Hallo,
mit +5 kommen wir mit dem Dogu-Express aus Haydarpasa gegen 1:00 Uhr nachts in Kars an. Eine regnerische Nacht, die nicht vielversprechend auf die Exkursion am nächsten Tag an der seit 1993 stillgelegten Strecke nach Ahuryan in Armenien blicken lässt. Wir verlassen den Schlafwagen, zücken die Regenschirme, laufen den Bahnsteig entlang bis zum Empfangsgebäude. Da ruft jemand meinen Namen. Ganz erstaunt blicke ich mich um und antworte C.? Ja, er ist es. Im Vorfeld hatte ich mit ihm Kontakt aufgenommen, der Mann fürs Grobe in dieser Gegend. Ein schöner Lichtblick in dieser Nacht in der Pampa am Übergang vom Winter zum Frühling auf fast 2000 Meter Höhe. Er hat uns abgeholt, weil er noch diverse Dinge mit uns wegen der Demiryolu-Tour am nächsten Tag besprechen wollte und ob es richtig sei, dass wir wirklich nach Dogukapi (dem Grenzbahnhof an der geschlossenen Grenze zu Armenien) fahren wollen. Das ist natürlich eine ganz klare Sache. Dieser Wunsch ist bei mir bei meinem letzten Besuch in Kars entstanden, als ich mit dem Zug bis zum letzten Bahnhof an dieser Strecke nach Akyaka im Jahr 2008 gefahren bin. Leider fährt der Yolcu Kars-Akayka seit dem letzten Jahr nicht mehr.
Wir fahren ins Hotel klären die letzten Details ab. C. klärt uns auf, dass Berichte von der türkischen Seite über den eingestellten Grenzverkehr nicht gern gesehen sind. Auf armenischer Seite dürften Bildberichte einfacher sein, da Armenien die Schließung der Grenze mehrfach kritisiert hat und jede ausländische Berichterstattung über das Dilemma aus der Sicht des Landes anscheinend förderlich ist.
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www.unece.org]
Auf jeden Fall starten wir am nächsten Tag erst nach Ani und fahren dann weiter nach Dogukapi. Der zweite Mann fürs Grobe ist K., der mit uns am nächsten Tag fahren wird. Er wurde ausgiebig von C. instruiert.
Vorweg noch einige Streckendaten. Östlich von Kars wurde 1893 von Russland die Transkaukasische Eisenbahn ab Tiflis bis Kars als russische Breitspur verlängert. Erst 1962 hat die TCDD die 64 Kilometer lange Strecke zwischen Dogukapi und Kars auf Normalspur umgespurt. Wie es sich dabei mit den Umspur- und Umladeeinrichtung verhält, werden wir zu sehen bekommen.
Den Bericht habe ich dann umgestellt und wir fahren von Kars nach Dogukapi und nicht wie die Tour tatsächlich stattfand, von Ani durch die Pampa nach Dogukapi und zurück über Akyaka nach Kars.
Vorab eine Übersichtskarte über den entsprechenden Streckenabschnitt als Vergrößerung und Gesamtübersicht. Bilder, die mit einem (A) versehen sind, stammen aus dem Jahr 2008.
Bild 1:
Bild 2:
Ich hatte mir vorsorglich diesen kleinen Artikel über die Ansichten der lokalen Bevölkerung besorgt, wie sie die geschlossene Grenze aus ihrer Sicht betrachten. Gönül, die aus der Gegend von Kars stammt, hat mir hier in Deutschland das entsprechende Empfehlungsschreiben verfasst. Man kann ja nie wissen, wofür es gut sein kann.
Bild 3:
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www.google.de]
Wir starten mit einem Blick von der Festung auf die Stadt Kars.
Bild 4:
Hier befinden wir uns kurz vor dem Bahnhof Kars mit Blick auf den Streckenverlauf aus Richtung Westen. Dieser Formsignaltyp ist im Osten der Türkei mittlerweile verschwunden und wurde durch Lichtsignale ersetzt.
