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Heute vor einem Jahr waren wir .. was für ein Zufall, genau bei dem Tag von dem ihr unten etwas Lesen könnt. Wir fuhren von Lettland rein nach Litauen.
Zwei Tage kommen da, einer bis Kaunas, kaum Fotos, und ein zweiter an der Strecke nach Kaliningrad, was schon ertragreicher war.




Tag 79: Donnerstag, 09.08.2007, Daugavpils – Kaunas, 278 km

[maps.google.de]

Heute stand wieder ein wechsel an, von Lettland nach Litauen, in das letzte Land der drei baltischen Staaten .. wir sind ja schon fast durch ;)
Doch das aufstehen fiel heute noch schwerer als je zuvor, es lag wieder nicht am Wetter und es lag wieder nicht an der Motivation, aber dieses Bett, dieses Hotel ... es war einfach zu herrlich. Einzig das Frühstück, welches wir üppig erwarteten, konnte uns zum aufstehen zwingen, denn das Frühstück ist ja die wichtigste Mahlzeit des Tages, wie wir alle wissen ;) So standen wir so gegen 8te mal auf und fuhren nach dem Frisch machen mit dem Fahrstuhl in die 10 Etage, in die Panoramalounche des Hotels - wo in der Bar auch ein lecker Frühstück serviert wurde. Es gab alles, Rührei, warme Würstchen und und und .. aber kein richtiges Brot, scheinen die hier wirklich nicht zu kennen. Auf alle fälle langten wir verständlicherweise gut zu und assen und tranken uns etwa 46min übers Buffet ;) Wir waren sehr satt und haben dann unsere Bäuche Richtung Zimmer zum aufräumen gerollt ... und dann schon zum Auto welches brav auf uns auf dem großen Parkplatz vor dem Hotel vor wartete. Wir fuhren dann mal los in Richtung der Litauischen Grenze, welche auch schon überraschend früh erreicht wurde. Es war nicht die Menge los, und so wurden wir bei der Ausreise duchgewunken. Bei der Einreise dann standen da vier Zöllner und taten nix, sie unterhielten sich ein bisschen, wie man das halt so macht wenn es einem langweilig ist . Wir fuhren ran und der eine machte schon so eine Geste, typisch italienisch dachten wir. So sahen die vier auch aus, mit der Uniform und wie die uns von oben runter angeschaut haben .. unangenehm. Dennoch ging es auch diesmal sehr fix von statten und husch waren wir durch den Zoll und eingereist in Litauen. Da es hier, im vergleich zum letzten Grenzübertritt keine Eisenbahn in der nähe hatte (wo was läuft) beschlossen wir gleich mal ins Landesinnere durchzufahren, nach Jonava an der Strecke nach Klaipedia gelegen. Wieder möchte ich hier ein paar Worte über Litauen verlieren: Litauen ist das südlichste der drei Baltischen Staaten und hat gen Osten direkten Grenzanstoß nach Weißrussland, nicht aber an Russland. Trotzdem gibt es in dem Land eine Russische Grenze, die zur Enklave "Kaliningrad", welches im Westlichsten Teil des Staates liegt. Südlich geht’s noch nach Polen, da gibt’s aber nicht die Menge an Grenzverkehr. P-Verkehr ist auch in diesem Lande eher mau, es gibt ein paar Zugsverbindungen zwischen den grössten Städten, zB. Kleipedia und Vilnius, und sonst in der nähe der Hauptstadt Vorortsverkehr, ua. auch mit Elektroeisenbahn. Für uns interessant ist noch der Durchgangsverkehr nach Kaliningrad zu nennen, welcher relativ umfangreich ist, aber nach jetzigem stand der Planung bis auf wenige ausnahmen total aus dem Licht kommt. Güterverkehr geht ein bissl was nach Kaliningrad von Weißrussland aus und noch was nach Kleipedia, so vermuten wir das zumindest - wie es dann ausschaut werden wir in den nächsten Tagen merken. Elektroeisenbahn gibts hier von der Hauptstadt Vilnius bis nach Kaunas, der zweitgrößten Stadt des Landes etwa 100km westlich von Vilnius gelegen. Die Währung in diesem Land sind Litts, ein Lit entspricht so ca. 0.45 CHF --> also wieder nach dem Letten Geld ein angenehmer Umrechungskurs von 1/2. Bis Jonava sind wir durchgefahren, erst da dann haben wir uns mal in ein Maxima Center getraut (gibts auch hier :)) und haben mal Geld gezogen und bissle Preise geschaut. Wie schon "oben" ist hier irgendwie einfach alles /2 beim Preis im vergleich mit der Schweiz, nicht super günstig, aber doch annehmbar, gerade wenn ich an Norwegen und Schweden zurück denke *graus*. Nach dem Einkauf wollten wir mal an die Strecke, obwohl das Wetter von super bei der einreise zu eher schlecht bei der Ankunft in Jonava gewechselt hat --> es zog von Osten ein Wolkenband rein mit nur sehr wenigen blauen Löchern. Trotzdem wollten wir mal sehen was so geht an der Strecke und stellten uns, nach einem kurzen besuch am Bahnhof, an die Strecke. Besser gesagt wir wollten uns an die Strecke stellen, wir haben eine Stelle gesehen welche uns zugesagt hat, am ende eines grossen Dammes mit einer dicken Brücke über einen Fluss. Nur wie kommt man da hin? Nach einiger Sucherei fanden wir aber nicht die Stelle sondern mal einen Bahnhof im nix mit vielen Gleisen und ein paar Häusern. Ahhha, es stand auch da dann eine perfekt gepflegte Einfachtrommel und wartete, noch in der Sonne, auf weitere Einsätze. Die Kiste wurde natürlich gleich erstmal angegafft und gefuzzt - ganz zum wunder der anwesenden Bahnmanschaft :)

