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Auf Schienen vom Kapitalismus in den Sozialismus und zurück - 13.000km mit dem Zug durch Asien und ein bisschen Europa

Teil 27: Eine kurze Einführung in die kambodschanische Eisenbahn


Erst einmal wünsche ich allen Lesern ein gutes neues Jahr. Wie ihr bereits im letzten Rätsel erfolgreich geraten habt, geht die Reise jetzt weiter nach Kambodscha. Ich habe mich dazu entschlossen, die Beiträge hier nicht ganz chronologisch einzustellen, denn nach meinem Vietnam-Abschnitt habe ich per Flugzeug einen Abstecher nach Myanmar gemacht. Dieser Abstecher war aus eisenbahntechnischer Sicht der Höhepunkt der gesamten Reise und um die Spannung zu halten, gibt es die Berichte zu Myanmar erst ganz am Ende dieser Reihe. Daher wie gewohnt zunächst einmal eine kleine Einführung in die Eisenbahn Kambodschas.

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Bild 1: Wie dieser Güterwagen unmissverständlich zeigt, geht es in diesem Bericht
um die Eisenbahn in Kambodscha (gesehen am Bahnhof von Phnom Penh).



Fakten zum kambodschanischen Eisenbahnnetz


Mit ca. 180.000km2 und 14 Mio. Einwohnern gehört Kambodscha zu den kleineren Ländern in Südostasien, dementsprechend überschaubar ist auch das Eisenbahnnetz. Insgesamt gibt es ein meterspuriges Netz mit genau 650km Streckenlänge und zwei Strecken: eine führt von der Hauptstadt Phnom Penh über Battambang und Sisiphon nach Poipet an der Grenze zu Thailand. Für kurze Zeit gab es 1942 – 1946 einen Anschluss nach Thailand, der in Kürze wieder reaktiviert werden soll. Die zweite Strecke führt ebenfalls von Phnom Penh zum einzigen kambodschanischen Tiefseehafen in Sihanoukville, gleichzeitig liegt das größte Zementwerk Kambodschas in Kampot an der Strecke. Beide Strecken sind eher unspektakulär, sie überqueren keine großen Flüsse und führen meist schnurgerade durch pottebene Landschaft. Eine dritte Strecke, die von Phnom Penh über Kompong Cham nach Loc Ninh in Vietnam führen soll, befindet sich gerade in der Planungsphase.

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Bild 2: Karte des Eisenbahnnetzes von Kambodscha


Die Strecke nach Sisiphon/Poipet hatte meist nur Bedeutung im regionalen Personenverkehr, grenzübergreifende Züge bis nach Bangkok gab es nur für wenige Jahre. Im Güterverkehr wurden hauptsächlich landwirtschaftliche Güter befördert. Dagegen war die Strecke nach Sihanoukville immer für den Güterverkehr wichtig. Neben dem Hafen in Sihanoukville sorgte auch das Zementwerk in Kampot mit mehr als 100.000 Tonnen Fracht pro Jahr für ordentlichen Gütertransport.

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Bild 3: Einst wurden an diesen Schaltern im Bahnhof von Phnom Penh Fahrkarten verkauft.
Als ich im Dezember 2009 in Phnom Penh war, ruhte der gesamten Schienenverkehr in Kambodscha.


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Bild 4: Der Güterverkehr spielte vor allem auf der Strecke von Phnom Penh nach Sihanoukville eine große Rolle.
Hier wird im Güterbahnhof von Phnom Penh gerade ein Zug mit Zementsäcken aus dem Zementwerk in Kampot entladen
(das Bild hängt an einer kleinen Fototafel im Bahnhofsgebäude von Phnom Penh).


Während der Kolonialzeit kam hauptsächlich rollendes Material aus Frankreich zum Einsatz. Später wurden Loks und Waggons durch Exemplare aus anderen Ländern wie z.B. Deutschland, Tschechoslowakei oder China ergänzt. Nach dem Bau gab es keine größeren Investitionen mehr in die Eisenbahninfrastruktur, alles wurde auf Verschleiß gefahren und so musste Ende 2009 der gesamte Eisenbahnverkehr eingestellt werden, um das Netz einer kompletten Sanierung zu unterwerfen. Mehr dazu aber im nächsten Abschnitt, wenn es um die Geschichte der Eisenbahn in Kambodscha geht.

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Bild 5: Zu Anfangszeiten verkehrten auf der kambodschanischen Eisenbahn französische Dampflokomotiven wie
dieses Exemplar von Franco-Belge, das mittlerweile am Eingang zum Bahnhofsgelände in Phnom Penh als Denkmallok
aufgestellt ist (den Lokomotiven der kambodschanischen Eisenbahn werde ich noch einen extra Bericht widmen).


