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[ES] - Herbst 10, Teil 6: in Spanien zurück bis nach León und nach Lena

Hoi Welt,

Teil 6: Portugal liegt hinter uns und in den nächsten zwei Tagen gab es nur sehr spärlich Sonnenschein, mit etwas Glück kriegten wir zwar immer mal wieder ein Sonnenbild hin, aber wirklich toll war es nicht. Dafür dann das Wochenende überbrückt und wir waren bereit für die nächsten Sonnentage ;)

Hier der Link zum Teil 0 und Teil 1: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 2: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 3: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 4: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 5: [www.drehscheibe-foren.de]

Achja, schaut euch mal den Kalender an ;) --> [bahnpics.com]
Vor dem Bericht findet ihr jeweils ein Link zu einer Karte mit eingezeichneten Route!




Samstag 02.10.10, Villagarcia - León

[maps.google.ch]

Samstage sind auch gute Tage, oder doch nicht? Weiss nicht .. schon wieder nicht ;). Auf jeden Fall begann der Tag für uns mit einer Überraschung beim Blick aus dem Fernster gegen 8 Uhr. Obwohl Sonne angekündigt, war alles dick mit Wolken verhangen, ja gar etwas geregnet hat es kurz. Daniel welcher beim Fenster lag berichtete zudem, dass unten auf der Strasse ein Markt aufgebaut wird – was auch die Frage nach dem Parkverbot auf der Strasse beantwortete. Zum Glück standen wir auf dem grossen Parkplatz …
Als ich mich aber zwecks Wettergück um 10 Uhr mal aufraffte und aus dem Fenster schaute sah ich nur, dass in Richtung Parkplatz auch Stände aufgebaut waren. Hmm, es war eh schon spät und so nutzten wir die Gelegenheit und gingen mal raus, schauen ob unser Auto noch da steht wo wir es gestern Abend hingestellt hatten. Es brauchte allerdings keine besonders hohe Intelligenz um zu merken, dass da wo unser Auto gestern noch Stand jetzt auch ein Markt ist … und WO IST UNSER AUTO?
Das war ja mal wieder bestens … und das gibt eine Urlaubsanekdote mehr, Auto verloren in Villagarcia, wegen dem Wochenmarkt.
Wir suchten etwas die Umgebung ab, wurden aber nicht fündig, nirgends glänzte uns ein rotes Auto entgegen (praktisch dieses Ilg-rot, sticht aus allem langweiligen allerlei heraus). Hmm, abgeschleppt, wohin? Wir wollten uns die Frage von der Hotelrezeption beantworten lassen, aber erst wenn es soweit ist. Denn wir hatten erst noch einen Termin mit dem Internet, dem Frühstück und dem Thron im Zimmer ;) Als alles erledigt war um etwa 11 Uhr stellten wir unser Gepäck bereit und gingen runter. Diesmal war jemand an der Rezeption der Englisch konnte und grinsend meinte man nur, unser Auto sei jetzt wohl bei der Polizei. Sie erklärten uns schnell wo das ist und wir machten uns durch den Markt auf den Weg.
