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[RS] Balkan-Abenteuer 2010 – Teil 6

geschrieben von: tokkyuu

Datum: 19.11.10 13:06

Balkan-Abenteuer Teil 6: (Zagreb-) Beograd

Die bisherigen Teile:
Teil 1: Wien-Zagreb
Teil 2: Zagreb-Sarajevo
Teil 3: Sarajevo
Teil 4: Mostar
Teil 5: Sarajevo-Dubrovnik-Split-Zagreb

Tag 8: Montag, 19. Juli 2010 – (Zagreb)-Beograd

Fahrplan B315: (407 km)
23.55 ab Zagreb
06.19 an Beograd

Meine Fotoerlaubnis für Kroatien kann ich nun wieder im Koffer verstauen, es wollte sie nie jemand sehen. Ich konnte überall ungehindert fotografieren. --- Kaum zu glauben, daß die Entfernung Zagreb-Beograd kürzer ist als jene von Split nach Zagreb! Wir schlafen gut im Schlafwagen und werden erst kurz nach 3 Uhr durch den Schaffner geweckt zur Zollkontrolle. An dieser Grenze gibt es also nicht die Gepflogenheit, daß der Schlafwagenschaffner die Pässe einsammelt und dem Zoll übergibt. Der kroatische Zoll steigt in Vinkovci zu. Zwischen Vinkovci und Tovarnik dauert die Kontrolle, aber wir stehen in Vinkovci schon mal 15 Minuten, obwohl hier keine Lok gewechselt wird. Die Fahrt geht sehr, sehr langsam weiter bis Tovarnik, wo die Grenzer wieder aussteigen (hier ist nur eine Minute Aufenthalt)! Trotz der langsamen Fahrt kommen wir in Šid, der serbischen Grenzstation, schon vor der Planzeit an. Nun kommen die serbischen Grenzer und unsere Lok wird gewechselt. Statt der 1142 004 der HŽ erhalten wir die ŽS 441-748. Die Kontrollen sind unproblematisch und dauern nicht lange. Die Zöllner sind lange vor der Abfahrtszeit fertig und der Zug steht untätig herum (mehr als eine halbe Stunde!), bis die planmäßige Abfahrtszeit erreicht ist. Zeit genug, um sich mitten in der Nacht mit der Strecke zu beschäftigen:

Die Bahnlinie Zagreb – Beograd
Die Linie zwischen Zagreb und Beograd war zu Zeiten Jugoslawiens natürlich der Hauptschienenstrang des Staates. Durch den Krieg zwischen Kroatien und Serbien in den Jahren 1991-1995 verlor die Strecke viel von ihrer Bedeutung. Im September 1991 wurden wegen der Kriegshandlungen zwei Abschnitte (Novska – Nova Gradiška und Vinkovci - Šid) eingestellt. Es verlieben daher nur einige Regionalleistungen auf den Zwischenabschnitten. Der Verkehr aus Richtung Deutschland über Kroatien nach Beograd war daher für lange Zeit unterbrochen. Die meisten Züge endeten damals in Zagreb, wenn sie nicht überhaupt eingestellt wurden.
Und hier ein Überblick über die Entwicklung des Verkehrs vor und nach dem Jugoslawienkrieg (Bereich Grenzübergang Tovarnik-Šid). Auffallend ist, daß heute die internationalen Züge nach Beograd meist von irgendwelchen weniger wichtigen Stationen ausgehen. Daß ganze Züge von Metropolen wie München oder Paris abfahren, ist also längst Vergangenheit, hängt aber auch mit den geänderten Verhältnissen zusammen (früher gab es Gastarbeiterverkehr, Billigflüge nahmen zu, usw.). Außerdem gewann durch den Fall des Eisernen Vorhangs auch die Route über Ungarn an Bedeutung:

JŽ 1986/87:
B840 Ploce-Beograd
BEx150 Bosna-Ex: Sarajevo-Beograd
BEx152 Bosna-Ex: Sarajevo-Beograd
B850 Sarajevo-Beograd
B852 Sarajevo-Beograd
B1660 Bihac-Beograd
B630 Split: Split-Beograd
B170 Dioklecijan: Split-Beograd
P9601 (Auto-Zug): Ljubljana-Zagreb-Beograd
P101 Sava-Ex: Ljubljana-Zagreb-Beograd
B591 Ohrid: Ljubljana-Zagreb-Beograd-Skopje-Bitola
B601 Slovenija: Koper-Beograd
B621 Učka: Rijeka-Zagreb-Beograd
Ex221 Simplon-Ex: Paris-Venezia und Hamburg-Maribor – Zagreb-Beograd
Ex263 Venezia-Ex: Venezia-Zagreb-Beograd-Athen
B253 Slavija: Wien-Zagreb-Beograd
Ex295 Jugoslavija-Ex: Frankfurt-Zagreb-Beograd
Ex411 Hellas-Ex: Dortmund-Zagreb-Athen
Ex291 Akropolis: München-Zagreb-Beograd-Athen
Ex417 Zürich-Beograd-Ex: Zürich-Zagreb-Beograd
B623 Aurora: Zagreb-Sisak-Beograd
B625 Zagreb-Beograd
Dazu kamen in den Sommermonaten noch drei tägliche Züge dazu (nicht gerechnet seltenere Verbindungen):
Ex1293 Istanbul-Ex: München-Zagreb-Beograd-Istanbul
B1603 Pula-Zagreb-Beograd
B1662 Šibenik und Zadar-Bihac-Beograd

