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Hallooo … Welt,

Nächster Teil, nächstes Land.

Es folgt der 8 Teil. Wir haben endlich (?) mal das Land gewechselt, als Mitbürger eines Staates welchen den Kosovo anerkennt hat darf ich das wohl sagen? Ansonsten politisch korrekt: wir haben die Region gewechselt.
Vom Kosovo ging es in die Gegend von Nis, an die Strecke nach Dimitrovgrad.
Es ist eine Strecke die wunderschön sein soll nachdem was wir gehört hatten, zudem zu 100% ausgelastet und noch nicht Elektrifiziert. Ein Paradies wenn man sich mal um die 661 der JZ kümmern will … dachten wir, und wir wurden nicht enttäuscht!

Bei diesem Teil haben wir ein Ortsnamenproblem, auf keiner Karte sind genaue Ortsnamen verzeichnet, weder auf unserer Strassenkarte noch auf Google oder sonst wo :/.

Trotzdem viel Spass beim lesen und gucken!
-------------------

Allgemeine Informationen zum Urlaub findet ihr im Prolog:
[www.drehscheibe-foren.de]

Die ganzen Berichte und (mehr) Bilder findet ihr bei [www.bahnbilder.ch] oder direkt auf meiner Seite [www.bahnpics.com] bzw. [bahnpics.com]

Und hier noch die Links zu dem Bericht im Forum:
Teil 1: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 2: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 3: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 4: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 5: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 6: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 7: [www.drehscheibe-foren.de]




Donnerstag 16.07.09 - Kosovo - Pirot

[maps.google.ch]

Srbja, wir kommen!
Die Fahrt raus aus dem Kosovo ging heute früh ja mit einem Tag „Verspätung“ los, aber dafür gemütlich. Für mich zumindest, nämlich schlafend auf der Rückbank ;) Schlafend weil die anderen schon um 7 los wollten, war mir recht und ziemlich egal, aber dann fahre ich nicht.
Wir lebten übrigens noch, die Nacht im Stundenhotel haben wir wiedererwarten schadlos überstanden. Und es war echt ohne @#$%& das allererste mal wo ich den Stuhl unter die Türklinke gestellt habe. Klingt zwar extrem Kindisch, aber alleine in einem Zimmer ist immer etwas anders als zu dritt, man gibt ein leichteres Opfer ab ;)
Die 30min bis zur Grenze vergingen natürlich schnell, da dann kamen wir ohne anstehen zu müssen an die Reihe, der Verkehr lief vor allem in die Gegenrichtung stockend.
Den Kosovo verliessen wir ohne Probleme, der Serbe war da schon etwas hartnäckiger, wir mussten den Kofferraum öffnen und wurden noch aus einem nicht ganz bekannten Grund angepöbelt, wir hätten irgendwo weiter vorne warten sollen. Aber schon klar, die Grenze ist eine Möglichkeit für die Serben die eher ungeliebten Kosovaren bzw. deren Besuch etwas an den Karren zu fahren ... würde ich vermutlich nicht anders machen.
Was uns noch interessiert, ob irgendwo vermerkt wird bei den Serben das wir im Kosovo waren? Im Pass natürlich nicht, die Kosovaren sind „schlau“ und es gibt kein Stempel sondern nur ein Einleger welcher behalten wurde. Aber es gibt doch sicher Computersysteme?
Wir waren dann aber durch und fuhren über die extrem schlechte Hauptstrasse auf gen Nis, der grössten Stadt im Südosten von Serbien.
Wir fanden gleich und ohne einen verfahren den Bahnhof, obwohl wir das eigentlich gar nicht primär wollten, aber wenn wir schon mal da sind. Der Parkplatz vor dem Gebäude war voll, so wollten wir uns WIE ANDERE AUCH hinter den Parkplätzen an die Strasse stellen. Dem Anwesenden Polizist gefiel dies aber gar nicht und schickte uns gleich wieder weg, njet Parking! So suchten wir uns etwas weiter weg was, der Platz war aber genau so wenig markiert ;)
Kursbuch gab es im Bahnhof aber leider keins, nur eine Kopie vom Internationalen Teil, dafür umsonst und besser als nichts ist das Ding auf jeden Fall.
Am Bahnhof sonst war nichts los, nur ein Wagen stand rum und einige Reisende schienen auf einen Zug zu warten ...
Mit kühlem Getränk im Gepäck ging es dann gleich weiter in Richtung Dimitrovgrad.
Die Strecke von Nis dahin ist im Europäischen Korridor X enthalten, aber noch nicht Elektrifiziert, was natürlich von der Traktion her interessant ist. Zudem führt die Strecke durch das Tal der Nisava, was motivlich ebenfalls interessant ist. Landschaftlich toll, Traktion toll, Verkehr soll auch toll sein, also viele gute Gründe an die Strecke zu fahren.
Vom ersten Teil der Strecke bis Bela palanka durch den ganz Engen teil des Tals welcher auch Landschaftlich spektakulär ist waren wir etwas enttäuscht. Fototechnisch geht gar nichts, das Gebüsch wächst immer bis direkt ans Lichtraumprofil, zudem ist die Strasse auf der anderen Talseite als die Bahn. Möglich das irgendwo etwas geht, das sahen wir aber nicht direkt.
Wir fuhren an Bela palanka vorbei und sahen da dann auch die ersten Stellen, je weiter wir dann Richtung Dimitrovgrad kamen desto besser wurde es. Vor Pirot holten wir dann per Zufall einen Güterzug auf der da häufig parallel laufenden Strasse ein.
Schnell war eine schöne Stelle gefunden und die erste Serben GM war im Kasten.

