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Da ich im Moment nicht so Zeit finde Bilder zu bearbeiten, hats etwas länger gedauert, jetzt ist er aber da, der nächste Teil unserer grossen Balkantour!



Donnerstag 9.7.2009: Fushë Kosovë – Fushë Kosovë
(Text: Pascal Zingg; Fotos: Pascal Zingg, David Gubler, Neel Bechtinger)

Heute wurde ich um 4 Uhr vom Muezzin und seinem allmorgendlichen Aufruf zum Gebet geweckt. Gestört wurde sein Gemurmel nur durch das Brummeln einer NOHAB. Ich drehte mich zum Fenster und sah, wie die Lok gerade an den Zug setze, der Fushë Kosovë um 4:25 verlassen sollte. Die Tatsache, dass ich mich nur drehen musste, zeigt, wie geil mein Bett hier lag. Nachdem der Zug weg war, drehte ich mich erneut, um mir eine letzte Kappe Schlaf zu genehmigen. Eigentlich wollten wir früh aufstehen und den morgendlichen Regio aus Hani i Elezit im Bahnhof Fushë Kosovë erlegen, dies liessen wir aber bleiben, denn rund 20 Minuten vor der Ankunft des Regios begann es zu schütten.
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Während ich scho wieder schlief, machte Neel dieses Bild aus dem Fenster des Hotels, die 005 holte übrigens Wagen aus der Wagenwerkstätte.

Wir drehten uns also alle erneut und wurden erst um ca. 10 Uhr von der Kennedy-Lok 003 geweckt, die im Bahnhof von Fushë Kosovë zu rangieren begann. Wir gingen zum Bahnhof und machten zwei, drei Schlechtwetterbilder.
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Kennedy 003 rangiert im Bahnhof von Fushë Kosovë

Dann gingen wir auf Erkundungstour. Mit dem Auto suchten wir Strassen, die der Bahn entlang führten, was im oberen Teil der Strecke nach Hani i Elezit aber gar kein einfaches Unterfangen war. So fuhren wir erst über die riesige Baustelle in Richtung Flughafen und von da nach Lipjan. Neben der Strasse nach Lipjan fanden wir eine Strecke, wobei wir rätselten, ob denn da was fährt. Von Lipjan aus ging es über ein kleines Strässchen wieder zurück nach Fushë Kosovë, wo wir gerade recht kamen um NOHAB 007 beim Umfahren zu fotografieren.
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Ein Schweizer im Kosovo, oder wenn ein Fotograf im Bild steht.

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So sah das dann aus meiner Perspektive aus.

Nun fragten wir uns, wie denn das Wetter noch werden würde; wir tendierten auf schlechtes Wetter und wollten deshalb den Zug runter nach Hani i Elezit nehmen. Bei der Mittagssiesta im Hotel fiel uns dann auf, dass der Zug aus Pejë lokbespannt war, eher aussergewöhlich, denn normalerweise fuhren dort nur Y1. Da der Pejë-Zug nach Prishtinë fuhr, konnten wir ihn bei der Rückkehr in Fushë Kosovë noch einmal machen.
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NOHAB 005 kommt aus Pristina zurück

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NOHAB-Meeting in Fushë Kosovë

Anschliessend bestiegen wir den Zug runter nach Hani i Elezit. Eigentlich wären wir gerne auf der Lok mitgefahren, dies verwehrte man uns aber. Im Zug drin fiel mir auf, wie alt und gammlig die ex-SJ-Wagen eigentlich waren.
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Unser Ticket 3 Personen Fushë Kosovë - Hani i Elezit und zurück

War der Zug ab Fushë Kosovë nur halb voll, so füllte er sich ab Lipjan allmählich. Plötzlich meinte Neel, man dürfe ja die Frauen hier nicht anschauen, was denn aber sei, wenn man selbst angeschaut werde. Er wies dabei auf eine Sitzreihe hin, auf der eine Mutter mit ihrer Tochter sass, und beide grinsten uns die ganze Zeit an. Wir fragten uns, ob die Mutter wohl einen „reichen“ Ausländer für ihre Tochter suchen wollte. Alsbald waren wir dann in Hani i Elezit. Dort gingen wir schnell zum Bahnhofsvorstand, zeigten ihm die Genehmigung und begannen, die NOHAB beim rangieren zu fotografieren, schliesslich war das Wetter in Hani i Elezit plötzlich gut.
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Scheinanfahrt in Hani i Elezit. 007 rangiert auf ein anderes Gleis.

