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Hallo Zusammen
Wie Nil bereits angetönt hat, ist er nun in den Ferien und die nächsten Berichte folgen von mir. Beim nächsten Teil geht nun darum langsam abschied zu nehmen von den GMs, aber seht am besten selbst




Dienstag 08.07.2008 - Gospic - Gospic
Dieser Tag wird wohl als der Tag der Dummheit in die Geschichte eingehen, aber davon später. Eigentlich begann alles völlig normal. Wir standen mal wieder gegen 7 auf und gingen zum Morgenessen. Die Bedienung glaubte wohl noch etwas zu träumen, als sie uns sah und wieder erkannte, auf jeden Fall schaute sie ziemlich ungläubig aus der Wäsche. Nach dem Essen wollten wir dann einen Güterzug als Taxi in Richtung Knin nehmen, sprich wir wollten ihn in die Gegend von Sucevici verfolgen. Daraus wurde aber nix, da dass Wetter schlicht und einfach mies war. Wir fuhren dann zum Bahnhof Zrmanja und warteten dort rund 30min, um zu sehen wie sich das Wetter entwickelt. Als das Wetter eher besserte, entschlossen wir uns an die Strecke hinter Sucevici zu fahren. Schnell fanden wir dann auch eine Stelle und stellten uns auf. Da gerade nichts kam, nutzten wir die Zeit dem Vermieter unseres Fiats anzurufen und ihm zu sagen, dass wir den Fiat um 14 Uhr bei der Chevy Garage retour geben wollten, denn mittlerweile war unser Chevy fertig. Der Vermieter fragte dann noch ob wir irgendwelche Probleme mit dem Wagen gehabt hätten, was ich am Telefon verneinte. Nach dem Telefonat verspürte ich Durst, und wollte etwas aus dem Kofferraum des Autos holen. Da fiel mir ein, dass mir Nil gestern von dem super tollen Gadget erzählte, dass der Autoschlüssel einen Knopf für den Kofferraum hat, den musste ich natürlich gleich mal ausprobieren, was wunderbar klappte. Da das Sixpack an Wasserflaschen noch eingeschweisst war, brauchte ich dann beide Hände und legte den Schlüssel in den Kofferraum. Ihr könnt euch jetzt sicher denken was kommt. Denkt jetzt ja nicht, so blöd kann man doch gar nicht sein! Glaubt mir man kann, besonders wenn man Pascal Zingg heisst! Ich nahm also die Flasche raus, und knallte den Kofferraum zu, wie der Deckel so runterknallte, sah ich den Schlüssel wie er mich eine Sekunde lang anstrahlte und dann im Kofferraum verschwand, DOH! Auto geschlossen, Schlüssel drin, super! Ich begann zu fluchen und Nil wollte wissen was denn los sei. Ich begann zu erklären und er meinte: Nei säg jetzt nöd! Doch dummerweise schon! Dann kam der Augenblick wo der eine den anderen am liebsten auf den Mond geschossen hätte. Die Frage war nun: Was tun? Nun mein Denkprozesse wurde kurzweilig durch ein Wummern unterbrochen, GM von hinten? Jetzt schon? Tatsächlich, da fuhr das Doppel schon vor, allerdings voll im Gegenlicht. Das war aber wie gesagt nicht das Problem, schnell schwankte unser Augenmerk wieder auf den Fiat Bravo. Ich zückte das Handy und rief den Vermieter an, ob man denn die Karre sonst noch wie aufbringt (man weiss ja nie). Dieser meinte, nur mit seinem Ersatzschlüssel, wo wir denn seien. Ähmmmmm good question. Ich meinte dann ich würde zum nächsten Kaff laufen und ihn wieder anrufen. Ich lief also los und nach wenigen Metern kam ein Kleinbus von hinten, also Daumen raus und gefragt ob man mitfahren kann, was die 3 netten Herren bejahten. Im Bus gabs dann die üblichen Fragen. Woher bist du? Was machst du hier? Wieso willst du zum Bahnhof? Geduldig erklärte ich alles, dann meinten sie der Bahnhof hiesse Zrmanja, was mir schon mal weiter half. Im Bahnhof von Zrmanja rief ich dann den Vermieter an und erklärte ihm wo ich war. Nach etwas suchen auf der Karte meinte er dann, er sei etwa in einer Stunde vor Ort, dies würde aber 50 Euro extra kosten. Ich dachte mir, geht ja noch, und eine andere Möglichkeit haste eh nicht. 15 Minuten später rief er zurück und meinte, dass es zu weit sei für 50 Euro, er müsse 70 haben, naja auch egal, soll einfach kommen meinte ich. Wie gesagt stand ich am Bahnhof und irgendwie schien da noch was zu kommen, denn im Bahnhof stand ein Baufahrzeug und wartete drauf wieder auf die Strecke zu gehen. Kurz später kam dann auch ein GM Doppel aus Norden.
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GM Doppel mit Güterzug in der Station Zrmanja