1998/99:
B415 Feldkirch-Zagreb-Beograd (KW von Zürich)
Ex291 Villach-Zagreb-Beograd

ŽS 2009/10:
EC211 EC Sava: Villach – Zagreb – Beograd (KW von München)
B315 Villach – Zagreb – Beograd
B413 Zagreb – Beograd (KW von Venezia)
B415 Schwarzach-St.Veit – Zagreb – Beograd (KW von Zürich)
B450 Sarajevo – Beograd

Ankunft in Beograd
Unser Zug verläßt den serbischen Grenzbahnhof Šid pünktlich und nicht ganz zwei Stunden später kommen wir pünktlich in Beograd an! Das ist der erste pünktliche Zug auf der bisherigen Reise! Und das in Beograd. Hätte ich nicht erwartet! Allerdings kam es mir seltsam vor, daß wir die letzten paar Kilometer mit sehr minimaler Geschwindigkeit dahingeschlichen sind. Bei der Einfahrt nach Beograd sehe ich sogar eine alte 52er-Dampflok. In Jugoslawien Baureihe 33, genauer: es war die 33-087.

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1: Diesen Hecht-ähnlichen Wagen sah ich irgendwo vor Belgrad.

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2: Ein Bild aus dem Fenster von unserem Zug bei der Einfahrt in Belgrad. Die drei ersten Wagen sind SŽ, leider teilweise grafittiverschmiert.

Bei der Einfahrt fällt mir auch ein Schnellzug mit einem tschechischen Wagen auf. Auch den Wagensatz für den Zug nach Sarajevo sehe ich an einem Bahnsteig stehen. Je ein Wagen von ŽFBH, ŽS und ŽRS. Der mittlere (serbische) Wagen ist ein BR, also mit Speiseabteil! Ich bin nach dem Aussteigen gleich recht frech (weil ich im Besitz einer Fotogenehmigung bin) und fotografiere gleich unseren angekommenen Zug. Ich passe nur auf, daß die vielen Polizeiautos nicht aufs Bild kommen und auch keine Polizisten – ebenso wie ich versuche, nicht vor ihnen auffällig mit meiner Kamera herumzuprotzen. Aber das ist ja ein normales Verhalten.

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3: Unser Zug: B315 nach der Ankunft in Belgrad, Lokomotive 441-748.

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4: Die Stirnfront des hübschen Bahnhofsgebäudes ist leider nicht gut ins Bild zu bringen... Aber trotzdem zeig ich es!

Danach ein paar Bilder vom Bahnhofsgebäude außen, und danach bringen wir unser Gepäck ins Hotel, das wir dort lagern können, bis wir zum Einchecken wieder kommen. So früh am Morgen kann man natürlich nicht einchecken.
Danach suchen wir uns ein kleines Café zum Frühstück. Gleich in der Nähe. Gut, daß ich von einem Freund schon ausreichend serbische Dinar bekommen habe. An „Frühstücksspeisen“ nehme ich „Bekanntes“: nämlich pogace (Pogatsche gibt’s ja auch bei uns) und buhtla sa džemom (Wuchteln mit Marmelade, gibt’s auch bei uns). Allerdings schauen die Dinge bei uns etwas anders aus, nur die Namen sind gleich. Der bestellte Mocca Kafa entpuppte sich als Kakao, war aber eh ganz gut. Das Lokal ist sehr einfach und genau deshalb gefällt es mir auch. Ich fühl mich eigentlich gleich wohl hier. Während des Frühstücks sollte man sich ein wenig über die Stadt informieren:

Beograd Stadtinfo
Belgrad (Beograd), heißt übersetzt so viel wie „Weiße Stadt“ (bel-, ausgesprochen beo- und daher auf serbisch heute auch so geschrieben, in anderen Sprachen nach wie vor „bel-“!), ist die Hauptstadt der Republik Serbien. 1,62 Millionen Einwohner (Schätzung 2008). Belgrad ist Sitz der Serbisch-Orthodoxen Kirche und Residenz des Serbischen Patriarchen. Das größte christliche Gotteshaus der Balkanhalbinsel, die Kathedrale des Hl. Sava steht in Belgrad.
In Belgrad mündet die Save in die Donau, die Stadt ist ein Dreh- und Angelpunkt für den Verkehr zwischen Mittel- und Südosteuropa sowie dem Vorderen Orient. Daher wird Belgrad oft auch als Tor zum Balkan bezeichnet. Wahrzeichen Belgrads ist die in der Geschichte häufig umkämpfte, über der Mündung der Save in die Donau thronende Festung von Belgrad (Kalemegdan). Weiteres findet man sowieso im Netz, daher bleibt das kurzgefaßt.