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Jz 661 138 mit einem Güterzug nach Dimitrovgrad (Bulgarien) vor Pirot.

Der Zug schlich dermassen das wir ihn nur 3km weiter hinten wieder eingeholt hatten. Stellen gab es da aber keine mehr, so dass wir erstmal Pirot ansteuerten.
Auf der Suche nach dem Bannhof da, zwecks Besichtigung und Kursbuchkauf bogen wir aber mehr als einmal falsch ab, so dass wir uns auf einmal auf der Ausfallstrasse rgt. Dimitrovgrad befanden. Aber ein BÜ war in Sicht auf der breiten und geraden Strasse im waldigen und buschigen garnichts. Vielleicht geht da was? Also los auf den BÜ, mehr auf diesen als auf den Tacho achtend fuhr ich dann da hin ... und es kommt wie es kommen muss! Hinter einem Baum sah ich auf einmal ein blauer stehen mit einem schwarzen Kasten am Auge. Zeit zum reagieren war da nicht mehr, den im nächsten Moment stand er raus und pfiff mich rein.
Da haben sie mich also erwischt, das erste mal in meiner Karriere. Mir war klar, dass ich zu schnell war, wie schnell wusste ich aber nicht, 70 vielleicht? Was ist erlaubt? 60, oder noch immer 50 weil Innerorts? Als der ärmste vor mir den Platz verliess kam ich dran. Passport, Fahrzeugausweis ect. ... Der Junge und freundliche Polizist sprach (leider) gut Englisch und konnte mir alles erklären. Ich war also etwas zu schnell ;) ... im 50er, Kostenpunkt 3000 Komischgeld, ähh, Serbische Dinar. Also etwa 40 CHF. UIUIUI ... im Busgeldkatalog der Schweiz dürfte die übertrettung aber sehrsehr Teuer werden ;)
Als wir da standen ging der BÜ 50m vor unserer Nase zu, Pascal schlich sich davon und lief mit der Kamera da hin ... und schoss den Güterzug nett an der BÜ Szene.

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Jz 661 138 mit dem Güterzug nochmals am hinteren Orts BÜ von Pirot. Während ich meine Busse bezahlen durfte konnte Pascal das Bild am BÜ direkt vor uns machen.

Etwas verärgert über mich selber fuhren wir nochmals durch die Stadt und fanden den Bahnhof am Stadtrand. Es ist erbärmlich, die Stadt ist nicht klein, der Bahnhof hat aber 4 Zugpaare und auch der Bahnhof ist nur noch ein Schatten seiner selbst ... das Gebäude ist verfallen und die Bahnanlagen in einem kaum befahrbaren Zustand, schade! Aber nicht erstaunlich, Politisch wird voll auf die Strasse gesetzt. Die Bahn wird vernachlässigt, die Fahrzeiten sind mit der Schnellstrasse überhaupt nicht konkurrenzfähig, über die Strasse dürfte auch der Bus kaum die hälfte der Zeit des Zuges benötigen. Die Strasse von Dimitrovgrad nach Nis ist eine Rennstrecke, sehr breit, für alle Orte gibt es Umfahrungen und unter 80km/h kommt man eigentlich nie.
So schlecht die Strasse für die Bahn eigentlich ist, so gut kann man sie nutzen um die langsamen Züge zu verfolgen, was wir uns dann für die folgenden Züge auch zu nutze machen wollten.
Um die ganze Strecke gesehen zu haben fuhren wir nach der Bahnhofsbesichtigung durch nach Dimitrovgrad, dem Grenzbahnhof zwischen Serbien und Bulgarien. Der Bahnhof liegt auf Serbischem Staatsgebiet und die Bulgaren fahren bis dahin, natürlich mit Strom, den die Bulgaren bis zum Grenzbahnhof gezogen haben.
Der Bahnhof selber ist eine grosse Baustelle zur Zeit, Fotografieren liessen wir also bleiben, wir konzentrierten uns da lieber auf den ankommenden Schnellzug aus Istanbul nach Belgrad. Das Licht auf dem grossteil der Strecke (nach Westen) ging gerade so, auch wenn 2h später besser gepasst hätte. Um das erste mal in unserem Leben eine Bulgarische Lok zu sehen fuhren wir der Strecke nach Osten mal weiter nach bis kurz vor die Grenze .. es ging ein wenig was und wir verteilten uns auf drei Positionen zwischen Grenze und Bahnhof.
Wir erwarteten den Zug also unter dem Draht und waren auf Bespannung und Komposition gespannt. Die drei durchfahrenen Länder versprechen ja einen bunten Zug. Wir teilten uns und warteten ... und pünktlich rollte die gelb/blaue ASEA Lok an ... mit zwei lausigen Wagen. Einem Bulgarischen Liegewagen und einen Serbienschen Sitzwagen. Wie, wo .. Istanbul?

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BDZ 46 219.2 mit B 490 aus Sofia / Istanbul an der Grenze, kurz vor und in Dimitrovgrad. Der Zug besteht aus nur zwei Wagen, der oder die aus Istanbul dürfte wohl fehlen. Die Strecke ist bis nach Serbien hinein von den BDZ Elektrifiziert.

Trotzdem verfolgten wir den Zug auch mit der Serbienschen Bespannung. Es gelangen Fotos hinter Dimitrovgrad, vor Pirot, hinter Pirot und zuletzt bei Bela palanka auf der Strassenbrücke der Umfahrung.

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JZ 661 138 mit B 490 aus Sofia / Istanbul mit der Serbischen Lok kurz hinter Dimitrovgrad.