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M62K 1091 im Rbf von Jonava wartet auf neue Arbeit

Dann, nach bissle weiterer Sucherei fanden wir den Weg zur Stelle und machten uns noch auf den kurzen Fußmarsch dahin. Kurz vor erreichen des Hügels donnerte es in der Ferne und eine ach so bekannte Doppeltrommel rumpelte über die Flussbrücke - mit Sonne! Nur fehlte irgendwie der Zug am Zug, eine Lokfahrt, wie langweilig. Die Lok wurde dann aber trotzdem erlegt, auf dem Weg zum endgültigen Fotopunkt.

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2M62 0042 als Lokzug in Richtung Kaunas auf dem Damm von Jonava

Dieser war kurz darauf erreicht und wir hofften mal auf weitere Züge und auf die Sonne, dass die doch noch ein bisschen erbarmen mit uns hat. Es kam erstmal ein Zug von hinten und dann lange nix mehr, so 1.5h danach rollte wieder etwas über die Brücke, mit Zug am hacken. Sogar die Sonne hatte ein einsehen und spendete das hellste Licht für den rest des Tages.

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2M62 0519 mit einem gemischten Güterzug aus Klaipedia auf dem Damm von Jonava

Der Zug war erlegt und wir stampften mal an eine etwas andere Position, nicht ernsthaft zum fuzzen, das Licht war nun unter aller Sau, sondern zum schauen ob noch mehr kommt ... kam aber nicht, kam lange nicht, sehr lange. Nur ein Lokzug von hinten rollte mal durch, macht uns aber irgendwie nicht scharf. Erst so gegen 17:00 kam der nächste Zug von vorne, fast 3h nach dem nächsten, und er war bespannt mit einer 2M62 im Neulack der Litauischen Eisenbahn - sieht echt schmuck aus.

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2M62 0949 im \"neuen\" Lack auf dm Weg nach Süden bei Jonava

