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[PT] - Herbst 10, Teil 5: im Tal der Douro und nach Spanien

Hoi Welt,

Teil 5: Es folgen die zwei letzten Tage in Portugal, ein Tag im Tal der Douro und noch einer auf dem Weg nach Norden unter mehrheitlich Wolken – leider.

Hier der Link zum Teil 0 und Teil 1: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 2: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 3: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 4: [www.drehscheibe-foren.de]

Vor dem Bericht findet ihr jeweils ein Link zu einer Karte mit eingezeichneten Route!




Donnerstag 30.09.10, Porto – Braga

[maps.google.ch]

Ein Freitag ist immer ein guter Tag, warum? Weiss nicht .. ist halt so ;) Und so war es heute auch wieder ein wirklich guter Tag. Begonnen hat alles im Ibis südlich von Porto um kurz vor 8 Uhr, wir standen auf und machten uns fertig zu gehen. Frühstück war ja keins dabei und so fuhren wir halt ohne etwas im Magen los.
Doch die Lage des Hotels direkt an der Autobahn ist zwar super gut zum weg kommen, was aber nichts nützt wenn die ganze Autobahn verstopft ist. So brauchten wir erstmal 15min bis wir überhaupt mal den Dunstkreis von Porto verlassen haben, aber wir hatten noch etwas Zeit. 10:33 “mussten” wir an unserer ersten Stelle des Tages bei Pala sein und das Navi sagte immer noch, dass das klappt.
Das Navi lotste uns erst über die Autobahn und dann über Land, es meinte immer zu wissen wo lang es geht, wobei wir im Verlaufe des Tages immer mehr daran zweifelten, irgendwie mag es diese Gegend nicht so richtig. Was wir nicht mochten, war der Blick zum Himmel, es war dunkel, sehr dunkel … was bei Porto noch gar nicht so schlecht aussah wurde immer schlimmer in den Bergen drin. Ob das heute nichts mehr wird mit der Sonne?
Für Aufmunterung der besonderen Art sorgte dann auf dem Weg zur Stelle in einem kleinen Stau noch ein nicht_ganz_so_aufmerksamer Autofahrer. Wir stehen in einer Kolonne, ich lasse Platz das die Autos von einer Seitenstrasse abbiegen können in die Gegenfahrbahn. Bei den ersten zwei hat das auch wunderbar funktioniert. Ein dritter rollte dann ganz gemütlich durch die Lücke und schaute mich an. “Schauen ob etwas kommt musst du aber selber”, sagte ich ihm noch vor mich hin, als er ohne auch nur einen Blick nach rechts gemacht zu haben ein Auto welches ziemlich flott daher kam abschoss … und so entstehen Unfälle die arg unnötig sind. Dummer Mensch, dachten wir nur ;). Nachdem wir uns vergewissert haben, dass kein Personenschaden entstand fuhren wir weiter, sollen die unter sich ausmachen wer Schuld hatte. Die Szene war aber herrlich vorhersehbar .. und wir hatten Glück, es hätte ihn auch übler treffen können und er hätte uns gleich mit abgeschossen.
In Pala angekommen war der Himmel nicht schlecht, es hatte blaue Flächen und der Ort schien immer in der Sonne zu sein, was uns dann ermutigte die Stelle gleich aufzusuchen, Zeitlich waren wir gut, aber trotzdem etwas knapp dran. Als wir den Weg zur Stelle nicht auf Anhieb fanden (auf die Idee die steile Treppe hoch zu laufen zwischen den Häusern muss man erstmal kommen) war dann aber trotzdem auf einmal etwas Eile angesagt ;) An der Herrlichen stelle wartete es sich aber wunderprächtig und der erste Zug des Tages, ein IR kam auch zugleich über die Brücke gerollt. Folgen sollte dem Zug einer von hinten und dann gleich noch ein Regio noch mal von vorne, so stellten wir uns für beide Züge etwas anders und waren dann vollends zufrieden mit dem Start in den Tag. Die Wolken waren das anscheinend nicht und begannen langsam zu verschwinden, am besten dahin wo der Pfeffer wächst (also schön weit weg)!