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JZ 661 138 mit B 490 aus Sofia / Istanbul zwischen Dimitrovgrad und Pirot

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JZ 661 138 mit B 490 aus Sofia / Istanbul kurz vor Pirot, Fotografiert von der Brücke der neuen Strassenumfahrung.

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JZ 661 138 mit B 490 aus Sofia / Istanbul kurz hinter Pirot, das Tal wird in diesem Abschnitt Enger und die Reisegeschwindigkeit der Bahn nimmt extrem ab.

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JZ 661 138 mit B 490 aus Sofia / Istanbul hinter dem Ort Bela palanka, das letzte Foto vom Zug. Der Endbahnhof des Zuges ist Belgrad.

Dem Zug hatten wir im letzten Abschnitt fast 20min abgenommen, und so waren wir früh genug um nebst dem Zug nach Belgrad auch dessen Gegenzug nach Bulgarien und in die Türkei zu erwischen. Die beiden Züge kreuzen per Zufall in Bela palanka.
Aber anstatt der Zug aus Nis kam auf der Brücke 3min zu früh (!!) der Zug nach Nis, aber wir standen zum Glück für beide Richtungen gut. Verspätung? Nichts besonderes wohl ... und mit 30min Verspätung rollte der Gegenzug aus Nis heran. Ebenfalls zwei Wagen lang und mit einer 661 bespannt.
Diesen Zug wollten wir eigentlich nicht verfolgen, aber bei Pirot hatten wir ihn wieder und stellten uns deshalb natürlich noch mal.

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JZ 661 155 mit dem Gegenzug, B 491 von Belgrad nach Sofia / Istanbul kurz vor Bela palanka.

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JZ 661 155 mit dem Gegenzug, B 491 von Belgrad nach Sofia / Istanbul hinter Pirot wieder von der Brücke der Umfahrungsstrasse.

Dann sah der Plan vor bei Dimitrovgrad an die Strecke zu stehen und den ersten Güterzug zu packen und zu verfolgen bis nach Bela palanka. Den nebst der Lok vom P-Zug waren auch noch zwei Loks von Güterzügen an der Grenze, was uns erfreulich stimmte.

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Ein letztes mal JZ 661 155 mit B 491 kurz vor Dimitrovgrad. In dieser Station haben wir in den folgenden 2h während einem starken Sommergewitter Schutz gesucht.

Anstatt einem Zug kam aber eine riesige Gewitterfront, von uns ersehnt. Es war in der Sonne bis zu dem Zeitpunkt eeeextrem schwül, warm wie Sau und die Luftfeuchtigkeit wohl gegen 100%, Tropenklima. Regen kommt da genau richtig. Einzig unser Chevy war nicht froh über den Regen, denn wir wollen eigentlich nicht, dass er gewaschen wird ;)
Der Regen ging dann los ... und es dauerte und dauerte und dauerte ... und es wurde wieder stärker und wieder schwächer und wieder stärker, und nach über 2h war es dann wirklich langsam fertig.
Wir warteten erst im Wagen und dann geschützt in einem alten Bahnhof, zusammen mit uns standen da auch zwei Tessiner im trockenen, welche mit dem Fahrrad über CZ und Ungarn nach Istanbul fahren wollen. Warum auch nicht! ;)
Der Regen war noch nicht ganz vorbei kam die Sonne raus, und wie bestellt kam dann nach langer Zeit auch endlich mal noch ein Zug in unsere Richtung, im vollen Licht.

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Nach dem Regen kommt die Sonne, und 661 155 mit einem Güterzug nach Westen kurz hinter Dimitrovgrad.

So war klar, hinterher, bei Pirot gelang ein weiteres Bild und nur um es probiert zu haben fuhren wir noch nach Bela. Leider mit mässigem Erfolg. Am Bahnhof wo wir in der Früh den Güterzug erwischten standen wir wieder bei der Brücke, an Sonne war aber nicht zu denken. Dank dem Formsignal konnten wir uns aber auch für ein Schlechtwetterbild begeistern.
Weiter fuhren wir noch bis nach Bela palanka zur ersten Brücke der Umfahrung. Es kam da dann voll die Sonne raus, aber der Zug lies sich über 30min Zeit, was wiederum dem Gewitter genug Zeit gab um wieder vor die Sonne zu kommen.

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661 155 mit dem Kistenzug aus Bulgarien kurz vor Pirot.

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Und ein letztes mal 661 155 mit dem Güterzug an der Einfahrt von [] zwischen Pirot und Bela palanka. Wie man sieht gibt es an der Strecke teilweise noch Formsignale die auch in Betrieb sind.

