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Seiten: 1 2 All

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Chemnitzer Modell gerät ins Wanken

geschrieben von: MathiC

Datum: 14.10.10 11:06

Quelle: Freie Presse vom 14.10.2010 - Thema des Tages auf [www.freiepresse.de]
Chemnitzer Verlag & Druck GmbH

Inhalt:

Chemnitzer Modell gerät ins Wanken
Freistaat will Entwicklung neuer Schienenfahrzeuge nicht fördern





Foto: ddp
Chemnitz. Das Chemnitzer Nahverkehrs-Modell ist infrage gestellt. Während der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) bereits mehrere Millionen Euro in den Umbau des Hauptbahnhofes zur Erweiterung des Modells investiert hat, lehnt der Freistaat die Beteiligung an den Entwicklungskosten neuer Schienenfahrzeuge dafür ab. Eine entsprechende Antwort von Wirtschaftsminister Sven Morlok liegt der Chemnitzer Landtagsabgeordneten Annekathrin Giegengack (Bündnis 90/Die Grünen) schriftlich vor. Bleibt dies das letzte Wort, müsse man sich "gegebenenfalls von dem Gesamtmodell verabschieden", deutete VMS-Geschäftsführer Harald Neuhaus am Dienstagabend im Planungsausschuss des Stadtrates die mögliche letzte Konsequenz an.

Denn die Hybrid-Fahrzeuge mit Elektro- und Dieselantrieb werden unbedingt benötigt, um sowohl Chemnitzer Straßenbahngleise als auch nicht elektrifizierte Eisenbahnstrecken nach Burgstädt, Mittweida, Hainichen, Thalheim, Olbernhau und Annaberg befahren zu können. Noch in diesem Jahr wollte der VMS zehn solcher Fahrzeuge bestellen, um sie ab 2013/14 einsetzen zu können. Der Stückpreis dafür dürfte bei mindestens drei Millionen Euro liegen - soviel kostet eine der bisher auf der Pilotstrecke nach Stollberg eingesetzten elektrisch angetrieben Vario-Bahnen. Neuhaus hofft, dass noch eine Lösung gefunden wird. "Ich gehe nicht davon aus, das als gegeben hinzunehmen", sagte er im Planungsausschuss etwas vorsichtig. Die Finanzierung des Modells, das bis 2020 realisiert werden soll, sei von vornherein in mehreren Stufen geplant gewesen.

Die Pressestelle des Wirtschaftsministeriums in Dresden relativierte am Mittwoch auf Anfrage die Aussage von Minister Morlok: Über Förderanträge des VMS könne erst entschieden werden, "wenn die Bestätigung der Bundesförderung für das Infrastrukturvorhaben und die Ausschreibungsergebnisse vorliegen".

Neuhaus hatte die Stadträte im Ausschuss über den aktuellen Stand bei der Erweiterung des Chemnitzer Modells informiert, das die Schienennetze von Straßenbahn und
Eisenbahn in der Stadt und dem Umland miteinander verknüpft. Möglich ist das, weil die Straßenbahn in Chemnitz die gleiche Spurweite hat wie die Züge der Bahn. Nachdem bereits seit Ende 2002 auf einer Pilotstrecke Vario-Bahnen zwischen Chemnitz und Stollberg verkehren, hat der VMS im vergangenen Jahr mit den Vorbereitungen begonnen, um vom Chemnitzer Stadtzentrum aus mit Straßenbahnen ohne Umsteigen in weitere Nachbarstädte gelangen zu können.

Als erste Stufe dafür werden zurzeit vier Gleise des Hauptbahnhofes mit dem Schienennetz der Straßenbahn verbunden, damit ab 2013 City-Bahnen nach Burgstädt, Mittweida und Hainichen rollen können. Als zweite Stufe ist eine Verbindung nach Thalheim geplant, die den Bahnhof Chemnitz-Süd mit anbinden soll. Voraussichtlich bis zum Jahr 2020 sollen anschließend noch Strecken über Niederwiesa und Flöha nach Olbernhau und Annaberg, nach Limbach-Oberfrohna über Röhrsdorf sowie von Stollberg nach Oelsnitz hinzukommen. Allein die Kosten für die Stufen 1 und 2 bezifferte Neuhaus auf etwa 100 Millionen Euro. Ihm zufolge würden
60 Prozent davon der Bund und
15 Prozent der Freistaat übernehmen.

Während nach Limbach-Oberfrohna und Oelsnitz die gleichen elektrisch angetriebenen Vario-Bahnen wie nach Stollberg fahren könnten, würden für die anderen Strecken neue Hybridfahrzeuge mit zusätzlichem Dieselantrieb benötigt, weil die Bahnstrecken nicht elektrifiziert sind.

Von Michael Brandenburg



Erschienen am 14.10.2010



MEIN KOMMENTAR:

Ich glaub mein Schw... pfeift..
Wieso überhaupt neue Fahrzeuge entwickeln????
Es gibt doch m.E. ähnliche Fahrzeuge z.B. in Kassel..


