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Es folgt nach langer Pause der nächste Teil … es ist bis auf wenige Tage übrigens genau ein Jahr her seit wir in den Urlaub aufgebrochen sind, und ich bin noch nicht wirklich weit. Das muss sich bessern, werde versuchen etwas aufs gas zu drücken ;)
Aber bei dem super Wetter ist es schwer Zeit für so was zu finden.

Es folgen jetzt drei Tage, einen an der NBS zwischen Helsinki und Lahti, wir werden unter anderem einen NBS Bahnhof besichtigen, es geht um Helsinki und um die Reise nach Tallinn.




Tag 68: Sonntag, Sonntag, 29.07.2007, Lahti – Lahti 152km

[maps.google.de]

Mit dem Vorhaben den morgentlichen Sibelius nach St. Petersburg aufzunehmen, weckte uns unser Wecker morgens ziemlich früh aus dem Tiefschlaf. Ein Blick aus dem Zelt erübrigte jedoch das frühe aufstehen. Komplett dicht und alles voller Schleier präsentierte sich heute früh unsere Aussicht. Kreuzefix!. Rund 2h später zeigten sich dann die ersten blauen Löcher am Horizont, was Grund genug war ins Auto zu sitzen und an die erste Stelle zu fahren. Da bald der Russische Expresszug nach Helsinki kommen sollte, fuhren wir gleich zur Brücke um das gute Ding da abzulichten. Vor dem ersten Russenzug sollte noch ein IC mit Sr2 kommen, welcher aber durch eine schöne Fotowolke im Schatten kam. Naja, halb so schlimm, hatten wir ja gestern schon ein IC mit Sr2 und Sonne auf der Brücke. Bange Momente begannen und die Wolken zogen langsam durch die Sonne hindurch. Mit rund 15min Verspätung zeigte sich dann der russische Zug auf der andern Seite der Brücke. Doch was ist das?? Sr1? Auch recht ;-). Im Schritttempo (wie gestern Abend schon alle Züge und heute früh auch) kroch das Gespann über das Viadukt. Zu unserm Glück komplett Wolkenfrei. Nun hielt uns nichts mehr an dieser Stelle. Alles war mal hier fotografiert worden. Sr1, Sr2, Intercity, Schnellzug, Regio.

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Sr1 3090 auf der Brücke bei Herrala mit P 32 aus Moskovoa

In einer guten Stunde kam auch der 2. Zug aus St. Petersburg. Für diesen hatten wir auch schon eine Stelle auf Lager. Standen wir gestern um dieselbe Zeit auch schon bei der Stelle, welche uns durch die Wolken total vermasselt wurde. Vielleicht hatten wir ja heute Glück. Gleich nach unserer Ankunft rauschte im besten Sonnenlicht eine S-Bahn vorbei. Nun war unsere Geduld gefragt. Ein Blick zum Himmel strapazierte unsere Nerven aufs ärgste.. lauer Wolken und nur kleine Sonnenlöcher. 3min Sonne, 3min Schatten, so ging es bis der Zug auftauchte. Wahrscheinlich hatten wir unser Glück heute früh mit dem 1. Russenzug schon aufgebraucht, denn genau bei unserer Position war zum Zeitpunkt der Durchfahrt Schatten. Währen wir einen Mastschatten weiter vorne gestanden.. wir hätten bestes Sonnenlicht gehabt. Ärgerlich solche Sachen!