Nächstes Problem, Übernachtung.
Nach Nis wollten wir nicht, da wir morgen noch mal an der Strecke was machen möchten .... also bot sich Pirot an, in Bela vermuteten wir kein Hotel und sahen auch nie eine Werbung.
So fuhren wir mal da hin und suchten uns ein Hotel, was wir fanden war das Hotel Pirot am Hauptplatz. Von aussen machte der Bau aber einen sehr baufälligen Eindruck, etwas heruntergekommen. Erinnert mich an das Hotel Ormoz. Wir mochten also nicht da rein, und suchten weiter. Erfolglos, also doch da rein ...
Und es war drinnen so wie von draussen erwartet, das Hotel war vor 30 vielleicht mal gut, aber jetzt? .. nicht mehr. Beim Blick ins Klo störten wir so den auch gleich unsere Mitbewohner beim freudigenn nichtstun, einige Kakerlaken, Silberfische und Ameisen ...
Das Zimmer mit drei Betten ist klein, stickig, und mit fast 7000 Komischgeld Dinar nicht mal besonders günstig. Die Duschwanne leckt übrigens auch :(
Und dabei wollten wir solche Unterkünfte vermeiden, gelingt wohl auf dem Land nur bedingt, oder wir hätten weitersuchen müssen.Egal, ist ja nur für eine Nacht.
Um noch etwas in den Magen zu bekommen liefen wir in die dafür gleich vor dem Hotel liegende Innenstadt, zogen etwas Geld am Automaten und suchten uns ein nettes Lokal.
Ich konnte Daivd „meine“ Busse zurück zahlen (bei uns gilt, wer fährt bezahlt) und mein Abendessen gleich mit. Chevabcicifür 50 und Pommes für 40 Komischgeld Dinar gab es, dazu leckeres Bier .. und zum Abschluss noch zwei Kugel eis für 10 Dinar. 10 Dinar ... das sind 15 Rappen oder 10 Euro Cent! GÜÜÜÜÜNSTIG!!!
Im Hotel geniessen wir jetzt die Musik von der Bar unten und schwitzen uns zu Tode ... aber müde bin ich!
Der erste Tag Serbien war also gar nicht schlecht, die Strecke besser als zuerst gedacht, der Verkehr auch nicht leid. Aber um zu räumen brauch man ja nicht viele Züge ;).

Text von mir, Bilder von allen drein.

Mehr Bilder klein: [bahnpics.com]
und in grosser Auflösung: [bahnpics.com]




Freitag 17.07.09 - Pirot - Nis

Als wir heute Morgen aufwachten und den Blick gen Himmel wagten, mussten wir feststellen, dass er bedeckt war. Es war Hochneblig Bewölkt, nicht unbedingt Wolkig. Aber bei der Luftfechtigkeit von gestern auch wenig verwunderlich eigentlich. Wir schliefen deshalb etwas länger und erschienen erst gegen neun Uhr zum Morgenessen.
Auch wenn das Hotel hier in einem schrecklichen Zustand ist, so konnte man wenigstens die Betten gebrauchen. Beim Morgenessen fiel uns dann auf, dass der Hochnebel sich gerade am Auflösen war. Das Essen sonst war so wie das Hotel, merkwürdig und den zweiten O-Saft welchen wir unaufgefordert erhalten haben wurde uns sogar noch extra verrechnet.
Als wir dann nach dem Morgenessen raus an die Strecke sind war das Wetter bereits wieder gut. Wir fuhren runter nach Bela Palanka und parallel fuhr uns ein Optima Express vor der Nase durch, eine Verfolgung liessen wir dann aber Zähneknirschen bleiben wegen dem suboptimalen Lichtstand für Westfahrer am frühen morgen.Dann warteten wir auf der ersten Brücke auf unser Taxi nach Osten, einen Güterzug den wir dann hoch verfolgen wollten. Es bedurfte einiger Wartezeit bis der Zug kam. Das Warten war dabei nicht besonders angenehm, da es sehr heiss und drückend war. Schliesslich kam dann aber doch noch eine 661 mit einer Ladung Sand oder sowas angeschlichen.

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661 157 mit einem Güterzug nach Osten kurz vor Bela palanka. Ob sich der Empfänger wundern wird das nicht soviel Ladung ankommt wie in die Wagen verladen wurden? Das feinkörnige Ladegut streut überall ein bisschen raus, an der Stelle beim ersten Wagen sehr gut zu sehen.

Wir verfolgten den Zug hoch an den geplanten Stellen und stellten fest, dass er hinter Pirot wohl in die Kreuzung ging, denn nun war es Zeit für den Personenzug. Der IC hatte heute sogar drei Wagen, der Türke war aber wieder nicht dran. Als dann der Güter wieder aus der Kreuzung schlich, war die Sonne bereits weg.

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661 157 mit dem Zug am ersten Ausweichbahnhof hinter Bela palanka in Richtung Pirot. Auch hier sind Formsignale installiert. Das erreichten dieser Fotostelle war ziemlich mühsam ... kann man sich bei dem Ausblick ja denken ;)

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661 157 weiter unterwegs kurz vor Pirot an einem Ort der auch schon bessere Zeiten erlebt hat.

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661 157 weiter unterwegs kurz vor Pirot an einem Ort der auch schon bessere Zeiten erlebt hat.

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661 157 someware vor Pirot, die Streckengeschwindigkeit an der Stelle ist bei den Güterzügen ein wenig ... langsam.

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661 157 hat Pirot passiert und rollt fix der Grenze entgegen. Der erste Wagen verliert noch immer Ladung ;)

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Eine sehr frisch wirkende 661 mit unbekannter Nummer und B 490 von Sofia / Istanbul nach Belgrad zwischen Dimitrovgrad und Pirot, an diesem Tag sogar mit drei Wagen. Wobei der Wagen von Istanbul wohl wieder nicht dabei ist ...

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Aufgrund der Kreuzung mit B490 musste 661 157 mit dem Güterzug vor Dimitrovgrad nochmal raus, hier rollt er im letzten Licht zur Grenze.

Schon kurz nach Mittag hatten die riesigen Gewittertürme zugezogen und es deutete alles auf Regen hin und es war extrem Schwül. Jede Bewegung war extrem unangenehm und extrem anstrengend. Wie wir so auf der Brücke standen und kein Lüftchen ging waren wir kurz vor dem Aufgeben.
Wir entschieden uns wegen dem Wetter deshalb runter nach Nis zu fahren. Auf der Fahrt war bei einem Bahnhof die Einfahrt gezogen, also sind wir mal da hin gestanden. Die stelle kannten wir natürlich schon ;) Wetter sah gar nicht schlecht aus, hätte klappen können.
Wir warteten rund zwei Stunden, es kam aber nur ein Güter von hinten in der Dunkelheit. Dann kam aber plötzlich Leben in die Bude. So wurde die Weiche an der Einfahrt auf Ablenkung gestellt, dies deutete auf eine Kreuzung des P-Zuges mit einem Güterzug hin. Ein Blick zum Himmel verriet uns, dass die Sonne wohl auch gleich kommen würde, also fix gestanden. Kaum an der Stelle, kam auch schon der Zug und er blieb am E-Sig stehen. leider um Sekunden zu früh setzte er sich wieder in Bewegung, wenig später war die Stelle voll im Licht.

