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[AL][KS] Generäle und mehr – Teil 3, einmal Albanien retour (m30B)

Hallo Welt,

Teil 3:
Fix geht’s weiter, wir fahren nach Albanien. Die Wettervorhersagen und die Lust mal etwas ganz neues zu entdecken trieben uns in das Land der zwei Adlerköpfe.

Noch ganz kurz organisatorisch, ich bleibe bei den grossen Bildern, bitte melden falls sich jemand daran stört, dann wird wieder zurück gewechselt!
Unter den Titeln findet ihr jeweils einen Link zu einer detaillierten Route des jeweiligen Tages. Die Route wurde von einem GPS-Logger aufgezeichnet und widerspiegelt exakt den Tagesablauf.
Ein Tipp für die, bei denen die Bilder gerade so nicht mehr passen, mit gedrückter "Ctrl" Taste mal am Mausrad drehen, so wird alles kleiner bzw. grösser.




Hier die Links zu den älteren Beiträgen:

Prolog: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 1: [www.drehscheibe-foren.de] >> fahrt in den Kosovo und Sonderfahrt
Teil 2: [www.drehscheibe-foren.de] >> zwei Tage im Kosovo und Lokparade

Direktlink zu den Berichten auf meiner Seite: [bahnpics.com]




Tag 5: Mittwoch, 02.06.2010, Kosovo - Durres (Albanien)

[maps.google.ch]

Eigentlich hatten wir uns am Vorabend geeinigt, dass wir nicht nach Albanien fahren. Wie schon am Vortag verabredeten wir uns deshalb für den frühen morgen um ein Bild des ersten Pejë-Zuges zu machen. Da das Wetter am Morgen aber erneut schlecht war, bliesen wir das Unterfangen wieder ab. Jan meinte am Telefon jedoch, das Nico eigentlich immer noch bereit wäre für Albanien … was uns wieder ein wenig ins grübeln brachte. Wir liessen das Frühstück mal kommen und warteten mit der Entscheidung ab.
Da die ganze Gruppe an diesem Tag auf die Pejë-Piste wollte, kamen die Teilnehmer vom anderen Hotel zu unserem Hotel. Nico stieg aus dem Bus und strahlte uns entgegen … Albanien? Na guuuut ;) Wir redeten dann noch kurz mit Frank-Marc Siebert, der Tags zuvor in Albanien war. Er meinte dort sei das Wetter deutlich besser gewesen. Diese Aussicht auf Sonne war es schliesslich, die auch bei uns zwei die letzten Zweifel austrieben, Albanien, wir kommen.
Wir packten etwas Weniges zusammen und fuhren dann ins Hotel von Nico, wo er ebenfalls das Nötigste mitnahm. Nun waren wir bereit für das Land mit dem Doppelkopf-Adler. Es ging erst über den Dulje Pass nach Prizren. Kurz vor Prizren sahen wir erstmals die Heimat der Schweizer Jungs, die im Kosovo für „Frieden“ sorgen. Ebenfalls trafen wir dort auf Busse der VZO. Diese musste Nil natürlich auf den Chip bannen.

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Ausserhalb von Prizren abgestellt, einige Mercedes Busse der VZO - Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland. Mit diesen Busen bin ich Jahrelang in die Schule und zur Arbeit gefahren ;) Darunter auch Knut (links), ein ex. VBZ Bus welcher bei der VZO als Verstärker im Einsatz war. Btw, der Bus hiess Knut bevor der Eisbär es in die Medien schaffte ... ;) Der Neoplan Fremdkörper dazwischen dürfte kein Schweizer sein, keine Ahnung woher der kommt.

Nach der kurzen Pause ging es weiter durch das verstopfte Prizren. Kurz hinter Prizren erreichten wir schon die albanische Grenze. Diese war schnell passiert und schon standen wir auf einer neuen vierspurigen Strasse. Auf der neuen Autobahn flogen wir an Kukës vorbei und erreichten alsbald den neuen Tunnel. Dort musste wir kurz anstehen, denn der Tunnel ist nur einspurig befahrbar. Wir mussten deshalb warten bis der Gegenverkehr da war. Anschliessend ging es mit Safetycar und Besenwagen durchs Loch.
Auch auf der anderen Tunnelseite war die Autobahn grosszügig ausgebaut. Je näher wir Tirana kamen, desto unfertiger wurde sie jedoch. Erst wurde sie zur Autostrasse, dann wurden wir durch ein kleines Dorf gejagt. Zwar begann die Autostrasse nochmals, doch alsbald fanden wir uns auf einer normalen Hauptstrasse, die zweitweise nur mehr eine Baustelle war. Auf dieser Strasse ging es nun rein nach Tirana. Leider ist alles in der Stadt sehr schlecht ausgeschildert (wundert nicht wirklich) und so verfuhren wir uns prompt. Dank dem Navi fanden wir aber wieder relativ schnell raus, den immerhin die Hauptstrasse war drin und so hatten wir die grobe Richtung.
Nach der Stadt kam ein weiterer Pass. Nachdem wir oben waren, führte die Strasse mit herrlichem Landschaftsblick verwinkelt einem Bergkamm entlang.

