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Tag 8: 7. August 2008 Madrid – Segovia – Valladolid – Madrid
Die neue Alta Velocidad-Strecke nach Nordwesten ist das nächste Ziel, das wir ansteuern wollen. Ich möchte unbedingt auf dieser Strecke fahren und akzeptiere daher auch den höheren Fahrpreis (bzw. die Kosten für die Platzkarten). Zunächst müssen wir wieder mit der Cercanías vom Bahnhof Atocha zum Bahnhof Chamartín fahren. Wir wählen dazu die Linie C3.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/zz3245446innen.jpg
Diesmal hab ich nur ein Bild vom Inneren des Triebwagens Reihe 465, im Hintergrund ist die Behindertetoilette zu sehen bzw. die Stufen zum Niederflurbereich, der allerdings recht klein ist (nur in einem Wagen).

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/zz3244anzeigetafel.jpg
Das Fahrgastinformationssystem in den neuen Zügen ist vorbildlich. Außer diesem Bild gibt es natürlich viele weitere Informationen, man erkennt die kommenden Stationen und so weiter.

Das Frühstück nehmen wir im Bahnhof Chamartín ein, was nicht sehr teuer ist. Danach haben wir Zeit, einige Aufnahmen zu machen. Der Bahnhof Chamartín eignet sich ganz gut dafür, man kann die meisten Bahnsteige betreten, wenn nicht gerade ein Fernzug zur Abfahrt bereitsteht. Selbst dann kann man auf den Bahnsteig hinabgehen, denn die Absperrung beginnt erst ein paar Meter nach der Rolltreppe bzw. dem Zugang.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3246252032Talgo276nachAlmeriainCha.jpg
Ein interessanter Zug war dieser Talgo 276 nach Almería mit Lok 252.032. Leider war es hier noch recht dunkel.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3247102016AVE4089nachValladolidinC.jpg
AVE 4089 nach Valladolid auf Gleis 16. Der Zug (102 016) hält aber in Segovia.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3249102016AVE4089nachValladolidinC.jpg
Der gleiche Zug (ein “Pato”) von der anderen Seite. Auch nicht viel bessere Lichtverhältnisse…

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3250102216Chamartin-Valladolid.jpg
Für an Details Interessierte: Die Wagennummern sind immer wieder sehr verschieden angeschrieben, was Zwischenräume und Striche oder Punkte angeht.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3251Talgo404032Chamartin.jpg
Auch die Talgo-Wagen haben teilweise “UIC-konforme” Nummern. Sie sehen aber nur so aus. Mit dem Bezeichnungsschema für Wagen hat die Nummer nichts zu tun, wie leicht erkennbar ist. 50 71 stimmt, der Rest ist die interne Talgo-Wagennummer. Die Wagen sind übrigens bunt gemischt und oft gibt es drei verschiedene Lackierungen innerhalb einer Talgo-Garnitur.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3253130062AlviainChamartin.jpg
Zwischenwagen des Talgo-Triebwagens Reihe 130. Auch diese Nummer ist nur eine Übertragung der Triebwagennummer 130 062. 9071 ist hier zusammengeschrieben, die folgende 7 ist dient wohl zur Unterscheidung der einzelnen Wagen in dieser Zughälfte. Eine Garnitur besteht aus zwei Triebköpfen (z.B. 130 001 und 002 usw.) mit zugehörigen Talgo-Wagen.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3248130004ChamartinnachSegovia.jpg
Nicht ein “Pato”, sonden ein “Patito” (den Unterschied lernte ich hier im Forum) steht hier zur Abfahrt bereit: es ist unser Zug nach Segovia Guiomar, im Online-Fahrplan als Segovia AV (Alta Velocidad) bezeichnet. Der umspurbare Zug 130 004 wird diese Fähigkeit auf dem kurzen Streckenstück nicht benötigen.

