Tatsächlich ist es wohl das Dilemma der Breisgau-S-Bahn, dass der Breisgau-S-Bahn nur fest vereinbarte Kilometer-Pauschalen bezahlt werden, der Betrieb wegen ständig gestiegener Fahrgastzahlen aber nur mit ständig steigendem Fahrzeug-Einsatz für immer längere Mehrfach-Traktionen (also ständig steigenden Betriebskosten) zu stemmen ist. Abgesehen von der unerwartet früh nötigen und teuren Korrosions-Sanierung der eingesetzten RS.
Hätte man es bei Heise mal so auf den Punkt gebracht, dass die pauschale Kilometer-Vergütung eine BSB geradezu in den Ruin treiben muss, wenn sie nicht bei ständig steigenden Fahrgast-Zahlen einen Großteil ihrer Fahrgste jeden Tag stehend zur Arbeit bringen will, und stattdessen (sehr Fahrgast-freundlich !) den Fahrzeug-Einsatz und damit die eigenen Kosten entsprechend hoch fährt, dann wäre der Artikel soweit noch ok.
Dann hätte man auf das zu Lasten des Betreibers BSB falsche Bezahl-Modell hingewiesen, das zum Paradoxon ´Erfolg beim Fahrgast treibt Betreiber in den Ruin´ führt.
Nicht mehr ok ist dann aber der Teil, in dem´s um´s Höllental geht. Wenn dann schon der Endbahnhof der Dreiseenbahn falsch geschrieben wird, fragt man sich, ob der Schreiber jemals mit dieser Bahn gefahren sein sollte, deren Mißstände er so bemängelt ?
Zunächst ist mir völlig entgangen, dass sätndig Messzüge die Gleise für derart marode befinden, dass quasi regelmäßig mit Bussen gefahren werden muss. Also jedenfalls nicht, wenn ich im Höllental unterwegs bin.
Die Dosto stammen (pi mal Daumen) zu 3/4 aus Neubau. Zu Beginn der Dosto-Zeit waren hier
nur Neubau-Wagen unterwegs und erst, als auch hier die ständig steigenden Fahrgast-Zahlen (und damit der Erfolg der Bahn) einfach nicht mehr in die Neubau-Wagen rein zu quetschen waren, hat mal nochmal im Osten Altbau-Material als Verstärkung nachgeordert.
Die 43er stammen natürlich noch aus DDR-Fertigung, was aber weder bzgl. des Alters, noch bzgl. der Qualität der Fahrzeuge gegen die Lok spricht. Sehr clever von der Bahn war es seinerzeit, nicht nur die 43er aus dem Osten zu importieren, sondern auf der 43er geschultes Werkstatt-Personal aus dem Osten gleich mit zu bringen. Da waren die Loks von Anfang an gleich in den richtigen Händen. So fallen im Höllental dann auch nicht reihenweise die Züge wegen Lokschaden (der 43er) aus. Ganz im Gegenteil, immer wieder sieht man die 43er neben ihren Planleistungen im Höllental zusätzlich dazu auch noch als Ersatz für ausgefallene 11er im Rheintal.
Lediglich die nahezu doppelte Grenzlast der 46er auf der Steilstrecke würde viele Schub-43er entbehrlich und den laufenden Betrieb günstiger machen. Aber wie das auch beim Benzin sparenden Auto eben so ist, das muss man eben erst mal kaufen und dann auch bezahlen.
Hoffen wir mal, dass die sonst so geschätzten Jungs bei Heise im eigenen Kerngeschäft besser recherchieren und davon dann doch mehr verstehen als von Bahnen. Wie sagte schon Oma: Schuster, bleib mal bei Deinen Leisten. ;)
Beste Grüße
Stephan
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:09:04:13:54:50.