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Die Fahrt von Tirana nach Elbasan führt direkt über eine Hügelkette, der Ausblick ist Atemberaubend schön.

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Elbasan liegt vor unseren Füssen, folgt noch die Fahrt da runter über die zahlreichen Serpentinen.

Schliesslich führte die Strasse runter nach Elbasan. Von dort fuhren wir dem Zug aus Pogradec bis Librazhd entgegen. Das ist der einzige Zug zwischen Pogradec bis nach Elbasan am Tag, und den wollten wir natürlich etwas verfolgen.
Dort angekommen konsultierten wir den Fahrplan und sahen, dass der Zug gleich kommen musste. Wir stellten uns deshalb an die Strecke und warteten. Was nun passierte war irgendwie abzusehen. Seit Prizren hatten wir immer Sonne, nur als der Zug kam, war sie weg.

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Die Züge in Albanien sind immer bespannt mit der Baureihe T669 aus Tschechischen Beständen. Für den Pogradec Zug sind eigentlich immer zwei ex. DB By eingeteilt.

Der Zug schlich jedoch. So konnten wir ihn mehrmals überholen. Gerade um Elbasan konnten wir einige Stellen machen. Leider war das Wetter nicht immer Top und je näher wir der Küste kamen, desto weniger Stellen fanden wir. Irgendwie kamen wir nicht mehr hin zur Bahn. Schliesslich landeten wir in Rrogozhinë, dort sollte der Zug Anschluss auf denjenigen nach Vlorë machen.

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Hinter Ciberraka das nächste Bild vom Westfahrenden Zug.

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Etwas weiter vorne nochmal mit der Kulisse des Shkumbin Tals. Die Bahn folgt Perrenjas bis zum Meer praktisch immer diesem Fluss.

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Kurz vor Elbasan rollt der Zug durch das offene Tal dem Meer entgegen.

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Elbasan ist erreicht und die Bahn fährt parallel der Strasse bis zum Bahnhof.

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Kurz vor dem Bahnhof wird dieser Bahnübergang mitten in der Stadt überquert, welcher mit Schrankenposten gesichert ist, bei einem Planmässigen Zug am Tag.

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In Rrogozhine wechselten wir den Zug und verfolgten noch den Abendzug (wieder der einzige am Tag eigentlich) nach Vlore im Süden. Hier das Foto entstanden bei Golem.
Da der Zug nach Vlorë mit alten italienischen Wagen geführt wird, galt unsere Aufmerksamkeit nun ganz ihm. Die Tatsache, dass es in Richtung Vlorë nur Autobahn gab, machte die Sache leider nicht viel einfacher. Das zweite Problem war, dass der Zug etwas falsch zum Licht kommt. Eine Station vor Lushnjë schossen wir ihn deshalb mit etwas Frontschatten.
Wir wollten nun noch weiter nach Lushnjë, dort sollte der Zug ins Licht drehen. Hinter dem Dorf fanden wir auch eine nette Stelle von einer Brücke runter. Alle sahen wir schon, wie der Zug im Licht an uns vorbei fuhr. Das Problem war, der Zug kam nicht. Wieso wissen wir auch nicht so genau. Nach zwei Stunden hatten wir schliesslich keine Sonne mehr und brachen das Experiment ab.

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In Rrogozhine wechselten wir den Zug und verfolgten noch den Abendzug (wieder der einzige am Tag eigentlich) nach Vlore im Süden. Hier das Foto entstanden bei Golem.

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Die Stadt da ist Lushnje, wir hatten den Zug dank Autobahn sicher wieder überholt, aber trotzdem wollte er fast 2h lang nicht kommen ... bis die Sonne am Horizont verschwand.

