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Auf Schienen vom Kapitalismus in den Sozialismus und zurück - 13.000km mit dem Zug durch Asien und ein bisschen Europa

Teil 20: Ein Abend im „Bia Hoi“-Garten mit Bahnhofsblick in Lao Cai


Nach der Einführung zur Eisenbahn in Vietnam im letzten Bericht geht es los mit der Reise durch Vietnam. In Vietnam hatte ich nur zehn Tage Zeit, denn dann ging es weiter auf eine Gruppenreise nach Myanmar. Deswegen kam die Eisenbahn in Vietnam (leider) etwas zu kurz. Beginnen möchte ich mit dem Grenzübertritt, den Weg von Kunming nach Hekou musste ich ja leider gezwungenermaßen per Nachtbus antreten, denn auf dem chinesischen Teil der Yunnan-Bahn verkehren ja keine Personenzüge mehr. In der Jugendherberge von Kunming erzählte man sich unter Travellern wahre Horrorgeschichten über den Grenzübertritt. Korrupte Grenzbeamte, willkürliche Verhöre und Personen, die Tage im Niemandsland zwischen den Ländern verbringen mussten. Entsprechend gespannt war ich darauf, wie es mir bei dem Grenzübertritt ergehen sollte.

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Bild 1: An der vietnamesisch-chinesischen Grenze. Ich stehe in Lao Cai auf vietnamesischem Boden, die andere Seite des
„Roten Flusses“ gehört auch noch zu Vietnam, auch wenn die Bebauung schon eher chinesisch anmutet. Hekou auf chinesischer
Seite liegt ganz links auf der Landzunge zwischen dem „Roten Fluss“ und der Mündung des „Nanxi“. Die Brücke über den „Nanxi“ verbindet
China mit Vietnam, die Brücke der Eisenbahntrasse steht hinter der sichtbaren Brücke, die Eisenbahnstrecke verläuft dann in China zunächst entlang des „Nanxi“.



„Kurze Zeit später fuhren wir dann im kleinen Busbahnhof von „Hekou“ ein. Wir hatten also über zwei Stunden Verspätung, was mich aber nicht weiter störte, denn die Grenze nach Vietnam machte sowieso erst um acht Uhr morgens auf. Alle Passagiere stiegen in andere Busse um oder wurden abgeholt. So stand ich plötzlich mutterseelenallein auf dem Busparkplatz, ich wusste nicht, wo die Grenze ist, denn in meinem Reiseführer war kein Stadtplan von „Hekou“. Wenigstens konnte ich aber mit Hilfe des Reiseführers das Schild am Busbahnhof entziffern und wusste, dass ich zumindest schon mal in „Hekou“ bin. Da es noch dunkel war, setzte ich mich auf eine Bank und wollte warten, bis es heller wird. Plötzlich kam ein schmieriger Typ an, der sich als Manager des Busbahnhofs vorstellte und fragte „You go Vietnam?“ „Yes, I do. Can you show me where I can find the border checkpoint“ „You wanna change money? In Vietnam no change Yuan. But I change Yuan to Dong. I give you good price“. Ich dachte mir: „Meister, du bist hier nicht der Manager und in Vietnam kann ich problemlos Yuan in vietnamesische Dong tauschen. Außerdem ist eigentlich die Ausfuhr von Dong aus Vietnam verboten.“ Ich fragte ihn noch mehrmals, wo die Grenze liegt, aber er wollte nur Geld tauschen. Also schlug ich ihm vor, dass ich etwas Geld tausche und er mir dafür zeigt, wo die Grenze liegt. Ich kratzte meine eingesteckten Reste an chinesischen Yuan zusammen, meine eiserne Reserve an Yuan ließ ich zur Sicherheit aber in meinem Geldgürtel. Er holte sein Handy raus und rechnete den Gegenwert für die ungefähr 100 Yuan aus, wobei er mir einen sehr schlechten Umrechnungskurs gab. Eigentlich hätte ich 260.000 Dong bekommen sollen, er gab mir aber nur 230.000 Dong. Egal, ich wollte nur, dass er mir zeigt wo die Grenze liegt und mich dann in Ruhe lässt. Zudem konnte ich mich an den krummen Umrechnungskurs gewöhnen und mich mit dem vietnamesischen Geld vertraut machen. Die vietnamesischen Geldscheine, die er mir gab, bestanden komplett aus Plastik, sahen ansonsten aber recht echt aus. Er zeigte mir dann, dass die Grenze nur ein paar hundert Meter die Straße runter liegt und so waren wir beide zufrieden, denn er hatte ein gutes Geschäft gemacht und ich wusste, wo die Grenze liegt.