Unser Zug ist der Avant 8089 nach Segovia AV (so steht es im Internetfahrplan). Gemeint ist damit der Bahnhof Segovia Guiomar. Der Avant wird mit einer Garnitur der Reihe 130 (Patito) geführt, die Aufschrift auf dem Zug lautet jedoch nicht Avant, sondern Alvia.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3257130004nachSegovia.jpg
Unser Zug, Triebwagen 130 003/004 auf Gleis 20. Der Zugang sieht hier nicht so streng bewacht aus wie in Barcelona. An dem Fenster muß man vorbei, dort wird die Fahrkarte bzw. Platzkarte kontrolliert. Das Röntgengerät ist dahinter (nicht sichtbar).

Die große Überraschung kommt, als wir in den Coche Nr. 3 einsteigen, wie die Platzkarte angibt, die wir in Barcelona erstanden haben. Denn wir haben zwar laut Ticket Turista-Plätze (06B TURISTA), aber die Plätze sind im Preferente-Wagen. Alles scheint richtig, also bleiben wir auch sitzen. Auch schön, immerhin hat die Platzkarte 9 Euro gekostet, der Fahrpreis hätte auch 9 Euro gekostet (inklusive Reservierung). Egal, wir wollen hier fahren und werden die kurze Fahrt (35 Minuten für 68 Kilometer) genießen. Das erste und einzige Mal in einem Preferente-Wagen zu sitzen, muß natürlich fotografisch festgehalten werden:

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3258130Preferente.jpg
130 004 Preferente innen.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3259130Barwagen.jpg
Auch den Barwagen wollte ich fotografieren.

Bei jedem Sitz gibt es Infokarten wie im Flugzeug mit Informationen zur Sicherheit in den langen Tunnels dieser Strecke. Zum Beispiel wird für den Tunnel San Pedro (8,9 km lang) angegeben, daß es alle 400 Meter eine “Gallerie” gibt. Beim Tunnel Guadarrama (28,7 km, der längste Spaniens) gibt es sogar alle 250 Meter eine Gallerie. Was immer man sich darunter vorstellen soll. Vermutlich ein Notausgang oder etwas ähnliches. Nun beginnt also unsere “U-Bahn-Fahrt” nach Segovia.

Spannend wird es schon nach den ersten paar Metern: wir kommen am Cambiador Chamartín vorbei, der im Sommer 2008 nur von zwei Zügen benützt wurde, nämlich Garnituren der Reihe 130, Zuggattung Alvia zwischen Gijon bzw. Santander und Alacant. Die Züge benützen nur im Abschnitt Madrid-Valladolid die Normalspur-LAV.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3260ChamartinCambiador.jpg
Cambiador de Chamartín. Durchs Wagenfenster leider nicht besser möglich.

Schon nach 10 Minuten kommen wir zum ersten Tunnel (8,9 km). Davor betrug die Höchstgeschwindigkeit 200 km/h. Im Tunnel fahren wir aber nur 155 km/h, obwohl laut dieser Website
[ferrocarriles.wikia.com]
Durchgehend 300 km/h möglich sein sollten. Nach dem Tunnel geht es wieder schneller weiter, aber bereits wenige Minuten danach (etwa 16 Minuten nach der Abfahrt in Madrid) erreichen wir den langen Tunnel (28,7 km). Wieder verringert sich die Geschwindigkeit auf genau 155 km/h. Kurz nach dem Tunnel sind wir auch schon in Segovia Guiomar. Man kann fast sagen, daß die Strecke Madrid-Segovia eine U-Bahn ist. Die Hälfte der Fahrzeit lag im Tunnel.
Übrigens war der Zug fast leer. Es steigen wenige Leute aus.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3262SegoviaGuiomarBahnsteig.jpg
Der Bahnsteig ist relativ spartanisch. Die zwei mittleren Gleise (rechts zu sehen) dienen den Zügen von Madrid, die hier enden. Links ist das Gleis, von dem aus man Richtung Valladolid weiterfahren kann.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3263SegoviaGuiomar.jpg
Blick von der Rolltreppe Richtung Süden (Madrid), ganz außen sind noch die zwei Durchfahrtsgleise zu sehen, für Züge, die nicht in Segovia halten.