Wir fuhren in die Region von Durrës und suchten uns ein Hotel. Kurz vor der Stadt fanden wir eine sehr preiswerte Unterkunft direkt am Meer. Für 70 Euro das Dreibettzimmer bekamen wir ein schönes Zimmer mit Klimaanlage und Meerblick. Natürlich testen wir auch das Hotelrestaurant, das sehr gut war. Schliesslich machten wir noch einen kurzen Abstecher an den Strand. Das sah dann doch sehr nach Rimini aus. Die gleichen Liegestühle, die gleichen Sonnenschirme, die gleichen Pedalos. Die haben das von der anderen Meerseite wohl einfach übernommen.
Text: Pascal Zingg




Tag 6: Donnerstag, 03.06.2010, Durres - Pristina

[maps.google.ch]

Die Nacht war herrlich, wirklich einfach nur herrlich. Er begann mit dem Rauschen des Meeres beim dösen, richtig geweckt wurden wir aber von der Sonne die ins Zimmer schien und ungewohnt früh war ich schon richtig Fit.
Ganz ohne Probleme startete der Tag aber dann doch nicht, denn das Frühstück gab es erst um 7, wir hätten dann aber eigentlich schon fahren sollen wenn wir den Zug von Vlore (mit vielleicht den Güterwagen) erwischen wollten. So schauten wir das wir um 7 schon fertig waren und nach dem Frühstück gleich verduften konnten.
Das Zusammenräumen verlief Planmässig und um 6:58 gingen wir aus dem Zimmer zum Frühstück. So recht etwas mit uns Anfangen konnte der Kellner nicht und so setzten wir uns mal erwartungsvoll an den nächstgelegenen Tisch. Bis wir den Kaffe bestellen konnten dauerte es dann eine ganze weile und an Essen dachten die irgendwie gar nicht. Da wir aber immer noch die Uhr im Blick hatten bestellte Nico kurzerhand etwas aus dem Kühlfach .. was ein Problem schien. Es war Dessert und auf einmal kam die Rechnung davon, prima! ;)
Wir tranken halt eilig aus und gingen zum Auto. Kaum abgefahren bellte Zingg etwas von HAAALT und er rannte gleich raus. Wenig später kam er zurück und hatte sein Pass / Geld Dings in der Hand – zum Glück merkte er es sofort.
Wir fuhren dann eiligst raus nach Rrogozhhine und wollten eigentlich gleich zum Bahnhof, wo der Zug aus Vlore eigentlich schon stehen sollte. Aber irgendwie sahen wir ihn nicht und probierten es doch noch auf der Strecke. Wir fuhren gleich auf zu einer auf Google Maps gefunden Stelle hin und kaum da kam auch schon der Zug. wieder mit den zwei Personen und den zwei Güterwagen im Schlepp.

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Zimmerblick im Hotel, wenn man mit diesem Blick und diesem Wetter nicht mal wunderbar in einen erfolgreichen Urlaubstag starten kann!

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Der Zug aus (vielleicht) Vlore hatte auch heute früh wieder die beiden Güterwagen dabei, Fotografiert ist er auf dem Damm kurz vor Rrogozhhine.

Am Bahnhof zurück war dann Zeit für den „Knoten“, der Zug nach Tirana mit den Güterwagen traf sich mit „unserem“ Zug nach Pogradec und machte darauf natürlich Anschluss. Bei jeweils einer Verbindung am Tag nicht schlecht.
Wir standen dann für die Ausfahrt des Pogradec Zuges in den Bahnhof und schossen den Hummel mit zwei DB Wagen im prima Licht und mit einem W- Signal. Auf eine nahe Fussgängerüberführung reichte es leider nicht mehr, dafür waren wir dann doch etwas sehr knapp dran.

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Rrogozhhine Bahnhof, es besteht eine Umsteigeverbindung von Vlore nach Pogradec, nicht schlecht ... bei jeweils einem Zugpaar am Tag :-)

Diesem Zug nach Pogradec fuhren wir dann nach, an einer ersten Stelle, beäugt von ein paar Mädels, verpassten wir den Zug gerade so bzw. rr kam sofort und nur mir gelang ein Bild.
Ein zweites Bild gab es an einem Viadukt mit etwas knappen Seitenlicht. Ein drittes kurz hinter Paper an der Ausfahrt. Dies war dann auch das Sonnentechnisch beste Bild von der Verfolung bisher.

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Bishquem liegt hinter der Brücke und der Zug strebt Elbasan entgegen.

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Das Rangiersignal gehört zum Bahnhof von Paper, die Lok zieht gerade raus und der nächste Halt ist Elbasan.

Nett .. also weiter, es gelang ein Bild vor Elbasan mit Industriekulisse und eines im Ort. Am selben BÜ wie gestern stellten wir uns hin und schossen den Zug in einen Markt an den Gleisen. Eine sehr Lebhafte Szene war das, und irgendwie interessierte sich so niemand für uns?! Das war schon ungewöhnlich, normalerweise wird man sofort (zurecht) angeglotzt, an dem Markt nahm man wohl Notiz von uns, aber so richtig geglotzt hat eigentlich niemand (oder sie verstecken es gut ;)).

