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[CN] 13.000km im Zug: Von Xi'an nach Suzhou [25B]

geschrieben von: Flo1979

Datum: 05.08.10 22:32


Auf Schienen vom Kapitalismus in den Sozialismus und zurück - 13.000km mit dem Zug durch Asien und ein bisschen Europa

Teil 13: Mit dem Zug von Xi'an nach Suzhou



So, weiter geht's mit der Reise durch China. Nachdem wir im letzten Bericht in Xi'an angekommen waren, geht die Reise jetzt weiter nach Suzhou in der Nähe von Shanghai. Zunächst einmal erst wieder eine Übersichtskarte und die Fahrkarte:



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Bild 1: Fast 1.500km geht es von Xi'an bis vor an die Ostküste nach Suzhou in der Nähe von Shanghai.



http://farm5.static.flickr.com/4067/4714455939_aa3a323f3a_b.jpg
Bild 2: Die Fahrkarte für ein Bett im Soft Sleeper im Nachtexpress Z94 von Xi'an nach Suzhou. Umgerechnet gute 50 Euro kostete
die Fahrkarte. Für deutsche Verhältnisse hört sich das günstig, immerhin sind es fast 1.500km im komfortablen Bett. Aber in
China können sich nur reiche Leute eine solche Fahrkarte leisten, ein Arbeiter muss für 500 Yuan mehr als eine Woche arbeiten.




Ich war mit dem Nachtexpress Z94 unterwegs, der von Xi'an nach Shanghai verkehrt und unterwegs auf dem Weg nach Suzhou nur an zwei weiteren Bahnhöfen hält. Für die 1425km benötigt der Zug planmäßig nicht einmal 13 Stunden und hat damit eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 100 km/h.


BahnhofAnkunftAbfahrtkm
Xian 17:000
Weinan17:3417:3656
Wuxi 05:2905:311383
Suzhou05:5305:551425



Bevor die Fahrt losgeht, zeige ich aber erst noch ein paar Bilder aus Xi'an. Hauptsehenswürdigkeit in Xi'an sind ja eigentlich die weltberühmten Terrakotta-Krieger. Für mich war das aber eine der größten Enttäuschungen auf meiner Reise durch China. Daher zeige ich euch lieber ein paar Bilder vom Bahnhof:


http://farm5.static.flickr.com/4047/4694396128_c3ec6bab93_b.jpg
Bild 3: Von der Stadtmauer fällt der Blick auf die Abstellgleise für die Loks und die dahinterliegenden Dienstgebäude.



http://farm5.static.flickr.com/4053/4693763343_728b9a1416_b.jpg
Bild 4: Unterschiedliche E-Lok-Baureihen warten auf ihren nächsten Einsatz.



http://farm5.static.flickr.com/4005/4693764619_d11ee0c5e7_b.jpg
Bild 5: Nochmals eine Lokaufnahme mit dem Teleobjektiv.



http://farm5.static.flickr.com/4045/4693765735_e20d6c91a2_b.jpg
Bild 6: Diese Szenerie sieht fast schon ein bisschen nach Modelleisenbahn aus.


"Es ist mittlerweile Abend geworden und ich sitze mal wieder in einer total überfüllten Wartehalle eines chinesischen Bahnhofs, diesmal ist es „Xi’an“. Die Anfahrt zum Bahnhof gestaltete sich äußerst schwierig. „Xi’an“ ist eine mittelgroße chinesische Stadt mit über 8 Mio. Einwohnern und besitzt außer ein paar Buslinien keinerlei öffentliche Verkehrsmittel. Eine U-Bahn scheint zwar in Bau zu sein, bis diese aber fertig ist, muss man sich in den Stop-and-Go-Verkehr der hoffnungslos überlasteten Straßen begeben. Taxifahrer weigern sich mit Ausnahmen der Randstunden zum Bahnhof zu fahren. Also musste ich notgedrungen den Bus nehmen, denn ich hatte keine Lust, mit meinem schweren Gepäck die vier Kilometer durch die verpestete Luft bis zum Bahnhof zu laufen. Mit 40 Kilogramm Marschgepäck in einem hoffnungslos überfüllten Doppeldeckerbus ohne Klimaanlage bei 30° im Schatten und eine Erkältung, die seit heute morgen wieder schlimmer ist, da kommt nicht wirklich Freude auf.

