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In diesem Teil verlassen wir die die Slowakei und reisen ein in die Tschechei (oder nach Tschechien) … aber an unserem letzten Tag in der Slowakei wartete noch eine Überraschung auf uns.
Wieder erreichten wir ein Land wo wir noch nie waren zum Fotografieren vorher und schlossen damit unseren letzten festen Punkt in der Planung ab von diesem Urlaub, der hohen Tatra.




Tag 94: Donnerstag, 23.08.2007, Poprad – Ruzomberok , 128 km

[maps.google.de]

Heute Morgen ging es sehr früh aus dem Bett. Um 2 Uhr wurden wir durch ein lautes Donnern aus den Federn gerissen. Drausen Regnete es in Strömen und ein hefiges Gewitter zog über die Tatraberge. Husch das Dachfenster geschlossen gings wieder zurück ins Bett um weiter zu ratzen. Eigentlich wollten wir pünktlich für den halb 9 Nachtzug wieder raus, doch heute morgen klappte es wieder einmal nicht. Erst gegen 8:15 standen wir auf und trotteten zum Frühstücksbuffet. Heute war irgendwie nicht so richtig wie es musste. Kein gescheites Brot mehr, keine Nutella, kein Käse.. kein schöner Abschied von hier ;-). Kurzerhand noch die letzten beide Nächte bezahlt und den ganzen Krempel wieder ins Auto verstaut fuhren wir so gegen halb 10 Uhr los. Wie weit wir heute wollten wussten wir nicht, wo übernachten auch nicht. Alles so nehmen wie es kommt. Es kam auch ganz anders wie erwartete, den als wir bei der ersten Stelle, der Kurve hinter dem BÜ von vorvorgestern waren, kam überhaupt nichts. Weder Züge von vorne noch von hinten, einzig 2 Dieselloks welche für den Vorschub in Poprad gebraucht wurden brausten die Strecke hinab.
Nach gut einer Stunde mühsamer Warterei schlich ein Regio in Richtung Zilina hinab. Von den 3 Fernverkehrszügen in Richtung Kosice war keine Spur zu sehen. Der erste hatte nun schon über 2h Verspätung. Wir witzelten noch über Strekensperre und fragten und noch, ob der chlörige Autowagen in Poprad stand oder nicht, als die Gleise zu knirschen anfingen. Irgendwie ahnten wir es, den es folgte der Nachtzug aus Prag. Häää? Nicht etwas der, der um 8 in Poprad hätte sein sollen, nein, der 5:30Uhr Zug mit dem bunten Autowagen huschte an uns vorbei. Irgendwas war hier krumm. Hatte der Zug doch jetzt etwas mehr als 6h Verspätung auf dem Buckel.

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Eine CD150er mit dem Nachtzug aus Prag mit über 6h Verspätung bei Vazec

In der Hoffnung, dass die anderen Züge jetzt im Blockabstand folgen würden warten wir weiter ab, doch das Licht an dieser Stelle wurde zusehends schlechter. Auch beim Bahnübergang selber wollte es nicht mehr richtig passen und wir fuhren weiter das Tal hinab. Kurz in Liptovsky Hradok eingekauft fanden wir eine nette Stelle gleich hinter dem Städtchen. Auf dem Weg hierher hatten wir keinen der 3 fehlenden Züge gesehen, ebenso wenig Güterverkehr. An der gefunden Stelle dauerte es jedoch nicht lange bis ein lautes wummern zu hören war. Häää?? Das Hä wurde noch um einiges grösser als die beiden Verschubsdieselloks mit der tschechischen 150er sowie dem 8:00 Nachtzug am Haken erschienen. Anscheinend schien hier ein Stromausfall dass ganze lahmzulegen und die Züge stauten sich nun irgendwo auf.