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Schattenpech bei Sr1 3031 mit P34 nähe Luthikylä

Die Stelle hatte wohl was gegen uns oder so, wir hielten es auf alle Fälle für geschickter hier wieder zu verschwinden. Wenigstens die S-Bahn hatten wir auf dem Chip ;-). Nun galt es eine neue Stelle zu finden. Etwas südlich und etwa 1km von der Brücke aus fanden wir eine tolle Position. Einem Schutzzaun entlang hangelnd hatten wir von einem Felsen überblick auf die gesamte Landschaft. Doch auch hier, Wolkenkrimi pur. Mittlerweile waren rund 90% des Himmel grau verdeckt und Besserung war keine in Sicht. Nach einer guten Dreiviertelstunde war Zeit für den Zug. Von Wolkenlöcher war keine Spur zu sehen und unser Zug kündigte sich mit dem grossen Spitzenlicht am Ende der Geraden an.. Schon wieder ein Schattenbild? Nein, diesmal nicht.. Flugs, ein paar Sekunden bevor der Zug bei uns vorbeirauschte Strahlte die Sonne durch die Wolken hindurch uns war volles Sonnenlicht auf den Zug. Anscheinend hatte da jemand Mitleid mit uns ;-).

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Sonnenglück für Sr1 3092 mit IC74 bei Luthikylä

Die Stelle war toll, doch 2 Züge an derselben Stelle langweilig. Darum wechselten wir schon wieder. Abermals zu einer Stelle, welche gestern durch die Wolken vermasselt wurde. Angekündigt war ein IC2, bespannt natürlich mit Sr2. Wir warteten wieder im Schatten, doch auch hier dasselbe Phänomen wie vorher. Im schönen Sonnelicht piff die Lok an uns vorbei. Trotz des Glückes war der Blick zum Himmel erbärmlich.

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Sr2 3241 mit IC2 110 bei dem Ausweichbahnhof Lähdemäki

Mittlerweile war von den blauen Störungen keine Spur mehr zu sehen. Wir zogen es vor uns weiter in Richtung Süden zu arbeiten, in der Hoffnung auf bessere Wetter. Eine Querstrasse nach der anderen zur Bahn fahrend, fanden wir kurz vor Mäntsälä eine nette Position für den südlich verkehrenden Pendolini. Licht war keines in Sicht, doch irgendwie war es trotzdem hell. Mit reichlich Verspätung begann dann auch das Quitschen in den Schienen und der Pendolini war zu sehen. Sehr zu meinem Unmut war es wieder das Krüppel mit der kaputten Abdeckklappe von der Kupplung. Nil scheint das nichts auszumachen, meiner Meinung nach sieht es einfach grässlich aus ;-).

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Doppeleinheit Sm3 als S8 auf dem Weg nach Helsinki bei Mäntsälä, hier verläuft die Bahn typisch neben der Autobahn – btw, ja, das Auto da links ist absichtlich auf dem Bild ;)

Unsere Tankanzeige schrie nach Kraftstoff, wesehlab wir nach Mäntsälä hineinfuhren. Voll getankt und die ersten Regentropfen auf der Frontscheibe erblickend, entschieden wir uns beim örtlichen Hessburger Mittag zu essen. Draußen regnete es immer stärker und insgeheim hatten wir den Tag schon aufgegeben.
Aus Spass gingen wir dann noch zum örtlichen NBS Bahnhof. Anscheinend wurde dieser von einem Kontinentaleuropäischen Planerbüro konstruiert oder die Finnen hatten einen Ausflug nach Deutschland unternommen. Er sah auf jeden Fall einem deutschen ICE Bahnhof seeehr ähnlich ;-). Im strömenden Regen stellten wir uns an das einte Perronende um den ostwärts fahrenden Russenzug zu knipsen. Tolles Bild ;-). Von der Straßenüberführung auf der anderen Bahnhofseite fotografierten wir noch eine SBahn sowie ein durchfahrender Pendolini. Der Pendolii wirkt sogar irgendwie angestrahlt

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Sr1 3103 + Schwesterlok mit P33 auf dem Weg an die Russische Grenze im Bahnhof von Mäntsälä


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Mäntsälä, ein S-Bahn Bahnhof auf der NBS Lahti – Helsinki


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S76 durcheilt den Bahnhof Mäntsälä auf dem Weg nach Helsinki

Der Regen hatte mittlerweile ausgesetzt und die Sonne strahlte immer mehr durch die Wolken hindurch. Es schien wieder schön zu werden, bzw. besser als vorher. Bei der Fahrt nach Mäntsälä hatten wir noch eine Stelle gesehen, an welcher wir den nachfolgenden Intercity aufnehmen wollten. Gesagt, getan. Sogar im Sonnenlicht (mehr oder weniger) eilte die Sr2 mit ihrem Wagenzug Richtung Helsinki an uns vorbei.