Licht war völlig im Eimer und wir hatten, nun bei einsetzendem Regen, auch keine Lust mehr noch länger zu warten .. so fuhren wir zum Tagesendziel - Kaunas. Kaunas ist ja ganz schön gross und versprach uns deswegen einige günstige Übernachtungsmöglichkeiten - wir rechneten so mit 80 - 100 Lits welche wir ungefähr für ein Doppelzimmer hinblättern müssen. Aber schon das erste "Hotel", welches eigentlich schon viel zu weit im Stadtinnern lag, gab einen negativen Einschlag. 280 Lits wollte die Tante an der Rezeption für ein Zimmer haben, fern ab und gut und böse, zudem war die Lage in einem siffigen Wohnquartier nicht gerade berauschend. Wir zogen los und versuchten unser Glück dann halt in der Innenstadt, wo immer mal wieder ein Hotel angeschrieben war. Nr. 1 war voll, Nr. 2 war viel zu Teuer und die empfohlene Nr.3 fanden wir ewig nicht ... bis wir dann drin standen und es hiess sie sei voll. Diese ganze Prozedur, von abfahrt bis dahin, hatte 2h extrem nervenaufreibende Stunden gekostet. Warum ist es hier im Baltikum immer so verdammt schwer eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden? Campingplätze gibts kaum und die Hotels sind entweder voll oder schlicht unbezahlbar - mit ausnahmen natürlich. Wir versuchten dann, es war schwül und sauwarm was auch nicht gerade ruhiger macht, unser Glück beim Touribüro in der Stadt - wenn uns jemand etwas besorgen kann dann die. Die gute Frau hinterm Tresen gab sich alle liebe mühe uns ein Bett in unserem Preissegment zu besorgen, sie kriegte es aber nicht hin bis wir sie mal fragten ob es dann ein Campingplatz gibt. Rasch telefonierte sie ein weiteres mal und malte uns ein Kreis auf die Karte --> da sei ein Motel bei welchem wir unser Zelt für 15 Lits aufbauen können. Naa gut, schadet bestimmt nicht und ist auch schön günstig, also sind wir mal hingefahren. Doch der äußere Eindruck bereits vermochte nicht wirklich zu überzeugen, es wirkte arg versifft. Wir sind trotzdem mal rein und wollten an der Rezeption mal nachfragen, was den sonst ein Zimmer kosten würde. Die alte da konnte aber nur Litauisch, sonst nichts ... irgendwie kam sie dann darauf das wir Zelten wollten, also hielt sie am Zelt fest. Die Frage nach dem Preis für ein Doppelzimmer konnte oder wollte sie nicht nennen. Irgendwann kam der alte rein und sagte Zelt, 40 Lits - und zeigte raus auf den Eingangsbereich mit einer vermüllten wiese. Danke nein! Sie hat dann mal irgendwo angerufen wo Englisch gesprochen wurde und lies uns übersetzen - Am Telefon wurde erst ein Zimmer für 80 und dann 120 Lits versprochen, gekostet hat es schlussendlich 140 Lits, schmerzt nichts schadets nicht. Und wir haben eingeschlagen .. das Zimmer dann auch entsprach zu 100% dem was wir nach dem äußeren Eindruck erwartet haben - einer höhle ;) Badezimmer war dreckig, überall waren fiecher rum und es roch stark nach Gammel und rauch. Aber zum schlafen reichts und zum Duschen zum Glück auch. Nachdem wir das dann auch mal gemacht haben ging es nochmals ab in die "Stadt" - wir hatten auf dem Weg zum Motel einen zwei XX Maxima gesehen, da wollten wir mal reinschauen um was zu trinken zu kaufen. Wir assen da dann auch gleich noch was zu Abend, sehr leckere Pasta, und deckten uns mit ein bisschen Plunder ein für die nächsten Tage. Jetzt zurück im Zimmer haben wir uns gerade ein bisschen über dieses Land und die Leute ausgelassen ;) Den was auffällt, die können hier nicht Autofahren, allein heute haben wir einem beinahe und einem "richtigen" Unfall zugeschaut, dazu wird gedrängelt und einfach gefahren ... sehr gefährlich ;) Irgendwie ist es so: Währen die Letten und die Eestis nach dem zerfall der UDSSR in Deutschland oder der Schweiz geschaut haben wie man "so lebt im Westen" und das so macht - waren die Litauischen Vertreter in Norditalien grossraum Milano - was irgendwie die ganze Atmosphäre hier nicht wirklich förderlich ist. Und im Touriprospekt steht außerdem auch: Man soll zielsicher durch die Strasse gehen, damit nicht Leute das Gefühl haben man wisse nicht was man will. Falls doch mal etwas wäre könne man sich an die Polizei wenden, die überall Rumstehen würde, man erkenne sie an den Grünen Anzügen, sie sähen aus wie Gurken *ggg* .. die Gurkepnpolizei. Aber wir wollen noch nix verschreien, nach einen 3/4tel Tag Litauen.