Ich setzte dies im Bahnhof von Zrmanja um und schrieb Nil ein SMS, der noch hinten in der Strecke drin stand. Nach diesem Zug stellte ich mich an die Hauptstrasse und wartete auf den Vermieter. Während dem Warten schaute ich mir dieses Kaff, dass wie schon mal erwähnt Sucevici heisst, Zrmanja liegt nämlich ganz wo anders, etwas genauer an. Nun das Dorf war ziemlich komisch da hatte es eine grosse Tafel mit einer römischen neun und einige Ruinen. Eigentlich dachte ich nur Ruinen aber dann kam aus einer vermeintlichen Ruine ein Frau raus, begann Holz zu spalten und Wäsche aufzuhängen. Meine Theorie ist nun, dass das Dorf wohl mal irgendwie ein Militärstützpunkt im Krieg war. Nach rund ein ein halb Stunden kam dann der Vermieter endlich, er hatte sich wohl etwas in der Zeit verschätzt. Ich erklärte ihm nun den Weg zum Auto und er flog über den Kiesweg dort hin, wobei er lächelte und meinte: "I like offroad, you know." Nach dem wir dann den Schlüssel für unsere Fiat Bravo wieder hatten, konnte es weiter gehen nach Sibenik. Dass wir um 14 Uhr da waren, musste Nil aber zünftig Gas geben, was er auch tat. Pünktlich waren wir dann beim Autocenter Aleksic in der Vorstadt von Sibenik. Dort erklärte man uns, dass man am Tacuma die Zündkerzen und die Startbox gewechselt hat und dass die Kiste jetzt wieder läuft. Wir nahmen also unsere Karre wieder in Beschlag und blochten zurück in Richtung Knin, von dort weiter nach Sucevici. Als wir gerade auf die Hauptstrasse nach Sucevici gebogen waren, warf ich einen Blick auf die Strecke und schon läutete die Zugglocke! Grüne GM mit Kurzgüter! Nil drückte aufs Gas und wir fuhren zu einer vorerkundeten Stelle bei Sucevici. Da die Güterzüge nicht gerade fliegen, reichte es relativ locker zur Stelle. Das Problem war einzig, dass die Sonne gerade mit einer Fotowolke kämpfte, als der Zug kam. Ausserdem war sie fast senkrecht.
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Grüne GM mit Güter in Richtung Zagreb vor Zrmanja, man beachte die Lichthupe, die der Lf zum gGruss gibt.


Als der Zug durch war meinte ich zu Nil, dass ich bevor der Zug aus dem Bahnhof Zrmanja einen Pfiff vernommen hatte. Er meinte diesen auch gehört zu haben. Von der Zeit her, sollte das eigentlich der nachmittägliche Nord-Süd Güter sein. Also kurz aufgehorcht, da wummerte was, dann fix hinter die nächste Kurve gerannt und da tauchte die Doppel GM auch schon auf.
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GM Doppel fährt in Richtung Knin, beide Bilder kurz hinter Zrmanja


Nach dem Güter war es dann auch schob bald wieder Zeit für einen ICN, welchen wir natürlich auch mitnahmen.
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ICN nach Zagreb vor Zrmanja


