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Auf Schienen vom Kapitalismus in den Sozialismus und zurück - 13.000km mit dem Zug durch Asien und ein bisschen Europa

Teil 4: "Willkommen im sozialistischen Paradies" (Zitat nordkoreanischer Reiseführer) - Teil B


Hier kommt Teil B:


"Bereits heute Morgen wurden wir von den Reiseleitern gefragt, ob wir heute Abend gegrillte Muscheln haben wollen, das Kilo würde zwei Euro kosten. Natürlich, warum nicht, sagten wir uns. Mir schwebte da so was wie über Pinienzweigen geräucherte Muscheln vor. Aber hier musste ich meine Vorstellung schnell den Tatsachen anpassen. Als ich nach einer kurzen Dusche am Treffpunkt vor dem Haus ankam, waren die Muscheln schon alle fein säuberlich in Reih und Glied auf der gepflasterten Einfahrt ausgelegt. Der Busfahrer schüttete gerade eine Flüssigkeit darüber und holte dann sein Feuerzeug raus. Bei der Flüssigkeit handelte es sich um Benzin und dementsprechend gab es muntere Flammen. Den Umgang mit Benzin gewöhnt, goss der Busfahrer immer wieder Benzin ins Feuer. Nach gut zehn Minuten meinte die Reiseleiterin, dass die Muscheln jetzt fertig seien. Wir warteten dann noch, bis die Flammen erloschen waren und probierten dann das Fleisch im Inneren. Es war gar und trotzdem sehr zart. Allerdings hatte das Fleisch einen üblen Benzingeschmack, so dass ich mich fast übergeben musste. Zum Glück stand genug Reisschnaps zum Nachspülen bereit, ich benötigte einige Gläser, um den Benzingeschmack aus meinem Mund zu bekommen. Wir verzichteten dann alle auf weitere Kostproben. Einer der Reiseführer fragte ganz enttäuscht, ob es uns denn nicht schmecken würde. Hm, die Muscheln wären super, aber der Benzingeschmack gefällt uns gar nicht. Außerdem sei Benzin ja doch ziemlich giftig. Nein, das würde nicht stimmen, meinte er. Nordkoreaner tränken immer mal wieder gerne Benzin, um die Würmer im Darm abzutöten. Na denn, Prost!"

"Trotz des Bades am frühen Morgen war ich zu früh im Hauptgebäude und so machte ich mich auf Entdeckungstour. Zuerst fand ich nichts interessantes, nur ein Saal mit dem bereits gestern angesprochenen Billardtisch, einem weiteren Saal mit einer Tischtennisplatte und einem großen Plakat, auf dem die erfolgreichsten nordkoreanischen Sportler abgebildet waren, hauptsächlich Gewichtheber/innen und Fußballfrauenmannschaften. Dann fiel mein Blick aber auf eine unscheinbare Glasvitrine, die etwas versteckt in einem Eck stand. Und als ich den Inhalt sah, musste ich zweimal hinschauen, bevor ich es glauben konnte (ich dachte erst, es wäre noch der Reisschnaps von gestern). Mehrere Gläser mit „Dicken Bockwürsten“ der Firma „Böklunder“ für 2,50€ das Glas sowie verschiedene Produkte der Firma Kühne, u.a. „Gewürzgurken“ und „Mixed Pickles“. So war meine Neugierde geweckt und ich fand noch weitere Vitrinen. Dort waren dann noch „Schneekoppe“-Kekse und japanische Pornos zu finden. Da Pornographie ja praktisch überall in Asien verboten ist, waren die Pornos als Modevideos deklariert. Die Reiseleiter hatten uns gestern gesagt, dass japanische Touristen sehr gerne hier her kommen und die Japaner sind ja für ihre durchgeknallten Sexphantasien bekannt. Daher überlasse ich es lieber mal der Fantasie der Japaner, was man mit „Dicken Bockwürsten“, Gewürzgurken, Pornos und nordkoreanischen Frauen so alles anstellen kann."



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Bild 22: Eine der schockierensten Szenen für mich in Nordkorea: Kleinen Pimpfen wird im Kindergarten der Musterlandwirtschaftskooperative
Chongsan-Ri "Revolutionstheorie" eingebläut. Das Gemälde im Hintergrund zeigt den Felsen und die Hütte zu Füßen des heiligen
Paektu-Berges im Norden, wo der "Liebe Führer" geboren wurde. In Wirklichkeit erblickte er in einem Militärlager in Sibirien
das Licht der Welt, als sein Vater dort von den Sowjets eine Militärausbildung bekam.




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Bild 23: Dieses Bild spricht eigentlich schon für sich selbst. Wenn man dann aber noch bedenkt, dass es in einem Kindergarten
hängt, wird einem klarer, warum sich das Regime in Nordkorea schon solange halten kann.





"Die Reisfelder hörten dann abrupt auf und wurden durch eine Marschlandschaft abgelöst. Wir waren kurz vor dem ersten Ziel unseres heutigen Programms, der „West Sea Barrage“. Sie wurde an der Stelle errichtet, an der der Taedong-Fluß, der auch durch Pyongyang fließt, in das Meer mündet. In der Eingangshalle, dekoriert mit einem riesigen Bild des „Dear Leader“ vor blühenden Kirschzweigen, wurden uns dann wieder die wichtigsten Infos in propagandistischer Weise dargelegt. Der „Great Leader“ persönlich hatte natürlich die Idee und suchte auch höchstpersönlich die geeignete Stelle für den Bau des Dammes. Vor dem Bau des Dammes sorgten Sturmfluten immer wieder für Überschwemmungen bis nach Pyongyang, das Wasser des Flusses konnte wegen der Versalzung nicht für Landwirtschaft und Industrie genutzt werden. Im Jahre 1981 begann man mit dem Bau des acht Kilometer langen Dammes samt mehrerer, großer Schleusen. Das ganze Volk unter Führung des Militärs war natürlich mit Feuereifer dabei und der „Great Leader“ besuchte mehrfach die Baustelle. Dank seiner Verbesserungsvorschläge kamen Arbeiter und Soldaten noch schneller als geplant voran und so konnte man bereits 1986 den Bau erfolgreich abschließen. Jetzt floriert die Industrie und man kann so viele Flächen bewässern, dass alle Nordkoreaner genügend Reis haben. Ich habe dann lieber nicht gefragt, wie es dann dazu gekommen sei, dass in den 90er Jahren mehr als eine Million Nordkoreaner verhungert wären."