Tag 80: Freitag, 10.08.2007, Kaunas – Trakai, 338 km

[maps.google.de]

Nach dem Fiasko von gestern musste heute noch was passieren, damit sich dieses Land in unserer Bewertung bessern konnte. Nach der Nacht im eher komischen Motel fuhren wir auch bereits um 8 Uhr los in Richtung Kaliningrad. Kurz nach Kaunas, nahe der Ortschaft Kalinava warten wir auf den ersten Zug ab. Durch einen BÜ vorgewarnt, sassen wir in unserem Auto und warteten ab. Es wollte nicht lange dauern, bis der erste Zug durch ein wummern angekündigt wurde. Der BÜ bimmelte in einer Entfernung, in welcher der Zug erst am ende einer laaangen Gerade sichtbar war. Da die Trommel aus dem Gegenlicht kam, liessen wir es mit dem Fotografieren sein und warteten auf den nächsten Zug. Gemütlich im Auto sitzend und Karte studierend, sprang Nil plötzlich auf und schrie Zug. Häää? Ein Blick zum BÜ liess jedoch nichts von einem Zug vermuten, denn die Lampen waren immer noch dunkel und gebimmelt wurde auch nicht. Das Geräusch war jedoch unüberhörbar und die Trommel näherte sich stetig dem BÜ. Als die Lok wenige Meter vom BÜ entfernt war, es waren wahrscheinlich nicht mal 5, fing dieser an zu bimmeln und zu leuchten. Ein wenig knapp, zu knapp für uns auf jeden Fall. Aus dem Erhofften Foto wurde nicht viel, da die Ideale Auslöseposition schon lange zugefahren war. Auch ein hinterherfahren sollte nichts bringen, da die Züge hier um einiges schneller als wir auf den Strassen sind.

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2M62 aus Kaliningrad mit einem Autozug nach Osten bei Kalinava

Geärgert fuhren wir nun weiter in Richtung Kaliningrad bis zu einem andern BÜ, nahe der Ortschaft Kampiniai. Hier war ein weites Feld und eine lange gerade Optimal für den ersten Zug aus Moskau, welcher leider nirgends wirklich im Licht kam. Neben dem von einer TP70 gezogenen Schlafwagenzug erwischten wir noch 2 Güterzüge welche nach Kaliningrad bzw. Vilnius fuhren.

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2M62K 1163 mit einem Ölzug aus Kaliningrad bei Kampiniai

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TEP 70 0332 mit einem Zug aus Russland nach Kaliningrad, bei Kampiniai

Genug von der Stelle ging es weiter. Nördlich der Ortschaft Antanava fanden wir einen weitere Stelle, welche jedoch nicht so toll war, wie wir uns erhofften. Wir liessen sie sein und beschlossen noch weiter in Richtung Grenze zu schauen. Falls da nichts ist, kann man ja immer noch wieder hierher, zurück mussten wir ja eh. Um nicht wieder auf die Hauptstrasse zurückzukehren fuhren wir über eine Schotterpiste ein Dorf weiter, von wo es über eine Querverbindung zum nächsten BÜ gehen sollte. Von dieser Verbindung war ausser auf unserer Karte nichts zu sehen und unsere Fahrt entlang einer möglichen Schotterpiste endete nach gut 20min an einem Feld. Wieder alles zurück und auf der Hauptstrasse zum nächsten BÜ gefahren, erwies sich dieser ebenfalls als nicht wirklich fotogen. Nun blieb noch der Bahnhof von Pilviskiai übrig. Hier standen wir bei einer alten Güterrampe ein bisschen erhöht und warteten einen Zug ab. Der im Bahnhof gefundene Fernverkehrsplan besagte, dass in wenigen Minuten der 2. Russenzug hier durchfahren sollte. Nix wie zurück auf die Rampe, Tele aufmontiert und abwarten. Tatsächlich, wenig später brauste eine TEP60 mit einer langen Wagenschlange aus St. Petersburg an unseren Nasen vorbei. Wenn die Lackierung nicht so todhässlich währe, könnte es sogar noch eine hübsche Lok sein (Anm. von Nil – ich möchte betonen das dies die Meinung vom Wipf ist, mir gefallen die Loks)