Vielleicht kann ich mich bei der Nachtfahrt im Zug etwas erholen. Ich habe extra ein komfortables Bett im 1. Klasse-Schlafwagen im Expresszug gebucht. So kann ich hoffentlich gut schlafen, zudem bin ich nur 13 Stunden unterwegs, denn Fahrt führt vom tiefen Westen bis vor an die Ostküste. Die graduelle Veränderung der Landschaft von einer Steppe hin zu grünen Reisfeldern wäre sicherlich auch bei Tage interessant, aber da fährt kein passender Zug für mich."



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Bild 7: Durch die Zinnen der Stadtmauer fällt der Blick auf den Bahnhof.



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Bild 8: Auf dem Bahnhofsvorplatz warten Dutzende von Reisebussen auf die nicht enden wollenden chinesischen Reisegruppen, die mit dem Zug anreisen.



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Bild 9: Blick durch die Zinnen auf das Bahnhofsgebäude. Wie überall sonst in China
herrschen strenge Sicherheitsvorkehrungen. Das Gebäude darf man nur mit Fahrkarte
betreten und vorher wird das Gepäck wie am Flughafen durchleuchtet.




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Bild 10: Eine Diesellok rangiert auf dem Gleisvorfeld einen Personenzug zusammen.



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Bild 11: In Xi'an wird wie in allen anderen Städten Chinas ohne Unterlass gebaut.


Die Zugfahrt war leider wieder recht anstrengend. Zwar war das Abteil sehr komfortabel, fast wie in der Business Class im Flugzeug, nur eben mit sozialistischem Interieur wie z.B. einer Vase mit Plastikblumen. Das Bett war weich, trotzdem fand ich kaum Schlaf. Ich teilte mir das Abteil mit drei chinesischen Geschäftsleuten und alle vier waren wir erkältet, so dass wir im Takt zu den Schienenstößen niesten, schnieften und husteten. Zudem hat die Klimaanlage nicht richtig funktioniert und das Abteil glich eher einer Sauna. Mit dem Zug fuhren praktisch ausschließlich Geschäftsleute (auch westliche), denn mit 50€ übersteigt der Fahrkartenpreis den durchschnittlichen Wochenlohn eines Chinesen.



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Bild 12: Ein Blick aus dem Zugabteil auf den Zug am anderen Bahnsteig.



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Bild 13: Der Zug am anderen Bahnsteig ist mittlerweile abgefahren. Kurz darauf verlassen auch wir den Bahnhof ...



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Bild 14: ... und passieren nochmals die Abstellgleise für die Lokomotiven ...



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Bild 15: ... wo man nochmals einen schönen Blick auf die unterschiedlichen Baureihen hat.



Obwohl der Zug ein Expresszug war, handelte er sich doch über eine Stunde Verspätung ein, vor allem aufgrund der zahlreichen Baustellen. Es wird gerade eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Shanghai und „Xi’an“ gebaut. Die Baustellen waren recht interessant anzuschauen, denn es arbeiten dort Hundertschaften von Arbeitern mit einfachstem Arbeitsgerät. Die Verspätung des Zuges hätte dann fast noch dazu geführt, dass ich einen Bahnhof zu früh ausgestiegen wäre. Ich wusste nichts von der Verspätung, im Zug erfolgen keine Durchsagen und an den Bahnhöfen gibt es keine Schilder mit den Städtenamen (nicht einmal auf Chinesisch). Zum Glück wusste die Waggonschaffnerin, wo ich aussteigen muss, denn beim Betreten des Waggons muss man bei ihr immer die Fahrkarte abgeben und bekommt eine Plastik-Platzkarte, die man beim Aussteigen wieder gegen die Fahrkarte eintauschen muss, denn beim Verlassen des Bahnhofs wird die Fahrkarte nochmals geprüft. So hielt sie mich gerade noch rechtzeitig zurück. Kurz vor Ankunft am richtigen Bahnhof in „Suzhou“ kam sie dann nochmals in mein Abteil und sagte „Suzhou“.



