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Tag 17: 16. August 2008: Lisboa
Vom ersten Tag in Lissabon war ich also schon schwer begeistert. Ich konnte mir nicht vorstellen, was mich noch alles erwarten würde. Der zweite Tag begann mit einem Blick aus dem Hotelfenster:

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6002.jpg
Blick aus dem Hotelfenster zur Straßenbahn und zum Metroabgang.

Heute erlebe ich auch den ersten Regen meiner Reise. Zwar brauche ich meinen Schirm nie, weil ich immer in einem Bahnhof bin, wenn es gerade etwas nieselt, aber es ist eben bedeckt. Das erste Mal seit meiner Landung in Barcelona vor zwei Wochen.
Mein erster Weg führt mich wieder zum Bahnhof Santa Apolónia, wo ich die Reservierung für den Talgo Pendular nach Porto, den ich morgen benützen will, besorgen muß. Die Platzkarte kostet 8 Euro und ist rasch erstanden – ohne Wartezeiten (also nicht wie in Barcelona). Und der Schalterbeamte spricht perfekt Englisch. Auch das System (Fahrkartencomputer) dürfte besser ausgerüstet sein als in Spanien: auf der Platzkarte steht in einem Feld: “INTER RAIL 2.CL”, damit ist also klar, mit welcher Fahrkarte diese Platzkarte gilt. Dieser Aufdruck fand sich in Spanien nirgends auf einer Reservierung.
Nun hab ich noch Zeit, mich auf dem Bahnhof umzusehen und einige Bilder zu machen. Und es ist auch Zeit, einige Fahrzeuge der CP vorzustellen:

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z60035612SApolonia.jpg
Wie so häufig steht eine Lok der Reihe 5600 in der Bahnhofshalle.

Die Baureihe 5600 entspricht der RENFE-Reihe 252. 30 Stück wurden ab 1993 geliefert. Anders als die sonst in Portugal üblichen und mir gar nicht gefallenden schrägen rot/weißen Streifen ist die Lok ganz anders lackiert. Zum Vervollständigen der UIC-conformen Nummer werden bei dieser Reihe die Ziffern 076 vor der eigentlich Loknummer eingefügt.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z60042270SApolonia.jpg
Triebwagen 2270.

Dieser Triebwagen gehört zur Baureihe 2240. Entstanden sind diese Garnituren durch Umbau aus den Reihen 2100 und 2200 (1970 bzw. 1984). Beim Umbau wurde u.a. die Front modernisiert. Für die UIC-Nummer werden die Ziffern 500 vor die Reihennummer eingefügt (also z.B. 90 94 5 002255-5.). Diese Triebwagen werden im Suburbano-Verkehr Lissabons eingesetzt, das man als S-Bahn-Netz bezeichnen kann. Das Bild zeigt übrigens auch die Nahverkehrsgleise südlich der eigentlich Bahnhofshalle. Wenn ich nicht irre, waren es vier Gleise.

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Lokomotive 2606.

Die Baureihe 2600 wurde in nur 12 Exemplaren ab 1974 gebaut. Als Zwischenziffer bei der UIC-Nummer wird 039 vor die Loknummer gesetzt. Die Loks wurden für Schnellzüge gebaut (200 km/h), aber inzwischen sind sie in den Güterverkehr abgewandert und die Höchstgeschwindigkeit wurde auf 100 km/h zurückgesetzt. Die gleich aussehenden, aber schnelleren Loks der Reihe 2620 (1987) gibt es gar nur in 8 Exemplaren.

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Lokomotive 5614 vor einem IC-Zug nach Porto.

So sehen die normalen Schnellzüge bzw. eigentlich “Intercidades” in Portugal aus. Eine Lok der Reihe 5600 und die Inoxwagen mit grünem Fensterband. Damit – und auch mit den vielen Inox-Triebwagen - sehen die portugiesischen Bahnen schon sehr viel anders aus als die Bahnen im Rest Europas. Der Zug steht übrigens auf den nördlichen Gleisen des Bahnhofs, wo viele Schnellzüge abfahren bzw. ankommen. In der Halle selbst gibt es ja nur zwei Gleise.

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Bahnhofsausfahrt Santa Apolónia.

Das Bild soll nicht den Alfa Pendular vorstellen, sondern die Ausfahrt des Bahnhofs Santa Apolónia. Sie wirkt recht eng: auf nur drei Gleise verengen sich die wenigstens 8 Bahnsteiggleise des Bahnhofs. Damit verabschieden wir uns wieder von diesem Kopfbahnhof. Ich nütze die Chance, mit einem grünen Doppelstockzug zum zweiten großen Bahnhof, Oriente zu fahren.

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Doppelstockzug Reihe 3500: oberer Fahrgastraum.

Über diesen Zug kann ich nur sagen: innen hui – außen pfui. Innen sieht der Zug ja nicht so übel aus, wie man hier sehen kann.

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Doppelstockzug 3524/74 der Reihe 3500.

Die vierteiligen Züge sehen auch ohne Graffiti nicht wirklich hübsch aus. Laut Railfaneurope gibt es nur 12 Garnituren, wie die zwei Triebköpfe zu den Nummern 3524 bzw. 3574 kommen, ist mir daher nicht ganz klar. UIC-konforme Nummern fand ich auf diesen Triebwagen übrigens nicht.

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Triebwagen 2374 der Reihe 2300.

Mit 42 Garnituren ist diese Baureihe die zahlenmäßig größte Triebwagen-Baureihe in Portugal. Die Triebwagen tragen die Nummern 2301-2342 bzw. auf der anderen Zugseite 2351-2392. Für die UIC-Nummer werden die Ziffern 922 eingefügt. Die 4-teiligen Triebwagen wurden ab 1992 geliefert und sind 120 km/h schnell. Fast alle Linien “Interurbanes” werden mit dieser Baureihe geführt, während die “Regionales” mit der Baureihe 2240 betrieben werden, wie auf dem nächsten Bild sichtbar:

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z60152247mit2270RegionalOriente.jpg
Triebwagen 2247 führt die Doppelgarnitur an.

Am Bahnhof Oriente schaue ich mich nun einmal ausführlich um. Die Bahnsteige bzw. eigentlich deren Überdachung sieht ja recht futuristisch aus. Die Architektur ist jedenfalls etwas Besonderes. Das Weiß der Dachkonstruktion sieht allerdings schon etwas alt und schal aus. Ob das die richtige Farbe für so eine Konstruktion ist? Die Besichtigung des Bahnhofsgebäudes bzw. der Anlage (kann man sie überhaupt als Gebäude bezeichnen?) hinterläßt aber gemische Gefühle. Es ist alles etwas unübersichtlich, außer der zentrale Gang. Aber man muß schon suchen, um eine Rolltreppe zu finden bzw. sein Gleis. Über Stiegen ginge es auch ohne viel Suchen, aber mit schwerem Gepäck nehme ich doch lieber Rolltreppen. Es ist alles nackter Beton, die Konstruktion zwar interessant, aber schön würde ich das nicht bezeichnen. Ein Übergang zu einem angrenzenden Einkaufszentrum ist – vermutlich aus Sicherheitsgründen – gesperrt. Und hier ein paar Bilder, um sich das Gebäude vorstellen zu können:

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6019BhfOriente.jpg
Von der Straßenseite (eigentlich Fußgängerbereicht, keine Straße).

