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Heute vor einem Jahr waren wir .. an der Erzbahn! Ja, der Swisttaler (hallo!) ist ja auch gerade oben und ich muss sagen: *neid* … so etwas gab es bei uns vor einem Jahr nicht ;)

Es folgen die letzten zwei Tage Lettland, wir fuhren von unserem Stützpunkt in Krustpils der Bahn entlang bis nach Daugavpils. Der nächste Teil wäre dann Litauen ..




Tag 77: Dienstag, 07.08.2007, Krustpils – Krustpils, 224 km

[maps.google.ch]

Wieder trieb uns nicht etwa der Wecker oder die Motivation aus dem Bett, sondern die Hitze die sich im Zelt breit machte ... perfekt. So war es etwa 8:00 als wir unseren Supergünstigplatz verliessen und unter strahlendem Sonnenschein ohne Wolke den Weg gen Krustpils unter die Räder nahmen. Heute wollten wir an der Strecke von Krustpils nach Russland stehen und da so einiges mitnehmen, den die einschlägige Literatur aus Deutschland versprach da einen haufen Transitverkehr von den Häfen. Wir waren uns heute früh schon etwas unsicher ob da wirklich so viel fährt, denn die meisten Züge die wir gestern durch den Bahnhof haben fahren sehen kamen vom Süden und nicht vom Osten. Trotzdem glaubten wir daran das was kommt, bis nix kam ;) Wir waren um 8:30 an einer wirklich netten Stelle an einem BÜ ein paar Kilometer hinter Krustpils und warteten auf die Züge. Aber nix bewegte sich, gar nix nur die Nachbarn und den P-Zug welcher dann gegen 10:30 mal durchgerollt ist.

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Ein DR1 im alten Lack einige Kilometer hinter Krustpils

Die Nachbarn konnten unser Hobby auch nicht wirklich nachvollziehen und zogen dann kopfschüttelnd von dannen ;) Wir fuhren dann kurz danach mal weiter gen Russland ein paar Kilometer und trafen wieder auf sehr viel versprechende Stellen, nur das mit dem Zugsverkehr war so eine Sache. Den auch an der Stelle tat sich nix, bis wir dann gegen 12:00 die schnauze voll hatten und langsam ans aufgeben dachten. Denn anstatt die Züge kam schlecht Wetter vom Osten her zu uns, Wolken und Schleier und ... ja sogar Regen war zu vernehmen. Eine halbe Stunde später war dann genug des ganzen, wir gaben an der Strecke auf ... nix los heute. Einzig zu erwähnen noch ein Schnellzug aus Russland mit einer TEP70 aus dem Gegenlicht.
So wechselten wir an die andere Strecke welche von Krustpils nach Daugavpils verläuft und etwas mehr Verkehr versprach, vielleicht ... Trotz des schlechten Wetters sassen wir mal an einen BÜ in der nähe von Liväni und warteten was so kommt. Aber auch hier tat sich komischerweise nicht wirklich etwas, über eine, zwei Stunden. Was war denn bloß los heute? Gestern rollte der Verkehr hin und her um die Zeit und heute ging einfach gar nix. Bis auf einmal dann ein BÜ sich senkte und eine Trommel von Norden aus der Ferne zu hören war. Sogar die Sonne hatte erbarmen und beehrte uns und den Zug, beim ersten Foto.

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2M62 0113 mit einem Kohlezug aus Riga bei Liväni

Sowas muss man ausnutzen und flugs waren wir im Wagen und dem Zug auf den Fersen, gelohnt hat es sich dann aber nicht wirklich, die zweite Stelle war dunkel und eher naja .. bescheiden. Aber wir fanden dafür ein netten Bahnhof den wir unbedingt morgen noch umsetzen wollen, wenn dann etwas fährt. Wir stellten uns zurück an den BÜ bei Liväni und warteten weiter auf Zugsverkehr .. welcher dann, so gegen 17:00 mittlerweile wieder begann so langsam zu rollen - aber von hinten und im Schatten.
Einzig ein P-Zug (rot und erst noch mit Steuerwagen voraus) meinte in der Sonne kommen zu dürfen, immerhin. Es war 18:00 und es setzte leichter Regen ein, also kein Wetter zum warten, im Gegenteil. So setzten wir uns wieder in Bewegung gen Krustpils um da dem Bahnhof einen Besuch abzustatten. Und siehe da, es ging doch noch ... es rollte, im Bahnhof standen zwei Trommeln nebeneinander und warteten beide auf die Ausfahrt (beide nach Süden und nicht in den Osten) ...

