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Nächster Teil … wir sind ja beim letzten mal in Deutschendorf (Poprad) angekommen. Da häng ich jetzt an mit den ersten zwei von vier Tagen, die zwei nächsten folgen dann wie gewohnt im nächsten Teil. Das Wetter hat uns bei diesem Teil etwas verarscht, deswegen hält sich die Ausbeute in Grenzen … aber das kommt schon noch ;-)




Infoblock:
Erst noch einige Informationen zu Poprad bzw. Deutschendorf (find ich geil der Name ;)).
Die Stadt liegt mitten im Touristischen Zentrum der hohen Tatra auf der Slowakischen Seite. Die Hauptstrecke der Slowakei von Ost – nach West führt mitten durch Poprad, es ist die bekannte Tatrabahn wo (so die Erzählungen) ein sehr dichter Verkehr herrschen soll. Nebst fast stündlichem Fernverkehr gibt es viele Güterzüge welche meist von 131 Doppelloks, ab und zu auch 182 / 183 Altbau E-Loks gezogen werden. Die üblichen verdächten aus der Skoda Fabrik sind eigentlich nur vor den Regionalzügen anzutreffen, selten auch vor Fernverkehr. Ansonsten beherrschen im Personenfernverkehr die Gorillas das Feld, vor allem natürlich der ZSSK, an zwei Nachtzügen und an dem Tag EC-Zugpaar gibt es aber auch CD 350er zu sehen.
Nebst der Hauptstrecke gibt es ab Poprad auch eine Nebenbahn nach Plavec welches Nordöstlich an der Polnischen Grenze liegt. Da trifft die Nebenbahn den Korridor von Polen über Presov und Kosice nach Ungarn . Eine Stichstrecke führt noch nach Tatranska Lominska, einem Touristendorf direkt an den Tatrabergen dran. Auf diesen Strecken verkehren die modernsten Nahverkehrsdieseltriebwagen der Slowaken … oder sind die 813er neuer? … egal, es sind auf alle fälle GTW’s aus dem Hause Stadler. Gebaut wurden sie aber nicht in der Schweiz sondern in Zilina in der Slowakei. Nebst den GTW’s gibt es noch einige wenige Züge welche mit 810 und 812er Büchsen gefahren werden.
Eine weitere Eisenbahn führt ab Poprad nach Strbske Pleso und befährt auf der Fahrt dahin den Südhang der Tatraberge. Es ist eine 1 Meterspurbahn welche den Verkehr ebenfalls mit GTW’s aus dem Hause Stadler abwickeln (wieder gebaut in Zilina und nicht in Bussnang). Diese Bahn dient aber fast ausschliesslich der Erschliessung des Touristisch bedeutenden Tatragebiets mit den unzähligen Hotels und Pensionen entlang der Strecke. Auf diese Eisenbahn will ich in einem späteren Bericht noch zurück kommen, in diesem Urlaub hier haben wir sie eigentlich links liegen gelassen.
Weiter zu erwähnen wäre eine Zahnradbahn welche von diesem Strbske Pleso nach Strba runter führt und da wieder Anschluss an die Tatrabahn herstellt. Auf dieser sind auch Schweizer Triebwagen im Einsatz … mehr Informationen dazu hab ich aber nicht, mangels Interesse unsererseits (Bergbahnen gäbe es auch hier genug, hier interessieren sie mich aber genau so wenig ;)




Tag 90: Montag, 20.08.2007, Poprad – Poprad, 137 km

[maps.google.de]