Vor dem Polizeiposten der Polizia Comunale war dann schon der Polizeieigene Abschlepper zu sehen (das scheint in der Stadt wohl System zu haben ;)) und wir gingen mal rein. Irgendwie hatte de Beamte, der kaum Englisch sprach, sofort den richtigen Zettel zur Hand als wir meinten, unser Auto sei bei ihm. Kostenpunkt für das Abschleppen, 66 Euro, ein Schnäppchen! Für was genau die dann noch folgenden 20 Euro berechnet wurden wissen wir aber noch nicht, er versuchte es uns zu erklären mit “weil Sie nicht Spanier sind”. Touribonus für die Trinkgeldkasse bei der Polizei? Oder doch Busse für das Parken im Parkverbot? ;) Auch etwas befremdlich wirkte auf uns die 10min Zeit die er brauchte um uns zu sagen, wo das Auto steht, in der Zeit kommunizierte er mit ein paar Leuten per Funk betrf. unserem Wagen, irgendwie wusste er wohl nicht so recht wo der hingekommen ist?
Er war aber freundlich und bemüht und schenkte uns zum Schluss sogar noch einen Touriprospekt von der Stadt, auf Spanisch, bestens Dankeschön, können wir super gebrauchen! ;)
Dann liefen wir mal zum Platz wo unsere Karre stehen sollte, aber entgegen der Angabe auf dem Posten war irgendwie niemand da und auf unser klingeln öffnete auch niemand eine Türe oder ein Fenster. Hmm? .. egal, das Auto stand da drin gut, die 86€ Parkgebühren waren bezahlt und so konnten wir das Auto ja gleich noch etwas stehen lassen und uns um den Mark kümmern. Da gab es allerhand, vom frischen Fisch bis zur gefälschten Rolex, von 1 Euro Unterhosen bis zu 20 Euro Handtaschen. Wir liessen es beim gucken und holten nach de Mittag und einem kleinen Snack unser Gepäck aus dem Hotel, bezahlten und machten uns mit Sack und Pack durch das Gewusel auf zum Auto. Das Problem ob und wie wir nun ans Auto kommen löste sich von selber, das Tor zur Garage war sperrangel weit offen und ein Polizist war gerade dabei einer jüngeren Dame ihren abgeschleppten A3 auszuhändigen. Dann waren wir dran, auch hier war man freundlich und gab uns gegen Unterschrift das Auto. Schäden hat unser Nubira nicht davon getragen … aber so wirklich gefallen in der staubigen Garage hat es ihm auch nicht ;).
Dann war es endlich geschafft und wir fuhren mal raus aus diesem Ort in Richtung A Coruna, was so unsere grobe Richtung bis am Nachmittag werden sollte. Ein fixes Ziel am Abend war die Brücke über den/die/das Ulla (=Fluss) etwas südlich von Santiago de Compostela, da gibt es so ein Blick mit einer alten und einer neuen Brücke – aber dazu später mehr. Bis die im Licht sein sollte war aber noch Zeit, Licht? Wo? Na von der Sonne … hihi. Daran war aber nicht wirklich zu denken, obwohl sich mit unserer Abfahrt die ersten zaghaften blauen Löcher zeigten.
So guckten wir uns den gestern im Bahnhof abgestaubten Fahrplan an und stellten fest, Zugfahrt in etwas mehr als 30min, und dann gleich je ein Zug pro Richtung. So suchten wir uns und stellten uns in der nähe von Progeso auf eine Strassenbrücke. Motiv war zwar keins da, aber der Zug ist das Motiv, oder so ;) Auf jeden Fall kam dann kurz vor dem Zug so richtig die Sonne raus. Normalerweise weiss man ja wie sowas endet, in einem kleinen Unglück. Aber nicht so Heute! Das Triebwagengeschwür kam voll in der Sonne und hinter dem dunklen Hintergrund passt das bestens, auch wenn nur Wald zu sehen ist.

