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(ZM) Bürger machen (weiter) mobil gegen Sanierung der Berliner Strecke

geschrieben von: Frank Dampf

Datum: 05.11.09 07:59


Hallo,
zu den älteren Beiträgen:
[www.drehscheibe-foren.de], [www.drehscheibe-foren.de], [www.drehscheibe-foren.de]

Aus der heutigen Sächsischen Zeitung:

"Coswiger bezweifeln Sinn des Dammbaues

Die Züge müssten vor der Radebeuler Weiche sowieso abbremsen. Warum sollen dann 1400 Bäume fallen?
Der Streit um den Dammneubau in Coswig geht in eine neue Runde. Das vergangene Wochenende nutzten die Baugegner, um Material für ihre weitere Argumentation zu sammeln. Sie versammelten sich zu einem „politischen Sonntagsspaziergang“ entlang das Dammes, um Bäume zu zählen.
Unterstützt wurden sie dabei von dem Umwelttechniker und sachkundigen Einwohner für Bündnis 90/Die Grünen im Ausschuss für Stadtentwicklung, Thomas Werner-Neubauer. Gemeinsam kamen die Sonntagsspaziergänger auf etwas mehr als 1400 Bäume, die von der Deutschen Bahn gerodet werden sollen.

Muss Kahlschlag sein?
Die Frage, ob dieser Kahlschlag wirklich sein müsse, stand schon eine Woche zuvor als unsichtbare Überschrift über dem Vortrag des Coswiger Oberbürgermeisters Frank Neupold zu diesem Thema. Er berichtete von seinem Gespräch mit den Verantwortlichen der Bahn. Was er vortrug, wird als Argument gegen den Dammbau gern gehört. Denn es stellt sich die Frage, ob der Damm tatsächlich für eine Geschwindigkeit von 200 km/h ausgebaut werden muss. Und zwar aus folgendem Grund: Die lange Gerade der Strecke aus Berlin endet kurz nach der Coswiger Brücke über die Meißner Straße an der sogenannten Radebeuler Weiche. Die könne aber nur mit maximal 130 km/h passiert werden. Nun können aber Züge nicht innerhalb weniger Meter abbremsen. Der ICE, so heißt es, braucht allein zwei Kilometer, um von seiner Betriebsgeschwindigkeit um die 200 km/h auf 130 abzubremsen. Bremsstrecke wäre der Coswiger Damm.

Mehr als Tempo 130 km/h
Wozu dann die Ertüchtigung? 130 km/h könne auch jetzt gefahren werden. Das wäre nicht ganz so, widerspricht Klaus Riedel von der DB-Projektbau. Es werde immer nur behauptet, dass der Damm durch seine 150-jährige Nutzung verdichtet wäre. Belegt habe das keiner der Baukritiker. Und außerdem werde auf alle Fälle mehr als 130 km/h auf dieser Strecke gefahren. Zum Beispiel, wenn der Zug von Dresden in Richtung Berlin nach der Radebeuler Weiche beschleunigt. Aus Radebeul raus hätte er dann schon 160 bis 170 km/h drauf. Die Bäume hätten eigentlich schon im Laufe der Jahre im Rahmen von Wartungsarbeiten fallen müssen. Jetzt sei nur die Aufregung groß, weil sie alle auf einmal wegmüssten. Torsten Oelsner"

Ebenfalls von heute:

"Bahnfahrer müssen in Radebeul-West im Regen stehen

Wegen Sicherheitsmängeln ist die Überdachung des Bahnsteiges gesperrt worden. Wie lange, weiß bei der Bahn keiner.
Glücklich waren gestern Morgen jene S-Bahn-Fahrer, die am Bahnhof Radebeul-West einen Schirm dabei hatten. Alle anderen Wartenden mussten vor weiß-rotem Absperrband im wahrsten Sinne des Wortes im Regen stehen. Denn die Deutsche Bahn hat die dortige Bahnsteigüberdachung bis auf Weiteres sperren lassen.

Laut Bahnsprecher Jörg Bönisch wurden bei einer turnusmäßigen Bauwerksüberprüfung an dem Dach einige Sicherheitsmängel festgestellt. Die Schäden seien so groß, dass das Unternehmen trotz des derzeitigen schlechten Wetters das Unterstellen verbietet.
Welcher Art die Defekte genau sind und wann sie behoben werden können, das kann Bönisch allerdings noch nicht sagen. „Uns liegt der Prüfbericht noch nicht vor. Die derzeitige Sperrung ist lediglich eine Sofortmaßnahme, welche die Sicherheit der Reisenden gewährleisten soll.“

Kein vorläufiger Regenschutz
Wenn die Bahn den Bericht bekommt, dann wird sie über die weiteren notwendigen Maßnahmen entscheiden. Diese können laut Jörg Bönisch ganz verschieden sein – je nach der Schwere der Beschädigungen. „Vielleicht sind nur kleine Reparaturen notwendig, die sich schnell und ohne große Einschränkungen durchführen lassen. Im schlimmsten Fall müssen wir das Dach abtragen.“

Zwar wird den Reisenden jetzt nichts mehr auf den Kopf fallen, aber weiter im Regen stehen müssen sie dennoch. Denn ein provisorisches Wetterschutzhäuschen lässt die Bahn vorerst nicht aufstellen. „Bei der Eisenbahn ist es nicht möglich, einfach etwas zu bauen“, sagte Jörg Bönisch. Selbst eine solch banale bauliche Veränderung wie ein vorübergehender Regenschutz, erfordere eine ordentliche Planung durch ein Ingenieurbüro. „Wir müssen das alles genehmigen lassen, denn die Sicherheit hat die höchste Priorität“, sagte Bönisch. Ausschließen will er diese Möglichkeit dennoch nicht.

So oder so, die Reparaturen werden lediglich einen provisorischen Charakter haben. Denn es ist bereits eine grundlegende Erneuerung des Bahnhofes Radebeul-West geplant. Sie soll in den Jahren 2011/12 im Zuge des S-Bahnausbaus durchgeführt werden."


Vielleicht hätte man die "Konjunkturgelder" statt zum Abtragen der bereits restaurierten Fassaden am Dresdner Hauptbahnhof woanders hinleiten können? Gestern zumindest standen einige Menschen kopfschüttelnd vor dem Abrissbagger. Diese sind nun schon am Ausgang zum Wiener Platz angelangt und werden dadurch auch von "normalen" Menschen wahrgenommen. Nachdem der Fotograf ihnen den Sinn des Unterfanges erkärt hatte, wurde es doch sehr ruhig...
Fahrt Frei Frank


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 (ZM) Bürger machen (weiter) mobil gegen Sanierung der Berliner Strecke
(1969)
05.11.09 07:59
(192)
06.11.09 20:53