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Vor den Toren Elbasans gibt es riesige verlassende Industrieanlagen welche von der wirtschaftlichen Bedeutung der Region zeugen.

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Der Bahnübergang von Elbasan, am Nachmittag war hier ruhig, am Morgen aber ein geschäftiger Markt.

Der Zug war durch und wir kamen in die Berge rein. Es gelang hier und da ein Bild, teilweise war der Zug etwas zu schnell, teilweise reichte es ganz gut.
Am Hauptmotiv der Strecke, der grossen Brücke bei Qukes trafen wir dann mit etwa 15min Vorsprung ein, was gewollt war. In einer Einfahrt stellte ich das Auto hin und wir kraxelten den Berg hinauf zum Brückenkopf. Oben angekommen war da der Brückenwärter und Grüsste freundlich. Es war ein älterer Herr der da oben Dienst hatte, und obwohl ihn niemand sieht stand er sichtlich Stolz in seiner sauber gebügelten Uniform da und schaute uns etwas entgeistert zu wie wir uns in den Hang stellten Er verstand aber wohl was wir da genau wollten, den die ersten waren wir sicher nicht.
Er meinte dann mal, dass der Zug gleich kommt und ging in seine Bude zurück. Zurück kam er mit einer Kalaschnikow in der Hand! Wir trauten unseren Augen kaum, aber er hatte tatsächlich seine Dienstwaffe aus der Hütte geholt. Nur um uns zu Demonstrieren und zu zeigen, dass er so etwas hat oder ob sich das so gehört – wissen wir nicht. Aber in Friedenszeiten auf dem Balkan finden wir das schon etwas komisch. Auf jeden Fall stellte er sich wie von Nico vorhergesehen Fotogen an den Brückenkopf und wartete auf die Durchfahrt des Zuges. Dieser kam auch sofort und das Bild war im Kasten, mit Mann.

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Hinter Elbasan mehr ein Gelegenheitsfoto neben der Strasse.

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Die Landschaft im Shkumbin Tal wird schroffer, Elbasan liegt hinter uns und der Aufstieg in die Berge beginnt langsam aber sicher.

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Das wohl bekannteste Motiv aus Albanien, die Brücke bei Qukes. Bei einer Zugfahrt täglich kann man sich das Licht an der Brücke leider nicht aussuchen und es war wie so häufig fast genau in der Achse. Weniger beeindruckt vom schlechten Licht der Brückenwärter welcher mit seiner Kalaschnikow umgehängt die Durchfahrt des Zuges abwartet.

Wir gingen dann noch zu ihm hin und wollten ein Foto mit ihm machen (wie Touristen), dass war ihm dann aber nicht mehr ganz geheuer und er wollte nicht so recht. Wieder beim Wagen fuhren wir weiter in die Berge, und es wurde zusehends schöner, die Vegetation nahm etwas ab und die Landschaft glich immer mehr der Hochebene der Likabahn in Kroatien.
An einer weiteren Brücke hatten wir gefühlt wieder genug Vorsprung und wollten ihn noch mal schiessen, wobei wir da den kapitalen Fehler machten und auf der falschen Seite ran gefahren sind. Die Konsequenz war ein ungeheurer Strass, den ich mir nicht gab und beim Auto wartete ;)

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Kurz vor Perrenjas nochmal eine der wunderschön zweckmäsigen Betonbrücken.

Weiter kam dann genau das, wovor ich schon den ganzen Tag das grauen hatte, ein unendlich langsamer LKW versperrte die Strasse und kostete und so mindesten ein wirklich gutes Bild an einer beim vorbei fahren gesehenen Stelle (wo der Zug etwa 30sek nach uns war). Ein anderer LKW Fahrer war etwas ungeduldiger als wir und mochte nicht auf den richtigen Moment für das Überholen warten. So zog er an einer unübersichtlichen Stelle (woher er wusste, dass nichts kommt ??) über eine durchgezogene Sicherheitslinie am lahmen LKW vorbei. Was er dabei nicht sah war die Polizei welche genau da am Rand stand. Es wurde gewunken und er wusste was es geschlagen hatte ;) Bei der nächsten Möglichkeit stellte er sich dann hin und wir kamen mindestens schon mal an ihm mal vorbei.
Das nächste Bild gelang wegen diesen LKWs dann erst bei der Einfahrt von Perrenjas, wo der Zug wie gewohnt im Licht ging.

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Perrenjas ist erreicht, ein Hochplateu welches nur noch getrennt durch eine Gipfelkette den Zug vom grossen Ohrit See trennt.