"Nach der eher langweiligen Ausstellung wurde es aber so richtig interessant, denn wir durften alle Gemeinschaftseinrichtungen der Musterlandwirtschaftskooperative und sogar die Wohnung eines sozialistischen Arbeitshelden besichtigen. Als erstes durften wir in den Kindergarten und die Grundschule. Gleich im Erdgeschoss erwartete uns ein Planschbecken der Luxusklasse, wie es nicht einmal in einem deutschen Erlebnisbad zu finden ist. Eine Elefantenrutsche, wasserspeiende Putten und Wandmosaike mit Comicfiguren. Das grenzte fast schon an barocke Dekadenz. Aber nachdem wir den Unterricht zweier Vorschulklassen besichtigen durften, war mir klar, warum die Kinder zum Ausgleich ein so tolles Planschbecken benötigen. Die erste Klasse lernte gerade das koreanische Alphabet. Dabei wurde die Lehrerin ganz modern von einem Lernvideo unterstützt. Alles andere als modern war aber der sonstige Unterricht, die Kinder wurden im Kasernenton angebrüllt und mussten im Chor zurückbrüllen. Der Blick in die Schulbücher war dann noch entsetzlicher. Alle Schüler hatten eine Seite aufgeschlagen, in der eine Kampfszene in einer militärischen Schlacht dargestellt wurde. Dabei rammte u.a. ein nordkoreanischer Soldat einem imperialistischen Soldatenschwein ein Bajonett in den Körper. Ja, so kann man auch Lesen und Schreiben lernen.

Noch surrealer war dann der Besuch der zweiten Vorschulklasse. Sie hatte gerade Revolutionstheorie und saß in einem Raum, der dafür passend ausgestattet war. An den Wänden hingen wie in der Mittelschule in Pyongyang jede Menge handgemalte Plakate, die die Revolutionstheorie des „Great Leader“ erläuterten. In der Mitte des Raumes stand dann in einem riesigen Glaskasten ein Modell vom Berg Paektu und der kleinen Holzhütte, in der der „Dear Leader“ geboren wurde. Die Vorschulkinder saßen auf kleinen Schemelchen rund um das Modell und brüllten das nach, was ihren die Lehrerin vorsagte. Die Führerin erklärte uns ganz stolz, dass die Lehrerin Geschichten aus der Kindheit des „Great Leader“ erzählt und sie sich gerne an ihre Schulzeit zurückerinnert, als ihr die glorreichen Geschichten des „Great Leader“ erzählt wurden. Tja, wenn man den Kindern nur früh genug den ganzen Blödsinn eintrichert, dann behalten sie es bis zum Lebensende."




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Bild 24: Aus der nordkoreanischen Provinz geht es zurück in die Metropole Pyongyang. Kurz vor Pyonyang passierten wir diesen Bahnhof.



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Bild 25: Szene am Bahndamm



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Bild 26: Der Hauptbahnhof von Pyongyang. Von hier aus geht es in einem der nächsten Berichte zurück nach Peking



"Nach dem Essen durften wir dann noch ein paar ausländische Devisen im angeschlossenen Souvenirgeschäft ausgeben. Ausländern ist der Erwerb nordkoreanischer Won untersagt, aber in diesem Souvenirshop könnten wir uns für ein paar Euro Geldscheine aller existierender Nominale erwerben. Dazu wurde jedem noch eine extra Besitz- und Zollerklärung ausgehändigt, dass wir rechtmäßig die Geldscheine besitzen und ausführen dürfen. Die Reiseleiterin ermahnte uns dann noch, auf gar keinen Fall irgendwo in Nordkorea mit diesem Geld zu bezahlen. Da hatte sie Recht, denn nach eingehender Prüfung stellten wir fest, dass es sich um Falschgeld handelte, denn als wir in der Reisegruppe untereinander die Scheine abglichen, hatten alle die gleiche Seriennummer. Selbst im Sozialismus werden die Touristen übers Ohr gehauen."

"Nach Essen und Shopping ging es dann weiter zum nächsten Wallfahrtsort, dem Geburtshaus des „Great Leader“. Das Haus war eine mit Stroh gedeckte Lehmhütte, die inmitten eines Parks stand. Ob der „Great Leader“ hier wirklich geboren ist, darf wohl bezweifelt werden. Natürlich erwartete uns wieder eine lokale Führerin, die wieder einen propagandistischen Schwall über uns auskippte. Eltern und Großeltern des „Great Leader“ waren angeblich arme Bauern, versklavt vom Großgrundbesitzer, dessen Felder sie bestellen mussten. Als Beweis dienten Tongefäße, die beim Brennen zusammengesackt waren, denn die Familie war so arm, dass sie sich nicht einmal richtige Tongefäße leisten konnten. Die Tongefäße wie auch alles andere in und um die Hütte war aber keine zehn Jahre alt. Sowohl Vater und Großvater hätten gegen die seit 1905 herrschende japanische Besatzung gekämpft. Das färbte natürlich auf den Sohnemann und Enkel ab, denn dieser schrieb mit angeblich schon vier Jahren „Freiheit für Korea“ auf den Küchentisch. Natürlich ist der Tisch noch mit der Inschrift erhalten und ausgestellt. Dem durfte der „Dear Leader“ natürlich nicht nachstehen, denn er schrieb mit vier Jahren „Lange lebe der große General“ (gemeint war sein Vater) auf den Tisch, dieser Tisch war aber nicht ausgestellt. Es wurde uns noch weiteres Gesülze erzählt, dass ich aber schon wieder vergessen habe. Was nicht erwähnt wurde, aber historisch bezüglich der Eltern des „Great Leader“ wohl gesichert ist, ist, dass sie sehr christlich waren und wohl als Aushilfsmissionare gearbeitet haben."

