DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 08/01 - Auslandsforum 

Hier sind alle Beiträge über die Eisenbahnen im Ausland (außer AT und CH) willkommen. Ein separates Forum gibt es für die Alpenländer Österreich und Schweiz, das » Alpenlandforum.
Zur besseren Übersicht und für die Suche sind » Länderkennzeichen nach ISO 3166 Alpha-2 in [eckigen Klammern] zu verwenden!
Verlinkungen zu Beiträgen im Historischen Forum, Straßenbahnforum und Wagenforum sind gestattet.
Hauptverantwortliche Moderatoren: Heiko Focken - Jan vdBk - Sören Heise

Neu bei Drehscheibe Online? » Hier registrieren!  Zum Ausprobieren und Üben steht das » Testforum zur Verfügung!
Seiten: 1 2 All Angemeldet: -
Hallo,

Ich habe in letzter Zeit unterschiedliche Geschichten aus Polen gehört. Laut einigen angeblich überhaupt kein Problem, aber ich habe schon Geschichten gehört, bei denen der polnische Geheimdienst Eisenbahnfotografen beschattet und verhört hat. Ist da was dran?

Rechtlich ist es ja meines Wissens nach so, dass man sich vorher nach Fotoverbotsschildern umschauen sollte und an diesen Schildern fotografieren verboten ist.

Wer in letzter Zeit in Polen Züge fotografiert hat kann ja gerne mal von seinen Erfahrungen berichten.
Hallo,

ich versuche mal eine Antwort zu geben:

Grundsätzlich ist das Fotografieren nicht verboten, außer man findet entsprechende Schilder die das Fotografieren ausdrücklich verbieten.

ABER:
Es tauchen immer wieder Berichte auf, wo berichtet wird dass man mit Polizei, SOK oder sonstiger Security zu tun hatte.
Dabei gibt es allerlei Erlebnisse, von Fragen was man da tut bis hin zu Beschlagnahmung von Kameras.

Ich selbst war im Mai in Polen und hatte keine Probleme beim Fotografieren. Ich habe allerdings auch nur an Bahnhöfen bzw. Haltepunkten fotografiert.

Auf freier Strecke wäre ich vorsichtig, insbesondere im Osten des Landes.
Ich habe allerdings auch ein Bericht auf Instagram gelesen, dass in der Gegend um Szczecin einem User das Gsamte equipment beschlagnamt wurde. Der Fall hat es bis in die Presse geschafft. [szczecin.wyborcza.pl]

Berichte dieser Art sind allerdings in den letzten Monaten weinger geworden.
Ich würde mich da aufs Bauchgefühl verlassen, auf freier Strecke wäre ich vorsichtig und sofern Uniformierte rumlaufen die Kamera im Zweifen in der Tasche lassen.

Seit dem Sabotageakt auf die Strecke Dorohusk - Warszawa ist man da etwas aufgespitzter drauf.
Moin allerseits,

ich war vorgestern zwischen Kostrzyn nad Odra und Lisie Pole unterwegs.

Nach dem mich der SEV nach Kostrzyn gebracht hatte, ich aufm Bahnsteig (unterer Bhf) erst mal meinen Blutzucker gemessen hatte (so gegen 7:15) konnte ich ne lustige Beobachtung machen. Zwei Polizisten rahmten einen Tarntypen mit Knarre im Anschlag, bei Patroule aufm Bahnsteig, ein.

Die unterhielten sich dann mit irgend nem Typen. Vielleicht wars der informelle Mitarbeiter, der den Auftrag hat, Fotografen aufzuspüren und zu melden. Ansonsten keine Ahnung. Der sah nicht wie nen Obdachloser aus, rauchte auch nicht aufm Bahnsteig. Nichts anstößiges.

Ich verberge meine Kamera STETS im Rucksack und hole das Gerät erst kurz vorm "Schuß" raus.