Erster Spaziergang durch die Stadt
Wir gehen dann zuerst mal spazieren, um von der Stadt einen Eindruck zu erhalten. In der Nacht vor unserer Ankunft muß es geregnet haben, denn man sieht noch viele feuchte Flecken auf den Straßen. Es bleibt heute eher kühl und bewölkt. Zunächst bleiben wir an der Kreuzung beim Bahnhof, wo ich erste Straßenbahnbilder mache. Danach gehen wir die Straße Nemanjina Richtung Osten, dabei sehen wir ein kriegszerstörtes Gebäude, ich glaube, das war irgendein Ministerium. Aber es gibt auch andere hübsche Gebäude hier:

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5: Das bekannte Gebäude, das nach dem Bombardement 1999 bisher nicht repariert wurde.

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6: Ein anderes Amtsgebäude – gefällt mir.

An einem Kiosk frage ich nach einer Tageskarte für die Straßenbahn, erfahre aber, daß es das nicht gibt. Also kaufen wir einige Einzelfahrkarten. Ein Stückkostet 42 Dinar, das sind etwa 42 Euro-Cent. Relativ einfach umzurechnen! Das eigentliche „Stadtzentrum“ finden wir noch nicht, wir haben natürlich auch keinen echten Stadtplan, sondern nur einen Wiki-Maps-Ausdruck, in den ich die Straßenbahnstrecken eingezeichnet habe (wie ich sie auf dem Satellitenplan und im Vergleich mit schematischen Netzplänen erkennen konnte). Unterwegs fällt uns immer wieder auf, daß es erstens viele Polizisten gibt, zweitens überall dort, wo bei uns ein Polizist genügt, hier gleich 5 oder 8 Polizisten zu sehen sind, unterstützt von 1 bis 3 Streifenwagen. Ich sah keine Kreuzung, auf der weniger als 3 Polizisten den Verkehr zu regeln versuchten… Ein Grund mehr, beim Fotografieren von Straßenbahnen etwas unscheinbar vorzugehen – immerhin hab ich schon in diversen Foren gehört, daß manchen Polizisten das Straßenbahnfotografieren nicht so gefällt.
Gleich einiges zum Thema Straßenbahn: Es gibt fast ausschließlich KT4, die meisten sind in einem hübschen roten Anstrich mit blauer Schürze gehalten. Es gibt aber auch einige Werbelacks. Und es gibt eine Anzahl von grünen Garnituren aus Basel. Wir werden nur selten welche sehen. Gleich unweit des Bahnhofs gibt es Probleme mit einer Weiche, sodaß ein Stau entsteht. Auf dem Bild, das ich vom Stau machen kann, ist auch die Bombenruine zu sehen, ein Glückstreffer, den ich beim Fotografieren nicht bemerkte.

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7: Der erwähnte Stau: irgendwas bei der Weiche muß nicht in Ordnung sein, wie man erkennen kann.

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8: Und hier mal ein KT4YU aus der Nähe.

Viele offizielle Aufschriften sind in cyrillischer Schrift gehalten, aber daneben finden sich auch genügend in lateinischer Schrift. Beide Schriften dürften hier also bunt gemischt nebeneinander verwendet werden. Im den cyrillischen Aufschriften fällt auf daß der Buchstabe „T“ fast immer in der Kursivform geschrieben wird, aber er sieht dann nicht wie (richtigerweise) ein lateinisches „m“ aus, sondern wie ein cyrillisches „sch“, aber mit waagrechtem Strich darüber. Gleiches gilt für „P“ , das in der cyrillischen Kursivform wie ein lateinisches „n“ aussehen sollten, hier aber wie ein lateinisches „u“ aussieht, aber mit einem waagrechten Strich darüber. Etwas ungewohnt zu lesen am Anfang.
Wir kommen an einigen Ministerien oder ähnlichen repräsentativen Bauten vorbei. Wie biegen entlang der Straßenbahn links ab in die Resavka, kommen zu einer orthodoxen Kirche, neben der sich im Park Tašmajdan eine Straßenbahnschleife befindet, die derzeit linienmäßig offensichtlich nicht befahren wird. Wir haben aber Glück, daß ein kurzgeführter Zug hier wenden muß. Wir gehen dann weiter entlang von Straßenbahnstrecken, kommen drauf, daß der Abschnitt durch die Beogradska zwischen dem „bulevar kralja Aleksandra“ (König Alexander Boulevard) und der „27. marta“ derzeit nicht befahren wird, sondern eine Umwegfahrt gemacht werden muß. Überhaupt stimmen die Linienführungen mit meinen Aufzeichnungen aus dem Internet nur zum Teil, was aber an einigen Baustellen liegen dürfte. Wir gehen die „27. marta“ Richtung Nordwesten und biegen dann in eine Nebenstraße ein (Hilandarska), und solcherart kommen wir irgendwie doch zu einer Art Zentrum, nämlich zu einer Fußgängerzone. Wie eine richtige Altstadt sieht es hier aber dennoch nicht aus. Vielleicht gibt es eine solche (nach unserem Verständnis) auch gar nicht. Wir scheinen jedenfalls auch den zentralen Platz der Stadt gefunden zu haben, ein Theatergebäude und einige andere hübsche Gebäude bilden ein schönes Ambiente, aber schlecht zu fotografieren (Lichtverhältnisse und Verkehr). Auf der Hauptgeschäftsstraße (Fußgängerzone) Kneza Mihajla fällt die Vermischung der Schriften besonders gut auf. Westliche Marken gemischt mit serbischen (cyrillischen) Aufschriften wechseln einander ab. Auf den touristischen Hinweisschildern sind die Aufschriften auch auf Englisch.