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Ein MD Zug von A Coruna nach Vigo bei Progeso nördlich von Villagarcia.

Der Zug in die Gegenrichtung wollten wir etwas weiter südlich quer knallen mit See im Hintergrund, passte auch alles, bis auf die Sonne die diesmal fehlte. Alle Autofahrer auf der Strasse waren dann froh als wir wieder weg waren, wir standen wohl so doof an der Fussgängerampel geparkt, dass da irgendein Sensor angesprochen hat und so die Fussgängerampel, obwohl niemand rüber wollte, mehr grün als rot war :-)

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Ein MD Zug von Vigo nach A Coruna bei Campanario.

Daniel war dann nicht mehr gewillt länger an der Piste zu sitzen und ausserdem zog auch das Wetter wieder komplett zu. Ohne recht zu wissen was wir wollten fuhren wir mal einen Supermarkt an und deckten uns mit einem richtigen Mittagessen ein, Streichkäse, Brot, etwas Wurst … mjam halt. Dann programmierten wir meinem dummen TomTom mal die Brückenstelle ein und folgten stupid den Anweisungen über Land bis wir auf einmal da waren wo wir wollten. Oder doch nicht? Immer im glauben eine Abendstelle anzufahren, nach dem Bild welches wir gesehen haben, merkten wir beim ranfahren, dass ist eine Morgenstelle! UUUPS. Warum dachten wir nur? Egal … konnte man so auch umsetzen, wenn auch nicht mit der neuen Brücke im Hintergrund, was auch einen Teil des Motivs ausmachen würde. Weil die Brücke der AVE Strecke ist noch im Bau, und wer hat schon mal ein Bild gemacht mit einer alten Bahnbrücke vor einer sich im Bau befindlichen neuen Brücke, die die alte Brücke in wenigen Jahren unnütz macht? Niemand … ebend, dazu zählen wir uns auch noch ;).
So war es natürlich nicht mehr nötig auf den Zug zu warten den wir für die Stelle am Abend auf dem Zettel hatten .. und wir konnten unser Vorhaben mit einem Regiozupaar verwirklichen.
Blick an den Himmel … mmmh, naja, viel mehr grau als blau, aber es bewegt sich alles, wer weiss also. So liefen wir zum Brückenkopf und schauten uns um wie man auf den Berg dahinter kommt. Aus der Ferne sah dies wieder mal sehr einfach aus, von nahem war das Gebüsch aber nicht mehr nur Knöchel hoch sondern eher Hüfthoch, gespickt mit Stachelkraut und Dornen. Ich Schlaumeier war natürlich immer noch in kurzen Hosen unterwegs und so liess ich Daniel nach halbem Weg ziehen, dass war mir definitiv den Aufwand und die verkratzten Beine nicht Wert.
So stand ich am Brückenkopf etwas höher und er quer ab auf einer Felsnase als die Planzeit für den Regio näher und näher rückte. Licht war .. nur der Zug kam nicht, oder war das rauschen vorhin? Nein doch nicht .. wieder nur der Wind. Er kam dann ziemlich unerwartet aber im verdammt letzten Sonnenlicht für die nächstem Stunden! Das macht den Regio an sich zwar nicht unbedingt schöner, aber die Mühen im Kraut waren nicht umsonst!

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Die direkte Strecke von Santiago de Compostela nach Ourense führt durch ein kleines Gebirge. Entsprechend mussten einige Kunstbauten errichtet werden, wie hier ein Steinbogenviadukt über den Fluss Ulla bei Ponte Ulla. Links nicht im Bild zu sehen steht übrigens bereits eine fast fertige Brücke der Neubaustrecke welche Parallel gebaut wird. Der Zug auf dem Bild ist ein Regionalzug von Santiago nach Ourense, einer der wenigen Züge auf der Strecke.

Zurück am Auto, die Wolkendecke war komplett zu und es begann richtig fest zu winden, assen wir mal unser Mittagessen auf und freuten uns über das Sonnenglück zum richtigen Zeitpunkt.
Der Regio in Richtung Santiago kam dann komplett im Schatten, mit etwas Bastelei hab ich trotzdem etwas probiert, was wohl als ziemlich erfolgloser Versuch gewertet werden darf.

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Ponte Ulla, der Gegenzug von Ourense nach Santiago auf der Brücke die mal für zwei Gleise gebaut wurde. Jetzt dient der Platz des zweiten Gleises als inoffizieller Wanderweg und als Aussichtsplattform der Besucher des "Informationsareals" über die Gegend, welche direkt am Brückenkopf installiert wurde.