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Vor wenigen Sekunden hat der Triebwagen die hintere Brücke passiert und rollt über das zweite Viadukt von Pala gen Regua gen Régua.

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Ein Regio nach Porot überquert das hintere Viadukt bei Pala.

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Ein IR von Porto am zweiten Viadukt bei Pala

Zwecks Stellenschau fuhren wir dann der Strecke nach etwas weiter bis wir auf den Bahnhof von Mosteirô trafen, ein Wendemanöver später standen wir am Bahnsteig und machten gleich fix, der nächste Zug von Porto wird im Bahnhöfchen geknallt. Aber bis dahin war es noch viel Zeit und irgendwie hatten wir immer noch einen Güterzug im Kopf welcher hier anscheinend täglich verkehren soll.
Der kleine Bahnhof war zu unserem Glück sowohl mit Bahnhofschef als auch mit Schalterpersonal besetzt und nach wenigen Minuten hatten wir die gewünschte Info erhalten, Train Carga (wie man es auf Portugiesisch anscheinend nennt) sei in etwa 30min und somit kurz nach 12 hier. Ou, und so schnell hat man es eilig! Wir fuhren blind, da wir keine Ahnung von der Streckenführung und Landschaft hatten, auf der Südseite des Flusses nach Osten, die Bahn verläuft immer auf der Nordseite und wir erhofften uns eine Möglichkeit zum quer knallen. Bereits in Sichtweite des nächsten Ortes und 15min später fanden wir eine Wunschsstelle und wir stellten uns an den Strassenrand auf der Kurvenreichen Bergstrasse.
Wir waren uns nach der Ankunft an der Stelle um 5vor12 nicht ganz sicher ob wir den Güterzug nicht verpasst haben, aber ein tiefes und lauter werdendes grummeln im hinteren Teil des Tals bestätigte unsere Hoffnung, dass da gleich etwas kommt. Was kam war nicht schlecht und irgendwie nicht überraschend, es kam eine Diesellok mit ein paar, na was wohl, Zementwagen. Wo in diesem ganzen Land geht dieses Zement hin? Wird hier so viel gebaut, oder fressen die Portugiesen den Zement? ;)

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Oh, ein Güterzug! Aregos hat der Zug bereits durchquert und er rollt Mosteirô entgegen.

Der Zug über den Fluss war im Kasten und wir machten uns gemütlich auf zurück zum Bahnhof, der Regio da wartete noch auf uns. Dieser fuhr dann aber leider nicht wie von uns erhofft auf dem Hausbahnsteig 1 ein sondern auf Gleis 2 und somit direkt vor unserer Nase.
Dem Bahnhofschef versuchten wir dann noch mal die Zeiten der Güterzüge ab zu luchsen, was er irgendwie nicht verstand .. wir liessen es dann gut sein da er in die Mittagspause wollte.

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Bahnhof Mosteirô, der Herr im schönen rosa Hemd ist übrigens der Fahrdienstleiter in Uniform.

Wir fuhren dann zurück auf die andere Flussseite und da der Bahn entlang nach Osten, der nächste Regio war nicht weit und wir hatten schone eine Stelle dafür ausgeguckt. Auch der Regio kam pünktlich und wir hatten endlich mal etwas Zeit.

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Das Viadkut von Aregos wirkt irgendwie abgesoffen, aber das muss so sein. Der Regio fährt Porto entgegen.

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Regio von Régua nach Porto bei Aregos

Zeit um etwas Essen einzukaufen in einem Tante Emma Laden welchen wir Unterwegs gesucht und gefunden haben. Und sogar genug Zeit um das ganze auch noch zu Essen. Die Pause war gerade fertig da war der nächste Zug an der Reihe .. und wir schossen ihn schon wieder von weiter weg über den Fluss hinweg. Zug eins kam prima in der Sonne, Zug zwei kurz später an einer leicht veränderten Position nur so halb leider … und da war er, der erste Wolkenschaden des Tages. Wenn man die Grosswetterlage betrachtete bis dahin war das mehr als nur ein bisschen Glück!