Der Bahnhof Guiomar liegt mitten in der Pampa. Weit und breit ist nichts zu sehen, am wenigsten die Stadt Segovia. Wie mir ein netter User aus diesem Forum mitgeteilt hat, gibt es einen Bus (Linie 11) in die Stadt, der steht auch schon abfahrbereit vor dem Bahnhof, der natürlich auch selbst sehr interessant ist. In der Mitte sind die zwei Gleise für die Züge bis Valladolid, außerhalb der beiden Bahnsteige sind die zwei Gleise für Züge, die hier halten und weiterfahren, noch etwas weiter außerhalb und dazu erhöht sind die zwei Gleise für durchfahrende Züge. Die können also mit Höchstgeschwindigkeit durchbrausen, ohne daß es jemanden stört.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3264SegoviaGuiomar.jpg
Ich hoffe, die vielen Bahnhofsbilder langweilen nicht. Mich faszinierte der Bahnhof. Hier die nördliche Seite mit den beiden Stumpfleisen, auf denen Bahndienstfahrzeuge stehen. Vorne die Einfädelung des Bahnsteiggleises in das Durchfahrtsgleis.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3267SegoviaGuiomar.jpg
Das ist der Ausblick, wenn man das Bahnhofsgebäude verläßt. Weit und breite keine Stadt zu sehen.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3269SegoviaGuiomar.jpg
Das Bahnhofsgebäude ist einfach und modern und zweckmäßig.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3268SegoviaGuiomar.jpg
Für die Fahrt in die Stadt steht die Buslinie 11 zur Verfügung, wie mir ein netter User dieses Forums schon im Voraus mitgeteilt hat.

Von der Stadt Segovia hatte ich schon im Kindesalter erfahren, das Bild des Quartett-Spiels hab ich immer noch im Kopf. Als ich dann auch noch von dem römischen Aquädukt erfuhr und von der neuen LAV, stand fest, daß ich auch hierher wollte. Wir fahren also mit dem Bus (Fahrpreis 82 Cent!) in die Stadt, und sie gefällt uns sehr.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3272.jpg

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3278.jpg
Der römische Aquädukt ist von allen Seiten beeindruckend!

Am anderen Ende der Altstadt gibt es einen Alcázar (Burg), auch Stadtmauer gibt es über weite Strecken. Auch hier kann man – wie fast überall in Spanien – auch günstig essen: 10 Euro für ein Menü mit Suppe, Hauptspeise und Nachspeise sowie Wein. Zeit für einen Besuch des Breitspurbahnhofs Segovia haben wir übrigens nicht. Von dort gibt es nur Regionalzüge nach Madrid, die aber zwei Stunden benötigen.
Um auch den Rest der bisher eröffneten LAV-Norte zu sehen, fahren wir zum Spaß noch bis Valladolid. Beim Warten auf unseren Zug kann ich, begünstigt durch den veränderten Sonnenstand noch einige gute Bilder machen:

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3370SegoviaGuiomar.jpg
Blick über den Bahnhof Richtung Süden (Madrid).

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3371SegoviaGuiomar.jpg
Unser Zug wird auf Gleis 3 erwartet. Rechts erkennt man erhöht das Durchfahrtsgleis

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3374130007SegoviaM-Hendaya.jpg
Unschwer zu erraten: mein Faible für Tele-Aufnahmen.

Wieder ist es ein Talgo-Zug der Reihe 130. Zug Alvia 4167 nach Hendaye. Unsere Garnitur ist 130 007/008, diesmal sind unsere Sitze wirkliche TURISTA-Sitze im Coche Nr. 4. Auch hier hab ich ein Innenraumbild gemacht:

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3375130007innenTurista.jpg
Turista-Wagen 130 007. Man erkennt auch die Informationstafel an der Wand: 198 km/h, 26°C, Wagen 04.

