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[BA]Balkan-Abenteuer Teil 4: Mostar (m39B)

geschrieben von: tokkyuu

Datum: 21.09.10 19:58

Balkan-Abenteuer Teil 4: Sarajevo-Mostar-Sarajevo



Die bisherigen Teile:
Teil 1: Wien-Zagreb
Teil 2: Zagreb-Sarajevo
Teil 3: Sarajevo


Tag 4: Donnerstag, 15. Juli 2010 – Ausflug nach Mostar
Fahrplan B391:
07.05 plan / 07.58 echt ab Sarajevo
09.24 plan / 10.59 echt an Mostar (ab Konjic Schienenersatzverkehr)
Fahrplan B390:
18.40 plan / 08.54 echt ab Mostar (bis Konjic Schienenersatzverkehr)
20.59 plan / 21.52 echt an Sarajevo
304 km.

Warten auf den Zug
Auf dem Weg zum Bahnhof sehen wir einen zweiten Amsterdamer Triebwagen in Linie 3 (812, gestern wars 801), es gibt also doch mehrere davon.

http://share.bahnforum.info/transfer/4b34bb10c170dda14241baa237c7d58d12b33f68/Balkan/s3001.JPG
1: Amsterdamer Wagen 812 in Linie 3

Wir sind 10 vor 7 Uhr am Bahnhof. Beim Bahnsteig sind sogar zwei Tafeln angeschlagen, die auf die zwei Züge nach Budapest und Ploce hinweisen, die von Peron II abfahren sollen. Ohne Uhrzeiten allerdings. Die Tafeln sehen aber so aus, als hingen sie hier schon seit Jahren, ein Foto gelingt leider sehr unscharf – aber auch das paßt zum Ambiente.

http://share.bahnforum.info/transfer/4b34bb10c170dda14241baa237c7d58d12b33f68/Balkan/s3002.JPG
2: Zuganzeige beim Aufgang zum Bahnsteig. Regionalzüge sind nicht angezeigt.

Oben am Bahnsteig steht natürlich noch kein Zug nach Ploce, aber der Zug nach Budapest steht da. Er ist bespannt mit der 441-903 und besteht aus einem ŽFBH-Erste Klasse-Wagen in der bekannten hellblau/gelben Lackierung und einem klimatisierten MÁV-AB-Wagen. Eigentlich schon viel erste Klasse für so einen kurzen Zug. Ich vermute jedoch, daß der ŽFBH-Wagen deklassiert ist. Leider denke ich nicht daran, mir die Wagen näher anzusehen oder mir Nummern aufzuschreiben.

http://share.bahnforum.info/transfer/4b34bb10c170dda14241baa237c7d58d12b33f68/Balkan/s3006.JPG
3: 441-903 mit B258 nach Budapest im Bahnhof Sarajevo.

Auf einem anderen Bahnsteig kann ich die 441-907 fotografieren, die mit dem Personenzug 2151 von Zenica vor kurzem angekommen sein dürfte (Planankunft wäre 6.28 Uhr gewesen). Der Zug besteht aus einem einzigen grünen Vierachser, der ziemlich heruntergekommen aussieht, übrigens ein Erstklasswagen. Ein genauerer Blick offenbart, daß es wirklich ein notdürftig verwendbarer Wagen ist. In den Abteilen fehlen fast überall die Kopfstützen, und wie die Sitze aussehen, möchte ich gar nicht wirklich wissen.

http://share.bahnforum.info/transfer/4b34bb10c170dda14241baa237c7d58d12b33f68/Balkan/s3003.JPG
4: 441-907 mit dem soeben aus Zenica angekommenen Zug P2151.

http://share.bahnforum.info/transfer/4b34bb10c170dda14241baa237c7d58d12b33f68/Balkan/s3010.JPG
5: Ein Erste Klasse-Wagen im Regionalzugseinsatz: Al 50 50 19-10 414-8.

Die Lok dieses Zuges setzt bald um und macht sich bereit für die (Weiter-) Fahrt Richtung Konjic als Regionalzug 2401. Dieser Zug sollte eigentlich nach unserem B 391 losfahren (um 7.15 Uhr), aber von unserem Schnellzug ist noch nichts zu sehen. Um 7.02 kommt der Regionalzug 2400 von Konjic an, auch er mit einem einzigen Wagen, dieser jedoch ein 2. Klasse-Wagen.

http://share.bahnforum.info/transfer/4b34bb10c170dda14241baa237c7d58d12b33f68/Balkan/s3007.JPG
6: 441-908 mit dem P 2400 von Konjic bei der Einfahrt in Sarajevo.