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Bild 16: Rund um Xi'an läuft der Ausbau des chinesischen Eisenbahnnetzes auf Hochtouren. Da Arbeiter in China billig sind ...



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Bild 17: ... werden sie in entsprechender Masse eingesetzt. Einzige Arbeitsschutzmaßnahme sind orangene Baseball-Mützen.



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Bild 18: Eine typische Gleisbaustelle: einer arbeitet und der Rest schaut zu oder macht Pause.



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Bild 19: Auf der Baustelle konnte ich noch diese Gleisstopfmaschine ablichten ...



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Bild 20: ... ebenso wie diesen Kran.


Am Bahnhof von „Suzhou“ reihte ich mich dann auf dem Bahnhofsvorplatz in die lange Schlange vor dem Taxistand einreihen. Da die Schlange an leeren Taxis ebenso lang war, saß ich nach wenigen Minuten Wartezeit in einem VW Jetta, dem typischen chinesischen Taxi. Der Taxifahrer sprach kein Wort Englisch, wenigstens hatte das Taxi aber einen Taxameter, so blieb mir das Handeln über den Fahrpreis erspart. Die Adresse meiner Unterkunft, wiederum eine Jugendherberge, hatte ich auf Chinesisch aufgeschrieben.



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Bild 21: Am nächsten Morgen kurz vor Suzhou fotografierte ich noch halb schlaftrunken diesen Güterzug.



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Bild 22: Der Zuglok des Güterzuges spendierte ich sogar noch ein extra Bild.



Warum bin ich eigentlich nach Suzhou und nicht weiter bis nach Shanghai gefahren? Nun, Suzhou ist berühmt für seine klassischen chinesischen Gärten und die Altstadt, die von zahlreichen Kanälen durchzogen wird. Daher wird „Suzhou“ auch manchmal als „Venedig des Ostens“ oder „Chinas Venedig“ bezeichnet. „Suzhou“ lag in der Nähe der Kreuzung des Kaiserkanals mit dem „Jangtsekiang“ und war somit Start- bzw. Endpunkt des Kaiserkanals, der Peking mit den fruchtbaren Ebenen im Südosten Chinas verband. So gelangten viele Händler hier zu Reichtum, was sich in immer größeren Villen mit prachtvollen Gartenanlagen niederschlug. Auch pensionierte Beamten und Generäle ließen sich hier gerne nieder und genossen hier ihren Ruhestand in den Gartenanlagen. Auch die Kaiser reisten gerne in luxuriösen Dschunken aus Peking an und genossen insbesondere im Winter das milde Klima. Hier noch ein paar Bildimpressionen aus Suzhou und Tongli:


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Bild 23: Eine typische Gartenanlage in Suzhou.



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Bild 24: Blick aus dem Innenhof auf einen der zahlreichen Kanäle, die Suzhou durchziehen.



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Bild 25: Tongli ist eigentlich eine Touristenhochburg. Abseits der ausgetretenen Pfade finden sich dort aber noch Szenen wie diese.



Im nächsten Bericht geht es mit dem Zug wieder in Richtung Landesinnere ins "Gelbe Gebirge (Huangshan)". Ich hoffe, dass ihr dann alle wieder mit einsteigt.