Also schnappte ich mir mein Gepäck und machte mich mit wackeligen Schritten auf in Richtung Grenze, denn ich war total übermüdet und doch ein bisschen nervös durch die Schauermärchen aus der Jugendherberge in Kunming. An der Grenze setzte ich mich auf die Treppen vor dem chinesischen Grenzgebäude. Das Gebäude war neu im modernen, chinesischen Einheitsstil errichtet, aber so mit Ketten und Schlössern verrammelt, dass man meinen könnte, die Chinesen würden in dem Gebäude ihre Währungsreserven bunkern. Pünktlich um acht Uhr wurden die Türen aber aufgesperrt und ich stürmte das Gebäude. Ich nahm mir ein Ausreiseformular, füllte es aus und stellte mich an den Schalter. Außer mir wollte niemand nach Vietnam ausreisen und so stand ich ganz alleine da. Die Zöllner saßen aber nur herum, rauchten und tranken Tee. Also machte ich mich mit einem „Duibudsi“ (=Entschuldigung) auf mich aufmerksam. Daraufhin brüllte mich ein Beamter an und zeigte auf eine Plastiksitzreihe. Ist ja gut, ich will eigentlich nur endlich raus aus diesem Land. Aber wenn die Herren erst noch eine Schachtel Zigaretten rauchen wollen, bitte. Am Nachbarschalter strömten bereits hunderte von Vietnamesen nach China, alle voll beladen, hauptsächlich mit landwirtschaftlichen Produkten. Die tauschen sie dann wahrscheinlich gegen Plastikkram und anderen Schrott, den die Chinesen in ihrem Land produzieren und in die ganze Welt verschleudern.

Nach einer guten halbe Stunde Wartezeit war ich noch immer ganz alleine und einer der Beamten hatte jetzt ein Einsehen und winkte mich barsch an seinen Schalter. Er blätterte dann eine Weile in meinem Pass herum und brüllte mich dann wieder an. Ich sagte ihm dann in gebrochenem Chinesisch, dass ich kein Chinesisch verstehe, was er sogar wohl verstand. Also blätterte er wieder in meinem Pass herum und zeigte schließlich auf den unleserlichen Einreisestempel. Mittlerweile konnte ich die chinesischen Schriftzeichen für „Dandong“ auswendig zeichnen, da ich bereits mehrfach bei Kontrollen und Check-Ins nach dem Namen des Einreiseorts nach China gefragt wurde, und malte sie ihm auf. Da schaute er mich an nach dem Motto: Kein Chinesisch sprechen, aber Chinesisch schreiben können. Dann holte er einen Kalender, einen Taschenrechner und fing an zu rechnen. Ich darf mich noch bis morgen Abend 23:59:59 legal in China aufhalten, da kann er noch soviel herumrechnen. Wenn er allerdings in diesem Tempo weiter macht, dann wird es tatsächlich knapp. Nach einer gefühlten Ewigkeit haute er dann schließlich einen Ausreisestempel in meinem Pass und ich durfte endlich China verlassen.“


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Bild 2: Am Marktplatz von „Lao Cai“. Die Vietnamesen nehmen gerne Stilelemente französischer Kolonialbauten
auf, fügen eine Prise Säulen und Bögen dazu und fertig ist die Disneylandarchitektur „à la Vietname“.