Dann waren wir fertig an der Brücke, mehr als wir hatten lag nicht mehr drin und so peilten wir das nächste Ziel an, den Expresszug von Bilbao nach A Coruna – der Zug den wir eigentlich auf der Brücke hätten schiessen wollen. Die Fahrzeiten der Büchse (es war noch keine 16 Uhr, der Zug wäre an der Brücke um 19 Uhr noch was gewesen) sind ziemlich … gestreckt in dieser Gegend ;) Da wir direkt nach León wollten heute Abend und dies genau im Osten von uns lag, der Zug aber einen riesigen Schlenker nach Süden macht wollten wir ihm natürlich so weit wie möglich entgegen fahren, um Umweg zu sparen. Und es kam wie es kommen musste, das Navi meinte als Ankunft an der Strecke ; Zug da seit 10min durch, sagte das Kursbuch. Diese Negativen Punklandungen mag ich überhaupt nicht …
Aber mein dummes TomTom rechnet eh immer zu lange und so eilten wir ein wenig und holten Minute um Minute auf, die Spanischen Strassen machen es einem aber auch einfach. ;) Vor dem Ziel kam uns dann noch die Idee mal den aktuellen Fahrplan der in Digitaler Form auf dem Laptop liegt zu fragen ob die Fahrzeiten die wir aus dem letztjährigen Kursbuch hatten überhaupt noch stimmen. Und wie es sein muss, es passte natürlich nicht mehr, anstatt 30 nach sollte der Zug um 18 nach losfahren, somit waren wieder 12min Futsch, keine Chance zum aufholen .. so begannen wir den Zug zu vergessen, aber wollten es nicht unversucht lassen.
Als wir die Strecke erreichten fuhren wir den erstbesten Punkt in Südrichtung an und Konsultierten erneut das Kursbuch. Wir standen gleich am Bahnhof von Casco und stellten fest, vor 5min etwa sollte hier unser Expresszug ein Regio gekreuzt haben .. aber schon vorbei der ganze Zauber.
Wir wollten eigentlich schon fast los da rollt von hinten eine Regio Büchse in den Bahnhof und stellt sich ins Ausweichgleis. Doch noch nicht vorbei? Wir schauten an den Himmel und blickten der Sonne entgegen, mh, gut? JAA, nur um eine schlaue Stelle zu finden war es jetzt zu spät, denn der Expresszug mit den Wagen war in der Ferne schon zu sehen. Urks, schnell gingen wir runter und schossen den Eurosprinter mit den drei Wagen voll im Licht – mit der spitz stehenden Sonne.

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Eurosprinter 252 052 mit dem täglichen Schnellzug von Bilbao nach A Coruna bei Casco südlich von Monforte de Lemos.

Schnell eilten wir etwas weiter um den Regio noch nach zu knallen … aber so richtig gut war nichts und der Stress hat sich nicht so richtig gelohnt.

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Ein Regionalzug von Vigo nach Pontferrada bei Casco.

Weiter jetzt! Kaum gesagt waren wir wieder auf der Schnellstrasse und peilten León an. Die Strecke ist reizvoll, es ist eine Schnellstrasse die immer der Bahn folgend durch ein Flusstal nach Osten verläuft und natürlich immer mal wieder Möglichkeiten zum Fotografieren bietet.
Etwas sprach dafür, etwas dagegen .. also gegen Fototätigkeiten heute. Dafür: Wetter, wir hatten irgendwie die Wettergrenze erreicht und fuhren mehrheitlich in der Sonne nach Osten. Dagegen: Verkehr. Es ist wie überall, hat man mal eine wirklich Fotogene Strecke gefunden merkt man bald, es läuft nichts. Naja, ganz nichts läuft nicht, immerhin lief der Regio den wir vorhin geknipst haben noch drüber und der ist einholbar, ja und ein Zug kommt noch runter, aber in den Bergen ist dies mit dem Licht am Abend so eine Sache.
Ohne eile fuhren wir mal los und fanden dann Unmengen schöner Stellen, gestellt haben wir uns aber erst kurz bevor wir dem Zug der uns entgegen kam erreicht hatten, da konnten wir uns dann mit der Sonne wenigstens sicher sein. Gestanden sind wir an einer Brücke bei O Barco, wobei das Licht da wieder mal schön achsig war, die Stelle sonst war nett, genau so wie die grüssenden Leute auf der Strasse.
Bevor der Zug nach Westen kam rollte auch noch der Regio von hinten an uns vorbei und wir merkten erschreckt, es war nicht dieselbe Garnitur, obwohl laut Kursbuch der Zug durch läuft. Egal, es war zwar nicht dieselbe Garnitur, aber eine genau so schöne Regio Büchse mit der Aerodynamik eines Ziegelsteins.
Der Westfahrer war aber dann kein Regio sondern ein Medina Distanza Zug welcher aus einem für uns neuen Triebwagen gebildet war, nette Kiste, wirklich.

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Der Regionlazug nochmal bei O Barco.