"Der heutige Tag bekam immer mehr den Schein einer Kaffeefahrt, nur dass in den VEBs und Kombinaten in Nordkorea wohl keine Heizdecken hergestellt werden. Denn nach der Besichtigung des Parks ging es weiter in ein Kaufhaus. Im ersten Stock gab es dann denselben Kitsch und Schrott wie in allen anderen bisherigen Souvenirshops. Auch Gemälde waren hier wieder im Angebot. Viel interessanter war jedoch das Erdgeschoss, denn hier befand sich die Import-Abteilung für Nordkoreaner. Zum Verkauf angeboten wurde fast alles: vom Nasenhaartrimmer über Laptops bis hin zu ganzen Mopeds und Motorrollern war alles im Angebot, natürlich alles frisch aus China importiert."

"Nachdem ich mein Tagebuch wieder auf den aktuellen Stand gebracht hatte, warf ich noch einen näheren Blick auf das Hotelzimmer. Dabei blieb mein Blick auf einer Liste mit internationalen Telefonvorwahlen hängen. Ich glaube zwar nicht, dass man einfach so aus seinem Hotelzimmer internationale Telefongespräche führen kann, aber die Broschüre aus dem Jahre 1998 verleiht dem Hotel einen internationalen Touch. Allerdings war die Broschüre schon im Jahre 1998 nicht mehr so richtig aktuell. Für Deutschland waren nämlich noch zwei Vorwahlen aufgelistet: 0049 für die BRD, 0037 für die DDR. "



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Bild 27: Der angebliche Geburtsort des "Großen Führers"



"Zur Feier des Tages gab es heute Morgen ein wahres Festessen. Statt läpprigem Toastbrot und dünnem Kaffee gab es frische Croissants, Orangensaft, Früchte und dänische Butter. An ihrem Jahrestag lässt sich die Partei eben nicht lumpen. Frisch gestärkt konnten wir uns so wieder auf die sozialistische Pflichterfüllung unseres Besuchplans konzentrieren. Bei der Fahrt durch Pyongyang viel einem sofort auf, dass mehr Menschen unterwegs waren. An zentralen Plätzen waren auch kleine Buden aufgebaut, die ein bisschen Jahrmarktstimmung verbreiteten. Neben dem Verkauf von Süßigkeiten sorgten auch Attraktionen wie Dosenwerfen oder Schießbuden für die Unterhaltung der einheimischen Bevölkerung."

"Als der Strom an Einheimischen kurz nachließ, trommelte uns die Reiseleiterin schnell zusammen. Wir mussten ebenfalls in einer Reihe Aufstellung nehmen, einer aus unserer Gruppe musste dann mit einem Strauß Blumen vortreten, diese niederlegen und dann wieder zurücktreten. Anschließend mussten wir uns alle verbeugen. Das klappte aber bei weitem nicht so präzise und professionell wie bei den Nordkoreanern. Trotzdem meinte die Reiseleiterin im Anschluss, dass wir das toll gemacht hätten und uns ein Kameramann des Staatsfernsehens, der mir erst jetzt aufgefallen war, gefilmt hätte. Mit etwas Glück würden wir damit heute Abend in die Hauptnachrichten des nordkoreanischen Staatsfernsehens kommen. Das kann ja noch heiter werden. Zur Belohnung gab es dann auch noch ein offizielles Gruppenfoto vor der Statue. Schnell zitierte die Reiseleiterin einen der zahlreichen offiziellen Fotografen herbei, um uns zu fotografieren. Normalerweise fotografieren die offiziellen Fotografen ja nur die einzelnen Kollektive, aber der Fotograf war sichtlich stolz, dass er eine ausländische Gruppe fotografieren durfte."


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Bild 28: Die große Bronzestatue des "Großen Führers", die er selbst zum 60. Geburtstag von seinem dankbaren Volk bekam.
Wegen des Feiertages anlässlich des Jahrestages zur Gründung der koreanischen Arbeiterpartei ist gerade besonders viel
los und die letzte Monatsproduktion des VEB "Kunstblumen" steht vor der Statue.




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Bild 29: Statue am Denkmal des Befreiungskrieges, im Hintergrund das "Ryugyong Hotel"



"Damit aber noch nicht genug, wir mussten auch noch das neben dem Museum liegende Denkmal des Befreiungskrieges besichtigen. Denkmal ist wohl untertrieben, es handelt sich vielmehr um einen riesigen Platz, der auf der einen Frontseite von einer 27 Meter hohen Skulptur, auf der anderen Frontseite von einem überdimensionalen Eingangstor begrenzt wird. An der Seite zeigen dann riesige Reliefs heroische Szenen aus dem Befreiungskrieg. Immerhin blieb uns das Niederlegen von Blumen erspart. Zudem befindet sich fast direkt neben dem Denkmal die Bauruine des über 300 Meter hohen "Ryugyong Hotel", mit dessen Bau in den 80er Jahren begonnen wurde. Den Rohbau hat man noch fertig gestellt, seither ruhen aber die Arbeiten. Da hat man sich bei der sozialistischen Planerstellung wohl irgendwie verplant. Seit kurzem finanziert ein ägyptischer Investor, der sich auch für den Aufbau des nordkoreanischen Mobilfunknetzes verantwortlich zeigte, denn Innenausbau. An einer Fassadenseite hat man schon damit begonnen, die Fenster einzusetzen. Wahrscheinlich war der Ausbau des Hotels Bedingung, um das Mobilfunknetz aufbauen zu dürfen."




