Nein, ohne einen Verbraucher wird in den Spulen des Stators eine ggfs. für das Gesamtsystem viel zu hohe Spannung induziert. Welchsölbige dann irgendwo Unheil anrichtet, ähnlich hatten wir das hier bereits beim Thema "Selbsterregung Reihenschlusser". Der PM IST dauernd erregt.
Ein relativ hochohmiger, aber leistungsarmer zusätzlicher (Dämpfungs-) Widerstand mag hier Abhilfe schaffen, ohne gleich eine riesige Grillbatterie (wieso oben "-friedhof"?) auf dem Dach installieren zu müssen. Über den Führerhäusern wäre zur Not noch Platz, vor und hinter den stumpf aufragenden Dachaufbauten. Muss ja nicht gleich so ausschaun wie die schweizerische Be4/6(I) ;-)
Ich gehe eh davon aus, dass die Lok in jedem Fall bereits eine (relativ niederohmige) Widerstandsbremse besitzt.
Dann kann man das Prob auch schaltungstechnisch lösen.
Oder man programmiert der Software eine "Sailing"- Funktion ein.
Oder, noch faszinierender, man lässt über den dann als motorisches Zwischenglied agierenden Asynchrongenerator den Diesel Kompressionsarbeit leisten <hüstel>.
Das Killerargument gegen diese "umgekehrte" Lösung wäre etwas profaner:
Permanentmagnetmotoren arbeiten, so wie ich die Arbeiten seit MM Starnberg sowie die ganzen Abhandlungen zum Elektro-Flugmodellbau sehe, am Besten als Aussenläufermaschine mit dementsprechend aussen liegenden Magneten in der Innenseite der Läufertrommel. Magnetischer Rückschluss der Rotorglocke gut und schön, Restfeld bleibt aussen, und so müsste man nun um diese Rotorglocke noch ein solides abschirmendes Gehäuse herum bauen. Man will schliesslich nicht unbedingt lose Eisenteile, wie Kronkorken, Bremsabrieb, Schrauben usw., an den Läufern sammeln, bis die Zentrifugalkraft stärker wird und den Müll unkontrolliert in die Umgebung katapultiert. Ferner will man wohl nicht auf gewisse Notwendigkeiten wie Drehmomentstützen, Motoraufhängung am Rahmen usw. verzichten. Unter diesen rein praktischen Erwägungen ist die in der 245 gefundene Lösung m.E. die beste: Der Massenvorteil der PM-FM wäre eh auf ein Minimum geschrumpft. Jedenfalls in dieser Antriebsarchitektur.
Ich vermute mal (Spekulatius, Vorsicht!), dass sich die Innenläufer-Lösungen der PM-Synchron- Fahrmotoren im AGV nicht so pralle darstellen, wie das die Weltrekordfahrt mit den motorisierten Jacobs- Mitteldrehgestellen noch vermuten liess.
Bei einer Lösung mit Motoren im WaKa und Kardanwellen zu den Radsatzwinkelgetrieben (z.B. APT-P; britische Ellok Rh.91 "Electra", Pendolini-Tw, indische Meterspur-DE-Loks von EMD(!!!), Drehgestell- Strassenbahnen von MF Esslingen) wären PM-FM dagegen möglicherweise praxisgerechter realisierbar. Doch wären diese Lösungen wiederum mechanisch komplexer als die mit Asynchron-FM.
Man (iirc BR Research Derby mit BREL) hatte in den frühen 1980ern mal versuchsweise die hydrokinetische Hohlwellenbremse des APT-P zu einem bürstenlosen E-Motor umgebaut.
[EDIT: "TAIM" = Tubular Axle Induction Motor, Asynchron-Maschine.
Weiss jemand hier Näheres dazu? Stator angeblich innen, Hohlwelle des Radsatzes mit [Stäben oder] Magneten besetzt, also getriebeloser Aussenläufermotor. Müsste ziemlich heiss geworden sein. Begrenzter Einbauraum, begrenzte (unabgefederte!) Masse, geringe Polzahl, schnelles Aussertrittfallen [bzw. niedriges Kippmoment, magnetischer Rückschluss aussen = wie? da Röhre nicht so gut als Blechpaket darstellbar], usw.
Oder waren das eher ausgeprägte ("salient") Pole für einen getakteten Reluktanzmotor wie in den 1980ern in einem Blackpooler Strassenbahnwagen getestet? Zumindest ist auch dieser innovative Ansatz nicht weiter verfolgt worden. Iwas hat dagegen gesprochen. Vielleicht nur die gerissenen Bolzen eines Rotors der HK-Bremse, nicht des TAIM, aber auf diesen ausstrahlend. Schade eigentlich.
Dass Siemens den PM-Fahrmotor sogar für Trambahnen und ET aufgegeben hat, mag ein Indiz für sehr praktische, teuer zu überwindende Hürden für diese Motorenbauart sein, wenngleich man bei derartigen eher "politischen" Entscheidungsfindungen immer etwas vorsichtig sein muss.
Im Übrigen kommt für ein grobes Stellen der Synchrongeneratoren auch das Beaufschlagen einer gegensinnigen zusätzlichen Statorspule mit dem Haupt-Spulenstrom infrage (Bifilare Wicklung). Oder eine Parallel-Reihenschaltung unterteilter, multifilarer Polwicklungen. Parallel = wenige Windungen, geringere Spannung. Da hätte man viele Möglichkeiten, sofern das Dingens auf dem Rahmen relativ grosszügig gebaut werden kann. Im Laufwerk geht das halt nicht.
Grusz
Der Unglaeubige Thomas
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:06:05:20:11:52.