Fest mit dem Willen heute morgen früh aufzustehen und die ersten Züge im Morgenlicht mitzunehmen, rasselte mein Wecker bereits um 5:30 in der Früh. So früh.. naja, für gute Fotos kann man dass ja mal machen ;-). Ein Blick zum Fenster hinaus liess mich jedoch nochmals zurück ins Bett fallen, denn die Sonne war wirklich noch arg tief und im fernen Nebel versunken. So stellten wir den Wecker nochmals eine Stunde nach vorne und entschwanden wieder dem prächtigen Morgenschlaf. Pünktlich eine Stunde später klingelte mein Natel abermals und wir riskierten wiederum einen Blick hinaus aus dem Fenster. Jedoch auch dieser Blick liess und wieder ins Bett fallen. Der ferne Nebel hüllte mittlerweile die ganze Umgebung tief ein und wir sahen nicht einmal mehr zum Bahnhof. So konnte es ganz sicher keine tollen Fotos von der Tatra geben. Naja, abwarten, der Nebel löst sich ja bestimmt irgendwann nochmals auf ;-). So ratzten wir nochmals eine Runde, wurden ab und an vom Wecker geweckt, doch der Nebel wollte nicht verschwinden.
Pünktlich um halb 9 läutete der Wecker nochmals und wir zogen es vor, trotz des Nebels frühstücken zu gehen. Naja, wenigstens etwas gutes hat der Nebel, den gestern hatten wir noch vermutete, das Frühstücksbuffet wohl nie zu Gesicht zu bekommen. So sassen wir nach Duschen und Frischmachen gegen 9 am Tische und bedienten uns am wohlhaltigen Buffet mit Brötchen, Salami, Schinken, Käse und Vanillepudding. Da wir gleich in Bahnhofsnähe gastierten, hatten wir einen prima Blick auf die Ein- und Ausfahrt, sowie auf das gleich in der Nachbarschaft liegende GTW Depot der Schmalspurbahn. Da wir wohl heute Nacht die einzigen Gäste waren, fanden sich lediglich 2 Teller, 2 Tassen und 2x Messer und Gabel vor. Naja, dass kann ja nur heissen, das Buffet gehört uns =). So verliessen wir das „abgeräumte“ Buffet rund eine halbe Stunde später mit vollen Magen wieder.
Der Nebel schien sich langsam aufzulösen und wir sahen einen Sinn dahinter, mal an die Strecke zu fahren. Nach einem kleinen Einkauf beim Billa gleich um die Ecke fuhren wir zuerst in Richtung Strba. Rund einen Kilometer vor dem Bahnhof sollte sich die „bekannte“ Stelle mit Tatrablick befinden, welche nach Zeitangaben eines Kollegen ab 11 Uhr in der Früh im Licht sein sollte. Wir mussten nicht lange suchen, fanden wir von der Strasse aus den besagten Abschnitt. Das Auto bei der nahen Autobahnbaustelle abgestellt marschierten wir den Hang hoch in Richtung Stelle, doch als wir diese erreichten, stellten wir fest, dass das Licht noch nicht mal achsig war. Hmm…das kann noch gute 2h dauern. Da die Tatraberge eh von Wolken verhüllt waren und nicht so schnell freizuwerden schienen, beschlossen wir eine andere Stelle zu suchen.
Hinter unserem Rücken waren immer noch grosse Nebel und Schleierfetzen vor der Sonne, in Richtung Kosice jedoch nichts. Da wir ja am Samstag die gesamte Strecke schon einmal abgefahren hatten gab einige markierte Stellen im Raum östlich von Poprad auf unserer Karte. So liessen wir die Tatraberge für heute in Ruhe und fuhren zurück nach Poprad und weiter hinaus in die kleine Ortschaft Smizani.
Laut Markierung sollte da eine kurve zu finden sein, in welcher man im Außenbogenbereich höher stehen könnte. Mal schauen ;-). Da die Strasse welche in die Nähe der Stelle führen sollte am Dorfrand abgesperrt war, blieb und nichts anderes Übrig als unsere 7 Sachen zu packen und zu Fuss dahinzugehen. Über Betonstrasse, welche wohl Privatweg des Bauern war, erreichten wir die erhoffte Stelle. Naja, übertoll war sie ja nicht, aus dem Zug sahs irgendwie anders aus. Trotzdem wollten wir auf einen Zug in der Sonne hier warten. Viel Zeit verging nicht, ehe eine Slowakische Doppellok hinter unserem Rücken zu hören war. Da die Züge über die Tatra entweder von ganz unten oder von Spisska Nova Ves aus nachgeschoben werden, hing am Ende des Zuges eine leider ziemlich zugesaute 183er dran (die 001). Wir schossen trotzdem ein Foto, welches aber besser wiederholt werden musste.