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Mitten im Tal gibt es eine Strassenbrücke hoch über das Tal des Rio Douro, ein Regio erreicht gleich den Bahnhof von Ermidas do Sado

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An der Strassenbrücke von Ermidas do Sado rollt ein Regio von Porto kommend dem Fluss entlang gen Osten.

Nach den beiden Regionalzügen folgte noch ein IR nach Porto und für diesen schauten wir uns, als wir merkten das er näher ist als erst vermuteten, uns im Bahnhof von Ermida um. Der Capo Stazione erlaubte ein Fotografieren in seinem Bahnhof und wir machten unter den staunenden Blicken der wartenden Fahrgästen unser wohl schönstes Bild vom Tag, die Bahnhofszene ist klasse … die Bahn gefällt uns! Der Versuch über Güterzüge etwas heraus zu finden scheiterte erneut an den Sprachbarrieren und daran, dass man wohl einfach nicht verstand was an Güterzügen so wahnsinnig spannend sein soll ;).

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Ermida, ein hübscher Bahnhof der auch von den IRs bedient werden. Dieser hier hält gerade an und wird die zahlreichen Fahrgäste gen Porot fahren.

Es war schon 14 Uhr und wir hatten noch etwas Zeit über bis zu nächsten Zug, fast 2h Pause war angesagt die wir nutzten um den letzten Streckenteil bis Régua zu beäugen. Die Fahrt hat sich alleine schon der Landschaft wegen gelohnt, das Flusstal wird weiter hinten schön weit, an den Hängen ist alles mit Weinreben, die Ortschaften liegen klein und friedlich darin .. idyllisch wie das Moseltal, fehlt nur noch der Verkehr von da ;).
Die schön zu fahrenden engen und sich dem Hang entlang schlängelnden Strassen sind klasse und laden ein um gemütlich durch die Landschaft zu kurven und den Urlaub zu geniessen. Wie wir so fuhren kam uns auf einmal das Google Street View Auto entgegen … müssen wir dann mal schauen ob wir drauf sind ;)
Als Zeit war standen wir wieder an einer Stelle, wieder haben wir die Flusseite gewechselt und standen nicht mehr an der Bahn. Mit etwas Schleierschaden mussten wir einen Regio schiessen, auf einen zweiten zu warten welcher bald gekommen wäre konnten wir nicht mehr.

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In der Region des Rio Douro ist eines der grössten Weinanbau gebiete von Spanien. Bei diesem Bild wird auch klar warum. Bei Rede rollt ein Regio gen Osten.

Wir hatten noch ein letztes Ziel, die Stelle der Gegend überhaupt mussten wir uns noch geben. In Aregos fährt die Bahn in einem langen Bogen über ein tiefes Steinbogenviadukt über einen Flussarm, dass muss man gesehen haben. Daniel zweifelte zwar immer daran, dass wir da noch Sonne haben, ich war aber guter Dinge.
Die Navis machten es uns dann aber nicht leicht, so richtig wollte keines von beiden und am Schluss unterschiedenen sie sich bei der Ankunft um über 30min, bei nicht mal 1h Fahrzeit! Während mein TomTom auf einmal einen kürzeren Weg fand und dies ankündigte (warum findet der mir nichts dir nichts einen neuen Weg?) blieb das Navigon von Dani immer etwa gleich auf, soll man ihm also etwa mehr glauben?
Als wir über eine fiese kleine Strasse den Ort erreichten war die Brücke noch in der Sonne und die stand sogar, entgegen unseren Vermutungen, auf der richtigen Seite. Nur … die 30min die wir warten mussten bis der Zug kam reichten der Sonne um soweit zu sinken dass fast die ganze Brücke im Bergschatten verschwunden ist. Schade … das wäre nicht nötig gewesen, aber für einen perfekten Schuss muss man im Hochsommer hier her kommen, und nicht im Oktober. Trotzdem warteten wir auf den IR welcher dann noch mit 5min Verspätung kam und deshalb noch weniger Licht abbekam.