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2M62 0894 und 1185 im Bahnhof Krustpils

Es kam dann ein P-Zug von Daugavpils hoch und der erste Güterzug verschwand, während aus dem Osten einer kam. Der zweite Güterzug wartete derweil noch bis ein P-Zug und ein Russenzug die Strecke nach Süden wieder frei gemacht haben. Jetzt so gegen Abend hat es wieder ein wenig aufgerissen, und ein blaues Loch machte sich langsam daran Sonne auf den Bahnhof zu werfen. In dem Moment rollte eine Russenlok mit Güterzug ein und blieb stehen ... also machten wir uns auf in die Nordausfahrt um den da beim stehen zu erwischen in der Sonne. Es war wieder mal Sekundenpech das wir hatten, der Zug zog ab als die Sonne bereits in der Mitte des Bahnhofs war und sich auf uns und die Lok zu bewegte *grummel*.

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2TE10 0221 mit einem Getreidezug bei der Ausfahrt aus Krustpils nach Riga

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TEP70 0233 mit einem Zug nach Russland aus Riga bei Krustpils

Zugsverkehr war jetzt erstmal keiner mehr zu erwarten, alle Strecken waren von Zügen belegt und die Schatten dank der Tiefstehenden Sonne waren viel zu lange. So gings auf etwas Mampfen bei einem 24h Imbiss an der Hauptstrasse. Beim erstmaligen durchfahren des ganzen hielten wir es, ein Hotelkomplex war nebenan, für ein Bordell, den das Logo sah irgendwie ... na halt so nach Nachtclub aus ;) Vielleicht wars auch einer, aber das Essen war lecker und auf der Terrasse merkte man nix davon. Wir liessen uns eine ganze menge Zeit beim Essen, den irgendwie galt es noch weitere zwei Stunden rum zu kriegen bis es ganz dunkel war - Nachtfotos machen. Es wurde dann ganz dunkel, also so richtig Nacht, und wir gingen zurück zum Bahnhof in der Hoffnung das mal was anhält und auf Kreuzung wartet. Die ersten Züge rollten alle durch, etwas gemein, und der Regen setzte langsam ein - noch gemeiner. Aber dann, der Regen hat nachgelassen begann es zu lohnen. Erst rollte eine Trommel ein welche hübsch vor dem Bahnhofsgebäude zum stehen kam, die machten wir da. Dann kam ein Russe von hinten welchen wir an der Nordausfahrt beim rumstehen erlegten, dann kam nochmals eine Trommel die wieder an der Südausfahrt was anders stand als die andere vorhin.

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2M62 0117 mit einem Bauzug (beachte den Personenwagen) im Bahnhof Krustpils

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2TE10 0223 im Bahnhof Krustpils, dank Fernverkehr mit heller Front

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2M62 0883 mit Schüttwagen im Bahnhof Krustpils

Das Bahnhofspersonal sagte derweil nix und kümmerte sich nicht wirklich um uns ... bis auf ein Lokführer welcher aus Spass etwas mit uns plaudern wollte, was wegen Sprachprobleme aber scheiterte, hatten wir auch keinen Kontakt mehr mit den Bahnern. Auch die BÜ Damen sagten nix, obwohl wir fleißig hin und her liefen die ganze Zeit. BÜ Damen sind hier die Frauen welche für die BÜ Überwachung zuständig sind. Das sind dann aber auch nur Frauen ... wir haben in diesem "Dienst" nicht einen Mann gesehen bis jetzt. Die Aufgabe der BÜ Damen ist wohl die Überwachung der BÜ's, den senken tun sie sich eigentlich automatisch ;) Das beste an den Nachtfotos ist aber auch, die Loks haben endlich mal Spitzenlicht ... was wir am Tag bei den Kisten irgendwie vermissen. Es war dann schon 23:30 als wir uns auf den Weg zurück zum Zeltplatz machten, welcher ja eine ganze Ecke weiter weg von Krustpils liegt ..
Was aber mit den Züge los war, hoffentlich ist das morgen nicht auch so, heute war ja gaaar nix los durch den Tag hindurch, ganz anders wie am Montag .. wie verhext.