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9: Informationstafeln auf Serbisch (cyrillisch) und Englisch.

Je mehr wir uns der Festung Kalemegdan nähern, umso kleiner und älter scheinen die Häuser zu werden. Schön langsam gefällt es uns hier. Als wir die Pariska (Pariserstraße) erreichen, beschließen wir, die Linie 2 (das ist eine Ringlinie) zu nehmen und zum Bahnhof bzw. zu unserem Hotel (vis-a-vis vom Bahnhof) zurückzufahren, um einerseits wieder Bilder zu machen, zweitens damit ich meinen Balkan-Flexipass kaufen kann und drittens, damit wir einchecken können. Die Fahrt ist interessant, weil es am Rand des Kalemegdans entlang geht, mit interessanten Kurven und einer Haltezeit bei einer Schleife

Bahnhof Beograd
Es ist 9 Uhr vorbei und auf dem Bahnhof dürfte vor kurzem ein Zug aus Bar angekommen sein. Die ersten beiden Wagen sind dunkelblau und könnten von dem Tito-Zug stammen. Leider gelingen nicht alle Bilder, vielleicht wegen der Lichtverhältnisse oder ich habe etwas falsch eingestellt.

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10: Ein blauer Sonderwagen im Zug von Bar.

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11: Die Verschublok 621-109 scheint in Tschechien gebaut worden zu sein.

Dann begebe ich mich zum WASTEELS-Schalter, wo ein sehr freundlicher älterer Herr Dienst versieht. Als er mein Anliegen vernimmt (Balkan-Flexipass), spricht er gleich mal Deutsch mit mir, er kann aber auch genausogut Englisch und vielleicht noch mehr Sprachen. Da er gerade einem Kunden eine Fahrkarte ausstellen muß, dessen Zug in wenigen Minuten abfährt, bittet er mich, etwas zu warten, was natürlich kein Problem für mich ist. Er bittet mich herein in seinen Schalterraum und bietet mit einen Sitzplatz an. Als er mit dem Kunden – und einem zweiten – fertig ist, widmet er sich mir, so als ob es nichts Wichtigeres in der Welt geben könnte. Dabei entsteht ein freundliches Gespräch. Ich erhalte meine Fahrkarte, deren Preis in Euro 152 beträgt (so steht es auf dem Fahrschein), in Dinar jedoch 15.960. Das sind nach dem Kurs, den ich gezahlt habe, natürlich mehr als 152 Euro, aber mir ist das im Prinzip jetzt eigentlich egal. In Euro zu zahlen wäre für mich jedenfalls günstiger gewesen, aber ich habe ja genau deshalb schon mal so viele Dinar eintauschen lassen (um vermeintlich günstiger den Pass erwerben zu können). Ich frage auch nach, ob ich eine Reservierung für den Schlafwagen von Bar nach Skopje bei ihm bekommen kann, aber das geht leider nicht. Ich muß es also in Podgorica oder Bar versuchen.
Danach gehen wir wieder zu den Bahnsteigen und spazieren weit hinaus, wo die Zweiachser des Museumszuges aufgestellt sind und natürlich natürlich fotografiere ich überall wild drauflos, was mir vor die Linse kommt.

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12: Eine der vielen Lackierungsformen – nicht nur für Speisewagen so wie hier – der ŽS ist mit drei Blautönen.

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13: 444-024 mit dem B414 nach Villach, hinter der Lok der Kurswagen nach Zürich.

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14: 461-139 mit dem B431 nach Bar. Morgen nehmen wir diesen Zug! Und morgen wird er eine ŽCG-Lok haben und ich werde keine Gelegenheit für ein Foto haben!

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15: Ausnahmsweise nochmals die erwähnten Züge – aber halt die Gesamtschau, damit man sich den Bahnhof ein bißchen vorstellen kann. Auf diesen Gleisen wird übrigens im Schneckentempo gefahren!

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16: Und für alle, die sowas mögen: einer der vielen Zweiachser des Museumszuges.

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17: Es gibt natürlich auch eine Museumslok im Bahnhofsbereich, etwas schwer zu fotografieren, also nur mit Weitwinkel.

Auch ein ex-schwedischer Y1-Triebwagen fällt mir auf, der weiß-blau lackiert ist (so einen werde ich später besser aufs Bild bringen). Bei den serbischen Reisezugwagen gibt es eine Fülle an Lackierungsformen, bei denen ich natürlich nicht durchblicke. Ich zweifle auch daran, daß es da ein System gibt. Folgende Varianten hab ich beobachtet (zwei- oder dreifarbig immer von oben nach unten gerechnet):
Dreifarbig: Mittelgrau / Hellgrau / Weiß
Dreifarbig: Hellgrau / Mittelgrau / Dunkelgrau
Dreifarbig: Dunkelblau / Hellblau / Weiß
Dreifarbig: Gelb / Hellorange / Dunkelorange (solche fuhren schon vor 20 Jahren auch nach Wien)
Dreifarbig: Gelb / Hellgrau / Dunkelorange
Fensterband Hellblau / Mittelblau / Dunkelblau, unter den Fenstern Weiß.
Fensterband weiß, unter den Fenstern grau mit einem breiten roten Zierstreifen darin.
Fensterband JŽ-grün, unter den Fenstern Gelb / Dunkelorange / Hellorange
Schlafwagenlackierung: Fensterband Hellblau / unter den Fenstern Mittelblau / Schürze Dunkelblau, dazwischen dünne weiße Absetzstreifen.