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Das Viadukt von Aregos noch von der anderen Seite. Leider waren wir zu spät und das Licht war schon weg von der Brücke ..

Eigentlich wollten wir jetzt los, aber als wir bemerkten das der Schleier auf breiter Front dasselbe wie die Wolken am Vormittag gemacht haben (verdampfen) fuhren wir nochmal zurück an die Brücke bei Pala, den ersten Stellen des Morgens .. und schlossen somit den Kreis.
Wie erhofft und vermutet sind die Brücken da noch ewig im Licht und so setzten wir uns auf einen lange Steg im See und warteten bis ein Regio kam zum quer knallen. Wir hatten zwar anfänglich unsere zweifel, dass es reichen wird mit der Sonne, aber schlussendlich reichte es dicke. Für einen Regio und sogar ein Güterzug. Ja, der Güterzug kam zurück! Von uns völlig unterwartet röhrte es auf einmal im Wald vor dem Viadukt und der Zug tauchte auf …. das hätte man mal wissen sollen. Als der Regio vorbei war waren wir endgültig so weit und wollten los .. bis wir oben im Ort doch noch hängen blieben und im allerletzten Büchsenlicht einen Regio nach Porto knallten.

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Am Abend nochmal bei Pala mit Blick auf das zweite Viadukt vom See aus. Völlig unerwartet kam der Güterzug zurück aus Porto.

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Ein Regio von Porto auf dem Viadukt bei Pala

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Und im letzten Büchsenlicht noch ein Regio nach Porto.

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Fahrt nach Norden über eine Hochebene, würde man auch nicht unbedingt auf Portugal tippen.

Dann war aber fertig, endgültig und wir machten uns auf dem Weg zum Bett. Bett heute war wieder ein Ibis Hotel, bereits vorreserviert per Telefon, gelegen in Braga. Diesmal war das Ibis mitten im Kuchen drin und so konnten wir bestens im Ort drin unsere Essensgelüst befriedigend. Auch Parkplatz fanden wir auf Anhieb einen, direkt vor der Hoteltüre .. wir dürfen da zwar nur bis um 8 Uhr parken, weil der Parkplatz einer Klinik und nicht dem Hotel gehört, aber das ist ein Grund um morgen mal früh aufzustehen, sicher! ;)

Ein paar Bilder mehr: [bahnpics.com]




Freitag 01.10.10, Braga – Villagarcia

[maps.google.ch]

Der Tag begann zwangsläufig wieder mal etwas früher als sonst, wir erinnern uns: Der Parkplatz ist nur bis 8 Uhr offiziell erlaubt … wollten wir natürlich nicht strapazieren. So waren wir wie erhofft um 4tel vor 8 beim Auto und bereit zum losfahren.
Was hatten wir den heute als Ziel definiert (irgendwie beginnen Tage immer gleich ;))? Wir wollten uns ein „IN“ Zug anschauen (unter dieser Zugkategorie verkehren zwei Zugpaare von Porto nach Vigo in Spanien) und gucken, was für Material da fährt. Wir vermuteten schon einen Triebwagen, aber sicher ist man sich ja nie. Grundsätzlich war auch die Strecke von Interesse für uns, weil es läuft eigentlich nicht nichts und trotzdem fanden wir im Internet nicht wirklich Bilder davon.
Um 9 Uhr sollte dieser IN Zug nach Vigo im Bereich um Carapeços sein wo wir hin wollten, warum? Weil da nach der Guugl Weltkarte ein spannender Streckenabschnitt liegt. Wir wurden aber enttäuscht, die Strecke ist total verwuchert UND das Wetter war überhaupt nichts Wert. So suchten wir unabhängig vom Zug weiter und schauten ihm dann bei einer günstigren Gelegenheit zu – und es war wie erwartet ein normaler Triebwagen welcher auch als Regio oder IR in der Gegend verkehren könnte.
Wir schauten uns weiter um unter den Wolken, fanden eine sehr nette Stelle bei Durrães mit einer Brücke und landeten schliesslich im Le Clerce von Viana do Castelo und besorgten uns Frühstück, ein trockenes Baguette und damit wir nicht leer daran saugen müssen noch etwas Fleisch und Wurst dazu.
Der Tag war bis dahin sehr … sagen wir mal ernüchternd, erhofft hatten wir uns von allem etwas mehr, vom Wetter und der Strecke vor allem. Egal, wir schmiedeten am Tagesplan so lange rum bis wir damit zufrieden waren. Der Plan sah erstmal eine Fahrt bis zum Bahnhof von Viana do Castelo vor, da sollte es dann in der Ortsdurchfahrt ein oder zwei Züge geben. Die Ortsdurchfahrt eigentlich nett lässt sich aber nicht umsetzen, so landeten wir im Bahnhof und hatten bei der Ausfahrt des Zuges gen Porto sogar Sonne! Kaum möglich .. aber wahr. Der Bahnhof selber ist eine gewagte Mischung von Architektur. Das Bahnhofsgebäude und die Halle ist original, daneben hat man aber ein riesiges und futuristisches Einkaufszentrum gebaut, der alte keine Bahnhof wirkt völlig verloren darin, sieht sehr speziell aus.

