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Hallo zusammen,

als Fortsetzung vom 5. Teil [www.drehscheibe-foren.de] haben wir am 14. Mai 2010 um 10:15 Uhr die syrisch-irakische Grenze passiert.

Alle Bilder und Beschreibungen entsprechen dem Stand der Fahrt vom 14. Mai 2010.

In dem heutigen Teil des Berichts geht es um den grün unterlegten Abschnitt:

[www.tcdd.gov.tr]

Gaziantep 21:00
Mustafayavuz
Türkyurdu
Nizip 21:45-21:47
Yesildag
Elifoglu
Karkamis 22:20-22:24
Mürsitpinar
Bekciler
Gültepe
Akçakale 00:57-00:58
Goçar
Sayarli
Ceylanpinar 03:36-03:38
Gürpinar
Akdogan
Senyurt
Toruntepe
Serçehan
Nusaybin 06:04-06:40

Staatsgrenze Türkei–Syrien

Grenzbahnhof Al-Qamishli (2) 07:00-07:40
Tall Ziwan
Kabur al-Bid
Umm Qaif-Faukani
Demir Kapi
Tall Hadsch

Al-Yarubiyya / El Yarobieh / Al Yarobia (Tall Kutschak) 09:27-10:15

Staatsgrenze Syrien–Irak

Al-Rabia 10:30-11:05
Abu Hudschaira
Tall al-Uwainat
Tall-Hugna
Al-Wa’ailiyya
Abtir
As-Sabuniyya
Hayy al-Yarmuk
Al Mawsil (Mosul, Mossul, Musul) 14:00


Der Zug schleicht durch die Grenzanlagen, erreicht Rabia und wir müssen wieder aussteigen. Die Grenzkontrolle verläuft flotter, ein Hauch von Anarchie liegt in der Luft. Zwischen Abu Hudschaira und Tall al-Uwainat kann ich auf der Lok mitfahren. Die Landschaft verändert kaum ihr Gesicht. Auch ist die Bevölkerungsdichte nicht größer, als auf dem syrischen Abschnitt.

Wir nähern uns langsam Mosul, Kinder bewerfen den Zug mit Steinen. Wir nähern uns einem dicht befahrenen Kreisverkehr, auf dem die Strecke gerade durchgeführt wird. Langsam fahrend, laut pfeifend, bahnt sich der Zug seinen Weg. Noch ca. 10 Minuten bis zum Bahnhof Mosul; auf der linken Seite ist der Tigris zu erahnen. Wir erreichen Mosul mit +1, verabschieden uns von Ibrahim und dem sonstigen Zugpersonal. Einige Bilder kann ich noch machen und er zeigt uns ein günstiges Hotel. Am Abend haben wir ihn zum Essen eingeladen.

So hätte es sein können, aber so war es nicht. Denn der weitere Verlauf der Reise gestaltete sich wie folgt:

Al-Yarubiyya / El Yarobieh / Al Yarobia (Tall Kutschak)
Al-Qamishli (1) (14. Mai)
Al-Qamishli (1) 18:10 ab am 15. Mai mit Schnellzug 184 (Al-Qamishli – Damascus)
Al-Hasakeh
Deir-Ez-Zor
Ar´Raqqa
Aleppo 01:55
Hama
Homs
Damaskus an 08:18 (16. Mai 2010)


Einige von euch wussten im Vorfeld, dass wir nie im Irak waren. Löblich, ihr habt euch zurückgehalten. Die Fahrkarte hat diese Fahrt natürlich suggeriert und ich habe den Ball unter dieser Prämisse durch die gesamten Teile laufen lassen. Persönlich bin ich für Vieles zu haben, aber nach Mosul zu fahren ist doch ein ziemliches Risiko, wie jeder weiß. Und ein irakisches Visum zu bekommen ist auch keine Alltäglichkeit. Im Endeffekt ging es um etwas ganz anderes. Wir wollten mit dem Zug von der Türkei nach Syrien fahren. Da Samir (BerlinAleppo) kurz zuvor einen Bericht über eine Fahrt mit dem Trainset Aleppo-Gaziantep geschrieben hatte – wir warten sehnsüchtig – wollte ich mich auf die beiden anderen Grenzübergänge konzentrieren. Ursprünglich sollte es am 12.5. von Tatvan mit dem Zug von Teheran nach Damaskus gehen. In Van habe ich im Bahnhof nachgefragt, ob der Zug wieder fahren würde. Zu dem Zeitpunkt war die Verbindung immer noch eingestellt. Per E-Mail hat mir das die TCDD schon im Vorfeld bestätigt, auch hatte Mistral in Malatya anrufen lassen, Samir hat in Aleppo nachgefragt. Aber es hätte sich alles in der Zwischenzeit ändern können. Also ist für uns klar gewesen, wenn es nicht klappt, nehmen wir alternativ den Mosul-Zug und wir fahren so weit wie möglich mit ihm mit. Und der weiteste Punkt ist eben Al Yarobiah.