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661 157 mit einem Kistenzug zwischen Pirot und Bela palanka am Einfahrsignal von dem mittleren Ausweichbahnhof []. Die Lok hat auf dieser Seite mal etwas abgekriegt und eine recht grosse Delle.

Wir sind dann dem Güterzug noch nachgefahren und haben noch zwei Sonnenbilder gemacht. Einmal vor und einmal hinter Bela palanka auf der Brücke – somit hatten wir diese Richtung auch abgehackt fürs erste ;).

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661 157 mit einem Kistenzug zwischen Pirot und Bela palanka kurz vor Bela palanka.

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661 157 noch ein letztes mal, der Schwanz des Zuges hat gerade den Bahnhof von Bela palanka verlassen.

Dann sind wir nach Bela Palanka zum Bahnhof gefahren und haben dort auf einen Regio gewartet. Dieser kam jedoch irgendwie nicht, so sind wir nach rund einer Stunde am Bahnhof von Bela Palanka wieder abgerauscht. Da aber auch keine Leute auf den Zug gewartet haben welcher von Nis da wenden sollte nehmen wir mal an, es ist bekannt das er nicht fährt ;)
Es folgte nun die Hotelsuche in Nis. Versuch 1: Ein Drei-Sterne-Hotel an der Nisava. Als wir die Lobby betraten stieg gerade die koreanische Volley Nationalmannschaft in den Bus. Wir fragten nach dem Preis und fanden ihn mit rund 14'000 Dinar etwas hoch.
Versuch 2: Vier-Sterne-Hotel am Fluss. Die hatten keine Zimmer für uns, sagten sie zumindest.
Versuch 3: Drei-Sterne-Hotel im Zentrum mit dem Namen: Hotel Nis (was schon mal ein schlechtes Zeichen ist). Der gleiche Siffbunker wie gestern *uahhhh* nein bitte nicht! Weitere Hotels bis jetzt gesehen? Fehlanzeige!
Wir irrten noch eine Weile durch die Stadt und fanden per Zufall den Lernfahrpark. Dort können Fahrschüler einen Parcour abfahren. An alles haben die dort gedacht, Ampeln, Zebrastreifen, Kreisel, ja sogar Schlaglöcher findet man dort ;) So etwas gibt’s bei uns nicht und wir hätten nicht gedacht das die Serben das Autofahren Seriös erlernen, deshalb sind wir etwas überrascht.
Als wir dann genug vom Rumirren hatten und wir fast auf das 14'000 Dinar Angebot eingehen wollten fand David plötzlich ein Hotelschild, wir schauten uns dass an und fanden ein sehr preiswertes Hotel vor, es nennt sich Hotel Konstantin. Für 4'500 kriegten wir zwei Zimmer, mit Klimaanlage, geräumig, Frühstück, Sat-TV, W-Lan ect. Werde ich jemals wieder in Nis absteigen, ich weiss mit Sicherheit wo!
Nachdem wir eingecheckt hatten, gingen wir dann noch schnell in die Stadt zum Essen. Es war dies übrigens die erste Stadt mit dem berühmten goldenen M und wir konnten der Versuchung nicht widerstehen. Die Preise sind aber fürstlich, obere Mittelklasse würde ich mal schätzen.
Als wir zum Auto zurückkehrten mussten wir lernen, dass wir Schilder mit Parkgebühr Aufschrift doch nicht ignorieren sollten ;). Per SMS muss man ein Ticket lösen. Man stelle sich das mal vor Parkticket per SMS, klingt recht fortschrittlich, doch was machst du als Touri? Wir wussten ja nicht mal die Landesvorwahl! Geschweige den verstanden wir was wir hätten eingeben sollen, nebst dem Kennzeichen.
So haben wir dann halt eine Parkbusse Kassiert, mit dem Gegenwert von 15.- CHF! Hihi, die zweite Busse innert zwei Tagen, super Serbien. Wir sind ja mal gespannt ob wir die irgendwie mal noch bezahlen müssen.

http://bahnbilder.ch/pictures/medium/4510-Bahngesellschaft%20unbekannt%20(Bahngesellschaft%20unbekannt)%20Fahrzeug%20unbekannt,%20Ni%C5%A1.jpg

Wir steckten das Ding ein und fuhren dann zurück ins Hotel, dass ist wirklich gemütlich hier. So gemütlich, dass wir uns entschlossen haben nochmals einen Tag in Nis zu verbringen. Morgen wollen wir deshalb die Strecke nach Zajecar und Belgrad unsicher machen anstatt bereits wieder zu verschwinden.

Text: Pascal, Bilder: Nil und David

Bilder klein: [bahnpics.com]
Bilder gross: [bahnpics.com]




Serbische 661, nette Loks ... doch schon bald wird die Zeit der Loks auf der Strecke vorbei sein. Die Elektrifizierung wird nicht nur angestrebt sondern ist wohl beschlossene Sache und schon im Bau? Und dann ist auch die eine der letzten Lücken zwischen Istanbul und Westeuropa geschlossen.