Zudem führe ich die Ausdrucke der aktuellen Gesetze zum Thema Fotografieren und Fotoverbote mit mir. Für den Fall, dass es zu Diskussionen kommen sollte.

Meine ersten Bilder machte ich in der Nähe des südlich am Bahnhof gelegenen BÜ (am Biedronka-Supermarkt). Bild machen und zurückziehen und dann zum nächsten Bild wieder auiftauchen. Und immer die Umgebung im Auge behaltend.

Ich vermeide es, Ewigkeiten am Motiv rum zustehen, egal ob aufm Bahnhof oder an der Strecke.

Weitere Bilder erledigte ich an dem Tag am oder in der Nähe des Haltepunkts Witnica Chojenska, Lisie Pole, im Bereich des Bahnhofs Chojna.

Abends vor der Heimfahrt gabs noch nen Bild des IC 68153 nach Süden, erneut am BÜ südlich des Bahnhofs Kostrzyn n. O..

An dem Tag hatte ich keinen Besuch von policja und co.

Aber am 23.05.2026 bei Swidwin hatte uns ein besorgter Denunziant verpfiffen, wir hatten gerade einen Umleiterschnellzug östlich von Swidwin im Sinn. Nach dem der Zug eingetütet war, sollte es rund 500 Meter weiter gen Osten gehen (Innenkruve). Kaum standen wir am Straßenrand, parkte ein Polizeiauto hinter uns. Da gings dann los. Kurze erkennungsdienstliche Kontrolle von Ausweis und co und fröhliche Fragestunde, warum, wieso, weshalb und was. Das Gespräch verlief entspannt. Beide Polizisten waren echt voll in Ordnung. Wärend dieser Folklore durfte dann der geplante planmäßige IC gen Westen auf der KBS 380 aufgenommen werden und gut war es.

War meine erste Begegnung nach dem Paranoia-Dünnschixx nahmens alert charlie in Polen.

Macht bitte nicht den Fehler, lange mit Kamera vorm Bauch, wie aufm Präsentierteller, am Motiv rumzulungern. Der Denunziant lauert in Polen überall. Die haben uns, was das angeht, seit Ende letzten Jahres den Rang deutlich abgelaufen.

Grüße
Jens

P.S.: die zitierten Geschichten sind keine Ammenmärchen, sie entsprechen leider der Realität.

"You won't do well to silence me, with Your words or wagging tongue, with Your long tall tales of sorrow, Your song yet to be sung ..."
Aus: "Wagging tongue" aus dem Album "Memento Mori" von Depeche Mode, geschrieben von Dave Gahan & Martin L. Gore
Ab und zu hier ganz gut passend, dieses Textzitat.
R.I.P. Andrew "Fletch" Fletcher. * 08.07.1961, + 26.05.2022; Du warst das Rückgrat der Band. Danke dafür.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.07.26 17:31.

Nein, natürlich nicht!

geschrieben von: D.K.

Datum: 05.07.26 17:17

Guten Tag,

man kann dort schon noch fotofrafieren - nur eben anders als früher. Es wird dort jeder andere Erfahrungen gemacht haben und eine klare Regelung wird man landesweit nicht finden.

Im Bahnhof Gniezno z.B. erklärte mir im letzten Herbst die Polizei, nachdem mich ein besorgter Bürger verpetzt hatte, das Fotografieren sei dort 3 km um und im Bahnhof nicht erlaubt... aha.

Auch ich war im Mai für drei Wochen in Polen und in Niederschlesien war das Fotografieren überhaupt kein Problem. In Podlachien um Suwałki herum wurde es dagegen 'speziell'. An der Strecke nach Litauen fuhr die SOK die Trasse ab (die hatte ich in all den Jahren hier noch nie gesehen) und beendete nach anderthalb Stunden dort mein Treiben.