http://www.bahnpics.com/nil/Urlaub%2007/Slovakei/07.08.19%20Poprad/DSC_0356k%20copy.jpg

183 001 schiebt einen Güterzug auf die Hohe Tatra bei Smizani

Der obligate Blick ins Kursbuch liess den nächsten Zug vermuten. Mit dem knirschen in den Schienen kündigte sich der geplante Schnellzug auch schon an. Statt einer erhofften blauen 350er hing an der Zugspitze jedoch eine rote Lok. Zuerst dachten wir sie sein im Neulack, doch dies erwies sich als falsch. Wohl als Einzelstück, wir sahen vorher noch nie eine solche Lok bzw. ein Foto dieser Lackierung, zog die 350 001 mit einer der österreichischen Flagge ähnelnden Lackierung durch die Kurve an unseren Fotoapperaten vorbei. In meinen Augen nicht gerade die schönste Lackierung, doch war sie ein wertiger Ersatz für ein blaues Exemplar.

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350 001 mit einem R aus Bratislava nach Kosice bei Smizani

Da wir im Block hinter dem Schellzug einen Güterzug vermuteten, warteten wir nochmals ab. Unsere Geduld wurde rund 10min nach dem Personenzug belohnt, als eine 131er Doppellok mit einem Mischwarenzug anfangs Kurve erschien. Leider auch was versifft, zog diese „Doppelknödelpresse“ an uns vorbei und wir beschlossen für den nächsten Personenzug etwas neues zu suchen.

http://www.bahnpics.com/nil/Urlaub%2007/Slovakei/07.08.19%20Poprad/DSC_0363k%20copy.jpg

131 099 mit einem Güterzug nach Osten bei Smizani

Wohin nur? Ebenfalls vom Zug aus, sahen wir am Samstag eine nette Stelle mit Dorf im Hintergrund. Da die Sonne dort schon für Züge aus Kosice stimmen würde, wollten wir dahin. Wieder zurück auf der Hauptstrasse flossen wir im dichten Verkehr gen Osten. Auf der Nebenstrasse nach Spisska Nova Ves und dahinter ging es schon flüssiger und wir schlängelten uns durch die etlichen fernöstlichen Abstammender Strassenverkäufer durch. Wie im „Paradies“ priesen sie einem auch hier Beeren und Pilze an. Über die der Bahn parallel verlaufende Nebenstrasse fuhren wir durch diverse Dörfe inkl. „Ghettos“ nach Markusovce wo die Stelle bereits am Dorfeingang ersichtlich war. Im Dorf parkiert gings auch hier wieder zu Fuss an die erhoffte Stelle hoch. Im Gegenteil zur vorherigen, erwies sich diese Position als hervorragend. Eine im Dorf befindliche Kirche sowie eine art Kloster im Hintergrund wertete die Stelle zur „Überstelle“ auf und wir beschlossen hier zu bleiben. Für den nachfolgenden Schnellzug aus Poprad standen wir jetzt falsch, doch das Licht und die Stelle wollten hier eh nur für Züge aus Kosice passen. Die Sonne brannte mit voller Kraft auf unsere Köpfe und die Zeit wollte nicht vergehen.
Ganz im Gegensatz zu den Samstag festgestellten Sichtungen bewegte sich kein Rad auf den Schienen. Die Güterzüge wollten heute irgendwie nicht richtig rollen und bis zum Personenzug dauerte es noch eine gute halbe Stunde. Einzig ein ostwärts fahrender Lokzug mit 2 131er und ein weiterer Lz mit einer 731er liessen einen „Motivtest“ zu. Natürlich mit den obligaten wenigen Minuten Verspätung erreichte dann auch bald schon der Personenzug unsere Stelle. Sehr zu unserem Unmut handelte es sich diesmal um eine Neulackierte 350er. Pfui bäh, dieser Lok steht das neue Design überhaupt nicht.