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Der nächste Nachtzug aus Tschechien, abgeschleppt bei Podturen

Wenige Minuten nach dem Nachtzug wummerte es abermals, diesmal jedoch hinter uns. Es folgte der Regionalzug mit einer mächtigen 771 vor der 163er. Glücklicherweise hielt der Zug gleich am Bahnhof hinter uns und wir konnten die Stelle wechseln um die Garnitur Querzuschießen.

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771 zieht einen Regionalzug in der nähe von Podturen nach Liptovski Mikulas

Da die weiteren Fernverkehrszüge auch noch kommen mussten, wollten wir eine neue Stelle für den speziellen Dieselvorspann suchen. Eine Stelle war schnell gefunden, doch nahm und ja wirklich wunder, von wo aus der Diesel kam. So fuhren wir rasch zum Bahnhof von Liptovsky Mikulas wo gleich die 771 vor einen Regio in entgegengesetzter Richtung ankuppelte. Züge stauten sich hier im Bahnhof jedoch keine. So fuhren wir wieder zurück auf die Strecke und warteten ab. Die Stelle erwies sich als nicht so optimal und musste zuerst einmal entkrautet werden. So reichte es natürlich nicht mehr für den Regio. Die beiden anderen Verschubsdieselloks brachten unterdessen einen Schnellzug nach Westen, während von Osten eine weitere 771 den IC nach Kosice brachte.

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731 und ein Hector mit einem R nach Kosice nahe Liptovski Mikulas

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Mittlerweile spielte jedoch auch heute die Sonne gegen uns und einige Wolken verwandelten das Fotografieren in eine Lotterie. Mit Sonnenschein tauchte einige Minuten später der R nach Humenee auf, welcher auch gute 3h Verspätung hatte. Bespannt war dieser wieder mit dem Doppelpärchen. Nun waren alle 3 Loks welche hier gebraucht wurden in Lipovsky Hradok. Da die Züge wohl auf beiden Seiten irgendwo Schlange standen, dauerte es nicht lange, ehe eine Diesellok mit einem R aus Kosice erschien. Wen wundert’s, dass die Komposition mit total verschmierten Wagons aus der Reserve erschien. Ebenso waren nun spezielle Lokbespannungen zu sehen. So wurden die einten R’s mit Regioloks bespannt, während der Schnellzug nach Tschechien eine slowakische statt tschechische Lok dran hatte. Nach einem Blitzwechsel der Lok in Mikulas kam diese rund eine Viertelstunde später mit einem Schnellzug aus Prag wieder an uns vorbei. Wenig später folge ein R nach Bratislava welcher erstaunlicherweise wie alle anderen Züge aus Kosice relativ pünktlich unterwegs war.

Hummel mit IC aus Prag nach Kosice bei Liptovski Mikulas

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Hummel 017 mit einem R nach Bratislava bei Liptovski Mikulas

Nun hatten wir genug von der Stelle, doch eine neue war mit Diesel nicht zu finden. Da die vorgespannten Loks eh nicht so chic waren, zogen wir es vor weiter nach westen zu fahren. Kurz vor Besenova bzw. hinter Valchy fanden wir eine super gelegene S-Kurve. Hier musste was her, das waren wir uns einig. Das Auto im Schatten parkiert begann die Warterei. Mit Güterzügen war wohl logischerweise nicht zu rechnen heute, doch auf das Kursbuch war auch kein Verlass mehr. Die morgendlichen Züge aus Wien und Bratislava wurden wohl gestrichen und so kam einfach was kam. Ganz entgegen zu unserer Fotorichtung kam nach einigen Minuten ein Schnellzug ostwärts. Da der Zug schon einiges vor der Kurve zu sehen war konnten wir ins S hineinrennen und diesen doch noch mit Bergkulisse fotografieren. Entweder war es Zufall oder Absicht, doch aus irgend einem Grund hingen heute an allen Zügen entweder Tschechische Loks oder diese ollen Knödelpressen.