Zugliste


Zug		Von			Nach			Kilometer	Land	Traktion	Spurweite

S3		Niederhöchstadt		Frankfurt(Main)Hbf	  11,8		DE	Elektr.		1435mm
ICE 75		Frankfurt(Main)Hbf	Zürich HB		 449,6		DE/CH	Elektr.		1435mm
IC 585		Zürich HB		Chur			 116,1		CH	Elektr.		1435mm
R 1169		Chur			San Murezzan/St.Moritz	  89,25		CH	Elektr.		1000mm
RE 1145		Bravuogn/Bergün		Preda			  12,57		CH	Elektr.		1000mm
R 1658		Poschiavo		Ospizio Bernina		  21,294	CH	Elektr.		1000mm
R 1641		Morteratsch		Diavolezza		   4,635	CH	Elektr.		1000mm
R 1658		Poschiavo		Ospizio Bernina		  21,294	CH	Elektr.		1000mm
RE 1124		St.Moritz		Chur			  89,25		CH	Elektr.		1000mm
IC 570		Chur			Zürich			 116,1		CH	Elektr.		1435mm
S6		Zürich			Baden			  22,53		CH	Elektr.		1435mm
S6		Baden			Zürich			  22,53		CH	Elektr.		1435mm
S6		Zürich			Baden			  22,53		CH	Elektr.		1435mm
IR 1972		Baden			Basel SBB		  65,9		CH	Elektr.		1435mm
ICE 370		Basel SBB		Freiburg Hbf		  66,8		CH/DE	Elektr.		1435mm
RB31603		Freiburg Hbf		Littenweiler		   7,22		DE	Elektr.		1435mm
RB31620		Littenweiler		Freiburg Hbf		   7,22		DE	Elektr.		1435mm
ICE 270		Freiburg Hbf		Frankfurt(Main)Hbf	 294,4		DE	Elektr.		1435mm
S3		Frankfurt(Main)Hbf	Niederhöchstadt		  11,8		DE	Elektr.		1435mm
S3		Niederhöchstadt		Frankfurt(Main)Hbf	  11,8		DE	Elektr.		1435mm
S8		Frankfurt(Main)Hbf	Frankfurt-Flughafen	  11,4		DE	Elektr.		1435mm
Chollima	Pyongyang Yonggwang	Pyongyang Puhung	   1,5(ca.)	KP	Elektr.		1435mm
Zug Nr. 5	Pyongyang		Sinuiju-(Grenze DPRK)	 225		KP	Elektr.		1435mm
K 28		(Grenze China)-Dandong	Beijing			1132		CN	Diesel		1435mm
K 177		Beijing Xi		Datong			 368		CN	Elektr.		1435mm
2671		Datong			Xi'an			1006		CN	Elektr.		1435mm
Z94		Xi'an			Suzhou			1425		CN	Elektr.		1435mm


								5633,523



Weitere Bildimpressionen aus China


Weitere Bildimpressionen von mir aus China auf Flickr. Zum Anschauen auf eines der Bilder oder den Link klicken:

http://farm3.static.flickr.com/2753/4429743511_3aed7040f6_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4063/4429912895_2e85c6fba8_t.jpghttp://farm3.static.flickr.com/2740/4431902652_eb851ac4e8_t.jpghttp://farm3.static.flickr.com/2771/4431219231_b8852b0a1d_t.jpgBest-Of China http://farm5.static.flickr.com/4068/4431432113_ee3fe70359_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4050/4432286676_c451d6461f_t.jpghttp://farm3.static.flickr.com/2795/4431706817_79a78bc767_t.jpghttp://farm3.static.flickr.com/2756/4431817765_5a6dca6541_t.jpg

http://farm5.static.flickr.com/4011/4431980752_a51c66e315_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4063/4431984170_46f444d828_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4040/4431210487_ab5521463c_t.jpghttp://farm3.static.flickr.com/2726/4431999702_370fe30454_t.jpgSuzhou & Tonglihttp://farm5.static.flickr.com/4050/4432089456_eebed32ae4_t.jpghttp://farm3.static.flickr.com/2739/4431323219_50d3c8cdde_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4003/4431316045_f9ab8c53f2_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4063/4432107736_cb7f5e9a8f_t.jpg




Inhaltsverzeichnis


  • Teil 0: 13.000km mit dem Zug durch 10 Länder, aber wo? BÜ-Bilderrätsel mit 10 Bildern
  • Teil 1: Prolog - Warum ich mit dem Zug 13.000km durch die Gegend gereist bin
  • Teil 2: Ein Kurzabstecher in das kapitalistische Musterland - Bilder von der Albulabahn
  • Teil 3: Über den Bernina zurück nach Deutschland
  • Teil 4: "Willkommen im sozialistischen Paradies" - Eine Einführung zu Nordkorea (Teil A)
  • Teil 4: "Willkommen im sozialistischen Paradies" - Eine Einführung zu Nordkorea (Teil B)
  • Teil 5: Unterwegs mit der atombombensicheren Metro in Pyongyang - (Teil A)
  • Teil 5: Unterwegs mit der atombombensicheren Metro in Pyongyang - (Teil B)
  • Teil 6: Zugimpressionen aus Nordkorea und ein schweres Verbrechen
  • Teil 7: Mit O-Bussen durch den Alltag in Pyongyang
  • Teil 8: Mit der Tram durch Pyongyang - Eine Stadtrundfahrt (Teil A)
  • Teil 8: Mit der Tram durch Pyongyang - Eine Stadtrundfahrt (Teil B)
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil A: Die Vertreibung aus dem "sozialistischen Paradies"
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil B: Verwirrung an der Grenze
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil C: Zurück im Kapitalismus?!
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil D: Im Morgenlicht nach Beijing
  • Teil 10: Eine kurze Einführung in die chinesische Eisenbahn
  • Teil 11: Mit dem Zug von Beijing nach Datong
  • [li]Teil 12: Mit dem Zug von Datong nach Xi'an