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Bild 3: Häuserreihe am Ufer des „Roten Flusses“ auf vietnamesischer Seite direkt hinter der Grenze. Hinter den Häusern verläuft die Eisenbahntrasse.



„Nachdem mich der chinesische Grenzbeamte entlassen hatte, ging ich zu Fuß über die Straßenbrücke, die den Grenzfluss zwischen China und Vietnam überbrückt. Mir kam eine ganze Armada an Fahrrädern und Trishaws entgegen, allesamt Vietnamesen und allesamt bis obenhin vollgepackt. Ich traute mich aber nach der Erfahrung mit den chinesischen Grenzbeamten nicht, Fotos zu machen. Zudem wollte ich den vietnamesischen Grenzbeamten nicht gleich eine Steilvorlage für eine Schmiergeldzahlung liefern.

Auf der anderen Seite der Brücke betrat ich dann das vietnamesische Grenzgebäude, wo mich ein vietnamesischer Zöllner sehnlichst erwartete. Ich war ja die erste Person, die am heutigen Morgen nach Vietnam einreist. Der Beamte wollte nur meinen Pass sehen, ein Einreiseformular musste man gar nicht ausfüllen. Er studierte für eine Sekunde mein Visum, haute einen Stempel in den Pass und meinte „Welcome to Vietnam“. Das war’s? Mein Gepäck interessierte ihn überhaupt nicht. Na, das ist ja schon mal ein guter Anfang in Vietnam und die Horrorgeschichten waren wohl zum Glück ziemlich übertrieben.

Aufgrund der schnellen Abfertigung stand ich kurz noch etwas unbeholfen herum, bis ich die Ausgangstür fand. Ich hatte das Gebäude noch nicht verlassen, da war ich schon von Schleppern umgeben, die angeblich alle vom Staatlichen Tourismusbüro in „Lao Cai“ kommen würden. Herrlich, endlich war ich wieder im Südostasien, wie ich es kenne. Keine faulen Taxifahrer, die man überreden muss, dass sie einen mitnehmen oder eine Gruppe Reiseleiter mit Fähnchen und Megaphon. Jeder hatte ein angeblich billiges Hotel im Angebot und würde mich für wenige Dollar dort hinfahren. Einige boten mir auch gleich eine Weiterfahrt nach „Sa Pa“, einem Ort in den Bergen nordöstlich von hier, in den die meisten Touristen reisen, wenn sie hier in der Gegend sind. In „Lao Cai“ will dagegen kein Tourist freiwillig bleiben. Für einen Ausflug nach „Sa Pa“ fehlte mir allerdings die Zeit und Berge hatte ich die letzten Tage genug gesehen. Zudem muss ich in zehn Tagen ja schon wieder weiter nach Myanmar und deswegen fahre ich morgen früh mit dem Zug von „Lao Cai“ in die vietnamesische Hauptstadt Hanoi.“


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Bild: Bild 4: Der erste Kontakt mit der Yunnan-Bahn auf vietnamesischer Seite.


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Bild 5: Auf dem Bahnhofsvorplatz von „Lao Cai“. Die vietnamesischen Bahnhöfe sind von weitem an ihren großen roten Lettern zu erkennen.
„Ga“ ist das vietnamesische Wort für Bahnhof, ohne jetzt ein Sprachexperte zu sein, vermute ich mal, dass es sich vom französischen „gare“ ableitet.


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Bild 6: Im Inneren gibt sich der Bahnhof sehr mondän. Aber einige der angezeigten Städte sind auch heute noch per Zug gar nicht so
weit entfernt (zumindest was die Anzahl der Umstiege betrifft). Von Lao Cai nach Hanoi fahren direkte Züge, dort kann man in einen
Direktzug nach Peking umsteigen, von dort geht es direkt weiter nach Moskau. Nach dem dritten Umsteigen hat man dann Berlin erreicht
(gibt es aktuell auch Kurswagen Moskau – Paris?). Und nach dem dritten/vierten Umsteigen in Paris erreicht man dann doch tatsächlich
London. Nur nach New York gibt’s noch keine Zugverbindung von Lao Cai aus. Was weiter auffällt, ist die interessante Definition der
Zeitzonen in Vietnam: In Berlin ist es 3:15, in Moskau 10:15, in Peking 10:13, in Hanoi 10:17, in Paris 8:40, in London 1:52.