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350 im Neulack mit einem R aus Kosice bei der Ortschaft Markusovce

Da muss noch eine andere Lok an diese Stelle!. Wiederum warteten wir auf einen hinterher eilenden Güterzug, welcher auch prompt kam. 131er Doppellok mit Kohlezug.

http://www.bahnpics.com/nil/Urlaub%2007/Slovakei/07.08.19%20Poprad/DSC_0383k%20copy.jpg

131 Doppellok mit einem Güterzug nach Westen bei der Ortschaft Markusovce

Da hinter dem Dorf noch eine weitere Fotostelle auf unserer Karte eingezeichnet war, wagten wir einen Blick hinter die Kurve, liessen jedoch bald von der Idee ab. Viel zu weit von der Bahn weg und total in den Büschen das ganze. Leider verkehrte in der Stunde nach dem letzten Schnellzug kein weiterer Schnellzug mehr und wir mussten mit dem Regionalzug mit 163 vorlieb nehmen. Schade, hätten wir doch gerne noch eine „richtige“ 350er hier belichtet.

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163 mit einem Os aus Kosice bei der Ortschaft Markusovce nach Poprad

Da auch hier zwischen dem Güterzug und dem Regionalzug in einer ganzen ¾ Stunde überhaupt nichts kam und das Licht auch nicht mehr perfekt zu scheinen vermochte, liessen wir es bleiben und fuhren zur nächsten Position. Nun drängte die Zeit arg und es musste eine schnelle Drive-and-Click Stelle her. Diese hatten wir nahe Richnava auf Lager. Wieder an den am Strassenrand stehenden Verkäufer vorbei eilend, erreichten wir die Stelle rechtzeitig vor dem nächsten Personenzug. In einer weit gezogenen Aussenkurve präsentierte sich hier die Bahn zusammen mit einem kleinen Dorf im besten Licht. Nach dem Parken auf einem Parkplatz und quer durch das am Strassenrand wuchernde Kniehohe Unkraut erreichten wir eine nette Position und mussten nicht mehr lange warten. Doch was kam daher? Nein, keine der erhofften „normalen, blauen“ 350er.. natürlich musste wiederum die 001 im Ösilack daherkommen.

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350 001 mit einem R nach Bratislava bei Richnava auf dem Weg nach Westen

Noch ein Tipp in eigener Sache zu dieser Stelle – Parkt NICHT auf dem beschrieben Parkplatz sondern am Strassenrand und behält das Auto immer im Auge. Hätten wir das diesen Urlaub auch so gemacht hätten wir uns einigen Ärger ersparen können – Stichwort *klirr* und *autoausräum*. Wenn ihr an die Stelle von Poprad her fährt müsst ihr nur 500m vor erreichen des Parkplatzes den Kopf rechts schwenken und dann erkennt ihr auch WARUM das gerade da passiert ;-(