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362 013 mit einem R nach Kosice bei Vlachy

Laut Kursbuch solle vor einer halben Stunde ein Regio nach Poprad fahren, doch diese war immer noch ausstehend. Mit rund 3/4 h Verspätung kündigte er sich mit einem Pfeifen an und wir konnten diesmal gemütlich zur Position für die Gegenrichtung laufen. Wie noch nie gesehen hinten hinter der 63er lauter grüne Wagons, kein einziger roter. Speziell, denn der letzte Regio in die Gegenrichtung kam bunt gemixt.

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Ein Bunter Regionalzug nach Zilina bei bei Vlachy

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Regionalzug ganz im Einheitlichen grün nach Poprad bei Vlachy

Hatten wir doch vorher noch über die Knödelpressen gejammert, kamen die nächsten beiden Fernverkehrszüge mit blauen 350er. Durch das Durcheinander mit den verspäteten Zügen fehlten natürlich nun an beiden Enden der Tatrastrecke Wagons. So kam der erste Zug mit einer Ersatzkomposition aus Bratislava, in welcher die ersten 4 Wagons ziemlich arge Graffitis aufwiesen. Könnte glatt als Künstlerzug durchgehen ;-). Auch der aus Kosice kommende Zug war versprayt, doch nur am 1. Wagon. Halb so schlimm, jedoch total unnötig.

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350er mit einem Bunten Zug nach Kosice bei Vlachy

Die Stelle hatten wir nun gesehen und es musste etwas neues her. Weit kamen wir nicht, den gleich hinter dem nächsten Hügel bot sich ein Ausblick auf Kurve und Stausee. Wir warteten den nächsten Zug ab, was nicht wenig Zeit in Anspruch nahm. Leider verdunkelte auch hier wieder einmal eine Wolke die neu lackierte Knödelpresse mit ihrem versprayten Schnellzug.

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Bunter R nach Kosice bei Vlachy mit einer Neulack 362

Da mit Sonne nicht mehr zu rechnen war, verließen wir diese Stelle auch danach wieder und wollten und noch ein möglicher Standort für den morgigen Tag anschauen. Dieser erwies sich jedoch als unbrauchbar, da das örtliche Gewerbe mit einer hässlichen Halle hinter der Bahn arg störte. Ganz anders war die Gegenrichtung. Von der Brücke runter konnte man prima fotografieren.
Da die Stelle am Abend optimal im Licht war, warteten wir hier ebenfalls nochmals auf einen Zug. Ab und zu lichteten sich die Wolken und liessen der Abendsonne freie bahn. So war der Baukrimskrams welcher vor dem Regionalzug nordwärts fuhr schön im Licht, während der Regio lediglich im Halblicht die Rampe runter kroch. Auch hier war wieder eine neulackierte 163er vorgespannt.
Ein Blick zur „Sonne“ bewahrheitete unsere Befürchtungen. Schluss für den Tag. Nun galt es ein günstiges Zimmer zu finden. Da Besenova wohl ein Kurort war, fanden sich hier auch zahlreiche Pensionen und Hotels vor. Leider war es für einen Kurort typisch, dass am Freitag alles voll, oder die Zimmer unbezahlbar waren. So beschlossen wir nach der 2. Absage nach Ruzomberok zu fahren, da es dort sicher mehr geben sollte. Erste Anlaufstelle war eine Pension gleich beim Stadteingang. Auch hier.. voll. Die nette Dame verwies uns an eine andere Pension, welche zusammen mit einem Pferdegestüt für Reiturlaub warb. Ein Car vor dem Haus liess schlimmes befürchten, und so war auch diese Herberge voll. *grmbl*, warum tun wir und jedes Mal so schwer mit Übernachtungsmöglichkeiten?!?!.
In der unmittelbaren Innenstadt war lediglich ein überteuertes Hotel zu finden, welches wir jedoch nicht bezahlten konnten. Als Notfall blieb immer noch der rund 30km weit entfernte Campingplatz, doch zuvor wollten wir noch weitersuchen. Unsere Geduld wurde mit einer im Wohnquartier liegenden Pension belohnt, welche zwar für örtliche Verhältnisse auch nicht ganz billig war, jedoch bezahlbar. Da wir seit Estland kein Internet mehr hatten, liessen wir es uns nicht nehmen um an der Rezeption danach zu fragen. Doch die Dame schmunzelte nur und verneinte, als währe es logisch. Kein Internet =(. Unser Zimmer erwies sich als ziemliche Raum-Fehlplanung, den es war rund 6m lang, jedoch nur 2m breit. Komische Höhle ;-). Wenigstens Dusche und WC für knapp 60 SFr. Pro Nacht dabei.
Zur Feier des Tages ging es für das Abendbrot in die Pizzaria gleich nebenann bevor es nun gegen 10 Uhr auch schon wieder ins Bett zieht. N8