Nach der ausführlichen Besichtigung des Bahnhofs gehen wir zu unserem Hotel (BG City Hotel), gleich gegenüber dem Bahnhof. Nun können wir einchecken und uns ein wenig frisch machen. Das Zimmer ist das billigste auf der ganzen Reise: 19 Euro pro Person. Unser Zimmer liegt in einem neu erbauten Trakt im Hof. Wie wir anhand der Preislisten erkennen, haben wir durch die Frühbuchung übers Internet einen günstigeren Preis bekommen.

Kalemegdan
Anschließend gehen wir wieder zur Straßenbahn. Mit der Linie 2 fahren wir zurück, von wo wir hergekommen sind, nämlich zum Kalemegdan, also zur Festung. Wir spazieren durch den vorgelagerten Park und staunen, daß eigentlich nicht sehr viel von der Festung erhalten ist. Einige Mauern, einige Ruinen und wenige Gebäude, viel Grün. Aber es ist ein ganz hübsches Freizeitgelände und man sieht viele Spaziergänger (Einheimische). Der Blick auf die Donau ist ganz schön, aber sonst ist das Gelände nicht gar so besonders.

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18: In der Festungsanlage Kalemegdan.

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19: Solche Türme sind selten in der Festungsanlage. Vielleicht wars sogar der einzige.

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20: Blick auf die Savemündung in die Donau. Vorne nahe am Wasser führt irgendwo die Hafenbahn vorbei, wo der Bukarest-Zug fährt.

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21: Eine Art Museumsgebäude im Festungsgelände.

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22: Und wieder ein paar hübsche Mauern.

Wir gehen auf zurück zu einer Art Haupt-Allee, wo es eine Art Flohmarkt gibt. Hier finde ich dann das, was mir ein Freund schon angekündigt hat: daß man hier alte jugoslawische Münzen und Scheine finden kann. Ich suche mir auch was für meine Sammlung aus, denn durch die Inflation gab es eine große Menge von Währungsumstellungen mit entsprechend vielen verschiedenen Münzen und Scheinen. Ein paar davon erwerbe ich also hier. Auf dem Weg zurück möchte ich die Straßenbahn bei der Kurvenfahrt entlang der Festung fotografieren. Das schöne Gebäude, das wir von der Straßenbahnstrecke aus gut sehen können, entpuppt sich als Österreichsiche Botschaft. Sehr schön!

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23: Die Straßenbahn erklimmt eine Steigung am Rande des Festungshügels.

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24: Das schöne Gebäude entpuppte sich als Österreichische Botschaft!

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25: Wenn ich mich richtig erinnere, ist das ein Gebäude aus osmanischen Zeiten.

Danach geht es wieder in die „Innenstadt“, also die Fußgängerzoge und die angrenzenden Straßenzüge. Wir kommen dann auf größere Straßen, vorbei am Parlament (Skupština) und anderen öffentlichen Gebäuden.

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26: Es gibt hier ja auch O-Bus-Freunde, für die hab ich diesen O-Bus fotografiert.

Wir steuern den Kreisverkehr am Trg Slavija an, um die dort in der Nähe befindliche Basilika des Hl. Sava (Hram svetog Save) zu besuchen. Wir sind ziemlich müde und setzen uns beim Kreisverkehr auf eine Bank. Dort kommen auch Basler Züge vorbei, dich ich mehr schlecht als recht fotografieren kann. Dann gehen wir zur riesigen Basilika.

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27: Die Architektur in Belgrad ist immer sehr interessant!

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28: Auf Linie 12 fahren die Basler Züge. „Die Schweiz und die Stadt Basel grüßen Belgrad“ steht oben auf der Werbetafel auf Serbisch und Deutsch.