„Den Hotelschleppern nahm ich dann gleich den Wind aus den Segeln, indem ich sagte, dass ich bereits eine Reservierung in einem bestimmten Hotel hätte. Leider hatte ich auch von „Lao Cai“ keinen Stadtplan und einen Bahnhof sah ich in der näheren Umgebung auch nicht. Also musste ich mich noch mit der Transportmafia abgeben. Auf dem Vorplatz standen nur jede Menge Mopeds und zwei Golf-Carts mit elektrischem Antrieb. Die Mopeds kamen wegen meinem vielen Gepäck nicht in Frage und so blieben nur die beiden Golf-Carts, was mir die Preisverhandlungen allerdings erschwerte. Sie wollten erst Dollar, ich bestand aber auf Dong, denn so konnte ich gleich testen, ob die Geldscheine, die ich am Busbahnhof in „Hekou“ getauscht hatte, auch wirklich echt sind. So wollten sie 100.000 Dong für die Fahrt (umgerechnet knapp 4€), ich konnte sie aber noch auf 80.000 Dong runterhandeln. Mehr war nicht drin und ich hatte auch keine Lust, mit meinen 40 Kilogramm Gepäck und mittlerweile schwülen 30° durch „Lao Cai“ auf der Suche nach Bahnhof und Hotel herumzuirren. Also stimmte ich zähneknirschend dem Preis zu und ließ mich zum Hotel am Bahnhof fahren.

Das Hotel entpuppte sich als mehrstöckiger Neubau. Es gab zum Glück noch freie Zimmer, allerdings für happige 27 US-Dollar pro Nacht. So ließ ich mir das Zimmer zeigen: Klimaanlage, Flachbildfernseher, Bad aus Marmor. Brauche ich eigentlich alles nicht, aber für das Gebotene ist der Preis OK und Alternativen gab es in naher Umgebung nicht, zumal sich der Bahnhof auch noch direkt neben dem Hotel befand. An der Rezeption tauschte ich dann problemlos meine verbliebenen chinesischen Yuan, zu einem weitaus besseren Kurs wie am Busbahnhof von „Hekou“. Mit dem frisch getauschten Geld ging ich dann zum schräg gegenüberliegenden Bahnhof und kaufte mir eine Zugfahrkarte für die Fahrt nach Hanoi morgen früh. Ich hätte es zeitlich sogar noch geschafft, den heutigen Zug nach Hanoi zu nehmen, aber ich wollte mich nach der harten Busfahrt erst einmal einen Tag erholen.“



Nachdem ich mich im Hotelzimmer etwas von der üblen Nachtbusfahrt von Kunming nach Hekou erholt hatte, ging es zu einem Rundgang um den Bahnhof von Hekou:


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Bild 7: Die beiden dieselelektrischen Lokomotiven D12 E-648 und D12 E-626 standen abgestellt im Bahnhof von Lao Cai. Es handelt sich um tschechische Fabrikate.


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Bild 8: Ebenso beschäftigungslos stand die dieselhydraulische Lok D 10 H-005 herum. Sie stammt aus dem Jahr 1983
und wurde in China gebaut. Eine Vietnamesin flaniert dazu im modischen rosafarbenen Pyjama über den Bahnsteig.


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Bild 9: Der Gepäckwagen XT 3135 wartete ebenfalls auf seinen nächsten Einsatz.


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Bild 10: Der Lokschuppen verdeckte sich hinter dichtem Gestrüpp.