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6018BhfOriente.jpg
Der im vorigen Bild sichbare Fußgängerübergang zu einem Einkaufszentrum ist (aus Sicherheitsgründen?) gesperrt.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6017BhfOriente.jpg
Und wieder führen wir weiter vom Vorbild: der sichbare große Bogen sieht im Bahnhofsinneren so aus. Nicht besonders heimelig.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6016BhfOriente.jpg
Noch mehr verwirrt wird man, wenn man von der Haupthalle (?) weitergeht. Unübersichtlich die einzelnen Stege, Wege und Treppen.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6019aBhfOriente.jpg
Zum Abschluß ein Blick in eine andere Ecke des großen Bahnhofs: unter anderem ein Metroabgang.

Schließlich fahre ich zum nächsten Ziel, der Station Entrecampos. Dort möchte ich in die Fertagus-Linie umsteigen. Entrecampos ist eine Umsteigestation zwischen Metro und S-Bahn. Die private Gesellschaft Fertagus, die den Verkehr über die Brücke des 25. April in die südlichen Vororte von Lissabon auf der anderen Tejoseite besorgt, hält ebenfalls hier. Außerdem ist hier die Endstation einer nicht elektrifizierten Nebenbahn – doch darauf bin ich erst viel später gekommen.
Ich habe auf einer interessanten Internetseite schon erfahren, daß man für Fertagus eigene Fahrkarten besorgen muß. (Wer genauere Infos über den Verkehr in Lissabon sucht, möge sich hier schlau machen, ich will mich nicht zu detailliert ausbreiten: [www.personal.u-net.com]
Der Schalter ist gar nicht so einfach zu finden. Das Untere dieser Station erinnert mit den vielen Betonelementen und Duchblicken an den Bahnhof Oriente. Und ist verwirrend. Die verschiedenen Ebenen, die Treppen und Rolltreppen, alles irgendwie zufällig angeordnet, oder ich durchschaue das System eben nicht. Jedenfalls ist auch dieser Bahnhof eher zum Fürchten und zu dunkel und nackt. Auch die Beschriftung ist schlecht. Als ich meine Fahrkarte bekomme (Umschlag mit Ticket und extra Quittung), erklärt mir noch jemand, daß ich das Ticket entwerten muß – berührungslos am Bahnsteig bei einem elektronischen Gerät. Man erkennt also am Ticket gar nicht, ob es nun schon entwertet worden ist oder nicht. Kommt mir nicht sehr sinnvoll vor. Seltsam auch, daß man durch ein Piktogramm auf dem Ticket darauf hingewiesen wird, selbiges nicht in den Müll zu werfen. Das hängt vielleicht mit dem als Punkt oder Körnchen fühlbaren elektronischen Bauelement zu tun, das in dem Karton eingearbeitet ist. Der Fahrpreis betrug übrigens 1,35 Euro.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6019b.jpg
Fertagus-Fahrkarten (rechts, beide Seiten) und Vorderseite des dreiteiligen Umschlags, in den das Ticket gesteckt wurde.

Auf dem Umschlag ist auch ein grünes Ticket abgebildet. Das sind die normalen Fahrkarten in Lissabon, auch die Straßenbahnfahrkarten von Fertagus auf der südlichen Tejoseite sehen so aus, nur steht auf der Rückseite groß “fertagus” drauf. Die Entwertung geschieht gleich wie mit den blauen Fahrkarten.

Dann warte ich auf meinen Zug, mit dem ich über die große Tejobrücke nach Pragal fahren möchte, weil dort die neue Straßenbahn (Metro sul do Tejo) den Betrieb aufgenommen hat. Es ist ein Doppelstockzug der gleichen Bauart wie bei CP, auch die Nummerngruppe ist die gleiche, nur andere (niedrigere) Ordnungsnummern. Ob die Nummern auf die beiden Betreiber CP und fertagus eindeutig aufgeteilt sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Die Angaben bei Railfaneurope sind ungenau. Übrigens sehen die Triebwagen von fertagus etwas besser gepflegt aus als die gleichartigen CP-Züge. Ich denke, es liegt weniger an der Farbgebung als mehr an der Sauberkeit. Das ändert nichts daran, daß das Design nicht besondes hübsch ist.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z60203507FertagusinEntrecampos.jpg
Doppelstocktriebwagen 3507 in Entrecampos.

Auf der folgenden Website gibt es einen sehr übersichtlichen Plan über die S-Bahn und Metro-Linien in Lissabon. Auch die Linien nach Cascais und Sintra sowie die Metro Sul de Tejo sind eingezeichnet sowie die Pläne für Erweiterungen.
[www.urbanrail.net]

Bevor mein Zug fährt, kommt noch ein IC-Zug aus Teja und Evora in Entrecampos an. Sein Ziel ist der Bahnhof Oriente. Auch diese Lok läßt die Verwandtschaft mit französischen Loks nicht leugnen.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z60221945EntrecamposICvonTejaundEvo.jpg
Lokomotive 1945 vor IC von Teja und Evora nach Lissabon.

Die Baureihe 1930 (Loks 1931 bis 1947) wurde ab 1981 gebaut. Die Reihe 1900 (1901-1913) sieht gleich aus, wird aber für Güterzüge verwendet. Der Unterschied sind die Bremsen. Vor 1999 endeten die Züge aus dem Süden auf dem südlichen Tejo-Ufer und man mußte eine Fähre benutzen, um in die Stadt Lissabon zu gelangen.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z60245307Fertagusinnen.jpg
Doppelstocktriebwagen von fertagus: Der Innenraum im Oberstock sieht anders aus als der der CP-Garnituren.

Leider beginnt es zu regnen und die Aussicht auf den Tejo bzw. auf die Stadt ist nicht hervorragend. Drüben geht es durch einen Tunnel und schon ist man in Pragal. Die “Metro Sul do Tejo” ist noch nicht komplett eröffnet. Nur das Stück von Universidade über Pragal nach Corroios ist in Betrieb und wird von den Linien 2 und 23 befahren. Die Linie 3 sollte von Universidade nach Cacilhas fahren, der Abschnitt von der Abzweigung bs Cacilhas ist aber noch nicht eröffnet. Die Linie 2 beginnt in Pragal, die Züge die von Universidade auf der Strecke der Linie 2 weitefahren, werden als Linie 23 beschildert. Die Linie 1 gibt es noch nicht, wie die Karte auf der vorhin erwähnten Website zeigt, wird sie von Corroios nach Cacilhas fahren. Die Fahrkarte sieht gleich aus wie die anderen Lissaboner elektronischen Fahrkarten, sie kostet 1,35 Euro und man bekommt aus dem Fahrkartenautomaten zusätzlich auch einen Rechnungsbeleg ausgedruckt.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6034MetroSuldoTejoC017inPragal.jpg
Wagen C017 der Metro Sul do Tejo.