Der Zug nach Budapest fährt mit einigen Minuten Verspätung ab (er mußte vielleicht die verspätete Ankunft des 2151 von Konjic abwarten). Von unserem Zug ist noch immer nichts zu sehen. Ich vermute, daß die benötigte Garnitur nicht da ist, daß also die Wagen des Nachtzuges von Zagreb für den B391 Verwendung finden werden. Und mit dieser Annahme werde ich auch recht behalten.

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7: Ausfahrt des B258 von Sarajevo nach Budapest.

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8: Auf den Zug Richtung Mostar und Ploce warten viele Leute!

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9: Auch die ausländischen Fahrgäste haben sich schnell an die örtlichen „Gebräuche“ gewöhnt, und frequentieren ungeniert auch die Gleisanlangen.

Die vielen Fahrgäste (ich zähle etwa 130 bis 140), die auf den B391 warten (viele jugendliche Touristen darunter, man hört alle Sprachen) vertreiben sich irgendwie die Zeit, wobei sie sich häufig auch auf den Gleisen aufhalten bzw. über die Gleise den anderen Bahnsteig „besuchen“. Information gibt es keine, auch keine Ansagen. Fahrpläne hängen ebenso nirgendwo, ausgenommen in der Bahnhofshalle. Selbst der Bahnhofsname „Sarajevo“ steht nur am Gebäude beim Hausbahnsteig. Wenn man aus dem Zug aussteigt, sieht man eigentlich nicht, wo man ist.
Es bleibt also Zeit, sich die Bahnsteige genauer anzusehen. Der Bahnhof Sarajevo sieht aus wie ein Durchgangsbahnhof, ist aber eigentlich ein Kopfbahnhof. Er besteht aus einem Hausbahnsteig und zwei Mittelbahnsteigen, also insgesamt 5 Bahnsteiggleise. Nach Nordosten hin führen die Gleise weiter, das Streckenende dürfte erst ein bis zwei Kilometer weiter hinten liegen. Ob bzw. was dort hinten noch an Bahnanlagen genutzt wird, weiß ich leider nicht. Von den zwei Fußgängerpassagen ist nur eine geöffnet (von der Bahnhofshalle aus links gesehen), die rechte ist gesperrt. Auch sind die Gepäcksaufzüge längst kaputt bzw. außer Betrieb. Alles sieht aus wie nach einem Krieg (was ja leider auch stimmt), viele Scheiben sind zerschlagen und nicht repaiert, die Büffet-Kioske sind verlassen, ein sehr trostloses Bild. Ich mache verstohlen mehrere Aufnahmen. Auch der Zugang zu den Bahnsteigen ist irgendwie seltsam: von der Bahnsteighalle zur Passage gibt es zwei Durchgänge, jedoch ist von den beiden Doppeltüren in der Glaswand nur eine halbe Türe offen. Wenn also die Massen von einem angekommen Zug aus dem Bahnhof strömen wollen, müssen sie sich durch eine schmale Türe zwängen. In der zweiten Glaswand ist immerhin eine Doppeltüre geöffnet. (Die Bilder vom Bahnhof hab ich schon im vorigen Teil gezeigt)
Um 7.50 Uhr kommt endlich der Zug aus Zagreb (B399), also mit 1 Stunde und 11 Minuten Verspätung. Und tatsächlich ist es der Wagensatz, der für den Zug nach Ploce verwendet wird. Es sind drei Wagen, je einer von ŽRS, HŽ und ŽFBH. Der ŽRS-Wagen hat aber eine andere Lackierung als gestern, nämlich nur weiß mit einem schmalen Streifen in den Farben der Republika Srpska (rot/blau/weiß).

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10: Verspätete Einfahrt des Zuges B399 von Zagreb nach Sarajevo.