Dass der Fahrschein bis Mosul ausgestellt wurde, hatte einen Buchungsgrund. Im Bahnhof Gaziantep war das Ausstellen einer Fahrkarte bis zur Grenze nicht möglich. Deshalb haben wir die Fahrkarte bis Mosul ausstellen lassen. Aus diesem Grund ist uns vielleicht mit der Wahl dieses Zuges der seit Jahren exotischste Grenzübertritt zwischen der Türkei und Syrien mit dem Zug gelungen.

Ich kann euch lediglich zwei Videos aus dem Irak, einen Reisebericht und diesen Link anbieten:

Bagdad nach Basra mit dem Zug:

BAGHDAD TO BASRA IRAQ BY TRAIN:

[www.hobotraveler.com]

[www.hobotraveler.com]

[www.hobotraveler.com]

[www.hobotraveler.com]

[www.hobotraveler.com]

[www.drehscheibe-foren.de]

[www.youtube.com]

[www.youtube.com]

Und so sah zu diesem Zeitpunkt unser Reiseverlauf aus. Wie ihr seht, ein ziemlicher Umweg, um mit dem Zug nach Syrien zu fahren. Von Haydarpasa nach Kars, weiter nach Van, wieder zurück über Diyarbakir nach Gaziantep, um dann wieder in Richtung Osten zu fahren. Zurück ab der irakischen Grenze bis nach Qamishli. Beide Städte (Nusaybin und Qamishli) waren früher eine, und die Grenze kann zu Fuß überquert werden. Ein Teil des Weges zwischen Kars über Van nach Gaziantep wurde zwangsläufig im Bus zurück gelegt.

Und da ich bekennender Nichtkappenträger bin, wollte ich mir im äußersten Osten der Türkei die Kappenträger der Region und deren Kappen sowie deren Befindlichkeiten im Jahr 2010 ansehen. Na ja, Kappe klingt fast wie Käppi oder wie Kapi, die schnell vor die Tür gesetzt wird, also vor die Pforte, Tor, Tür und das im Osten (Dogu) der Türkei. Wer das Wortspiel verstanden hat, weiß um was es geht. Deshalb der Umweg über Kars.

http://img192.imageshack.us/img192/1893/mosultrain.jpg

Aber jetzt zurück zur Wirklichkeit. Nachdem in Al Yaroubie die Zettelwirtschaft erledigt war, wollten wir auch den Bahnhof verlassen. Der Zug nach Mosul machte auch um 10:23 ohne Fahrgäste keine Anstalten weiter in den Irak zu fahren.

Einer meiner Schüler (vgl. den letzten Teil), ganz rechts im Bild, hatte uns angeboten, uns zurück nach Al Qamishli zu fahren. Wir wollten am nächsten Abend den Nachtzug nach Damaskus nehmen.

Bild 1:

http://img686.imageshack.us/img686/1276/img5098h.jpg

Nachdem wir uns über einen moderaten Preis geeinigt haben, ging es auch schon los. Er hatte einen Schlüssel für das Tor an der Ausfahrt der Bahnhofsmauer und wir verlassen Al Yarobiah und fahren schnurstracks auf der gut ausgebauten Straße nach Al Qamishli. Hier verläuft auch der LKW-Verkehr in den Irak.