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Bild 30: Der Hauptbahnhof Pyongyang, fotografiert mit meinem verbotenen Teleobjektiv aus dem obersten Stockwerk unseres Hotels.



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Bild 31: Gleisfeld des Hauptbahnhofes von Pyongyang, ebenfalls fotografiert mit meinem verbotenen Teleobjektiv.




"Also war mal wieder eine Propagandabelehrung fällig, damit wir uns endlich systemkonform verhalten. So ging es mit dem Bus zum Taedong-Fluss, wo das US-Spionageschiff USS Pueblo vor Anker liegt. An der Uferpromenade wartete schon eine ältere Dame in Militäruniform, um uns die Geschichte rund um das Schiff zu erzählen und uns durch das Schiff zu führen. Nach einer kurzen Einleitung mussten wir an Bord ein Video mit weiteren propagandistischen Ergüssen ertragen: Die USS Pueblo war ein amerikanisches Spionageboot, das die Nordkoreaner 1968 angeblich in ihren Hoheitsgewässern aufbrachten und konfiszierten. Die Amerikaner behaupten natürlich das Gegenteil, das Boot sei in internationalen Gewässern gewesen, zudem würde es sich nicht um ein Spionageschiff, sondern ein Forschungsschiff mit Meeresbiologen handeln. Die Kaperung des Bootes stand in guter koreanischer Tradition, denn bereits 1866 hätte der Urgroßvater des „Great Leader“ das US-Schlachtschiff „General Sherman“ persönlich versenkt. Die 83 amerikanischen Crewmitgliedern der USS Pueblo wären von sieben heldenhaft kämpfenden nordkoreanischen Fischern überwältigt worden. Alle nordkoreanischen Fischer wären bewaffnet, um sich gegen die imperialistischen Aggressoren zu verteidigen. Die Amerikaner wurden alle festgenommen und das Schiff nach Pyongyang geschleppt. Der amerikanische Präsident hätte vor dem UN-Sicherheitsrat dagegen protestiert, allerdings erfolglos. Die Gefangen genommene Crew schrieb mehrere Bittbriefe an den US-Präsidenten, dass er sich entschuldigen solle, damit man sie freilassen würde. Aufgrund des „internationalen Drucks“ sah sich der US-Präsident schließlich dazu gezwungen, eine Entschuldigung zu schreiben und zu garantieren, dass die Amerikaner nie wieder in nordkoreanische Hoheitsgewässer eindringen würden. Der US-Präsident wäre ob einer weiteren, vernichtenden Niederlage gegen die Nordkoreaner so wütend gewesen, dass er bei der Unterschrift sogar das Datum vergessen hätte und er das Entschuldigungsschreiben sogar noch ein zweites Mal vorgelegt bekam. So wurde die Crew schließlich komplett freigelassen, obwohl viele von ihnen gerne in Nordkorea geblieben wären, aber die Amerikaner bestanden auf der Auslieferung der kompletten Crew. So mussten die Nordkoreaner schweren Herzens alle Crewmitglieder übergeben, wohlwissend, dass sie alle in den USA für „ihr Vergehen“ bestraft und gefoltert werden würden (dies wurde durch angeblich amerikanische Nachrichtensendungen bewiesen). Die Nordkoreaner hätten die Crewmitglieder dagegen immer sehr gut und nicht als Gefangene behandelt. Schließlich wären sie von ihrem kriegerischen, imperialistischen Präsidenten zu dieser Spionageaktion gezwungen worden. Obwohl der amerikanische Präsident damals unterschrieben hätte, dass die Amis nie wieder in nordkoreanische Hoheitsgewässer eindringen würden, sei es immer wieder zu Zwischenfällen gekommen. So hatten die Nordkoreaner erst 2004 wieder ein unbemanntes Spionage-U-Boot der Amerikaner aufgebracht. Das wäre ein eindeutiges Zeichen, dass die imperialistischen amerikanischen Schweine das friedliebende Nordkorea angreifen und zerstören wollen.

Nach so viel Propaganda gab es dann noch eine handfeste Führung durch das Schiff. Dabei wurden wir auf jedes einzelne Einschussloch hingewiesen, die jeweils auch noch mit einem roten Kreis markiert waren. Auffällig war, dass die Einschusslöcher teilweise einen Durchmesser von 15 Zentimeter hatten (die nordkoreanischen Fischer waren angeblich nur mit einfachen Gewehren bewaffnet) und nur in die Außenwand des doppelwandigen Stahls ein Loch hatte, die Innenwand war dagegen komplett unversehrt. Ein Geschoss mit einer solchen Stärke hätte an der Innenwand zumindestens eine Delle hinterlassen müssen. Wir sprachen die Reiseleiter und die lokale Führerin auf diese Widersprüche an, bekamen aber keine aussagekräftige Antwort."



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Bild 32: Das gekaperte US-amerikanische Spionageschiff "USS Pueblo"




Mehrere hundert Koreanerinnen in traditionellen Kostümen und ein einige Koreaner in Anzügen tanzten zu traditioneller Musik, die blechern aus riesigen Lautsprechern tönten, die auf Militär-Pick-Ups aufgestellt waren. Ich durfte zwar nicht mittanzen, konnte aber überall die Tänzerinnen fotografieren, die sichtlich Spaß an der Veranstaltung hatten. Nach einigen Minuten stoppte die Musik und irgendein Typ von der Partei hielt eine Ansprache im Kommandoton. Schließlich war ja noch immer Feiertag zu Ehren der Partei und des „Great Leader“. Die Akteure hatten sich vor Beginn der Rede selbst in rechteckigen Formationen aufgestellt. Nach der Ansprache hielt noch jeder Anführer eines Tanzkollektivs eine kurze Ansprache und dann marschierten die einzelnen Kollektive in militärisch präziser Ordnung der Dämmerung entgegen.