Tag 95: Donnerstag, 23.08.2007, Poprad – Bojkovice , 265 km

[maps.google.de]

Obwohl wir gestern früh ins Bett sind, naja, mehr oder weniger früh, wäre es nicht nötig gewesen das heute um genau 5:45 ein Nachbar unseres Hotels mit einer Kreissäge gearbeitet hat. Den das hat uns beide aus dem Schlaf gerissen und für 30min nicht wieder einschlafen lassen. Sowas ist ärgerlich ... und schlägt bitter auf, ein (zu)teures Hotel und dann so eine Nachbarschaft. *tsts*. Er war dann aber irgendwann fertig mit seiner Arbeit und liess uns noch eine weile weiterschlafen, bis kurz vor 9:00 muss es gewesen sein als uns die motivation aus dem Bett zog. Denn das Wetter war auch heute wieder prächtig und der Güterverkehr schien wieder zu rollen, zumindest meinten wir ab und an einen Güterzug aus der Entfernung gehört zu haben.
Ohne Frühstück, war ja nicht dabei bei den 1200 Kronen, gingen wir runter zum Bezahlen und um die Stadt zu verlassen. Zu den 1200 Kronen kamen dann noch 100 Kronen "Tourigebühren" - für was weiß der Geier - aber wir bezahlten Zähneknirschend und verdufteten.
Erster Halt war Krpelany, wir schauten auf der Strecke zwar immer mal wieder nach Stellen, fanden aber nix, eben bis zu dem besagten Krpelany, da liegt direkt neben der Bahn ein Stausee auf dessen Damm man in den Mittagsstunden wunderbar stehen und Züge nach Zilina knipsen kann. Wir Parkten unser Auto also auf der Strasse im Dorf und liefen den Damm hoch um uns da auf die Lauer zu setzen und zu warten. In den ersten 10min kamen dann gleich mal ein paar Züge von hinten, ein IC mit Knödellok, ein Regio und ein Güterzug, dass volle Programm, aber alles von hinten. Von vorne lief das ganze etwas gemächlicher ab, im halblicht kam dann immerhin nach 30min ein Güterzug mit einer Doppellok vorbei um guten Tag zu sagen.

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Güterzug auf dem Weg nach Osten beim Stausee von Krpelany

Die lange Wartezeit zum nächsten Zug wurde versüsst durch einige urig wirkenden Feuerwehrfahrzeuge welche unter uns durchs Dorf "rasten" - sowas würde bei uns wohl eher im Museum stehen ;). Weiter kam noch ein Güterzug von hinten und dann, gegen 11:00, Fernverkehr von vorne und noch ein Regio von vorne. Leider gingen diese beiden Züge fast voll im Schatten ab, denn irgendwas zog rein und verdunkelte die Sonne recht arg.