En Gruess
Nil


Edith hat die Ortsnamen angepasst, die waren Systematisch nicht ganz Korrekt.

Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:10:08:00:33:29.
Nil schrieb:
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> Vom Kosovo ging es in die Gegend von Nis, an die
> Strecke nach Dimitovgrad.
> Es ist eine Strecke die wunderschön sein soll
> nachdem was wir gehört hatten, zudem zu 100%
> ausgelastet und noch nicht Elektrifiziert. Ein
> Paradies wenn man sich mal um die 661 der JZ
> kümmern will … dachten wir, und wir wurden nicht
> enttäuscht!


Schöne Bilder. Aber: Vom landschaftlich interessantesten Teil (die Fahrt durch die enge Schlucht) habt ihr keine Bilder gemacht? Hatte bei einer Mitfahrt Ende September nicht den Eindruck, dass die Strecke voll ausgelastet ist. Streckenzustand stellenweise unter aller Kanone. Durchgehende Personenwagen von/nach Istanbul gibt es schon länger nicht mehr. Die Länge des Tageszuges aus Sofia ist offenbar sehr variabel, als ich mitfuhr, waren es sogar vier Wagen.
Guten Tag,


ja besten Dank für diesen Reisebericht !

Vor allem für die Fotos entlang der Bahnstrecke, wo der Balkan Express mit drauf war.
B 490/491 - sei es mit 2 oder 3 Wagen - da stellt sich mal einer die Frage, wie es möglich
sein kann, manchmal so eine irre Verspätung hinzulegen ! Und dieser Zug hat ja fast eine
Stunde Aufenthalt in Nis, und an der Grenze müssen ja auch die Zöllner bei 2-3 Wagen nicht
so überfordert sein, wenn dieser Zug so kurz ist und der Istanbuler Wagen fehlt ...

Auf [www.bdz.bg] kann man jetzt auf dem Sofioter Hbf nachlesen, wie die Züge im Laufe
des Tages unterwegs sind. D 490/491 aus Istanbul immer mit Verspätung (das beste waren +30'), aus Belgrad (das beste waren +30').

Der Nachtzug aus Belgrad ist auch immer verspätet unterwegs.
Bin gespannt, wie es mit diesen 2 Verbindungen von Bulgarien nach Serbien im Jahr 2010 aussehen
wird ...


Grüße
D461
Landschaftlich Interessant heisst leider nicht immer fotogen! Folgende Punkte machen eine Umsetzung in der Schlucht beinahe unmöglich. Leider gibt es in der Schlucht selbst eine grosse Verbuschung und/oder die Strasse und die Strecke sind nicht auf der gleichen Talseite, wir haben deshalb in der Schlucht drin keine Motive gefunden, die uns zufrieden gestellt hätten.

@Verspätung Nichts gegen Südländer, aber hier dringt ihre Mentalität halt ein bisschen durch! Im Berndeutschen gibts das geflügelte Wort "Nume nid gsprängt" (Nur nicht zu stressen), das umschreibt deren Lebensmotto wohl sehr genau. Wir haben in Horgos beobachtet, wie einen Schienenbus mit 30 min (!) Grenzaufenthalt fünf Minuten zu spät abfuhr, nachdem er pünktlich angekommen war. Auf den IC-Strecke ist dies wohl ähnlich und irgendwann summieren sich die Verspätungen auf, so dass der Fahrplan eigentlich nur Makulatur ist.

http://bahnbilder.ch/graphics/banner.png

Supi, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 05.10.09 18:07

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
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Hallo miteinander,
der Reiseberich ist wirklich sehr interessant und mit schönen Bildern garniert.
Beim BDZ-Wagen in den Schnellzügen handelt es sich um den Schlafwagen Sofia - Wien bzw. umgekehrt. Nachdem in Nis keine Schienenbusse mehr stationiert sind, gibt es zwischen Nis und DimitRovgrad keinen Regionalverkehr.
Nichts für ungut - ich möchte mich nicht als Moralapostel aufspielen, aber ich finde, dass ihr über Serbien doch sehr herablassend berichtet. Wieso sollte beispielsweise der serbische Dinar "Komischgeld" sein und wieso sollte es nicht vorstellbar sein, dass in Serbien seriös Autofahren gelernt wird?
Die Zustände auf der Strecke Nis - DimitRovgrad sind sicherlich nicht die besten, ich kenne die Verspäterei von zahlreichen Bulgarienreisen aus eigener Erfahrung. Das Land hat allerdings auch große wirtschaftliche Probleme zu bewältigen. Gerade auf der Transitstrecke nach Bulgarien/Türkei will man offensichtlich erst im Rahmen der zu erwartenden Elektrifizierung eine generelle Streckenrenovierung durchführen.
Beste Grüße
Markus



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:10:05:18:20:02.
Hallo,

>>der Reiseberich ist wirklich sehr interessant und mit schönen Bildern garniert.

Danke.

>>Nachdem in Nis keine Schienenbusse mehr stationiert sind, gibt es zwischen Nis und DimitRovgrad keinen Regionalverkehr.

Auch spannend, da steht und fällt der Regionalverkehr mit den Fahrzeugen.

>>Nichts für ungut - ich möchte mich nicht als Moralapostel aufspielen, aber ich finde, dass ihr über Serbien doch sehr herablassend berichtet. Wieso sollte beispielsweise der serbische Dinar "Komischgeld" sein und wieso sollte es nicht vorstellbar sein, dass in Serbien seriös Autofahren gelernt wird?