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007 vor dem Bahnhofsgebäude

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007 beim Umsetzen

Anschliessend warteten wir auf der Personenüberführung, bis der Zug aus Skopje kam. Von unserem Platz aus beobachteten wir, wie sich die Kinder des Ortes auf dem Bahnsteig sonnten. Als dann ca. 30 Minuten vor dem Zug die Grenzpolizei kam, wurden die Kinder von dieser verscheucht. Die Kinder kamen stattdessen nun auch auf die Überführung, und Nil machte sich einen Spass daraus, mit ihnen rumzublödeln. So ging die Wartezeit bis zum IC zumindest für ihn schneller rum. Mit einigen Minuten Verspätung kam dann der IC aus Skopje. Wir schossen die Mazedonische 661 und fotografierten dann das Rangiermanöver der Loks.
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661 220 kommt mit dem IC aus Skopje in Hani i Elezit an.

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Defile der beiden Loks

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007 setzt an den Zug

Nun ging es mit dem IC wieder hoch nach Fushë Kosovë, wobei das Wetter wieder schlechter wurde.
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Unser Zug in Kaçanik, leider spielte das Wetter nicht ganz mit.

Kurz vor Fushë Kosovë kam uns die Idee, dass wir noch schnell nach Prishtinë rein könnten. Wir fragten den Kondukteur, ob wir mit dem Leerzug wieder zurück dürften, wenn wir schnell nach Prishtinë raus fahren würden. Der Kondukteur war einverstanden. Der Leerzug machte aber auch null Sinn, denn der Zug fuhr leer Prishtinë – Fushë Kosovë und dann als Regio nochmals runter nach Hani i Elezit. Irgendwie waren diese Leerzüge auch in gewissen Fahrplänen drin und manchmal stiegen sogar Leute an den Unterwegsbahnhöfen ein. Wie erwähnt fuhren wir also nach Prishtinë, wo man uns beim Aussteigen nochmals fragte, ob wir wieder nach Fushë Kosovë wollten. Die zweite Frage war dann, ob wir auf der Maschine mitfahren wollten. Wir bejahten zweimal und machten anschliessend Bilder beim Umsetzen. Da sich mittlerweile auch das Wetter etwas gebessert hatte, konnten wir den Zug nochmals in der Sonne machen.
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Der Leerzug nach Fushë Kosovë im eher kleinen Bahnhof von Pristina

Nach dem der Zug im Kasten war, gings auf die Lok 007 und auf dem Führerstand schaukelten wir nach Fushë Kosovë zurück. Erst auf der Lok wurde uns dabei bewusst, wie schlecht die Gleislage hier war.
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Blick aus dem Führerstand der NOHAB bei der Einfahrt in Fushë Kosovë

In Fushë Kosovë angekommen gings schiesslich zu unserem „Stammlokal“, dem Aviano 2. Ich weiss, nach zwei Tagen von einem Stammlokal zu sprechen ist etwas übertrieben, die Tatsache, dass man uns Kaffee und Dessert spendierte, war jedoch ein Indiz, dass wir schon Stammgäste in diesem Lokal waren. Zum Abschluss des Tages mussten wir dann feststellen, dass in diesem Land eben doch nicht alles so funktioniert, wie es sollte, denn als wir wieder im Zimmer waren fiel plötzlich der Strom aus. Dies war besonders deshalb ärgerlich, weil auch das Wasser mit Elektropumpen in ein kleines Reservoir oben im Hotel gepumpt wurde, und wir so nicht duschen konnten. Statt zu duschen schauten wir halt ein bisschen aus dem Fenster. Da schien was los zu sein, denn die Feuerwehr kam gerade, und *quietsch*, musste das Feuerwehrauto mit einer Vollbremsung verhindern, Opfer einer der Schlaggruben zu werden... Das ging wohl gerade nochmal gut :).