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Ein R aus Kosice nach Bratislava beim Stausee von Krpelany

Schnell war klar, nix wie weg, den gesehen hatten wir es so oder so, mehr als das kann nicht kommen. Die nächste Stelle lag bereits zwischen Martin und Zilina, eine Burg hoch oben auf einem Berg soll man da mit der Bahn im Vordergrund schiessen können, soll man. Schwerer als eine geeignete Position für das Motiv, gerade um die Mittagszeit, zu finden ist den Weg dahin zu finden. Denn über den Fluss welcher die Hauptstrasse und die Bahn trennt gibt es im Bereich der Burg keine Brücke. Einzig ein Fußgängersteg in Strecno ist vorhanden, aber da passt selbst unser Matiz nicht drüber ;) Also fuhren wir mal bis fast nach Zilina um da die Flussseite zu wechseln und nach hinten fahren zu können.
Erst jetzt sahen wir auch, dass eine Autofähre vorhanden gewesen wäre, die sah aber ähnlich urig aus wie die Feuerwehrfahrzeuge in der Früh ... was nicht unbedingt als positiv zu werten ist. Die Stelle war dann leider aber nix mehr vom Licht her, die einzige Möglichkeit gut stehen zu können wäre bis 10:00 gewesen, war aber schon laaange um. Also weiter, rein nach Zilina um in Richtung Bratislava zu kommen, was nicht so recht klappte. Den die Hauptstrasse war dicht, wegen der Autobahnbaustelle, so wurden wir und der ganze Verkehr halt über eine Nebenstrasse umgeleitet, was bei dem vielen Verkehr gerade im bereich der Einfädelung zu einem Stauähnlichen Gebilde führte. Da amüsierten wir uns lieber über den Skoda hinter uns, an sich nichts spezielles in einem Land wo jedes zweite Auto ein Skoda ist, dieser hatte aber einem Sponge Bob Duftbaum *AUA*. BiLa Dufbäume (gibts) kann man ja noch verstehen, aber Sponge Bob *rofl*.
Erfolgreich kämpften wir uns dann, mit Sponge Bob im Rücken, durch das Verkehrsgewühl um aus der Stadt raus zu kommen. Da wir im Zug nicht weiter aus Vrutky gefahren sind wussten wir hier überhaupt nicht wie die Strecke ausschaut, also ging die altbekannte sucherei aus dem Auto wieder los und wir wurden sogar schnell fündig an der Haupstrasse nahe des Dorfes Rasov.
Der nächste Zug sollte dann wohl der Fernverkehr sein, denn den letzten Wagen eines Güterzuges konnten wir beim erreichen der Stelle gerade noch so zuschauen wie sie durchzogen. Der R kam dann, wieder mit Licht, zeigte aber auch an das man an der Stelle nicht länger stehen kann, die Sonne war auch da schon recht weit rum, also weiter.

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350er mit einem R aus Kosice nach Bratislava bei Rasov kurz hinter Zilina

In den schliefen um Puchov wo die Bahn dem Flusslauf der Vah folgt versuchten wir was zu finden, was aber "dank" umfangreichem Bewuchs nicht so recht gelingen wollte. Vor einem Supermarkt in Puchov dann zurück von aus dem Tal stellten wir uns mal eine Grundsatzfrage, wohin überhaupt in Tschechien? Wir haben noch genau 13 Tage Zeit für das Land, nicht viel aber eigentlich auch nicht gerade wenig - wen man bedenkt das andere Leute für diese Zeit einen eigenen Urlaub starten ^^. Nicht schnell aber bestimmt war dann das Ziel nach einiger Zeit klar, KBS 341 / 346 im Südosten des Ceska Republika - als erstes mal.
Der Weg dahin war nicht mehr lange, bloss etwa 80km von unserer jetzigen Position weg lag ein Dorf Namens Bojkovice, wo ein Campingplatz mit Mieterunterkünften beschrieben ist im ADAC Campingführer. Es war aber erst etwa 15:00 als wir die Entscheidung getroffen haben dahin zu fahren, was also nun? Mal losfahren und in Tschechien schauen, vielleicht kann man da schon was mitnehmen. Am Grenzübergang bei Horni Lidec verließen wir die Slowakei ohne Probleme um ebenfalls ohne Probleme in der Tschechei ein zu reisen. Ein erstes Ziel war auch schon klar, in 30min sollte ein Schnellzug von Prag den Grenzbahnhof Horni Lidec erreichen, der Zug kam auch im Licht da die Strecke nach Süden verläuft, also galt es dafür was zu finden. Aber hinter Horni Lidec gen Norden ist die Bahn schön am Hang und immer, nicht so schön, im Wald, was ein gescheites Foto von einem Zug verhindert, einzige alternative die wir sahen, Bahnhof Horni Lidec. Der Zug kam mit einer viel gesehenen normalen 351 der CD und verschwand auch bald wieder gen Slowakei bzw. Zilina, seinem Endbahnhof.