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Viana do Castelo - der einzige grössere Ort zwischen Porot und Valenca, an der Spanisch / Portugiesischen Grenze. Zwei Züge kreuzen im Bahnhof des Ortes. Der Kontrast vom alten Bahnhof gegenüber dem neuen Einkaufcenter ist schon sehr gross!

Nun war etwas Zeit, wir schauten uns das schmucke Städtchen an und fuhren dann nach beendetem Rundgang zurück nach Durrães zur Brücke. Aber wieder mal schätzten wir das Licht nicht ganz richtig ein und mussten feststellen bei der Ankunft um 11:30; dass passt noch hinten und vorne nicht. Aber der Plan sah eh ein verweilen in der Ecke bis um 14 Uhr vor, so dass sich die Sonne ruhig noch etwas Zeit lassen konnte mit drehen, so sie denn scheint, denn trotz immer grösser werdenden Sonnenlöchern standen wir eigentlich permanent im Schatten einer sich immer aufs neue Bildenden Wolkenkette. Einige Zeit warteten wir an nicht so optimaler Position hinter der Brücke ehe wir, beäugt von der Familie vor dessen Haus wir parkten, wechselten zur Kirche hoch. Da Assen wir gemütlich zu Mittag und ein kleines Nickerchen lag auch noch drin.
Der erste Zug kam voll im Schatten, der zweite eine Stunde später leider auch … einziger nennenswerter Punkt, ein Portugiese wurde wohl durch das Auto mit CH Nummer auf uns Aufmerksam und kam ganz freundlich fragen, ob wir vielleicht noch ein Bett für die kommenden Nächte suchen, er habe gleich um die Ecke ein B&B Hostel. Danken lehnten wir ab … die Lage wäre zwar sehr nett, aber trotzdem wollten wir heute wieder in dieses Spanienien vordringen.
Der dritte Zug um kurz vor 14 Uhr wollte dann immerhin ein bisschen mit Licht, nicht so richtig, aber fast komplett. So waren wir eigentlich zufrieden und fuhren mal weiter nach Norden, wenn sich nichts ergeben sollte ohne Halt bis nach Spanien.

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Bei Durrães brauchten wir drei Züge (und auch etwa soviele Stunden) bis ein Zug im Licht kam. Gewartet haben wir gemütlich auf dem Platz vor der Kirche des Ortes.

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Durrães

Es ergab sich aber etwas und wie das so ist ärgerten wir uns beim betrachten der Eisenbahn Nördlich von Viana do Castelo über uns selber. Da führt die Bahn recht nahe am Strand entlang und es hätte Möglichkeiten gegeben einen Zug am Vormittag oder Mittag mit Meer im Hintergrund zu schiessen, nun waren wir aber zu spät.
Bei Âncoca-Praia fanden wir trotzdem etwas was uns gefiel und just als wir uns hingestellt hatten im Auto und Daniel im Fahrplan eine Zugfahrt ankündigte rollte dieser auch schon vorbei, uups. Aber lange war der nächste Zug nicht weg und so warteten wir am Strand … warten, angenehm, aber irgendwie trotz Buch wieder mal langweilig ;). Immerhin lohnte sich das Warten im Schatten, denn ein Sonnenbild ging am Ende davon auf unseren Chip über. Der Regio kam im einzigen hellen Augenblick in der letzten Stunde. Schon wieder Glück also, wo bleibt nur das Pech? Pech war vielleicht das wir bis dahin keinen einzigen Güterzug sahen? Eigentlich erwarteten wir … aber das mit den Güterzügen lassen wir besser in Portugal ;)