Am nächsten Tag wartete ein mit Diesel beladener Kesselzug der UZ in Mockava auf die Abfahrt - und ich auch. In Litauen und vor Suwałki wurden zwei Streckenaufnahmen gemacht und der Zug zum Fahrtrichtungswechsel nach Suwałki begleitet. Zwanzig Minuten nach mir kamen in Suwałki noch andere Verfolger in einem unauffälligen Geländewagen an: sie trugen Uniformen (Militär und Polizei) und beendeten meine Fotoaktion.

Ein nach Litauen fahrender Militärzug der Bundeswehr viel mir am folgenden Tag bei Mistwetter auf, in Papiernia bin ich nur kurz an die Ausfahrt gefahren, das Bild gemacht und weiter. Der Geländewagen von gestern war auch kurz zu sehen... Eine Streckenaufnahme könnte man ja noch machen, es kübelte wie aus Eimern und irgendwann kam der Zug. Ein vorbeifahrender Anwohner lief mir im strömenden Regen hinterher, spielte Polizei und wollte meine Kamera. Über Umwege bin ich nach Suwałki ins Quartier und am nächsten Tag wieder nach Niederschlesien, dort machte ich dann was ich wollte.

Die LHS und die Strecke nach Dorohusk war vor drei Jahren schon kein reines Vergnügen und Polizeibesuch gehörte dazu, auch dort hatten mich die Anwohner denunziert, gegenüber heute war dies sicherlich Spaß. Die Strecken im Osten in Richtung Ukraine würde ich heute wirklich meiden, da steht schnell der Vorwurf der Spionage im Raum.


Grüße Andreas
Hallo zusammen,
leider kann ich zum fotografieren von polnischer Eisenbahn auch nichts positives berichten.
Vergangenen Dienstag, Dubielno kurz vor 7 Uhr. Ich erwartete einen 628 mit dem Arriva Personenzug 50403 nach Grudziądz. Das Ergebnis blieb leider negativ und ich blieb somit vor Ort.

Kurze Zeit später, 3 besorgte polnische Bürger umstellten mein Fahrzeug und machten mir begreiflich, dass in Polen das fotografieren von Eisenbahn verboten sei. Die Polizei wurde arlamiert, welche auch erschien. Anschließend wurde das Rätsel gelöst und den besorgten Bürgern erklärt, dass das ablichten von Eisenbahnen in Polen erlaubt sei, vorausgesetzt es hängen keine Verbotsschilder. Zum ersten viel mir ein Stein vom Herzen, doch nun begann für mich eine ewig lange Kontrolle:
Ausweis, Führerschein, Fahrzeugschein, Versicherungsunterlagen, TÜV Unterlagen, Fahrgestellnummer sowie die Kontrolle der Kamera (Gerätenummer) und Auswertung der bis jetzt getätigten Aufnahmen....

Nach drei Stunden war der Spuk vorbei und ich durfte meine Reise fortsetzen!

Entweder versucht in Zukunft das Land zu meiden oder lasst oberste Vorsicht walten!

Mit nachdenklichen Grüßen
Sven Weißenborn

Nein, zumindest nicht in der Provinz

geschrieben von: kbs755

Datum: 05.07.26 21:25

Hallo,

ich war vor knapp 3 Wochen in Zabrzeg in Oberschlesien [www.drehscheibe-online.de] . Am Bahnsteig sahen mich mehrere Mitarbeiter von Koleje Śląskie und keiner hat irgendwas gesagt. Die Tf der Güterzüge pfiffen und grüßten fröhlich. Aber Zabrzeg ist eben auch kein großer Bahnhof mit örtlichem Personal und ggf. Polizeiwache.