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Bild 11: Ein interessantes Feature vietnamesischer Bahnübergänge: Solange die Straßenschranken
geöffnet sind, wird die Bahnstrecke durch eine weitere Schranke samt Laterne gesperrt.


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Bild 12: Dieses Bild hatte ich schon im Rahmen meines Bahnübergang-Einstiegrätsels
zu dieser Berichtreihe gezeigt Mir gefällt es aber so gut, dass ich es hier einfach nochmal zeige.



Das schwül-heiße Wetter sorgte dafür, dass ich mich wieder ins Hotel zurückzog. Dort entdeckte ich, dass es im achten Stock eine Dachterrasse mit Bar gibt. Die Gelegenheit, um ein erstes, eiskaltes „Bia hoi“ zu genießen. „Bi ahoi“ ist eines der wichtigsten vietnamesischen Wörter, denn es bezeichnet nichts anderes wie ein frisch gezapftes Bier. Das war eine perfekte Idee, denn von der Dachterrasse ergab sich ein guter Blick auf den Bahnhof. Also orderte ich das erste Bier und begann, das bunte, abendliche Treiben auf dem Bahnhof von hier oben zu fotografieren:

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Bild 13: Auf den ersten drei Bahnhofsgleisen stehen die Personenwagen für die abendlichen Züge nach Hanoi schon bereit,
darunter auch komfortable Waggons des „Green Train“, die mehr Komfort bieten und hauptsächlich von Touristen genutzt werden,
die nach Sa Pa in den Bergen in der Nähe von Lao Cai reisen. Auf dem vierten Gleis stehen geschlossene Güterwaggons, die wohl aus
China eingetroffen sind und noch auf den Güterbahnhof im Hintergrund rangiert werden müssen. Daneben steht dann ein
Abfahrtsbereiter Güterzug mit gedeckten Waggons und Kesselwagen nach Hanoi. In der Nähe von Kunming gibt es einige
große Raffinerien, die ihre Produkte wohl auch über die Yunnan-Bahn nach Vietnam versenden.


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Bild 14: Die beiden dieselelektrischen tschechischen Lokomotiven D12 E-645 und D12 E-634 haben ihr
Arbeitspensum für heute schon erfüllt und warten vor dem Lokschuppen auf den nächsten Arbeitstag.


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Bild 15: Ebenfalls vor dem Lokschuppen steht eine unerkannt gebliebene Lok vom Typ D5 H aus australischer Produktion sowie eine weitere D12 E mit Nummer 642.


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Bild 16: Lok D 10 H-018 wartet vor dem Güterzug auf den Fahrtbefehl zur Weiterfahrt nach Hanoi.


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Bild 17: Währenddessen wird auf dem Güterbahnhof ein offener Güterwaggon von Hand entladen.
Die Säcke, vermutlich Düngemittel aus China werden auf einen vietnamesischen LKW verladen.


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Bild 18: An der Einfahrt zum Güterbahnhof rangiert eine unbekannt gebliebene Lok vom Typ D 10 H.


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Bild 19: Ein leerer LKW fährt auf dem Güterbahnhof an einen geschlossenen Waggon, um die Fracht umzuladen. Die braunen
Waggons tragen eindeutig das Symbol der chinesischen Staatsbahn, bei der Ware in den Säcken handelt es sich wohl
ebenso um Düngemittel, das wohl ziemlich staubt, so dass der Arbeiter sicherheitshalber einen Atemschutz trägt.


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Bild 20: Der Waggon hat an die offene Wagentür rangiert, der Umladevorgang kann Beginn. In der Nähe von Kunming gibt es zahlreiche
Düngemittelfabriken, die ihre Produkte größtenteils nach Vietnam exportieren. So hat es Vietnam zusammen mit „Doi Moi“ (= seit Ende der 80er-Jahre
eingeleitete Wirtschaftsreformen) innerhalb weniger Jahre vom Reisimporteur zum zweitgrößten Reisexporteur der Welt hinter Thailand geschafft.



