerntafeln!) auf, eine große Zahl aus Illinios (USA), aber auch Alaska und einige andere Bundesstaaten sowie Kanada (das sind fast nur SUV, also „Geländelimousinen“), weiters besonders viele Schweizer, Norweger und Schweden, aber auch viele Deutsche und Österreicher. Das alles, erfahren wir später, sind Auslands-Mazedonier, die im Sommer nach Hause kommen und hier Ferien machen.
Unterwegs sehen wir nur Pizzerias oder Bars und ähnliche Lokalitäten, in denen wir keinesfalls etwas essen möchten. Am Ende des breiten Boulevards gibt es jedoch ein Hotelrestaurant mit überdachter Terrasse, hier beschließen wir etwas zu essen. Die Speisekarte ist nur mazedonisch. Eigentlich hege ich den Wunsch, endlich mal Šopska zu versuchen, ein Salat mit Schafkäse, der in Bulgarien und Mazedonien als typische Spezialität gilt. Und das nehme ich auch als Vorspeise. Ich bin allerdings überrascht, wie riesig die Portion ist. Als Hauptspeise nehme ich einfach das Nächstbeste, was angeboten wird, nämlich Kremenadla Ražnic. Da das auf Mazedonisch geschrieben ist, mit dem K mit Akzent als letztem Buchstaben, erkenne ich zu spät, daß es sich dabei nur um die aus Kroatien bekannten Ražnjici handeln kann. Aber zu spät. So kann eine ungewohnte Schreibweise täuschen! Natürlich heißt das nicht, daß sie nicht gut waren! Wir sind jedenfalls ziemlich satt und haben zum Schluß schon Angst, daß der Kellner zu spät kommt, damit wir zahlen können. Wir wollen bzw. dürfen ja nicht unseren Zug versäumen. Da es ein sehr exklusives Restaurant war, kostet das Essen auch entsprechend, aber 640 Denari (10,70 Euro) inklusive Trinken kann man dennoch nicht als teuer bezeichnen.

Als wir dann zum Bahnhof zurückkommen, etwa 5 Minuten vor der planmäßigen Abfahrt unseres Zuges, bleibt noch genügend Zeit für weitere Bilder, denn natürlich ist der Zug noch nicht da, also auch in der Ankunft verspätet! Er kommt erst um 19.26 an, das sind 32 Minuten Verspätung! Ich beziehe meinen Posten auf der anderen Seite des Bahnhofs, wo eine klapprige kleine Holzbrücke über einen Bach die Verbindung zu Straße und Wohngebieten auf der anderen Seite des Bahnhofs herstellt. Das Überschreiten der Gleise stellt hier natürlich kein Problem dar und ich habe auch gar keine Sorge, daß mich irgendjemand hindern oder sich kritisch darüber äußern könnte. Erwartungsgemäßig kann ich den einfahrenden Zug auch fotografieren, obwohl wegen der dämmerigen Lichtverhältnisse das Bild nicht sehr scharf wird.

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Bild 50: Ankunft des Zuges 6904 von Skopje, gezogen von der 642-401.

Bahnfahrt Kicevo - Skopje
Fahrplan IR6905:
19.15 plan / 19.37 echt ab Kicevo
21.19 plan / 21.55 echt an Skopje
149 Tarifkilometer.

Die Lok muß noch umsetzen und ich habe genug Zeit, um den Bahnsteig wieder zu erreichen. Als wir in den Zug einsteigen (die gleiche Gattung Waggons wie im Zug nach Bitola, daher auch halbwegs bequeme Sitze), grüßt ein Einheimischer auf Deutsch, so als ob er uns kennen würde und bittet uns, sich zu ihm ins Abteil zu setzen. Worauf ich, da wir ja schon unser Abteil gewählt haben, antworte, daß er ja zu uns kommen kann, wenn er will, wir bleiben hier. Und tatsächlich kommt er dann auch und setzt sich zu uns. Er spricht sehr gut Deutsch (war Gastarbeiter in Deutschland), aber natürlich auch Mazedonisch und Albanisch – und Romanes! Wie er ziemlich schnell erzählt, ist er ein Rom. Er erzählt fast seine ganze Lebensgeschichte. Er war in Deutschland, hat dort viel Pech gehabt, oft mit Papieren Schwierigkeiten gehabt, hat dort ein Kind, aber seine Frau oder Freundin hat ihn verlassen, er ist dann leider nach Mazedonien zurückgekehrt, dann gab es hier auch einen Krieg (2001), und zwar innerhalb des Landes (davon wußte ich bis dahin nichts), er bereut es, zurückgekommen zu sein, in Deutschland würde es ihm besser gehen. Er möchte sein Pferd verkaufen, um nach Deutschland zurückzufahren, wo er seinen Sohn suchen möchte, der schon über 20 Jahre alt sei, den er nur als Baby gesehen hat, er hat nur Adressen von den Nachbarn, nicht von seiner damaligen Frau oder Freundin. Das wäre der größte Blödsinn seines Lebens gewesen, jetzt sei er hier verheiratet und habe 4 Kinder, sie zu ernähren sei sehr schwierig. Er hätte viel Pech gehabt, hätte viel versäumt, und so weiter und so fort. Irgendwie ist es nicht uninteressant, was er alles zu erzählen hat. Man bekommt direkt einen Einblick in die Situation der Leute hier. Daß er ein Rom ist, sei nicht so sehr ein Problem, obwohl es auch viele Roma gäbe, die es nicht so leicht hätten. Käme eben drauf an.