Gruß Norbert
Ich fotografiere, da ich üblicherweise mit der Bahn reise, an Bahnhöfen oder in deren Nahebereich an der Strecke. Hierbei habe ich in Polen noch nie Probleme gehabt, es war aber hauptsächlich Niederschlesien, Schlesien und Kleinpolen.
Avala schrieb:
Zitat:
Ich fotografiere, da ich üblicherweise mit der Bahn reise, an Bahnhöfen oder in deren Nahebereich an der Strecke. Hierbei habe ich in Polen noch nie Probleme gehabt, es war aber hauptsächlich Niederschlesien, Schlesien und Kleinpolen.
Geht mir ähnlich. Bei unserer Frühlingsreise durch Polen habe ich auch relativ viel fotografiert und dies wurde nie beanstandet. Nur in Trakiszki unmittelbar an der Grenze zu Litauen und im Zentrum der Suwałki-Lücke, wo wir fast zwei Stunden am Bahnhof warteten, kam die Polizei mal vorbei und fragte uns was wir machen. Wir haben dann ehrlich gesagt, dass wir auf den Zug nach Warschau warten und es war kein Problem.

Adieu Reisezugwagenklassiker!
Am 9.Juli fuhr der letzte IC 2012 zwischen Oberstdorf und Dortmund und nur noch bis 20.09. fahren Intercity 1 zwischen Köln und Gera auf Deutschlands letzter IC1-Linie

Es ist ein gewisses Risiko, keiner kann Dich beraten

geschrieben von: 217 055

Datum: 07.07.26 13:16

Hallo,

das mußt Du ganz allein prüfen und eine Entscheidung treffen. Es ist nicht frei von Risiko, besonders wenn wirklich ein Geheimdienst zum Auftritt kommt. Mir ist das bisher erspart geblieben. Ich sehe insgesamt keine all zu große Veränderung außerhalb der Geheimdienstvariante. Psychopaten, die in Fotografen eine Bedrohung (eher neu) oder Täter von etwas Verbotenem (war auch schon vor 30 Jahren so) sehen und entweder selber aktiv werden oder aber die Polizei rufen, gab es schon immer. Ebenso die SOK oder ein Werkschutz, der seine Kompetenz möglicherweise überschreitet.

Zum Vermeiden solcher unliebsamer Erlebnisse kann man aber einen guten Teil selber beitragen, wie hier schon mehrfach aufgezeigt wurde.

In erster Linie durch umsichtiges Verhalten ohne Erzeugung eines offiziellen Ahndungsgrundes wie Überschreiten von Gleisen oder Rauchen.

Zweitens keine ausgedehnten Aufenthalte an der gleichen Stelle, ganz besonders nicht, wenn diese gut einsehbar ist.

Drittens: das möglicherweise mitgeführte Kfz nicht in unmittelbarer Nähe abstellen, so daß z. B. Melder kein Kennzeichen übermitteln können. Möglicherweise strategisches Vorgehen mit Erkunden von Wegen (auch ungebahnten), wie man eine Stelle ohne Zugriff verlassen kann, wenn "komische Typen" sich nähern. Meist sieht und erkennt man solche ja doch erheblich vorher, bevor die in Aktionsweite sind. Dann muß man halt konsequent und zielstrebig "gehen" und sich nicht greifen lassen. Und ganz bestimmt nicht 2 Stunden später weder dort sein!

Viertens: Das Akzeptieren von allen Punkten mit ausgehängten Verbotsschildern und nachvollziehbar möglichen Konflikten mit dem Vorwurf der Spionage, wie entlang der LHS oder dem Grenzbereich zu Litauen. Dort ist das Fotohobby eher eine Katz- und Mausspiel, welches man eben auch verlieren kann. Ob man das braucht, muß auch jeder für sich entscheiden.

Fünftens:
Wann immer die polnische Polizei ins Spiel kam, kann ich mit Ausnahme dessen, daß der Vorfall ggf. lästig war, nichts Schlechtes sagen. Die polnische Polizei war mir gegenüber immer korrekt und rechtsstaatlich auf der Höhe. Da wurde ich schon polizeilich vor aufgebrachten Anwohnern für meine Hobbytätigkeit geschützt gegen die Anwohner, die nichts weiter vorbringen konnte, als daß sie sich durch meine Anwesenheit gestört fühlen. Die Polizei sorgte eben nicht für die Durchsetzung dieses Individualinteresses, sondern ließ mich mein Foto machen und gab anschließend wahrscheinlich eine umfangreiche Rechtsberatung an die Anrufer.