Tag 78: Mittwoch, 08.08.2007, Krustpils – Daugavpils, 180 km

[maps.google.ch]

Nach dem gestern eher nüchternen Tag, welcher aufgrund der Nachtaufnahmen noch in letzter Sekunde gerettet wurde, hofften wir heute auf einiges besser Wetter. Dieses war auch als wir unsere Köpfe heute morgen aus dem Zelt streckten. Blauer Himmel mit ganz wenig vereinzelten Schleierfetzen.
Erstes Ziel war der kleine Bahnhof von Jersika, welchen wir gestern entdeckten. Auf dem Weg dorthin überholten wir einen Güterzug, doch sahen wir nicht welcher Loktyp davor hing. Insgeheim auf einen dicken Russen hoffend, stellten wir uns an die Stelle und warteten. Da noch ein Gegenzug auf der Strecke war schien es wohl ein wenig länger zu gehen, da dieser noch kreuzen musste. Sehr zu unserem Unmut fing es plötzlich hinter unseren Rücken an zu wummern und eine Taigatrommel mit Kohlezug tauchte auf. Wir begannen einmal auszurechnen was nun passierte. Kohlezug von hinten kam, stellte sich ins Ausweichgleis, welches sich gleich vor unsern Nasen befand. Der von uns gesichtete Güterzug konnte nun auf dem Hauptgleis durchfahren, welches beim Bahnhofsgebäude war und vom stehenden Kohlezug verdeckt war. Ojeoje.. bitte nicht!!. Der Kohlezug fuhr ein.. und wollte nicht mehr aufhören. Endlos viele Wagen hingen hinter der Lok, welche gaaaanz langsam einfuhr. Bange Minuten standen an, denn das Pfeifen des richtigen Zuges war schon zu hören gewesen. Ganz langsam zogen die Wagen an uns vorbei.. und glücklicherweise auch schon das Ende der Wagenschlange. Nun war jeder Meter die zurückgelegt wurden dem Motiv förderlich. So kam es dann, dass der überholte Zug an unseren Linsen vorbeizog, als rund 8 oder 9 Wagen nicht mehr verdeckt waren. Glücklicherweise handelte es sich bei unserem Güterzug auch um einen Kohlezug, so fiel das ganze nicht mehr sooo fest auf =). Im Gegenzug zur Wartezeit hier im Bahnhof, drückte die Sonne bei der Durchfahrt voll auf die Lok drauf. Und um was für eine Lok handelte es sich? Genau.. um eine Lettische TEP10. War nun unser Glück für den Tag aufgebraucht? Ne, hoffentlich nicht!

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2TE10 0218 im Bahnhof von Jersika auf dem Weg nach Daugavpils

Wir konnten den Bahnhof abhaken und fuhren weiter, immer in Richtung Süden. Wir versuchten den Zug noch einmal einzuholen und schafften dies auch in Vingri. Hier wurde der Russenpower noch einmal abgelichtet, doch diesmal ohne wirklich viel Sonnenlicht. Schade!

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Der selbe Zug nochmals in der nähe von Vingri

Da wir auf dem Weg dorthin noch eine mögliche nette Stelle gesehen hatten, fuhren wir noch einmal ein wenig zurück. Bei einem im Wald gelegenen Ausweichbahnhof parkierten wir unseren Flitzer und liefen ein wenig die Gleise entlang. Ca. 2km nördlich des Bahnhofes verlief die Bahn durch eine offene Fläche, welche wir vom Waldrand aus prima einsehen konnten. Nun war Geduld gefragt. Auch hier liefen wir wieder der Gefahr, einen stehenden Zug vor dem Durchfahrtsgleis zu haben. Unsere Chancen standen wohl 50%, entweder war der südwärts fahrende Zug schneller und musste in die Ausweiche, was für uns gut war.. oder der norwärts fahrende blieb stehen, was uns die Sicht auf den südwärts fahrenden nahm. Kann natürlich auch sein, dass nur ein durchfahrender Zug kam. Es kam wie es kommen musste. Unsere Geduld wurde mit einem norwärts fahrenden Zug auf die Probe gestellt. Logischerweise war nun die Strecke für gut 20min belegt. Im Schatten des Waldes wartete es sich angenehm. Rund eine halbe Stunde später stellte das Wiederholungssignal in unserem Rücken von dunkel auf Gelb. Ah.. Zug aus Norden, praktisch. Doch wieso Gelb? Und das auf dem Durchfahrtsgleis? Grmbl.. bitte nicht! Ein lautes Dröhnen in unserm Rücken bestätigte unsere Befürchtung. Von hinten schien sich ein Zug auf das Ausweichgleis zu fahren. Vielleicht, vielleicht ist der Zug von Norden her schneller. Wir hörten ja schon das Wummern in der Ferne. Schneller war er nicht, doch unser Glück hielt an. Beim Nordwärts fahrenden Zug handelte es sich um eine einzige Lok. Zu unserem Erstaunen auch noch um eine normale M62. Ist das jetzt gut oder schlecht? Da von Vorne auch eine Doppeltrommel mit Oeler kam, kam es uns nur zugute. Nun konnten wir die beiden Loks nebeneinander knipsen. Netter Zufall.