Ich besteige also einen Zug der alle 15 Minuten verkehrenden Straßenbahn und fahre nach Corroios, von wo ich wieder mit der Fertagus-Linie zurück nach Lissabon fahren möchte. Die Strecke ist größtenteils auf eigenem Bahnkörper verlegt, fallweise aber auch im Straßenpflaster. Fahrgäste gibt es nicht viele, das liegt vielleicht an der Tageszeit (Samstag Vormittag). Bei der Abzweigung Richtung Cacilhas sehe ich, daß die Strecke an sich fertig aussieht, die Gleise aber natürlich unbefahren. Das Bild aus dem Wagenfenster ist aber unspektakulär, daher verzichte ich darauf.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6036MetroSuldoTejoC017innen.jpg
Innenraum des vorher gezeigten Wagens.

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So sieht der “Entwerter” aus der Nähe aus. Man entwertet, indem man die Karte vor dem schwarzen Punkt vorbeizieht. Ein Signal ertönt und zeigt an, daß das Ticket entwertet ist.

Bei der Endstation Corroios gibt es zwei Bahnsteige. Die Anzeige ist vorbildlich, auch wenn aufgrund der Frequenz meinBild nicht optimal geworden ist. Aber auch das schlechte Wetter ist schuld daran.

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Fahrtzielanzeiger an der Haltestelle Corroios der Metro Sul do Tejo.

Übrigens sprechen die Portugiesen Corroios wie Kochoiosch aus. Aber die Aussprache war mir in nur drei Tagen Portugal sowieso ein nicht ganz zu lösendes Rätsel. An der Haltestelle gibt es auch informative schematische Netzpläne. Hier ist auch ersichtlich, daß ein Fahrschein 85 Cent kostet und zur Fahrt auf dem ganzen Netz innerhalb einer Stunde ab Entwertung gilt. Die Uhrzeit findet man allerdings nirgends auf dem Ticket, sondern nur auf der Rechnung. Vielleicht wird sie beim Vorbeiziehen am Entwerter im Display des Entwerters angezeigt? So ähnlich erlebte ich es in Tallinn.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6042MetroSuldoTejoLiniennetz.jpg
Netzplan der Metro Sul do Tejo.

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Der Triebwagen C017 als Linie 23 bei der Rückfahrt.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6048MetroSuldoTejoC021inCorroios.jpg
Triebwagen C021 kommt als nächster Zug. Ihn hab ich in der modernen Siedlung kurz vor dem Bahnhof fotografiert.

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Die Zufahrtsgleise auf dem Bahnhofsvorplatz von Corroios. Links die zwei Gleise kommen vom Abfahrtsbahnseig. Wenn ich mich recht erinnere, gibt es hier eine Wendeschleife, obwohl Zweirichtungswagen eingesetzt werden.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6043BhfCorroios.jpg
Das Portal des gefälligen Bahnhofs Corroios aus der Nähe.

Lustig finde ich bei der Endstation Corroios die modernen Wohnbauten. Die Straßenbahn fährt ja hier durch völlig neue Siedlungsgebiete. Die Gewohnheit die Wäsche öffentlich auszuhängen ist selbst bei diesem modernen Wohnblock nicht abhanden gekommen:

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6044.jpg
Wäsche auch auf modernen Wohnblocks.

Der Bahnhof Corroios ist sehr modern und macht einen guten Eindruck auf mich. Im Inneren gibt es eine Art Bistro und hier kann ich einige portugiesische Spezialitäten billig probieren (Fleischkroketten zum Beispiel). Die Doppelstockzüge von Fertagus verkehren an Werktagen alle 10 bis 20 Minuten (je nach Tageszeit) bis Coina, weiter bis Setúbal geht es alle 60 Minuten, zweitweise auch alle 30 Minuten. Fahrpläne von Fertagus findet man z.B. hier:
[url]http://www.fertagus.pt/Horarios.aspx?sid=16068224-81d2-4e2a-9c92-26bd3d8796a8&cntx=95SrG3v9VWsNq4xdP3Cp%2BKySfvaZvGsLD%2BwRH8sE1g7HQB7Xkrw%2Bpxwmst4rInXO[(url]

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z60505364FertagusinCorroios.jpg
Fertagus-Triebwagen 3564/3514 in Corroios.

Nach einigem Beobachten steige ich also wieder in einen Doppelstockzug ein und fahre zurück nach Entrecmapos. Der Fahrpreis beträgt 1,65 Euro. Die Fahrzeit beträgt 21 Minuten. Dort steige ich in die gelbe U-Bahn-Linie um und fahre bis Campo Grande, denn dort kommt die Linie an die Oberfläche und man kann vielleicht Bilder machen. Und so ist es auch: ich kann zwei Metro-Bilder vom Bahnsteig aus machen:

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6052MetroinCampoGrande.jpg
Metro Lissabon in Campo Grande.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6053MetroinCampoGrande.jpg
Metro Lissabon in Campo Grande.

Um das Gleisdreieck zwischen fertagus-Linie und Sintra-Linie zu sehen, und um überhaupt mich etwas umzusehen, fahre ich nun nach Benfica, das liegt auf der Sintra-Linie. Von dort über die Sintra-Linie zurück nach Rossio. Dort sehe ich einen Triebwagen der Reihe 3200 im neuesten Design.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z60542302RossioNeulack.jpg
Triebwagen 2302 im Bahnhof Rossio.

Das Wetter ist immer noch trüb, aber naß werde ich nie. Ich spaziere nun zur Straßenbahnlinie 15 und fahre nach Cais do Sodre. Hier kann ich endlich den Bahnhof von außen fotografieren, allerdings nicht gut, denn er verbirgt sich hinter Absperrungen. Der Umbau ist noch nicht vollendet.

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Bahnhof Cais do Sodré: man erkennt, daß er hübsch renoviert worden ist.

Mein Ziel ist nun die Straßenbahn-Gleislage in der Nähe dieses Bahnhofs, wo es einmal eine Linie Richtung Norden gegeben hat, die auf einer Brücke die heute darunter führende Linie 25 gequert hat. Die einbindung in die Hauptstrecke der Linie 15 ist in zwei Gassen aufgeteilt:

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6056.jpg
Touristen-Tram Nr. 8 fährt gerade aus dieser Seitengasse heraus.

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Aber der Triebwagen 508 der Linie 15 hat Vorfahrt. Ein seltsames Gegenüber: alt und neu!

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6058.jpg
Über die Brücke fuhr einmal eine Straßenbahn von der Schleife vor dem Bahnhof Cais do Sodré Richtung Norden. Wenigstens darunter möchte ich einen Straßenbahnzug ablichten.

Ich warte aber vergeblich auf einen Zug der Linie 25, denn heute Samstag verkehrt die Linie leider nicht (auch nicht an Sonn- und Feiertagen), wie ich bald darauf feststelle. Lediglich die roten Rundfahrtwagen fahren fallweise hier, aber nur den schon gezeigten Wagen Nr. 8 konnte ich fotografieren, bei der Brücke warte ich aber vergeblich. Da mir eine Dame des horizontalen Gewerbes in der stillen Seitengasse zu sehr auf die Nerven geht, lasse ich schließlich das Warten und gebe mich geschlagen. Zu gerne hätte ich diese westlichen Stadtteile noch befahren. Ich muß also wieder einmal nach Lissabon kommen…

Nun schaue ich noch zur Talstation des Elevador da Bica. Der Schaden von gestern sollte doch heute schon behoben sein. Und so ist es. Ich kann heute also mit diesem Elevador nach oben fahren.