Als der ICN durch war, stellte sich für uns die Frage, was wir denn nun noch machen wollen. Erst schauten wir uns die Bahnhofseinfahrt von Zrmanja an, ne geht nicht. Dann die Ausfahrt, dort fiel uns beim Hinlaufen auf, dass es dort zwei Pseudotunnel hat. Sprich man hat den Einschnitt an zwei Orten überdacht. Das Ganze ist relativ günstig gehalten, es hat einfach ein Spritzbetongewölbe über dem Gleis. Im Zusammenhang mit meiner Militärtheorie gehe ich mal davon aus, dass man die Galerien gebaut hat um Rollmaterial vor dem Feind zu verstecken. Nun Pseudotunnel hin, Pseudotunnel her, Fakt ist, die Ausfahrt liess sich ebenfalls nicht umsetzen. Also haben wir weiter in Richtung Knin geschaut, dort fährt die Bahn am Rande eines Canyons entlang, das gab aber auch nix. Schlussendlich entschlossen wir uns nochmals an die erste Nachmittagsstelle zu fahren. Nil schrieb währenddessen ein SMS an Jan Luckner, ob denn da noch was kommt, worauf dieser einen Güterzug bestätigte. Wir standen also da und es kam vorerst mal der ICN und danach lange nix mehr.
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ICN nach Split


Das Licht wurde dann immer schlechter, denn es war mittlerweile schon fast 20 Uhr. Sekunden bevor die Sonne dann ganz weg war, donnerte der Zug doch noch durch. Allerdings im aller aller letzten Büchsenlicht, wie man so schön sagt.
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Im letzten Licht taucht ein GM Doppel und sein Güterzug vor Zrmanja auf.


Somit war dann die Likabahn für uns fototechnisch passé, denn morgen solls nach Rumänien gehen. Wir liessen es uns allerdings nicht entgehen schnell in Malovan anzuhalten und den Zug nochmals an uns vorbei wummern zu lassen, nur schauen und geniessen, ihr wisst ja, dass vergisst man manchmal beim Fotografieren ;). Auf dem Nachhauseweg haben wir dann noch unsere Mägen aufgefüllt, und Revue gezogen von der Etappe Likabahn. 5 Tage waren wir hier, 2 waren gut bis sehr gut, die anderen 3 naja bis schlecht. In diesen 3 Tagen ging dann aber auch ziemlich alles schief, was schief gehen konnte. Für Morgen ist nun der grosse Reisetag geplant, quer durch Ex-Jugoslawien durch, hoch nach Timisoara in Rumänien.
(Bericht: Mr._Hockey)