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In der nähe von Vingri kreuzten eine 2M62 mit M62 1227.

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Lokportrait von M62 1227

Wieder zurück zum Auto gelatscht, fuhren wir weiter in Richtung Daugavpils. Zu unserem Erstaunen hatten wir den vorher fotografierten Zug bald schon wieder eingeholt, da er wohl noch mit einem Gegenzug irgendwo kreuzen musste. Wir versuchten unser Glück gleich hinter dem Dorf Nicgale, wo die Strasse mittels einen Bahnüberanges auf die andere Gleisseite wechselte. Leider wollte hier die Sonne nicht ganz so wie wir es mochten. Schön im Schatten huschte die Doppeltrommel an uns vorbei. Da die Stelle nicht sooo chic war, fuhren wir an den Bahnübergang vor dem Dorf. Hier war ein wenige mehr von den Feldern im Hintergrund zu sehen und ein Baudienstfahrzeug mit Bulldozer und Kran bot war auch noch auf dem Bild. Auch hier brauchte es wieder Geduld. Zwischendurch kam auch wieder mal ein Regio …

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DR1A 291.1 auf dem Weg nach Riga in der nähe von Nicgale

Die Sonne spielte mit uns und unsere Position wechselte von Schatten auf Licht im Minutentakt. Als sich durch ein Lautes Hornen in der Ferne ein Zug ankündigte warteten wir gespannt ab. Als die Lok in unserem Sichtfeld erschien, liess ein Blick zur Sonne schlechtes vermuten. Schatten. Da es zum nächsten Bahnübergang hinter dem Dorf rund 1km Distanz war, hofften wir dort auf Sonne. So gings flux ins Auto und zum hinteren BÜ, wo die Doppeltrommel auch wirklich bei vollem Sonnenschein vorbeiwummerte.

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2M62 1186 mit einem Kohlezug hinter dem Bahnhof Nicgale

Nun aber wieder zurück zum anderen BÜ. Nicht mal 10min später wummerte es abermals aus Norden. Diesmal war es eine Russenlok, welche jedoch auch nicht bei vollem Sonnenschein kam. In der Halbsonne abgelichtet gaben wir uns unzufrieden und beschlossen diesem Zug abermals hinterherzufahren. Ein Blick zur Karte lies uns nicht viele Möglichkeiten. Einzige Möglichkeit den Zug noch einmal abzupassen war bei Vabole, wo die Bahn inmitten des Dorfes eine weit gezogene Kurve machte. Wir schafften es vor dem Zug hierher, doch Stellen waren dünn gesät. So musste in der Eile ein Bauerhof und ein Pferd, welches sich lieber hinter der Böschung versteckte als Motiv herhalten. Nicht sehr optimal gestanden, war es halb so schlimm dass die Sonne hier überhaupt nicht schien. Als Trostpflaster gab es ein Eis aus dem glich nebenan liegenden Dorfladen und wir warteten den nächsten Zug ab. Laut Fahrplan sollte auch ein Personenzug nach Daugavpils fahren, und dieser sollte in den nächsten 15min hier kommen. Abwarten. Es dauerte nicht lange, bis wir durch das Knirschen in den Schienen vorgewarnt wurden. Sehr zum Leidwesen von uns handelte es sich dabei um einen Neulackierten, Gelben DR1a mit Steuerwagen voraus. Wir warteten noch einen Güterzug ab, welcher auch prompt nach einigen Warteminuten nachkam, ehe wir die Stelle wechseln wollten.