    Re: [CN] 13.000km im Zug: Von Xi'an nach Suzhou [25B]

    geschrieben von: Lokleiter

    Datum: 05.08.10 22:58

    Hallo Flo,
    danke für die Reiseberichte. Es ist mir ein Vergnügen, mit dir zu reisen.

    Das mit den vielen Arbeitern auf den Bahnbaustellen habe ich im letzten Jahr auch so erlebt. Beachtenswert ist dennoch das Tempo mit dem die neue Eisenbahninfrastruktur gebaut wird. Ich war in der Nähe von Wuhan auf einem neuen Rangierbahnhof samt zulaufender Strecken. Diesen konnte ich bei Google-maps nicht finden. An der Stelle ist nur Wiese...

    Du schreibst, dass die Terrakotta-Armee eine große Enttäuschung war. Kannst du das kurz begründen? Eigentlich wollte ich diese auch besuchen. hat aber leider nicht geklappt.

    Ich nehme an, du warst in China alleine unterwegs? Wie waren die Kontakte zu den Chinesen? Für gewöhnlich kommt man - sofern sie englisch sprechen - sehr schnell in Kontakt. Hast du die Städte immer auf eigene Faust erkundet? Oder gab es fachkundige Begleitung?

    Werden wir auch Bilder aus Shanghai sehen? So wie du es ankündigst, machst du ja kurz vor Shanghai wieder "kehrt". Das wäre echt Schade.

    Noch eine Frage zur Eisenbahn: Hast du auch einmal versucht auf den Bahnhöfen die Fahrkarten zu kaufen? Oder ging das nur über die Reiseagenturen? Ich habe gehört, das es in größeren Städten auch Fahrkartenschalter geben soll, wo man sich englisch verständigen kann. Kannst du das bestätigen?

    Abschließend muss ich sagen, dass sich ein Besuch in China auf jeden Fall lohnt. Und das nicht nur wegen der Eisenbahn.

    Viele Grüße

    Re: [CN] 13.000km im Zug: Von Xi'an nach Suzhou [25B]

    geschrieben von: Flo1979

    Datum: 05.08.10 23:44

    Lokleiter schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Hallo Flo,
    > danke für die Reiseberichte. Es ist mir ein
    > Vergnügen, mit dir zu reisen.
    >
    Das freut mich :)

    > Du schreibst, dass die Terrakotta-Armee eine große
    > Enttäuschung war. Kannst du das kurz begründen?
    > Eigentlich wollte ich diese auch besuchen. hat
    > aber leider nicht geklappt.
    >
    Da kam vieles zusammen. Ich war erkältet, die Tour von Xian und zurück hat acht Stunden gedauert (darunter nicht einmal eine Stunde zur Besichtigung der Terrakotta-Armee, dafür Stops in Souvenirfabriken und endlose Staus auf den hoffnungslos überfüllten Straßen) und angekommen an der Terrakotta-Armee erwartet einen zunächst ein riesiger Parkplatz und ein Kentucky Fried Chicken. Danach geht es nochmals durch eine mehrere hundert Meter lange Fußgängerzone voller Restaurants und Souvenirshops zu den Hallen, wo einen dann Heerscharen von chinesischen Reisegruppen durch die Gegend schubsen. Zum Glück bin ich im Schnitt zwei Köpfe größer wie die Chinesen und konnte so wenigstens die Krieger auch im Gedrängel immer sehen.

