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Ein paar Bilder aus Georgien

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 20.04.08 21:51

Im Straßenbahnforum hatte ich schon einige Fotos von Obussen gezeigt, jetzt ist die Eisenbahn in Georgien dran. Ich war im März für zwei Wochen dort. In dieser Zeit kann man natürlich nicht alles sehen, insbesondere den Nordwesten um Poti/Samtredia/Sugdidi und den Süden und Südosten habe ich vernachlässigt. Ebenso kommen natürlich auch die Separatisten-"Staaten" Abchasien und Südossetien nicht vor, in letzterem fährt sowieso keine Eisenbahn. Ich schreibe hier keinen Reisebericht, sondern möchte einfach nur ein paar Bilder zeigen. Die Reihenfolge ist nicht chronologisch, sondern eher geographisch; Anfang und Ende der Reise waren in Batumi.

Das georgische Eisenbahnnetz ist eigentlich gar kein Netz, sondern besteht aus einer Stammstrecke, die sich im Westen verästelt, zwischendrin ein paar Abzweige hat und im Südosten sich in zwei Strecken nach Armenien und Aserbaidschan gabelt. Ein direkte Verbindung nach Russland gibt es nicht mehr. Praktisch das gesamte Netz ist mit 3 kV Gleichstrom elektrifiziert.

Der Eisenbahnverkehr wird ganz eindeutig vom Ölverkehr zwischen Aserbaidschan und den Häfen in Batumi und Poti dominiert.

Von einigen Bräuchen der ex-sowjetischen Eisenbahnen muss man sich in Georgien gleich verabschieden. Davon stimmt eigentlich nur, dass 800er Elektritschkas mit erhöhtem Komfort sind. Konkret handelt es sich dabei um zwei Zugpaare Tiflis - Poti (davon eins absurderweise in der Nacht; das Zugpaar nach Batumi gibt es nicht). Schlafwagen gibt es nur in den internationalen Nachtzügen Tiflis - Jerewan und Tiflis - Baku sowie in den Nachtzügen Tiflis - Batumi, Tiflis - Sugdidi und Tiflis - Osurgeti mit Kurswagen nach Kutaissi. In den (wenigen) Tagesschnellzügen wird man nicht zum Fahren im Schlafwagen genötigt, da fahren ganz nach europäischer Art ausschließlich Sitzwagen mit zeitgemäßer Ausstattung. Alle tagsüber fahrenden Züge mit 600er-Nummern sind Elektritschkas.

In Batumi wird man zuerst mit irreführenden Angaben konfrontiert, welcher Bahnhof nun eigentlich bedient wird. So ganz leicht verständlich ist das auch nicht. Zumindest bis in die 80er Jahre gab es in Batumi einen Bahnhof mitten in der Stadt, bei dem das letzte Streckenstück in der Straße lag. Diesen Zustand geben auch die topographischen Karten wieder. Wann genau diese Strecke stillgelegt wurde, weiß ich nicht. Seitdem endet die Strecke am Bahnhof Batumi nahe dem Busbahnhof.

Hier ein Bild vom Stumpfgleis am Streckenende mit TEM2-2382, Standort war der Prellbock. Das rote Haus ist übrigens ein Hotel (das ich auch genutzt habe):

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-q.jpg

Der Bahnhof ist durch den Güterverkehr derart belastet, dass er nicht mehr für den Personenverkehr genutzt werden kann. Es wurde zwar immer mal behauptet, dass die Elektritschkas bis hierher gefahren sind, zuverlässige Belege dafür konnte ich aber nicht finden. Allerdings werden sie als Leerreisezug zum Abstellen hierher gefahren, das erklärt vielleicht Missverständnisse. Trotz aller landestypischen Großzügigkeit heißt Leerreisezug in diesem Fall auch wirklich Leerreisezug. Ein Blick in den Bahnhof von der Westseite:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-r.jpg

Ein Güterzug mit 10-1895. Bei den meisten WL10 wurde das WL wie auch der kyrillische Teil des Herstellerschriftzugs an der Front entfernt. Diese Baureihe erledigt den weit überwiegenden Teil des Güterverkehrs. Hier auf der nur im Güterverkehr bedienten Strecke in Batumi:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-s.jpg