Die Sitzplatzreservierung kostete für diesen Abschnitt übrigens “nur” 6,75 Euro (für 111 km, gegenüber 9 Euro für den Abschnitt Madrid-Segovia für 68 km). Auffallend auch der Hinweis auf der Fahrkarte: auf der Reservierung Madrid-Segovia steht: “402 Pases Internacionals Metalico”, auf der Reservierung Segovia-Valladolid hingegen: “719 Pases Segunda Metalico”.
Wir kommen unterwegs an einer Abzweigung vorbei, das muß die LAV-Strecke nach Ávila sein, die wir gestern gesehen haben (mit einem Cambiador kurz vor der Einbindung in die Breitspur-Strecke vor Ávila). Ob dieses Stück überhaupt schon in Verwendung ist? Es muß die Strecke Richtung Westen (Olmedo-Galícia) sein. Mag sein, daß es schon einen Zug gibt (vermutlich Talgo 151 nach Ourense-Vigo/A Coruña), der über den Cambiador Olmedo (oder heißt der Ávila?) fährt. Hier gibt es Informationen über die LAV Richtung Galicien:
[ferrocarriles.wikia.com]
Überrascht sind wir, daß wir nicht auf Normalspur bis Valladolid fahren, sondern schon vorher durch den Cambiador Valdestillas fahren. Wir erleben also zum ersten Mal eine Spurwechseleinrichtung! Es geht so schnell und unkompliziert, daß ich staune, warum man solche Einrichtungen nicht auch auf den Grenzübergängen nach Rußland oder die Ukraine gebaut hat. Die paar hundert Meter vor dem Cambiador fahren wir mit 20 bis 30 km/h, durch die Anlage selbst mit 10 km/h, es rüttelt nicht, alles ist ganz ruhig, man hört nur ein paar Klappergeräusche, aber wie von außen. Wir fahren also auf Breitspur weiter die restlichen etwa 20 Kilometer. Es geht aber sehr langsam dahin und wir sehen auch, warum: hier wird mit Hochdruck gebaut. Die Strecke zwischen dem Cambiador bzw. Bahnhof Valdestillas ist zweigleisig, aber seit kurzem mit verschiedenen Spurweiten: das linke Gleis in Richtung Valladolid ist Normalspur, das rechte Breitspur. Aber weitere Gleise sind in Bau. Vermutlich wird die Strecke bald viergleisig sein. Ich frage mich, warum wir nicht auf der Normalspur weitergefahren sind. Kurz nach dem Bahnhof Valladolid gibt es nämlich auch einen Cambiador. Ich frage mich, warum man im Abstand von gerade einmal 20 Kilometer zwei Cambiadores braucht?

Wegen der Schleichfahrt an den Baustellen vorbei, kommen wir verspätet (+13 min.) nach Valladolid. Und dieser Bahnhof ist wirklich hochinteressant. Es gibt drei Gleise in Normalspur, eines am Hausbahnsteig.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3376130007ValladolidM-Hendaya.jpg
Der erste Inselbahnsteig hat sowohl ein Normalspurgleis (links) als auch ein Breitspurgleis (rechts, auf dem unser angekommener Zug steht), aber der Bahnsteig ist recht schmal. Der zweite Inselbahnsteig (ganz rechts zu sehen) ist noch schmäler und dient hauptsächlich – aber nicht nur – den Regionalzügen. Der ganz rechte Bahnsteig erscheint mir gefährlich, er dürfte aber so schmal bleiben (neue Pflasterung).

Daß einige Züge auch den Cambiador Valladolid benützen, können wir ein paar Minuten später erleben: Ein Alvia von Santander nach Madrid kommt auf dem Normalspurgleis an, ebenso der Alvia von Gijon nach Alacant:

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3382130046AlviaGijon-M-Alacant.jpg
130 045/046 nach Alacant. Links ist das dritte Normalspur(-Stockgleis) zu sehen.

Dieses dritte Normalspurgleis ist ein Stockgleis auf der nördlichen Seite des Bahnhofs, von dort kann man also nur Richtung Irun/Bilbao usw. ausfahren. Das Gleis wird aber derzeit nur zum Abstellen von Zügen (aus Madrid) verwendet, die Züge müssen also dort hinein zurückschieben. Und tatsächlich steht dort eine Garnitur der Reihe 102 (nur Normalspur). Wir bleiben etwa eine Stunde in Valladolid und können beobachten, daß manche Züge, die von Madrid kommend weiter Richtung Norden und Nordwesten fahren, den Cambiador Valdestillas, manche aber den Cambiador Valladolid verwenden. Ebenso in der Gegenrichtung. Der nächste Zug hinter uns kommt zum Beispiel nicht am Breitspurgleis an wie wir, sondern am Normalspurgleis und fährt dann durch den Cambiador Valladolid, den man mehr erahnen als sehen kann. Mit dem Tele kann ich gerade die Signalzeichen erkennen, das Foto ist aber zu schlecht um es hier zu zeigen.