Freitag 10.7.2009: Fushë Kosovë – Fushë Kosovë
(Text: Neel Bechtinger; Fotos: Pascal Zingg, David Gubler, Neel Bechtinger)

Anders als üblich begann der heutige Tag sehr, wirklich sehr früh. Dies war jedoch nötig, da auch im Kosovo, wie überall im Osten, die Züge früh am Morgen häufiger fahren als zu fotografenfreundlichen Zeiten. Heute früh wollten wir uns gemeinsam um die Stadtdurchfahrt von Ferizaj und um den Panoramablick bei Bablak kümmern. Der Zug durch Ferizaj nach Süden war um 6:30 da. Der Zug in Bablak nach Prishtinë um 7 Uhr. Die benötigte Fahrzeit bis ins 50 Kilometer entfernte Ferizaj war nicht so recht klar, denn je nach Verkehr würde es sicher eine halbe bis eine Stunde dauern. Da wir nicht genau wussten, was denn morgens um 6 Uhr auf den Strassen los war, rechneten wir mal mit einer Stunde Fahrzeit. So standen wir um 5 Uhr auf und fuhren um 5:30 los. Ich habe den Fehler gemacht und mich als Fahrer anerboten, für den Fall, dass sonst wirklich niemand wollte. Natürlich meinten dann beide Herren „DANKE, du fährst“ ;) Die Bedingungen waren ideal, der Kosovo schlief noch und wir waren in weniger als 30 Minuten in der Innenstadt von Ferizaj. Etwas ungewöhnlich war es schon, das einzige Auto im „Todeskreisel“ von Prishtinë zu sein ;) Ich hatte mir auch schon den kosovarischen Fahrstil angewöhnt und sah die Geschwindigkeitsbeschränkungen schon erst gar nicht mehr... Ich hoffe, das ändert sich wieder in den nächsten Ländern ;) (Anm. von David: Die beiden netten, uniformierten Herren in Serbien waren ein paar Tage später der Meinung, dass der Fahrstil sich nicht genügend geändert habe). Vom Wetter her hätten wir uns nicht unbedingt für das frühe Aufstehen entscheiden müssen, denn es war noch leicht bewölkt. Immerhin gaben uns die ersten blauen Löcher etwas Hoffnung. Unterwegs fuhren wir in der aufgehenden Sonne noch durch Nebelbänke, aber diese waren sich schon am Auflösen. Aus der leichten Bewölkung wurde bei steigendem Sonnestand entweder blauer Himmel oder dichte Bewölkung. In Ferizaj angelangt war aber das Wetter besser als überall sonst, die Chance auf Sonne bestand also immerhin. In der Innenstadt war es noch ruhig und das, obwohl der Muezzin bereits das erste Mal zum Gebet rief. Wir verteilten uns in der Stadt und machten den Zug an insgesamt fünf verschiedenen Stellen.
Es kam, wenig verwunderlich, Nohab 005 im „alten“ Lack der Kosovo Railways. Leider erlitt das Wetter zum Zeitpunkt der Durchfahrt einen massiven Wolkenschaden.
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Nohab 005 passiert mit ihrem Zug Ferizaj.

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Piraten sind in letzter Zeit immer wieder ein Thema, anscheinend auch im Kosovo ...

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Nach dem Foto fuhren wir flugs nach Bablak hoch, und nach 20 Minuten Wartezeit kam Lok 007 mit dem aus einem Wagen bestehenden Fredom of Movement-Zug aus Hani i Elezit. Bablak selber lag gerade am Ende eines Nebelfeldes, die Sonne drückte zwar zum Zeitpunkt der Durchfahrt etwas durch, an Bergmotiv oder so war aber nicht zu denken. So sahen wir uns gezwungen, es wohl am nächsten Tag nochmals probieren zu müssen.
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Movement of Freedom Train kämpft sich durch den Nebel von Bablak

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Wenig später fährt er im Bahnhof ein und wird dort vom Bahnhofsvorstand abgefertigt.