WL8 sind nur noch im Rangierdienst und mit Bauzügen im Einsatz. WL8-624 an fast der gleichen Stelle:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-t.jpg

Dies ist der "neue" Bahnhof von Batumi, der laut Bradt-Reiseführer in Betrieb ist. Hier ein Bild vom Bahnsteig:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-u.jpg

Natürlich ist er nicht in Betrieb, ich habe auch keinerlei Aktivitäten bemerkt. Keine Ahnung, was aus dieser Bauruine werden soll. Ein paar Gleise werden zum Abstellen von Kesselwagen für den Ölverkehr benutzt, sind aber nur von Batumi aus nutzbar. Außerdem wird der Nachtzug von Tiflis hier abgestellt. Der Rohbau des Empfangsgebäudes:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-v.jpg

Und das hier ist der Bahnhof Machindschauri, ca. 5 km von Batumi entfernt. Hier endet der Personenverkehr tatsächlich. Der Bahnhof hat 2006 ein neues Empfangsgebäude bekommen. Eine Umbenennung in "Batumi" erfolgte nicht, lediglich die Zuglaufschilder weisen Batumi als Ziel aus. 4E10-689 nach Ankunft mit dem Tagesschnellzug aus Tiflis:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-w.jpg

Zwischen Batumi und Kobuleti führt die Strecke am Schwarzen Meer entlang. 10-915 nördlich von Machindschauri:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-x.jpg

WL10-1629 am Haltepunkt Mzwane Konzchi:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-y.jpg

Eine 4E10 mit Schnellzug aus Tiflis nördlich von Mzwane Konzchi:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-10.jpg

WL10-1629 am Haltepunkt Botanikuri Bagi (Botanitscheski Sad):

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-11.jpg

Der zweiteilige ER2M 974 ist ein Einzelstück. Er verkehrt als Personenzug zwischen Batumi und Ozurgeti, hier in Tschakwi:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-12.jpg

Jetzt ein etwas größerer Sprung ins Landesinnere. 4E10-689 in der Nähe von Dschumati:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-13.jpg

Kutaissi ist als Heimat der letzten in Staatsbahndiensten stehenden WL22M bekannt. Die Stadt liegt nicht direkt an der Hauptstrecke, sondern ist über zwei ca. 7 km lange Stichstrecken an diese angebunden. In Brozeula zweigt die westliche Strecke zum Bahnhof Kutaissi-II ab, der in unmittelbarer Nähe des Busbahnhofs liegt. Der Bahnhof Kutaissi-I ist innerstädtisch weniger gut angebunden, liegt aber näher am Zentrum und ist über den Bahnhof Rioni angebunden. Das Bw befindet sich in Kutaissi-I. Die WL22M erledigen dort praktisch alle Aufgaben, die nicht von Elektritschkas übernommen werden. Dazu gehört einerseits die Zuführung der Kurswagen für den Tages- und den Nachtzug nach Rioni (jeweils nur ein Wagen), andererseits die Zuführung von Güterwagen zur Hauptstrecke. WL22M-1483 mit Güterwagen beim Verlassen von Kutaissi-I:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-14.jpg

Vermutlich nur ausnahmsweise kam auch WL22M-1204 auf der Strecke von Kutaissi-II nach Zchaltubo zum Einsatz, hier in Zchaltubo mit einem ehemaligen Plazkartni-Wagen:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-1c.jpg

Der Bahnhof sieht nur von außen so repräsentativ aus. Das Innere ist komplett ungenutzt, in Deutschland hätte man bei einem solchen Bahnhof die Fenster mit Brettern vernagelt:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-1d.jpg

Am nächsten Tag kam die Neubaulok 4E1-001 zum Einsatz, vermutlich die Standardbesetzung, hier am Hp. 17 km (der etwas weiter östlich liegt, als in der Karte verzeichnet):

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-1e.jpg

Weiter westlich gibt es noch einen nicht im Fahrplan verzeichneten, aber trotzdem bedienten Haltepunkt, absolut vorbildlich mit Hochbahnsteig, Rampe und Wartehäuschen:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-1j.jpg

Das einzige Personenzugpaar auf der Strecke Kutaissi-I - Tkibuli wird ebenfalls mit WL22M gefahren. Da der Zug in Tkibuli übernachtet, musste ich leider auf eine Mitfahrt verzichten und mich auf Bilder in der Umgebung von Kutaissi beschränken. Hier als E22-1664 auf dem Weg nach Tkibuli:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-1k.jpg