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Bild 51: Wieder ein relativ bequemes Abteil, auch wenn es optisch nicht ganz so bequem aussieht.

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Bild 52: Die Landschaft sieht in diesem Tal doch anders aus als in Pelagonien.

Wegen der vielen Gespräche komme ich kaum dazu, die Landschaft anzuschauen und Bilder zu machen. Im Abteil hängen Vorhänge mit der Aufschrift „Optima“, die Wagen dürften also einmal im „Optima-Express“ verwendet worden sein. Als der Schaffner kommt, zeigt sich, daß der Mann keine Fahrkarte hat. Er erklärt dem Schaffner, daß er zu wenig Geld hat und bietet ihm alles an, was er zu haben vorgibt. Der Schaffner geht auf den Handel ein, nimmt das Geld und läßt den Mann weiterfahren. Uns erzählt er, daß er sei in Ohrid gewesen sei, um einen Bekannten aus Deutschland zu treffen, der sei aber nicht gekommen. Nun sei er enttäuscht und weiß nicht, was er tun soll. Und wieder erklärt er, er möchte nach Deutschland, seinen Sohn suchen. Ob wir glauben, daß er ihn finden wird, fragt er immer wieder. Ich kann und will ihm keine Hoffnungen machen, erkläre immer wieder, wie schwierig die Lage für Fremde in Mitteleuropa geworden ist. Eigentlich staune ich, daß er uns nicht anbettelt.
Draußen gibt es sehr viel Gegend und wenig Siedlungen. Als die Siedlungen mehr und interessanter werden, ist es schon zu dunkel zum Fotografieren. Lediglich ein Bild mit Moschee und Mond gelingt trotz Unschärfe einigermaßen.

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Bild 53: Ein unscharfes Bild zwar, man möge es mir aber wegen des Motivs verzeihen! Unbearbeitet – um 20.27 Uhr aus dem fahrenden Zug fotografiert. Unweit von Gostivar.

In Gostivar steigt der junge Kerl (jung? Etwa 40-45 Jahre) aus. Als der Zug schon fast steht, bedankt er sich für die Reisebekanntschaft und fragt im letzten Moment dann schließlich doch noch, ob wir nicht ein wenig was haben für seine Kinder. Da der Zug schon bremst, überlege ich nur kurz: das wenige mazedonische Geld, daß ich noch habe, werde ich eigentlich nicht mehr brauchen können, morgen geht es nach Griechenland, wo soll ich das Geld dann noch umwechseln? Wer wird mazedonische Denari überhaupt annehmen? Also gebe ich ihm kurzentschlossen den Inhalt meiner Geldbörse. Das werden ungefähr 900 Denari gewesen sein, also 15 Euro. Und selbst wenn es ein Gauner gewesen wäre, mir ist es egal, er hat seine Sache jedenfalls gut gemacht, soll glücklich werden damit! Mir tut es nicht weh.
Nach Gostivar wird es schon ziemlich dunkel, Fotos gelingen nicht mehr. Irgenwann nach 21 Uhr stinkt es gewaltig. Möglicherweise Kieselsteine, die auf den Gleisen gelegen sind. Der Zug bremst und bleibt stehen. Hier ist keine Station. Der Schaffner und die Security-Leute steigen aus und schauen mit Taschenlampen unter den Zug. Wir verstehen nichts vom Palaver. Nach einigen Minuten Aufenthalt geht die Fahrt weiter, aber wir hören deutlich die Flachstelle auf dem Rad, es klappert schon ziemlich stark. Ich muß zugeben, daß mir jetzt, wo es so dunkel geworden ist, doch manchmal etwas mulmig wird in diesem Zug. Es ist das einzige Mal auf der ganzen Reise, daß ich ein Gefühl von leichter Unsicherheit spüre. Immer wieder kommen seltsame Typen an unserem Abteil vorbei und schauen herein und fragen irgendwas, was wir nicht verstehen. Und dazu muß man sagen, daß wir im ersten Wagen hinter der Lok sitzen, also fast am Anfang des Zuges. Es kommt uns nicht ganz geheuer vor, wir sind ja alleine in unserem Abteil. Allerdings kommt auch der Schaffner ziemlich oft vorbei und auch Security-Leute kommen oft vorbei. Es passiert aber nichts Bedenkliches.