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Eine Sr2 vor Màntsälä auf der NBS unterwegs mit IC 10 aus Johensuu

Noch eine S-Bahn mitgenommen war für uns Zeit wieder nach Norden zu fahren, zur Brücke. Diesmal auf die anderen, uns noch unbekannte Seite. Die Zufahrt kannten wir ja jetzt, nach unserem Abenteuerlichen Unternehmen gestern Abend ;-). Diesmal ohne zwischen Leitplanke und Absperrung durchzuquetschen fanden wir den Weg nach 2 Missversuchen relativ Schnell. Bei der Absperrung vor der Brücke hielten wir es dann jedoch für besser, die letzten 2km noch zu Fuss zu gehen, fuhren doch die ganze Zeit immer mal wieder VR Fahrzeuge in der Gegend umher. Vielleicht hatte das ja etwas mit der LA auf der Brücke zu tun. Nach einer kleinen Kletterpartie entlang den Gleisen standen wir etwas oberhalb seitlich an der Brücke. Meiner Meinung nach die Beste Position für Brückenaufnahmen, da man von der Brücke schön viel erkennen konnte. Die Wolken sind mittlerweile weniger geworden, doch war bei uns ein ziemlich hartnäckiges Band genau vor der Sonne.
So kam es, dass der vor dem Russenzug nach Moskau verkehrende Intercity mit 16 Wagons nur im Halblicht kam. Nun war hoffen und Bangen angesagt. Von der Zeit her sollte der Russische Nachtzug bereits durch sein. Je mehr Zeit verging, desto besser wurde die Sonne. So kam dann der Schlafwagenzug genau einige Minuten zu früh, doch war er bereits schön angestrahlt. Glücklicherweise mit Sr2 bespannt kroch er im Schritttempo über die Brücke. Höööbsch!.

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IC11 an diesem Sonntag speziell verstärkt (Kamelzug) bei Herrala

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Sr2 3211 mit dem P33 Repin bei Herrala auf der NBS

So kam es, dass der vor dem Russenzug nach Moskau verkehrende Intercity mit 16 Wagons nur im Halblicht kam. Nun war hoffen und Bangen angesagt. Von der Zeit her sollte der Russische Nachtzug bereits durch sein. Je mehr Zeit verging, desto besser wurde die Sonne. So kam dann der Schlafwagenzug genau einige Minuten zu früh, doch war er bereits schön angestrahlt. Glücklicherweise mit Sr2 bespannt kroch er im Schritttempo über die Brücke. Höööbsch!. Und nun? Sibelius von hinten? Pendolini von vorne? Da die Zeit für den Sibelius wohl nicht mehr reichen würde, entschieden wir uns für den Pendolini, welcher zweiteilig nach Joensuu fahren sollte. Das Licht wurde zusehends besser. Wenige Minuten nach dem Nachtzug eilte noch eine S-Bahn in Richtung Süden. Das hätte auch ins Auge gehen können. Nach einer weiteren S-Bahn nach Norden und dem Sibelius waren auch die Frontlichter vom S zu sehen. Sonne? Genau im falschen Moment kackt das dumme Ding wieder ab und der Neigezug konnte nur mit Halblicht geknipst werden. Schade =(. Mit dem Bild war auch Schluss für den Tag. Morgen früh wollen wir nochmals für den Sibelius raus und dann nach Helsinki. Heute Nacht quartierten wir uns auf einem zweiten Campingplatz ein, etwas außerhalb von Lahti gelegen. Es war der teuerste Platz vom ganzen Urlaub bisher überhaupt, obwohl nicht speziell gut. Die Sanitären Einrichtungen waren aber um weiten besser als auf dem Städtischen Platz.