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Bild 6: Die im Bahnhof von Phnom Penh aufgereihten Güterwaggons (auch ihnen werde ich noch einen separaten
Bericht widmen) zeigen einen ganz guten Querschnitt durch das rollende Material der kambodschanischen Eisenbahn.



Streckentafel
Phnom Penh – Poipet (-Arayanprathet)
Phnom Penh - Sisiphon338km
Sisiphon Poipet 48km
Phnom Penh – Sihanoukville
Phnom Penh - Sihanoukville264km
Phnom Penh – Loc Ninh (geplant!)
Phnom Penh - Loc Ninh (Vietnam)225km



Ein kurzer Abriss der Geschichte der kambodschanischen Eisenbahn


Die Eisenbahn in Kambodscha ist noch recht jung, hat aber schon eine bewegende Geschichte hinter sich. Kein Wunder, war doch die Geschichte Kambodschas im 20. Jahrhundert ebenfalls sehr bewegt. War das kambodschanische Khmer-Reich noch bis ins 14. Jahrhundert die führende Macht in Südostasien, was sich auch an den beeindruckenden Tempelanlagen von Angkor zeigt, wurde es immer mehr zwischen den neuen Regionalmächten Thailand und Vietnam aufgerieben. Die nördlichen Gebiete wurden von den Thais erobert und im Süden schnappten sich die Vietnamesen das Mekong-Delta. Nachdem die Vietnamesen das Mekong-Delta 1859 an die Franzosen abtreten mussten, wandte sich der kambodschanische König hilfesuchend an die neue Kolonialmacht und so wurde Kambodscha 1863 zunächst französisches Protektorat. Nach und nach nahmen die Franzosen aber mehr und mehr Einfluss auf die Politik und die Verwaltung, bis Kambodscha schließlich 1887 in der Indochinesischen Union aufging und de facto französische Kolonie wurde, auch wenn Kambodscha offiziell eine Monarchie blieb. Da es kaum Bodenschätze gab und die Bevölkerung von den Franzosen als eher faul verachtet wurde („Die Vietnamesen pflanzen den Reis, die Kambodschaner schauen ihm beim Wachsen zu, und die Laoten lauschen, wie er wächst“), gab es auch zunächst keine allzu großen Investitionen in die Infrastruktur. Während die Engländer ihre Kolonien meist schnell mit einem Eisenbahnnetz überzogen, hielten sich die Franzosen zurück und bauten zunächst nur in Vietnam Eisenbahnstrecken (siehe meine Berichte zur Geschichte der Yunnan-Bahn und der Vietnamesischen Eisenbahn).

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Bild 7: Der Ta-Prohm-Tempel aus dem 12. Jahrhundert in Angkor (das Bild entstand bei meiner ersten großen Asienreise 2005)


Erst 1930 begannen die Franzosen mit dem Bau der 386km langen Eisenbahnstrecke von Phnom Penh nach Poipet an der Grenze zu Thailand. Zwei Jahre nach Baubeginn wurde der Bahnhof in Phnom Penh eingeweiht, die Fertigstellung der Strecke erfolgte dann erst während des Zweiten Weltkrieges 1940. Die Königlichen Staatseisenbahnen Thailands schlossen dann 1942 noch mit Unterstützung der Japaner die Lücke zum thailändischen Eisenbahnnetz, so dass erstmals direkte Züge zwischen Bangkok und Phnom Penh verkehren konnten.

Während des Zweiten Weltkrieges blieb Kambodscha zunächst unter Kontrolle des französischen Vichy-Regimes, auch wenn die Japaner faktisch das Land besetzt hielten. 1941 setzten die Franzosen den jungen Prinz Sihanouk auf den Thron in der leichtsinnigen Annahme, dass sie ihn einfach kontrollieren könnten. Selbiger erklärte aber 1945 zur großen Überraschung der Franzosen die Unabhängigkeit Kambodschas. Zwar erlangten die Franzosen nach Ende des Zweiten Weltkrieges nach kurzzeitiger britischer Besatzung wieder die Kontrolle über Kambodscha, aber ihre Tage in Indochina waren gezählt. Da Thailand die anti-französische Unabhängigkeitsbewegung in Kambodscha unterstützte, wurde am 17. Dezember 1946 nach gerade mal vier Jahren der Zugbetrieb zwischen Thailand und Sisphon/Battambang wieder eingestellt. Nachdem die Franzosen in Vietnam immer mehr unter Druck gerieten und der Widerstand auch in Kambodscha immer stärker wurde, mussten sie 1954 die Kambodschaner schließlich endgültig in die Unabhängigkeit entlassen.

