Hallo,
seit Mitte Februar fährt er wieder, Anlass genug mal zu testen, was sich südlich Eskisehir in den acht Monaten, wo der Zug lediglich zwischen Konya und Adana verkehrte, gleismässig so getan hat.
Vorneweg noch eine Info: Zugbilder gibt es keine mangels Züge. Zwischen Küthya (ab da wars hell) und Yenice auf der Hinfahrt sowie Yenice und Konya (ab da wars dunkel) auf der Rückfahrt keinen einzigen Güterzug gesehen.
Zwischen Eskisehir und Alayunt verliert der Anadolu Mavi auf Hin- und Rückfahrt jeweils exakt eine Stunde. Offensichtlich sind die Bauarbeiten hier noch voll im Gange, tagsüber ist die Strecke nach wie vor gesperrt. Am 29. März sind Kommunalwahlen und bis dahin soll die Strecke fertig sein, da ab dem 13. März (so die Gerüchteküche), zwischen Eskishehir und Ankara der HGV Verkehr eröffnet werden soll.
Südlich Küthaya war das neuralgische Stück der Abschnitt Argithan – Konya, der nur mit 10km/h befahrbar war. Mittlerweile ist dieser Abschnitt komplett saniert und lässt wieder Geschwindigkeiten bis 90km/h zu.
Südlich von Ilgin trifft die Altbaustrecke auf die HGV Strecke aus (Ankara) Polatli und wird bis Konya parallel mit dieser geführt (Bündelung), was ebenfalls fast einem kompletten Neubau gleichkommt. Zwischen Konya und Ulukisla ist die Streke in einem hervorragenden Zustand. Ab Ulukisla hinunter nach Yenice ist die Taurausrampe mittlwerweile auch komplett saniert (neue Schwellen und neue Gleise), der Einbau des Streckenblocks steht allerdings noch an.
Kühlschrank im TVS 2000 WL als kleines Gimmick der TCDD (im Ankara Express stets wohl gefüllt)
So präsentiert sich jetzt das Gleis südlich von Argithan. Die alten Stahlschwellen dienen wohl als Schneefanggitter (wie lange?)
Hinter Ilgin trifft die Strecke aus Afyon die Neubaustrecke aus Ankara (HGV). Bis zur Inbetriebnahme werden aber sicherlich noch zwei Jahre vergehen.
HGV Strecke etwa 15 km nördlich von Konya in zwei unterschiedlichen Zuständen
Das logistische HGV Zentrum für den Einbau der Schwellen und Gleise
Alt- und Neubaustrecke kurz vor der Stadtgrenze Konya. Oben (auf der Strasse) wird gebaut, unten wäre es nötig(er).
Die Strecke führt mitten durch Konya. Hier muss später auch die HGV Strecke durch.
Das BW von Konya. Von HGV ist hier noch nichts zu sehen oder zu spüren.
Blick von der Hauptstrasse, wo der Bus hält, nach Pozanti downtown. Trotz der schneebedeckten Taurusberge im Hintergrund ist es mit 14 Grad ganz angenehm.
Ab Adana Richtung Osten wird die Strecke nach Fevzipascha ab 12. März wieder geöffnet. (Hat sich als Ente herausgestellt, Strecke bleibt bis 16.05.09 gesperrt)
Ankunft in Adana am Freitag Abend mit + 60. Am nächsten Morgen dann mit dem Dolmus zum Busbahnhof und von dort mit dem Bus hinauf nach Pozanti. Die Fahrt mit dem Bus dauert ca. eine Stunde (über die Autobahn, die in Pozanti endet) und kostet 10 TL, der Zug kostet 4,75 TL und benötigt zwischen 40 Minuten und einer Stunde mehr Fahrzeit. Pozanti ist nicht der Bringer, aber an die Taurusrampe kommt man ohne Auto nicht richtig ran. In Pozanti dann ein heftiges Wortgefecht mit dem Stations müdür, der mich keine Fotos machen lassen will (ist verboten…). Nachdem ich allerdings eine Fahrkarte nach Adana gekauft hatte, hat er seine Meinung um 180 Grad gedreht und mich zum Fotomachen aufgefordert (leider kamen in den zwei Stunden keine Züge, siehe oben).
Der schmucke Bahnhof von Pozanti
die sanierte Taurusstrecke (sieht gut aus) führt mitten durch Pozanti und teilt den Ort in zwei Hälften.
Der hat in Pozanti sicherlich auch schon bessere Zeiten gesehen
Um 12:00h (+ 10) bin ich dann mit dem Erciyes Express aus Kayseri nach Adana zurück gefahren (Zug bestand aus 4 TVS 2000 Wagen und war rappel voll). In Adana war Großkampftag der AKP, dummerweise auf dem Bahnhofsvorplatz. Der Bahnhof war daher von der Polizei abgeriegelt, ein Verlassen des Bahngeländes auf offiziellem Wege nicht möglich. Da der Ic Anadolu Mavi zurück nach Istanbul eh 25 Minuten später abfuhr, war mir das egal. Sonntagmorgen war ich dann wieder zurück in Istanbul.
Samstagnachmittag in Adana. Alles geht „Wahlveranstaltung der AKP gucken“
Die Rückfahrtkarte Hayderpascha – Adana hat 164 TL gekostet (inkl. Schlafwagen 1 Bettabteil), also ca. 75 Euronen, der reine Aufpreis fürs Schlafabteil liegt bei rund 23 Euronen (oneway) oder 50 TL (und die CFR verlangt für ihre altdeutschen Museumskisten von Istanbul nach Bukarest 91 Euronen fürs Schlafabteil!).
Gruß Mistral
Edit: von Hektor kam der Hinweis, dass die Strecke von Adana nach Fevzipascha ab 12. März wieder befahrbar ist (und nicht gesperrt, das war sie offensichtlich vorher). Hat sich inzwischen wieder überholt, offiziell dauert jetzt die Streckensperrung bis 16.05.2009
2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:03:13:08:13:43.