Tag 69: Montag 30.07.07 Lahti - Helsinki 110 km

[maps.google.de]


Obwohl unser Platz irgendwie der teuerste seit je war haben wir komischerweise nicht besser geschlafen als sonst wo. Woran das liegen mag? ;-) ..
Heute, obwohl das Wetter schlechter aussah als gestern und vorgestern, standen wir mal auf für den Sibelius, der muss doch mal in der Sonne kommen! Wir räumten zusammen und fahren an eine altbekannte Stelle für den Zug, wo er dann aber, es war wieder Minutenbereich,. im Schatten kam *obergrummel*.
Mit den Zügen arbeiteten wir uns nun nach Süden, bis zu einer Strassenbrücke bei Mäntsälä, da wollten wir einen IC erlegen und standen deshalb mal auf die Seite. Bevor wir aber unsere Position beziehen konnten rollte ein Ölzug durch mit einer Sr1 doppeltraktion! Waas? Aber heute ... nein, warum nicht gestern oder ... *heul*.
Janu, eine S-Bahn kam da im Licht, der IC aber natürlich nicht ... jetzt reichte es! Lotterie zu verlieren mach keinen Spass, also fuhren wir direkt rein nach Helsinki zu unserem Campingplatz, welchen wir erreichten als die letzten Langschläfer gerade aufgestanden sind :) Merkwürdiger Platz hier, überall sonst in Finnland findet man kaum mal Ausländer beim Campen, hier aber ... unsere Nachbarn sind Belgier, Österreicher, Schweizer und Deutsche .. und Russen und Eestis und Holländer haben wir auch noch gesehen. An der Rezeption besorgten wir uns eine Stadtkarte und auf gings, mit der Metro, in die Stadt. Erstmal Bahnhof gucken, wo gerade der erste Russe rein fuhr, dann mal was Futtern und dann ins Viking Büro. Tickets für die morgige Fährenüberfahrt kaufen .. mit etwas über 30 Euro für alles sehr günstig.
Mit unserem Tagestouriticket konnten wir alles im Innenstadtbereich benutzen, S-Bahnen, Strabas und Busse ...muss man ausnutzen! So bestiegen wir mal die S-Bahn und machten uns auf die suche nach dem BW hier in Helsinki, irgendwo muss es ja sowas geben. Nach dreimaligem Umsteigen und zurückfahren fanden wir auch schon mal was, was nach BW aussah, zumindest für die S-Bahnen. Bei genauerer Betrachtung erkannte man aber hinter vielenvielen abgestellten S-Bahnen auch noch eine Lok und ein paar Wagen. Aber alles das liegt in einer riesigen Baustelle .. das BW an sich besteht irgendwie aus einer grossen Hallte mit paar Ausfahrgleisen. Derart unfotogen, wir haben es bei ein paar Dokubilder belassen.

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Die sehr Fotogene BW Anlage von Helsinki, in mitten von der Vorstadt etwa 3km vom Hauptbahnhof entfernt.

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Gleich neben dem Fernverkehr hat auch der Regionalverkehr seine BW - Anlagen.