Dann, so unser Schlachtplan von gestern, fuhren wir über Land im nun stark angestiegenen Verkehrsaufkommen an die Strecke von Fushë Kosovë nach Pejë. Nach wenigen Minuten und fast eine Stunde vor dem Morgen-Zug nach Pejë (einer von täglich zwei) erreichten wir Drenas. In Drenas, dem ersten grösseren Ort seit Prishtinë, befindet sich das NewCoFerronikeli-Werk, welches wohl der grösste Kunde der Kosovo Railways im Güterverkehr ist. Tägliche Zugleistungen und Rangieraktionen mit HK-Loks sollte es im Ort und im Werk geben. Davon war aber leider zum Zeitpunkt unserer Ankunft nichts zu sehen, abgesehen von ein paar vollen Güterwagen im Bahnhof. Nach einem kleinen Verfahrer im Ort suchten wir uns eine Stelle für den Zug nach Pejë. Eigentlich hätte laut unseren Informationen und auch nach unserer Sichtung am ersten Tag ein Triebwagen diese Leistung fahren sollen, nachdem wir gestern aber eine NOHAB mit dem Zug gesehen hatten waren wir uns dessen nicht so sicher. In der Hoffnung auf eine Rundnase stellten wir uns, leider unter vollständig bedecktem Himmel, an einen Bahnübergang, um den Zug voll von vorn zu schiessen. Schon zehn Minuten vor der Durchfahrt war uns klar, dass eine NOHAB kam, denn diese war unschwer am Gehorne zu erkennen.
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Nach dem Zug hatten wir eine Lücke von über vier Stunden in der Planung, jetzt war es 8:30, die Rückleistung sollte 12:45 hier sein. Da wir sonst nichts zu tun hatten, beschlossen wir, die Zeit einfach mal auszusitzen. Zuvor wollten wir aber die Stellen für die Rückfahrt des Zuges sichten. Dank ultrapräziser Karte und einer komplett neuen Strasse hatten wir damit aber unsere liebe Mühe. Dennoch fanden wir etwas Passendes bei Grykas und schon war eine Stunde totgeschlagen. Nach der Besichtigung des Ferronikel-Werks und der Feststellung, dass alles, was mit Bahn zu tun hatte still stand, drückte der Hunger, aber dafür war eine weitere Stunde vorbei. Während sich David und ich in ein Café beim Bahnhof mit dem wohlklingenden Namen „Te Nazi“ setzten, zog Zingg es vor, sich im Auto aufs Ohr zu hauen. Um den Hunger zu stillen wollten wir etwas Warmes essen. Auf der Karte gab es sowas ähnliches wie Kebap, der Preis von 25 Cent erschien uns aber doch zu tief für etwas Gescheites zu essen. So bestellten wir beim Kellner, welcher uns nicht verstand, mal den obersten Punkt auf der Karte, es sollte 3 Euro kosten und es war das teuerste. So konnten wir uns aber sicher sein, dass es genug war, um den Hunger zu stillen ;) Es war dann gar nicht schlecht, frisches Brot, ein Gemüseteller und gaaanz viel Fleisch auf einem extra Teller. Also Kebap, aber in Einzelteilen. Wir liessen es uns, neben der Polizei und einigen anderen Gestalten, die vom Kellner eher widerwillig bedient wurden, gut gehen und assen.
Nachdem eine weitere Stunde vorbei war gingen wir zurück zum Wagen und fuhren zu den gefundenen Stellen. Etwa eine Stunde vor dem Zug trafen wir vor Ort ein und verteilten uns. Während Pascal im einsetzenden Regen der Strecke in Richtung Pejë folgte, blieben ich und David beim Auto. Der Blick zum Himmel war dann eine kleine Offenbahrung, denn dort, wo der Zug her kommen sollte, war viel Blau zu sehen. Keine zehn Minuten später, es tropfte noch leicht, sassen wir auf einmal in der Sonne! Es riss mit erfreulicher Geschwindigkeit auf. Bevor sich David auch auf den Weg an eine Stelle gegen Prishtinë machte bekamen wir noch Besuch von einem völlig eingesauten Mercedes 200. Zwei Herren wollten von uns wissen, wo genau sie denn seien. Sie seien von der Weltbank und waren dabei, mit GPS die Strassen abzufahren, um bessere Karten zu erstellen. Von der Notwendigkeit dieses Tuns waren wir schon zuvor überzeugt ;), wirklich helfen konnten wir ihnen aber nicht. Sie haben uns nur noch bestätigt, dass unsere Karte nicht viel wert sei, weil alt und so. David war dann weg und ich setzte mich mal so in die Sonne, dass ich von der Dorfjugend nicht gesehen wurde. Nicht, das ich den Kontakt scheute, aber im Urlaub habe ich auch ganz gerne mal meine Ruhe, besonders, wenn die anderen zwei Plaudertaschen schon mal weg waren ;) Ohne auch nur die geringste Gefahr eines Wolkenschadens kam der Zug bei uns allen volle Pulle im Licht!
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Nohab 007 fährt mit ihrem Regio die Rampe hinter Klina hoch.