Leider ließ das Licht immer mehr nach, das Stativ lag im Hotelzimmer, das eisgekühlte „bia hoi“ mundete sehr gut und zeigte immer mehr Wirkung. So ergaben sich nur noch wenige brauchbare Bilder:

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Bild 21: Bei diesen geschlossenen Güterwaggons handelt es sich um vietnamesische Exemplare.


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Bild 22: Der Lokführer des Güterzuges nach Hanoi hat seinen Zug etwas vorgezogen, wartet aber immer noch auf den Abfahrtsauftrag.


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Bild 23: Jetzt ist es endlich soweit. Er schaut nochmal aus dem Fenster und los geht die Fahrt.


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Bild 24: Die vietnamesischen Kesselwagen rollen nach und nach aus dem Bahnhof.


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Bild 25: Am Ende des Güterzuges rollt der Begleitwagen aus dem Bahnhof.


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Bild 26: Mittlerweile ist die Sonne untergegangen. Die unbekannt gebliebene Lok vom Typ D 10 H sowie
D 12 E 647 haben ihre Rangieraufgaben erledigt und kehren zum Lokschuppen zurück.


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Bild 27: Auf dem Bahnhof ist Ruhe eingekehrt. Im Güterbahnhof werden noch Güterwaggons
entladen, die Personenzüge verlassen erst nach Einbruch der Dunkelheit den Bahnhof.


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Bild 28: D 12 E 647, D12 E-645 und D12 E-634 stehen sauber aufgereiht vor dem Lokschuppen und warten darauf, was der nächste Tag so alles bringen wird.



Was die drei Loks D 12 E 647, D12 E-645 und D12 E-634 am nächsten Tag für Aufgaben hatten, kann ich euch leider nicht sagen. Denn am nächsten Morgen machte ich mich mit dem Zug auf nach Hanoi. Davon aber mehr im nächsten Bericht. Ich hoffe, ihr steigt alle wieder mit ein.




Zugliste


Zug		Von			Nach			Kilometer	Land	Traktion	Spurweite

S3		Niederhöchstadt		Frankfurt(Main)Hbf	  11,8		DE	Elektr.		1435mm
ICE 75		Frankfurt(Main)Hbf	Zürich HB		 449,6		DE/CH	Elektr.		1435mm
IC 585		Zürich HB		Chur			 116,1		CH	Elektr.		1435mm
R 1169		Chur			San Murezzan/St.Moritz	  89,25		CH	Elektr.		1000mm
RE 1145		Bravuogn/Bergün		Preda			  12,57		CH	Elektr.		1000mm
R 1658		Poschiavo		Ospizio Bernina		  21,294	CH
	Elektr.		1000mm
R 1641		Morteratsch		Diavolezza		   4,635	CH	Elektr.		1000mm
R 1658		Poschiavo		Ospizio Bernina		  21,294	CH	Elektr.		1000mm
RE 1124		St.Moritz		Chur			  89,25		CH	Elektr.		1000mm
IC 570		Chur			Zürich			 116,1		CH	Elektr.		1435mm
S6		Zürich			Baden			  22,53		CH	Elektr.		1435mm
S6		Baden			Zürich			  22,53		CH	Elektr.		1435mm
S6		Zürich			Baden			  22,53		CH	Elektr.		1435mm
IR 1972		Baden			Basel SBB		  65,9		CH	Elektr.		1435mm
ICE 370		Basel SBB		Freiburg Hbf		  66,8		CH/DE	Elektr.		1435mm
RB31603		Freiburg Hbf		Littenweiler		   7,22		DE	Elektr.		1435mm
RB31620		Littenweiler		Freiburg Hbf		   7,22		DE	Elektr.		1435mm
ICE 270		Freiburg Hbf		Frankfurt(Main)Hbf	 294,4		DE	Elektr.		1435mm
S3		Frankfurt(Main)Hbf	Niederhöchstadt		  11,8		DE	Elektr.		1435mm
S3		Niederhöchstadt		Frankfurt(Main)Hbf	  11,8		DE	Elektr.		1435mm
S8		Frankfurt(Main)Hbf	Frankfurt-Flughafen	  11,4		DE	Elektr.		1435mm
Chollima	Pyongyang Yonggwang	Pyongyang Puhung	   1,5(ca.)	KP	Elektr.		1435mm
Zug Nr. 5	Pyongyang		Sinuiju-(Grenze DPRK)	 225		KP	Elektr.		1435mm
K 28		(Grenze China)-Dandong	Beijing			1132		CN	Diesel		1435mm
K 177		Beijing Xi		Datong			 368		CN	Elektr.		1435mm
2671		Datong			Xi'an			1006		CN	Elektr.		1435mm
Z94		Xi'an			Suzhou			1425		CN	Elektr.		1435mm
K8418		Suzhou			Huangshan (Tunxi)	 588		CN	Diesel		1435mm
K155		Huangshan (Tunxi)	Guilin Bei		1277		CN	Diesel		1435mm
K181		Guilin Bei		Kunming			1265		CN	Diesel		1435mm