Bild 2:

http://img707.imageshack.us/img707/7510/img5108y.jpg

Bild 3:

http://img193.imageshack.us/img193/7831/img5109q.jpg

Bild 4:

http://img375.imageshack.us/img375/3995/img5110.jpg

In Al Qamishli angekommen überqueren wir die Bahnstrecke, die das Gleisdreieck mit dem Stadtbahnhof Al Qamishli 1 verbindet. (Aus dem schnell fahrenden Auto aufgenommen)

Bild 5:

http://img375.imageshack.us/img375/327/img5121.jpg

In Qamishli beziehen wir Quartier im Hotel Asia. Die odysseeerprobte Büchse Bier wandert in den Kühlschrank und ich fahre mit unserem Fahrer zum Bahnhof, um Fahrkarten für die Fahrt nach Damaskus am nächsten Tag zu besorgen. Der Bahnhof ist um die Mittagszeit noch geschlossen. Also finden wir wieder ein Tor, gehen auf den Bahnsteig in das Büro des Vorstands, der telefoniert mit dem Stadtbüro der CFS und macht die Buchung am Telefon klar. Den Weg hierher hätten wir uns somit sparen können. Was man erst später sieht: Im Hintergrund hängt ein schöner Bildfahrplan und daneben alles, was für das Konservieren eines Personenkults gebraucht wird. Zu spät.

Bild 6:

http://img697.imageshack.us/img697/5270/img5124g.jpg

Ich mache noch eine Aufnahme vom Bahnsteig. Im Hintergrund steht der Nachtzug nach Damaskus – dahinter der Nachtzug nach Aleppo.

Bild 7:

http://img193.imageshack.us/img193/632/img5125g.jpg

Wir fahren zurück in die Stadt zum Büro der CFS, das 2 min. zu Fuß vom Hotel entfernt liegt.

Bild 8:

http://img375.imageshack.us/img375/2936/img5140.jpg

Mit diesen altertümlichen Apparaten werden die Fahrkarten ausgestellt. Wir stehen nach dem telefonischen Anruf auf der Reservierungsliste. Ich muss lediglich unsere Namen angeben für die Double-Belegung im WL.

Bild 9:

http://img375.imageshack.us/img375/5499/img5139.jpg

Die Fahrkarten bezahle ich am nächsten Tag und kann sie am Morgen abholen. Kosten zusammen ca. 10 €.

Bild 10:

http://img690.imageshack.us/img690/1557/img5138p.jpg

Es folgt noch eine Straßenszene von der Hauptstraße.

Bild 11:

http://img193.imageshack.us/img193/2954/img5144j.jpg

Wir trinken noch mit unserem Fahrer, der sich extra für diese Tour weiß eingekleidet hatte, einen Tee …

Bild 12:

http://img822.imageshack.us/img822/551/img5123c.jpg

… gehen noch in eine der Seitenstraßen …

Bild 13:

http://img138.imageshack.us/img138/3209/img5137z.jpg

… und wieder ins Hotel. Eine Dusche, das Bier wird geköpft, glücklich über den reibungslosen Verlauf der Tour ging es erst mal zwei Stunden schlafen, denn so schön die ganze Fahrt war, anstrengend war sie schon.

Am nächsten Tag sind wir mit dem Nachtzug nach Damaskus gefahren. Aber die CFS ist ein anderes Thema.

Bild 14:

http://img709.imageshack.us/img709/2586/img6019bu.jpg

Hier noch die Links zu allen Teilen:

http://img228.imageshack.us/img228/9170/img4898k.th.jpg

Teil 1: [www.drehscheibe-foren.de]

Teil 2: [www.drehscheibe-foren.de]

Teil 3: [www.drehscheibe-foren.de]

Teil 4: [www.drehscheibe-foren.de]

Teil 5: [www.drehscheibe-foren.de]

Und zu ähnlich gelagerten Themen:

[www.drehscheibe-foren.de]

Viele Grüße

Alex



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:06:26:10:25:50.
Oha, sehr spannend gemacht! Einerseits schade, dass nun keine Bilder aus dem Irak kommen, aber bei der Sicherheitslage dort wäre das wirklich nicht zu verantworten gewesen.
Hoffen wir mal, dass der Irak in Zukunft seinen Frieden findet und man als abenteuerlustiger Rucksacktourist vielleicht doch mal dorthin einen Abstecher machen kann und diese Zugverbindung einen Sinn macht.