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Talstation des Elevador da Bica in der Rua de São Paulo 234.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6060ElevadordaBica.jpg
Rückblick auf die Talstation.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6061ElevadordaBica.jpg
Zugbegegnung im Elevador da Bica.

Das nächste Ziel ist wieder der Bahnhof Oriente. Ich gehe zu Fuß zur Metrostation Baixa/Chiado, von dort fahre ich mit der grünen und roten Metrolinie zur Estação do Oriente. Ich habe mir die Abfahrtszeit des Sud-Express aufgeschrieben und möchte diesen zweiten internationalen Zug in Portugal unbedingt fotografieren, der noch mit herkömmlichem Wagenmaterial geführt wird. Leider findet sich auf dem Bahnhof keine weithin sichtbare Tafel mit den Zugsabfahrten. Bildschirme gibt es, aber sie sind auch schwer zu finden. Alles wirkt etwas unübersichtlich. Es gibt viel Security-Personal, das ist mir bisher gar nicht so aufgefallen. Bevor der Zug kommt, gibt es noch andere interessante Sachen zu fotografieren:

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Ein IC von Evora (südlich des Tejo) mit der Diesellok 1944.

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Doppelstocktriebwagen 3574/3524.

Auch den Bahnhof selbst versuche ich noch einmal festzuhalten. Die Stationsschilder sind nicht gerade sehr ansprechend: Daß Oriente ein Bahnhof von Lissabon ist, muß man schon wissen. Es gibt wieder Sprühregen, aber ich bin hier wieder unter Dach!

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Graue Tafeln, die man erst spät bemerkt, jedenfalls nicht aus dem Zug blickend.

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Auf diesem Bild kann man die ganze Anlage des Bahnhofs gut erkennen.

Und dann kommt er endlich, der Sud-Express von Lissabon nach Hendaye, früher einmal bis Paris. Heute ist es schneller, wenn man an der Grenze in den TGV nach Paris umsteigt. Wie lange es noch dauern mag, bis man von Paris bis Lissabon auf Hochgeschwindigkeitsstrecken unterwegs ist, kann man aber wohl noch nicht realistisch sagen. Deutlich sichtbar auf dem Bild sind die drei spanischen Wagen. Der letzte Wagen (ein Schlafwagen de CP) ist blau lackiert und kein Inox-Wagen! Der Zug wird in drei Sprachen angesagt: Portugiesisch, Französisch, Spanisch (kastillisch) – in dieser Reihenfolge! Auch der Anschluß per TGV nach Paris wird angesagt. Seltsamerweise wird auf den Bahnsteig-Anzeigetafeln als Zugziel aber Vilar Formosa angeschrieben (die Grenzstation zu Spanien).

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Sud-Express mit Lokomotive 5607 in Oriente.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6075Wagenlaufschild.jpg
Ein Wagenlaufschild – so etwas gibt es in Portugal also noch!

Endlich gelingt auch ein gutes Bild eines Alfa Pendular, Triebwagen Reihe 4000, hier Nummer 4005. Zehn sechsteilige Garnituren wurden ab 1999 gebaut. Sie erreichen 220 km/h und besitzen Wagenkastenneigung. Für die UIC-Nummer werden die Ziffern 954 eingefügt. Auf den Zug mußte ich aber lange warten: er hatte 37 Minuten Verspätung

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Triebwagen 4005 Alfa Pendular – der Stolz der CP.

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Die UIC-Nummer wirkt durch die Zifferneinteilung so, als ob es sich um eine Baureihe 544 handeln würde.

Nun fehlt mir noch ein Elevador, der allerdings gar nicht so leicht zu finden ist. Es ist der Elevador da Lavra. Informationen auf Deutsch zu den Elevadores und zu den Bahnhöfen findet man übrigens auch hier:
[www.lissabonline.de]

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6078aElevadordaLavra.jpg
Etwas versteckt ist der Elevador da Lavra, der älteste Lissabons.

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Die Strecke ist ziemlich steil.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6081ElevadordaLavra.jpg

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6086ElevadordaLavra.jpg

Und nun bleibt noch der Abend und die schwere Entscheidung, womit man die letzten Stunden in Lissabon verbringen soll. In der Stadt gäbe es noch viel Interessantes, aber die Zeit reicht nicht. So fällt die Entscheidung nicht schwer, doch noch nach Sintra zu fahren, um die Strecke kennenzulernen und vielleicht doch die Straßenbahn zu finden. Der Bahnhof Rossío hat es mir angetan, er gefällt mir einfach und auf der oben beschriebenen Website steht sogar, daß es der erste Fernbahnhof für Lissabon war.

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In der Halle steht ein erneuerter Triebwagen (2356/2306).

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In Sintra fällt mir gleich der hübsch gestaltete Schalterraum auf.

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Auch die Bahnsteige sind interessant (siehe die Dächer). Triebwagen 2317 steht hier, die Reihe wurde speziell für die Sintralinie gebaut.

Leider ist kein Stadtplan am Bahnhof zu entdecken, auf dem die Straßenbahnstrecke eingezeichnet wäre. Ich gehe also mit den Massen mit bzw. in die Richtung, die Richtung Stadt weist. Die Straßenbahn ist aber – wie ich später daheim höre – rechts und nicht links. Ich finde sie erst auf einem anderen Plan in der Stadt nach einem Fußmarsch. Dort jedoch ist die Station noch weiter außerhalb der Stadt eingezeichnet, also unerreichbar. Daß die Endstation doch nahe des Bahnhofs gelegen ist, erfahre ich also leider erst daheim, aber es ist egal. Ich habe ohnedies viel gesehen. Und ich muß sowieso wieder mal nach Portugal!

Nach der Rückfahrt nach Lissabon spaziere ich noch ein wenig und atme das Flair der Stadt ein. Dabei gelingt mir ein hübsches Bild der Kathedrale in der blauen Stunde. Nicht mit Straßenbahn, aber mit Schienen. Damit beschließe ich den Lissabon-Besuch. Morgen geht es weiter nach Porto.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/espana1/z6101.jpg
Hallo tokkyuu,

danke für deine tollen Bilder. Es ist immer wieder schön sich an Lissabon zu erinnern, allein schon weil es so viele verschiedene Verkehrsmittel und Baureihen gibt.


tokkyuu schrieb:
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> Dieser Triebwagen gehört zur Baureihe 2240.
> Entstanden sind diese Garnituren durch Umbau aus
> den Reihen 2100 und 2200 (1970 bzw. 1984). Beim
> Umbau wurde u.a. die Front modernisiert. Für die
> UIC-Nummer werden die Ziffern 500 vor die
> Reihennummer eingefügt (also z.B. 90 94 5
> 002255-5.). Diese Triebwagen werden im
> Suburbano-Verkehr Lissabons eingesetzt, das man
> als S-Bahn-Netz bezeichnen kann. Das Bild zeigt
> übrigens auch die Nahverkehrsgleise südlich der
> eigentlich Bahnhofshalle. Wenn ich nicht irre,
> waren es vier Gleise.
>

naja, nicht ganz. Die CP setzt die 2240-Züge auf den (Inter-)Regionalverkehren ein. Dein von dir fotografierter Zug wird wahrscheinlich entweder nach Tomar oder nach Entroncamento gefahren sein. Auf den Suburbanos werden in Lissabon (i.G. zu Porto) ganz besondere Züge (im Sinne von portugalweit einmalige Baureihen) eingesetzt.