So hübsch oder sogar einzigartig sie wohl ist, eine blaue Lok währe uns hier mit Garantie lieber gewesen! Wenigstens etwas Farbe war im sonst rot-weisen Zug enthalten. Mittendrin gesellte sich ein mit Teilwerbung versehener Neulackwagon. In der Schweiz oder in Deutschland eher unbekannt, gab es in der Slowakei Werbewagons. So wirbt hierzulande der slowakische Part von „Quelle“ für neue Mode auf den Schienen.
Nachdem der Schnellzug vorbei war, warteten wir auch hier nochmals auf einen Güterzug. Ein Blick zur Sonne liess jedoch böses vermuten. War es mittlerweile doch auch schon nach 17 Uhr war sie schon arg tief an der Bergkante dran. Zu allem Übel befanden sich unter ihr auch noch nicht wenige Schleierfetzen und Wolken. Ojeoje! So kam es dann auch, dass der nachfolgende Güterzug mit 183 im vollen Schatten kam. Auch für den darauf folgenden Stahlzug mit Doppellok war auch nicht mehr Sonne drin. Ärgerlich, wäre die Stelle doch Ideal für einen langen Gz gewesen!. Nach den beiden Güterzügen war auch schon bald wieder Zeit für den Personenzug. Um diesen nicht nochmals an derselben Stelle zu fotografieren, wechselten wir noch ein wenig in die Kurve hinein und warteten ab. Mit etwas mehr Licht als bei den Güerzügen, jedoch nicht annähernd an Sonnenschein erschien dieser gegen 18 Uhr. Natürlich mit blauer Lok, welche bis jetzt an jeder Stelle fehlte!. Nun war für heute Schluss an dieser Stelle.
Auf dem Rückweg erreichten wir wieder den blauen Himmel und wollten noch eine Markierte Stelle nahe Krompachy anschauen. Quer durchs Dorf hindurch fanden wir raltiv schnell einen Weg zur Stelle, doch das Feld vor der Bahn liess uns zurückschrecken. Offenbar wurde hier bereits vor einigen Wochen geerntet und der Bauer machte sich wohl heute oder gestern daran, das Feld auf den Winter vorzubereiten. Damit dieses jedoch neu gesät werden kann, musste es zuerst aufgerissen und „braun gemacht“ werden. Tolle braune Fläche vor und hinter der Bahn. Trotzdem wagten wir einen Zug abzuwarten, welchen wir ziemlich nahe an den Gleisen fotografieren wollten. Wenige Minuten vor der Durchfahrt des Regionalzuges verschwand die Sonne jedoch auch hier hinter der Bergkante und wir packten ohne Foto zusammen. Schluss für heute!. Auf dem Nachhauseweg begegneten wir noch einem 812er welche an wenigen Stunden im Tag die Ortschaft Spisske Podhradie mit dem restlichen Bahnnetz verband.
Da unsere Mägen bereits an der Fotostelle knurrten, fuhren wir gleich in die Stadt hinein und wollte nach etwas essbaren Ausschau halten. Vor der Altstadt parkiert quatschte uns ein etwas 10 jähriges Mädchen an und meinte etwas von 1€ oder 20 SKK. Irgendwie versuchte sie uns klarzumachen, dass wir Parkgebühren zu zahlen hätten, doch wir waren fest der Meinung, dass diese Parkplätze ab 18 Uhr gratis waren. Sie liess nicht locker und wollte dann wohl 20 SKK einfach so, besser noch 1€. Als Sie dann noch lieber die Stirnlampe welche im Seitenfach liegt wollte, wurde es uns zu bunt und wir verschwanden in die Stadt. Das Auto blieb ohne „Parkgebühren“ stehen und wir konnten nur hoffen, dieses auch wieder so vorzufinden.
In einer Pizzeria meinten wir endlich mal wieder eine anständige Pizza zu bekommen. Fehlanzeige. Pizzaboden zu dick und nach Brot schmeckend, Belag, insbesondere der Käse halt einfach nicht Pizzatauglich. Nach einem Eis als Dessert gingen wir zurück zum Auto, welches glücklicherweise noch so dastand wie wir es verlassen hatten und fuhren auf dem Weg zur Pension nochmals zum Billa. Mit kühlem Bier verliessen wir den Ösimarkt und verzogen uns in unser Zimmer. Kartenstudium für morgen und Tagesabschluss. Da wir morgen eh wieder früh auf wollen kanns heute auch ruhig ein wenig früher ins Bett gehen. Gn8




Tag 91: Dienstag, 21.08.2007, Poprad – Poprad, 115 km

[maps.google.de]

