Hallo zusammen,
als meine Oma mir im jugendlichen Alter einen Reader´s Digest Weltatlas geschenkt hatte, habe ich schon damals eine Faszination für diese merkwürdige Strecke entwickelt, die immer an der türkisch-syrischen Grenze verläuft. Nun, später wurde mir klar, dass es sich dabei um einen Teil der legendären Bagdad-Bahn handelt, die seit der Zerschlagung des Osmanischen Reiches eben auch die Südostgrenze der Türkei markiert. Eine Korrektur wurde später vorgenommen, um wirklich autark nach Nusaybin an der syrischen Grenze zu gelangen, indem eine Neubaustrecke von Karkamis nach Gaziantep gebaut wurde, um nicht wegen des Abschnitts über Muslimiya und Aleppo abhängig von Syrien zu sein.
Da sich die Türkei hier noch immer besonders einigelt, ist es nicht ganz leicht hier ungestört zu fotografieren, bzw. ist dies strikt verboten. Besonders in Bahnhofs-, Grenznähe und in den Zügen. Jeder, der von euch schon einmal diese Strecke abgefahren ist, kann davon ein Lied singen. Gewissermaßen muss man zu einigen Tricks greifen, um zu einem brauchbaren Ergebnis zu kommen.
Also, falls hier die türkische Staatssicherheit, Jandarma oder wer auch immer Zeit für diesen Beitrag neben der überflüssigen Auswertung von dusseligen Schweinegrippenformularen findet, es geht nicht um Spionage, sondern rein um einen Bericht über eine legendäre Bahn, den Zustand, den Verkehr und deutlich erkennbare Zukunftsperspektiven.
Ausgangspunkt für diesen Beitrag, war folgendes Rätsel gewesen, welches in der Rekordzeit von wenigen Stunden gelöst wurde. Hut ab Joachim, und ich weiß, wieso unser Auslandsforum nach wie vor eine sehr ausgiebige Informationsquelle ist:
[
www.drehscheibe-foren.de]
Vorab einige Informationen. Von Van kommend wollten wir zunächst weiter nach Hasankeyf, dem legendären Ort in und am Tigris, der wahrscheinlich in den nächsten Jahren aufgrund des GAP-Projekts in den Fluten des Flusses versinken wird.
Da in einigen Reiseführern leider noch nicht die richtige Telefonnummer des Motels angegeben ist, konnten wir in der einzigen Unterkunft des Ortes nichts reservieren. Folglich sind wir in Batman abgestiegen, nach Hasankeyf gefahren, um festzustellen, dass kein einziges der sieben Zimmer belegt war. Hier die korrekte Telefonnummer: 361 20 05. Die Zimmer 101-105 haben einen kleinen Balkon mit Blick auf den Tigris.
Von Van kommend fährt täglich ein Bus (Best Van) und nicht die Gesellschaft Vangölü direkt durch, zurück um 9:30 und zwar täglich.
Nach einer luftverpesteten Nacht in Batman, hier wird nachts aus der nahe liegenden Raffinerie entlüftet, sind wir zunächst am nächsten Morgen mit dem Dolmus Richtung Midyat gefahren und noch eine Nacht in Hasankeyf geblieben. Der ursprüngliche Plan, noch einen Stopp in Mardin einzulegen, musste aufgrund des Fahrplans des Karmas (GmP) Nusaybin-Gazianteps leider unter den Tisch fallen.
Bei der Fahrt nach Hasankeyf überqueren wir in Batman den Bahnübergang über die Strecke nach Kurtalan, zu der ich so meine eigene Beziehung und Erinnerung habe.
Bild 1:
Ebenfalls war mit auch ein Bild von der Strecke wichtig, die ich auf der gesamten Länge nur aus dem Zug kenne.
Bild 2:
Ebenfalls sollte auch ein Bild von Hasankeyf nicht fehlen. Unbedingt hinfahren.