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Ein MD nach Vigo ist einer der wenigen Züge der die Strecke komplett befährt, am Abend rollt er am Ortsausgang von O Barco nach Westen. Ein grosses Feuer ein Tal weiter hinten verdunkelte die Sonne leider unnötig, denn eigentlich war das Licht noch ziemlich stark, wie man an den Sonnigen Hängen hinten erkennen kann.

Auf dem Weg nach Osten sahen wir dann nachdem die Sonne weg war noch mal einen Zug nach Westen der aber nicht im Fahrplan stand … sonst geschah nichts mehr auf den Gleisen.
Schon wenig später kam die Autobahn und wir fuhren León immer schneller entgegen bis wir die Stadt schön einmal mit einem 270° Wendel umrundet haben. Unser 4**** Hotel am Stadtrand war schnell gefunden und wir trampelten in die Lobby. Ooops, so ganz in das Kundenklischee des Hotels passten wir zwar nicht, aber die Reservation war schon fix und man konnte uns nicht abspeisen mit dem alten “schon voll” Trick ;).
Das Zimmer ist nett, das Restaurant sicher auch, aber dafür nicht in unserer Preislage. So bestiegen wir ein letztes mal für Heute unser Auto und fuhren in die Stadt, Daniel wollte auch noch FEVE Bahnhof gucken. Klingt einfacher als es ist, was dem Parkplatz Problem in der Stradt geschuldet ist, aber das ist ja nicht neues. Nach zweimaligem Umrunden des ganzen Gelumpes stellten wir uns einfach frech vor das Bahnhofsgebäude und schauten uns mal um. Viel war ja nicht zu sehen, wie erwartet, aber … pff, was will man sonst ;)
Abendessen gab es heute ausnahmsweise mal wieder im gelben M, weil wir hatten keine Lust auf Parkplatzssuche – schade scheitert es an so etwas, aber das sind echt gute Gründe!.
Im Hotel warten wir jetzt auf den Sonntag, es scheint der Wettertechnisch schlechteste Tag des ganzen Urlaubs zu werden, da sind sich alle Wetterdienste mal einig, was als kleines Wunder bezeichnet werden darf … das sind die sich sonst NIE!




Sonntag 03.10.10, León - Lena

[maps.google.ch]

Ui, dunkel war es heute früh, dunkel und windig. Unser Fenster im 4ten Stock war auf und der Wind schüttelte und rüttelte an den Vorhängen und brachte etwas sehr kalte Luft in unser Zimmer. Der Regen prasselte an die Scheiben und wir verkrümelten uns unter die Bettdecken. Kein Tag zum Fotografieren, neinnein. Aber einer zum gucken!
Die Bergstrecke nach Oviedo lag vor unserer Füssen und die wollen wir unbedingt „erledigen“, die Eile ist geboten weil die Umfahrungsstrecke der alten Trasse schon fast fertig ist und je nach Quelle bereits nächstes Jahr eröffnet werden soll! Und da wir die zwei / drei Tage in die Strecke investieren wollen bietet es sich natürlich an jetzt schon zu wissen, wann man wo was machen kann, oder eben nicht. Dafür eignen sich Regentage besser als keine anderen … mmh, wobei Sonne auch geht, wenn es denn keine Regentage gibt (komisch, nicht? ;)).
Wir verzögerten aber die Sucherei so lange wie nur möglich, 12 Uhr war Check-Out Time, und um 5vor12 waren wir draussen, aber nicht nur wir, unten an der Rezeption war alles voll mit Leuten, die wohl verzögert haben, wie wir. Wir fuhren dann raus an die Strecke, mit der Karte auf den Knien, dem Navi in den Fingern und dem Kuli neben dran navigierte ich uns durch das schlechte Wetter, an guten Stellen wanderte ein Kringel in die Karte, an schlechten ein X. So fanden wir allerhand Stellen auf der Südseite des Passes, nette Motive gibt es da an jeder Ecke, da wird man sicher nie fertig. Zug sahen wir bei der Sucherei nicht einen, ausser einmal einem AVE durch die Büsche, der aber nur Daniel sah.
Als wir die Passhöhe auf über 1300m Passierten ging es für uns steil und lange Bergab, und innert weniger Kilometer waren wir auf dem Talboden, auf etwas über 300m. Bei der Bahn geht das natürlich nicht ganz so schnell und deshalb ist die Talabfahrt extrem in die Länge gezogen. Es gibt einige weit gezogene Schlaufen und die Bahn verläuft auf verschiedenen Ebenen runter – der Gotthard ist ein Witz dagegen. Nur, kann man das auch umsetzen? Wir hatten unsere Hoffnung, aber gleichzeitig auch unsere Zweifel, denn so richtig Zugänglich sind solche Dinge ja nie. Wir sollten recht behalten was letzteres betrifft.
Wir versuchten zwar auf verschiedenste weise an die Bahn zu gelangen, schafften es auch zwei mal, aber wirklich etwas machen konnten wir nicht. So wendeten wir entweder in kleinen Orten unter den Blicken der Bevölkerung oder irgendwo auf den Strassen oder Wegen. Gewundert über uns hat sich da manch einer der uns mehr als einmal gesehen hat.
Fast 2h hatten wir bei der Suche nach Stellen in den Kehren verwendet, ohne auch nur eine Stelle zu finden. Weiter unten im Bahnhof von Campomanes schauten wir uns mal um und warteten, im Regen natürlich, auf einen Regio, zum gucken. Es kam eine normale Regio Büchse und wir wollten schon gehen. Aber die Konsultation im Kursbuch verriet einen AVE in wenigen Minuten nach Norden, wo machen wenn nicht im Bahnhof? So stellten wir uns und was geschah, die Sonne kam raus! Mh, wo bleibt de Zug?
Der BÜ bimmelte und es kam .. ein AVE von hinten welcher in die Ausweiche ging? Ohm … ja, in einem Regiobahnhof kreuzen zwei Hochgeschwindigkeitszüge, nette Szene! Kurz nach der Einfahrt von Zug 1 ging der BÜ wieder runter und es kam Zug 2, auf dem Durchfahrtsgleis und mit etwas Schleierschaden vorbei … schade.