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Bild 8: Nach der Unabhängigkeit Kambodschas wurde aus der französischen Kolonialbahn die
Königliche Eisenbahn Kambodschas (Schild am Eingang zum Bahnhofsgelände in Phnom Penh)


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Bild 9: Der Mobilfunkmast und das moderne Bürogebäude im Hintergrund täuschen, auch heute noch zählt
Kambodscha zu den ärmsten Staaten der Welt. Im Schatten dieses am Betriebswerk von Phnom Penh
abgestellten Kesselwagens haben sich Kambodschaner mit einfachsten Mittel einen Wohnsitz geschaffen.
Auch in vielen im Bahnhofsgelände abgestellten Eisenbahnwaggons haben sich ganze Familien häuslich eingerichtet.


Sihanouk regierte das Land mit straffer Hand, versuchte aber auch die Infrastruktur zu verbessern. So entstand einer neuer Tiefseehafen in Sihanoukville, der zwischen 1960 und 1969 mittels französischer, westdeutscher und chinesischer Hilfe über eine neue, 264km lange Eisenbahnstrecke an Phnom Penh angebunden wurde. Jetzt besaß Kambodscha eine zweite Eisenbahnstrecke, geriet allerdings immer mehr in den Strudel des im Nachbarland wüteten Vietnamkrieges. Bereits 1969 fielen die ersten amerikanischen Bomben auf Kambodscha, da die Nordvietnamesen ihren berühmten Ho-Chi-Minh-Pfad auch über kambodschanisches Territorium führten, und das Land versank immer mehr im Chaos.

Im Jahre 1975 begann dann wohl der dunkelste Abschnitt der jüngeren kambodschanischen Geschichte. Die Roten Khmer hatten zunächst in den ländlichen Gebieten immer mehr Zulauf und als sie am 17. April 1975 schließlich in Phnom Penh einmarschierten, hatten sie faktisch die Kontrolle über Kambodscha. Von der Bevölkerung zunächst als Befreier gefeiert, zeigten sie aber schnell ihr anderes Gesicht und errichten wohl eine der schrecklichsten Gewaltherrschaften der jüngeren Geschichte. Mittels Folterungen und Massenexekutionen versuchten die Roten Khmer unter Führung Pol Pots ihre steinzeitliche Philosophie (eine Mischung aus Kommunismus, Maoismus und reiner Agrarwirtschaft) umzusetzen. Wohl mehr als 2 Millionen Menschen (und damit fast die Hälfte der damaligen Bevölkerung) fielen diesem „Experiment“ zum Opfer. Der Westen verurteilte zwar offiziell die Gewaltherrschaft, insgeheim unterstützte er aber gemeinsam mit China die Roten Khmer, da diese sich inzwischen mit den Vietcong, die mittlerweile ganz Vietnam regierten, zerstritten hatte. Frei nach dem Motto „der Feind meines Feindes ist mein Freund“ wurden die Roten Khmer zu Angriffen auf Südvietnam ermuntert. Dies wurde den Vietnamesen schließlich nicht mehr tatenlos hingenommen, 1979 marschierten sie in Phnom Penh ein und vertrieben die Roten Khmer in den Nordwesten Kambodschas. Während dieser gesamten Zeit war an einen normalen Zugbetrieb natürlich nicht mehr zu denken und nach dem Einmarsch der Vietnamesen befand sich die gesamte Eisenbahninfrastruktur in einem desolaten Zustand.

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Bild 10: Dieser im Bahnhofsgelände von Phnom Penh abgestellte Güterwaggon spricht Bände über den Zustand der
kambodschanischen Eisenbahn, die die letzten Jahrzehnte durch Mangelwirtschaft und Bürgerkrieg geprägt wurde.


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Bild 11: Szene am Bahnbetriebswerk von Phnom Penh. Die Schienen im Vordergrund sind schon zugewuchert und die
Infrastruktur vergammelt. Im Prinzip fast genau das gleiche Szenario wie bei der Deutschen Bahn. Während aber wohl
kaum ein Deutscher in der Holzbaracke leben könnte, wären viele Kambodschaner froh über eine solche Unterkunft.


Nachdem die Vietnamesen eine neue Regierung eingesetzt hatten, wurde der Zugbetrieb wieder aufgenommen, allerdings sorgten ständige Guerilla-Attacken durch die Roten Khmer und weitere Bürgerkriegsgruppen immer wieder für Unterbrechungen des ohnehin nur notdürftigen Zugbetriebs. Erst 1991 wurde endlich ein Friedensvertrag geschlossen, aber bis 1998 leisteten versprengte Truppen der Roten Khmer weiter Widerstand. Deswegen und aufgrund der immer noch zahlreich vergrabenen Landminen verkehrten die Züge noch lange mit gepanzerten Loks und Waggons.