Die Basilika des Hl. Sava
Die Kirche entspuppt sich als Baustelle, sie ist nämlich noch nicht fertig. Ich bin überrascht, daß neue Kirchen genau im alten Stil gebaut werden bei den Orthodoxen. Ist nicht so mein Fall. Sie ist die größte orthodoxe Kirche Südosteuropas und eines der größten orthodoxen Gotteshäuser der Welt. Vorbild für die Kirche ist die Hagia Sophia in Istanbul. Schon 1935 wurde mit dem Bau begonnen. Durch den Zweiten weltkrieg kam es zu einem Baustopp. Erst ab 1985 wurde wieder weitergebaut, 1989 wurde die Kuppel aufgesetzt, 2004 wurde die Kirche schon offiziell eingeweiht, obwohl erst 2007 die Arbeiten außen beendet wurden. Innen ist die Kirche noch immer eine Baustelle, nur eine kleine Ecke mit einem Altar wurde eingerichtet. Die Ausgestaltung wird voraussichtlich bis 2012 dauern (Mosaike, Marmorverkleidungen usw.). Derzeit ist alles noch im Beton-Rohzustand. Ursprünglich war geplant, daß auch ein Patriarchenpalais, eine theologische Fakultät und ein Museum im Neorenaissance-Stil gebaut wird. Wegen des Jugoslawienkriegs und der fehlenden finanziellen Mittel wird daraus vermutlich nichts werden. Die Kathedrale hat 49 Glocken (Gießerei Grassmayr, Innsbruck), deren größte 6 Tonnen wiegt (Durchmesser 2 Meter).
Und nun hab ich auf Euren Wunsch doch recht viele off-topic Bilder von Belgrad hier reingestellt. Ich hoffe, es war den reinen Fahrzeugfans nicht zu viel!

http://share.bahnforum.info/transfer/4b34bb10c170dda14241baa237c7d58d12b33f68/Balkan/s4233.JPG
29: Die Basilika des Hl. Sava

Hafenbahn und Warten auf den Bukarest-Zug
Da wir also müde sind, setzen wir uns in einen Straßenbahnzug der Linie 10 und fahren damit zur Endstation Zoo, unweit der Hafenbahn. Da kommt mir die Idee, daß um diese Zeit der Zug nach Bukarest vorbeifahren müßte. Wir finden sogar die Strecke (ziemlich langer Hatscher), aber den Zug hören wir nicht und sehen wir nicht. Also entweder ich hab mich stark getäuscht oder wir waren eben doch zu spät dran. Wir marschieren daher wieder zurück Richtung Stadt und finden endlich den Studentski Park, wo es eine große zentrale Endstation für O-Busse gibt. Ich mach sogar einige Bilder (für die Fans hier im Forum).

http://share.bahnforum.info/transfer/4b34bb10c170dda14241baa237c7d58d12b33f68/Balkan/s4236.JPG
30: Ansammlung von O-Bussen am Studentski park.

Von dort aus suchen wir dann ein Lokal, wo wir essen könnten und finden auch eins, das wohl eines der feineren ist. Das Essen kostet nämlich 12 Euro, das dürfte doch eher obere Preisklasse sein. Ich wähle Medaillons Užice-Art, schmeckt recht gut. Herbert nimmt eine Rinds-Ciorba (die man auf Serbisch sicher anders schreibt, ich kenne aber nur die rumänische Schreibweise). Dazu gibt es Jelen pivo. Nach dem Essen fahren wir mit der Linie 2 zum Bahnhof, wo wir noch ein paar Bilder machen, dabei sehe ich erstmals montenegrinische Waggons aus der Nähe. Wir spazieren dann noch ein Stück die Savska-Straßen entlang Richtung Süden, um hier vielleicht noch einige Basler Züge zu fotorafieren, aber die Intervalle sind hier schon recht dünn.

http://share.bahnforum.info/transfer/4b34bb10c170dda14241baa237c7d58d12b33f68/Balkan/s4246.JPG
31: Immerhin einen Zug der Linie 12 kann ich ohne störende Autos davor fotografieren.

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32: Unser Hotel: BG City-Hotel. Kann man durchaus empfehlen!

Dann ziehen wir uns um etwa 19 Uhr in unser Hotel zurück, schon ziemlich ermüdet, und rasten uns ausgiebig aus. Morgen wird ja ein völlig neues Abenteuer auf uns Warten, die Fahrt nach Montenegro auf der berühmten Strecke Beograd-Bar. Abschließend läßt sich jedenfalls sagen, daß Beograd durchauch noch mehr Interessantes zu entdecken hätte. Aber wir haben zu wenig Zeit. Vor allem hatten wir keine Gelegenheit, die „Beovoz“ genannte Nahverkehrsstrecke (viel im Tunnel) bzw. deren Züge zu besichtigen. Vielleicht fahre ich also doch wieder einmal nach Beograd – aber das nächste Mal von Budapest oder Timişoara aus.
Morgen geht es dann nach Montenegro. Einer der Höhepunkte der Reise!

Fortsetzung:
Teil 7: Beograd - Podgorica



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:12:05:21:52:24.

Wieder sehr interessant, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 19.11.10 14:18

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
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geschrieben von: Jürgen S.

Datum: 19.11.10 14:45

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Re: [RS] Balkan-Abenteuer 2010 – Teil 6

geschrieben von: austrobelge

Datum: 19.11.10 16:56

Hallo Gustav, wieder ein sehr schöner und interessanter Bericht!
Bemerkenswert ist, dass auf den blauen (ex-Tito?) Wagen noch JZ steht - und nicht ZS. (Auf dem Museumszweiachser steht gar JDZ, aber das ist eben ein Museumsstück).
Wie war denn der Zustand des Schlafwagenabteils und gab es abends Bier zu kaufen an Bord oder morgens Kaffee vor dem Aussteigen?
lg. Andreas

Re: [RS] Balkan-Abenteuer 2010 – Teil 6

geschrieben von: railjet

Datum: 19.11.10 19:11

tokkyuu schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hafenbahn und Warten auf den Bukarest-Zug
> Da wir also müde sind, setzen wir uns in einen
> Straßenbahnzug der Linie 10 und fahren damit zur
> Endstation Zoo, unweit der Hafenbahn. Da kommt mir
> die Idee, daß um diese Zeit der Zug nach Bukarest
> vorbeifahren müßte. Wir finden sogar die Strecke
> (ziemlich langer Hatscher), aber den Zug hören wir
> nicht und sehen wir nicht. Also entweder ich hab
> mich stark getäuscht oder wir waren eben doch zu
> spät dran.