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150er mit EC von Prag nach Zilina verlässt den Grenzbahnhof Horni Lidec (CZ)

Fertig waren wir aber noch nicht, den im Bahnhof stand noch so einiges rum, von grösstem Interesse waren vor allem zwei Brillen, wohl von einer Privatbahn, auf alle fälle nett Lackiert.

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753 721 von Unipetrol Doprava abgestellt in Horni Lidec

Am Bahnhof tauschten wir dann unsere Slowaken Kronen gegen Tschechen Kronen (der Kurs war wohl extra mies, aber immerhin kann man da sowas im Bahnhof noch) und kauften gleich noch zwei Kursbücher. Erstaunlich leicht wie die zu bekommen waren hier, fast schon beängstigend. Ein kleines Kursbuchstudium aber dann ergab, Tschechien ist besser als Slowakei, auf praktisch allen Nebenstrecken gibt es ein Haufen Züge, im vergleich zu der Slowakei zumindest ;) Es war schon Zeit nun aufzubrechen und die letzten paar Kilometer nach Bojkovice etwas im Landesinnern unter die kleinen Räder zu nehmen.
Schnell erreichten wir das besagte Dorf und dessen Campingplatz und schnappten uns bei dem sehr gesprächigen Platzwart eine 2er Hütte bzw. ein Hausteil für 400 Kronen die Nacht. Es war kurz nach 18:00 und die Sonne schien eigentlich noch ganz angenehm, also ab mal zum Bahnhof schauen was so geht. Ein Zug hatte eh noch Ankunft und ein anderer Abfahrt. Als wir angekommen sind an der Ostausfahrt war der BÜ schon geschlossen und ein Triebwagen stand im Bahnhof bereit zur Abfahrt. Das konnte aber nicht der sein welcher ankommen ist, denn Zeit dafür war noch nicht - also warten. Einige Minuten später kam dann etwas sehr nettes, ein Brilenzug mit der 754 067, einer wunderschönen Brille aus Brno.
Der Triebwagen welcher Anschluss an den Brillenzug machte war für uns ebenfalls neu, es sind 4 Achser mit einer normalen höhe und einer normalen Länge, Triebwagen eben, chice eckige Dinger neuerer Bauart wohl. Als der Zug dann anzog um den Bahnhof zu verlassen stellten wir uns für den Nachschuss hin, denn so stand die Abendsonne ... wir erwarteten einen Beiwagen alla Büchse, die man immerhin schiessen kann .. aber der Beiwagen welcher da dran hing hatte hinten nix ausser einer grosse Türe im Stahl ;) Das Foto wurde dementsprechend nix. Aber viel besser als ein Triebwagen Nachschuss war sowieso das was nun folgte, die Brille setzte um und fuhr vor unserer Nase durch im schönsten Abendlicht.

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754 067 ein Schmuckstück aus Brno beim Umsetzen in Bojkovice

Zufrieden gings dann zurück zum Platz um noch etwas in den Magen zu bekommen was in der hier ansässigen Gaststätte auch gelang, lecker. Vorhin machten wir uns dann, zu Fuss, erneut auf zum Bahnhof, aus jeder Richtung sollte noch ein Zug ankommen welcher man in der blauen Stunde welche da kurz nach 20:00 herrschte, nett mitnehmen konnte. Aber beide Züge, der eine war sogar ein Eilzug aus Brno, waren Triebwagenzüge *grblk*, Fotos wurden zwar nett, hätten sich mit einer Brille aber sicherlich mehr besser gemacht.