Durch halbwegs geordnete Wahlen 2002 geriet Kambodscha nach Jahrzehnten von Bürgerkrieg und Chaos wieder in ruhigeres Fahrwasser. Die nur notdürftig Instand gesetzte Eisenbahn fuhr komplett auf Verschleiß, die eigentlich täglich verkehrenden Züge zwischen Phnom Penh und Battambang fuhren immer unregelmäßiger meist nur noch einmal die Woche. Für die nicht einmal 300km benötigten die Züge meist über 14 Stunden, bei den zahlreich vorkommenden Entgleisungen konnte die Fahrt auch schon mal mehrere Tage dauern. Zwar versuchte man durch neue chinesische Lokomotiven und vereinzelte Ausbesserungsmaßnahmen an der Strecke den Zugverkehr zu verbessern. Aber Strecken und rollendes Material waren zu marode, die Entgleisungen und Unfälle häuften sich. Im Jahre 2008 transportierte die Eisenbahn gerade mal noch 500.000 Passagiere und 350.000 Tonnen Güter, wobei sie nur einen Umsatz von 2 Mio. $ generierte. So wurde Anfang 2009 der Personenverkehr eingestellt und am 23. November 2009 verkehrte auch der letzte Güterzug auf dem Abschnitt nach Sihanoukville.

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Bild 12: Mittels neuer chinesischer Lokomotiven versuchte man Anfangs des neuen Jahrtausends, die Eisenbahn in
Kambodscha wieder etwas aufzupäppeln (das Bild hängt an einer kleinen Fototafel im Bahnhofsgebäude von Phnom Penh).


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Bild 13: Nach Jahrzehnten von Chaos, Misswirtschaft und Bürgerkrieg erholt sich Kambodscha so langsam wieder.
In der Hauptstadt Phnom Penh wachsen die Häuser schon wieder gen Himmel. Auch der Bauboom in der Hauptstadt
machte die Sanierung der Strecke von Phnom Penh zum Zementwerk in Kampot erforderlich, denn auch das Straßennetz
ist in Kambodscha noch hoffnungslos unterentwickelt (aber auch hier wurden in den letzten Jahren schon gewaltige
Fortschritte erzielt). Im Vordergrund sieht man den alten Güterschuppen und abgestellte Güterwaggons.


Damit hätte die Geschichte der Eisenbahn in Kambodscha enden können. Aber zum Glück kam es etwas anders. Die Nachbarstaaten und die Chinesen haben schon lange Interesse daran, den sogenannten „Trans-Asian-Railway-Link“, der eine direkte Eisenbahnverbindung zwischen Singapur und Kunming in China herstellt, endlich zu realisieren. Dazu muss nur noch die Lücke in Kambodscha geschlossen werden. So spendete Malaysia bereits 2006 alte Schienen und Schwellen, die beim Neubau der malaiischen Strecke zwischen Rawang und Ipoh (von dieser Strecke bekommt ihr dann auch noch etwas zu sehen, wenn wir in Malaysia angekommen sind) ausgebaut wurden. Zudem sagte die „Asian Development Bank“ einen 80 Mio. Kredit zu, um den Abschnitt zwischen Arayanprathet (Thailand) und Sisiphon (Kambodscha) wieder zu reaktivieren. Diese Strecke wurde nach der faktischen Stilllegung 1946 zu den Zeiten der Roten Khmer größtenteils abgebaut. Ursprünglich sollten die Arbeiten 2010 abgeschlossen sein, es kam aber aus verschiedensten Gründen zu Verzögerungen, zudem muss die Strecke rund um Poipet neu trassiert werden, da auf der alten Trasse auf kambodschanischer Seite mittlerweile einige Kasinos stehen.

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Bild 14: Alter Weichenhebel im Bahnhofsgelände von Phnom Penh. Nachdem die Zukunft der Eisenbahn in
Kambodscha aufgrund der hoffnungslos heruntergewirtschafteten Eisenbahninfrastruktur einige Zeit unsicher war,
hat man mittlerweile die Weichen umgestellt und fährt nach einer Generalsanierung in eine hoffnungsvolle Zukunft.


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Bild 15: Im Hintergrund zeugen die modernen Hochhäuser schon vom wirtschaftlichen Aufschwung. Bei der Eisenbahn sah
es 2009 noch nicht so rosig aus. Alle verfügbaren Gleise im Bahnhofsgelände waren mit Güterwaggons vollgestellt, da der
Zugverkehr ruhte. Links sieht man hinter den Waggons und vor dem Baukran die Silhouette des Bahnhofgebäudes von Phnom Penh.


Parallel dazu wurde unter chinesischer Führung eine Studie erstellt, die den Bau einer neuen, 225km langen Strecke zwischen Phnom Penh und Loc Ninh (Vietnam) zu Kosten von 500 Mio. $ vorschlägt. Die hohen Kosten entstehen hauptsächlich durch den Bau zweier riesiger Brücken, um den Tonle Sap und den Mekong zu überqueren. Der Bau wurde inzwischen beschlossen, allerdings gibt es noch offene Frage, z.B. bezüglich der Finanzierung, so dass die Bauarbeiten (zumindest auf kambodschanischer Seite) noch nicht begonnen haben.