Bild 3:
Nach einem wunderbaren Tag und eben solch einer Nacht haben wir den nächsten Dolmus nach Midyat genommen. Dort am Busbahnhof angekommen, hätten wir direkt weiter nach Nusaybin fahren können. Dieser Weg wäre kürzer gewesen, allerdings hat der Umweg über Mardin den Vorteil, dass man einen Großteil des Weges direkt an der syrischen Grenze und der Bahn zurücklegt. Allerdings liegt der Otogar nach Nusaybin ziemlich außerhalb von Mardin. Also, von Midyat aus kommend, kurz vor dem Ortsschild von Mardin an einer Tankstelle links abbiegen und am Ende der Straße ca. 200 Meter rechts halten.
Bild 3:
Hier befinden wir uns schon in Nusaybin an der Prachtstraße des Ortes. Es gibt hier zwei Hotels, wobei dem Otel Bulvar der Vorzug gebührt. Doppelzimmer für 35 YTL. Im Hintergrund ist übrigens der erste Grenzzaun zu sehen.
Bild 4:
Und noch ein weiteres Bild mit den hier weitverbreiteten Verkehrsmitteln.
Bild 5:
In Nusaybin angekommen und untergekommen ging es natürlich darum, die Örtlichkeit und die Bahnanlagen unter die Lupe zu nehmen. Vorab ein Bild einer Streckenkarte der TCDD über den Streckenabschnitt, den wir am nächsten Morgen nach Gaziantep befahren wollten.
Bild 6:
In Nusaybin gibt es zwei ungesicherte Bahnübergänge, eine Brücke über den Fluss Cacak Deresi und eine Straßenbrücke in Bahnhofsnähe. Dort sind wir hin gelaufen und über die Brücke auf den Gleisen zum Bahnhof getappst. Hier habe ich schon einmal ausprobiert, wie die Staatsorgane auf das Fotografieren reagieren. Ein Argument hatten wir immer noch in der Hinterhand: Keine Ahnung vom Verbot als deutsche Touristen, ein zweiter Chip mit unverfänglichen Touri- Bildern, den man schnell austauschen konnte, und wir wollten eben Fahrkarten kaufen gehen. Da es keinen Schalter gibt, wird das im Zug erledigt.
Es folgt ein Bild auf die Strecke in Bahnhofsnähe in Richtung Gaziantep.
Bild 7:
Und den Bahnhof selbst mit seinen umfangreichen Gleisanlagen. Kurz hinter dem letzten Telegrafenmasten befindet sich die Grenze zu Syrien. Hier hat die türkische Seite die Strecke unpassierbar gemacht.
Bild 8:
Ebenfalls gibt es hier eine Drehscheibe, auf der die auf dieser Strecke dominierenden Maschinen vom Typ DE 24xxx gedreht werden können.
Bild 9:
Bild 10:
Kurz nach den Aufnahmen hat uns die Bahnpolizei angehalten. Die Kamera war rechtzeitig verschwunden und es gab kein Theater. Nach dem Verlassen des Bahnhofs habe ich noch diesen Fernschuss auf die Grenze eingefangen. In dem Rätsel sind dazu die nötigen Informationen zu finden.
Bild 11:
Am Abend hatten wir noch besondere Pläne an der legendären Ortsdurchfahrt, bevor es am nächsten Morgen um 7:00 mit dem Zug nach Gaziantep gehen sollte. Davon mehr im zweiten Teil, der allerdings noch etwas Zeit in Anspruch nehmen wird. Aber dafür gibt es im dritten Teil eine Fahrt durchs Minenfeld.
Tante Edit(h) gehörte auch zu den Mitreisenden und sendet die Links zu den übrigen Teilen:
Das Ausgangsrätsel Absurdistan: [
www.drehscheibe-foren.de]
Teil 2: Der GmP in der Ortsdurchfahrt von Nusaybin: [
www.drehscheibe-foren.de]
Teil 3: Die Bahn als Grenze zwischen Minenfeld, Stacheldraht und Fotografierverbot: [
www.drehscheibe-foren.de]
Teil 4: Von Karkamis nach Gaziantep: [
www.drehscheibe-foren.de]
Xela
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:10:12:20:59:21.