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Als alle wieder eingesammelt waren, war Eile angesagt. Durch den unmöglichen Verkehr fuhren wir in Richtung Lipjan, wo wir den 14 Uhr Zug in Richtung Hani i Elezit machen wollten. Eigentlich hatten wir genügend Zeit, zumindest um noch einen alten Winterthurer Bus an einer Tanke zu fotografieren. David war kaum ausgestiegen und hatte die Kamera gezückt, da wurde er schon angefahren, was er denn da mache. Der Tankstellenwärter wollte sicher sein, dass er kein Reporter sei, und als ihm klar war, dass wir die Aufnahmen für private Zwecke machten, war er plötzlich zufrieden. Hm, wieso genau hat er Angst vor Reportern, die seinen Bus fotografieren? Ist die Kiste etwa geklaut? ;)
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Ein abgestellter Bus. Wir dachten er sei aus Winterthur, kenner der Stadt Winterthur haben uns aber gesagt er sei aus einer anderen Stadt. Unklar ist auch, ob er geklaut ist, auf jeden Fall war fotografieren nicht wirklich erwünscht!

Über den Flughafen fuhren wir durch das kleine Chaos von Lipjan an die Strecke. Gleich hinter Lipjan gab es eine gut ausgebaute Strasse, welche etwa fünf Kilometer parallel der Strecke folgte, ideal für eine kleine Zugsverfolgung. So stellten wir uns an den Anfang der Strasse bei einem kleinen Bahnübergang, wie immer unter den kritischen Blicken der lokalen Bevölkerung. Der Zug kam mit Lok 005 voll im Licht. Wir starteten die Verfolgung. Viel brachte es aber nicht, denn die Lok zog am kleinen Bahnhof am anderen Ende der Strasse viel zu weit vor als dass man sie vernünftig hätte erlegen können.
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[/i]Lok 005 mit einem weiteren Regio hinter Lipjan.[/i]

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Dank einer parallelen Strasse gelang dieser Schuss aus dem Auto raus.

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Der gleiche Zug hinter Fushlot

Schnell, aber ohne Stress ging es zurück auf die Hauptstrasse und in Richtung Süden. Kaçanik, der letzte grosse Ort vor Hani i Elezit, hätte noch einiges an Stellen für uns bereit halten sollen. Wir rechneten uns Chancen aus, den Zug da nochmals zu erwischen. Gerade mal fünf Minuten vor dem Zug waren wir da, ein ziemliches Armutszeugnis für die Strassen ;) Da die geplante Stelle von der Hauptstrasse ins Tal hinein von Grünzeug in Beschlag genommen wurde, fiel diese aus. Wir benötigten aber zu lange dies festzustellen, so dass es nicht mehr zurück in den Ort reichte. Es blieb uns nur der Notschuss an einer alten Brücke, welcher jedoch von der Bewölkung noch zum totalen Notschuss degradiert wurde.
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Weil die angefahren Stelle hinter Kaçanik zugebuscht war, mussten wir den Zug weiter unten "notschlachten"