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TEP60 286 mit einem Transitzug nach Kaliningrad bei Pilviskiai

Da unser super Motel heute Morgen kein Frühstück servierte, schrieen unsere Mägen mittlerweile arg nach Mampfen. So gings zum örtlichen Einkaufsladen um Brot, Fleisch und Käse einzukaufen. Um auch ja nix zu verpassen, fuhren wir sogleich wieder an eine Stelle, welche wir vorhin gesehen hatten. Wie es der Zufall will, genau als wir bei der Stelle nahe Pilviskiai ankamen konnten wir den letzten Wagen eines Güterzuges zuschauen. Ärgerlich!. Uns blieb nichts anderes Übrig als abzuwarten und so wurden inzwischen Fleisch, Brot und Käse vertilgt. Die Sonne war schon arg spitz und von Güterzug war weit und breit nichts in Sicht. Ein Blick auf das vorhin abfotografierte Abfahrtsschild liess jedoch auf einen Personenzug hoffen. Was das wohl sein wird? Pünktlich auf die Minute senkte sich der Bahnübergang und am Horizont erschien eine Zug. Hä?? Komisch das Ding. Es näherte sich immer mehr und die Form erschien uns immer neuer und unbekannter. Mit fixem Tempo fuhr der 3-teilige Triebzug an uns vorbei. Witzig das Teil.. doch wenigstens etwas erwischt, dass neu war.

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Triebwagen A 760-3 nach Kybartai kurz vor Pilviskiai

Die Seite war schon arg verdunkelt und so zogen wir es vor hier halt ohne Güterzug abzufahren. Der vorhin währe optimal gewesen.. doch verpasst ist verpasst. Da die Sonne auf der ganzen Strecke mehr oder weniger Spitz stehen würde, konnten wir nun noch den Bahnhof von Kazlu Ruda besichtigen. Hier trennte sich die Linie nach Kaliningrad von der Linie nach Suwalki PL. Eine grössere Gleisanlage und eine wohl von der EU finanzierte, überdimensionierte Fussgängerbrücke zeugten davon. Wir warteten auf dieser ein paar Minuten, ehe das Signal hinter uns auf grün sprang. Es folgte eine Doppeltrommel nach Kaliningrad und zischte mit ihrer Wagenschlange durch den Bahnhof.

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2M62K 0992 im Abzweigbahnhof Kazlu Ruda auf dem Weg nach Kaliningrad

Das beste daraus gemacht fuhren wir nun wieder zur 2. Stelle des Tages bei Kampiniai und warteten dort die Rückkehr des Personenzuges ab. Zwischendurch wurden wir noch von einem weiteren Zug überrascht. Auch dieser war uns neu, wenn auch nicht ganz unbekannt. Die Front glich deren von den Steuerwagen der DR1a, der Triebwagen war jedoch einteilig. In Lettland und Litauen sollte es genau je 1 davon geben. Glück gehabt =). Nach 2 Güterzügen, logischerweise mit Trommel bespannt kam auch schon der Triebzug zurück. Da es schon nach 8 Uhr war und die Sonne arg am Wolkenrand am Horizont kratze, konnten wir nun ohne schlechtes Gewissen verreisen.

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2M62K 0516 im frischen Lack mit einem Öler nach Kaliningrad bei Kampiniai

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AR2 02 als Regio aus Marijampole auf dem Weg nach Kaunas bei Kampiniai

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2M62K 0043 mit einem Öler nach Kaliningrad bei Kampiniai

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DR1A gibts überall, auch in Litauen, hier bei Kampiniai

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Triebwagenalarm! - wieder A760-3 bei Kampiniai

Immer nach Osten fahrend, erreichten wir gute 1.5h später die kleine Ortschaft Trakai, ca. 30km vor Vilnius. Hier stellten wir am örtlichen Campingplatz unser bereits wieder defektes Zelt auf und freuten uns auf die Duschen. Diese erwiesen sich nicht wirklich als super brauchbar und waren eng wie die Sau. Egal, Hauptsache geduscht ging es auf die Suche nach etwas essbaren. Dieses fanden wir leider nicht und so ging es ohne Abendbrot ins Bett. Durch die vielen Mücken ins Zelt getrieben sagt mir ein Blick auf die Uhr erst 11 Uhr, doch wollen wir ja morgen früh auf. Das Zelt musste ja unbedingt hier wieder kaputt gehen, dem ersten Platz wo es wieder Mücken hat! Seit Finnland waren wir Mückenfrei, und hier, genau hier fressen uns die Viecher wieder. Liegt wohl am schönen Windstillenplatz hinter der Platzmauer mitten im grün …