Habe ich das richtig in einen der vorherigen Teile aufgefasst, dass der Zug wieder eingestellt wurde? Und wurde das Lokpersonal immer von den jeweiligen Bahnverwaltungen gestellt oder waren das auch Iraker?

Danke nochmal und lass uns bitte auch an der weiteren Reise durch Syrien teilhaben.
Der Führerstand auf dem letzten Bild erinnert verdammt an eine deutsche 132. Bei der scharfen Normung, die noch aus Unionszeiten stammt, vielleicht kein Wunder. Nach dem zweiten Bild hätte ruhig ein Foto dieses Wagens im Ganzen und ohne Leute davor kommen können. So bleiben nur Spekulationen über Bauart und Herkunft des Fahrzeuges.

Falk
Hallo,

das Lokpersonal ist durchgehend irakisches Personal. Ob der Zug heute noch fährt oder tatsächlich schon eingestellt wurde, ist schwer zu sagen. Im April gab es schon die Meldung, dass er wieder gestrichen sei. Und wir sind im Mai gefahren. Am besten lässt sich das wahrscheinlich in Gaziantep vor Ort abklären. Also, wer demnächst dort sein sollte, an einem Donnerstag den Bahnhof besuchen.

Das letzte Bild stammt von einem Führerstand einer LDE 2800. Falk, klick dich durch alle Teile: Hier wurden fast alle Fragen und Anmerkungen auch bezüglich der Wagen geklärt. Bei Interesse kann ich noch Seitenansichten und auch Beschilderungen nachliefern. Allerdings keine DDR-Firmenschilder. Die waren nirgendwo mehr zu sehen.

[www.drehscheibe-foren.de]

Grüße und schönen Sonntag
Alex
Hallo,

vielen Dank für den interessanten Bericht von einem exotischen Zug.
Ich meine die wagons stammen von der französischen Firma ANF. ich zitiere aus dem Buch "Expresszüge im Vorderen Orient" von Werner Sölch: ... um 1985 von AFN 25 Schlafwagen 70 First Class Couchettes, 100 Second Class, 10 Restaurant Cars, 25 Generatorwagen..., dies müssten diese Waggons sein.
Der Waggonbau Görlitz und auch HG Cegielski, wohl als Lizensbau,liefeten Schlafwagen Typ y an die IRR aber ob diese noch betriebsfähig sind?

Ich hätte Interesse an weiteren Fotos auch von CFS-Zügen.

Vielen Dank

Heiko Müller
So ein Gauner! Macht uns den Mund wässrig mit einer Reise nach Mosul, und dann biegt er in El Yaroubie rechts ab nach Damaskus! So was aber auch!

Trotzdem herzlichen Dank für den bericht aus einer wahrlich exotischen Weltgegend.
Hallo,

wie gewünscht noch ein paar Seitenansichten mit ein paar Details in der folgenden Reihung des Zuges ab Gaziantep.

1. Sitzwagen Pullman Nr. 459
2. Schlafwagen Nr. 356
3. Liegewagen Nr. 277
4. Generatorenwagen Nr. 989

1. Der Sitzwagen Nr. 459:

http://img690.imageshack.us/img690/4226/img5025t.jpg

2. Schlafwagen Nr. 356:

http://img717.imageshack.us/img717/2778/img5024uo.jpg

3. Liegewagen Nr. 277:

http://img717.imageshack.us/img717/4964/img5021r.jpg

http://img824.imageshack.us/img824/8559/img5022z.jpg

http://img708.imageshack.us/img708/7407/img5023v.jpg

4. Generatorenwagen Nr. 989:

http://img708.imageshack.us/img708/2724/img5017wo.jpg

Und ein Übersetzfenster des Wagens, verklebt mit einer Mischung aus Packpapier und Verpackungsmaterial. Auch diese Fenster ließen sich nicht öffnen, ansonsten hätte man einen netten Fotostandpunkt mit dem Klang der Diesel im Hintergrund gehabt.

http://img535.imageshack.us/img535/2235/img5035w.jpg

Typenschild der türkischen Firma, die diesen Wagen modernisiert hat:

http://img535.imageshack.us/img535/8426/img5036x.jpg

Über der Tür von Abteil 9 des Liegewagens …

http://img690.imageshack.us/img690/2338/img5038j.jpg

… und an der Tür von außen:

http://img535.imageshack.us/img535/5726/img5039z.jpg

Die Wagen in voller Seitenansicht habt ihr schon in den bisherigen Teilen gesehen.