WL22M-1204 mit dem Wagen für den Mittagszug nach Tiflis in Kutaissi-I:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-1m.jpg

11-146 (ex WL11-146) mit dem zugehörigen Zug von Osurgeti und Sugdidi in Rioni. Der Zug hält nicht mal am Bahnsteig. Bei den Schnellzügen scheint man die WL11 zu bevorzugen, ansonsten laufen sie im Güterverkehr mit. Die besonderen Möglichkeiten der WL11 gegenüber der WL10 im Einsatz als Eineinhalbfachtraktion und Doppeltraktion werden in Georgien nicht genutzt:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-1n.jpg

In Sestaponi zweigt die Strecke nach Satschchere ab. ER2-511 in Tschiatura:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-15.jpg

Zwischen Charagauli und Chaschuri fahren alle Güterzüge und ein Teil der Schnellzüge mit Vorspann. 10-1024 mit einer WL11 in Charagauli:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-17.jpg

In westlicher Richtung 10-1599 neben dem Zug mit 10-038, dem sie bis hier Vorspann geleistet hat:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-18.jpg

In gleicher Richtung 4E10-1269 mit einem Messwagen:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-16.jpg

In die 800er-Dienste zwischen Tiflis und Poti teilen sich ES-003 und ES-004, die jeweils einen eintägigen Umlauf haben. Der etwas formschönere ES-003 in Charagauli auf dem Weg nach Poti:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-19.jpg

Letztes Jahr war zwischen Kutaissi-II und Zchaltubo noch der Triebwagen SR3-1510 im Einsatz. Inzwischen wurde er auf die reaktivierte Strecke Chaschuri - Surami (nur 5 km lang) zurückversetzt. Hier in Chaschuri:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-1v.jpg

Die Strecke führt in beiden Orten straßenbahnähnlich mitten durch die Bebauung, wobei in Chaschuri nur ein nördlicher Randbereich durchfahren wird:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-1w.jpg

Ganz ähnlich in Surami:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-1x.jpg

In Chaschuri zweigt außerdem die Strecke nach Wale ab. Bis Bordschomi verkehren zwei Elektritschka-Zugpaare, nach Wale nur ein Nachtzug, der aus einem einzigen Wagen (Plazkartni in Obschtschi-Belegung) besteht und zwischen Chaschuri und Tiflis dem Nachtzug aus Osurgeti beigefügt wird.

In Bordschomi zweigt die einzige georgische Schmalspurbahn ab, sie führt nach Bakuriani und ist ebenfalls elektrifiziert, allerdings mit 1,5 kV. Sie hat die Spurweite 914 mm, manchmal auch mit 900 mm angegeben. Es gibt nur zwei Personenzugpaare, die mit je einem alten und einem umgebauten Wagen verkehrten. Die umgebauten Wagen sind so was wie 1. Klasse, eine Fahrt kostet immerhin 2 Lari (ca. 85 Cent, für georgische Verhältnisse reichlich teuer), in den alten Wagen nur 1 Lari.

Der einzige besetzte Zwischenbahnhof ist Zemi, hier mit TschS11-06 in neuer Lackierung:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-1q.jpg

TschS11-09 in klassischer Lackierung nach Ausfahrt aus Zemi:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-1u.jpg

Zur Abwechslung mal ein Kitschbild, unterhalb von Zemi:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-1r.jpg

TschS11-09 in Tba. Nein, ich habe nicht den Namen des Ortes vergessen, der heißt wirklich so:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-1t.jpg

Nicht die ganze Strecke ist fotografisch umsetzbar, eine Mitfahrt aber unbedingt zu empfehlen. Beim Nachmittagszugpaar besteht allerdings die Gefahr, dass man in Trinkgelage hineingerät, denen man sich nicht entziehen kann. TschS11-06 bei der Ausfahrt aus Bakuriani, gleichzeitig der Beweis, dass man zum Fotografieren nicht nüchtern sein muss:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-1s.jpg