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Vor Âncoca-Praia rollt ein Regio nach Süden der Küste entlang. Der Berg hinten ist bereits Spanien!

Die Suche weiter im Norden wo die Bahn eigentlich potentiell sehr spannend am Flussufer entlang läuft war wie der Rest der Strecke nicht wirklich ergiebig, Wald, Wald, Wald … und sonst nichts. Keine Chance auf einen Blick mit dem Fluss, es mag sein das es in der einen oder anderen Ortsdurchfahrt nette Motive gibt, aber die finde mal wenn man eigentlich auf der Durchreise ist ;) Einen letzten Regio nach Norden schossen wir kurz vor Barcelos (an der Grenze) im Schatten, wobei bis zur Sonne nicht viel gefehlt hätte. Und das war es dann auch, unser letztes Bild aus diesem Portugal.

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São Pedro da Torre liegt vor dem Regio auf dem Weg nach Valenca ... es war das letzte Bild von Portugal.

Villagarcia in Spanien hauten wir ins Navi und fuhren wieder los, der Grenzfluss passierten wir schnell, von Grenze selber war aber natürlich nichts mehr zu sehen. Auf der gratis Autobahn bis Vigo und dann auf der Bezahlautobahn gen Santiago de Compostela fuhren wir nach Norden bis wir über die Hafenindustrie die Innenstadt von Villagarcia erreichten. Hotel hatten wir noch nicht, aber da wird sich schon etwas finden lassen, waren wir uns sicher. Zeitlich waren wir, trotzdem das uns an der Grenze eine Stunde geklaut wurde wegen Zeitzonenwechsel, sehr gut dran, es war noch fast Hell und die Suche sollte sich einfach gestalten. Wäre da nicht dieses unheimliche Verkehrschaos am Freitagabend in diesem Ort. Hotel fanden wir sehr schnell, wir wollten nach Preis usw. fragen, nur mit Mühe fanden wir in der nähe des Hotels einen nicht wirklich legalen Parkplatz. Ich liess Daniel stehen und ging fragen. Der Preis war völlig OK, alle anderen Bedingungen auch, nur, wo parken? Die Dame konnte nur Spanisch und ich … nicht ;) Auf jeden Fall machte sie mir klar, dass wir NICHT auf der Strasse vor dem Hotel parken können, warum auch immer, wo wir hin sollen konnte sie mir aber nicht sagen, sie verstand die Frage schlicht nicht, sie zeigte bloss in die Stadt hinein.
So drehten wir mit dem Auto noch mal eine Runde und fanden dann gleich neben dem Hotel auf einem grossen Parkplatz einen Platz, eingewiesen von einem Kerl. Ich drückte ihm etwas Kleingeld in die Hand und er bedankte sich freundlich … und wir gingen davon aus einen der besten Parkplätze in der Gegend ergattert zu haben.
Im Hotel gab es erstmal eine Dusche ehe wir uns auf den Weg zum Bahnhof machten, das musste mal noch sein, den wir wollten schauen was der Fahrzeugeinsatz auf der Linie so für neue Gesichter für uns bereit hält.
Eine Kreuzung von zwei MD Zügen (Medina Distanza) stand an und beide Zügen waren aus den komischen 3-Teiligen Dieselkisten gebildet, die wir schon in Salamanca gesehen und Fotografiert haben. Aber die Züge waren sehr gut gefüllt, aber dank Reservationspflicht (für Regionalzüge, etwas merkwürdig) nicht überfüllt. Immerhin kriegen es die Spanier hin, dass man bis vor Abfahrt des Zuges ein Ticket mit Reservation kaufen kann, obwohl der Zug selber schon lange unterwegs ist. Das fanden wir am grossen Ticketautomaten heraus, der ist etwa drei mal so gross wie die bei uns, hat aber noch nicht mal eine freie Zielwahl ;) Dafür produziert er sein Billetpapier selber mit Holz und Wasser? :D
Nach dem Besuch am Bahnhof war es Zeit fürs Abendessen, wir schlenderten durchs Städtchen und was dann folgte war ein fröhlicher Abend in einigen Taparias. Da gibt es Tapas, was so kleine Häppchen sind – Fingerfood auf Spanisch. Dazu immer mal wieder ein Bierchen in einer Cerveceria. Ja, an ganz alles kann ich mich nicht mehr erinnern, der Drink in der letzten Bar war wohl einer zuviel, aber das Bett war dafür um so weicher, nur die Frage wer in unserem Zimmer ein Karussell aufgebaut hatte konnten wir uns nicht beantworten ;).