Die militärische Ordnung ging dann aber immer mehr verloren, denn mehrere Teilnehmer hatten eine Digitalkamera dabei und machten Erinnerungsfotos, da es wohl gerade keine staatlich abgeordneten Fotografen gab. Plötzlich stürmte ein Nordkoreaner mit einer kleinen Kamera auf mich zu. Ich dachte erst, jetzt gibt’s wieder Ärger. Aber er wollte nur, dass ich ein Erinnerungsfoto des gesamten Tanzkollektivs mache. Kein Problem und nachdem ich das Foto gemacht hatte, wollten sie auch noch, dass ich mit auf das Foto komme. Also reihte ich mich in die Gruppe ein, zwei Mädels umarmten mich und ihre Tanzpartner legten ihre Hände auf meine Schultern. Nach mehreren Fotos bedankten sich alle artig bei mir und verschwanden ebenfalls flugs in der Dämmerung."



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Bild 33: Massentanzveranstaltung zum Feiertag anlässlich des Jahrestages der Gründung der koreanischen Arbeiterpartei.




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Bild 34: Wir verlassen Pyonyang ein vorletztes, diesmal in Richtung Süden, und folgen der Bahnlinie, die hier in Pyonyang über die Yanggak-Brücke nach Südkorea führt.



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Bild 35: Die Sinso-Brücke in Pyonyang kurz nach dem Hauptbahnhof.




"An der Stadtgrenze Pyongyangs legten wir dann einen kurzen Zwischenstopp am Wiedervereinigungsdenkmal ein. Hier überspannen zwei überdimensionale koreanische Mädchen (eines symbolisiert den Norden, das andere den Süden) aus Beton die Straße und halten gemeinsam ein Medaillon, auf dem das wiedervereinigte Korea prangte. Laut Reiseleiterin symbolisiert das Denkmal die tiefe Sehnsucht des koreanischen Volkes nach einer Wiedervereinigung. Ob sie denn der Meinung sei, dass sich das südkoreanische Volk wirklich so sehr nach einer Wiedervereinigung unter nordkoreanischer Führung sehnen würde, wollten wir dann wissen. Natürlich, die Südkoreaner würden nur von den Imperialisten aus Amerika, die den Norden jederzeit angreifen wollen, daran gehindert. Hm, ich glaube, da sind die Südkoreaner mehrheitlich anderer Meinung."



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Bild 36: Hier beginnt die "Wiedervereinigungsstraße" nach Südkorea




"Die mehrspurige Autobahn führte wie bei der Fahrt in Richtung Norden mittels vieler Tunnels und Brücken durch sehr hügeliges Gelände. Der Anblick war eher trist, denn die Hügel waren komplett abgerodet und die Flüsse in den Tälern waren meist komplett ausgetrocknet. Unser Bus war das einzige Fahrzeug weit und breit auf der mehrspurigen Autobahn, die wohl nur den Zweck hat, im Kriegsfall so viele Soldaten so schnell wie möglich in Richtung Süden zu karren. Wir hielten für eine kleine Pinkelpause an einer kleinen Raststätte. Zu meiner Überraschung waren dort ein paar Campingtische aufgestellt, an denen einheimische Frauen kitschige Souvenirs, Kaffee und kleine Snacks verkauften. Das sah nach einem kleinen Privatmarkt aus, denn das Angebot unterschied sich doch um einiges vom Standardangebot in den staatlichen Souvenirshops. Das Angebot war wohl hauptsächlich an chinesische Tagestouristen gerichtet, die hier wohl fast täglich vorbeikommen. Man kann nämlich von China aus eine eintägige Busfahrt bis zur Grenze nach Südkorea und zurück machen. Ein weiteres Indiz, dass es sich um einen private Veranstaltung handelte, war, dass man sogar über die Preise ein bisschen handeln konnte. So erstand ich für zwei Euro ein kleines Taschenwörterbuch Deutsch-Koreanisch-Deutsch. Jetzt weiß ich, was Parteisekretär oder Arbeitsbrigade auf Koreanisch heißt."

"Der Reiseleiter wollte wissen, was in den letzten Tagen in den BBC-Nachrichten vermeldet worden wäre. Ich antwortete, das Topthema der letzten Tage sei gewesen, dass Barack Obama den Friedensnobelpreis bekommen würde. Da flog er aus allen Wolken und wollte wissen, mit welcher Begründung. Er hätte bis jetzt doch nichts erreicht und nur Propaganda(!) verbreitet (damit kennen sich die Koreaner ja bestens aus). Ich erzählte ihm, dass er den Preis wegen seiner Bemühungen um den Weltfrieden und die weltweite atomare Abrüstung verliehen bekommen würde. So ein Blödsinn, meinte er, die Amis würden überall auf der Welt (Irak, Afghanistan) Kriege anzetteln, die meisten Atomwaffen selbst besitzen und damit das friedfertige Nordkorea bedrohen. Daher mussten sich die Nordkoreaner zur Selbstverteidigung selbst Atomwaffen zulegen. Ob denn Deutschland auch Atomwaffen zur Selbstverteidigung gegen die Amis besitzen würde. Nein, meinte ich, aber die Amerikaner hätten auf Nato-Luftstützpunkten in Deutschland taktische Atomwaffen stationiert, die auch von deutschen Tornado-Bombern im Kriegsfall abgeworfen werden können. Warum die Amerikaner denn Militärstützpunkte in Deutschland hätten, wollte er dann wissen. Nun, seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wären die Amerikaner Besatzungsmacht in Deutschland, antwortete ich. „Why don’t you kick out shitty GI out of your country. It’s your own country, not USA” war seine Antwort, bevor er mit dem mir inzwischen wohlbekannten Monolog loslegte: die Nordkoreaner hätten es mit heroischem Kampf unter der klugen Leitung des „Great Leader“ geschafft, die imperialistischen, amerikanischen Schweine aus Korea zu vertreiben usw. ."