Nun noch ein paar Bilder vom Rest. ER2-3019 als Personenzug von Bordschomi in Gori. Wer weiter hinten fehlende Fenster zu entdecken meint, liegt richtig. Die beiden Zugpaare nach Bordschomi und das Zugpaar nach Schindisi werden mit fünfteiligen ER2 (mit der jüngsten Kopfform) befahren, bei denen im mittleren Wagen sowohl der größte Teil der Fenster als auch sämtliche Sitzbänke fehlen. Diese Wagen dienen dem Warentransport. Ansonsten sind bei den georgischen Elektritschkas in aller Regel die Fenster drin:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-1o.jpg

ER2-699 in Rustawi:

http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6g3x-1p.jpg

Leider nicht mit Bildern dienen kann ich hinsichtlich des ES-005. Dies ist ein zweiteiliger Elektritschka-Umbau, der in Tiflis zwischen Bahnhof und Flughafen verkehrt.

Re: Ein paar Bilder aus Georgien

geschrieben von: Idberg

Datum: 20.04.08 22:39

Wow, super Bilder!

Mit Samtredia-Senaki-Zugdidi hast du wenig verpasst, die Landschaft ist dort nicht wahnsinnig aufregend, und die eingesetzten Züge sind auch ziemlicher Standard. Ich habe ein paar Bilder von dort, falls ich dazu komme stelle ich sie mal rein.

Der Rohbau in Batumi selbst sollte eigentlich der Bahnhof werden, die Stadtverwaltung hat den Rohbau aber irgend an einen privaten Unternehmer verkauft und danach als Ersatz dafür den kleinen Bahnhof Machindschauri ausgebaut, was jetzt mit dem Rohbau geschieht ist unklar, aber ein Bahnhof wird ziemlich sicher nicht mehr daraus. Dies hat mir zumindest ein Taxifahrer so erklärt.

Re: Ein paar Bilder aus Georgien

geschrieben von: Lützelsachse

Datum: 20.04.08 23:25

Hallo "kaufhalle",

was für Bilder, was für eine Eisenbahn!
Beneide Dich sehr über WL22, SR3 und Co. im Betriebseinsatz.
Ja, in so ein Trinkgelage kann man in der Ex-CCCP schnell reinrutschen.
Aber mir sind danach auch so einige meiner besten (Nacht)Aufnahmen gelungen.

Danke für den Bericht!
Lützelsachse

Re: Ein paar Bilder aus Georgien

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 21.04.08 16:49

Auch meinerseits vielen Dank, kam gerade ans gute Moment, da ich 28/4 nach ürkei fliege um von dort aus GEO+ARM zu besuchen, mit die ebenso von Ihnen beschriebene O-BusBetriebe ab zu gehen.
Wollte dies als frage posten, aber das wird dann schon nicht nötig.
Bloss doch eine Frage: ist es ''leicht'' als nur-ein-wenig Russky Sprechender dort herum zukommen, auf eigener Faust, Fahrkarten zu bekommen usw? Oder vielleicht andere Nutzbare Tipps? Auch für das schon sehr viel spassiba!

Re: Ein paar Bilder aus Georgien

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 21.04.08 18:45

dvis schrieb:
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> ist es ''leicht'' als nur-ein-wenig Russky Sprechender dort herum
> zukommen, auf eigener Faust

Mit Russisch kommt man ganz gut durch, auch etliche jüngere Leute können Russisch. Wo man mit Russisch nicht weiterkommt, hilft meistens Englisch. Aber: Russisch findet in Georgien nur noch in mündlicher Kommunikation statt. Die Straßenschilder sind in georgischer und lateinischer Schrift (in englischer Transkription), die Bezeichnungen der Bahnhöfe sind (wenn überhaupt) nur in Georgisch angegeben. Das gleiche gilt für die spärlichen Fahrplanaushänge, Zielschilder an Bussen und Marschrutki usw. Daher meine dringende Empfehlung: Man sollte die georgische Schrift kennen. Man muss sie nicht aktiv beherrschen und es macht auch nix, wenn man sich einen Buchstaben nicht merken kann (es ist eh schwierig genug, weil einige Buchstaben sehr verwechslungsgefährdet sind und vor Ort die Schriftzeichen oft ziemlich verfremdet werden), aber ohne Kenntnis des georgischen Alphabets wäre ich aufgeschmissen gewesen.

> Fahrkarten zu bekommen usw?