Und nun kann man wieder mal sehen, wie schnell die Bahnbediensteten hier arbeiten können: die Lok wird im Eilzugstempo abgekuppelt (daß der Verschieber ohne Schutzhelm und nur mit Jeans und Leibchen sowie mit Handschuhen seine Arbeit tut, geht hier wohl ohne Probleme durch) und am anderen Ende wieder angekuppelt. Nach insgesamt nur 7 Minuten Aufenthalt geht es schon weiter. Da bleibt natürlich keine Zeit, die Abteile irgendwie zu säubern. Bei der Abfahrt haben wir daher nur mehr 53 Minuten Verspätung.

Die Fahrt von Sarajevo nach Mostar
Wir fahren also um 7:58 Uhr ab. Unser Wagen ist der ŽRS Blm 51 44 21-10 005-8. Er trägt auch die weiße Lackierung mit den rot/blau/weißen dünnen Streifen. Zunächst geht die Fahrt nach Westen zum Gleisdreieck außerhalb der Stadt Sarajevo, dann biegen wir nach Süden ab und kommen in ein wunderschönes Tal. Es sieht eigentlich ganz österreichisch aus hier: Alles ist grün, die Berge werden immer mehr und sie werden vor allem immer höher. Die Bahnlinie steigt langsam aber stetig an den westlichen Hängen des Tales, ich stehe am Gangfenster und versuche, einige Bilder zu machen. Es gibt viele Brücken und Viadukte über die in unser Tal mündenden kleinen Seitentäler. Im Scheiteltunnel, dem Tunnel Nr. 11 (Ivan), 3220 Meter lang, fahren wir im Schritttempo durch. Gefühlte 10 Minuten sind es sicher, die wir hier durchschleichen. Warum wir so langsam fahren, kann ich nicht erraten. Vielleicht sind die Gleise so schlecht verlegt? Ich beschließe, bei der Rückfahrt genau auf die Uhr zu schauen. Auf der anderen Seite geht es bald wieder einigermaßen normal weiter. Die schöne Aussicht ist nun auf der rechten Wagenseite und man merkt erst jetzt, wie hoch wir eigentlich sind: man sieht weit ins Tal hinunter und bald erkennt man, daß unsere Strecke in Serpentinen Richung Konjic hinunterführt. Man sieht immer wieder die Strecke, die wir bald erreichen werden. Wir haben durch die langsame Tunnelfahrt 10 Minuten Verspätung hinzubekommen. Wir fahren jetzt sozusagen auf einer richtigen (eingleisigen) Gebirgsbahn, zweimal gibt es sogar dreigleisige Tunnels, weil die Kreuzungsbahnhöfe durch einen Tunnel hindurchgebaut sind, um genügend lange Gleise zur Verfügung zu haben. Der Blick ins Tal erinnert wieder an Österreich: viel Grün, viel Wald, viele Dörfer oder Siedlungen. Der einzige Unterschied: es sind Minarette, die die Dörfer zieren, und keine Kirchtürme. Aber schön langsam gewöhne ich mich an den Anblick. Und hier einige Bilder dieser Gegend:

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11: Schöne Berge nach dem Ivan-Tunnel

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12: berall Siedlungen – ähnlich wie in Österreich.[/i]

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13: Eine Zugkrezung zwischen Bradina und Konjic.

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14: Ein Suchbild: links ein Tunnelmund, in der Mitte eine Brücke, über die wir vor kurzem gefahren sind.

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15: Am unteren Bildrand erkennt man die untere Trasse unserer Bahnlinie. Links am Hang ebenfalls die Trasse.

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16: Einer der dreigleisigen Kreuzungsbahnhöfe mit dreigleisigem Tunnel.

Nach der ersten Kurve müßte ich eigentlich wieder links hinausschauen, um ins Tal blicken zu können, aber auch der Blick nach oben zu den Brücken und Viadukten ist sehenswert. Leider gelingen keine Bilder. Nach einer zweiten Kurve sind wir schon fast am Talgrund angelangt und fahren fast eben im Tal dahin bis zum Bahnhof Konjic. Wir wissen natürlich schon vom Aushang im Bahnhof, daß unser Zug hier endet und ein Schienenersatzverkehr den Anschluß nach Mostar und Ploce herstellt. Viele Fahrgäste wissen dies jedoch nicht, aber sie werden durch die wissenden Fahrgäste aufmerksam gemacht. Wir kommen um 9.10 Uhr in Konjic an, das bedeutet also 1 Stunde und 3 Minuten Verspätung.