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Zwei Patio (S-130) kreuzen im kleinen Bahnhof von Campomanes Nördlich des Gebirgsabschnittes. Die Züge verkehren zwischen Gijón und Madrid und passen so gar nicht auf die kurvenreiche Einspurstrecke.

Für den Tag war aber ein fast Sonnenbild hervorragend. Weiter im Norden kam dann nicht mehr viel zu stande. Das Wetter war zwar immer mal wieder Sonnig, aber es fehlt an Stellen.
Im Bahnhof von Lena den wir nach dem versuch das Einbahnsystem des Ortes zu verstehen, landeten sahen wir dann vor einem neuen Regiozug der RENFE. Die fahren hier? Soso … hmm … die sehen nett aus! Aber Foto war nicht drin, auf die Bahnsteige geht’s nur mit Ticket.
Aber so waren wir immerhin motiviert mal weiter zu suchen im Norden, denn ein Foto von diesen Büchsen wollten wir eigentlich schon. Bevor wir aber weiter nach Norden fuhren besuchten wir in der Stadt drin ein Hotel welches wir schon mal im Internet gesehen haben – da wollten wir noch die Nacht für heute Reservieren. Mit etwas über 50 Euro ist der Preis zwar relativ hoch, aber das Zimmer ist sehr nett und die Lage ebenfalls. Zum Glück brauchten wir für das Reservieren und besichtigen nicht lange, den just als wir zum Auto zurück kamen fuhr gerade die Polizia Locale ran .. und wir standen nicht ganz legal, da sonst schon alles verstellt war ;)
Noch weiter nach Norden fuhren wir nun immer der Bahn entlang, ohne wirklich etwas gefunden zu haben, die Bahn läuft meist am Hang oder hinter Wänden. Kurz nach Lena kommt noch eine FEVE Strecke mit ins Tal welche teilweise unmittelbar neben der RENFE Verläuft, aber es geht halt nichts.
In Ablaña waren wir dann fertig ohne etwas gefunden zu haben, weiter Nördlich wollten wir nicht mehr schauen, was vor allem dem Chaos mit Eisenbahnlinien auf unserer Karte und dem Navi geschuldet war. Da oben gibt es ein Gewirr an Linien und es war uns ohne Internet nicht wirklich möglich nachzuvollziehen welche Linie nun wohin geht und was wo lang fährt … ok, mit etwas Motivation hätte man das vielleicht machen können, aber die hatten wir nicht mehr ;)
Aber es war noch nicht mal 17 Uhr und ein paar blaue Löcher zogen gerade wieder über die Berge, woher auch immer die kamen, und wir stellten uns im Bahnhof von Ablaña wo FEVE und RENFE direkt nebeneinander liegen mal hin und schauten ob etwas kommt. FEVE war auf dem Plan und wir stellten uns an einem netten Not-Motiv mit einem alten Bahnhofsgebäude hin. Sonne war .. Zug kam, Sonne blieb, das Personal stieg aus und liess die Abfahrtszeit verstreichen. Hm? Sonne blieb … RENFE Zug kam, Leute stiegen um .. Sonne war weg, Zug fuhr aus. Blöd. Aber wir hatten nun schon mal ein FEVE Bild ;)