Ist nicht so schwer. Der Fernverkehr ist reservierungspflichtig (es gibt aber auch Fernverkehrshalte ohne Fahrkartenausgabe, da kauft man dann beim Schaffner); Nahverkehrsfahrscheine gibt es auch im Zug. Zumindest bei den Zügen mit vierstelliger Nummer braucht man übrigens keine Erklärungen abzugeben, von wo nach wo man fährt, da gilt ein Einheitstarif, d. h. man zahlt praktisch für den ganzen Zuglauf.

> Oder vielleicht andere Nutzbare
> Tipps? Auch für das schon sehr viel spassiba!

Fahrpläne gibts als Übersicht hier (das Zugpaar 851/852 Tiflis - Batumi gibt es aber nicht, das Zugpaar 37/38 Tiflis - Baku fährt nach Angaben des Thomas-Cook-Fahrplans nur noch drei mal je Woche), hinzu kommen noch 6 Zugpaare Chaschuri - Surami und 7 Zugpaare Tiflis - Tiflis/Flughafen. Detaillierte Fahrpläne für den innergeorgischen Fernverkehr gibts hier. Als Übersicht über Zwischenhalte gibt es den veralteten (!) Fahrplan auf alltrains.ru. Vor Ort gibt es nur an größeren Bahnhöfen Aushänge, die auch nicht viel hergeben. Die Fahrpläne sollte man vorher zu Hause zusammenstellen!

Noch ein Hinweis: Die Orientierung wird einem nicht leichtgemacht. Auch auf etlichen Bahnhöfen (auf Haltepunkten sowieso) fehlt jegliche Beschriftung. Vom Mitzählen der Bahnhöfe rate ich zumindest beim Nahverkehr ab - es gibt an einigen Strecken einzelne weitere Haltepunkte. Und noch was: Die beiden Züge eines Zugpaares haben nicht immer die selben Haltbahnhöfe.

In Georgien wird gelegentlich auch zu früh abgefahren. Der Rekord lag bei 10 Minuten.

Landkarten gibts in 1:100.000 hier und in 1:50.000 (hab ich erst nach meiner Reise gefunden) hier.

Re: Ein paar Bilder aus Georgien

geschrieben von: luas3001

Datum: 21.04.08 19:11

Danke, schöner Beitrag, besonders

> Weiter westlich gibt es noch einen nicht im Fahrplan verzeichneten, aber trotzdem bedienten Haltepunkt, absolut vorbildlich mit
> Hochbahnsteig, Rampe und Wartehäuschen:

;-)
Sowas, und zwar wirklich genau sowas ist der Grund, warum ich mich ärgere, schon einige Jahre nicht mehr in der ex UDSSR gewesen zu sein. ...

Pay the fare or pay the price.
LUAS

Re: Ein paar Bilder aus Georgien

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 27.04.08 14:37

dann nochmals sehr vielen Spassiba=dank- das kam gerade noch aufs gute Moment- hatte früher die site des georg. Eisenb. gesehen, aber diese sehr nützliche Englische noch nicht. Morgenabend ab nach Izmir, um erst mal die neue Türkische Stadtbahnen mit zu nehmen, dann am Tag des Arbeits etwa am Grenze zu gelangen.

Re: Ein paar Bilder aus Georgien

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 27.04.08 15:53

Richtig gut, für die schön großen Bilder gibt es ein Sonderlob.

Falk

Re: Ein paar Bilder aus Georgien

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 03.05.08 12:24

dann nochmals ein kurzer Gruss aus Rustaveli/Tblisi, es hat alles geklappt, wenn auch nicht ganz einfach, und morgen geht es dan bis Yerevan (im Bus, r"uck im Zug geplant.
NZ Tbilisi-Baky fahren doch t"aglich, 2 Azeri-Garnituren. Das HBF hier in Tblisi ist eine roh-Betonklotz, das in Gori ganz neu renoviert, aber alles ganz leer innen. Eben mit erhebliche UKRayna-Kenntnis ist es allesamt doch noch gew"ohnungsbed"urftig.

Re: Ein paar Bilder aus Georgien

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 05.05.08 15:04

dvis schrieb:
-------------------------------------------------------
> dann nochmals ein kurzer Gruss aus
> Rustaveli/Tblisi,

Rustawi? Wenn nein, wo liegt Rustaweli (außer, daß der Dichter Namensgeber zahlreicher Straßen war)?

Gruß, ULF
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