Im Bahnhof Konjic sieht man nicht weniger als drei Lokomotiven: zwei 441er im alten Anstrich (0er- oder 1er-Serie) und eine 441-900er. Ich habe keine Zeit, die hier herumstehenden Lokomotiven zu fotografieren, nur bei der Einfahrt gelangen zwei Bilder. Eines zeigt die 441-102 mit dem Zug B396 von Ploce nach Zagreb. Er hätte eigentlich schon um 9.10 Uhr abfahren sollen. Aber wer weiß, ob er wirklich ünktlich hier angekommen ist. Jedenfalls hat er nur 10 Minuten Verspätung.

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17: Die Ankunft in Konjic: 441-102 steht mit dem Zug B396 aus Ploce nach Zagreb zur Abfahrt bereit. Rechts sieht man den Wagen des Zuges 2401 von Sarajevo, der wegen unserer Verspätung schon vor uns abgefahren war.

Es ist erstaunlich, wieviele Leute hier im Zug waren, der Bahnsteig ist voll. Relativ rasch geht es durch das ziemlich vernachlässigte Bahnhofsgebäude. Man muß aufpassen, wohin man tritt, denn ein Knöchel ist bei den Gruben und Spalten schnell gebrochen. Vor dem Bahnhofsgebäude staune ich nicht schlecht, als ich einen alten Bekannten treffe: einen ehemaligen Bundesbus aus Österreich in gelb/blutorange/postgelber Farbgebung. Kurz entschlossen wählen wir diesen Bus für die Fahrt nach Mostar. Das Gepäck wird unten verstaut und schon sitzen wir im Bus. Insgesamt stehen drei Autobusse für die Weiterfahrt zur Verfügung. Manche Leute scheinen Schwierigkeiten haben, Platz zu finden oder sich für einen Bus zu entscheiden. Einige ratlose Gesichter kann man erkennen. Schließlich geht die Fahrt jedoch los, die Abfahrt erfolgt um 9.31 Uhr, nur 11 Minuten nach unserer Ankunft mit dem Zug. Gegenüber dem normalen Bahnfahrplan würden das 1:13 Stunden Verspätung bedeuten.

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18:Konjic: Umsteigen in einen (farblich) wohlbekannten Bus.

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19: Aus dem Busfenster fotografiert: Bahnhofsgebäude Konjic und die umsteigenden Fahrgäste.

Nun bin ich ja nicht gerade ein Freund von Autobusfahrten, aber der Ausblick auf den Jablanicko jezero (ein Stausee des Neretva-Flusses) ist wunderschön und ich sitze zufällig auf der richtigen (rechten) Seite. Die Bahntrasse hingegen verläuft die meiste Zeit auf der gegenüberliegenden Seite und hätte keine so schönen Fotoausblicke (Gegenlicht) ermöglicht. Das Tal der Neretva wird nach dem See wieder enger, aber noch immer ist der Fluß aufgestaut und füllt die ganze Talbreite aus. Noch immer könnte die Landschaft auch irgendwo in Österreich sein.

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20: Schöne Ausblicke auf den Jablanicko jezero.

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21: ohne Worte

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22: Noch immer derselbe Stausee. Rechts die Bahntrasse im Bild. Auch die Straße führt teilweise durch Tunnels.

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23:Ich kann nicht genug bekommen von der schönen Landschaft.

Bei Dreznica fällt mir eine Brücke mit einem kleinen Fischladen aus Blech auf, den ich schon irgendwo auf einem Bild in einem Eisenbahnforum gesehen habe. Es könnte der genau gleiche sein … Hinter Dreznica ändert sich plötzlich die Landschaft abrupt. Der Fluß wird wieder klein – die Staumauer hab ich gar nicht bemerkt! – und die Berge beiderseits des breiter werdenden Tales werden karger und karstiger.

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24: Die Landschaft ändert sich.

Um 10.59 Uhr kommen wir in Mostar beim Bahnhof an. Das ist um 1 Stunde und 35 Minuten später als der Zug planmäßig ankommen sollte. Der Bus muß durch ein Gittertor retourfahren, um auf den vorgesehen Abfahrtsplatz zu gelangen. Gleich nach unserer Durchfahrt wird das provisorische Gittertor der Baustelle wieder geschlossen.