Als wir in Skopje ankommen ist es fast 22 Uhr, das bedeutet 35 Minuten Verspätung! Zur Abfahrsverspätung von 15 Minuten sind also noch 20 hinzugekommen! Gespenstisch ist es auf dem Bahnhof: weder auf dem Bahnsteig (Nummer 5) noch auf dem Stiegenabgang gibt es Licht. Wir tappen im Dunkeln hinaus Richtung Ausgang. Die anderen zwei Bahnsteige sind schon ein wenig beleuchtet. Morgen trennen sich unsere Wege: Mein Freund fährt nach Wien zurück und ich fahre Richtung Thessaloniki. Wir können schon mal Wetten abschließen, welcher unserer Züge morgen früher abfahren wird: der 7.40 Uhr-Zug nach Thessaloniki oder der 9 Uhr-Zug nach Beograd. Die Antwort kommt im nächsten Teil!

Fortsetzung:
Teil 11: Skopje-Thessaloniki-Athen



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:01:16:22:20:03.
Hallo Gustav,
und wieder ein sehr informativer Beitrag - und wirklich spannend.
Sehr witzig fand ich die Geschichte von Eurem Reisebegleiter auf dem letzten Teilstück. Ein begnadeter Gaukler, der sich mit seiner netten und kreativen Geschichte sein Geld wohl redlich verdient hat. Well done! (Ausserdem sind es ja solche Episoden, die man sich letztendlich merkt und auch in der Erinnerung mit der Reise in Verbindung bringt.)
Obwohl hier ein Bahnforum ist: das offenbar frischlackierte Auto auf Bild 12 mitsamt seinem Dachgepäckträger hat was.
LG Andreas

Re: [MK]Balkan-Abenteuer Teil 10: Skopje-Bitola-Ohrid-Kicevo-Skopje (m53B)

geschrieben von: ehemaliger Teilnehmer

Datum: 13.01.11 21:37

zum Firmenlogo auf der 642.4: MŽ Transport AD ist ein/das neue EVU der Mazedonischen Eisenbahnen. Die MŽ selber werden sich wohl langfristg auf das Netz (als EIU) beschränken.

Gruß,
Joachim
Danke für den Kommentar!
Ja, solche kleinen Fiats gibts in Mazedonien noch relativ viele...
Und solche Geschichten sind wirklich die Würze des Urlaubs. Mir hat es irgendwie Spaß gemacht!

Und danke an Joachim für die Aufklärung des neuen Logos!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:01:13:21:47:56.

Brigadlok

geschrieben von: ODEG

Datum: 13.01.11 22:03

Hallo,
ein sehr hübscher Bericht.
Die HF-Maschinen in Mazedonien haben (soviel ich weiß) folgenden Hintergrund:
"Die 230 km lange Ohridabahn von Skopje über Gostivar nach Ohrid zählt zu den bedeutendsten 600-mm-Bahnen Süd-Ost-Europas. (...)
Der 168 km lange Abschnitt von Gostvar nach Ohrid blieb bis 1966 in Betrieb."
(Helmuth Lampeitl, Schmalspur-Romantik in Osteuropa, Freiburg 2003, S. 9)

Viele Grüße

Benjamin
Guten Abend,

ja wieder eine super Arbeit erledigt !
Weiter so und wir warten auf den nächsten Teil !

Beste Grüße
D461

Wieder sehr interessant, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 13.01.11 22:56

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen: [www.drehscheibe-online.de]
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[MK] Museumszug Kicevo (m.L.)

geschrieben von: Reinhard

Datum: 18.01.15 09:13

Hallo,

zu dem in Kicevo stehenden Museumszug habe ich einen Link zu einem kurzen Dokumentarfilm zugesandt bekommen:

Ohrid-Express lautet der Name des Films (12:30 Minuten, gedreht 1965? oder 1972). Die Schmalspurbahn Ohrid-Kicevo ist nicht allein das Thema, aber der Film enthält einige nette Bahnszenen.

Link: OhridExpress





2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:01:18:09:17:51.