								8763,523



Weitere Bildimpressionen aus Vietnam


Weitere Bildimpressionen von mir aus Vietnam auf Flickr. Zum Anschauen auf eines der Bilder oder den Link klicken:

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Inhaltsverzeichnis


Prolog
  • Teil 0: 13.000km mit dem Zug durch 10 Länder, aber wo? BÜ-Bilderrätsel mit 10 Bildern
  • Teil 1: Prolog - Warum ich mit dem Zug 13.000km durch die Gegend gereist bin

  • Schweiz
  • Teil 2: Ein Kurzabstecher in das kapitalistische Musterland - Bilder von der Albulabahn
  • Teil 3: Über den Bernina zurück nach Deutschland

  • Nordkorea
  • Teil 4: "Willkommen im sozialistischen Paradies" - Eine Einführung zu Nordkorea (Teil A)
  • Teil 4: "Willkommen im sozialistischen Paradies" - Eine Einführung zu Nordkorea (Teil B)
  • Teil 5: Unterwegs mit der atombombensicheren Metro in Pyongyang - (Teil A)
  • Teil 5: Unterwegs mit der atombombensicheren Metro in Pyongyang - (Teil B)
  • Teil 6: Zugimpressionen aus Nordkorea und ein schweres Verbrechen
  • Teil 7: Mit O-Bussen durch den Alltag in Pyongyang
  • Teil 8: Mit der Tram durch Pyongyang - Eine Stadtrundfahrt (Teil A)
  • Teil 8: Mit der Tram durch Pyongyang - Eine Stadtrundfahrt (Teil B)
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil A: Die Vertreibung aus dem "sozialistischen Paradies"
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil B: Verwirrung an der Grenze

  • China
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil C: Zurück im Kapitalismus?!
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil D: Im Morgenlicht nach Beijing
  • Teil 10: Eine kurze Einführung in die chinesische Eisenbahn
  • Teil 11: Mit dem Zug von Beijing nach Datong
  • Teil 12: Mit dem Zug von Datong nach Xi'an
  • Teil 13: Mit dem Zug von Xi'an nach Suzhou
  • Teil 14: Suzhou nach Huangshan (Tunxi)
  • Teil 15: Von Huangshan (Tunxi) nach Guilin
  • Teil 16: Von Guilin nach Kunming
  • Teil 17a: Schmalspurbahnen in Yunnan - Die Geschichte der Yunnan-Bahn
  • Teil 17b: Schmalspurbahnen in Yunnan - Weitere Schmalspurbahnen und Eisenbahnprojekte in Yunnan
  • Teil 17c: Schmalspurbahnen in Yunnan - Historische Schmalspurfahrzeuge im „Yunnan Railway Museum“
  • Teil 17d: Schmalspurbahnen in Yunnan - Historische Dampflokomotiven im „Yunnan Railway Museum“

  • Vietnam
  • Teil 18 (Rätsel): Wie hängen diese Bilder zusammen?
  • [li] Teil 19: Viele verschiedene V-Loktypen - Eine kurze Einführung in die vietnamesische Eisenbahn
    Hallo Florian,

    vielen Dank für deinen schönen Reisebericht!