Komischgeld ... liegt vor allem am Wert des Geldes, der ja eher Bescheiden ist. Koimschgeld ist bei mir aber meist der Platzhalter für die Währung. Da wir auch diesen Urlaub mit X Währungen jonglieren durften kommt dieser Begriff eigentlich für jede Währung mal vor, da es einfacher zu sagen und zu schreiben ist als Serbische Dinar, Bosische Mark ect. ;)
Das mit dem Autofahren, woher ist es nicht vorstellbar ... ganz einfach, aufgrund der eigenen Erfahrung vor Ort. Ist natürlich sehr Pauschalisiert, aber im Vergleich zu den Zuständen auf unseren Strassen gehts da schon etwas Ruppiger zu und her. Ich kann nur nochmal wiederholen, da die Berichte jeweils am Tag oder wenige Tage später geschrieben wurden sind teilweise die Kommentare sehr "aktuell", wenn wir also an dem Abend etwas Mühe mit dem Verkehr hatten dann wird es so niedergeschrieben - vielleicht auch Pauschalisiert. Da bitte ich einfach den Bericht nicht immer beim Wort zu nehmen.

En Gruess
Nil

Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
MP schrieb:
-------------------------------------------------------
> Die Länge des
> Tageszuges aus Sofia ist offenbar sehr variabel,
> als ich mitfuhr, waren es sogar vier Wagen.

Dann ist er sogar halbwegs komplett. Sieht man vom Schlafwagen Istanbul - Belgrad, den seit Fahrplanwechsel nie jemand gesehen hat, und vom Liegewagen Burgas - Belgrad, der sowieso nur ein Phantom auf vagonweb.cz ist, ab, ist alles da: drei Sitzwagen und der Schlafwagen nach Wien.
Nil schrieb:
-------------------------------------------------------
> Die
> beiden Züge kreuzen per Zufall in Bela Planka.

Eigentlich ist die Kreuzung in Bela Palanka planmäßig, aber der Zug von Belgrad ist so gut wie immer verspätet.
Guten Abend,

ja ich muß Markus schon recht geben.

Am Balkan sieht die Welt etwas anderes aus, und in jedem Land des
Balkans gibt es Unterschiede. Sei es politisch, wirtschaftlich und
eisenbahntechnisch.

Wir können froh sein, daß bis Dimitrovgrad SRB schon Strom gibt und
die Kontrollen bis dorthin ja im fahrenden Zug stattfinden. Dimitrovgrad
SRB ist ja der neue Kontrollpunkt und das alte Übel Kalotina Zapad ist Geschichte.
Dies sind nur ein paar kleine Fortschritte.

Früher war vieles anders, da gab es keinen Krieg in Ex-YU, der Ostblock war da,
die Züge schauten noch besser aus als jetzt und die Leute hatten ja weniger Autos und Geld.

In meinem früheren Kommentar zu diesem Bereicht vergaß ich zu fragen:
Fährt jetzt regelmäßig eine modernisierte BDZ 46er made by Electroputere Craiova Romania mit diesen
Beograd-Zügen bis Dimitrovgrad SRB ? Falls ja, das wäre toll, denn die hat ja eh´ mehr
Pferde darin laufen als die alten Skodas und hat auch mehr Speed drauf.

Weiters frage ich, wie teuer ein Ticket von Beograd nach Sofia ist bzw. von Nis aus - sei es
in Lewa oder Dinar. MAV-Start hat ein Sofia-Ticket zu 77 Euro H+R und das Beograd Spezial zu 26 Euro H+R.

Aufgrund dieses Fotoberichtes habe ich jetzt auch Lust bekommen, diesen "Minizug" wieder zu benützen.


D461
Guten Abend railjet,

heute nach einem Besuch der BDZ-Homepage war zu erfahren, daß D 491
aus Beograd heute statt um 17.40 Uhr um 18.00 Uhr eingetroffen ist.
Sozusagen diese 20 Minuten sind das beste Ergebnis seit es diese online
Übersicht vom Sofioter Hbf gibt.

D461

Klasse Bericht, TOP Bilder :-) (o.w.T)

geschrieben von: Karl Arne Richter

Datum: 05.10.09 23:09

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
http://www.bahn-adressbuch.de/temp/link99.gif http://www.bahn-adressbuch.de/temp/link2.gif http://www.bahn-adressbuch.de/temp/link8.gif http://www.bahn-adressbuch.de/temp/link6.gif
Hallo D461 und alle anderen,
letztes Jahr bezahlte ich für Sofia - Nis mit Railplus umgerechnet EUR 6,30.
Mein perönlicher Ankunftsrekord in Sofia mit dem Balkan-Express war übrigens heuer im März mit lediglich + 8 Minuten!
Beste Grüße
Markus
Markus Rabanser schrieb:
-------------------------------------------------------
> > Nichts für ungut - ich möchte mich nicht als
> Moralapostel aufspielen, aber ich finde, dass ihr
> über Serbien doch sehr herablassend berichtet.
> Wieso sollte beispielsweise der serbische Dinar
> "Komischgeld" sein und wieso sollte es nicht
> vorstellbar sein, dass in Serbien seriös
> Autofahren gelernt wird?
> Die Zustände auf der Strecke Nis - DimitRovgrad
> sind sicherlich nicht die besten, ich kenne die
> Verspäterei von zahlreichen Bulgarienreisen aus
> eigener Erfahrung. Das Land hat allerdings auch
> große wirtschaftliche Probleme zu bewältigen.
> Gerade auf der Transitstrecke nach
> Bulgarien/Türkei will man offensichtlich erst im
> Rahmen der zu erwartenden Elektrifizierung eine
> generelle Streckenrenovierung durchführen.
> Beste Grüße
> Markus



Der Bericht und die Bilder sind wie auch schon alle vorhergegangenen Teile wieder absolute Spitze !