Interessant ist in jedem Fall die Feststellung, daß die eigentlich der gleichen "begründeten Paranoia" unterworfenen Länder wie Litauen, Lettland und Estland, besonders aber Finnland überhaupt keine vergleichbaren Vorfälle zu bieten scheinen. Ich hatte jedenfalls im April/Mai 2026 dort keinerlei Kontakt mit Wichtigtuern oder polizeilichen Dienststellen trotz intensiver "Begehung des Fotohobbys bezüglich Eisenbahn".


Freundliche Grüße
217 055



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.07.26 18:24.

Re: Es ist ein gewisses Risiko, keiner kann Dich beraten

geschrieben von: Felin

Datum: 08.07.26 00:47

Hallo,

überhaupt nicht würde ich auch nicht sagen. In Lettland wurde letztes Jahr mal ein estnischer Trainspotter zusammen mit einem Ukrainer wegen Verdacht auf Spionage für Russland verhaftet. Allerdings mit deutlich mehr Ausrüstung (auch Drohnen) und eine vorangegangenen Warnung, dass das Fotografieren kritischer Infrastruktur in Lettland nicht erlaubt sei (Artikel auf Englisch).

Nach 6 Wochen Gefängnis wurden die beiden dann entlassen. Nach 3 Monaten wiederum wurde das Verfahren eingestellt: man hat keine Hinweise gefunden, dass für Russland spioniert wurde (Artikel auf Englisch).

Letzten Endes ist das aber der einzige aktuelle Fall, der mir aus dem Baltikum bekannt ist. Früher (in 2009) haben sich in Vilnius doch öfter mal Bahnmitarbeiter etwas aufgespielt, wenn man im Bahnhof fotografiert hat. Das hab ich in den letzten Jahren so nicht mehr erlebt, in der Regel aber auch nur Handybilder gemacht.

Viele Grüße,
Florian



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.07.26 00:47.
In Polen wurden Vorschriftn wohl schon immer sehr locker(lockerer als in der DDR) gesehen.Ich habe 1976(!) eine 3wöchige Radtour durch Polen gemacht,auch wegen Dampfbetrieb. Dabei hatte ich mit fotografieren keine Probleme,nicht nur bei 600mm Bahnen,wo mir ein Eisnbahner(in Bialosliwie) sogar sagte hier könne ich gerne fotografieren,sonder auch auf größeren Bahnhöfen. Ich habe mich aber immer unauffällig verhalten,blieb auf Bahnsteigen und bin nicht über Betriebsgleise gerannt.Aber ich wurde dann doch etwas leichtsinnig,am vorletzten Tag der Tour sprach mich in Bialystok(Grenzbahnhof nähe UDSSR) ein Herr in grauem Anzug an und führte mich in einen Dienstraum.Nach längerem Gespräch schaute er sich noch meine Kamera (voigtländer Vito,älteres Modell)an,machte aus dem Fenster eine Probeauslösung und ich konnte gehen,natürlich mit dem Hinweis hier nicht mehr zu fotografieren.Der Witz bei der Sache war noch,das auf dem schiefen Probebild durchs Fenster eine Dampflok zu sehen ist. Am Abend erfolgte dann Rückfahrt im Nachtzug nach Berlin,Hauptstadt der DDR,Grenzübergang und Weiterfahrt in die BRD. Insgesamt hat mich bei der Tour erfreut,daß ich keine antideutschen Reaktionen im Land erfahren habe,obwohl ja damals noch viele Leute den 2. Weltkrieg erlebt hatten.Grüße,Ralf

Re: Es ist ein gewisses Risiko, keiner kann Dich beraten

geschrieben von: tmmd

Datum: 08.07.26 10:07

Was du 1976 erlebt hast, hat aber für heute keinerlei Relevanz.