    > Ich nehme an, du warst in China alleine unterwegs?
    > Wie waren die Kontakte zu den Chinesen? Für
    > gewöhnlich kommt man - sofern sie englisch
    > sprechen - sehr schnell in Kontakt. Hast du die
    > Städte immer auf eigene Faust erkundet? Oder gab
    > es fachkundige Begleitung?
    >
    Ja, ich war immer alleine unterwegs, auch in den Städten. Nur in Xian schloss ich mich für einen Tag der von der Jugendherberge organisierten Tour zur Terrakotta-Armee an (was wie oben beschrieben im Nachhinein betrachtet ein Fehler war). Mit den Chinesen kam ich hauptsächlich im Zug in Kontakt, im Allgemeinen hatte ich dabei aber das Gefühl, dass die Chinesen nicht so kontaktfreudig sind wie Einwohner in anderen asiatischen Ländern (von Nordkorea mal abgesehen).

    > Werden wir auch Bilder aus Shanghai sehen? So wie
    > du es ankündigst, machst du ja kurz vor Shanghai
    > wieder "kehrt". Das wäre echt Schade.
    >
    Ja, für Shanghai hat die Zeit leider nicht gereicht. Für die 13.000km hatte ich nicht einmal 3 Monate Zeit, da musste ich eben Kompromisse schließen. Da ich bereits zweimal in Singapur gearbeitet habe und dadurch das asiatische Großstadtleben zur Genüge kenne (auch wenn Shanghai nicht gleich Singapur ist), asiatische Großstädte wie Bangkok und Hongkong zigfach besucht hatte und auf dieser Reise bereits zwei chinesische Großstädte (Peking und Xian) gesehen hatte, wollte ich lieber nochmals das ländlichere China im Huangshan, der Gegend um Guilin und die Hochebene von Yunnan erkunden. Dazu in den nächsten Berichten mehr.

    > Noch eine Frage zur Eisenbahn: Hast du auch einmal
    > versucht auf den Bahnhöfen die Fahrkarten zu
    > kaufen? Oder ging das nur über die Reiseagenturen?
    > Ich habe gehört, das es in größeren Städten auch
    > Fahrkartenschalter geben soll, wo man sich
    > englisch verständigen kann. Kannst du das
    > bestätigen?
    >
    Ich habe Fahrkarten eigentlich nur in den Großstädten wie Peking, Datong und Xian Karten in Reiseagenturen gekauft. Zum einen, weil man dort dem Trubel am Bahnhof entgeht und zum anderen, weil man dort auch Zugtickets für Zugreisen bekommt, die nicht in der betreffenden Stadt beginnen. In kleineren Städten (das ist China relativ, Millionenstädte können dort auch kleine Städte sein) habe ich die Tickets immer Bahnhof gekauft. Ich habe die Züge vorher im Internet rausgesucht, alles auf einen Zettel geschrieben und bin dann mit meinem China-Riegel einfach an den Schalter gelaufen. Hat immer bestens geklappt.

    Re: [CN] 13.000km im Zug: Von Xi'an nach Suzhou [25B]

    geschrieben von: tokkyuu

    Datum: 06.08.10 09:11

    Vielen Dank für die sehr spannend zu lesenden Berichte. Gerade dieses Drumherum macht die Berichte so interessant. Es muß ja nicht immer alles von super Lokbildern strotzen. Wenn man selbst mit der Bahn reist, gelingt das meist sowieso nicht.

    Ich wollte auch zur Enttäuschung bei der Terrakotta-Armee fragen, die Antwort hab ich bereits gefunden.
    Zum Thema Baustellen, Niedriglöhne und so weiter fällt mir dazu nur ein, daß die Situation wohl ähnlich sein dürfte wie in Europe der Jahre 1870 bis 1910 (ungefähr). Denn da wurde bei uns auch viel gebaut, aber die Menschen erhielten nur kargen Lohn, Sicherheitsaspekten zählten weit nicht so viel wie heute und es konnten sich nur Reiche das Bahnfahren leisten.
    Die "gute alte Zeit" hat also auch ihre Schatenseiten, die man heute in den ärmeren Ländern (wenn man die durchschnittliche Bevölkerung zum Maßstab nimmt) immer wieder beobachten und nacherleben kann.
    Auch ich bedanke mich sehr herzlich für die Berichte.
    Auch ich hätte Dich nach dem Grund der Enttäuschung fragen wollen, jetzt weiß ich es.