Mittwoch 09.07.08 - Gospic - Slavonski Brod
Slavonski Brod? Stand da nicht was von Timisoara? Richtig ... aber wir haben es nicht ganz geschafft, der Grund ist schnell erklärt, wir haben die Strecke unterschätzt. In der Meinung mehr als genug Zeit zu haben schliefen wir bis um 8 Uhr aus, gingen dann gemütlich zum Frühstück und machten uns dann Reisefertig, um 9 gings dann los. Erst über die Autobahn, ich fuhr und Pascal war mein "Navigator" für die Route. In Kroatien hatten wir noch unsere gute Karte, und mein TomTom welches so mehr oder weniger zu gebrauchen war. Für Bosnien und den Rest haben wir aber nur einen Reiseatlas mit 1/800'000er Karten, was eigentlich gerade so reicht für das nötigste, ist aber halt schon kein Stadtplan ;). Pascal meinte dann bereits auf der Autobahn, welche wir für ein paar Kilometer Richtung Norden benutzten, schlafen zu müssen, was ihn dann etwas in Stress versetzte als ich von ihm das Mautticket und Geld wollte. Er kam gar nicht dazu alles weg zu räumen, standen wir vor der Kreuzung und ich: Wohin jetzt? Links oder rechts? Gerade aus meinte er ... aha ... ok ... und schnell war klar, falsch ;). Mensch Mensch, an der ersten Kreuzung gleich falsch, wie wollen wir denn da nach Rumänien kommen? :-). Es war aber erstmal kein Problem, wir fanden den richtigen Weg schnell wieder, nur eine nicht enden wollende Baustelle hielt uns noch auf. Die Kroaten sind komisch, die bauen auf 20km gleichzeitig an einem neuen Belag, anstatt an einem Ort zu beginnen und sich dann durchzuarbeiten. So kam es, dass wir für etwa 20km mehr als eine halbe Stunde benötigten, auf äusserst schlechten Baupisten. Wir waren dann froh, als uns das Navi auf einmal links in den Wald lozte. Für 15km sollte es auf einer Nebenstrasse (im Navi bzw. auf einer Hauptstrasse laut Karte) gehen. Sie war zwar Asphaltiert aber sehr eng und gut verwachsen. Beim verlassen der Strasse, wir hätten nicht geglaubt, dass wir es schaffen, sah ich dann im Rückspiegel noch ein Fahrverbot *aha* ... ich weiss warum das da war. Wir hatten so zwar wenige Kilometer Strecke gespart, aber sicher doppelt so lange gebraucht. Dafür haben wir den Nationalpark da in der Gegend von Innen gesehen. Von diesem kleinen Intermezzo waren es dann noch wenige Kilometer bis zum Bosnischen Zoll bei Bihac, wo wir die Grenze überqueren wollten. Der Kroatische Zoll wollte nichts von uns, dem Bosnischen reichten aber dann die Identitätskarten (Personalausweise) nicht, und wir mussten unsere Pässe hervor kramen. Der Zöllner warf noch einen Blick in den Kofferraum und nachdem ich ihm den Grund unserer Einreise erklärt hatte, liess er uns fahren. Durch das Bosnische Hinterland ging es meist nahe der Grenze hoch bis nach Novi Grad. Die Strasse 14 auf welcher wir immer fuhren war abschnittsweise richtig gut, an anderen Stellen aber auch sehr mies, eng und kurvig - schnell aber kamen wir nicht vorwärts. Immer Parallel mit der Strasse verlief die Bahn, welche zwar befahren aber nicht wirklich rege benutzt aussah. Einige unüberwachte Bahnübergänge von der Hauptstrasse liessen es dann auch erahnen, dass auf dieser Strecke nicht mehr viel läuft und das was läuft eher im Schritttempo (Anmerkung von Pascal es handelt sich bei dieser Strecke um de n bosnischen Abschnitt der Unabahn, die ja mal die Hauptstrecke von Split nach Zagreb war). Je weiter nördlicher wir kamen, desto offener wurde das Land, und auch je zahlreicher die möglichen Fotostellen. Es hing zwar eine Fahrleitung, aber nur Abschnittsweise, so war klar das die nicht mehr im Betrieb ist. Als wir so gemütlich übers Land fuhren kamen wir an einem Dorf und einem BÜ vorbei. Im BÜ Häuschen sass einer und ich dachte noch, warum hier und sonst nirgends? Keine 2km weiter hinten fuhr uns von vorne ein Zug ins Blickfeld. Erst dachten wir an einen Güterzug, weil der eine Wagen hinter der Lok (661) dunkel aussah. Er stellte sich aber als Abteilwagen heraus, entweder dreckig und darum grau oder nur grundiert und nicht lackiert ;-). Da aber die Sonne und die Stellen passten war klar, hinterher! Ich wendete und im Bahnhof von Rudice gelang das erste Foto.
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Una Bahn Regio in Rudice


Es stieg sogar jemand aus dem Zug aus ... somit waren nun noch etwa ein Dutzend Köpfe in dem einen Wagen unterwegs, sehr wirtschaftlich ;-). Da der Zug eher gemächlich dahin fuhr, wollten wir es nochmals probieren, was natürlich ohne grosse Anstrengung gelang.
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Una Bahn Regio hinter Rudice