Pendelschaltrolle schrieb:
Ich habe 1976(!) eine 3wöchige Radtour durch Polen gemacht,auch wegen Dampfbetrieb.
Militärzüge würde ich jedenfalls mal nicht fotografieren...
Eine Frage dazu, wahrscheinlich off-topic:

Wie schaut das ganze mit Straßenbahnen aus? In allen Veröffentlichungen ist immer nur von Eisenbahnen die Rede, wird hier wirklich unterschieden?

Aus dem Kontext erschließe ich mir, dass man auf generelle Fotoverbote achten muss, eventuell auch bei umgebender Bebauung und Brücken. Auf die Anwohner sowieso.

Gibt es hierzu schon Erfahrungswerte?

Liebe Grüße

Re: Es ist ein gewisses Risiko, keiner kann Dich beraten

geschrieben von: 217 055

Datum: 08.07.26 10:55

Der kleine ICE schrieb:
.....
Wie schaut das ganze mit Straßenbahnen aus? In allen Veröffentlichungen ist immer nur von Eisenbahnen die Rede, wird hier wirklich unterschieden?
.....
Bei Straßenbahnen mußt Du deutlich weniger Befürchtungen hegen. "Geheime Ware" transportieren die schon mal nicht. Wie Du schon richtig erkannt hast, können Anstöße an Gebäuden am Straßenrand entstehen oder überhaupt an kritischer Infrastruktur (große Brücken, große Industrie, Kasernen usw.). An Straßenbahnen fürchte ich mich auch vor keinem Anwohner und man ist im städtischen Gewühl ja auch deutlich schwerer auffällig. Problematisch könnten aber die immer dichter aufgestellten Kameras allerorten sein. Da muß einen ja niemand mehr physisch verfolgen. Aber trotzdem, Straßenbahn schätze ich allgemein als unproblematisch ein.

baltische Staaten

geschrieben von: 217 055

Datum: 08.07.26 20:38

Felin schrieb:
....
überhaupt nicht würde ich auch nicht sagen. In Lettland wurde letztes Jahr mal ein estnischer Trainspotter zusammen mit einem Ukrainer wegen Verdacht auf Spionage für Russland verhaftet.
....
Hallo Florian,

was ich dazu schrieb, war ja auch nur die Beobachtung aus dem aktuellen Jahr. Ich wurde in Lettland vor einigen Jahren vom Sicherheitsdienst der Staatsbahn erkennungsdienstlich behandelt und noch ein paar Jahre vorher erging eine Anfrage vom lettischen Staatsschutz an die deutache Polizei und ich wurde hier vor einer baldigen Wiederkehr nach Lettland gewarnt.
Vieles, was mich damals interessiert hat, ist heute eine Geschichte von früher und viele Anlagen wie auch der zugehörige Verkehr sind restlos verschwunden. Und deshalb gibt es auch nichts zu bereuen.

Aktuell haben wir im Bereich in und um Jelgava ungestört fotografieren können, eigentlich entgegen unserer Erwartung - und natürlich mit entsprechend vorsichtigem, ggf. auch konspirativem Verhalten aus vielen Jahren Erfahrung. Wäre Jelgava in Polen gelegen, hätte mich die Nichtbelästigung gewundert.

Freundliche Grüße
217 055

Polen 1976

geschrieben von: D.K.