Während wir auf den REX 18006 warten, der uns auf Breitspurgleisen zurück nach Madrid bringen wird, bleibt noch Zeit, einige Fahrzeuge zu fotografieren:

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3380432018Valladolid.jpg
Triebwagen 432 018.

Die Baureihe 432 stammt von 1971. Gebaut wurden 20 Züge, es gibt dreiteilige und zweiteilige. Es ist die älteste noch im Dienst stehende E-Triebwagenserien, die bis 2010 ausgemustert werden soll. Mehrere Garnituren sind bereits ausgemustert, fast alle sind in Miranda de Ebro stationiert. Das Besondere an dieser Baureihe ist, daß es ein Zweisystemfahrzeug ist (1500 und 3000V=. Ursprünglich wurden die Züge als Aragon-Express eingesetzt.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3389440168Valladolid.jpg
Triebwagen 440 168.

Die Baureihe 440 wurde in 253 Exemplaren ab 1974 gebaut, und zwar als zwei- und als dreiteilige Triebwagen mit Steuerwagen. Etwa 100 Garnituren wurden ab 1995 zur Reihe 470 umgebaut (Media Distancia und bequemere Sitze).

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3390333104DiurnoIrunbzwBilbo-Salam.jpg
Auch einer der seltenen Diurno-Züge kam vorbei: 333 104 von Irún bzw. Bilbao nach Salamanca.

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3388ValladolidAnzeigetafel.jpg
Auf der Anzeigetafel der Abfahrten erkennt man viele Verspätungen. Ob sie alle mit den Baustellen zusammenhängen?

Die Rückfahrt war relativ unspektakulär, aber langsam. Schon bei der Abfahrt hatten wir 10-15 Minuten Verspätung. Ich konnte zwar aus dem Zugfenster den Cambiador Valdestillas fotografieren, glaube aber nicht, daß das Bild so interessant ist. Interessanterweise ist der Regional Exprés eher ein Schnellzug, denn er hält zwischen Valladolid und Madrid nur vier mal. Außerdem ist der IC 202, der hinter uns fährt (aber reservierungspflichtig ist) gleich schnell wie unser Zug. Trotzdem fahren wir eigentlich recht langsam.
Je näher wir nach Madrid kommen, umso öfter sehen wir neue Straßen, fertige Gehsteige, Straßenlampen, Parkplätze und sogar Sitzbänke, aber keine Häuser dazu. Die werden wohl erst später gebaut. Es sind also neue Wohnsiedlungen, die hier entstehen. Wir kommen mit großer Verspätung in Madrid Chamartín an, nämlich kurz vor 10 (Planankunft 21:10 Uhr). Natürlich möchte ich noch den IC 202 abwarten, der ja gleich hinter uns gefahren sein muß. Der Zug Leon-Madrid kommt auch tatsächlich, und das Nachtbild gelingt gar nicht so schlecht:

http://i393.photobucket.com/albums/pp15/tokkyuu/z3398448018ChamartinIC202Leon-Madri.jpg
Triebwagen 448 018 als IC 202 Leon-Madrid.

Überrascht bin ich von der Lackierung mit der teilweise schwarzen Stirnfront. Auch, daß der Zug so kurz ist, hat mich erstaunt. Auf der folgenden Seite kann man aber noch viel mehr (frühere) Lackierungsvarianten entdecken:
[listadotren.es]
Im zweiten Teil dieses Reiseberichtes haben wir die Media Distancia-Lackierung dieser Type schon kennengelernt (beim Zug von Port Bou nach Barcelona).

Da dieser Teil mit 32 Bildern schon umfangreich genug ist, bleibt es in diesem Berichtsteil bei einem Reisetag. Im nächsten Teil bleiben wir noch in Madrid bzw. machen einen Ausflug nach El Escoríal. Danach geht es Richtung Andalusien.