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Eine ziemlich dunkle Angelegenheit war es in Ablaña als wir am Nachmittag kurz auf einen FEVE Zug gewartet haben ... ziemlich witzlos! ;)

Wir fuhren dann gemütlich zurück nach Lena bis wir merkten, dass wir ja noch ein Bild eines Regios machen wollten. So fuhren wir kurz vor Lena eine Strasse gen Berg hoch und stellten uns im Auto wartend an den Strassenrand. Motiv war eine Bogenbrücke die eigentlich sehr nett ist, dass wir die vorhin gar nicht gesehen haben?
Auf jeden Fall warteten wir, es kam die Sonne, kein Zug. Es kam der Regen, kein Zug … und als dann nach über 30min warten endlich etwas kam war es Stockdunkel. Für einen Mitzieher reichte es aber noch ...

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Muñón Fondero und das schönste Wetter vom Urlaub. Es Regnete ziemlich stark als wir aus Spass auf einen Regionalzug nach Lena gewartet haben ... zum Glück im Auto drin..

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Der Regionalzug von Gijon rollte dann bei etwas besseren, aber nicht helleren, Verhältnissen über die Brücke gen Lena.

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Die Hauptstrasse durch Lena ...

Dann waren wir fertig und fuhren zum Hotel. Der Parkplatz für Kurzparker vor dem Hotel war gerade frei und so parkten wir da mit dem Vorhaben nach dem Gepäck rauf bringen umzuparken, wir stellten uns da schon auf eine längere Suche und einen damit verbundenen längeren Fussmarsch ein. Als wir aber nach 10min beim Auto waren und umparken wollten war genau der Parkplatz vor dem gesperrten frei .. und wir mussten nur 5m weiter nach vorne rollen, praktisch!
Parkplätze, das klingt immer so dramatisch, aber in Spanischen Innenstädten ist es echt schwer, es ist immer wahnsinnig voll alles und einen legalen Parkplatz zu finden ist gar nicht einfach ;) Nun, es war 18 Uhr und wir waren fertig .. was nun? Wir vertrieben uns gemütlich die Zeit im Hotel und gingen dann nach 20 Uhr mal Essen. Die Dame vom Hotel empfahl uns eine Pizzeria als wir nach einem guten Restaurant in der Ecke fragten. Pizza in Spanien? Warum eigentlich nicht, Italien ist ja so weit nicht weg und die Pizza schmeckte echt lecker. Auch der Wein war gut ;)
Anschliessend trampelten wir für einen Absacker noch in eine Bar neben dem Hotel und bestellten zwei Weissbier (in Spanien!) die wir im Kühlschrank entdeckten ;) Noch ein/zwei Bier später sind wir dann wieder im Hotel angekommen und tun nicht mehr viel …




Das war dieser Teil. Es folgen noch zwei und da gibt es dann ein bisschen mehr Bilder zu sehen, des der Sonntag war zum Glück wirklich der schlechteste Tag.

Bei Fragen, Fragen .. und Danke für die Reaktionen jeweils!

En Gruess
Nil


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:11:21:16:06:05.
Hallo!

Wieder schön, vor allem die Spotlight-Stimmung war spitze! :-)

lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
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