Datum: 08.07.26 22:31

Pendelschaltrolle schrieb:
In Polen wurden Vorschriftn wohl schon immer sehr locker(lockerer als in der DDR) gesehen.Ich habe 1976(!) eine 3wöchige Radtour durch Polen gemacht,auch wegen Dampfbetrieb. Dabei hatte ich mit fotografieren keine Probleme,nicht nur bei 600mm Bahnen,wo mir ein Eisnbahner(in Bialosliwie) sogar sagte hier könne ich gerne fotografieren,sonder auch auf größeren Bahnhöfen. Ich habe mich aber immer unauffällig verhalten,blieb auf Bahnsteigen und bin nicht über Betriebsgleise gerannt.Aber ich wurde dann doch etwas leichtsinnig,am vorletzten Tag der Tour sprach mich in Bialystok(Grenzbahnhof nähe UDSSR) ein Herr in grauem Anzug an und führte mich in einen Dienstraum.Nach längerem Gespräch schaute er sich noch meine Kamera (voigtländer Vito,älteres Modell)an,machte aus dem Fenster eine Probeauslösung und ich konnte gehen,natürlich mit dem Hinweis hier nicht mehr zu fotografieren.Der Witz bei der Sache war noch,das auf dem schiefen Probebild durchs Fenster eine Dampflok zu sehen ist. Am Abend erfolgte dann Rückfahrt im Nachtzug nach Berlin,Hauptstadt der DDR,Grenzübergang und Weiterfahrt in die BRD. Insgesamt hat mich bei der Tour erfreut,daß ich keine antideutschen Reaktionen im Land erfahren habe,obwohl ja damals noch viele Leute den 2. Weltkrieg erlebt hatten.Grüße,Ralf
Hallo,

ja das waren doch in Polen damals richtig selige Zeiten! In der DDR war das Fotografieren von Eisenbahnen übrigens erlaubt, im Gegensatz zu Polen. Und kann es sein, dass Du 1976 einfach nur Glück hattest?

Grüße

Re: Polen 1976

geschrieben von: Fahrplanbureau

Datum: 08.07.26 22:39

D.K. schrieb:
Und kann es sein, dass Du 1976 einfach nur Glück hattest?
Nochmals: Hier in diesem Beitragsbaum geht es ums Hier und Heute!
Eure Erfahrungen von vor zig Jahr(zehnt)en mögen für einige interessant sein, gehören dann aber gern ins Historische Forum!
Eine "Richtschnur" für die heutige Ausübung unseres etwas merkwürdigen Hobbys sind sie eindeutig nicht.

Fahrt Frei! wünscht das Fahrplanbureau
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/ae/Deutsche_Reichsbahn_DDR.svg/40px-Deutsche_Reichsbahn_DDR.svg.png ++ Deutsche Reichsbahn DDR ++ https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/ae/Deutsche_Reichsbahn_DDR.svg/40px-Deutsche_Reichsbahn_DDR.svg.png
Wo ist der Wagen WLABme 59 in meinem Urlaubszug an den Balaton gereiht?
Hier gibt es Antworten für halb Europa: [www.vagonweb.cz]




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.07.26 23:04.

Re: Polen 1976

geschrieben von: gbstngrtz

Datum: 08.07.26 22:43

Hey,

ich habe rund um Weihnachten letztes Jahr (genaues Datum weiß ich jetzt nicht mehr) im Bahnhof Warszawa Centralna ein paar Züge aufgenommen EIP/EIC/IC/TLK war ca. 2 Std auf den Bahnsteigen dabei versucht mich unauffällig zu verhalten ging ohne Probleme auch bei der Abfahrt&Ankunft (am nächsten Tag) des Kyiv-Express keinerlei Probleme.

VG Basti

Re: Polen 1976

geschrieben von: D.K.

Datum: 08.07.26 23:17

Ja für manche ist 1976 eben 'kürzlich' - und wenn du diesen Unsinn unkommentiert stehen lassen möchtest: Bitte sehr. Außerdem besteht hier ja keine Lesepflicht.
Seiten: 1 2 All Angemeldet: -
Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Kontakt | Impressum
(c) 2026 - Arbeitsgemeinschaft DREHSCHEIBE e.V.