"Wir stiegen aus dem Bus aus und hatten einen direkten Blick auf das Eingangstor zur Demilitarisierten Zone (DMZ), wo uns bereits ein lokaler Führer in Militäruniform erwartete. Er zeigte uns zunächst auf einer Übersichtskarte den Grenzverlauf, die DMZ und die einzelnen Gebäude. Im Prinzip ist es ja keine Grenze, sondern nur eine Waffenstillstandslinie. Links und rechts der Linie gibt es jeweils einen zwei Kilometer langen Streifen, in dem sich keine Waffen oder Soldaten befinden dürfen."

"Mit dem Bus ging es dann weiter in Richtung Demarkationslinie. Dabei passierten wird den nordkoreanischen Fahnenmast, angeblich der größte der Welt. Die Flagge, angeblich auch die größte der Welt, hing aber so schlaff herunter, dass man nicht einmal erkennen konnte, dass es sich um die nordkoreanische Flagge handelte. Im Internet hatte ich gelesen, dass ein Physiker berechnet hätte, dass die Flagge aufgrund ihres Gewichts und ihrer Größe selbst bei Windstärke 12 nicht im Wind wehen würde. Der Bau des nordkoreanischen Fahnenmasts war angeblich eine Reaktion auf den Bau eines Fahnenmastes auf südkoreanischer Seite, den wir ebenfalls erblickten. Er war etwas kleiner, dafür konnte man die südkoreanische Flagge erkennen."



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Bild 37: Die Waffenstillstandlinie in der demilitarisierten Zone. Im Hintergrund
posieren auf südkoreanischer Seite Touristen für ein Erinnerungsfoto





"Plötzlich ging es einen Feldweg steil bergauf zu der Spitze einer Hügelkette, wo uns ein kleines Besucherzentrum und ein älterer Soldat in Militäruniform erwarteten. Wir sollten einen Blick auf die Mauer werfen, die auf südkoreanischer am Rand der zwei Kilometer breiten DMZ gebaut wurde. Durch diesen Bau wäre das koreanische Volk voneinander getrennt worden und nicht einmal mehr Tiere oder Pflanzen könnten von Nord nach Süd bzw. umgekehrt wandern. Eine schreckliche Tragödie, deren Verursacher die imperialistischen Schweine aus den USA seien, die den Südkoreanern die Mauer aufgezwungen hätten. So wolle man auch verhindern, dass Südkoreaner und Menschen aus der ganzen Welt in das gelobte Land Nordkorea flüchten können. Zum Glück könnten die Amis an der Grenze zu China keine Mauer bauen und so kämen über diese Grenze jährlich 1,5 Millionen (!) Flüchtlinge nach Nordkorea, da sie in ihren imperialistischen Heimatländern verfolgt werden würden. Aber da Nordkorea so klein sei, könne es nur einen kleinen Teil aufnehmen und müsste den Rest schweren Herzens zurückschicken. Mir kamen schon die Tränen…"



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Bild 38: Straßenszene in Kaesong nahe der Grenze zu Südkorea.



So, das war's erst einmal für diesen Bericht. Vielen Dank an alle, die bis zum Schluss durchgehalten haben. Im nächsten Bericht geht es dann tief unter die Erde. Wir fahren mit der Pyongyanger Metro. Ich hoffe, dass ihr dann alle wieder mit einsteigen werdet.



Zugliste


Zug	Von			Nach			Kilometer	Land	Traktion	Spurweite

S3	Niederhöchstadt		Frankfurt(Main)Hbf	  11,8		DE	Elektr.		1435mm
ICE 75	Frankfurt(Main)Hbf	Zürich HB		 449,6		DE/CH	Elektr.		1435mm
IC 585	Zürich HB		Chur			 116,1		CH	Elektr.		1435mm
R 1169	Chur			San Murezzan/St.Moritz	  89,25		CH	Elektr.		1000mm
RE 1145	Bravuogn/Bergün		Preda			  12,57		CH	Elektr.		1000mm
R 1658	Poschiavio		Ospizio Bernina		  21,294	CH	Elektr.		1000mm
R 1641	Morteratsch		Diavolezza		   4,635	CH	Elektr.		1000mm
R 1658	Poschiavio		Ospizio Bernina		  21,294	CH	Elektr.		1000mm
RE 1124	St.Moritz		Chur			  89,25		CH	Elektr.		1000mm
IC 570	Chur			Zürich			 116,1		CH	Elektr.		1435mm
S6	Zürich			Baden			  22,53		CH	Elektr.		1435mm
S6	Baden			Zürich			  22,53		CH	Elektr.		1435mm
S6	Zürich			Baden			  22,53		CH	Elektr.		1435mm
IR 1972	Baden			Basel SBB		  65,9		CH	Elektr.		1435mm
ICE 370	Basel SBB		Freiburg Hbf		  66,8		CH/DE	Elektr.		1435mm
RB31603	Freiburg Hbf		Littenweiler		   7,22		DE	Elektr.		1435mm
RB31620	Littenweiler		Freiburg Hbf		   7,22		DE	Elektr.		1435mm
ICE 270	Freiburg Hbf		Frankfurt(Main)Hbf	 294,4		DE	Elektr.		1435mm
S3	Frankfurt(Main)Hbf	Niederhöchstadt		  11,8		DE	Elektr.		1435mm
S3	Niederhöchstadt		Frankfurt(Main)Hbf	  11,8		DE	Elektr.		1435mm
S8	Frankfurt(Main)Hbf	Frankfurt-Flughafen	  11,4		DE	Elektr.		1435mm