Stadtbesichtigung Mostar

Wir sind also in Mostar. Der Bahnhof ist ein riesiger Betonklotz und sieht nicht sehr einladend aus. Allerdings werden wir das kühle Innere noch zu schätzen wissen.

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25: Ich dachte, der Hintergrund ist mehr wert als ein reines Bahnhofs-Gebäudebild. Daher dieses Bild mit Umgebung.

Nun muß ich Prioritäten setzen. Das hier ist ein Bahnforum, es interessiert Euch also hauptsächlich die Bahn. Der heutige Tag in Mostar hatte aber keinen Bahnbezug. Trotzdem will ich ein paar Bilder zeigen, aber nicht solche, die man sowieso überall sieht. Also wer die stari most erwartet, wird enttäuscht, die kennt sowieso jeder. Zuvor einiges zur Stadt Mostar:

Die Stadt Mostar
Die Stadt Mostar wurde im 15. Jahrhundert von osmanischen Herrschern gegründet und entwickelte sich zu einem wichtigen Zentrum und zur größten Stadt der Herzegowina. Überregionale Bedeutung gewann Mostar jedoch nie. Die osmanischen Einflüsse sind auch heute noch sichtbar. Die Stadt hat etwa 111.000 Einwohner, wovon etwa 75.000 in der eigentlichen Stadt wohnen. Die Volkszählung 1991 ergab 35% Bosniaken, 34% Kroaten, 19% Serben, 10% „Jugoslawen“ sowie einige Albaner und Türken. Über die heutige Aufteilung konnte ich nirgendwo Angaben finden. 1993 riefen bosnisch-herzegowinische Kroaten die eigenständige Republik Herceg-Bosna aus, zu der Mostar gehörte. Im Bosnienkrieg kam es daher zu schweren Kämpfen in der Stadt. Auch nach Ende des Krieges 1995, in dessen Verlauf die „stari most“ zerstört wurde, blieben die Strukturen der Republik „Herceg-Bosna“ noch eine Weile erhalten (etwa bis 2000). Seit dem Krieg ist Mostar kulturell in zwei Teile gespalten: der Westen ist kroatisch, der Osten bosniakisch dominiert. Bis 2004 war die Stadt verwaltungstechnisch zweigeteilt, seither ist sie wieder vereint.
Mostar ist der sonnenreichste Ort des Landes sowie die Stadt mit den höchsten Temperaturen in Bosnien-Herzegowina.
Bis etwa 1970 war Mostar durch die Bosnische Schmalspurbahn an die Strecke Sarajevo-Dubrovnik angebunden (eröffnet in Abschnitten 1885-1901, Metkovic-Ploce wurde erst 1942 eröffnet). 1966 wurde die normalspurige Bahnlinie Sarajevo-Mostar-Ploce eröffnet. Der Scheiteltunnel (Neuer Ivantunnel) mit 3223 Metern Länge war allerdings schon 1931 erbaut worden, damals für die Schmalspurbahn, aber schon auf Normalspur ausgelegt.


Wir spazierten östlich der Neretva nach Süden bis zur stari most (alten Brücke), unterwegs sahen wir Moscheen, halbzerstörte Häuser, viele Gräber (moslemische) in Parkanlagen und kurz vor der Brücke in dem Kujundiluk genannten Viertel viele Touristen und Souvenirshops. Westlich der stari most haben wir die franziskanerkirche und die bischofskirche besucht und auch viele noch nicht wiederaufgebaute Kriegsruinen gesehen. Der westliche Teil unterscheidet sich im Aussehen sehr vom östlichen Teil. Weiteres in den Bildtexten:

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26: Blick von der Carinski most Richtung Süden. Mich störten der überhohe Kirchturm (107 m) der Franziskanerkirche und das übergroße Kreuz (33m) auf dem Berg Hum. Es wirkte auf mich wie eine Provokation – und das sage ich als Katholik!

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27: Lacina-Straße im Ostteil der Stadt.

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28: Blick von der Most musala auf den Ostteil der Stadt.

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29: Bedrückend die vielen Grabsteine in den Parks: fast alles junge Leute, alle 1993 ums Leben gekommen.

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30: Solche Ruinen sieht man viele, hier in der Maršala Tita, der Hauptstraße. Erinnert mich an das Wien meiner Kindheit, da sah man um 1960 herum auch noch solche Häuser.