Eine Überraschung hatte dann die Bahn dann noch für uns bereit, denn im Bahnhof stand ein Güterzug, so ein richtiger. Mit einer Lok und einem Wagen ;) Wir warteten nach der Einfahrt de Regios schnell und wollten den Güter eigentlich schiessen, er kam aber irgendwie nicht und wir mussten bald weiter um den Regio nicht zu verpassen im weiteren Verlauf.
Der Pass welchen die Bahn per Scheiteltunnel unterquert meisterten wir mit dem Auto ohne Probleme, wobei die Abfahrt drüben über eine Baustellenpiste ziemlich lustig war ;) Unten angekommen, wir hatten dem Zug da sicher schon 5min abgenommen, stellten wir uns nach etwas Stellensuche auf die erste Strassenbrücke und warteten da. Es war immerhin etwas vom grossen Oridsee im Bild als der Zug dann bei uns vorbei gefahren ist.

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Bereits auf der anderen Bergseite rollt die Bahn meist entlang des Ohrit Sees bis zum Endbahnhof Pogradec. Motive gäbe es Zahlreiche, aber leider ist die Sonne bei diesem einzigen Zugpaar immer auf der falschen Seite. Beim einzig möglichen Motiv mit etwas Seitenlicht war dann bei uns leider Schatten ....

Wir hängten uns ein letztes mal ran und wollten ihn irgendwie mit See knallen. Ein Westfahrer vor dem Mittag ist natürlich nicht so das Problem, wir hatten aber den Anspruch, dass man See sieht. Nicht weit vor Pogradec fanden wir eine Wunschsstelle, der Zug kam auch bald aber das alles ging komplett im Schatten ab. Da war er also, der erste Wolkenschaden des Tages. Am Bahnhof von Pogradec schauten wir dann auch noch vorbei, vergebens, die Sonne war ganz genau in der Gleisachse. Der Zug stand dann erstmal da und die Lok musste umfahren bevor es wieder zurück ging.
So nutzten wir die kleine Pause bis zur Rückfahrt mit einem Mittagessen in einem der kleinen Lokale welche direkt am See gelegen sind. Es gab Salat und etwas zu trinken, wobei wir etwas in Eile waren. Ankunft vom Zug ist 36, die Abfahrt auf 50 gesetzt, allzu lange durfte das Essen also nicht dauern ;). Etwa Zeitgleich mit dem Salat zog dann der auch der Hummel mit den beiden DB Wagen an uns vorbei gen Tirana. Eilig Assen wir fertig und fuhren dann über den Pass hinterher.
Seit wir da die Strasse runtergeheizt sind quietscht das Auto vorne Links noch stärker ;) Unten hatten wir den Zug wieder eingeholt, es gelang noch ein Foto mit Wolkenschaden vor der Einfahrt Perrenjas. Im Bahnhof, bei den ganzen Schrottloks, gab es dann ein Sonnenbild im Stand, was angesichts der vielen Wolken ganz klar in der Glückskategorie einzuordnen ist.

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Wir befinden uns wieder in Perrenjas, der Zug wurde in Pogradec umgespannt und nach kaum 10min Pause wieder zurück nach Tirana geschickt. In Perrenjas sind unmengen an Schrottloks und Wagen abgestellt. Hectoren, Hummeln. Eignet sich natürlich bestens zum etwas erhöht stehen.

Dann kümmerten wir uns mal um die Schrottloks, wir standen schliesslich genau vor der V200 die für einige von der Frick’schen Gruppe alleine schon die Anfahrt nach Albanien rechtfertigte ;) Bei uns war aber noch ein Esel an der Lok angebunden, so taugt sie heute immer noch etwas und es ist sicherlich eine Überlegung Wert, ob die Lok so nicht wieder im Betriebbestand aufgeführt werden darf? ;)

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Auch abgestellt in Perrenjas, ein Esel ;) Und eine V200, die letzte in den HSH Beständen, wenn auch schon längst nicht mehr Betriebsbereit.

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HSH 2003 heisst die Lok.

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Hummeln, Hectore und unzählige Reisezugwagen, der Friedhof ist nicht klein. Wenn man sich überlegt, dass all das mal in Albanien im Betrieb war, dann muss da ganz gut etwas los gewesen sein.