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Der Vollständigkeit halber fuhren wir mal noch runter nach Hani i Elezit, um im Bahnhof „nach dem Rechten“ zu sehen. Es standen sogar zwei Züge drin, wann die aber genau wohin fahren konnte uns das Personal nicht abschliessend beantworten. Natürlich trafen wir während den zehn Minuten Aufenthalt am Bahnhof auch die Kinder von gestern wieder an. Diese schauten aber ziemlich blöd, als wir diesmal mit dem Auto kamen ;) Trotzdem kamen sie nicht zum betteln oder dergleichen, es war für sie nur ein Zeitvertreib.
Durch eine Regenfront hindurch fuhren wir zurück nach Ferizaj, Stadtdurchfahrt, die Zweite wartete auf uns. Die Stadt zeigte am späten Nachmittag aber ein krass anderes Gesicht. Anstelle der Ruhe des Morgens erwartete uns die Hektik einer Kleinstadt mit nur einer zentralen Strasse. Es wuselte, Autos, Traktoren, Menschenmassen, alles teilte sich dieselbe Fläche und standen sich gegenseitig im Weg. Nach einer Viertelstunde nur langsamen Vorwärtskommens auf der etwa einen Kilometer langen Hauptstrasse fanden wir am Rand endlich einen der raren Parkplätze und stellen uns hin. Die Kosten von 20 Cent die Stunde wären auch nicht das Problem gewesen, nur, wo und wie musste man bezahlen? Die Warnwestenheinis, welche sich jeweils um die Autos kümmerten, schienen an uns kein Interesse zu haben und auch auf Aufforderung geschah nichts. Wir wurden mal wieder nicht verstanden, und verstanden selbst auch überhaupt nichts. Irgendwie musste da wohl erst bei der Abfahrt bezahlt werden, oder so. Wir liefen zum Bahnhof, setzten uns für eine Stunde in ein Café direkt an der Bahn und schauten von der Terrasse aus dem bunten Treiben von Ferizaj zu. Und wer sass da hinter uns? Das Mädel von gestern vom Zug ;) Rechtzeitig für den Zug trennten wir uns wieder und schossen diesen nur knapp ohne Wolkenschaden an 3 Stellen im Ort. In einem so grossen Ort zu warten war schön unauffällig, da gab es auch sonst eine Menge Leute, die nichts taten und rum sassen. Probleme hatte einzig Pascal, er stand neben einer Moschee und erregte wohl die Gläubigen etwas, als er sich nahe an den Zaun stellte. Diese gaben sich aber anscheinend mit seiner Erklärung zufrieden und liessen ihn danach in Ruhe. Der Zug kam, entleerte sich und füllte sich wieder. Bei der Abfahrt hatte er sichtlich Mühe sich durch die Menschenmassen zu kämpfen, entsprechend langsam und hornend fuhr er los.
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[i]Der IC Skopje - Pristina hält in Ferizaj, er ist wie immer gut gefüllt.


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Ausfahrt durch die Fussgängerzone von Ferizaj

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Der Zug war im Kasten, was nun? Wir wollten mal nach Gurëz, dem nächsten Bahnhof in Richtung Hani i Elezit. Auch wenn kein Güterzug kommen sollte, so könnte es immerhin sein, dass noch etwas rangiert wird. Am Auto öffneten wir die Türen und warteten mal, bis einer das Geld fürs Parken wollte, denn inzwischen hatten wir ein Ticket unter der Scheibe. Für die 20 Cent rannte sogar noch einer, ob es sich denn lohnt? ;)
In Gurëz versuchten wir mal wieder beim Fahrdienst herauszufinden, wann denn ein Zug kommen sollte. Er selber verstand uns nicht, aber eine Bekannte, die gerade nebenan am Essen war, konnte Englisch und übersetzte für uns. Der Bahnhofsvorstand machte sich dann sogar die Mühe, per Telefon eine Zugsdurchfahrt zu erfragen... in 30 Minuten sollte es soweit sein. Wir gingen automatisch davon aus, dass der Zug von Hani i Elezit hoch kommt, also positionierten wir uns. Pascal blieb beim Bahnhof, David blieb unterwegs an der Strecke und ich fuhr zurück nach Ferizaj. Diesmal war es noch mühsamer, die Kreuzung am zentralen Bahnübergang zu queren, denn von allen Richtungen wollten Autos überall hin, und mit der Disziplin bei den Autofahrern war es ja auch nicht sonderlich weit her, wie wir inzwischen wussten ;) Mit noch mehr Mühe fand ich einen Parkplatz. Schon begann die tief stehende Sonne an den Wolken zu kratzen. Aber ich hatte noch Sonne, bis es zu pfeifen begann. Das Pfeifen kam aber aus der falschen Richtung, und eine SMS vom Zingg bestätigte, dass in Gurëz noch nichts durch war. Es kam also was von hinten, warum hatten wir damit nicht gerechnet? Ich lief etwas vor zum Bahnhof, jedoch versank die Sonne genau bei der Durchfahrt des Zuges hinter einer dicken Wolke. Am Zug hing NOHAB 008, welche uns noch gefehlt hatte. Am hinteren Ende hing Kennedy 002, was für die anderen zwei Herren, die sich für Züge aus dem Süden ausgerichtet hatten, interessant war!
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Der Güterzug in Ferizaj, leider ohne Sonne