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31: Hier sieht man wieder so eine Ruine – aber der hohe Kirchturm stört mich noch mehr.... Er paßt nicht in die Stadt.

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32: Nein, das ist nicht die stari most, sondern die Kriva cuprija (schräge Brücke) über den Nebenfluß Radobolja, erbaut 1556

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33: Und noch immer Kriegsspuren. Und Neubauten dazwischen.

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34: Auch das gibt es: Der 2. und 3. Stock ist bewohnt, der Rest ist Ruine. So wars auch in Wien 1960.

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35: Und eine Gasse weiter sieht alles wie bei uns aus.

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36: Parten werden hier auf Bäumen plaziert. Schwarz: katholisch, Grün: moslemisch, Blau: orthodox.

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37: Auch im Westteil gibt es Moscheen. Hier im Blick Richtung Osten.

Rückfahrt nach Sarajevo
Wir kommen schließlich nach unserem Rundgang über die Carinski most wieder zum Bahnhof zurück und sind ziemlich müde, sodaß wir zunächste einmal rasten wollen. Im Bahnhofsgebäude gibt es eine kleine Bar, da gibt es wie in einem Schanigarten (aber innerhalb des dunklen Betongebäudes) Tische und bequeme Stühle. Hier können wir uns also bei einem Kaffee ausruhen.
Der Zug würde ja planmäßig um 18.38 Uhr in Mostar ankommen und um 18.40 Uhr abfahren. Unser Bus (Schienenersatzverkehr) kommt bereits um 18.40 Uhr an, also praktisch ohne Verspätung. Wir haben ein wenig Sorge gehabt, ob wir ihn wohl entdecken werden, aber es gibt viele Fahrgäste und es ist offensichtlich, welches unser Bus ist. Das Einsteigen und Gepäck verstauen dauert eine Weile, sodaß wir erst um 18.54 wegkommen (also mit 14 min. Verspätung). Wir halten auf der Fahrt nach Konjic nirgendwo außer kurz vor Konjic, wo ein Passagier aussteigt. In Konjic kommen wir erst um 20.14 Uh an (28 Minuten Verspätung), bis zur Abfahrt unseres B390 vergehen nur 7 Minuten. Unsere Lok ist die 441-403, eine noch nicht umgebaute Lok in der alten roten Farbgebung. Wieder haben wir drei Wagen in der Reihenfolge ŽRS-HŽ-ŽBFH.

http://share.bahnforum.info/transfer/4b34bb10c170dda14241baa237c7d58d12b33f68/Balkan/s3185.JPG
38: 441-403 mit dem B390 abfahrbereit im Bahnhof Konjic.

Ich versuche beim Anstieg auf den Berg zum Ivan-Tunnel ein Bild von den übereinanderliegenden Brücken zu machen, was mir wegen der einsetzenden Dämmerung nur sehr unscharf gelingt. Daher verzichte ich darauf, das Bild hier zu zeigen. Beim Ivan-Tunnel passe ich dann genau auf, wie lange wir für das „Durchschleichen“ benötigen: es sind 17 Minuten. Das sind bei einer Länge von 3220 Metern also 11 km/h. Übrigens sind es von Konjic bis zum Ivan-Tunnel nicht weniger als 46 Tunnels! In Bradina vergleiche ich mal, wieviel Verspätung wir schon haben: es sind schon 40 Minuten! Zwischen Raštelica und Tarcin kreuzen wir den Zug nach Ploce (21.10 Uhr). Und schließlich kommen wir um 21.52 Uhr in Sarajevo an – Verspätung: 57 Minuten. Wir haben uns aber bereits an Verspätungen gewöhnt, ich registriere das nur aus Dokumentationsgründen.
Als wir aus demBahnhof kommen, sehen wir zu unserem Erstaunen wieder einen alten Bekannten aus Wien. Wagen 708 ist es diesmal (gestern sahen wir Wagen 709 ex Wien 4423). 16 Wagen dieser Type sind nach Sarajevo gekommen. Also noch schnell ein Foto und dann ab ins Quartier (zu Fuß).

http://share.bahnforum.info/transfer/4b34bb10c170dda14241baa237c7d58d12b33f68/Balkan/s3188.JPG
39: Wagen 708 ex Wien Type E 4425 in Linie 4 beim Bahnhof. Wenn man genau schaut, erkennt man an der weißen Scheibe, daß der Wagen zuletzt lange auf Linie 62 in Wien eingesetzt war!