Und jetzt war Zeit unser Ticket auszunutzen, wir drehten mit dem 3er ne Runde (sehr hübsch) besuchten den Hafen, die Altstadt .. und fuhren sogar mal noch ein bisschen Bus auf der Suche nach einer Bücherei. Zu erwähnen wäre noch unser versuch mit einem Bus in die Innenstadt zu kommen nachdem wir mit der Metro diese verlassen haben. Eigentlich kein Problem, aber an der Busplan von Helsinki welcher wir hatten war derart unübersichtlich das man die Linien nur so teilweise verfolgen kann, auf einmal tauchten die dann irgendwo am andern Ende der Stadt wieder auf. So kam es auch das an der Station Buse hielten die da nicht drin standen und solche nicht kamen die hätten kommen müssen. Alles sehr kompliziert! Nebst dem umfangreichen Sightseeing mussten wir noch in die Angesprochene Bücherei, den was wir nicht haben wollen im Osten sind keine Karten ;) Besser jetzt besorgen dachten wir uns. Nach bissle Sucherei fanden wir was und kauften uns da für Lettland, Estland und Litauen eine schöne Karte. Sogar Eisenbahnbücher gab es in dem Laden, nicht viele, aber ein paar .. wobei die dann auch eher von bescheidener Qualität. Sind halt keine Freaks, die Finnen. Wir aßen noch etwas und legten uns dann alsbald bei strömenden Regen ins Bett ... Wetter für morgen ist richtig mies angekündigt, ideal um zu wechseln ... hoffentlich schaukelts auch hübsch ;)

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Mit solch einem Schiff werden wir am folgenden Tag nach Tallinn überschiffen ...

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Rege Betriebsamkeit am Hauptbahnhof von Helsinki zur Hauptverkehrszeit am Abend.




Stützpunktbericht Helsinki

Hier gibt es nicht viele Worte zu verlieren, Helsinki als Hauptstadt von Finnland bietet natürlich unzählige Möglichkeiten zum verweilen. Zum Übernachten nutzten wir den Campingplatz der Stadt welcher per Metro perfekt an die Innenstadt angeschlossen ist, die Fahrzeigen sind moderat und das Touristenticket für die Stadtzonen ebenso, damit kann alles was Räder hat benutzt werden innerhalb der Zonen.
Eisenbahn: Der Hauptbahn ist nicht sonderlich Fotogen, in der Nacht schon eher wobei es da einen haufen Glück braucht um ein gescheites Foto schiessen zu können. Zwischen Helsinki Hauptbahnhof von Pasila liegen extrem viele Gleise nebeneinander, die Entflechtung in die verschiedenen Richtungen erfolgt erst unmittelbar hinter Pasila, dem Umsteigeknoten vor dem Hauptbahnhof. Im Gleis 3-Eck drin befindet sich da dann hinter Pasila auch die Abstellanlage und das BW der VR – jedoch überhaupt nicht Fotogen.




Tag 70: Dienstag, 31.07.2007, Helsinki– Jöri 90km

[maps.google.de]

