DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 02 - Allgemeines Forum 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Testforum aufsuchen!
Diskussionen, Fragen und Antworten - Bitte auf Themen beschränken, welche einen Bezug zur Bahn aufweisen. Persönliche Unterhaltungen bitte per PN führen.

Conclusio (vorl.)

geschrieben von: ehemaliger Teilnehmer

Datum: 22.05.14 17:44


Als (vorläufige) Conclusio kann wohl festgehalten werden, daß die permanenterregte Synchronmaschine in der Funktion als Traktionsmotor

– eine deutlich höhere Leistungs- und Drehmomentdichte aufweist, der sie aufgrund der praktisch ewigen Forderung, die ungefederten /teilabgefederten Massen klein zu halten, dazu eigentlich prädestiniert,
– sie durch die hohe Drehmomentdichte prinzipiell dazu geeignet ist, die mechanische Getriebestufe (Radsatzgetriebe –> ungefederte Massen) einzusparen, desweiteren teure Konstruktionen wie den Hohlwellenantrieb,
– sie durch die nicht abschaltbare, eben permanente Erregung durchaus herausfordernde Anforderungen an die Ansteuerung stellt, davon teils sicherheitskritische,
– die Bahnfestigkeit (mechanische Belastungen, v.a. Beschleunigungen im Raum –> Stöße und Schwingungen) bis heute noch nicht geklärt ist (!),
– der ggü. der Asynchronmaschine als robustem Käfigläufer höhere Wirkungsgrad im unteren einstelligen Prozentbereich in Bezug auf das Energieeinsparpotential erst dann meßbar ins Gewicht fällt, wenn der Verzicht auf das mechanische Getriebe – Wirkungsgrad ca. 98% – erfolgt. Anderenfalls schlagen die Komponenten Stromrichter (SM-bedingt nun einmal Einzel- statt Gruppenantrieb) sowie die de facto Notwendigkeit der Bestromung* (mit vglw. kleiner Leistung) auch im Leerlauf (vgl. Fahrszenarien bei Bahnens: Anfahren, Beharrung, Rollen, Bremsen) negativ durch

Kurzum: Da ist das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen.
Kleine Spitze am Rande: Daß ausgerechnet Alstom die PM-Synchronmaschine im AGV einsetzt – mit mechanischem Getriebe! – kann ja auch einfach daran liegen, daß sie Drehgestelle mit schlechten dynamischen Eigenschaften gut bauen können. ;-)

Besten Dank allen Mitdiskutanten für die vielen Ideen und die angenehme, sachorientierte Atmosphäre.
(U.a. dafür schätze ich DSO!)

*Bestromung im Leerlauf: Um den durch den rotierenden Anker hervorgerufenen Eisenverlust im Stator zu kompensieren und eine evtl. zu hohe Leerlaufspannung** zu unterbinden, die anderenfalls negativ auf die Leistungselektronik (–> Wechselrichter, Sperrspannung der IGBT!) wirkt, wird man wohl realistisch nicht ohne Bestromung im Leerlauf auskommen werden. Stattdessen den Stromkreis auch mechanisch, also mit Schütze aufzumachen, löst das m.E. Problem nicht: Denn was passiert, wenn man diese wieder einlegt? Vorher die Spannungspitze wegputzen mit kurzzeitigem Einlegen eines Bremswiderstands? Keine schöne Vorstellung (Lastspitzen am Motor).
**Die Leerlaufspannung ist abhängig von magnetischem Fluß, Rotorfrequenz und Temperatur. Wobei der magnetische Fluß möglichst hoch sein soll, die Drehzahl von der Rollgeschwindigkeit abhängig ist (bei Direktantrieb entspricht sie der Rotationsfrequenz des Treibradsatzes) und die Temperatur nur bedingt beeinflußbar ist (Statorkühlung).





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:05:22:17:45:36.
Thema
Angeklickt
geschrieben von
Datum/Zeit
(3803)
ehemaliger Teilnehmer
19.05.14 12:40
(697)
ehemaliger Teilnehmer
19.05.14 17:20
(543)
ehemaliger Teilnehmer
19.05.14 22:54
(483)
19.05.14 23:27
(410)
19.05.14 23:27
(423)
20.05.14 00:35
(314)
20.05.14 09:20
(353)
ehemaliger Teilnehmer
20.05.14 09:30
(330)
20.05.14 09:34
(429)
ehemaliger Teilnehmer
20.05.14 14:33
(333)
ehemaliger Teilnehmer
20.05.14 21:27
(360)
ehemaliger Teilnehmer
20.05.14 21:43
(321)
ehemaliger Teilnehmer
20.05.14 22:27
(430)
21.05.14 10:33
(277)
ehemaliger Teilnehmer
21.05.14 12:06
(335)
ehemaliger Teilnehmer
21.05.14 13:10
(248)
21.05.14 16:39
(242)
ehemaliger Teilnehmer
21.05.14 17:12
 Conclusio (vorl.)
(2055)
ehemaliger Teilnehmer
22.05.14 17:44