    Schade - da bin ich froh, bereits vor 25 Jahren durch China gereist zu sein, da war es noch nicht so überlaufen.
    In Datong wurden wir im Gästehaus der Lokomotivfabrik untergebracht, konnten dort spontan einen besuch organisieren und auf den Kohlhalden gegenüber der Hölen fuhren QJ.

    Ja, ich habe fotografiert.
    Nein, ich weiß nicht mehr wo die Dias sind - ich bin unterdessen aus dem elterlichen Haus ausgezogen, aus der Junggesellenwohnung in die 1.Ehewohnung, aus dieser nach der Scheidung wieder ins Hotel Mama und jetzt in der 2. Ehewohnung.

    Re: [CN] 13.000km im Zug: Von Xi'an nach Suzhou [25B]

    geschrieben von: dvis

    Datum: 06.08.10 11:45

    Laut Reisendeforen (lonelyplanet/thorntree) ist wenigstens die HS-Strecke SjangHai-Nanjing (mit halt in Suzhou) ab 1/8 eröffnet wurden. Dies ist eher die südliche Anschnitt der HS-Linie SHai-BeiJing (auch Nordteil schon lange fertig). Nun in 1 St. van S-hai nach N-Jing, oder bloss 25 min. nach S-Zhou.
    Ist es dir gelungen selber die Faka in Xian zu erwerben? Auch laut diese Foren soll in Xian eine Fahrkartenmaffia wegen Gewinn von Mehrzahlung von Weissnasen, alle FaKa's in begerte ZÜge aufkaufen um dann selber weiter zu verkaufen.

    Re: [CN] 13.000km im Zug: Von Xi'an nach Suzhou [25B]

    geschrieben von: Flo1979

    Datum: 06.08.10 22:02

    Hallo dvis,

    danke für die Ergänzungen. Als ich in Suzhou war, wurde noch fleissig am neuen Bahnhof für die Hochgeschwindigkeitsstrecke gebaut. Bei dem Bautempo der Chinesen wundert es mich, dass sich die Eröffnung noch solange hingezogen hat.

    Ich hatte die Zugfahrkarte für die Strecke Xian - Suzhou bereits in Datong erworben (war ganz lustig, wie ich im letzten Bericht bereits erzählt hatte). Man sollte sich aber auch nicht von Erzählungen in Traveller-Foren verrückt machen lassen (ich erzähle da demnächst noch eine passende Episode vom Grenzübertritt von China nach Vietnam). Mich hatte man in China kein einziges Mal versucht abzuzocken.
    Hallo Flo,

    klasse Bericht, ich freu mich jedes mal auf ein neues Kapitel. Gerade der Teil aus Nordkorea war einfach nur spannend - wann bekommt man sonst solche Bilder und Berichte aus diesem Land? Dafür liebe ich Drehscheibe-Online.

    Eine Frage: Du erwähnst immer wieder den "China-Riegel" als nützliche Sprachhilfe. Da meine Freundin und ich in 6 Wochen ebenfalls in China unterwegs sein werden: Worum handelt es sich dabei? Wir können so ein erprobtes Teil sicher brauchen!

    Vielen Dank schon einmal!

    Re: [CN] 13.000km im Zug: Von Xi'an nach Suzhou [25B]

    geschrieben von: Flo1979

    Datum: 10.08.10 22:42

    > Eine Frage: Du erwähnst immer wieder den
    > "China-Riegel" als nützliche Sprachhilfe. Da meine
    > Freundin und ich in 6 Wochen ebenfalls in China
    > unterwegs sein werden: Worum handelt es sich
    > dabei? Wir können so ein erprobtes Teil sicher
    > brauchen!
    >
    > Vielen Dank schon einmal!

    Den Berlitz Sprachriegel gibt es für viele Sprachen in jedem Buchgeschäft. Näheres gibt es auch auf der Webpage des Polyglott Verlages:

    [www.polyglott.de]

    Kostet 9.95€ und ist sein Geld auf alle Fälle wert.

    Viel Spaß auf eurer China-Reise!