Heute ging es im vergleich zu gestern "früh" aus dem Bett, so das wir pünktlich zum Frühstück um 8 unten waren. Wir schafften es sogar, mit viel Motivation starteten wir also in den Tag, den es sah Wolkentechnisch gut aus, die Tatraberge waren zwar noch eingepackt aber begannen sich langsam "frei zu machen". Im vergleich zu gestern war vor allem aber kein Nebel welcher uns den Start hätte versauen können.
So ging es nach dem Frühstück, heute waren wir nicht mehr die einzigen ;), gleich wieder raus an die Strecke, gleich hier hinter Poprad wollten wir bei der Autobahnbaustelle stehen um mal was mitnehmen zu können. Nach relativ kurzem warten kam auch ein Güterzug von hinten welcher nachgeschoben wurde .. passte also obwohl das Licht noch relativ spitz war. Besser gefiel da der Nachtzug aus Tschechien, welcher dann als erster aus der richtigen Richtung gezogen von einer CD 153 daher kam. Dicht gefolgt von einer recht eingesauten Brille mit einem Fahrleitungsmesswagen.

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CD Gorilla mit dem Nachtzug von Tschechien nach Kosice kurz vor Poprad

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750 037 mit einem Fahrleitungsmesswagen kurz vor Poprad

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183 002 vor einen Tatralastwagen und dem Tatragebrige

Und dann ... dann tat sich eine ganz Stunde lang nix. Der nächste Zug war dann also wieder ein Pz nach Kosice, welcher aber mit den relativ freien Tatrabergen nett quergeschosesn werden konnte. Es folgte noch ein IC ebenfalls nach Kosice, welcher aber leider in einem Wolkenschatten daher kam. Zuglok da war aber wieder die 350 001, die rote Kiste hatten wir eh schon gut erlegt. Wir warteten weiter und nach über 2.5h stehen an der Stelle hatten wir die Nase voll, es kam kein einziger Güterzug aus der richtigen Richtung und von hinten nur einer. Das kann doch nicht sein, alle haben hier uns Verkehr vorhergesagt, und jetzt rollt nix! Für einen allfälligen nächsten Zug wechselten wir die Stelle, einige 100m nach hinten um mehr von den Tatrabergen drauf zu haben.
Just als wir rangefahren sind rollte ein Regio im Licht durch der so nicht im Kursbuch vermerkt war, eine Überführung oder so wohl. Da der nächste P-Zug erst in über einer Stunde kommen sollte, so lange wollten wir aber nicht warten, entschlossen wir uns weiter Westlich noch ein paar Kringel anzuschauen auf der Karte. Als wir dann aber bei dem BÜ am Ende der Geraden vorbei fuhren war der unten .. und es kam, der erste Güterzug seit wir wach waren gen Osten, im Schatten natürlich - vorne an der eigentliche Stelle schien zu dieser Zeit voll die Sonne - voll verarscht!
Etwas enttäuscht fuhren wir dann zum ersten Kringel auf der Karte, der Dorfbü von Cierno, welcher wohl ausserplanmäsig "bedient" war. Der BÜ war auf alle fälle immer unten, sobald ein Auto heran fuhr kam der junge BÜ-Wärter aus dem Auto und hob die Schranke von Hand hoch damit man durchfahren konnte. Immer mal wieder bekam er ein Telefon, wohl um die Zugsmeldungen zu kriegen. Wir waren dann am BÜ und es tat sich auch mal wieder nix. Erst kam dann Baugerödel von vorne und dann der IC von hinten. Dann ein R von vorne im Schatten *grummel* und WIEDER Baugerödel, dass dann natürlich in der Sonne.
Von Güterzug war nix zu sehen .. obwohl der Mann am BÜ immer mal wieder Cargo Züge ankündigte. Das Wetter war da mittlerweile voll abgewürgt, blau war nicht mehr zu sehen, im Gegenteil. Wo keine Wolken waren hing ein fetter Schleier am Himmel welcher die Sonne ganz gut abdunkeln konnte. Ein Regio kam dann in eben diesem Halblicht daher, gezogen von einer normalen Knödelpresse.