							1476,023



Weitere Bildimpressionen aus Nordkorea


Weitere Bildimpressionen aufgeteilt in fünf Alben: Eine Best-Of Selektion, die Arirang Mass Games, Propaganda (Skulpturen, Gemälde, Denkmäler, usw.), Bilder aus Pyongyang sowie Bilder von Orten außerhalb Pyongyangs. Zum Anschauen einfach auf eines der Bilder oder den Link klicken:

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http://farm5.static.flickr.com/4072/4445154591_8180ab87b9_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4036/4445160813_f403112c9e_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4054/4445937258_f8ec25981d_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4058/4445945574_72c76bced2_t.jpgSocialist Propagandahttp://farm5.static.flickr.com/4033/4445955818_8568483998_t.jpghttp://farm3.static.flickr.com/2784/4445959650_ecaa132c27_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4043/4445976582_ae33258e74_t.jpghttp://farm3.static.flickr.com/2752/4445208797_f3f2d729e3_t.jpg

http://farm3.static.flickr.com/2732/4446006590_f5e9730b0a_t.jpghttp://farm3.static.flickr.com/2732/4446100228_78a91ea8a7_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4060/4446103428_c78a0c12ac_t.jpghttp://farm3.static.flickr.com/2759/4450729765_c91c06308a_t.jpgInside Pyongyang http://farm5.static.flickr.com/4025/4451530272_e05895ff0a_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4070/4451676970_3686d45d69_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4071/4460828186_00e95d9cb8_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4009/4460796756_73caafd698_t.jpg

http://farm3.static.flickr.com/2692/4468713965_3717f444f9_t.jpghttp://farm3.static.flickr.com/2802/4469499370_26782f9783_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4054/4468732563_6e59f21095_t.jpghttp://farm3.static.flickr.com/2690/4469532410_2815961777_t.jpgOutside Pyongyang http://farm3.static.flickr.com/2799/4468775079_959914a4d8_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4025/4469567158_060e54cb6e_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4033/4468788607_8cc75433c8_t.jpghttp://farm5.static.flickr.com/4025/4469577748_6f4f5f4e91_t.jpg





Inhaltsverzeichnis


  • Teil 0: 13.000km mit dem Zug durch 10 Länder, aber wo? BÜ-Bilderrätsel mit 10 Bildern
  • Teil 1: Prolog - Warum ich mit dem Zug 13.000km durch die Gegend gereist bin
  • Teil 2: Ein Kurzabstecher in das kapitalistische Musterland - Bilder von der Albulabahn
  • Teil 3: Über den Bernina zurück nach Deutschland
  • Teil 4: "Willkommen im sozialistischen Paradies" - Eine Einführung zu Nordkorea, Teil A

  • Edit: Links auf Fotoalben korrigiert



    2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:05:13:14:43:15.
    Hoi,

    >>Vielen Dank an alle, die bis zum Schluss durchgehalten haben.

    Anders geht's gar nicht, sehr interessant und gut geschrieben, Dankeschön!
    Ich freue mich schon auf den nächsten Teil.

    En Gruess

    Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum: [www.drehscheibe-foren.de]

    https://bahnbilder.ch/calendar/banner.jpg

    Leben und Leben lassen ...
    Flo1979 schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > So, das war's erst einmal für diesen Bericht.
    > Vielen Dank an alle, die bis zum Schluss
    > durchgehalten haben. Im nächsten Bericht geht es
    > dann tief unter die Erde. Wir fahren mit der
    > Pyongyanger Metro. Ich hoffe, dass ihr dann alle
    > wieder mit einsteigen werdet.

    Bitte nicht so bescheiden, ich habe deine Berichte mit großer Spannung verfolgt und ohne Zwischenpause durchgelesen. Deine Schilderungen wirken faszienierend und abstoßend zugleich, Nordkorea wirkt völlig befremdlich und es ist für mich schwer vorstellbar, vollständig "isoliert" zu leben. Ich jedenfalls freue mich schon jetzt auf deine zukünftigen Reportagen. Daumen hoch!
    Nil schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Hoi,
    >
    > >>Vielen Dank an alle, die bis zum Schluss
    > durchgehalten haben.
    >
    > Anders geht's gar nicht, sehr interessant und gut
    > geschrieben, Dankeschön!
    > Ich freue mich schon auf den nächsten Teil.

    Da schließe ich mich an!
    Reiseberichte aus Nordkorea finde ich immer wieder bizzar-faszinierend...

    Wahnsinn!

    geschrieben von: Jan vdBk

    Datum: 13.05.10 19:53

    Danke für den Bericht. Man weiß nicht, ob man heulen oder lachen soll - das ist einfach alles unglaublich!
    Der trockene Humor bzw leichte Sarkasmus, der in Deinem Bericht immer wieder zum Vorschein kommt, passt ausgezeichnet zum Thema!
    Aber nochmal lassen die Dich sicher nicht rein, oder? ;-)

    Viele Grüße,
    Jan

    http://www.blockstelle.de/anderes/Banner35.jpg

    Super Berichte, weiter so! :-) (o.w.T)

    geschrieben von: Roni

    Datum: 13.05.10 20:22

    (Dieser Beitrag enthält keinen Text)
    lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de] - Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de]
    http://raildata.info/raildatabanner1.jpg

    Wahnsinn! auch von mir...

    geschrieben von: HLeo

    Datum: 13.05.10 20:29

    Den Rest bitte dort --> [www.drehscheibe-foren.de] weiterlesen.

    Nachtrag: Jan vdBk war schneller ;-)



    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:05:13:20:31:27.
    Hallo Florian,

    vielen Dank für den iteressanten Bericht! Bei deinem Bericht muss ich irgendwie daran denken, wie es heute in Deutschland wäre, wenn Deutschland den 2. Weltkrieg nicht verloren hätte. Ich frage mich auch, wie es in Nordkorea nach dem Tod des "Great Leader" überhaupt weitergehen soll?