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842 020 \"Schneewittchensarg\" als R nach Brno in Bojkovice

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Aus Brno eingetroffen ein R bestehend aus 842 017 und Büchsen

Nun warten wir auf Morgen und genießen den Abend im Internet welches wir uns für 200 Kronen teuer erkauft haben. Aber nun sind wir Wettertechnisch wieder mal auf dem neusten stand, soll gut bleiben so tendenziell, so muss das sein!




Sodele, jetzt sind wir also in Tschechien, dem letzten Land vor der heimreise.
Es folgen im nächsten Teil Bilder aus der Gegend da und dann geht es weiter in die Region Brno.
Bei Fragen oder Anmerkungen, bitte melden …

So, jetzt wünsche ich noch einen schönen Abend und ein freundlicher Gruss aus der Schweiz
Nil

Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
Hallo!

Das ist ja genial, schade, dass ihr von den Dieselloks keine Videos habt...

lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
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Re: Hector

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 14.10.08 11:11

Halli!

Na ein Hector vor einem Schnellzug? Das wäre auch noch schön gewesen!! Und selten!

Super Bilder!!

Lg
Chris
Nil schrieb:
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> Der Triebwagen welcher Anschluss an den Brillenzug
> machte war für uns ebenfalls neu, es sind 4 Achser
> mit einer normalen höhe und einer normalen Länge,
> Triebwagen eben, chice eckige Dinger neuerer
> Bauart wohl.

Die 842er sind je nach Bauserie schon 14-19 Jahre alt. Vierachsige Triebwagen sind relativ typisch für Tschechien und dort in den verschiedensten Bauarten seit über 50 Jahren im Einsatz.

Gruß
anony

Willkommen im Bahnparadies!

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 15.10.08 16:50

"reisen ein in die Tschechei (oder nach Tschechien)"

Herzlich willkommen. Aber lieber Tschechien. Ich bin nun bestimmt nicht überpolitisch korrekt, aber Tschechei hat doch immer noch ein gewisses Geschmäckle. Auch wenn dieser Ausdruck in der ex.-DDR immer noch gerne verwendet wird, die Tschechen hören ihn nicht wirklich gerne.

"Ein kleines Kursbuchstudium aber dann ergab, Tschechien ist besser als Slowakei, auf praktisch allen Nebenstrecken gibt es ein Haufen Züge, im vergleich zu der Slowakei zumindest "

Nicht zu unrecht wird Tschechien bahnmäßig gelegentlich als die "Schweiz des Ostens" bezeichnet. Das ist zwar vielleicht etwas dick aufgetragen, aber die enorme Netzdichte bei vergleichsweise üppigen Fahrplänen, guten Anschlüssen und einem überschaubaren Tarifsystem (sowie im Gegensatz zu CH auch mit menschenwürdigen Fahrpreisen) sucht man anderswo doch zumeist vergebens.

"Zufrieden gings dann zurück zum Platz um noch etwas in den Magen zu bekommen was in der hier ansässigen Gaststätte auch gelang, lecker."

Na, endlich mal lokale Küche! In der Slowakei wart ihr ja kulinarisch nur in italienischen oder US-amerikanischen Gefilden unterwegs (zumindest hatte ich den Eindruck beim Lesen). Aber die böhmische Küche zu verschmähen ist so wie Italien ohne Pizzaessen. Knödel, Fleisch und viel, viel Soße!

Gespannt auf den Fortgang der Reise

Heiko (der irgendwie nicht verstehen kann, wie man mehrere Wochen "Eisenbahnurlaub" machen kann, ohne einmal die Eisenbahn des Landes auszuprobieren)



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:10:15:16:51:35.