Schnell stellte sich aber heraus, dass der Bau der beiden noch fehlenden Abschnitte nichts bringt, wenn das bestehende Netz in Kambodscha selbst viel zu marode ist. Da sich der kambodschanische Staat nicht in der Lage sah, das bestehende Netz zu sanieren, vergab er am 12. Juni 2009 eine 30-jährige Konzession an das „Toll Royal Railways“-Konsortium, das zu 55% der australischen Toll-Firmengruppe und zu 45% kambodschanischen Investoren gehört. Die Konzession beinhaltet die Erneuerung/Instandsetzung des bestehenden Netzes (Phnom Penh – Sihanoukville und Phnom Penh – Sisiphon), den Bau eines neuen Güterbahnhofes in den Außenbezirken Phnom Penhs, sowie den Wiederaufbau der Strecke von Sisiphon nach Poipet als auch den Betrieb auf diesen beiden Strecken sowie der Anbindung nach Vietnam nach deren Fertigstellung. Das Konsortium erhält dazu eine Unterstützung von 140 Mio. US$ durch die „Asian Development Bank“ und australischer Entwicklungshilfe.

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Bild 16: Mit einfachsten Mitteln versuchte man zwischenzeitlich, die Strecken zu erneuern. Inzwischen
geht man das ganzes systematisch an und in Kürze wird das kambodschanische Eisenbahnnetz wieder
generalüberholt sein (das Bild hängt an einer kleinen Fototafel im Bahnhofsgebäude von Phnom Penh).


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Bild 17: Viele Brücken litten unter der mangelnden Wartung und den unzähligen Zerstörungen während
des langen Bürgerkrieges (das Bild hängt an einer kleinen Fototafel im Bahnhofsgebäude von Phnom Penh).


Als ich im Dezember 2009 in Kambodscha war, waren in Phnom Penh noch keinerlei Aktivitäten zu sehen, in Battambang war ein französischer Ingenieur mit ein paar Einheimischen gerade dabei, ein paar Draisinen zu bauen, um damit die Strecke zu bereisen und eine erste Aufnahme notwendiger Arbeiten zu machen. Der Schwerpunkt der Instandsetzung liegt zunächst auf der Strecke Phnom Penh – Sihanoukville, da sich an der Strecke in Kampot ein großes Zementwerk befindet und der einzige Tiefseehafen Kambodschas in Sihanoukville wieder dringend an die Hauptstadt angebunden werden muss. Für mich sah das damals so aus, als würde sich die ganze Arbeit noch einige Jahre hinziehen. Seither scheint das Projekt aber erheblich an Fahrt aufgenommen zu haben. Denn bereits im Oktober 2010 verkehrte schon wieder der erste Zug zwischen Kampot und Phnom Penh. Bis Mai diesen Jahres soll dann die gesamte Strecke bis Sihanoukville wieder befahrbar sein und ein täglicher Personenzug verkehren. Bereits diesen Monat soll auf dem fehlenden Teilstück Sisiphon – Poipet der Verkehr wieder aufgenommen werden. Das verbleibende Stück von Sisiphon nach Phnom Penh soll dann schließlich im Februar 2012 wieder regulären Verkehr aufweisen und die dann heute rund um Battambang verkehrenden „bamboo trains“ wieder ablösen. Es sieht also so aus, als ob die kambodschanische Eisenbahn nach vielen Jahrzehnten Miss- und Mangelwirtschaft endlich wieder in eine hoffnungsvolle Zukunft blicken kann. Dem gebeutelten Land und seinen oft noch traumatisierten Bewohnern ist dies jedenfalls zu wünschen.

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Bild 18: Als ich im Dezember 2009 in Kambodscha war, lag die Bahn in einem Dornröschenschlaf.
Mittlerweile wurde sie aber zum Glück wieder von einem australischen Prinzen wach geküsst.


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Bild 19: Noch wachsen die Bäume der kambodschanischen Eisenbahn nur aus alten Güterwaggons und noch
nicht in den Himmel. Aber um die Zukunft der Bahn in Kambodscha scheint es nicht schlecht bestellt zu sein.