Wieder können wir uns bester Gastfreundschaft erfreuen. Im Zimmer steht wieder eine kleine Schale Obst (Pflaumen) für uns. Wir können unsere Rechnung gemischt mit Euro und den restlichen „konvertibilni maraka“ bezahlen, damit wir nichts übrig haben. Die nicht benützten Straßenbahnfahrscheine schenken wir der Familie. Morgen heißt es ebenso früh raus wie heute für die Weiterreise nach Ploce bzw. Dubrovnik.

Fortsetzung:
Teil 5: Sarajevo-Dubrovnik-Split-Zagreb



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:11:01:08:17:25.

Jetzt gehts, Danke für den Bericht! (o.w.T)

geschrieben von: Nil

Datum: 21.09.10 20:39

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum: [www.drehscheibe-foren.de]

https://bahnbilder.ch/calendar/banner.jpg

Leben und Leben lassen ...

2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:09:21:23:05:23.

Re: [BA]Balkan-Abenteuer Teil 4: Mostar (m39B)

geschrieben von: Roni

Datum: 21.09.10 21:26

Hallo!

Wieder sehr schön, bei mir gibt's keine Bildprobleme! :-)


> 16: Einer der dreigleisigen Kreuzungsbahnhöfe mit dreigleisigem Tunnel.

Das ist der Bahnhof Ovcari, 2006 war ich dort:
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lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
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Re: [BA]Balkan-Abenteuer Teil 4: Mostar (m39B)

geschrieben von: ehemaliger Teilnehmer

Datum: 21.09.10 21:29

> Nach Nordosten hin führen die
> Gleise weiter, das Streckenende dürfte erst ein
> bis zwei Kilometer weiter hinten liegen. Ob bzw.
> was dort hinten noch an Bahnanlagen genutzt wird,
> weiß ich leider nicht.

Abstellgruppe für Reisezugwagen und z.T. auch E-Triebwagen.

Re: [BA]Balkan-Abenteuer Teil 4: Mostar (m39B)

geschrieben von: seidolfius

Datum: 22.09.10 00:31

Schöner Reisebericht, und interessante Hintergrundinformationen!
Deine Erzählungen stimmen ziemlich gut mit meinen Erfahrungen auf der Strecke Zagreb(Teil2)-Sarajevo-Mostar in diesem Jahr überein. Bin schon gespannt wie ähnlich die weitere Reiseroute ausfällt.

Der Fisch-Stand war in einem Bericht von Jan vdBk zu sehen, neben schönen Bildern vom Planverkehr in der Neretva Schlucht.
[www.drehscheibe-foren.de]

mfg seidolfius

Re: [BA]Balkan-Abenteuer Teil 4: Mostar (m39B)

geschrieben von: tokkyuu

Datum: 22.09.10 09:21

JAAAA, genau da. Heute kann ich seinen Bericht viel besser begreifen, weil ich die Gegend (Neretvatal zumindest) aus eigener Anschauung kenne. Sehr schön!

Re: [BA]Balkan-Abenteuer Teil 4: Mostar (m39B)

geschrieben von: Klosterwappen

Datum: 22.09.10 11:32

Vielen Dank auch von mir.
Falls Du das Schild am Bahnhof von Sarajevo scharf haben willst; hier ist es, aufgenommen im Juni:

[www.drehscheibe-foren.de]

Da siehtst Du übrigens auch noch den damals noch planmäßigen "Schwedenzug" nach Ploce!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:09:22:16:35:05.

Re: [BA]Balkan-Abenteuer Teil 4: Mostar (m39B)