Wer die bisherigen Teile finden will, muß nicht lange suchen, hier sind die Links:
Teil 1: [drehscheibe-online.ist-im-web.de]
Teil 2: [drehscheibe-online.ist-im-web.de]
Teil 3: [drehscheibe-online.ist-im-web.de]
Teil 4: [drehscheibe-online.ist-im-web.de]

Merci! (o.w.T)

geschrieben von: Ulf Kutzner

Datum: 06.12.08 18:55

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Deine guten Berichte machen Freude, deshalb auch noch hier meine Komentare:

Avant, Alvia
>> die Aufschrift auf dem Zug lautet jedoch nicht Avant, sondern Alvia.
Ja, die fahren hier nur provisorisch und sollen durch S-104 abgelöst werden.
>> Denn wir haben zwar laut Ticket Turista-Plätze (06B TURISTA), aber die Plätze sind im Preferente-Wagen.
Ja, denn es ist ein Avant und der hat nur eine Klasse.


Avant: HGV Züge mit Reisezeit weniger als anderthalb Stunden. Nur eine Wagenklasse.
Alvia: Verbindungen über längere Strecken mit S-120 Triebzüge und S-130 Patito, welche die Spurweite wechseln können.


>> Wir kommen unterwegs an einer Abzweigung vorbei,
Ich denke das ist die Abzweigung der zukünftigen Strecke nach Galizien. Das Stück Olmeda - Medina de Campo steht bereits und wurde lange als Versuchsstrecke genutzt, wird aber seit April dieses Jahres wie beschrieben vom Talgo Madrid - Ourense benutzt. madridiario.es
Vielen Dank für die Aufklärungen. Es ist schön, wenn es Fachleute gibt, die mit ihrem Wissen nicht geizen. Jetzt wird manches klarer! Auch die Definition der Zugklassen Alvia und Avant war mir nicht so deutlich klar, obwohl einige Fakten schon offensichtlich waren.

Renfe Zugklassen

geschrieben von: pcrail

Datum: 07.12.08 11:36

>> Auch die Definition der Zugklassen Alvia und Avant war mir nicht so deutlich klar.

Du dürftest nicht der einzige sein, der mit dem System Mühe hat. Ich brauchte auch eine ganze Weile um herauszufinden, was das Sache ist. Aktuell gilt folgendes (Stand Herbst 2008):

Alaris Breispurpendolino (490) und S-130 auf der Verbindung Madrid – Valencia/Castellon

Altaria lokbespannte Talgozüge, die teilweise die HGV nutzen, sowie S-130

Alvia S-120 Triebzüge und S-130 Patito, welche die Spurweite wechseln können.

Arco mit S/252 oder S/334 bespannte Züge mit Breitspur-Reisezugwagen. Vmax 200 km/h. Beinahe ausgestorben.

Avant alle Züge mit S-104 Pendolino (CAF, Alstom). Reisezeit weniger als 1h30min, seit August 2008 nur eine Klasse. Keine Restauration. Teilweise auch mit S-130.

Ave reine Hochgeschwindigkeitszüge. Normalspur

Diurno Züge mit normalen Reisezugwagen, beinahe ausgestorben. Vmax 160 km/h, nur noch Irun – Salamanca, nur 2. Klasse. Bild siehe oben.

Estrella Nachtzüge mit normalen Schlaf- und Liegewagen. Beinahe ausgestorben. Eine der letzten Destinationen ist Madrid – Galicien. Werden durch Trenhotel ersetzt.

Euromed Breitspur TGV entlang dem Mittelmeer

Intercity ältere Triebwagen zwischen grösseren Städten, Breitspur

Trenhotel Nachtzüge mit Talgowagen

Talgo Züge aus Talgowagen, die keine HGV benutzen

Autoexpress Spanische Variante des Autozuges, eingestellt

Cercania S-Bahnverkehr rund um die grossen Städte (Madrid, Barcelona, Gijon, etc.) siehe hier

Regional Triebwagen im Regionalverkehr

Bei den 15 Zugsgattungen dürfte kaum einer den Durchblick haben.