Bild 5 (A):
Infrastrukturzustand im Jahr 2010.
Bild 6:
Neben dem Bahnhofsgebäude in Kars befindet sich diese Denkmallok, die 2008 neu lackiert wurde.
Bild 7 (A):
Wir lassen Kars hinter uns liegen und fahren weiter in Richtung Osten. Kars verfügt wie fast alle Endbahnhöfe in der Türkei über ein Gleisdreieck, auf der die Züge gewendet werden können. Der Vorteil ist, dass in jeder Fahrtrichtung die Fahrgäste immer in Fahrtrichtung sitzen können. Zumindest in den TVS 2000-Wagen. Im Hintergrund ist der Dogu-Express zu sehen, der baustellenbedingt Kars zurzeit abends verlässt. Der Erzurum-Espress nach Ankara ist momentan eingestellt.
Bild 8:
Bild 9:
Bild 10:
Hinter den ausgedehnten Gleisanlagen im Osten der Stadt beginnt der eigentliche Abschnitt dieses Beitrags über diese Strecke. Die beiden Bilder möchte ich euch nicht vorenthalten, da sie ganz gut die Atmosphäre hier in Kars widerspiegeln, und gleichzeitig sehen wir hier den neuesten Bahnübergang-Typ der TCDD.
Bild 11:
Bild 12:
Hinter Kars beim Bahnhof Mezra wird kräftig am Bau der neuen Bahnverbindung nach Georgien und Aserbaidschan gearbeitet, die unsere Strecke obsolet werden lässt.
Bild 13:
Es folgen zwei Bilder, als der Yolcu noch nach Akyaka fuhr.
Bild 14 (A):
Bild 15 (A):
Wir überqueren bei Kurudere eine Brücke. Ich glaube, man kann ganz gut die Einöde an dieser Strecke und an dieser Haltestelle nachvollziehen.
Bild 16:
Bild 17:
Und der gleiche „Bahnhof“ zwei Jahre zuvor aus dem Zug aufgenommen.
Bild 18 (A):
Bei Sahnalar wird ein Fluss überquert. Interessant ist das Profil auf der Brücke, welches noch für die russische Breitspur ausgelegt ist. Der umgespurte Gleiskörper ist dabei nach links versetzt worden.
Bild 19:
Bild 20:
Es folgen weitere Szenen aus dieser Gegend. Mehr Federvieh in Sahnalar als Menschen. Und was sich an den Haltestellen abspielt, wenn ein Zug kommt, naja, als er noch kam.
Bild 21:
Bild 22 (A):
Bild 23 (A):
Bild 24 (A):
Bild 25 (A):
Auffällig sind die Relikte aus russischer Zeit an dieser Strecke. Aufgelassener Bahnhof und ein sowjetischer oder sogar zaristischer Schmalspurwagen.
Bild 26 (A):
Bevor wir uns Akyaka nähern, noch ein Blick auf den Oberbau der Strecke. Ob das hier noch die ursprünglichen Schwellen der Breitspur-Ära sind und die linke Schiene nach rechts auf Normalspur versetzt wurde, lässt sich nur spekulativ beurteilen.
Bild 27:
Wir befinden uns kurz vor dem Bahnhof Akyaka. Und wie man sieht, fuhr hier sein längerem kein Zug.
Bild 28:
Teil 2 über den Bahnhof Akyaka folgt in Kürze.
Vorab die Linkliste zu ähnlich gelagerte Themen.
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www.drehscheibe-foren.de]
© Bilder: BrakerBahn
Grüße
Alex
Linkliste ergänzt am 18. Juli 2010:
Teil 2: Akyaka und das Gleisdreieck:
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Teil 3: Akyaka – Dogukapi – Ahuryan:
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Epilog: Der armenische Grenzbahnhof Akhurian: [
www.drehscheibe-foren.de] , August 2012
2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:08:20:20:46:20.