> Über diesen Zug kann ich nur sagen: innen hui –
> außen pfui. Innen sieht der Zug ja nicht so übel
> aus, wie man hier sehen kann.

haha, auf jeden Fall. Die Vorortzüge der CP sind, wie ich mich erinnere, nicht immer die schönsten, v.a. im Bezug auf Sauberkeit. Da macht das Fertagus schon besser.

> Am Bahnhof Oriente schaue ich mich nun einmal
> ausführlich um. Die Bahnsteige bzw. eigentlich
> deren Überdachung sieht ja recht futuristisch aus.
> Die Architektur ist jedenfalls etwas Besonderes.

Laut Santiago Calatrava soll das angeblich ein Baumdach wie etwa im Dschungel darstellen,...

> Ein Übergang
> zu einem angrenzenden Einkaufszentrum ist –
> vermutlich aus Sicherheitsgründen – gesperrt.

Nein, das muss einmalig gewesen sein. Normalerweise ist der Zugang zum „Centro Comercial Vasco da Gama“ immer offen und wird rege genutzt.

> Schließlich fahre ich zum nächsten Ziel, der
> Station Entrecampos. Dort möchte ich in die
> Fertagus-Linie umsteigen. Entrecampos ist eine
> Umsteigestation zwischen Metro und S-Bahn. Die
> private Gesellschaft Fertagus, die den Verkehr
> über die Brücke des 25. April in die südlichen
> Vororte von Lissabon auf der anderen Tejoseite
> besorgt, hält ebenfalls hier. Außerdem ist hier
> die Endstation einer nicht elektrifizierten
> Nebenbahn – doch darauf bin ich erst viel später
> gekommen.

Ja, die Züge der Linha do Oeste aus Caldas da Rainha (bei Leiria) enden in Entrecampos. Nebenbahn triffts leider genau, mit ordentlichem Zugmaterial, vernünftigen Takten sowie einer Elektrifizierung hätte die Strecke eine wesentlich höhere Bedeutung. Die Züge fahren von Entrecampos über Campolide, Cacém, Torres Vedras nach Caldas da Rainha.

> Ich habe auf einer interessanten Internetseite
> schon erfahren, daß man für Fertagus eigene
> Fahrkarten besorgen muß.

Fahrkarten sind in Lissabon sowieso immer eine Sache für sich. Ein Verkehrsverbund gibt es in dem Sinne nicht. Erst seit neuestem ist es möglich neben den bisher schon verkauften Kombitickets Metro/Carris auch Fahrscheine für Metro + Carris (Straßenbahn, Bus, Lifte) + Transtejo/Soflus (Tejofähren) zu kaufen („Zapping“). Eine Ausnahme bilden übrigens dabei die Lisboa-Viva-Monatskarten. Wenn man dort genügend Zonen gekauft hat, kann man damit jedes Verkehrsmittel nutzen. Mal sehen, ob es das irgendwann auch für den Gegelenheitsfahrgast geben wird.


> Der Schalter ist gar nicht so einfach zu finden.
> Das Untere dieser Station erinnert mit den vielen
> Betonelementen und Duchblicken an den Bahnhof
> Oriente. Und ist verwirrend. Die verschiedenen
> Ebenen, die Treppen und Rolltreppen, alles
> irgendwie zufällig angeordnet, oder ich
> durchschaue das System eben nicht. Jedenfalls ist
> auch dieser Bahnhof eher zum Fürchten und zu
> dunkel und nackt. Auch die Beschriftung ist
> schlecht.

Entrecampos ist noch ganz okay, da finde ich Sete Rios schlimmer. Fertagus-Fahrkarten kannst du natürlich auch an den blauen Fertagus-Automaten kaufen.

> Als ich meine Fahrkarte bekomme
> (Umschlag mit Ticket und extra Quittung), erklärt
> mir noch jemand, daß ich das Ticket entwerten muß
> – berührungslos am Bahnsteig bei einem
> elektronischen Gerät.

Ja, klar. Während es in Lissabon zugangsfreie Bahnhöfe gibt, musst du beim Verlassen der Fertagusbahnhöfe südlich von Lissabon (Pragala, Corroios, Fogueiteiro, etc.) Zugangsperren passieren. Dort musst du deine Fahrkarten wieder dranhalten, um durchzukommen. Das System hat aber extrem viele Krankheiten und ich musste oft dem glücklicherweise dort vorhandenen Personal beim Verlassen des Bahnhofes meine Quittung zeigen, weil die Zugangssperren meine Karte nicht akzeptierten.

> Nur das
> Stück von Universidade über Pragal nach Corroios
> ist in Betrieb und wird von den Linien 2 und 23
> befahren. Die Linie 3 sollte von Universidade nach
> Cacilhas fahren, der Abschnitt von der Abzweigung
> bs Cacilhas ist aber noch nicht eröffnet.

Seit dem 27. November ist das zum Glück der Fall, damit erreicht die Straßenbahn – die die portugiesischen Marketingexperten frecht „Metro“ nennen, obwohl „Elétrico“ der richtige Begriff wäre – die Gebiete mit wirklich großen Einwohnerzahlen.

> Fahrgäste
> gibt es nicht viele, das liegt vielleicht an der
> Tageszeit (Samstag Vormittag).

Einerseits das. Andererseits gibt es derzeit auch keinen triftigen Grund mit der Straßenbahn zu fahren, da sie ohne den Cacilhas-Ast keine wichtigen Ziele erreicht (abgesehen vielleicht von ein paar Studenten, die zur Uni wollen). Erst mit dem Cacilhas-Ast ist auch das ganze Netz sinnvoll.

> Übrigens sprechen die Portugiesen Corroios wie
> Kochoiosch aus. Aber die Aussprache war mir in nur
> drei Tagen Portugal sowieso ein nicht ganz zu
> lösendes Rätsel.

Haha, ja, Portugiesisch ist schon eine sehr lustige, nuschlige Sprache. Ist übrigens nicht „Kochoiosch“ sondern eher „Korrrrroiuuusccchhh“ mit einem schön gerolltem r.

> Wenn ich mich recht erinnere,
> gibt es hier eine Wendeschleife, obwohl
> Zweirichtungswagen eingesetzt werden.

Es gibt direkt neben dem Bahnhof ein Mittelgleis, über das die Züge normalerweise wenden. Ein paar Kilometer weiter Richtung Süden befindet sich der Betriebshof der Metro Sul do Tejo. Eine „echte“ Wendeschleife gibt es soweit ich mich erinnere im gesamten Netz nicht.