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162 001 mit einem Regio nach Poprad bei Vazec

Der gute meinte dann wieder das bald ein Güterzug kommen sollte, so probierten wir Stellentechnisch mal was neues ... Gz kam aber auch nach 45min keiner. Der Morgen, es war da schon fast 14:00, war also schonmal wie verhext. Kein Güterverkehr! Dafür einen haufen Baugedördel auf der Strecke, was das wohl bedeuten mag .. wir wollen es uns lieber nicht denken. Das Wetter war dann aber so schlecht geworden das wir zusammenräumten und gen Pension fuhren.
Am Horizont schlugen bereits die ersten Blitze ein und fernes Grollen war zu hören, ein dickes Gewitter zog auf, auf der ganzen breite der Tatrabahn in unserem bereich. Was macht man in diesen Ländern wenn das Wetter nix ist? Bahnfahren, genau! Das hatten wir dann also auch vor, wir wollten eine runde drehen ab Poprad. Erst mit einem Schmalspur GTW in die Berge hoch, dann mit einer goilen Zahnradbahn runter nach Strba um von da mit einem normalen Regio wieder zurück zu fahren. Abfahrt wäre um 15:24 gewesen, aber der Blick aus dem Fenster um kurz vor 15:00 versprach hinter dem Regen wieder Aufhellungen. So verschoben wir die Abfahrt um eine Stunde um zu schauen wie sich das Wetter entwickelt, dem im GTW sitzen und zuschauen wie die Sonne rauskommt wollten wir nicht.
Gegen 15:30 war es dann wirklich soweit das die Wolken auf ganzer breite durchgezogen waren und dahinter einfach nur blau reinzog, kaum Wolken waren da am Himmel zu sehen. Also raus an die Strecke! Einen R welcher um 15:39 Poprad verliess nahmen wir noch am Ende der Gerade hinter Poprad mit, aber mehr schlecht als recht .. dann ging es weiter zur Hauptstelle hier in der Gegend, nach Strba. Das ist die einzig uns aktuell bekannte Stelle wo man richtig geil die hohe Tatra mit aufs Bild bekommt .. aber es ist eigentlich eine frühe Nachmittagsstelle und nix für 16:00. So war auch bei unserer Ankunft die Sonne bereits gut rum und die Fronten der Züge dunkel. Aber die Tatraberge waren nun frei von Wolken und sogar angestrahlt, obwohl wir hoffen das dies heute nicht einmalig war blieben wir mal da stehen und machten einige Züge.
Erst ein Regio und ein R nah am Gleis und dann von weitem ein Güterzug mit einer Doppellok, ein Regio und nochmals ein R - also alles was man haben kann. Das ganze zwar, wie erwähnt, mit Frontschatten, aber besser als gar nicht.

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Doppeltraktion vor einem Regio nach Poprad bei Strba

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Gorilla mit R nach Kosice vor den Tatrabergen bei Strba

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Regio nach Poprad in Strba

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Gorilla mit IC nach Kosice bei Strba

Für einen nahenden IC von hinten sahen wir uns wieder gezwungen die Stelle zu wechseln, kurz hinter Strba verläuft die Bahn eine Zeit lang in der nähe der Strasse, da sollte was möglich sein, haben wir auch bereits aus dem Zug raus notiert. Und wie da was möglich war! Es kam erst ein Güterzug von einer 182 gezogen, dann ein IC (aber mit einer Knödelpresse *ihh*) und dann noch ein Güterzug mit Doppellok. Dieser kam aber *obergrummel* im Schatten, da hatte einer wieder ganz genau geplant um uns den Zug zu versauen, den gewartet hatten wir die ganze Zeit in der Sonne. Es kam dann nochmals ein IC, diesmal mit einer leckeren 150, und noch ein Regio mal ganz ohne auffällig verschmierte Wagen.