Wie gestern zeigte sich das Wetter heute beim Aufstehen nicht sehr freundlich. Neben Regen zog uns zusätzlich noch ein starker Wind um die Ohren. Das Zelt war zu unserm Ärger natürlich platschnass und wir mussten wieder einmal Innenzelt von Aussenzelt getrennt packen. Nach dem packen und dem bezahlten auf dem Campingplatz fuhren wir zum Fähreverladeterminal. Rund 45min vor der Abfahrt sollten wir uns da „Einchecken“ und die Zollformalitäten erledigen. Nach der Ticketkontrolle und dem Finnischen Zoll, welcher unser Auto sehr genau betrachtete, durften wir auf den Wartespuren anstehen. Wir beide hatten uns irgendwie eine grössere Fähre erhofft, waren doch die Schiffe nach Stockholm um einiges grösser. Es scheint, als hätten wir ohne Probleme noch etwas frühstücken gehen können. Zur geplanten Abfahrtszeit standen wir immer noch auf der Wartespur und es bewegte sich nicht allzu viel. Mal ein LKW rein, mal wieder raus. Komisch. Nach weiteren 15min des warten gings dann vorwärts. Wir wurden mit unserem kleinen Unding genau vor den LWK Trailer platziert. Witzig ;-). Schnell die Situation geknipst ging’s hoch aufs Schiff. Da es draußen regnete schien niemand richtig zu wissen wohin. Die Gänge füllten sich immer mehr und eine deutsche Pfadfindergruppe sass überall auf dem Schiff verteilt und schrummte auf ihren Gitarren Pfadfinderlieder. Wir entschieden uns trotz des regnerischen Wetters nach draussen zu stehen um auch etwas von der Umgebung zu sehen. Mit rund 45min Verspätung ging die Fahrt dann los, zuerst noch durchs abgeschirmte Hafenbecken an den Vorgelagerten Inseln vorbei auf die Offene Ostsee. Wie erwartet gab es keine Ruhige Fahrt. Durch den Wind türmten sich die Wellen hoch genug auf, um das Schiff ordentlich in eine Berg- Talfahrt zu bringen. Nach dem Verlassen des Hafens sassen wir ganz vorne am Bug der Fähre im Cafe um eine Kleinigkeit zu essen. Anscheinend merkt man hier die Längswellen am stärksten. Bei jedem grösseren Fall ins Wellental hörte man die Leute beim tief einatmen und von Zeit zu Zeit verliess eine Personen kreidenbleich das Cafe. Die Wellen wurden immer schlimmer und das Schiffspersonal begann mit dem verteilen von Plastiksäcken, welche auch rege genutzt wurden ;-). Nach etwas frischer Luft ging es dann auch dem zwischenzeitlich bleichen Nil wieder gut und wir konnten uns über die dahinvegetierenden Gestalten in den Gängen lustig machen, auch wenn es langsam begann streng zu riechen überall.
Trotz starkem Wellengang hatten wir bei unserer Ankunft nicht mehr Verspätung als bei der Abfahrt. Schon von weitem sah man der Küste an, dass man im „Osten“ ist und nicht mehr im „Westen“. Hohe Kamintürme und ein grosser Ferseheturm waren die Willkommenszeichen von Tallinn. Nach dem anlegen , der abfahrt von der Fähre und der Einreise nach Estland standen wir inmitten der Stadt auf der Suche nach einer Herberge. Laut ADAC-Campingführer war nahe Tallinn ein Campingplatz, dachten wir. Zuerst noch in ein Motel reingeschaut, welches aber den von uns gesetzten Preisrahmen um mehr als das doppelte sprengte, waren wir in Jöhvi auf der Suche nach einer Campinggelegenheit. Der Platz erwies sich als sehr Speziell. Ein mittelalter Herr mit dicker Sonnenbrille und aufschneiderischem Auto kam bei unserer Ankunft aus dem Haus und wollte gleich Geld für den Platz sehen. Zu unserem Verdruss waren Toiletten nicht im Preis inbegriffen und durften extra bezahlt werden. Wenn nicht, konnte man ja auch hinter die Büsche ;-). Schlussendlich kostete der Platz gute 19€,, in unseren Geldbörsen schlummerten allerdings nur noch 16 ;-). Der Campingherr gab sich damit zufrieden und wir durften unser Zelt aufstellen. Wenigstes perfekter Golfrasen und Toiletten wie zuhause. Und nun? Genau, ab in die Stadt.

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Tallinn am Abend, das Wetter ist garstig und ein Zug der Eedelrautee steht bereit, ansonsten ist der Bahnhof leer.

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Triebzug 2113 der Elektrorautee bei der Einfahrt in den Hauptbahnhof (!!) der Hauptstadt von Estland. Alleine schon daran erkennt man, das die Eisenbahn in diesem Land einen sehr geringen Stellenwert einnimmt.


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Etwas mehr Betrieb, zwei Elektroeisenbahnen und eine Edeleisenbahn stehen im Hauptbahnhof von Tallinn.