> Das Wetter ist immer noch trüb, aber naß werde ich
> nie. Ich spaziere nun zur Straßenbahnlinie 15 und
> fahre nach Cais do Sodre. Hier kann ich endlich
> den Bahnhof von außen fotografieren, allerdings
> nicht gut, denn er verbirgt sich hinter
> Absperrungen. Der Umbau ist noch nicht vollendet.

Ja, die REFER baute da ziemlich lang daran. Das war in ein Gesamtprojekt integriert, gleichzeitig wurde der benachbarte Fährterminal komplett neugebaut sowie die Verbindung zwischen Metro und Linha de Cascais erheblich verbessert sowie der Altbau aus zwanziger Jahren saniert. Ich finds gelungen.

> Das nächste Ziel ist wieder der Bahnhof Oriente.
> Ich gehe zu Fuß zur Metrostation Baixa/Chiado, von
> dort fahre ich mit der grünen und roten Metrolinie
> zur Estação do Oriente. Ich habe mir die
> Abfahrtszeit des Sud-Express aufgeschrieben und
> möchte diesen zweiten internationalen Zug in
> Portugal unbedingt fotografieren, der noch mit
> herkömmlichem Wagenmaterial geführt wird. Leider
> findet sich auf dem Bahnhof keine weithin
> sichtbare Tafel mit den Zugsabfahrten. Bildschirme
> gibt es, aber sie sind auch schwer zu finden.

Ja, Abfahrtstafeln wie in Deutschland gibt es kaum. Ich kenne eine in Coimbra-A und in Porto Campanhã, aber sonst sind solche Abfahrtstafeln sehr selten und auf keinen Fall Standart in Portugal.

> Auch den Bahnhof selbst versuche ich noch einmal
> festzuhalten. Die Stationsschilder sind nicht
> gerade sehr ansprechend: Daß Oriente ein Bahnhof
> von Lissabon ist, muß man schon wissen.

Ein Portugiese würde über diese Äußerung sehr lachen, denn es ist quasi für jeden klar, dass der Bahnhof Oriente in Lissabon ist. Wie du vielleicht weißt, entstand der Bahnhof für Expo 1998, was *DAS* Ereignis für Portugal war. Deswegen ist der Bahnhof gemeinsam mit dem Expogelände – heute als Parque das Nações (Park der Nationen) bezeichnet – portugalweit bekannt. Aber allgemein sprichst du ein sehr wichtiges Problem an: Man weiß eigentlich nie, ob der jeweilige Bahnhof in Lissabon liegt oder nicht. Das wirst du vielleicht auch auf deiner Fahrt nach Sintra bemerkt haben – wann fängt Lissabon an und wo hört es auf? Benfica ist übrigens der letzte Bahnhof auf der Strecke, der sich in Lissabon befindet – aber ohne auf den Stadtplan zu sehen, weiß man das nicht.

> Und dann kommt er endlich, der Sud-Express von
> Lissabon nach Hendaye, früher einmal bis Paris.
> Heute ist es schneller, wenn man an der Grenze in
> den TGV nach Paris umsteigt. Wie lange es noch
> dauern mag, bis man von Paris bis Lissabon auf
> Hochgeschwindigkeitsstrecken unterwegs ist, kann
> man aber wohl noch nicht realistisch sagen.

Erst wäre ja der Hochgeschwindigkeitsbetrieb zwischen Lissabon und Madrid ein Fortschritt, den es ja angeblich ab 2013 geben soll (siehe [www.rave.pt]). Mal sehen, ob sich das verzögert oder nicht,... Wenn das geschafft ist, wird es aber hoffentlich nicht mehr allzu lange dauern, bis von Paris direkt nach Lissabon geht. Bekanntlich wird das neue Hochgeschwindigkeitsnetz von Portugal ja in Normalspur von 1435 mm und nicht in der iberischen Spur von 1688 mm gebaut.


Wie gesagt, tolle Bilder! Schön, dass dir Lissabon so gut gefallen hat.

Viele Grüße,
Cornelius
Was die Reihe 3500 betrifft, da scheint es ziemliche Verwandschaften zur BR 450 von Renfe, gebaut von CAF, zu geben.

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/13/1246913/1280_3038613636376563.jpg
Nicht selbstverständlich, wo sich doch Portugiesen und Spanier normalerweise überhaupt nicht mögen. Selbst bei der Spurweite hat man sich schwergetan und mit 1665 und 1672mm einen Unterschied konstruiert (der erst in den letzten Jahren auf 1668mm vereinheitlicht wurde). Die CP hat doch bisher immer mehr nach Frankreich geguckt.
Soll eigentlich die Schnellfahrstrecke nach Madrid völlig neu trassiert werden? Umspurbare Schwellen, die in Spanien eher die Regelbauart bei Umbauten darstellen, habe ich in Portugal nicht gesehen.

»Talgo Pendular« nach Porto, gibt es dafür eigene Einheiten im CP-Park oder greift man auf die Bestände von Talgo in Spanien zurück?

Falk



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:01:02:03:29:08.
Vielen Dank für die sehr ausführlichen Kommentare von jc. Vieles ist hochinteressant, allerdings - was die Sprache betrifft - möchte ich bewußt daran festhalten, daß sehr häufig r oder rrr wie ch klingt. Ich glaube das sogar in irgendeinem Sprachführer mal gelesen zu haben. Die Sprachen mit den meisten R (rrrrrr) scheint jedoch baskisch zu sein. Aber das kommt erst in einem späteren Teil (voraussichtlich Teil 12 oder 13).

Die Verwandtschaft von RENFE 450 und CP 3500 hab ich schon mal wo gelesen, der spanische Typ war das Vorbild.
Es beruhigt mich auch sehr, endlich mal zu lesen, daß es früher verschiedene Spurweiten gab (oder man sie als verschieden bezeichnete). Nämlich 1665 und 1672 mm. Ich hab das immer irgendwo im Hinterkopf gespeichert gehabt von früher her. Seit wann man nicht mehr von 1672 sondern von 1668 spricht, ist mir allerdings nicht bekannt. Meine Speicherungen stammen natürlich aus den 70er-Jahren, als ich begann, mich mit dem Eisenbahnhobby zu befassen. Damals waren die großen Spurweiten Europas 1435mm, 1524mm, 1600mm und 1672mm. So wurden sie bezeichnet. Heute heißt es hingegen 1520 und 1668 mm.

Talgo Pendular? In Portugal? Der Zug wird als Alfa Pendular bezeichnet und ist im Wesentlichen wohl eine Abart des ETR 470.
tokkyuu schrieb:

> Bei der Endstation Corroios gibt es zwei
> Bahnsteige. Die Anzeige ist vorbildlich, auch wenn
> aufgrund der Frequenz meinBild nicht optimal
> geworden ist. Aber auch das schlechte Wetter ist
> schuld daran.
>
> [i393.photobucket.com]
> Fahrtzielanzeiger an der Haltestelle Corroios der
> Metro Sul do Tejo.

Ist wohl der Notbetrieb einer Istzeitanzeige: Schauen Sie auf den Fahrplan!

Immerhin mit den nächsten Planabfahrzeiten.

Gruß, ULF
Moin,

tokkyuu schrieb:

> Talgo Pendular? In Portugal? Der Zug wird als Alfa
> Pendular bezeichnet und ist im Wesentlichen wohl
> eine Abart des ETR 470.

