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 08/01 - Auslandsforum "classic" 

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Im ersten Teil ging es von Mandalay nach Sagaing, im zweiten Teil schaukelte der Zug von Sagaing durch die Nacht bis nach Hopin. Im dritten Teil geht es jetzt das letzte Stück bis nach Myitkyina.

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An einem weiteren Zwischenbahnhof kam uns ein Personenzug entgegen, gezogen von DD 1215, ebenfalls einer Maschine aus dem Hause Krupp aus dem Jahre 1986

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An den Bahnhöfen pflanzten die Engländer Bäume zur Befestigung der Aufschüttungen in der Regenzeit. Mittlerweile sind daraus riesige Schattenspender geworden

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Hier nochmals ein weiteres Beispiel


Auf der eingleisigen Strecke herrschte dichter Verkehr. An fast jedem Bahnhof begegneten wir einem Gegenzug oder überholten einen langsamen Zug, der in die gleiche Richtung fuhr. Meistens waren es gemischte Züge, die an jedem Bahnhof be- und entladen wurden.

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Einfahrt in den Bahnhof von Pinbaw, rechts neben den Gleisen übrigens ein Mahlwerk zur Produktion von Schottersteinen

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In Myanmar treibt man die Säue nicht durch's Dorf, sondern durch den Bahnhof. Die Sau rechts bescherte uns übrigens einige Minuten Verspätung, denn kurz vor der Abfahrt des Zuges legte sie sich unter den Zug und erst als drei Burmesen sie mit Bambusstöcken malträtierten, verließ sie die Gleise

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Während sich die Sau unter den Zug gelegt hatte, kam ein weiterer Gegenzug

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Gezogen wurde der Gegenzug von DD 962, wiederum eine Maschine von Krupp aus dem Jahre 1987

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Gegen elf Uhr morgens hatte sich der Nebel verzogen und die Sonne knallte wieder vom Himmel

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Einfahrt in den Bahnhof Mogaung, rechts neben dem Zug ein alter Wasserkran und ein Lademaß

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Die Gegend rund um Mogaung ist für seine Jademinen berühmt. In Hpakant wurde im Jahre 2000 der größte Jadeblock gefunden, der bis heute noch nicht ganz ausgegraben sein soll. Daher ist gut möglich, dass die unscheinbaren Felsbrocken in diesem Güterwaggon durchaus mehrere Hunderttausend Euro Wert sind!

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Mogaung aus dem Zugwaggon aus gesehen

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Einfahrt in einen unbekannten Bahnhof, der letzte Zwischenstopp vor der Ankunft in Myitkyina

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Wir überholten in diesem Bahnhof einen Güterzug ...

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... der von Lok 1327 gezogen wurde, der ersten Lok auf der Strecke, die wohl nicht von Krupp geliefert wurde

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Ausfahrt aus dem Bahnhof, rechts das Einfahrsignal und der Weichenwärter


Gegen halb zwei Uhr nachmittags kam ich dann in Myitkyina an, immerhin eine halbe Stunde vor der ETA (Expected time of arrival). So etwas müsste es mal bei der Deutschen Bahn geben! 560km in 21,5 Stunden macht eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 26 km/h, ganz schön flott für burmesische Verhältnisse.

Nach Myitkyina verschlägt es eher selten Touristen, insbesondere mit dem Zug. Das merkte man schon daran, dass kurz vor Ankunft des Zuges eine Horde von Trishaw- und Taxifahrern den Zug stürmte, um sich Fahrgäste zu sichern. Während sie sich um die Einheimischen in den Abteilen stritten, ignorierten sie mich einfach. Normalerweise werden die Touristen als erste angesprochen, denn mit denen lässt sich meistens mehr Geld verdienen. Der Immigration Officer am Bahnhof ignorierte mich allerdings nicht. Ich war gerade dabei, mich mit der Masse in Richtung Ausgang zu begeben, als er mich ansprach. Wahrscheinlich wurde er schon vorab informiert, dass ein Ausländer im Zug ist. Ich hielt ihn erst für einen Taxifahrer, der mir seine Dienste anbieten wollte. Also sagte ich „No, thank you“ und machte eine abweisende Handbewegung. Er ließ aber nicht locker und meinte „Immigration“. Jetzt kapierte ich und folgte ihm schließlich in sein Büro, wo mein Reisepass ausgiebig begutachtet wurde und alle meine Daten in ein großes Buch abgemalt wurden. Der letzte Eintrag vor mir im großen Buch war übrigens schon über einen Monat alt.