Über die CFS werde ich berichten. Das Kappen-Wortspiel hat noch keiner rausbekommen? Leude, ihr enttäuscht mich.

Viele Grüße vom gaunerhaften Alex
BrakerBahn schrieb:
-------------------------------------------------------
> Über die CFS werde ich berichten. Das
> Kappen-Wortspiel hat noch keiner rausbekommen?

Ist Dogukapi gemeint? Der Grenzbahnhof zu Armenien?
Hallo,

genau, Dogu Kapi ist richtig.

Da wir gerade das Thema Wagen haben, gibt es hier noch einen kurzen Einblick in das Innere von Saddams Sonderzug, den er angeblich nur einmal auf dem Weg nach Mosul oder Basra benutzt hatte. Vorweg gibt es leider Werbung, bevor der kurze Film startet.

[news.bbc.co.uk]

Grüße

Alex
Hallo zusammen,

ich bin zufällig nochmal auf diesen tollen Bericht gestossen. Bitter zu wissen, dass man jetzt - nur 4 Jahre später - nicht einmal mehr dran denken kann die genannten Orte zu besuchen.

Wann wir wohl wieder einen Reisebericht aus dieser Region lesen dürfen. momentan leider unvorstellbar.

Viele Grüsse
Hallo,

persönlich finde ich es gut, wenn auch im Auslandsforum alte Berichte wieder aus der Versenkung geholt, aktualisiert und ergänzt werden. Anscheinend machen das hier nur wenige Nutzer, denn die bevorzugte Foreneinstellung scheint immer noch die Variante zu sein "Neuste nach oben aus". Wie auch immer, ca. 40 Interessierte seit knapp einer Woche? Leude, wo bleibt euer historischer Bezug!

Wenn ich noch an diese obskure Variante dieser Reise vor vier Jahren denke ...

"als Fortsetzung vom 5. Teil [www.drehscheibe-foren.de] haben wir am 14. Mai 2010 um 10:15 Uhr die syrisch-irakische Grenze passiert.

Alle Bilder und Beschreibungen entsprechen dem Stand der Fahrt vom 14. Mai 2010.

In dem heutigen Teil des Berichts geht es um den grün unterlegten Abschnitt:

[www.tcdd.gov.tr]

Gaziantep 21:00
Mustafayavuz
Türkyurdu
Nizip 21:45-21:47
Yesildag
Elifoglu
Karkamis 22:20-22:24
Mürsitpinar
Bekciler
Gültepe
Akçakale 00:57-00:58
Goçar
Sayarli
Ceylanpinar 03:36-03:38
Gürpinar
Akdogan
Senyurt
Toruntepe
Serçehan
Nusaybin 06:04-06:40

Staatsgrenze Türkei–Syrien

Grenzbahnhof Al-Qamishli (2) 07:00-07:40
Tall Ziwan
Kabur al-Bid
Umm Qaif-Faukani
Demir Kapi
Tall Hadsch

Al-Yarubiyya / El Yarobieh / Al Yarobia (Tall Kutschak) 09:27-10:15

Staatsgrenze Syrien–Irak

Al-Rabia 10:30-11:05
Abu Hudschaira
Tall al-Uwainat
Tall-Hugna
Al-Wa’ailiyya
Abtir
As-Sabuniyya
Hayy al-Yarmuk
Al Mawsil (Mosul, Mossul, Musul) 14:00


Der Zug schleicht durch die Grenzanlagen, erreicht Rabia und wir müssen wieder aussteigen. Die Grenzkontrolle verläuft flotter, ein Hauch von Anarchie liegt in der Luft. Zwischen Abu Hudschaira und Tall al-Uwainat kann ich auf der Lok mitfahren. Die Landschaft verändert kaum ihr Gesicht. Auch ist die Bevölkerungsdichte nicht größer, als auf dem syrischen Abschnitt.