Re: Renfe Zugklassen

geschrieben von: railjet

Datum: 07.12.08 12:43

pcrail schrieb:
-------------------------------------------------------
> Bei den 15 Zugsgattungen dürfte kaum einer den
> Durchblick haben.

Fehlt dir nicht noch der Regional Exprés? Und weiß jemand, warum die RENFE so viele Zuggattungen hat? Andere Länder kommen mit deutlich weniger aus und Großbritannien ganz ohne (duck und wegrenn).

Re: Renfe Zugklassen

geschrieben von: tokkyuu

Datum: 07.12.08 14:44

Zitat:
Estrella Nachtzüge mit normalen Schlaf- und Liegewagen. Beinahe ausgestorben. Eine der letzten Destinationen ist Madrid – Galicien. Werden durch Trenhotel ersetzt.

Und ich habe das Glück, daß ich noch mit einem gefahren bin. Estrella 960 (Bilbao-Barcelona).

TRD, R-598 und REX fehlt mir in der Auflistung.

Überhaupt hab ich in den zweieinhalb Wochen Spanien folgende Zuggattungen benutzen können (immerhin 13 Zuggattungen):

Alaris (Valencia-Madrid)
Altaria (Madrid-Ronda)
Alvia (Valladolid-Bilbao, Segovia-Valladolid)
Avant (Madrid-Toledo, Madrid-Segovia, Sevilla-Cordoba)
AVE (Barcelona-Madrid)
Cercanías (Rodalien) im Bereich Barcelona, Madrid, San Sebastian,
Estrella (Bilbao-Barcelona)
Euromed (Barcelona-Valencia)
R-598 (Bobadilla-Sevilla)
Regional (Port Bou-Barcelona, Santiago de Compostela - A Coruna, Avila-Valladolid)
Regional Expés (Madrid-Avila, Valladolid-Madrid, Ronda-Granada, Ronda-SanRoque La Linea, Ronda-Bobadilla)
TRD (Avila-Madrid)
TrenHotel (Cordoba-Barcelona, Madrid-Lisboa, Santiago de Compostela-Avila)

Re: Renfe Zugklassen

geschrieben von: pcrail

Datum: 07.12.08 16:54

Ja, ich habe gesehen, dass ich die Produkte von Renfe Media Distancia unterschlagen habe, zumindest teilweise:

TRD Dieseltriebwagen im Madrid - Avila - Salamanca. Die Renfe weiss selber nicht so genau, ob man das T.R.D oder TRD schreibt. Die Züge sollten eigentlich bald durch S-598 ersetzt werden, die brauchen aber eine Viertelstunden länger über die Cañada. Der TRD ist bei einigen unbeliebt, weil man keine Fahrräder mitnehmen kann.

R-598 Die Nachfolger für den TRD. Der Triebwagen sieht so aus.

Regional Expres Cercania Züge mit bequemeren Sitzen. Zum Teil sind die Züge von den Regionen subventioniert, dann heissen sie Andalucía Exprés und Catalunya Exprés

Re: Renfe Zugklassen

geschrieben von: Andries

Datum: 08.12.08 13:11

tokkyuu schrieb:
-------------------------------------------------------
> Zitat:
> Estrella Nachtzüge mit normalen Schlaf- und
> Liegewagen. Beinahe ausgestorben. Eine der letzten
> Destinationen ist Madrid – Galicien. Werden durch
> Trenhotel ersetzt.
>
> Und ich habe das Glück, daß ich noch mit einem
> gefahren bin. Estrella 960 (Bilbao-Barcelona).

Irún-Lisboa ist noch immer ein Estrella und wird das auch in 2009 bleiben. Was danach mit diesem Zug passiert weiss ich aber nicht.

Re: Renfe Zugklassen

geschrieben von: pcrail

Datum: 13.12.08 08:20

Danach wandern die Wagen auf dieses Gleis hier neben dem Bahnhof Fuencaral und werden entweder nach Argentinien verkauft oder entsorgt. Neben vielem Esterlla Material sammeln sich hier auch Talgo III Züge.