Ist der Nachtzug von Madrid etwa ungeneigt?

Gruß, ULF
falk schrieb:
-------------------------------------------------------
> Was die Reihe 3500 betrifft, da scheint es
> ziemliche Verwandschaften zur BR 450 von Renfe,
> gebaut von CAF, zu geben.

Ja, der 450er stand ohne Zweifel Vorbild für den 3500er. Wäre auch sonst ein wirklich großer Zufalls, sind die portugiesischen Doppelstockzüge auch von CAF produziert worden.

> Soll eigentlich die Schnellfahrstrecke nach Madrid
> völlig neu trassiert werden? Umspurbare Schwellen,
> die in Spanien eher die Regelbauart bei Umbauten
> darstellen, habe ich in Portugal nicht gesehen.

Ja, wird komplett neu trassiert. Das wird in Portugal gemeinsam mit dem Neubau des Flughafens Lissabon eines der Megabauprojekte. Wie schon oben geschrieben, schau mal auf [www.rave.pt]. RAVE (Rede ferroviária de Alta VElocidade) ist das Konsortium, das die Koordination und Planung des ganzen Systems übernommen hat.

Viele Grüße,
Cornelius
Ulf Kutzner schrieb:
-------------------------------------------------------
> Moin,
>
> tokkyuu schrieb:
>
> > Talgo Pendular? In Portugal? Der Zug wird als
> Alfa
> > Pendular bezeichnet und ist im Wesentlichen
> wohl
> > eine Abart des ETR 470.
>
> Ist der Nachtzug von Madrid etwa ungeneigt?
>
> Gruß, ULF

Falk schrieb:
»Talgo Pendular« nach Porto, gibt es dafür eigene Einheiten im CP-Park oder greift man auf die Bestände von Talgo in Spanien zurück?

Darauf bezog sich meine Anfrage. Talgo Madrid-Lisboa gibt es natürlich, aber das ist ja kein Hochgeschwindigkeitsverkehr! Und das sind selbstverständlich RENFE-Talgo-Wagen. Siehe Bild bei der Ankunft in Santa Apolónia im vorigen Teil.
Im Übrigen hab ich nirgends auf meinen Fahrten bemerkt, daß sich die Talgowagen neigen - was natürlich nichts heißen muß.

Re: weitere Ergänzungen

geschrieben von: frtramfan

Datum: 02.01.09 16:09

jc hat schon wunderbar Ergänzungen geliefert, da muss ich mit meinem langsamen Tippen schon weniger schreiben ;-)


Buchungsystem:
Das System mag besser funktionieren als in Spanien, Probleme gibt's trotzdem ;-)
Je nach Verbindung kann es sein, dass man umständlich mehrere einzelne Fahrkarten pro Fahrtabschnitt bekommt.
Das betrifft - falls ich noch auf dem aktuellen Stand bin - auch die erwähnte "Linha do Oeste": Je nach Wochentag beginnen deren Züge erst im neugebauten Bahnhof Mira Sintra-Meleças (erster Bahnhof nach der Abzweigung in Cacém), wo auch Züge vom Rossio aus hinfahren. Die Monatskarte gilt in der maximalen Ausdehnung bis Cacém, man braucht nun eine Fahrkarte Cacém - Mira Sintra-Meleças und eine Fahrkarte von dort weiter. Bekanntlich sind die ersten Kilometer die teuersten ...

Doppelstockzüge:
Innen hui? Ich mag sie weder außen noch innen (liegt vielleicht auch an meiner Körpergröße) ...

Estação do Oriente:
Ich finde den Bahnhof auch interessant - aber eben ziemlich kühl. Dass die breite Passage zum Einkaufszentrum offen ist, ist klar; den Steg in größerer Höhe kenne ich aber - glaube ich - auch nur in der Variante "zu" ...

Chipkarten:
Die Aufladerei ist schon etwas speziell, wenn man mitteleuropäische Verkehrsverbünde kennt ;-)
Bei der von jc genannten Zeitkarten-Variante gibt's dann übrigens eine stabilere Plastikkarte (mit Foto). Macht Spaß, die von Deutschland aus zu beantragen, wenn man den Antrag offiziell nicht knicken darf ...

Entrecampos:
Super Umsteigestation ...
Der Bahnhof "Entrecampos" liegt eigentlich ja zwischen den Stationen "Campo Pequeno" und "Entrecampos" der Metro. So sieht langfristige Planung aus - beim Metrobau gab's die Bahnstrecke auch schon ...

Tejobrücke:
Die Bahnverbindung über die Brücke gibt's zwar seit 1999, Fernverkehr aber noch nicht so lange. Die Fährverbindung war also noch länger der "Normalfall" - dieser (lange von der CP betriebenen) Fährverbindung ist auch die bahnhofsartige Schiffsstation "Sul e Sueste" in Lissabon zu verdanken.

Metro Sul do Tejo:
Zwar liegen die Gleise stellenweise im Pflaster, ich meine aber, dass nirgendwo mit dem Individulverkehr "geteilt" wird. Sonst wäre "Metro" auch wirklich fehl am Platz - so kann man's als Stadtbahn durchgehen lassen.
Ein weiterer - typisch portugiesischer - Grund für mangelnde Fahrgäste mag sein, dass man bei der Monatskarte die Option, im entsprechenden Gebiet die "MST" benutzen zu dürfen, separat buchen - und bezahlen - muss ...

Portugiesische Sprache:
Kein Kommentar. Ich find's ganz normal ;-)

Cais do Sodré:
Zwar hübsch renoviert, aber gleichzeitig ein Paradebeispiel, wie man Umsteigewege schön lang gestalten kann. Normalerweise verzichte ich gern auf Aufzüge, weil's über die Treppe schneller geht - hier kann man hunderte Meter sparen ...

Straßenbahn mit Vorfahrt:
Vermutlich lässt die Nostalgie-Tram den Vortritt, weil sie am Ziel (Praça do Comércio) rückwärts in das Bereitstellungsgleis der Nostalgie-Rundlinie rangieren muss.


Nicht zu vergessen:
Vielen Dank für die schönen Bilder!

Ich bin eher der sich im Alltag mehr oder weniger freuende Nutzer des dortigen Öffentliche Verkehrs. Mit Baureihen etc. kennst du dich wahrscheinlich sogar besser aus - ich kann sie nur optisch zuordnen ...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:01:02:16:47:11.
Nein, das fliehkraftbedingte Auspendeln der Wagenkästen merkt man beim Talgo Pendular wirklich nicht. Das würde ich mal als großen Vorteil dieser passiv wirkenden Einrichtung bezeichnen. Richtig schwach wird ein Talgo erst auf schlecht liegendem und vielleicht noch gelaschtem Oberbau. Da merkt man dann das Zweiachserverhalten schon sehr. Bei Drehgestellen wird jeder Schlag, egal in welcher Richtung, halbiert.

Gut, dass das Missverständnis mit »Talgo-« und »Alfa Pendular« geklärt ist. Damit ist es wirklich nur ein inzwischen gewöhnlicher Pendolino.