Zeittafel
1930Beginn der Bauarbeiten an der Strecke Phnom Penh - Poipet
1932Eröffnung des Bahnhofes von Phnom Penh
1940Fertigstellung der Strecke Phnom Penh - Poipet
1942Lückenschluss zum thailändischen Eisenbahnnetz in Arayanprathet
17.12.1946Einstellung der Strecke Poipet – Arayanprathet
1960Beginn der Bauarbeiten an der Strecke Phnom Penh - Sihanoukville
1969 Fertigstellung der Strecke Phnom Penh - Sihanoukville
2008Beschluss zur Reaktivierung der Strecke Sisiphon – Poipet - Arayanprathet
23.11.2009Letzter Güterzug auf dem alten Streckennetz
10/2010Erster Güterzug auf dem sanierten Teilabschnitt Phnom Penh - Kampot
01/2011Wiederaufnahme Zugverkehr auf der reaktivierten Strecke Sisiphon – Poipet - Arayanprathet
05/2011Wiederaufnahme Zugverkehr auf der sanierten Strecke Kampot – Sihanoukville
02/2012Wiederaufnahme Zugverkehr auf der sanierten Strecke Phnom Penh – Sisiphon



Quellen

Homepage Toll Royal Railways Konsortium
Aktueller Bericht zu den Sanierungsmaßnahmen
Wikipedia-Artikel Rail Transport in Cambodia


In den nächsten Berichten gibt’s dann einige Bilder vom Bahnhofsgelände in Phnom Penh. Wie oben beschrieben, ruhte der Zugverkehr als ich dort war, trotzdem entstanden einige hoffentlich interessante Fotos, die ich euch nicht vorenthalten will. Ich hoffe, dass ihr dann wieder mit dabei seid.




Zugliste


Zug		Von			Nach			Kilometer	Land	Traktion	Spurweite

S3		Niederhöchstadt		Frankfurt(Main)Hbf	  11,8		DE	Elektr.		1435mm
ICE 75		Frankfurt(Main)Hbf	Zürich HB		 449,6		DE/CH	Elektr.		1435mm
IC 585		Zürich HB		Chur			 116,1		CH	Elektr.		1435mm
R 1169		Chur			San Murezzan/St.Moritz	  89,25		CH	Elektr.		1000mm
RE 1145		Bravuogn/Bergün		Preda			  12,57		CH	Elektr.		1000mm
R 1658		Poschiavo		Ospizio Bernina		  21,294	CH	Elektr.		1000mm
R 1641		Morteratsch		Diavolezza		   4,635	CH	Elektr.		1000mm
R 1658		Poschiavo		Ospizio Bernina		  21,294	CH	Elektr.		1000mm
RE 1124		St.Moritz		Chur			  89,25		CH	Elektr.		1000mm
IC 570		Chur			Zürich			 116,1		CH	Elektr.		1435mm
S6		Zürich			Baden			  22,53		CH	Elektr.		1435mm
S6		Baden			Zürich			  22,53		CH	Elektr.		1435mm
S6		Zürich			Baden			  22,53		CH	Elektr.		1435mm
IR 1972		Baden			Basel SBB		  65,9		CH	Elektr.		1435mm
ICE 370		Basel SBB		Freiburg Hbf		  66,8		CH/DE	Elektr.		1435mm
RB31603		Freiburg Hbf		Littenweiler		   7,22		DE	Elektr.		1435mm
RB31620		Littenweiler		Freiburg Hbf		   7,22		DE	Elektr.		1435mm
ICE 270		Freiburg Hbf		Frankfurt(Main)Hbf	 294,4		DE	Elektr.		1435mm
S3		Frankfurt(Main)Hbf	Niederhöchstadt		  11,8		DE	Elektr.		1435mm
S3		Niederhöchstadt		Frankfurt(Main)Hbf	  11,8		DE	Elektr.		1435mm
S8		Frankfurt(Main)Hbf	Frankfurt-Flughafen	  11,4		DE	Elektr.		1435mm
Chollima	Pyongyang Yonggwang	Pyongyang Puhung	   1,5(ca.)	KP	Elektr.		1435mm
Zug Nr. 5	Pyongyang		Sinuiju-(Grenze DPRK)	 225		KP	Elektr.		1435mm
K 28		(Grenze China)-Dandong	Beijing			1132		CN	Diesel		1435mm
K 177		Beijing Xi		Datong			 368		CN	Elektr.		1435mm
2671		Datong			Xi'an			1006		CN	Elektr.		1435mm
Z94		Xi'an			Suzhou			1425		CN	Elektr.		1435mm
K8418		Suzhou			Huangshan (Tunxi)	 588		CN	Diesel		1435mm
K155		Huangshan (Tunxi)	Guilin Bei		1277		CN	Diesel		1435mm
K181		Guilin Bei		Kunming			1265		CN	Diesel		1435mm
LC4		Lao Cai			Hà Nôi			 294		VN	Diesel		1000mm
SE3		Hà Nôi			Sài Gòn			1730		VN	Diesel		1000mm

								10787,523



Weitere Bildimpressionen aus Kambodscha

Weitere Bildimpressionen von mir aus Kambodscha auf Flickr. Zum Anschauen auf eines der Bilder oder den Link klicken:

http://farm5.static.flickr.com/4038/4469902389_7c88f56374_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4001/4469925519_3031bf3380_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4018/4470887440_e0988a208b_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4005/4470411069_5ef18e57a2_t.jpg Kambodscha http://farm5.static.flickr.com/4033/4470537343_436c667361_t.jpghttp://farm3.static.flickr.com/2702/4470545013_8644d2070d_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4014/4470445487_0189ef0203_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4030/4470109497_b9bd5060b6_t.jpg