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Etwas weiter hinten sieht das schon besser aus. Sehr schön zusehen ist auch, wie der Zug gesandwicht ist.

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Auch in Gurëz scheint für den Zug die Sonne.

Nachdem ich die anderen informiert hatte, machte ich mich gemütlich auf den Weg zu ihnen. Um das grösste Chaos zu umfahren, fuhr ich aussen rum über die Hauptstrasse. Ob es wirklich schneller war? Glaube nicht, denn es ging auch da überhaupt nicht vorwärts! Und wenn es mal lief, drückte bestimmt wieder einer von der Seite rein. Als ich Zingg und Gubler aufsammelt, waren diese zufrieden, bei ihnen klappte es besser. Die ersten Kennedy-Streckenaufnahmen mit Sonnenschein gelangen.
Es war nun schon nach 19 Uhr, ein laaanger Tag neigte sich dem Ende zu, und es stand nur noch die Fahrt zurück nach Fushë Kosovë an. Der Verkehr war intensiv. Unterwegs galt es, eine Tanke zu finden, die Kreditkarten akzeptiert. Obwohl aussen angeschrieben tat dies die auserwählte aber nicht und wir mussten die 51 Euro für 52 Liter Benzin in Cash abliefern. Gegen Prishtinë nahm der Verkehr nun stetig zu, aber es lief recht gut. Am Mörderkreisel war die Durchfahrt dann fast so angenehm wie am Morgen ;) Ohne den Umweg über das Hotel fuhren wir direkt in unser Stammlokal und assen da viel zu viel Abendessen. Ich hatte beim Planen der Menge den vermuteten Gratis-Nachtisch vergessen und musste schliesslich kugelrund aus dem Lokal laufen. Das mit dem Nachtisch wollte ich in Zukunft beachten, es schien seit gestern normal zu sein. Zurück im Hotel, der Müllberg brannte übrigens heute Abend NICHT (!!), gingen wir erschöpft duschen und bald schon ab ins Traumland. Wieder ging ein Tag voller Eindrücke zu Ende, wieder war ich begeistert von Land und Leuten, welche ich je länger desto besser verstand.

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Danke für die Fortsetzug.Wieder sehr interessant !

NOHABS und Kennedys in Jugoslawien

geschrieben von: 219 003-1

Datum: 31.08.09 10:19

Hallo,

der Bericht ist wieder sehr interessant gewesen, da muss ich mich meinem Vorgänger anschließen. Also Güterzüge fahren im Kosovo nicht so viele, wie es aussieht. Das muss ja im Strassenverkehr da zugehen. Freue mich schon auf die nächsten Teile.

Gruß aus dem Dieselparadies Mühldorf, 219 003-1

Wieder herrlich, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 31.08.09 10:28

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg

Re: NOHABS und Kennedys in Jugoslawien

geschrieben von: Mr._Hockey

Datum: 31.08.09 11:26

> Also Güterzüge fahren im Kosovo nicht so viele,
> wie es aussieht. Das muss ja im Strassenverkehr da
> zugehen.

Laut eigenen Angaben ist die Kosovo Railway dank dem Güterverkehr rentabel. Natürlich wird auch einiges auf der Strasse transportiert ;)

G-Verkehr konnten wir wie folgt beobachten:
Mazedonien - Hani i Elezit - RBf Miradi: 1-2 Zugpaare pro Tag. (v.a. Mineralöl)
Tagbau Golesh (Erz) - Drenas: meist tägliches Zugpaar zum Ferronikel-Werk. Die Züge spannen dabei in Drenas um und fahren sogleich ins Werk.
Obiliq - Drenas: Alle Tage ein Kohlezug. Laut Nohab-GM.de solls einmal pro Woche noch einen Zug zur Brauerei nach Pejë geben, den haben wir aber nicht bewusst gesehen. Die Übergabe der Kohlewagen erfolgt hier mit einer Dampflok der Baureihe 62 (wird im übernächsten Bericht gezeigt).