Vielleicht fuhr der Zug nicht über die Hafenbahn, sondern über Vukov Spomenik und Beograd Centar, oder er war verspätet.
Danke jedenfalls für die schönen Bilder!

Re: [RS] Balkan-Abenteuer 2010 – Teil 6

geschrieben von: tokkyuu

Datum: 19.11.10 20:55

austrobelge schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hallo Gustav, wieder ein sehr schöner und
> interessanter Bericht!
> Bemerkenswert ist, dass auf den blauen (ex-Tito?)
> Wagen noch JZ steht - und nicht ZS. (Auf dem
> Museumszweiachser steht gar JDZ, aber das ist eben
> ein Museumsstück).
> Wie war denn der Zustand des Schlafwagenabteils
> und gab es abends Bier zu kaufen an Bord oder
> morgens Kaffee vor dem Aussteigen?
> lg. Andreas

Also ich erinnere mich nicht an irgendwelche Dinge, die man im Schlafwagen kaufen konnte. Ich hätte sicher in meinem Tagebuch vermerkt, wenn es Kaffee oder etwas in der Art gegeben hätte. Ich kann aber zur Sicherheit noch meinen Freund fragen, ob er sich erinnert.
Der Zustand des Abteils war eigentlich okay. Im Teil 5 hab ich ja zwei Bilder reingestellt (ganz am Ende).

Wagen mit JŽ sieht man übrigens öfter. Vor allem Güterwagen natürlich.

Re: [RS] Balkan-Abenteuer 2010 – Teil 6

geschrieben von: Tony Laake

Datum: 19.11.10 21:37

Hallo

Belgrad ist wirklich eine schöne Stadt, man muss sich aber auch erst mal zurechtfinden. Die eigentliche Altstadt von Belgrad befindet sich im Bezirk Dorcol, vom Kalemegdan ausgehend bis zum Vukov Spomenik. Im Grunde umfährt die Straßenbahnlinie 2 diese Altstadt. Ich war im Septmber mit einem Kumpel in ex-Jugoslavien unterwegs, den Beitrag über die Straßenbahn von ihm gibt es >>hier<<, vielleicht beantwortet das auch die ein oder andere Frage ;-)

Grüße aus Leipzig
Tony

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"Das Ziel bestimmt die Art und Weise, wie man dahin gelangt"
(Emanuel Seidelbast)

Re: [RS] Balkan-Abenteuer 2010 – Teil 6

geschrieben von: Kees Eurotravel

Datum: 19.11.10 21:48

Auf Railfaneurope steht ein schönes Bild vom Nachtzug aus Bucuresti:
[www.railfaneurope.net]
The night train Bucuresti-Beograd, probably hauled by locomotive 661-118 (one of only 2 with a low nose) passes beneath Kalemegdan Citadel, with the Sava and Danube rivers in the background.
Beograd, 07-10-2010 (Marco van Uden)

Re: [RS] Balkan-Abenteuer 2010 – Teil 6

geschrieben von: tokkyuu

Datum: 19.11.10 21:51

Vielen Dank für den Link! Interessante Bilder dabei! Ja, ich hab die Linie 2 ja auch benutzt und bin auch draufgekommen, daß da drin die Innenstadt sein muß. Einiges davon haben wir ja gesehen.

Re: [RS] Balkan-Abenteuer 2010 – Teil 6

geschrieben von: Tony Laake

Datum: 19.11.10 22:18

Hallo

Da fällt mir grad noch, weil du auch von der "teuren" Lokalität gesprochen hast, es gibt in Belgrad eine Straße, dort befinden sich von vorn bis hinten nur Gaststätten und Lokale, dort waren wir im letzten Jahr mal eingekehrt und auch des Nachts durchgelaufen, die Preise sind dort human und gemütlich sitzen lässt es sich dort auch. Mal schnell schaun, wo das war... Skadarska heißt die Straße. Ist eine Empfehlung wert.

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Re: [RS] Balkan-Abenteuer 2010 – Teil 6

geschrieben von: Roni

Datum: 20.11.10 09:32

Hallo!

austrobelge schrieb:
-------------------------------------------------------
> Bemerkenswert ist, dass auf den blauen (ex-Tito?)
> Wagen noch JZ steht - und nicht ZS. (Auf dem
> Museumszweiachser steht gar JDZ, aber das ist eben
> ein Museumsstück).