Inhaltsverzeichnis


Prolog
  • Teil 0: 13.000km mit dem Zug durch 10 Länder, aber wo? BÜ-Bilderrätsel mit 10 Bildern
  • Teil 1: Prolog - Warum ich mit dem Zug 13.000km durch die Gegend gereist bin

  • Schweiz
  • Teil 2: Ein Kurzabstecher in das kapitalistische Musterland - Bilder von der Albulabahn
  • Teil 3: Über den Bernina zurück nach Deutschland

  • Nordkorea
  • Teil 4: "Willkommen im sozialistischen Paradies" - Eine Einführung zu Nordkorea (Teil A)
  • Teil 4: "Willkommen im sozialistischen Paradies" - Eine Einführung zu Nordkorea (Teil B)
  • Teil 5: Unterwegs mit der atombombensicheren Metro in Pyongyang - (Teil A)
  • Teil 5: Unterwegs mit der atombombensicheren Metro in Pyongyang - (Teil B)
  • Teil 6: Zugimpressionen aus Nordkorea und ein schweres Verbrechen
  • Teil 7: Mit O-Bussen durch den Alltag in Pyongyang
  • Teil 8: Mit der Tram durch Pyongyang - Eine Stadtrundfahrt (Teil A)
  • Teil 8: Mit der Tram durch Pyongyang - Eine Stadtrundfahrt (Teil B)
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil A: Die Vertreibung aus dem "sozialistischen Paradies"
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil B: Verwirrung an der Grenze

  • China
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil C: Zurück im Kapitalismus?!
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil D: Im Morgenlicht nach Beijing
  • Teil 10: Eine kurze Einführung in die chinesische Eisenbahn
  • Teil 11: Mit dem Zug von Beijing nach Datong
  • Teil 12: Mit dem Zug von Datong nach Xi'an
  • Teil 13: Mit dem Zug von Xi'an nach Suzhou
  • Teil 14: Suzhou nach Huangshan (Tunxi)
  • Teil 15: Von Huangshan (Tunxi) nach Guilin
  • Teil 16: Von Guilin nach Kunming
  • Teil 17a: Schmalspurbahnen in Yunnan - Die Geschichte der Yunnan-Bahn
  • Teil 17b: Schmalspurbahnen in Yunnan - Weitere Schmalspurbahnen und Eisenbahnprojekte in Yunnan
  • Teil 17c: Schmalspurbahnen in Yunnan - Historische Schmalspurfahrzeuge im „Yunnan Railway Museum“
  • Teil 17d: Schmalspurbahnen in Yunnan - Historische Dampflokomotiven im „Yunnan Railway Museum“

  • Vietnam
  • Teil 18 (Rätsel): Wie hängen diese Bilder zusammen?
  • Teil 19: Viele verschiedene V-Loktypen - Eine kurze Einführung in die vietnamesische Eisenbahn
  • Teil 20: Ein Abend im „Bia Hoi“-Garten mit Bahnhofsblick in Lao Cai
  • Teil 21a: Mit Baguette und Zug, aber leider ohne Rotwein von Lao Cai nach Hanoi
  • Teil 21b: Mit Baguette und Zug, aber leider ohne Rotwein von Lao Cai nach Hanoi
  • Teil 22a: Auf Schienen durch Häuserschluchten und über Bahnübergänge in Hà Nôi – Teil A
  • Teil 22b: Auf Schienen durch Häuserschluchten und über Bahnübergänge in Hà Nôi – Teil B
  • Teil 23a: Mit Millionticket, verstopften Toiletten, Siemens-Lok und Regen im Wiedervereinigungsexpress von Hà Nôi nach Sài Gòn – Teil A
  • Teil 23b: Mit Millionticket, verstopften Toiletten, Siemens-Lok und Regen im Wiedervereinigungsexpress von Hà Nôi nach Sài Gòn – Teil B
  • Teil 24: Die Geschichte der Zahnradbahn von Thap Cham nach Da Lat
  • Teil 25: Hochzeit auf einer Dampflok in Da Lat

  • Kambodscha
  • Teil 26: Um welches Eisenbahngefährt handelt es sich hier? - Rätsel


  • Edit: Link auf nächsten Bericht ergänzt



    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:01:13:21:58:48.

    Wieder sehr interessant, danke! :-) (o.w.T)

    geschrieben von: Roni

    Datum: 07.01.11 21:12

    (Dieser Beitrag enthält keinen Text)
    lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
    http://raildata.info/raildatabanner1.jpg
    Ausgezeichnet, wie gut Du recherchieren kannst! Das ist eine ziemliche Arbeit! Aber hochinteressant, denn von dort weiß unsereiner ja rein gar nichts... Vielen Dank!
    Hallo.