Der Mann vom BÜ über welchen ich mich gewundert hatte, fuhr dann übrigens mit seinem Drahtesel wieder davon als er den BÜ geöffnet hatte. Nur schon Anhand dieser Vorgehensweise sieht man, viel läuft da nicht :-). Wir fuhren dann nach den zwei Fotos, zufrieden über diesen netten Zufall, weiter in Richtung Nordosten, ehe wir bei Jesenovac wieder die Grenze nach Kroatien passierten. Beim Zoll gabs dann das nächste Erlebnis (wie es halt so ist ;-)). 1. Der Zoll auf der Bosnischen Seite war riesig, bezahlt von der EU (warum eigentlich?), neue Anlagen, aber kaum Verkehr. Wir wurden mehr oder weniger durchgewunken. Der Kroatische Zoll dann liegt auf der anderen Seite der Sava und bestand aus zwei Baucontainern, ob die auch von der EU bezahlt wurden? :-) Hier interessierte sich der Herr aber eher für unser Tun und fragte woher wir kommen, wohin wir wollen ect. Er ging dann rein in seinen Container und wir haben was bekommen: Einen Stempel in den Pass! *JUHU* - mein erster :-). Über die Autobahn A2 ging es dann weiter, immer noch mit dem Ziel Timisoara. Es war gegen 15 Uhr und der Blick von Pascal ins Kursbuch verriet, der EN Zürichsee befährt in kürze die Strecke neben uns, aus Belgrad kommend natürlich. EN Zürichsee ist zwar etwas nett gesagt, denn der einzige der zahlreichen Wagen welcher bis Zürich durchläuft ist der ZS Sitzwagen :-). Bei Slavonski Brod verliessen wir die Autobahn, fuhren der Strecke nach und suchten an zahlreichen Bahnübergängen nach einer passenden Stelle. Was gar nicht so einfach war, es war flach, gut verwachsen und die Bahn meist auf einem Damm. Einzig im Bahnhof von Orlovac fanden wir etwas, was uns zufrieden stellte. Oder besser, es musste uns zufrieden stellen, denn das Signal war bereits auf grün und die Zeit zum Stellen suchen war aufgebraucht. Dann rauschte der Zürichsee vorbei.
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MZ Beograd-Jessenice mit Kurswagen nach Zürich in Orlovac


In wenigen Minuten rollten von hinten übrigens ein Regio und zwei Güterzüge nach Osten, es läuft also was! Im Bahnhof drin machten wir dann 20min später noch einen Regionalzug mit einer Asea Lok und drei Personenwagen.
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HZ Regio in Orlovac


Wenige Kilometer hinter unserer Position sahen wir dann im Kursbuch eine Nebenbahn welche von Nova Kapela-Batrina über Pleternica nach Osjek führt. In Pleternica gibt es weiter noch eine Stichstrecke nach Pozega und Velika. Es war sogar zu der Zeit etwas Betrieb. Da wir nicht wussten was da fährt und auf GM oder zweiteilige Dieseltriebwagen hofften (alles ausser Y1 ist gut), gingen wir mal vorbei und wollten uns das Ganze anschauen. Gleich beim ersten BÜ rollte der Zug von hinten an, aus dem Licht, deswegen nicht weiter schlimm ... wir sahen aber gleich was fährt. Zweiteilige Triebwagen der BR 7121, sogar in der modernisierten Variante, auch für mich neu und deshalb ein wenig motivierend. Auf der Strecke bis Pleternica wollten wir den Zug dann bei der gleich erfolgenden Rückfahrt erlegen, was an einem BÜ direkt vor dem Bahnhof Bucje Koprivnica gelang, es war allerdings nicht der modernisierte Triebwagen, denn dieser fuhr weiter nach Pozega.
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Dieseltriebwagen der BR 7122 in Bucje Koprivnica


Die Strecke sonst ist auch nicht wirklich fotogen, seeehr zugewachsen alles, und ohne Leiter und Gartenwerkzeug nicht mal von einem BÜ aus umzusetzen. Die nächste Stunde verdödelten wir dann mit der Stellensuche für den nächsten Zug aus Pozega, was nur halb gelang.
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Modernisiserter 7122er bei Pozega


Im Bahnhof von Pleternica machten wir dann noch eine Zugkreuzung und erlegten einen neuen 7121 neben einem "alten", auch nicht schlecht.
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Einfahrt eines 7122 in Pleternica


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[Kroatischer Nebenbahnalltag mit einer 7122er Kreuzung in Pleternica[/i]