Jetz muss es nur noch funktionieren, dass das nun wirklich entstehende europäische Hochgeschwindigkeitsnetz vollständig in bestehende Tarife integriert wird. Vielleicht bekommt man sogar mal eine europaweite Vereinfachung hin. Ob die Verantwortlichen wissen, dass der Verzicht auf Reservierungspflichten, Zugbindungen und »nachfrageangepasste Preise« die Akzeptanz der Eisenbahn nachhaltig verbessern wird? Ich habe da ganz leise Zweifel. Auf jeden Fall ist interessant, dass die Neubaustrecke wieder über Badajoz verlaufen soll, nachdem die Messen für diese Strecke schon gelesen waren. Die Frage ist nur, was mit dem breitspurigen Restnetz wird. Wenn man in Spanien tatsächlich flächendeckend umspurt (gut, bei der Netzdichte ist »flächendeckend« ein bisschen hochtrabend), dann bleibt in Portugal nicht viel übrig.

@tokkyuu, die russische Breitspur wurde in den Siebzigern umdefiniert. Wann das auf der iberischen Halbinsel passiert ist, habe ich noch nicht rausbekommen. Möglich, dass es vorher nur einen begrenzten Fahrzeugbestand für den Wechselverkehr Spanien-Portugal gegeben hat. 7mm Unterschied sind im allgemeinen beherrschbar

Falk
falk schrieb:
-------------------------------------------------------
> Die Frage ist
> nur, was mit dem breitspurigen Restnetz wird. Wenn
> man in Spanien tatsächlich flächendeckend umspurt
> (gut, bei der Netzdichte ist »flächendeckend« ein
> bisschen hochtrabend), dann bleibt in Portugal
> nicht viel übrig.
>

Ja, das frage ich mich auch. Wenn Spanien wirklich umspuren wird, dann wird das in Portugal langfristig auch so sein. Dramatisch wird es eher insofern, dass die Strecken, die *dann* nicht wirtschaftlich betrieben werden können, stillgelegt werden (vor allem die wenigen Meterspurbahnen, die es in Portugal noch gibt).

Alternative wäre, dass man für den Sud-Express eine Umspuranlage baut. Die restlichen Grenzstrecken (Cacéres, Vigo/Tui) werden dann aber wirklich stillgelegt, da passiert (im doppelten Sinne) heute schon kaum was.

Viele Grüße,
Cornelius
Mich würde in dem Zusammenhang überhaupt interessieren, wie es mit dem Grenzverkehr Spanien-Portugal aussieht. Über dne Personenverkehr bin ich ja dank Fahrplan informiert, ich bin ja auch über die zwei einzigen damals (August 08) im Personenverkehr benützten Übergänge gefahren. Aber wie sieht es generell aus? Gibt es Güterverkehr? Wie war/ist die Entwicklung? Wenn ich nicht irre, sind die Grenzübergänge von Spanien aus nur mit Diesel erreichbar.
Warum sollten gerade die Meterspurstrecken stillgelegt werden? Die haben ja jetzt auch schon eine abweichende Spurweite ...
Da die Schnellstrecke ja über Badajoz führen soll, denke ich z.B. eher an Torre das Vargens - Marvão-Beirã, wo heute nach Madrid gefahren wird.

Und Vigo/Tui? Wenn ich richtig rechne, fährt auf der Strecke Porto - Vigo mit zwei Zugpaaren (sogar mit eigener Zuggattung: Internacional / IN) so viel wie auf den Strecken Lisboa - Hendaye/Irun (Sud-Expresso) und Lisboa - Madrid (Lusitânia Comboio Hotel) zusammen.

Ich habe sogar schon mal ansatzweise probiert, ob man nicht doch ohne Zuschläge mit Interrail nach Portugal kommt. Da spielt die Verbindung über Vigo eine wichtige Rolle ;-).
Versucht hab' ich's "rückwärts"; irgendwann in Spanien habe ich den Überblick verloren, was ohne Reservierung möglich ist. In Frankreich ist's dann wieder kein Problem - wenn man genügend Zeit mitbringt ...
Auch von mir erstmal vielen Dank für die schönen Bilder, außerdem noch ein paar Ergänzungen bzw. Ergänzungen zu den Ergänzungen :-)

> Die CP setzt die 2240-Züge auf
> den (Inter-)Regionalverkehren ein. Dein von dir
> fotografierter Zug wird wahrscheinlich entweder
> nach Tomar oder nach Entroncamento gefahren sein.

Bist Du sicher, dass die Dinger nicht auch auf der Urbano-Linie von Santa Apolonia nach Azambuja fahren? Die ist aber zugegebenermaßen eine Art Zwitter da gegenüber den sonstigen Urbanos beschleunigt.

> Ja, die Züge der Linha do Oeste aus Caldas da
> Rainha (bei Leiria) enden in Entrecampos.

Leider noch nicht mal immer da - "viele" (Anführungszeichen da insgesamt eher wenige) Züge starten erst in Monte Abraao oder Melecas, bis dort hin gehts per Urbano...

> Fahrkarten sind in Lissabon sowieso immer eine
> Sache für sich.

Ich finde auch die Frickelei mit diesen aufladbaren 7-colinas-Karten ziemlich nervig. Grundsätzlich scheinen die ja bei allen Unternehmen wiederaufladbar zu sein und sind damit sicherlich grundsätzlich auch sehr praktisch. Dennoch funktionierten recht einfache Manöver manchmal nicht, z.B. ein Ticket, auf dem eine abgefahrene Tageskarte war, am nächsten Tag mit einem Einzelfahrschein zu beladen o.ä.

Und die Tarifautonomie der Fertagus ist sowieso eher suboptimal. Als ich das letzte Mal von Campolide rüber nach Almada fahren wollte, war in Campolide der Fertagus-Automat kaputt und der Fertagus-Schalter zu. Daneben stand eine Armada von CP-Automaten und der CP-Schalter war besetzt, aber da konnte natürlich keiner was passendes verkaufen. Zustände wie an den Verbundgrenzen in NRW. Ende vom Lied war, dass es dem Personal im Fertagus-Zug auch egal war, dass man am Bahnhof keine Fahrkarten kaufen konnte, sie selber hatten jedenfalls auch keine. Zum Glück war in Pragal dann die Sperre offen...

Zur Metro Sul in Almada:

> > Nur das Stück von Universidade über Pragal nach Corroios
> > ist in Betrieb und wird von den Linien 2 und 23 befahren.

Wie schon hier geschrieben sind inzwischen auch die Linien 1 und 3 in Betrieb. Die Linie 23 gibt es nicht mehr. Diese Linienbezeichnung war übrigens als Linie 2+3 zu verstehen, da sie die fertige Linie 2 mit einem Teil der nun kompletten Linie 3 kombinierte.

> Eine „echte“
> Wendeschleife gibt es soweit ich mich erinnere im
> gesamten Netz nicht.

Stimmt, es sei denn, man hat jetzt entgegen der Ursprungsplanung eine in Cacilhas am Fährhafen gebaut. Geplant war da aber eine viergleisige (?) Stumpfgleisanlage. War da seit November schonmal jemand gucken, wie es jetzt tatsächlich aussieht?