    Wieder mal ein sehr schöner Bericht mit außergewöhnlichen Fotos. Vielen Dank dafür.
    Flo1979
    Bild 12: Mittels neuer chinesischer Lokomotiven versuchte man Anfangs des neuen Jahrtausends, die Eisenbahn in
    Kambodscha wieder etwas aufzupäppeln (das Bild hängt an einer kleinen Fototafel im Bahnhofsgebäude von Phnom Penh).
    Laut dieser Webseite wurden die Loks noch nie eingesetzt: [www.phantasrail.com]
    Richard Gennis (Januar 2007)
    2004 Chinese built locos BB 1060 and BB 1061. Delivered to Phnom Penh in late 2004 but have never worked as they are too heavy for the track and have the wrong type of couplers, they are normally kept hidden away in a shed. Corruption is suspected and they have never been paid for, they are never likely to work in Cambodia.
    Die Seite hat übrigens auch einige sehr schöne Bilder zum Thema Kambodscha zu bieten.

    Grüße Nachtzugnutzer

    EDIT: Jahreszahl zum Kommentar hinzugefügt.



    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:01:07:23:31:11.
    Vielen Dank für das Lob. In der Tat, für so einen Bericht gehen mit allem Drum und Dran schon mal gute 10 Stunden drauf. Da ich mich aber insbesondere für Eisenbahngeschichte interessiere, investiere ich die Zeit gerne.

    Viele Grüße

    Florian
    Vielen Dank für die Ergänzung. Dass das marode Schienennetz den Einsatz der Loks nicht zuließ, wundert mich nicht. Ob die Loks noch in den Schuppen stehen, kann ich nicht sagen, da die Schuppen komplett verriegelt und abgeschlossen waren. Aber vielleicht kommen sie ja nach der Streckensanierung wieder zum Einsatz. Und wenn die Chinesen den Anschluss nach Vietnam finanzieren, bekämen sie sogar noch Kontakt mit ihren chinesischen Schwestern, die in Vietnam ja im täglichen Einsatz stehen.

    Viele Grüße

    Florian
    Hallo und Danke für diesen und die folgenden Berichte.

    Waren in Battambang und/oder Pursat noch irgentwelche Eisenbahnfahrzeuge abgestellt?

    Schöne Grüsse,
    Thomas.
    Auch vielen dank fuer diese sehr ausfuerlche und gut recherchierte Bericht. Bit selber immer etwas misstrauisch ob dort solche ehrgeizige projekte gelingn werden, aber es sieht sich gut aus. Dann geht es schon im Kurze wiedr los mit eine Rundfahrt Bkk-Grenze-Pnom Penh-Sihanouk, und vielleicht sogar, wenn die thai und Khmer sich letztendlich doch ein wenig einigen koennten, durchgehend International!
    Hallo Thomas,

    in Battambang waren keinerlei rollfähigen Eisenbahnfahrzeuge mehr abgestellt, in Pursat war ich leider nicht. In Battambang war ein französischer Ingenieur gerade dabei, mit Einheimischen "bamboo trains" zu bauen, um damit eine erste Bestandsaufnahme der Strecke Richtung Sisiphon zu machen. Er hatte mir auch bestätigt, dass man alle Loks und Waggons, die noch rollfähig waren, in Phnom Penh zusammengezogen hätte. Die Vielzahl der dort abgestellten Fahrzeuge ließ das Ganze plausibel erscheinen. Bezüglich der Fortschritte machte er sehr zurückhaltende Aussagen, u.a. solle die komplette Sanierung ohne Zuhilfenahme größerer Maschinen erfolgen, praktisch alle Brücken und Durchlässe müssten neu gebaut werden und rund um Poipet müsse man die komplette Strecke neu trassieren, da auf der alten Trasse Kasinos und Hotels stehen. Deswegen rechnete er nicht vor 2015 mit einer Wiederaufnahme des Zugverkehrs. Mittlerweile scheint die Sache aber so richtig ins Rollen gekommen zu sein.

    Zum Bahnhof Battambang werde ich dann auch noch einen ausführlichen Bericht hier posten.

    Viele Grüße

    Florian
    Und so schaute es aus als noch Züge fuhren:


    http://666kb.com/i/bq4vf0emkv6zvbn3y.jpg

    und hier sind ein Fahrzeug von Privatbahnen: ;-D

    http://666kb.com/i/bq4vgs96lwhfegnge.jpg

    Ein Alltag aus Kambodscha (2004)

    http://666kb.com/i/bq4vheal69p7y3q2m.jpg
    Hier ist ein kurze Film zu diesem Thema.

    [www.youtube.com]


    Viel Spass!

    Eine Eisenbahnreise muss Spaß bringen....:-)
    [www.youtube.com]