Das war es, tschau Portugal.
Von einer Überraschung am nächsten Morgen und dem Kampf mit den Wolken an den nächsten Zwei tagen dann im nächsten Teil.

¡buenas noches!
Nil


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:11:09:01:09:33.

Wieder herrlich! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 09.11.10 06:14

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg

Unglaublich schöne Landschaftsaufnahmen!

geschrieben von: LukasG_12

Datum: 09.11.10 10:25

Die Triebwagen sind zwar gewöhnungsbedürftig, aber ich finde sie interessant.

http://www.picbutler.de/bild/87840/dsc1666bmp2ubmh.jpg

Hallo Nil,

Rio Duoro vom Allerfeinsten. Das weckt Sehnsüchte, selten habe ich eine schönere Landschaft gesehen! Hier hat es der Mensch mit seinen Eingriffen verstanden, eine Landschaft perfekt zu gestalten! Steht das Duoro-Tal nicht sogar auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes? Auch die Seitentäler (Tua, Corgo) sind überwältigend schön. Leider haben die dort fahrenden Schmalspurbahnen ja (vorübergehend?) eine "Betriebspause" verordnet bekommen.

Anbei noch drei Fotos:

portugal_2008_05_25_021_800x533.jpg
Ein unbekannter Triebwagen der Reihe 0450 reflektiert auf der Minho-Brücke zwischen Portugal (Valenca do Minho) und Spanien (Tuy) in den Strahlen der untergehenden Sonne. Foto vom 28. Mai 2008

portugal_2008_05_30_009_800x533.jpg

Optimal ohne den fahrbaren Untersatz zu erreichen: Unbekannter Triebwagen der Reihe 0600, auf der Fahrt inmitten der Wildnis zwischen Freixo de Numao-Mos do Duoro und Pocinho. Foto vom 30. Mai 2008

portugal_2008_05_30_017_800x533.jpg

Unsagbar häßlicher Triebwagen 9502 (hier hat man den Autobus auf Schienen Realität werden lassen) als R 6107 Peso da Regua - Vila Real, aufgenommen bei Carrazedo. Foto vom 30. Mai 2008

Viele Grüße und stets einen kräftigen Schluck Duoro-Wein!
Daniel



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:11:09:12:53:03.

Re: Unglaublich schöne Landschaftsaufnahmen!

geschrieben von: brejlovec750

Datum: 09.11.10 12:52

Hallo LukasG_12,

die silbernen 0600er sind unverkennbar nordamerikanischen Ursprungs, eine Mitfahrt im Duorotal ist sehr zu empfehlen! Landschaft draußen, Klangkulisse innen, Kunstlederbänke in der 2. und superbequeme Sessel in der 1. Klasse runden das Bild ab. Frühere Besucher der Strecke schwören indes auf die Lokomotiven der Reihe 1400... Die auf den Fotos von Nil zu sehenden Lokomotiven der Reihe 1960 haben übrigens keinen Schalldämpfer.

