Servus!
Jetzt bekommt euch mal wieder ein, so lang waren Dispo-Stiere (gemietete ES 64 U2 für > 35.000 Euro pro Monat und Lok) nun auch wieder nicht - sieht man mal von zwei Loks (182 517 und 526 von 2002/3 bis Anfang 2006) ab - an den Kohlezügen. Die Ableger des ÖBB-Taurus und die Originale fährt vermutlich jeder Lokführer gerne, aber denkt bitte auch daran das die RBH seit einigen Jahren eine DB-Tochter ist und man daher schauen muss wo Geld gespart werden kann. Und aus reinem Bedienkomfort für das Personal wird man kaum weiterhin jeden Monat Geld ausgeben, wenn man im Hause adäquaten Ersatz (Baureihen 145 und 185) zur Verfügung hat.
Ich frag mich allerdings warum hier auf die 140er geschimpft wird, die Kohlezüge nach Großkrotzenburg wo die Baureihe als Pärchen eingesetzt werden war auch schon früher eine Domäne dieser Baureihe und es hat auch funktioniert. Hin und wieder hat man dann auch mal 151er oder 185er als Pärchen davor gesehen, eine Zeit lang auch Holland-189er, aber sonst...
Was das "Runterwirtschaften" angeht sollte sich der ein oder andere mal damit vertraut machen, was die originäre Aufgabe der Transportsparte der früheren RAG war: Mit den nach und nach erfolgten Schließung der Steinkohlebergwerke und dem Umbruch der Industrie im Pott fallen immer mehr Frachtmengen einfach weg, die danach auch nicht unbedingt von einem anderen EVU oder auf der Straße gefahren werden: Sie existieren einfach nicht mehr in dieser (ehemaligen) Form (ähnlich wie der Transport von lebenden Tieren oder verderblichen Waren in Größenordnungen - von Ausnahmen im teils internationalen Verkehr im letzteren Fall einmal abgesehen).
Zahlreiche ehemalige RBHler konnten bei der DB als Muttergesellschaft eine neue Arbeitsstelle finden, allerdings auch nicht immer zwangsläufig am bisherigen Einsatzort. Das man der RBH einen Teil der Montanverkehre (hier im Speziellen Großkrotzenburg und Plochingen) zugeschieden hat war eine Entscheidung vom Marktbereich Montan von DB Schenker, ohne die vermutlich noch schneller und mehr RBHler sich hätten nach einem neuen Aufgabegebiet umsehen müssen. Man kann dies gut finden oder nicht, ich selbst habe indirekt davon profitiert das die RBH diese Verkehre übernommen hat(te).
@ marcel-duisburg: Die letzten größeren Verschrottungs-Origien bei den Baureihen 139 und 140 liegen zwar noch gar nicht so weit zurück, aber die meisten der Loks welche noch brauchbare Fristen besitzen und zeitweise abgestellt waren fahren aktuell wieder, nachdem man vor einigen Monaten glaubte sich von den "Schraubeneimern" endgültig getrennt zu haben. Hin und wieder fahre ich die genannten Baureihen auch ganz gerne, aber nur wollte ich dies auch nicht unbedingt. Man muss eben wissen was man möchte: Im erlernten Beruf arbeiten, möglichst / eventuell heimatnah, dafür aber mit älterem Arbeitsgerät, oder aber "aus dem Koffer" und drei, vier oder sogar fünf Nächte und mehr pro Woche auswärts schlafen und meist Drehstromloks fahren (wobei dies bei TX Logistik aktuell ja auch nicht mehr zwangsläufig so ist > Stichwort Re 421 von SBB Cargo).
Wartet erstmal ab, ob und was tatsächlich passiert. Anfang Juni konnte man lesen, dass DB Schenker bei den Elektrolokomotiven künftig nur noch solche der Baureihe 155 verkaufen will (wahrscheinlich war man von der Nachfrage nach 140ern und 151ern selbst überrascht). Der Markt ist ziemlich leer und Elloks die rumstehen hat in Deutschland außer der DB vermutlich niemand: Der Fernverkehr ist froh das er überhaupt Loks zum Fahren hat (selbst die Baureihe 115 wird ja weiterhin benötigt für die PbZ und über BahnCharter laufen immer wieder von Regio angemietete 110 in Fernverkehrdiensten - alles Nachwehen der ICE-Achsenkrise und der nicht zur Verfügung stehenden Velaro D), Regio verschrottet lieber als irgendeine Lok der Konkurrenz in die Hände fallen zu lassen (und wenn dann nur zu saftigen Preisen > warum endete wohl die Beschaffung von 143 für die RBH, obwohl man sich 70 Loks der genannten Baureihe mit einer Option auf weitere 30 zulegen wollte?) und bei DB Schenker ändert sich der Lokbestand nahezu täglich (je nachdem wie viel / wenig zu fahren ist, welche Lok welche Frist / HU braucht, ...).
So "spannend" wie aktuell war die Situation bei den DB-Triebfahrzeugen schon lange nicht mehr: Selbst das große blaue Eisenbahnmagazin aus dem Breisgau gibt in der aktuellen Ausgabe zu kaum noch mit den Änderungen hinterher zu kommen, da das was bei Redaktionsschluss noch Stand der Dinge war ein paar Tage später schon wieder von der Realität überholt wurde.
Mit der Beschaffung von weiteren TRAXX (110 für DB Schenker und 20 für DB Regio mit einer Option auf 320 weitere Loks) wird hier eine gewisse Beruhigung eintreten, was auch die Loksituation insgesamt entspannen wird.
MfG, Fotojäger
Nutze heute jede freie Minute für Fotos - In wenigen Jahren sind es wunderbare Erinnerungen an das Damals.