Wir nähern uns langsam Mosul, Kinder bewerfen den Zug mit Steinen. Wir nähern uns einem dicht befahrenen Kreisverkehr, auf dem die Strecke gerade durchgeführt wird. Langsam fahrend, laut pfeifend, bahnt sich der Zug seinen Weg. Noch ca. 10 Minuten bis zum Bahnhof Mosul; auf der linken Seite ist der Tigris zu erahnen. Wir erreichen Mosul mit +1, verabschieden uns von Ibrahim und dem sonstigen Zugpersonal. Einige Bilder kann ich noch machen und er zeigt uns ein günstiges Hotel. Am Abend haben wir ihn zum Essen eingeladen.

So hätte es sein können, aber so war es nicht. Denn der weitere Verlauf der Reise gestaltete sich wie folgt:

Al-Yarubiyya / El Yarobieh / Al Yarobia (Tall Kutschak)
Al-Qamishli (1) (14. Mai)
Al-Qamishli (1) 18:10 ab am 15. Mai mit Schnellzug 184 (Al-Qamishli – Damascus)
Al-Hasakeh
Deir-Ez-Zor
Ar´Raqqa
Aleppo 01:55
Hama
Homs
Damaskus an 08:18 (16. Mai 2010)


Einige von euch wussten im Vorfeld, dass wir nie im Irak waren. Löblich, ihr habt euch zurückgehalten. Die Fahrkarte hat diese Fahrt natürlich suggeriert und ich habe den Ball unter dieser Prämisse durch die gesamten Teile laufen lassen. Persönlich bin ich für Vieles zu haben, aber nach Mosul zu fahren ist doch ein ziemliches Risiko, wie jeder weiß. Und ein irakisches Visum zu bekommen ist auch keine Alltäglichkeit. Im Endeffekt ging es um etwas ganz anderes. Wir wollten mit dem Zug von der Türkei nach Syrien fahren. Da Samir (BerlinAleppo) kurz zuvor einen Bericht über eine Fahrt mit dem Trainset Aleppo-Gaziantep geschrieben hatte – wir warten sehnsüchtig – wollte ich mich auf die beiden anderen Grenzübergänge konzentrieren. Ursprünglich sollte es am 12.5. von Tatvan mit dem Zug von Teheran nach Damaskus gehen. In Van habe ich im Bahnhof nachgefragt, ob der Zug wieder fahren würde. Zu dem Zeitpunkt war die Verbindung immer noch eingestellt. Per E-Mail hat mir das die TCDD schon im Vorfeld bestätigt, auch hatte Mistral in Malatya anrufen lassen, Samir hat in Aleppo nachgefragt. Aber es hätte sich alles in der Zwischenzeit ändern können. Also ist für uns klar gewesen, wenn es nicht klappt, nehmen wir alternativ den Mosul-Zug und wir fahren so weit wie möglich mit ihm mit. Und der weiteste Punkt ist eben Al Yarobiah.

Dass der Fahrschein bis Mosul ausgestellt wurde, hatte einen Buchungsgrund. Im Bahnhof Gaziantep war das Ausstellen einer Fahrkarte bis zur Grenze nicht möglich. Deshalb haben wir die Fahrkarte bis Mosul ausstellen lassen. Aus diesem Grund ist uns vielleicht mit der Wahl dieses Zuges der seit Jahren exotischste Grenzübertritt zwischen der Türkei und Syrien mit dem Zug gelungen. [...]"

Persönlich kommt mir das immer noch wie gestern vor, aber diese Variante werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Denn das mach doch das Bahnfahren aus.

Verbindungen auf der alten Bagdadbahn gibt es periodisch immer nur alle zehn Jahre, Durchgehend wahrscheinlich nie mehr.

Danke für das Interesse und das Wiederhochholen.

Grüße

Alex
Ich habe die Reiseberichte schon "damals" mit großer Spannung mitverfolgt. Ich hoffe ja, dass sich die Lage in dieser Gegend irgendwann wieder beruhigt, die Menschen Frieden finden und die Eisenbahn wieder in Betrieb nehmen (oder sanieren) - k.A., wie deren Zustand jetzt ist, vermutlich schlecht, aber nicht das dringendste Problem in dieser Weltgegend.