    Den Kurswagen Moskau Paris gibt es: [sirius.ldz.lv]

    Gruß
    Florian
    Hallo Namensvetter,

    danke für die Info. Somit kann man von Lao Cai also auch mit dreimaligem Umsteigen in Ha Noi, Peking und Moskau mit dem Zug nach Paris gelangen. Von dort kann man dann nach nochmaligem Umsteigen bis nach London gelangen.

    Viele Grüsse

    Florian
    Moin,

    Flo1979 schrieb:

    > danke für die Info. Somit kann man von Lao Cai
    > also auch mit dreimaligem Umsteigen in Ha Noi,
    > Peking und Moskau mit dem Zug nach Paris gelangen.

    Mindestens in Moskau wird ein Doppelumstieg fällig.

    Gruß, ULF
    Sehr interessanter Reisebericht. Vor allem die Situation an der Grenze war spannend zu lesen.
    Wenn es also chinesische Güterwagen In Lao Cai gibt, so besteht also doch noch die Yunnanbahn von China nach Vietnam? Nur Güteverkehr? Entweder hab ich was falsch in Erinnerung oder ich habs vergessen, was in früheren Berichten stand.
    Ich nahm an, die Bahnverbindung wurde eingestellt.
    Daß man von Beijing nach Hanoi direkt fahren kann, war mir auch nicht bewußt. Aber ich weiß ja leider nicht, wie man Hanoi auf Chinesisch schreibt, daher hab ich das in meinem China Rail Timetable wohl noch nicht entziffert.
    Hallo tokkyuu,

    auf der Yunnan-Bahn gibt es noch immer durchgehenden Güterverkehr zwischen Vietnam und China. Lediglich der Personenverkehr wurde vor einigen Jahren auf chinesischer Seite aus Sicherheitsgründen eingestellt (siehe auch mein Bericht zur Geschichte der Yunnan-Bahn).

    Die Info mit dem zweimal wöchentlich verkehrenden Zug Hanoi - Beijing habe ich von [www.seat61.com]. Ob der Zug aktuell aber noch verkehrt, weiß ich nicht.

    Viele Grüße

    Florian
    Hallo Florian,
    danke für den Link. Soviel ich daraus ersehen kann, ist es nur ein Zug von Beijing nach Dang Dong. Dort muß man umsteigen in die Schmalspur. Das wundert mich, ist doch die Strecke als Dreischienengleis eingezeichnet auf der Karte, man könnte also durchaus in Normalspur durchfahren.
    tokkyuu schrieb:
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    > Hallo Florian,
    > danke für den Link. Soviel ich daraus ersehen
    > kann, ist es nur ein Zug von Beijing nach Dang
    > Dong. Dort muß man umsteigen in die Schmalspur.
    > Das wundert mich, ist doch die Strecke als
    > Dreischienengleis eingezeichnet auf der Karte, man
    > könnte also durchaus in Normalspur durchfahren.


    Nur bis Gia Lam! Und wird wohl auch benutzt:

    [www.youtube.com]

    (S. 2:12 Nanning-HaNoi Normalspurwagen aus China. Aber: nur bis HaNoi Gia Lam Bahnhof, nicht Hbf, wegen der alte Brücke)

    Mehr:

    [www.youtube.com]

    Normalspur-Zug nach China um 2:16, man sieht es deutlich.



    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:09:20:05:48:33.
    Hallo,

    der 1435 mm Zug Nanning-Gia Lam ist seit Januar 2009 in Betrieb und verkehrt täglich. Wogegen Beijing - Dong Dang (-Hanoi 2 x die Woche verkehrt.

    LG

    Heiko