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2M62 0094 der LDZ mit einem Getreidezug bei Vabole Südwärts

Bei der Herfahrt hatten wir im Stress noch eine Möglichkeit gesehen, welche nun im Licht sein sollte. Zwischen Vabole und Stopendi waren auf einem geernteten Kornfeld etliche Strohballen ohne „Verpackung“ sichtbar. Da die Strecke gleich parallel zum Feld verlief, wurde dies natürlich auch ausgenützt. Die Sonne stand noch für Züge nach Süden, weshalb wir es uns auch auf einem Strohballen im südlichen Teil des Feldes bequemten. Es folgte ein Zug nach Süden mit Doppeltrommel, ehe sich laut Fahrplan der Personenzug wieder ankündigte. Für diesen wechselten wir die Feldseite und konnten erkennen, dass sich am südlichen Rand ein Signal befand. Nun war es ein Leichtes, bei einem südwärts fahrenden Zug an den anderen Rand zu gehen. So warteten wir einige Züge ab, ehe die Sonne im Schleier am Horizont unterging und das Licht immer schwächer und schwächer wurde. Unsere Ausbeute konnte sich jedoch sehen lassen. Neben einem Personenzug, einigen Doppeltrommel und einer grünen Russenlok kam auch noch die rote, wahrscheinlich Neulackierte TE310 der Letten daher. Chic das ganze ;-).

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2M62 0117 auf Leerfahrt nach Norden zwischen Vabole und Stopendi

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DR1A wieder zwischen Vabole und Stopendi

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Die rote LDZ 2TE10 zwischen Vabole und Stopendi

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Kesselzug nach Süden zwischen Vabole und Stopendi

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2M62 0119 zwischen Vabole und Stopendi

Bereits kurz nach 20 Uhr war jedoch auch Schluss für den Tag. Wir fuhren auf der Autobahn nach Daugavpils auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Da laut Campingführer kein Zeltplatz in der Nähe zu finden war, beschlossen wir uns für diese Nacht wieder einmal ein anständiges Bett zu gönnen. Doch dies schien zum wiederholten male nicht leicht zu werden. Die ersten beiden eher günstig wirkenden Hotels waren voll. So blieb nur noch eins übrig, welches inmitten des Stadtzentrums lag. Nicht gerade günstig wirkend, schrie sich der Laden Konferenzhotel und war mit Abstand das höchste Gebäude der Stadt. Unsere Vermutungen wurden bei der Rezeption bestätigt. Rund das doppelte von unserem gesetztem Budget sollten wir für ein Zweibettzimmer. Als wir eher negativ klingend uns absprachen und eher einen „wir gehen lieber wieder“ Eindruck hinterließen, fand der Herr hinter der Theke noch ein „Sonderangebot für uns“. Für 25€ sollten wir ein Zimmer kriegen, welches keinen supertollen Ausblick auf die Stadt haben sollte. Dies war uns egal und die 25€ waren uns recht. So kamen wir zu einem wunderbaren Zimmer mit Bad für 25€/Raum. Nach einer hurtigen Dusche gingen wir nochmals in die Stadt um nach was essbaren Ausschau zu halten. Unsere Mägen jammerten nämlich nach einem essenslosen Tag schon ziemlich. Nach einem ausgezeichneten Mahl bei der Beiz um die Ecke und einigen Recherchen im Internet war auch schon 24Uhr und Zeit fürs Bett. Schließlich wollen wir ja das Morgenbuffet um 7 Uhr nicht versäumen =). n8




Der nächste Teil wie gesagt von Litauen, da müsst ihr euch jetzt aber länger gedulden. Weil in etwa 8h geht es für mich in den Urlaub *freu*! Aber sobald ich hier bin .. ich weiss nicht … habe wohl erstmal besseres zu tun als der alte krempel hier ;). Es könnte also schon so ein bis zwei Monate dauern bis wieder was kommt. Aber ihr läuft mir ja nicht weg ^^
Einen schönen Juli wünsche ich also allerseits und ein Gruss aus der Schweiz
Nil

Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...