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Einfahrt in den Bahnhof von Myitkyina

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Leider wurde auch in Myitkyina das alte englische Bahnhofsgebäude durch diesen hässlichen Neubau ersetzt


So sieht übrigens eine burmesische Zugfahrkarte für Ausländer aus:

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Neben der Nationalität ist Name und Reisepassnummer (geschwärzt) verzeichnet. In Burma gibt es keine Familiennamen und so wird immer nur der Vornamen geschrieben (zur besseren Identifikation muss man daher bei offiziellen Anträgen, z.B. auch Visas, immer den Namen des Vaters mit angeben!). Die 40 FEC stehen für Foreign Exchange Certificate, wobei 1 FEC genau einem US$ entspricht. Früher musste man immer zwangsweise Geld in FEC umtauschen, mittlerweile kann man aber Tickets und Hotels direkt in US$ bezahlen. Das Ticket gilt für eine Person ("Only one") im Zug "57 up", "Sleeper 1", Abteil "B", Pritsche "3" für den "28.1." von Mandalay ("MDY") nach Myitkyina ("MTY") und ist "Only sale for tourist".


Im nächsten Bericht schauen wir uns dann ein bisschen den Zugverkehr in Myitkyina an.



Bisherige Berichte dieser Serie:

Teil 1: Mal wieder Myanmar (Burma) – Yangon Hbf (12 Bilder)
Teil 2: Ausbesserungswerk Insein - Teil 1 (12 Bilder)
Teil 3: Ausbesserungswerk Insein - Teil 2 (16 Bilder)
Teil 4: Übersicht Dampflokgattungen Myanmar/Burma - Teil 1 (25 Bilder)
Teil 5: Übersicht Dampflokgattungen Myanmar/Burma - Teil 2 (25 Bilder)
Teil 6: Von Nyaung U (Bagan) nach Mandalay, Teil 1 (18 Bilder)
Teil 7: Von Nyaung U (Bagan) nach Mandalay, Teil 2 (15 Bilder)
Teil 8: Mit Krupp von Mandalay nach Myitkyina, Teil 1 (24 Bilder)
Teil 9: Mit Krupp von Mandalay nach Myitkyina, Teil 2 (20 Bilder)

immer gerne gesehen

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 10.04.09 10:07

Danke für diese herrliche Reise !

RUHRKOHLE - Sichere Energie

das war einmal :(

*BLONK!!* Da sind sie ja!

geschrieben von: martin welzel

Datum: 10.04.09 13:10

Da sind sie ja, endlich kann ich "unsere" Krupp-Lokomotiven mal "in freier Wildbahn" genießen! Dank Dir, Florian, sehe ich, dass zumindest einige der Loks, die ich dereinst in meinen HiFo-Beiträgen [drehscheibe-online.ist-im-web.de] und [drehscheibe-online.ist-im-web.de] schon mal gezeigt habe!

Da bleibt mir die Spucke weg ob dieses interessanten Blicks über den Zaun!

*BLONK!!* meine Kinnlade landet auf der Tastatur und meine Härtstropfen musste ich vorher schon nehmen, danke, Joachim, dass Du mich vorgewarnt hast!

Für alle, die auch Härtstropfen brauchen:

http://www.eisenbahnhobby.de/Versch/Haertstropfen1.jpg

Florian, hab vielen Dank für Deine großartige Serie und Joachim, danke für den Link!!

;-))

Schöne Ostertage,

Martin

Re: *BLONK!!* Da sind sie ja!

geschrieben von: Flo1979

Datum: 10.04.09 21:45

Hallo Martin,

schön, dass ich dir mit diesen Berichten eine Freude bereiten kann. In meinen Myanmar-Berichten hatte ich schon mehrfach auf deine beiden Berichte verlinkt. Und auch im nächsten Bericht taucht noch die eine oder andere Krupp-Lok auf, darunter sogar ein Exemplar, dass in deinen Berichten vorkommt (sofern die Nummer zwischendurch nicht geändert wurde). Falls du noch weitere (technische) Informationen zu den Loks hast, würde ich mich sehr freuen, wenn du mir diese zukommen lassen könntest.

Frohe Ostern

Florian