Den Zug nach Tirana liessen wir ziehen und nach den Bildern der Schrottloks begann der Weg zurück nach Pristina. Die letzten Leks gaben wir an einer Tanke kurz vor der Grenze aus und schon hatte uns Mazedonien geschluckt. Die Fahrt durch dieses Mazedonien zog sich dann etwas, mit zwei / drei Bergpässen war die Fahrt aber sehr kurzweilig und Landschaftlich sehr abwechslungsreich. Auf der Autobahn erreichten wir dann Tetovo, etwa 1h vor einem der beiden Regios am Tag. Die Autobahn ist auch super, die kostet Maut, aber nicht viel. Ich habe ihm in der Bude 1 Euro gegeben und zurück bekam ich ein Bündel Noten der Einheimischen Währung, sehr Wertig also auch dieses Geld ;)
Mit einem kleinen Verfahrer in Tetovo und dem finden des MCD (nein, wir waren nicht drin oder dran) fuhren wir weiter in den Kosovo. Unterwegs wollten wir noch den einen angesprochenen Zug fotografieren oder mindestens mal ansehen. Denn das Wetter hat sich je weiter wir nach Norden kamen stetig verschlechtert so das an Sonne nicht mehr zu denken war.
Über einen Ort mit lauter Pflastersteinen versuchten wir den Bahnhof zu finden, was nicht gelang. Vermutlich sind wir im Ort nur einmal irgendwo falsch gefahren, gefunden haben wir den Bahnhof aber auf jeden Fall nicht und wir liessen es bleiben nachdem die Zeit für den Regio durch war.
Die Einreise in den Kosovo verlief Problemlos, wobei der Zöllner sich etwas am Kopf kratzte; Da kommt ein Schweizer Auto mit zwei Schweizern und einem Deutschen, der hat einen Stempel vom Flughafen, die andern zwei haben nur die Einreise Serbien drin. Wir zeigten ihm noch die Versicherung fürs Auto – sein Gesichtsausdruck verriet, dass er nicht so recht wusste was er damit soll und woher wir die nun wieder hatten. Wir versuchten gar nicht es ihm zu erklären und ihm schien es dann auch egal ;) ... ich kriegte aber alles zurück.
Über einen Kosovoarischen Bergpass ging es runter ins Tal ehe wir bei Kacanik wieder auf die bekannte Hauptstrasse trafen.
Wir fuhren dann ohne weiteren Halt gleich bis zum Restaurant wo heute gegessen wurde mit der Gruppe. Kaum 10min da kamen dann auch die anderen … Essen war lecker und während dem Essen tauschten wir uns aus mit den daheim gebliebenen.

Das Ergebnis von Albanien ist nicht schlecht, wir wissen jetzt mal was geht und haben ein paar Bilder, ob man wieder mal da hin muss? Ich sage sicher nicht nein ….
Nach dem Essen packte ich Nico und Jan bis zum Hotel Ilmaz mit ein .. und nun will ich aber auch ins Riviera Bett ;)

Text: Neel Bechtiger

Ein paar mehr Bilder vom Tag und den Schrottloks gibt es hier: [bahnpics.com]




Wars schon wieder. Es folgen nochmal zwei Tage Kosovo ehe wir nach Montenegro und Kroatien aufbrechen.
Fragen ect. einfach ranhängen.

En Gruess
Nil

Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:09:01:22:51:03.
Hallo,

Auf dem ersten Bild kann man an dem zweiten Bus noch ganz gut die "Havel-Park"-Werbung erkennen. Daher müßte dieser Bus aus meiner unmittelbaren Umgebung (Berlin) stammen und mal eine OHV-Nummer (Ost-Havelland) getragen haben... Der Havelpark (ein Einkaufszentrum) befindet sich bei Dallgow, westlich von Berlin.

Und gleichzeitig mal wieder ein Sammeldank für diese herrlich zu lesenden und bebilderten Berichte!

Gruß aus Berlin.

https://abload.de/img/2005.12.08felix2wzjkf.jpg Mein HiFo-Inhaltsverzeichnis
Wir werden dich nie vergessen!

Da ist schon der Bus-Experte ...

geschrieben von: Sören Heise

Datum: 02.09.10 08:52

Zitat:
Auf dem ersten Bild kann man an dem zweiten Bus noch ganz gut die "Havel-Park"-Werbung erkennen.
Daher müßte dieser Bus aus meiner unmittelbaren Umgebung (Berlin) stammen und mal eine OHV-Nummer
(Ost-Havelland) getragen haben...

Hej!

Das wäre auch mein Gedanke gewesen, den Niederflurneoplan über die Werbung zu identifizieren. Umso besser, daß Du ihn ahand des Ausschnittes schon identifizieren konntest.

@Nil zur Bildgröße: Die Bilder sind auf meinem Monitor zu groß, wenn ich aber zwei Stufen verkleinere, passen die Bilder und der Text ist noch lesbar - daher von mir keine Kritik an der Bildgröße.