    Gruß
    Florian

    Re: Wahnsinn!

    geschrieben von: Flo1979

    Datum: 13.05.10 21:24

    > Aber nochmal lassen die Dich sicher nicht rein,
    > oder? ;-)
    >

    Och, auch Sozialisten können manchmal vergesslich sein ;-) Aber ich habe auch nicht unbedingt vor, nochmals in dieses Land zu reisen, solange sich nichts dort nichts ändert. Die erste Reise ist ein einmaliges Erlebnis, auf der zweiten Reise würde man nur nochmals genau das Gleiche sehen.
    > Ich frage
    > mich auch, wie es in Nordkorea nach dem Tod des
    > "Great Leader" überhaupt weitergehen soll?
    >

    Bis jetzt "business as usual", schließlich ist der Great Leader" schon seit dem 8.7.1994 tot, auch wenn er offiziell noch Präsident des Landes ist. Auch nach dem Tod des "Dear Leader" würde es wahrscheinlich weitergehen wie bisher. Sein jüngster Sohn begleitet ihn ja neuerdings und auch in China kennt man den Sohn bereits ganz gut in der KP. Die letzten Monate gab es in der nordkoreanischen Führung ja ein bisschen Unruhe, nachdem eine Währungsreform wohl gescheitert ist. Die aus Sicht des "Lieben Führers" Verantwortlichen für das Scheitern wurden aber mittlerweile hingerichtet und es herrscht wieder Ruhe. Vielleicht wird sich das Land wirtschaftlich weiter etwas öffnen (im Dreiländereck mit China und Russland gibt es dazu ja gerade Aktivitäten), aber die Chinesen werden alles daran setzen, dass das bisherige Regime weiter so bestehen wird. Denn würde das Regime zusammenbrechen, dann würden Millionen von Flüchtlingen China überschwemmen und eine Wiedervereinigung unter der Führung des Süden wäre wahrscheinlich. Damit stünden amerikanische Soldaten an der chinesischen Grenze (denn auch in China gilt Südkorea=USA) und das war ja schon im Koreakrieg der Grund, warum die Chinesen massiv in den Krieg eingriffen und damals so dem "Großen Führer" den Hintern retteten.

    nach dem Tod des "Great Leader"

    geschrieben von: HLeo

    Datum: 13.05.10 21:39

    Den Schock hatte das Volk schon. Kim Il Sung ist schon lange tot. Wie das Volk auf den Tod seines Sohnes (?) Kim Jong Il reagieren wird, können wir uns sicher phantasievoll ausmalen.

    Nachtrag: Flo1979 war schneller ;-)



    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:05:13:21:40:18.

    Re: nach dem Tod des "Great Leader"

    geschrieben von: Möckern-Peter

    Datum: 08.02.12 14:11

    Politisch beantworte ich die Frage, was sich seit dem Regentenwechsel dort ändert, mit: Gar nichts.
    Andererseits sind ALLES innere Angelegenheiten eines Staates, somit auch dieses.
    Zudem habe ich die westliche Hetze über und bin da gern der "anti", der gerade darum dem Westen zeigt, dass er nicht alles so denkt, wie es der Western gerne hätte.
    Ich denke, die Grundordnung ist sicher frappierend, wie man es einst auch der UdSSR nachsagte, zumindest in den Großstädten (kein Fahrschein auf dem Fußboden, "verlierst" ihn, wirst angetippt... Nur dass dort viel abhandenkam, auch wenn Putin durchaus ein gutes Quantum Ordnung gewährt.

    Nordkorea wäre also ein Anreiz. Nur wäre die Zugfahrt quasi "endlos" und ich mag so wenig fliegen wie möglich. Grund ist v.a. das "Umfeld" der Fliegerei. Wenn man irgendwann so einsteigen kann wie ich hier in meine Straßenbahn 11, dann schon eher.

    Mir käme es in Nordkorea v.a. auf den Tatra-dominierten Wagenpark mehrerer Typen an, der sowohl neu wie auch gebraucht erworben wurde.
    U.a. gaben wir Anfang der 00er-Jahre auch etwa 100 Leipziger T/B4D dorthin, z.T. ex Möckernsche Wagen.
    Die verschweißten KT4K gibt es wohl nicht mehr, las man anderswo.
    Gut, an Züricher Standardzügen hängt vielleicht nicht so das Herz, "mitnehmen" täte ich sie schon...
    "star" für mich wären die KT8D5.
    Naja und ein Erinnerungsbild unserer 1864 (Nr. ist jetzt nicht nachgeschaut, ob der dorthin ist - es gab nur mal eine Zeitungsfotomontage vor dem Verkauf, wo die 1864 in ein Straßenfoto implantiert wurde) in neuer Umgebung wäre natürlich was. Auch wenn man sich über die dortige Nummerierung sicher erst kundig machen müsste. Sofern überhaupt erlangbar, denn Fahr- und Bf.-personale sind uninformierter als Betriebe, die sich gewiss in Schweigen hüllen, zudem dürfte sprachlich nix laufen.
    Auch die Historie der SU-Export-Gothas blieb ja mangels Informationen leider weitgehend im dunklen. Man weiß ja fast nur Städte, Stückzahlen und die Fabriknummern und z.T. zwar dortige Wagennummern, die aber konkreten Fahrzeugen quasi nicht zuordenbar sind.

    So interessant es auch gewiss ist, zweifle ich eher, dass es in diesem Leben wird. Perspektivisch will ich mich erstmal gen Russland begeben, so weit wie es per Zug Sinn macht. Mal KTM-5 angucken - der, der beweist, wie eine Straßenbahn auch unwestlich unverwüstlich auf Schienen fährt... :-)

    Wer mag, darf mich gern unter
    peter.soeffner_leipzig@yahoo.de
    antexten.

    Wenn überall nur noch T6, KT4Dt und KT8 fahren würden, wäre die Welt gewiss eintöniger. Schöner wäre sie trotzdem!




    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:02:08:14:12:19.