Das wars, seit langem wieder ein Teil. Ich werde versuchen diesen Bericht hier nicht zu vernachlässigen, trotz des zweiten welchen ich dann irgendwie Parallel fertigen muss zeitweise, das klappt schon ;) Ein Teil folgt sicher noch vor ende des Monats, versprochen!

Achja, ich habe gesagt Litauen war für uns nicht so prikelnd, Kaunas war ein Erlebnis, das zweite und prägende folgt dann im nächsten Teil.
Also so: Litauen, ein Trauma in zwei Akten ... ;)

En Gruess aus der Schweiz
Nil

Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:08:09:00:47:49.
Hallo!

Wieder ein schöner Bericht, danke für die Fortsetzung! :-)

Der Triebwagen ist ein D1, gebaut von Ganz-MAVAG, davon gibt es ziemlich viele in der ehemaligen Sowjetunion, die DR1A und Verwandte wurden in Riga gebaut.

lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg
Hallo,

Danke auch von mir für die wie immer sehr schönen Bilder. Den Schnellzug mit TEP 60 aus St. Petersburg habe ich am selben Tag um ca. 14.25Uhr am Stausee von Kaunas fotografiert.

http://img170.imageshack.us/img170/7632/wd2kc0.jpg

Schöne Grüße,
Klaus
Hallo,

auf diesen Teil habe ich schon lange gewartet! Ist wieder Spitze geworden, auch die Umschreibung drumherum.

Zu Kaunas und Hotels allgemein: Kaunas war schon immer Kaunas und Litauen ist Litauen (so sagt man es in Litauen) ;)
Dies hat sicherlich viele verschiedene Gründe. Früher eher positive. Aus der heutigen Zeit eher negative, vor allem was die örtliche Politik und Stadtverwaltung betrifft. So kommt Kaunas schon lange nicht mehr aus dem Knick und lässt sich von vielen anderen Städten überholen, man sieht das Resultat im Aussehen der Stadt.

Hotels in Litauen ist eine problematische Sache! Allgemein überteuert und selbst wenn man eine teure Variante wählt, mag diese zwar den eigenen Ansprüchen manchmal genügen (Chance 50:50), aber für das Geld und zum Vergleich mit dem z.B. deutschen Standart in der Preisklasse eine Katastrophe!!! Falls jemand Hotelstips braucht, stehe ich gern zur Verfügung.

Ansonsten ist es gerade in der Ferienzeit/Sommerzeit wenn viele Touris kommen allgemein problematisch etwas zu bekommen (egal welche Preisklasse). Ich hatte versucht im Juni/Juli ein Hotelzimmer für jemand zu bekommen, da war ich selbst bei den 4* und 5* Hotels in Vilnius chansenlos!

>Und im Touriprospekt steht außerdem auch: Man soll zielsicher durch die Strasse gehen, damit nicht Leute das Gefühl haben man wisse nicht was man will.
Das ist aber "EXTREM" übertrieben!!! Da müsste man dies auch für viele Großstädte in Westeuropa schreiben. Man sollte einfach den natürlichen Menschenverstand walten lassen, in sofern man diesen hat :) Spass bei Seite, eine gewisse Vorsicht ist in den Abendstunden in Seitenstraßen angebracht.

Viele Grüße.
Hallo,

ich bin "beruhigt", das das restliche Litauen dann offensichtlich nicht so ist wie Kaunas.
Wir waren von diesem Abend und dem Erlebnis am nächsten Tag (kommt vielleicht heute noch) so geprägt das wir geradezu geflüchtet sind aus Litauen.
Aber wie an anderer Stelle bereits geschrieben, wenn es ein Land aus dem Baltikum gibt in welches wir nochmals wollen dann ist es Litauen! Wer weiss, vielleicht schon in zwei Wochen? ;)



En Gruess und danke für die Reaktionen
Nil

Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

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