Es werden v.a. in den nächsten zwei Teilen noch einige GZ-Bilder folgen. Ihr wisst ja wie das ist, am Anfang grast man mal das ab, was man ohne grossen Aufwand kriegt und erst dann geht man in die Tiefe ;)

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2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:08:31:11:36:43.

Merci vielmals, bitte bald fortsetzen !!! (o.w.T)

geschrieben von: tiroler1044

Datum: 31.08.09 17:15

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:08:31:17:15:39.
Ganz großes Kino! Besten Dank dafür!

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===============>>> DIESELPOWER <<<==============
Moin!

Tja, nachdem ich nun auch immerhin einen ganzen Tag im Kosovo war, war doch ein größerer Wiedererkennungswert da, auch wenn ich das meiste nur aus dem Zug gesehen habe. Schön, dass Ihr von Klinë ein Stück aufwärts in das Tal reingefahren seid. Das Tal sah vom Zug aus klasse aus. Den Weg dort rein hätte ich allerdings eher als Treckerspur eingestuft, soweit man das vom Zug aus sehen konnte.

Bin gespannt auf die weiteren Teile!

Viele Grüße,
Jan

Re: [KS] Winterthurer Volvo Bus

geschrieben von: toget

Datum: 31.08.09 22:23

Danke für den interessanten Bericht und die super schönen Aufnahmen.

Einen kleinen Kommentar zum Foto mit dem Volvo Bus.

Es ist tatsächlich ein ex. Winterhurer. War - soweit ich mich erinnere - eine Kleinserie von 3 Wagen (Nr. 224 - 226) mit Baujahr 1980.

Hier ein Bild eines Schwesterfahrzeuges aus Winterthur:

http://www.abload.de/img/wv-bus2243gq9.jpg


Gruss
toget

Re: [KS] Winterthurer Volvo Bus

geschrieben von: Nil

Datum: 31.08.09 22:45

Danke euch.

Ahh, also doch ein Winterthurer.
Dann kann ich meinen Spezis mal auf die Finger klopfen ;) Die meinten nur "so etwas hab ich da nie gesehen".

En Gruess

Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...

Re: [KS] Winterthurer Volvo Bus

geschrieben von: Mr._Hockey

Datum: 01.09.09 00:14

@Jan Naja die Strasse von Drenas her war bis zum Scheiteltunnel ok. Dort wo die Bahn im Tunnel ist, zweigt denn dein Treckerweg ab. Wie im Bericht erwähnt, sind wir dort erst falsch gefahren, genau darum, weil wir auf die gute Strasse setzten. Wir sind dann dem Treckerweg gefolgt bis es nicht mehr ging. Das war genau dort wo Nil stand. Wenn man genau schaut, sieht man aber auch dort ein Auto auf dem Weg, im Kosovo sind die Strassen eben etwas anders! Da wo Nil stand hatte es in der Nähe auch einen Bahnhof (Lugdren) mit Busanschluss. Bis zu meiner Stelle waren es noch ca. 1-2km Fussmarsch. Ich bin damals einfach losgelaufen und als es weiter unten auftat, bin ich bis in die Sonne gelaufen ;)

@Winti Bus danke für die Info. Ich hab ihn mir nochmals angeschaut, unter dem Market Schriftzug hats ja sogar das Stadtwappen von Winterthur :)

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Re: [KS] Winterthurer Volvo Bus

geschrieben von: kabelleger

Datum: 01.09.09 09:44

Ich erkenne doch einen Winterthurer Bus wenn ich ihn sehe :) Ausserdem war auf der anderen Seite, soweit ich mich erinnere, sogar noch "Winterthurer Verkehrsbetriebe" angeschrieben.

Die Form mit der gewölbten Frontscheibe ist im übrigen ziemlich charakteristisch, es gab in Winterthur diverse Diesel-Gelenkbusse mit dieser Front (bin noch öfter damit gefahren, kann also nicht länger als 10 Jahre her sein).



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:09:01:09:47:42.