Ansonten wie üblich: Gute bis exzellente Bilder, locker geschriebener Text und schon ist sie da, die Lust, mal in die Gegend zu reisen.

Viele Grüße, Sören

Wieder mal sehr gelungen

geschrieben von: Marlo

Datum: 02.09.10 12:25

Hallo,

der Reisebericht ist mal wieder sehr schön geworden!

Bildgröße gefällt mir auch sehr gut, danke fürs zeigen!

Grüße, Martin

Re: Da ist schon der Bus-Experte ...

geschrieben von: Statistiker

Datum: 02.09.10 12:36

Da ich Neoplan aus Berlin kenne und es unter der Frontscheibe etwas beige scheint, vermute ich ex Berlin - BVG oder Subunternehmer.
Es soll nicht abwertend klingen.... toll wie "immer".
Einfach ein Wahnsinn wo ihr so rumkommt.
Tja, das ist eines der (zugebebenermaßen seltenen) Male, wo ich mir wünschte, meine Reisen doch per Auto und nicht per Bahn zu machen. Es war zwar auch beeindruckend, mit dem Zug von Tirana nach Pogradec zu fahren, aber derlei Fotos bleiben damit natürlich verwehrt.

PS: Der kleinste Denar-Schein ist 10 MKD, entspreicht ca. 16 Cent. So viele Scheine Wechselgeld sollte man da auf einen Euro auch nicht bekommen.

PPS: Mir geht allerdings ein Foto mit Bunker ab ;-)

Sehr schön, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 02.09.10 21:12

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg

Zwei Wägelchen...

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 02.09.10 22:10

...vor drei Jahren waren´s noch 50% mehr. Aber da gab es auch noch doppelt so viele Züge nach Guri i Kuq/Podgradec und Vlore. Und doppelt so viele Fahrgäste?

Auch, wenn ich euch diese Frage als Nur-Autofahrer eigentlich gar nicht zu stellen brauche: wie sah es denn in den Zügen aus?

Quo vadis, Albanische Eisenbahn?

Nachdenkliche Grüße

Heiko

https://www.desiro.net/Signatur-Rosinen.jpg

Re: Zwei Wägelchen...

geschrieben von: tokkyuu

Datum: 02.09.10 22:26

Wie üblich klasse Beitrag. Selten so schöne Bilder von Albanien gesehen!!!!

Re: Zwei Wägelchen...

geschrieben von: Nil

Datum: 02.09.10 23:11

Hoi Heiko,


>>wie sah es denn in den Zügen aus?

natürlich weiss ich das, sogar als Autofahrer! (wobei mir dieser Begriff direkt auf mich bezogen nur bedingt gefällt, ich besitze kein Auto und erledige meinen Alltag komplett mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln).

Da drin sieht es nicht so aus:
[www.railfaneurope.net]

und auch nicht so:
[www.railfaneurope.net]

Sondern so:
[www.railfaneurope.net]

*giggel*

Als Abschluss an diese eigentlich überhaupt nicht lustige Antwort auf deine ernst gemeinte Frage: Der Zug / die Züge waren nicht schlecht aber auch nicht wahnsinnig gut besetzt. Solala, in Pogradec kamen vielleicht ein dutzend Leute mit dem Zug an und es warteten ~20 Leute auf ihn. Unterwegs grossartig jemand an den Stationen stehen sehen haben wir nicht und beim Blick durch die Zugfenster waren viele freie Plätze zu sehen.
Albanische Eisenbahn, wenn man sieht wie das Produziert wird, ob es die in 5 Jahren noch gibt?

En Gruess

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Leben und Leben lassen ...




3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:09:02:23:18:58.

Re: Da ist schon der Bus-Experte ...

geschrieben von: Nil

Datum: 02.09.10 23:34

Hallo,

ah, über die Werbung ... clever!
Hinten unter der Scheibe (in Fahrtrichtung rechts) steht eine weisse Nummer in einem blauen Rechteck: "632".

Danke und En Gruess
Nil

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:09:02:23:34:51.

Oha!

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 04.09.10 13:46

Hallo Nil!


"Albanische Eisenbahn, wenn man sieht wie das Produziert wird, ob es die in 5 Jahren noch gibt?"