Diese Wagen sind/waren vor kurzem auch im Museumseinsatz.

z.B. 2005 in Pozega mit der 01:

http://raildata.info/JZ/img_2571.jpg

http://raildata.info/JZ/img_2586.jpg

lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
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Guten Morgen,

im Mai dieses Jahres habe ich im Restaurant «Romantika» in der Savska, südlich der grossen Post, gegessen. Es gehört der Nostalgie-Abteilung der Serbischen Staatsbahn, wird natürlich gerne von Eisenbahnern genutzt und ist sehr zu empfehlen, sowohl von der Qualität her als auch vom Preis. Bemerkenswert sind einige alte Bahnfotografien an den Wänden des Lokals.

Übernachtet habe ich im preiswerten, schlichten, aber sauberen Hotel Beograd in der Nemanijna (schräg gegenüber der Verwaltung der Eisenbahn), welches ebenfalls der Staatsbahn gehört.

Zu Stadtplänen: in der Fussgängerzone der Altstadt (Terazije/Kneza Mihaila) gibt es dutzende Souvenir-/Ansichtskartenhändler, die auch Stadtpläne führen.

Wen es interessiert: auf dem Kalemegdan ist ein Militärmuseum u.a. mit Objekten aus dem 1. Weltkrieg.

Viele Grüsse,
Hubert.

Re: [RS] Balkan-Abenteuer 2010 – Teil 6

geschrieben von: Der Fahrgast

Datum: 21.11.10 18:39

Hallo und guten Abend!

Vielen Dank für diesen schönen Reisebericht.
Ich war dieses Jahr auch das erste Mal "richtig" in Beograd. Leider war für Fotos keine Zeit übrig. Umso mehr freut es mich, Bilder - auch mit Hobbybezug - aus dieser wahrhaftig nicht unterinteressanten Stadt zu sehen.

Zitat:
Hafenbahn und Warten auf den Bukarest-Zug
Da wir also müde sind, setzen wir uns in einen Straßenbahnzug der Linie 10 und fahren damit zur Endstation Zoo, unweit der Hafenbahn. Da kommt mir die Idee, daß um diese Zeit der Zug nach Bukarest vorbeifahren müßte. Wir finden sogar die Strecke (ziemlich langer Hatscher), aber den Zug hören wir nicht und sehen wir nicht. Also entweder ich hab mich stark getäuscht oder wir waren eben doch zu spät dran.

Hierzu ein Hinweis, den ich vor Ort zu Gehör bekommen haben:
Offenbar ist es quasi nicht vorhersehbar, ob der Zug die Route über die Hafenbahn oder die Beovoz-Tunnelstrecke nimmt. Die Routenwahl hängt davon ab, ob eine 661 zur Verfügung steht. Sollte dies der Fall sein, so wird über die Hafenbahn gefahren. Der Betriebsablauf ist dabei äußerst interessant. Der Zug steht im Kopfbahnhof Beograd mit der Lok zum Prellbock und schiebt Zug nach dem offiziellen Abfahrtauftrag ins Gleisvorfeld. Dort zweigt die Hafenbahn im Bereich der Güter-/Containergleise ab. Dort wird die Richtung gewechselt und der Zug fährt über die Hafenbahn und den nicht geraden im besten Zustand befindlichen Bahnhof Beograd-Dunav bis zur Einmündung der Hafenbahn in die elektrifizierte Strecke aus Richtung Beograd Centar/Prokop unmittelbar an der Beovoz-Station Pancevski Most. Wenn keine 661 zur Verfügung steht, fährt der Zug mit einer E-Lok (wohl eine 441) bis Novi Beograd, dort wird umgesetzt und der Zug erneut mit E-Lok bis Pancevo über die unterirdische Strecke via Vukov Spomenik gefahren. Diese Strecke ist für eine Vollbahn sehr interessant, da die Trassierung und die Ausgestaltung der Station "Vukov Spomenik" eher einer Metro sowjetischer Färbung entspricht.

Viele Grüße
Der Fahrgast

Re: [RS] Balkan-Abenteuer 2010 – Teil 6

geschrieben von: tokkyuu

Datum: 21.11.10 22:55

Vielen Dank an den "Fahrgast" für die ausführliche Erläuterung. Das beruhigt mich schon sehr, daß es eben auch das "Pech" gibt, daß der Zug über die Beovoz-Strecke gefahren sein kann.
Immerhin haben wir am nächsten Tag in der Früh - genau zum Zeitpunkt, als wir nach Podgorica abgefahren sind - den Zug aus Bukarest ankommen gesehen. Und zwar so wie von mir erwartet: verkehrt hereinschiebend, mit einer 661 hinten dran... Also über die Hafenbahn gekommen! (Schlechtes) Bild davon kommt im nächsten Teil des Berichtes... Geschrieben ist er schon, die Bilder müssen noch bearbeitet werden...

EN Bukarest-Belgrad

geschrieben von: Benne

Datum: 23.11.10 02:38

Ich hatte im Sommer das Vergnügen mehr oder minder zufällig in diesen Zug zu geraten - in einen Sitzwagen der rumänischen Bahn. Die Strecke am Hafen entlang ist wunderschön, die Fahrt an sich ziemlich kurios - nicht zuletzt das Zurückdrücken des Zuges mit lauter Menschen mit Fahnen im Gleisvorfeld.

Toller Bericht über eine tolle Stadt, die ich im August ebenfalls besuchen durfte :-)