Aber leider mittlerweile bei Bewölkung ... Dann fuhren wir nach Slavonski Brod zurück, es war für uns schon lange klar, dass wir da übernachten wollten. Weil nach Timisoara lohnte es sich sicherlich nicht mehr, machen wir morgen und dann schauen wir gleich in Serbien ob wir etwas mitnehmen können, wie heute in Bosnien. Erste Anlaufstelle in Slavonski Brod war der Bahnhof, welcher sich aber um Nachtfotos zu machen als gänzlich ungeeignet heraus stellte. Wir fuhren dann noch zwei Mal durch die Stadt, ehe wir das Hotel Central fanden, welches zwar nicht schlecht ausgeschildert, aber kaum angeschrieben, war. Das Zimmer ist sehr luxuriös, und mit 35 Euro pro Nase relativ günstig! Da das Wetter wie gesagt nichts mehr war, waren wir auch nicht traurig, mal etwas früher "zuhause" zu sein, es war noch nicht mal 20 Uhr. Wir hatten den ganzen Tag nichts gegessen, das musste nun noch nachgeholt werden. Nach dem Frisch machen verliessen wir das Hotel in Richtung Innenstadt, Essen! Unglaublich, aber wir fanden KEIN einziges Restaurant .. nur Bars und Eisdielen, von denen dann aber reichlich. In einer Seitengasse fanden wir dann eine Bar welche noch leichte Speisen anbot, was wir annahmen und da etwas Kleines assen. Jetzt zurück im Hotel haben wir uns noch intensiv mit Serbien beschäftigt, kommen aber zum Schluss, um ernsthaft etwas zu machen reicht kein Tag Durchreise, da muss eine Woche oder so her - haben wir aber nicht, darum wenn morgen etwas geht, mitnehmen, ansonsten vergessen. Auch wenn es das einzige Land ist wo noch die guten alten Sinobusse aus Uerdingen fahren. Jetzt liegen wir im Bett und räumen die Minibar leer, leider nicht inklusive, aber günstiger als in einer Bar.
(Bericht: Nil)




So das wars dann auch schon wieder. Beim nächsten mal lest ihr dann noch von unseren Abenteuern in Serbien, dort gab es zwar keine Uerdinger, dafür zwei andere spezielle Motive, wenn ihr euch fragt welche, dann müsst ihr beim nächsten Mal wieder reinzappen ;) Dann wirds dann auch die ersten Bilder aus Rumänien geben.

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:08:30:12:17:30.
Phantastische Bilder von einem nicht so bekannten Teil der Lika-Bahn! Vielen Dank dafür!

Eine Frage hätte ich dazu - Du hast im Bahnhof Zrmanja im Bereich des Gleisdreiecks fotografiert. Mir hatte man mal gesagt, dieses Gleisdreieck sei vermint. Ist der Bereich inzwischen geräumt? Auch sonst hast Du ja scheinbar ab- und an abseits eder Wege fotografiert. Wie ist denn die aktuelle Minenlage da? Ich war zuletzt April 2007 dort unterwegs, es war zwar schon einiges geräumt, aber vom Verlassen der Wege wurde schon teilweise noch abgeraten.

Viele Grüße,
Thomas
Toller Bericht mit gewohnt guten Fotos und unterhaltsamen Texten ;-)
@Thomas mach mir jetzt keine Angst. Wir wussten zwar, dass es da Minen gibt, wurden jedoch nie explizit davor gewarnt. Bei Gospic hatten wir ja mal unbewusst Warntafeln abgelichtet, dass die vor Minen warnen, wurde mir erst mit Jans Beitrag bewusst. In Zrmanja selbst hatten wir auf Grund der Umgebung auch mal damit spekuliert, dass etwas hätte vermient sein können, haben aber keine Hinweisschilder gesehen.

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Hallo Nil,

auch wie der vorangegangene-ein wunderschöner Fotobericht. Ich war mit dem Oberlausitzer Granitschädel im Juli und August auch da, wir tourten 3 Wochen durch ganz Kroatien außer Pula. Hattet ihr auch eine Fotoerlaubnis oder habt ihr euer Glück "so" probiert? Wir haben die täglich gebraucht, sind auf fast allen kleineren Bahnhöfen danach gefragt worden. Noch ein paar Tipps:

aus Sibenik kommt mittags ein Güterzug nach Perkovic, der weiter nach Zagreb geht. Die Vorspannlok für den fährt kurz nach 10:00 Uhr runter nach Sibenik. Dann steht 12:00 Uhr der Güterzug mit 2 2062 am ESIG aus Richtung Sibenik. 11:40 Uhr kam ein Güterzug mit einer 2062 aus Split in Perkovic an. Die Lok fing alsbald fleißig zu rangieren an. Dann kam verspätet der ICN, der normal halb 12 fahren sollte. Dann erhielt der Güterzug Einfahrt in Perkovic. Das taten die Lokführer dann mit viiiiiiiiiel Sound. Dann wurden noch Abstand gewartet. Dann um halb eins kam noch der Regionalzug nach Split zurück. So waren dann in Perkovic 4 Kennedys zu genießen. Der Güterzug, den die Einzel-Kennedy zusammengestellt hatte, verließ dann glaube ich, halb zwei nachmittag den Bahnhof wieder Richtung Split. Als wir am Haltepunkt Preslo (sehr zu empfehlen, schöne Schatten spendende Kiefern) Mittag machten, kam zwischen 12-14°° Uhr (den genauen Zeitpunkt weiß ich nicht mehr) eine LZ-Kennedy von Perkovic nach Split gefahren. Sehr fotogen und wärmstens zu empfehlen sind noch folgende kroatische Bahnstrecken: von Koprivnica Richtung Klostar-Osiijek (Telegrafenmasten, Formsignale wunderschöne Bahnhöfe, dort fahren lokbespannte Schnellzüge, die aus Richtung Rijka kommend, in Koprivnica von E-Lok auf Diesellok 2044 umgespannt werden. Des weiteren: Koprivnica-Ludbreg-Varazdin, auch hier durchweg Telegrafenmasten, Formsignale. Ab und zu fährt da wohl auch ein Güterzug lang, in Ludbreg standen Kesselwagen am Ladegleis. Ein Schnellzugpaar mit 2044 fährt Mo.-Fr. früh von Varazdin nach Koprivnica und nachmittag zurück, er bestand aus 4 Wagen. Sehr fotogen ist auch der Bahnhof Unesic an der Lika-Bahn mit seinen Mini-Formsignalen. Alles in allem ist die kroatische Eisenbahn wirklich hochinteressant und die Lokführer vor allem sehr nett. Wir verfolgten den Personenzug mit 2062 von Split nach Perkovic am Abend. (Abfahrt Split 19:39 Uhr) Als wir auf Höhe Labin Dalmatinski waren, sahen wir einen mit 2 Kennedys bespannten Güterzug Ri. Split drinn stehen. Wir runter, zum Bahnhof. Ich hab mein Tonzeug zusammengesteckt, den Foto raus, klick! mein Kumpel auch, Dann unser Zeug da aufgebaut. Die Lokführer grinsten sich einen ab, ich mit meine 2 Mikros, der Granitschädel mit der Video.. dann wurde erst mal kräftig das Signalhorn betätigt, der Lokführer grinste gaaaaanz breit. Nachdem wir unsere Aufnahmen hatten, nahmen wir dann die Einfahrt vom Personenzug auf, dann folgte eine Hammeranfahrt! Der Lokführer legte einen Blitzstart hin, dass uns bald die Ohren weg flogen. Vom feinsten, die wissen, was Dieselsoundfans wünschen. Der Personenzug blieb, und blieb... AHA! Der wiedermal verspätete ICN... Als der durch war, folgte wieder eine Hammeranfahrt, 0-1-Volllast! Der Bahnhof erzitterte unter dem tosenden GM-Diesel!!!

Was wir auch noch beobachten konnten: Auf der Linie Zagreb-Varazdin gibt es einen Zug, der Mo.-Fr. 16:25 Uhr Zagreb verlässt und 18:04 Budinscina erreicht und dort 18:52 Uhr wieder zurückfährt. Dieser war einmal sogar mit einer 2062.1 bespannt. Ich vermute, das dieser Zug planmäßig nicht mit der .1 läuft (es war übrigens 2062 119) er war auch stark verspätet an diesem Tag. Am nächsten Tag war nähmlich 2044 drauf. Aber dafür die letzte grüne, die 2044 007... so ein Glück. Die Bilder dazu wird 219 027-0 bald hier zeigen.

ich freue mich schon auf eure nächsten Beiträge und bin sehr gespannt.