Bei den Tw der Reihe 0450 handelt es sich um modernisierte Fahrzeuge aus einheimischer Produktion, die Originale waren noch wesentlich gefälliger. Im Fahrgastraum sind diese Kisten - nun sagen wir mal - unbequem.

Viele Grüße
Daniel
Hallo Nil,

wusste gar nicht, dass Portugal so viel zu bieten hat. Habe jetzt die CP gleich mal auf meine to do Liste gesetzt. Und Nordspanien mit der FEVE ist ja auch nicht weit.

Danke für den Bericht!

Gruß aus Istanbul, Mistral, der morgen ins winterliche Norwegen entschwindet

Re: PT] - Herbst 10, Teil 5: kleine Ergänzung (m3B)

geschrieben von: 242

Datum: 11.11.10 21:04

brejlovec750 schrieb:
-------------------------------------------------------
Auch die Seitentäler (Tua,
> Corgo) sind überwältigend schön. Leider haben die dort fahrenden Schmalspurbahnen ja
> (vorübergehend?) eine "Betriebspause" verordnet bekommen.

> Unsagbar häßlicher Triebwagen 9502 (hier hat man den Autobus auf Schienen Realität werden lassen)
> als R 6107 Peso da Regua - Vila Real, aufgenommen bei Carrazedo. Foto vom 30. Mai 2008
>

Ja, schöne Bilder. Leider keine von den Schmalspurbahnen. Es stimmt, die Linha de Tamega und die Linha de Corgo sind derzeit leider nicht in Betrieb, und die Linha de Tua wird leider auf dem gefährlich-schönen Abschnitt von Cachão bis Tua nicht befahren, da ist SEV mittels Taxi (auch ein Erlebnis, reichlich eine Stunde Taxi-Fahrt durch das Gebirge für ca. 3,50 Euro).
Um Mirandela herum gibt es aber noch Triebwagenverkehr auf 1000mm-Spur, man rühmt sich dort sogar der ersten Metro des Hinterlands.
Die Aussage zur Häßlichkeit der LRV 2000 - Triebwagen kann ich nicht bestätigen, ich finde sie schöner bzw. dezenter als manches, was im Harz auf die Strecke darf...

Demnächst bringe ich auch ein paar Bilder vom letzten Bahn-Trip durch Portugal.
Schöne Bilder aus einem Land in den ich in den 90er Jahren oft zum fotografieren fuhr!
Zementverladung im Douro Tal gibt es in Godim und Pocinho.

Gruss,
Derk Luijt

[www.thetrainpicturearchive.nl]
Hallo 242,

zum Thema Geschmack - man sollte sich deshalb nicht streiten. Was mir an den umstrittenen LRV 2000 gut gefallen hat, war ihre erstaunlich gute Dämmung. Außer den Geräuschen des Fahrwerkes war im Fahrgastraum nichts zu vernehmen. Da könnten sich die Hersteller gewisser Neubau-VT (besonders 612) mal eine Scheibe von abschneiden. Bedauerlich gerade für die Touristenklientel ist der Entfall öffnungsfähiger Fenster zugunsten einer Klimatisierung. Landschaftsfotos durch getönte Scheiben hindurch sind eben nicht der Weisheit letzter Schluß.

Auf die versprochenen Fotos freue ich mich schon.

Ahoj
Daniel

Re: PT] - Herbst 10, Teil 5: kleine Ergänzung (m3B)

geschrieben von: El_Bacchus

Datum: 14.11.10 22:29

Dein Beitrag lässt auf Bahnfahrer-Fotos hoffen, u.a. von den tollen Schmalspurbahnen - ich freu mich!
Ein Traumbeitrag!!!

Der Güterzug bei Aregos stellt mir eine Frage. Waren das Weinkesselwagen und weiß das jemand?

Danke
WeinperBahn schrieb:
-------------------------------------------------------
> Ein Traumbeitrag!!!
>
> Der Güterzug bei Aregos stellt mir eine Frage.
> Waren das Weinkesselwagen und weiß das jemand?
>
> Danke

Nein, das sind Zementwagen, die leer von Pocinho zurueckkehren.