http://www.bahnpics.com/nil/Urlaub%2007/Slovakei/07.08.20%20Poprad/DSC_0510k%20copy.jpg

182 024 mit einem Güterzug nach Westen kurz hinter Strba

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Rennknödel mir R aus Bratislava nach Kosice bei Strba

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350 007 mit einem IC aus Kosice nach Bratislava bei Strba

http://www.bahnpics.com/nil/Urlaub%2007/Slovakei/07.08.20%20Poprad/DSC_0539k%20copy.jpg

Regio nach Zilina bei Strba

Nach diesem Zug, es war kurz nach 19:00 war dann aber auch fertig, die Sonne steht dann schon so tief, da geht nix mehr in der Gegend hier. Für morgen Nachmittag haben wir uns noch kurz eine Stelle erschaut welche wir von der Wiese an der Strasse aus gesehen haben .. damit wir wenigstens wissen was wir morgen wenn Wetter ist machen können. Nach einem letzten Einkauf beim Billa nebenan sitzen wir nun um 21:00 im Zimmern und wissen nicht mehr wirklich was machen ausser Texte schreibe ;) Die "Stadt" hier ist wie ausgestorben, hier geht gar nix .. und um das Stativ zu Packen und raus zu gehen haben wir definitiv keine Lust mehr *gähn*.




Bitteschön, Teil 1 aus den Tatrabergen …
Teil 2 wird sich wie gesagt nochmals mit der Region befassen, best weiteren Stellen an der Hauptstrecke gibt es auch noch ein paar GTWs und eine Büchse zu sehen ;) Anschließend verdrückten wir uns nach Tschechien, verliessen den Fahrdraht also wieder.
Für alle die es interessiert, wir hatten 91 Tage und es folgen noch 15 an der Zahl, was also in etwa 6 – 7 Teilen entspricht. Durchhalten, zusammen schaffen wir dass! .. oder so ;)

Bei Fragen, Anregungen oder Korrekturen einfach melden, freue mich drüber und bedanke mich!

En Gruess aus der Schweiz
Nil

Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
Hallo Nil!

Wieder ein super Teil in herrlicher Landschaft! :-)

lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg
Nil schrieb:

> [www.bahnpics.com]
>
> Doppeltraktion vor einem Regio nach Poprad bei
> Strba


Lok 2 scheint mir abgebügelt.

Gruß, ULF
Wer will sich hier über eine dunkle Front beschweren?:

http://www.bahnpics.com/nil/Urlaub%2007/Slovakei/07.08.20%20Poprad/DSC_0507k%20copy.jpg

So leuchtend bekommst Du den Zug eh nur hin, wenn das Licht schon leicht von hinten kommt. Eine Super-Aufnahme!

Überhaupt scheint Ihr ja sehr saubere Personenzüge erwischt zu haben. Da waren hier aus der Slowakei schon wesentlich beschmiertere Wagen zu sehen. Dein Bericht macht Lust, da (mal wieder) hinzufahren...

Viele Grüße,
Jan

Hoi,

stimmt! Jetzt wo du es sagst, bis auf einen Wagen im letzten Bild ist alles sauber und sogar kaum ausgeblichen. Was es nicht gibt ...
War aber ein Glückstag, habe mir gerade mal die Bilder der nächsten Tage angeschaut und da sind schon die ein oder anderen verschmierten Wagen bzw. sogar Garnituren mit dabei.

Allgemein ist das Schmierereiproblem in der Slowakei aber deutlich kleiner als in Slowenien / Kroatien aber trotzdem noch weit weg von der Tschechischen oder Schweizerischen sauberkeit.

Mit dem Frontschattenproblem meinte ich eher die Bilder an der ersten Stelle ... irgendwie ist der Text aber da um die Bilder herum etwas knapp geraten :-)

@Ulf
Natürlich, die zweite Lok lief kalt mit, Doppeltraktion ist also eigentlich falsch - richtig!


En Gruess vom Büchsenfreund aus der Schweiz
Nil

Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

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