geschrieben von: austrobelge

Datum: 22.09.10 18:13

Hallo Gustav,
wieder ein sehr schöner Bericht! Mostar ist in der Tat ein verstörender Ort, aber auch ein sehr schöner, wenn man Kontraste mag.
Um den enormen (Nachkriegs-)Kirchturm ranken sich viele Anekdoten. Die Bosniaken im Osten (sowie einige etwas aufgeschlossenere Bewohner des Westteils) amüsieren sich darüber, dass der Turm (angeblich) schief steht. Absicht der Erbauer sei es gewesen, jedenfalls einen Kirchturm zu bauen, der höher sein würde als das höchste Minarett in der Stadt. Andere erzählen wieder, dass die Lautsprecher der Minarette vor allem den Westteil der Stadt beschallen (in dem die Katholiken leben) und dass wiederum die Kirchenglocken den Ruf des Muezzin zu übertönen versuchen und exakt dann läuten, wenn auch die Moslems zum Gebet aufgerufen werden. Ich weiss nicht, ob das alles stimmt - aber es sind eben "urban legends" in Mostar.
Geradezu tröstlich finde ich in Deinem Bericht zu sehen, dass die Menschen offenbar im Tod zu so einer Art von Versöhnung gelangen: die Todesanzeigen von Angehörigen aller drei Religionen hängen friedlich vereint an ein und demselben Baum, werden nicht überklebt oder abgerissen und es gibt offenbar auch keine getrennten "bosniakischen", "kroatischen" und "serbischen" Partezettelbäume!
Bevors zu weit abgleitet eine Eisenbahnfrage: Hattet Ihr im "Schwedenzug" (der offenbar südlich an den Schienenersatzverkehr anschliessend verkehrt) einen (nicht ex-schwedischen) Buffetwagen ausmachen können?
LG
Andreas

Re: [BA]Balkan-Abenteuer Teil 4: Mostar (m39B)

geschrieben von: tokkyuu

Datum: 22.09.10 22:57

Den Schwedenzug hab ich am Folgetag benützt (zwischen Capljina und Ploce). Es waren drei Schwedenwagen in Blau. Ich bin aber nicht alle Wagen durchgelaufen. Das kommt im nächsten Teil...

Re: [BA]Balkan-Abenteuer Teil 4: Mostar (m39B)

geschrieben von: Jan vdBk

Datum: 23.09.10 19:45

Na, das freut mich ;-)
Nach Deinem Bericht weiß ich einmal mehr, dass ich da nochmal hin muss. Gerade vom Ivanpass haben wir ja garnichts mitbekommen (außer einmal Landstraße entlang).

Viele Grüße,
Jan

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Vielen Dank!

geschrieben von: AAW

Datum: 24.09.10 14:14

Hallo tokkyuu,

vielen Dank für diesen Bericht (und auch vorangegangene und folgende Teile) deiner Reise, die insbesondere durch die Blicke abseits der Gleise interessant sind.

tokkyuu schrieb:

Schließlich geht die Fahrt jedoch los, die Abfahrt erfolgt um 9.31 Uhr, nur 11 Minuten nach unserer Ankunft mit dem Zug.

Bei dem Satz über den Umstieg vom Zug zum Ersatzbus mußte ich schmunzeln, sind für den Übergang Zug-EV doch selbst nach preußischer Planung der DB meist nur 5 min vorgesehen (von den 1-2 min, die tschech. SEV-Fahrpläne vorsehen ganz zu schweigen). Aber auf dem Balkan hat man eben Zeit.

Und gelernt habe ich, was Parte sind. Als ostdeutscher Heide hatte ich davon noch nie gehört. Mir waren bisher nur Nachrufe in der Tageszeitung bekannt.

Grüße,
André



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:09:24:14:17:44.

Re: Vielen Dank!

geschrieben von: Michael Kelter

Datum: 25.09.10 21:37

Hallo!

Was soll ein Partezettel sein?

Re: Vielen Dank!

geschrieben von: tokkyuu

Datum: 25.09.10 21:54

Michael Kelter schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hallo!
>
> Was soll ein Partezettel sein?


Entschuldigung! Das war wohl ein typische österreichischer Ausdruck. Oder vielleicht wird er nicht einmal in ganz Österreich verstanden.
Eine Todesnachricht heißt hier "(die) Parte", im Dialekt "Pattazettl" (=Partezettel). Also das, was da auf den Bäumen angeheftet ist. Sowas verschickt man bei uns im Todesfall an die Leute, die man über den Tod unterrichten will bzw. über ein Begräbnis in Kenntnis setzen will. Hierzulande waren sie vor 50 bis 100 Jahren auch in dem Format mit dickem schwarzen Rand, heute sind sie A4-hochformat, mit Foto (oft in Farbe) und überhaupt ganz anders gestaltet, viel dünnerer Rand, nicht mehr schwarz, sonder meist grau oder auch farbig...
Genug der Kulturgeschichte der Parten.