Als erstes gings zum Bahnhof, bzw. den Haltegeleisen. Meine Erwartungen an Tallinn Hbf. hatten sich um einiges untertroffen, bestand das ganze lediglich aus einigen Kopfperrons, einem Gebäude das nach Bahnhofshalle aussah, jedoch diverse Händlerstände beherbergte und einem neuen Empfangsgebäude, in welchem die Ticketschalter von jeder Eisenbahnfirma untergebracht waren. Alles in allem hinterließ die Infrastruktur einen recht neuen Eindruck, stand auch an einer Seite des Bahnhofes wer der gütige Sponsor für das ganze war. Genau, wie wir es uns gedacht hatten.. Europäische Union ;-). Nach unserem Wissen sollten in Estland nicht gerade viele Personenzüge verkehren. Neben dem städtischen Vorortsverkehr wirkte nach dem Bankrott der staatlichen Eisenbahn einen private Personentransportgesellschaft namens Edelrautee im innlandsverkehr. Neben einigen Zügen nach Tartu und Narva blieb nur noch die Linie ins Landesinnere, wo neben ganz wenigen Güterzüge ausschließlich die Edeleisenbahn verkehrte. Als 3. Bahngesellschaft blieb noch die GO Rail übrig, welche aus der EVR herausging. Diese betrieb die früheren EVR Fernverkehrszüge nach St. Petersburg und Moskau. Dies waren genau 2 am Tag, weshalb die Eisenbahn lediglich 2 Loks hatt. Grossartig ;-). Naja, wenigstens Loks, den die Edeleisenbahn verkehrt ja nur mit russischen Triebwagenzügen. Nach dem besichtigen der Bahnhofshalle und dem interpretieren der Abfahrtstabellen knipsten wir einige Elektroeisenbahnen (So heisst die Nahverkehrseisenbahn in Talinn auf deutsch übersetzt). Laut Fahrplan sollten in kürze auch noch 2 Züge der Edelrautee ankommen. Diese wollten wir natürlich auch nicht verpassen und der Neugierde nach dem uns noch unbekannten Triebwagentyp genugtun. Die Züge kamen bald und der erste Eindruck der Dinger ist nicht schlecht. Sehen nett aus und wirken richtig russisch. Neben den „vollzügen“, welche an beiden Enden einen Triebwagen habe, scheint es auch noch halbe zu geben, welche einseitig einen Steuerwagen besitzen, welcher nachträglich gebaut wurde und eine andere Front besitzt. Da der Bahnhof nicht gerade fotogen war, verliessen wir das Gelände auch schon bald wieder. Nach einer kurzen Stadtrundfahrt mit dem Auto durch die Gassen, was echt nach dem „Osten“ aussah, wie wir ihn uns vorstellte, verstärkt durch die Tatra-Trambahnen, hungerte uns auch schon wieder. Wir erkundeten dann die Stadt noch ein wenig und kehrten in der erstbesten Spelunke ein. Nach einer weitern ungewollten Besichtigungsrund gings dann zum Zeltplatz zurück, wo wir jetzt in unseren Schlafsäcken auf den morgigen Tag hoffen =). n8

Stützpunktbericht gibt es jetzt keinen, im nächsten Teil gibt es allgemein etwas zu Estland aus unserer Sicht …




Ich hoffe es hat erneut gefallen und die Zeit etwas kurzweilig vertrieben, der nächste Teil folgt sobald er folgt .. wann kann ich nicht sagen.
Über Reaktionen würde ich mich freuen und nun wünsche ich euch noch einen schönen Sonntag Abend.

Gruss aus der Schweiz
Nil

Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
Ich lese diese ganzen Berichte immer wieder mit Freude :)
Super Bilder und eine Geschichte drumherum, das ist bestens!
JUHUUU!
Es geht endlich nach Estland.
Ja, der Bahnhof von Tallinn kann manchmal schön leer aussehen, aber auch voll: hab schon alle Gleise belegt erlebt!

Darf ich aber noch kleine Korrekturen anbringen?
Eedelrautee = richtig: Edelaraudtee

Elektrorautee = richtig: Elektriraudtee

Ich hoffe, Du bist nicht böse... ;-)

Übrigens: die hergerichteten Elektrotriebwagen sehen auch innen gar nicht mehr so "östlich" aus!!

Juhuuuuuu! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 20.05.08 11:08

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
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