Hallo zusammen,
nach all den bitteren Erfahrungen mit Fahrten in verspäteten und ausgefallenen BDZ- oder ZS-WLs nach Istanbul, die einige von euch in jüngster Zeit gemacht haben, wird es wieder Zeit, einen Blick auf die andere Seite des Bosporus zu werfen. Hier ticken die Uhren anders, da es noch durchgehende Züge in die letzten Winkel des Landes gibt. Zwar gibt es auch hier ein hohes Verspätungsrisiko, aber eben nicht die Abhängigkeit, in Ankara den Kurswagenübergang zum nächsten Zug zu erreichen. Das Problem stellt sich gar nicht, da die Züge wie der Güney-, Dogu-, Transasya-, Toros-Express (obwohl der z.Z. nicht fährt) meist einen 40stündigen Durchlauf oder länger bis zum Endbahnhof haben. Und das mit allem Komfort. Durchgehende Schlafwagen, zum Teil Speisewagen, häufig altes Wagenmaterial mit zu öffnenden Fenstern, Landschaften, die Kino pur sind, und natürlich die unübertroffene Gastfreundschaft des TCDD-Personals, der Mitreisenden und Menschen, die man überall trifft. Es muss nicht immer Endstation Istanbul sein. Ab Haydarpasa ist Bahnfahren das wirkliche Fahren durch die Türkei.
Diesmal geht es um die Strecke Malatya-Diyarbakir. Gebaut von der TCDD in den 1930er Jahren im Rahmen des Programms zu Erschließung des Landes.
Wichtige Bahnhöfe im Güterverkehr sind die Bergwerke in Ergani und weiter hinter Diyarbakir die Erdölfelder in Batman. Allerdings spielt seit dem Bau der Pipeline der Güterverkehr dort keine Rolle mehr.
Ebenfalls bemerkenswert ist die Sicherungstechnik auf der Strecke. Die in den 1930er Jahren aus Deutschland gelieferten Formsignale sind fast vollständig noch vorhanden. Allerdings befindet sich nur noch ein Bruchteil in Betrieb. In der Regel werden Zugkreuzungen mit dem Funkgerät geregelt.
Die folgenden Bilder sind während einer Fahrt von Istanbul nach Kurtalan im Güney-Ekspresi (mit A) im Oktober 2008 und auf der Rückfahrt nach Malatya (mit B gekennzeichnet) entstanden. Der Zug hält zwischen Diyarbakir und Malatya auf den mit den Fahrplandaten von 2008 aufgeführten Bahnhöfen:
1. Diyarbakir 11:36
2. Leylek 11:55
3. Geyik 12:15
4. Ergani 12:36
5. Sallar 12:51
6. Maden 13:21
7. Gezin 13:58
8. Sivrice 14:26
9. Kürk 14:40
10. Uluova 15:00
11. Yolcati 15:32
12. Sefkat 15:57
13. Baskil 16:13
14. Pinarli 16:32
15. Kussarayi 16:45
16. Firat 17:05
17. Battalgazi 17:20
18. Malatya 18:10
Auf der asiatischen Seite des Landes ist der Bahnverkehr noch am ursprünglichsten, wie hoffentlich zu sehen sein wird.
Starten wir zuerst mit einem Vergleichsbild über eine Fahrt mit diesem Zug aus dem Jahr 1983, allerdings schon wesentlich weiter westlich aufgenommen.
[
trains-worldexpresses.com]
Die Fahrt beginnt mit +1 im Bahnhof Diyarbakir. Hier fährt DE 22 024 aus Kurtalan kommend mit dem Güney-Express nach Haydarpasa in den Bahnhof ein. Im Hintergrund steht der Yolcu Diyarbakir-Kurtalan.
Bild 1 (B):
Bild 2 (B):
Bild 3 (B):
Bild 4 (A):
Durch die Häuserschluchten der Stadt fährt der Zug ca. 5 Kilometer über eine Ebene, bevor er auf der Strecke das schwierige Terrain durch die Berge zu nehmen hat.
Bild 5 (A):
Nach der Ausfahrt aus Diyarbakir erreichen wir den ersten Kreuzungsbahnhof Leylek. Links mit DE 33 034 vor einem Güterzug nach Diyarbakir…
Bild 6 (B):
… und rechts wartet DE 24 178.
Bild 7 (B):
Bild 8 (B):
Nächster Bahnhof ist Geyik, hier mit Arbeitern, die sichtlich stolz auf die fotografische Abwechslung sind:
Bild 9 (B):
Mehr zu dem Bahnhof seht ihr hier:
[
drehscheibe-online.ist-im-web.de]
Weiter geht die Fahrt über die Rampe zwischen Geyik und Ergani. Aufgenommen aus der Blickrichtung von Diyarbakir:
Bild 10 (B):
Und die nächsten drei Bilder aus der Gegenrichtung.
Bild 11 (A):
Bild 12 (A):
Im Hintergrund ist Ergani zu erkennen, Der Ort liegt etwas abseits von der Strecke.
Bild 13 (A):
Hier erreichen wir den für den Bergbau wichtigen Bahnhof Ergani.
Bild 14 (A):
Bild 15 (A):
Bild 16 (A):
Ebenfalls in Ergani kreuzen wir den Yolcu Adana-Diyarbakir mit DE 24 342. Der Zug fährt z.Z. nicht.
Bild 17 (B):
Bild 18 (B):
Bild 19 (B):
Und dass es im Winter alles andere als angenehm in dieser Gegend ist, sieht man hier. Merkwürdige Seite, aber gute Bilder. Weiß jemand mehr über die Dampfschneeschleudern?
[
darkjuva.com]
Der umgestürzte Güterwagen ist ein Vorbote auf den schwierigen Streckenabschnitt, den der Zug im zweiten Teil zu durchfahren hat:
Bild 20 (A):
Fortsetzung folgt in Kürze.
Grüße
Alex
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:03:09:12:15:03.