Gruß, 219 003-1, FAUR-Power aus Rumänien für die DR-das U-Boot!!!

219 003-1, *27.09.1978; +30.06.2001; jetzt Museumslok im sächs. Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf

Mit Minen ist nicht zu spaßen!

geschrieben von: Ulf Fischer

Datum: 31.08.08 12:12

Ich würde in dieser Gegend, d.h. zwischen Ogulin und Perkovic, niemals auf einer Wiese oder im Gelände abseits von sichtbar benutzten Wegen herumlaufen. Wie schon erwähnt, teilweise nehmen irgendwelche verblödeten Touristen die Minenwarnschilder mit, teilweise fehlen sie auch so. Das selbe gilt auch für weitere kroatische Gebiete und einen Großteil des bosnischen Staatsgebiets.

[www.hcr.hr]

[www.hcr.hr]

[www.hcr.hr]

Diese Karten geben aber nur einen groben Überblick und müssen nicht 100% korrekt sein.

Letztes Jahr in der Nähe von Osijek

geschrieben von: MichaelM

Datum: 01.09.08 14:46

habe ich sogar mal ein Minen-Warnschild in einem frischgepflügten Acker gesehen ... *kopfschüttel*

MM

Re: Letztes Jahr in der Nähe von Osijek

geschrieben von: Mr._Hockey

Datum: 01.09.08 18:26

@Minen Ist schon klar, dass mit den Landminen nicht zu spassen ist. Vielleicht waren wir uns der Gefahr etwas zu wenig bewusst. Man muss jedoch wissen, dass man in der Region von Zrmanja zur Zeit Lichsignale aufstellt, deshalb hat man an vielen Orten auch einen Kabelkanal ausgehoben. Ich denke mal, dass man die Umgebung der Strecke geräumt hat, bevor man mit den Arbeiten begann.

@Fotogenehmigung
Nein hatten wir keine, wir wurden auch nie danach gefragt. Obwohl wir uns in Perkovic, Zrmanja und Malovan mit den Eisenbahnern unterhalten haben.

http://bahnbilder.ch/graphics/banner.png

Re: Letztes Jahr in der Nähe von Osijek

geschrieben von: 219 027-0

Datum: 02.09.08 01:00

Auf die Fotogenehmigung sind die kroatischen Eisenbahner vor allem im Norden
des Landes scharf. Im Süden (Lika-Bahn) hat sich niemand darum geschert.

Die Bildbeiträge meinerseits kommen dann doch erst im Spätherbst. Zwar hatte
ich geplant, diese jetzt im Laufe diesen Monats zu veröffentlichen, nur jagt
bis zu meinem Herbsturlaub in knapp 4 Wochen ein Termin den anderen, so daß
ich es zeitlich einfach nicht auf die Reihe bekomme. Aber aufgeschoben ist nicht
aufgehoben. Bis dahin ...

http://loksounds.eu/banner.jpg
===============>>> DIESELPOWER

Re: Mit Minen ist nicht zu spaßen!

geschrieben von: Jan vdBk

Datum: 08.09.08 21:21

Ich würde in dieser Gegend, d.h. zwischen Ogulin und Perkovic, niemals auf einer Wiese oder im Gelände abseits von sichtbar benutzten Wegen herumlaufen.

Wenn man sich die von Dir verlinkten Minenkarten genau anschaut, erkennt man, dass zwischen Ogulin und Perkovic lediglich einige Gebiete im Umkreis von Ogulin, Josipdol, Gospic (extrem!) und Drnis rot markiert sind. In diesen Gegenden stehen allerdings auch alle 50m Minenwarnschilder, sind an den Straßen detaillierte Warnkarten aufgestellt und hier geht man natürlich nicht abseits begangener Flächen.

In allen anderen Gegenden (z.B. rund um Malovan / Zrmanja) beginnt man schnell, die Dinge lockerer zu sehen (so meine ganz persönliche Erfahrung, ich möchte aber ausdrücklich niemanden animieren, ins Gelände zu gehen, wenn er/sie ein blödes Gefühl dabei hat!).

Viele Grüße,
Jan