Genau das waren meine Gedanken. Auf euren Bildern wird ja deutlich, mit was für einem gigantischen Aufwand da produziert wird. Ein dicker Sechsachser für zwei Wägelchen, dann Schrankenposten und Bahnhofspersonal (und Brückenposten mit Knarre...) für ein Zugpaar am Tag. Die Strecken müssen ja zumindest mit einem Mindestmaß auch irgendwie unterhalten werden - egal, ob für ein oder zwanzig Zugpaare am Tag - und die Verwaltung etc. in Durres ist ja sicher auch nicht schlanker geworden.
Wenn ich mir dann die selbst für albanische Verhältnisse verschwindend geringen Fahrpreise (ca. 1 Ct pro km) anschaue, dann kann sich so etwas ja eigentlich nur durch große Massen an Fahrgästen finanzieren - und genau das scheint ja offenbar immer weniger der Fall zu sein. Ich glaube, wenn die Eisenbahn auf einmal ganz eingespart würde - es würde kaum ein Albaner überhaupt merken. Wer nur halbwegs etwas auf sich hält, der nutzt auch als Albaner andere Verkerhsmittel. Bei Durchschnittsgeschwindigkeiten von 20 km/h nach Pogradec (bzw. Guri i Kuq - der Bahnhof liegt ja 3 km außerhalb der Stadt, sodass die Taxifahrt ins Zentrum zumindest 2007 teurer war als die ganze Bahnfahrt hier hinauf) oder dem beklagenswerten Zustand der italienischen Wagen kann man das sogar verstehen.

Neulich hat ja mal ein User einen Erlebnisbericht einer Winterfahrt mit der HSH eingestellt. Im unbeheizten Wagen stundenlang durch die Kälte fahren - wer macht so etwas freiwillig? Und der genutzte ehem. DB-Wagen hatte wenigstens noch Fenster.

Noch zum Bericht (Rrogo):
"Auf eine nahe Fussgängerüberführung reichte es leider nicht mehr, dafür waren wir dann doch etwas sehr knapp dran."

Wenn ihr den Stahlsteg über den Bahnhofsbereich hinweg meintet: Grämt euch nicht! Die ist sowieso gesperrt (und das will in Albanien etwas heißen). Eine Seite endet direkt an einer Steinmauer, und die andere hat seite so gut wie keine Treppenstufen mehr (Stand: 2007)


"...wobei mir dieser Begriff direkt auf mich bezogen nur bedingt gefällt, ich besitze kein Auto und erledige meinen Alltag komplett mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln".

Hey, das weiß ich doch! War nur so eine kleine Spitze. Bitte nicht böse sein!

Viele Grüße und danke für die wenig erfreulichen Anmerkungen

Heiko

http://www.desiro.net/AL-Kreuzung.jpg

https://www.desiro.net/Signatur-Rosinen.jpg




4-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:09:04:14:02:01.

Re: Oha!

geschrieben von: Avala

Datum: 04.09.10 14:50

Zitat:
Wenn ich mir dann die selbst für albanische Verhältnisse verschwindend geringen Fahrpreise (ca. 1 Ct pro km) anschaue, dann kann sich so etwas ja eigentlich nur durch große Massen an Fahrgästen finanzieren - und genau das scheint ja offenbar immer weniger der Fall zu sein.
Der Zug hat zwar nur zwei Wagen, die waren bei meiner Fahrt im Juli zumindest zwischen Durres und Elbasan aber proppenvoll. Kostendeckend ist das Ganze aber trotzdem nicht. Ich kann aber nicht einschätzen, welche Bedeutung der Güterverkehr hat. In Vore stand immerhin ein internationaler Güterzug mit CD-Wagen.

Zitat:
Bei Durchschnittsgeschwindigkeiten von 20 km/h nach Pogradec (bzw. Guri i Kuq - der Bahnhof liegt ja 3 km außerhalb der Stadt, sodass die Taxifahrt ins Zentrum zumindest 2007 teurer war als die ganze Bahnfahrt hier hinauf) oder dem beklagenswerten Zustand der italienischen Wagen kann man das sogar verstehen.
Mein Zug hatte in Guri i Kuq aber einen Anschlussbus nach Korca, mit dem kostete die Fahrt nach Pogradec auch nur ein paar Lek.

Konkretisierung

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 04.09.10 21:00

"Mein Zug hatte in Guri i Kuq aber einen Anschlussbus nach Korca, mit dem kostete die Fahrt nach Pogradec auch nur ein paar Lek."

Hallo,

ich habe das unsauber fomuliert. Nach Ankunft des Zuges in Guri i Kuq fuhr eine Art Großraumtaxi der HSH ins Zentrum. Nur für die Rückfahrt mussten wir irgendwie wieder zum Bahnhof kommen. Und Busfahrpläne etc., aus denen Fahrmöglichkeiten zum Bahnhof ersichtlich wären, gibt es ja in Albanien generell nicht, da blieb nur das Taxi (ein alter Mercedes 200 D).

Viele Grüße

Heiko

https://www.desiro.net/Signatur-Rosinen.jpg