Ich schliesse mich aber auch der Meinung von Markus an, daß ihr hinsichtlich Serbien etwas herablassend berichtet. Jeder kann da seine Meinung haben, und die wird auch akzeptiert. Aber das mit dem Komischgeld ist mir gleich aufgefallen. Das ist eine Währung wie viele andere , auch die italienischen Lire hatten damals hohe Nennwerte, und viel war nicht dahinter.

In Serbien gibt es in jedem fall einen Standard, den es in sehr vielen Ländern der Welt nicht gibt. Vieles was es hier gibt, ist doch dort zu bekommen, und so ganz neben der welt ist Serbien auch nicht.

Man sollte nicht vergssen, daß Serbien immer noch massiv unter der Kriegszeit leidet, und das Serbien so gut wie pleite ist, die Finanzkrise hat die Situation noch verschärft. Aber man versucht dort das Beste aus den bescheidenen Möglichkeiten zu machen. Um die dortige Bahn zu sanieren, sind Milliardeninvestitionen erforderlich. Es gibt da wohl Kredite, aber das reicht alles nicht aus. man würde dort sicherlich sehr gerne den westlichen Standard schaffen, wenn man nur könnte. kaum jemand dürfte mit der Situation zufrieden sein, aber wenn kein Geld da ist, dann geht es halt nicht. Und da weiter Unsicherheit über die Zukunft des landes herrscht, z.B. hinsichtlich EU, halten sich ausländische Investoren zunächst zurück, und das lähmt alles weiter, und verzögert alles bis in nicht absehbare Zeit.

So, nun genug der Worte, ich warte schon gespannt auf die Fortsetzung.

Gruß
rolwie



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:10:06:01:26:39.
D461 schrieb:
-------------------------------------------------------
> heute nach einem Besuch der BDZ-Homepage war zu
> erfahren, daß D 491
> aus Beograd heute statt um 17.40 Uhr um 18.00 Uhr
> eingetroffen ist.
> Sozusagen diese 20 Minuten sind das beste Ergebnis
> seit es diese online
> Übersicht vom Sofioter Hbf gibt.

Wow! Das ist fast unglaublich. Die ZS hat wohl ein paar Langsamfahrstellen saniert.
Für Nil ist alles Komischgeld, was nicht Franken oder Euro ist. Das hat er bestimmt nicht despektierlich gemeint. Das mit den Autos hat er im Nachhinein etwas überspitzt, da war er sich wohl nicht mehr bewusst, dass sie im Kosovo viel schlimmer gefahren sind als in Serbien ;)

http://bahnbilder.ch/graphics/banner.png
Hallo!

Also als ich im November 2008 damit fuhr, hatten wir bis Dimitrovgrad (SRB) immer nur höchstens 30 Minuten Verspätung (das waren die Langsamfahrstellen nach Beograd, danach ging es eh recht zügig bis Nis). Die BDZ hat es dann geschafft aus Nichtgründen (Kreuzungen mit Regional- und Güterzügen, etc.) daraus auf dem kurzen Stück bis Sofia 2 Std. zu machen!
Ebenso auf der Weiterfahrt nach Istanbul, alle Verspätung kam in Bulgarien, dem einzigen EU-Land der Fahrt von Belgrad, zustande...

Wir fuhren übrigens mit keiner modernisierten Lok nach Sofia.

lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
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klasse Bilder!

> Schöne Bilder. Aber: Vom landschaftlich
> interessantesten Teil (die Fahrt durch die enge
> Schlucht) habt ihr keine Bilder gemacht?

ich hätte, wenn denn Interesse daran besteht, ein paar aus-dem-Fenster-Bilder zu bieten.

> Die Länge des
> Tageszuges aus Sofia ist offenbar sehr variabel,
> als ich mitfuhr, waren es sogar vier Wagen.

Im Sommer 2006 hatte er noch 6 Wagen, ich glaube der Kurswagen aus Varna war damals sogar Realität & es gab noch einen BDZ-Kurswagen Sofia-Wien. An dieser Stelle: einen Gruß an Helmut!

Grüße, octo
Roni schrieb:
-------------------------------------------------------
> Ebenso auf der Weiterfahrt nach Istanbul, alle
> Verspätung kam in Bulgarien, dem einzigen EU-Land
> der Fahrt von Belgrad, zustande...

Bei mir im Februar waren auch die Bulgaren am Löwenanteil der Verspätung schuld. Bulgarien hat aber bis in den Juli die Strecke von Sofia Richtung Osten renoviert, während es in Serbien schlechter wurde.

Ortsnamen: Kartenlink

geschrieben von: Sören Heise

Datum: 08.10.09 15:07

Hej Nil!

Du beklagst Dich bitter über die fehlenden Ortsnamen. Da taucht bei mir die Frage auf, ob es in Serbien keine Ortstafeln gibt.

Eine kleine Hilfe könnte diese Seite sein: [www.drehscheibe-foren.de]

Dort stieß ich unter anderem auf diese Seite: [lazarus.elte.hu]. Dort gibt es alte österreich-ungarische Karten 1:200.000 aus den Jahren um 1910. (Die dicken Linien umfassen ein Kartenblatt.)

Als Beispiel mal die Karte von Niš ostwärts, sie reicht bis Caribrod: [lazarus.elte.hu]

Du merkst: Ortsnamen gibt es im Internet, aber sie sind nicht mehr unbedingt aktuell...

Viele Grüße, Sören

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Statt der Signatur: Noch ist Italien nicht verloren: [www.nzz.ch] und [www.nzz.ch]!
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