Was meint ihr dazu?

Re: Chemnitzer Modell gerät ins Wanken

geschrieben von: Schienenbus81

Datum: 14.10.10 11:11

MathiC schrieb:
> MEIN KOMMENTAR:
>
> Ich glaub mein Schw... pfeift..
> Wieso überhaupt neue Fahrzeuge entwickeln????
> Es gibt doch m.E. ähnliche Fahrzeuge z.B. in
> Kassel..

Geht es hier überhaupt um die Neuentwicklung von Hybridfahrzeugen oder um die Förderung durch den Freistaat? Im Artikel steht etwas von einer Bestellung 2010 und Lieferung 2013/14. Da werden Hersteller die bereits ein solches Modell vorweisen können, wie Alstom mit der RegioCitadis und Siemens mit dem Combino Duo, sicher einen Vorteil gegenüber denen haben, die es erst entwickeln müssen.



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:10:14:11:23:45.

Re: Chemnitzer Modell gerät ins Wanken

geschrieben von: ottofan101

Datum: 14.10.10 11:15

Es am besten sein lassen, und die schönen Desiro im Erzgebirge lassen.

Schwarz-Gelbe Straßenlobby

geschrieben von: Staatsbahn

Datum: 14.10.10 11:30

In Sachsen weht ein Wind, der der Straßenverkehrslobby, die hat gerade die gelben Männchen im Griff, die ja schon immer für ihre Klientelpolitik bekannt sind. Ich hoffe in Sachsen wacht man auf, diese einseitige Autopolitik ist steinzeitlich.

Re: Chemnitzer Modell gerät ins Wanken

geschrieben von: Ladehilfe

Datum: 14.10.10 12:01

Ob nun ein Desastro durchs Erzgebirge fährt oder eine Straßenbahn ist doch egal. Schön ist beides nicht wirklich.

An die Besteller von Verkehrsleistungen: Wer eine werksneue Mercedes S-Klasse bestellt sollte nicht nur einen Trabant bezahlen wollen.

Wahre Schönheit

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 14.10.10 13:00

"Desastro durchs Erzgebirge fährt oder eine Straßenbahn: Schön ist beides nicht wirklich."

Na und?

Die Leute sollen ja auch mitfahren und die Züge nicht fotografieren.

Gruß

Heiko (der den Desiro auch von außen so schlecht nicht findet)

http://www.desiro.net/Signatur-Licht-aus1.jpg

Re: Chemnitzer Modell gerät ins Wanken

geschrieben von: Hannes Kuhnert

Datum: 14.10.10 15:20

Schienenbus81 schrieb:
-------------------------------------------------------
> Geht es hier überhaupt um die Neuentwicklung von
> Hybridfahrzeugen oder um die Förderung durch den
> Freistaat? Im Artikel steht etwas von einer
> Bestellung 2010 und Lieferung 2013/14. Da werden
> Hersteller die bereits ein solches Modell
> vorweisen können, wie Alstom mit der RegioCitadis
> und Siemens mit dem Combino Duo, sicher einen
> Vorteil gegenüber denen haben, die es erst
> entwickeln müssen.

Der Combino-Duo-Antrieb mit seinem hochtourig laufender PKW-Vierzylinder ist hier nicht zu gebrauchen – wer schon mal mitgefahren ist weiß, wie ich das meine.

Alstom dagegen hat mit dem Antrieb des Kasseler RegioCitadis sicher eine gute Basis. Ansonsten sei zum RegioCitadis gesagt, dass man in Chemnitz nicht nur auf den Einzug auf 2,40 m Breite auf Bodenhöhe besser verzichtet, sondern auch neue Anforderungen im Hinblick auf die passive Sicherheit berücksichtigen muss und vorhat, stufenfreie Einstiege auf zwei verschiedenen Höhen anzubieten. Ich glaub Vossloh hat für eine Region auf der iberischen Halbinsel mal etwas mit verschieden hohen Türen gemacht, aber ansonsten hab ich noch nie von sowas gehört. Es wird schon auf eine weitgehende Neuentwicklung hinauslaufen.

Ob tatsächlich ein separater fördermittelbedürftiger Entwicklungsauftrag gegeben wird oder ob es um die Entwicklung und Lieferung geht, kann man dem Freie-Presse-Artikel nicht entnehmen. Eigentlich müsste mit ein bisschen fahrzeugtechnischer Fachberatung eine direkte Ausschreibung der Entwicklung und Herstellung möglich sein.

Re: Schwarz-Gelbe Straßenlobby

geschrieben von: Ingo Oerther

Datum: 14.10.10 17:54

<Ich hoffe in Sachsen wacht man auf,...>

Angesichts vergleichsweise "guter" Wirtschaftsdaten (insbesondere im Raum Dresden) wird das m.E. wohl noch eine ganze Weile dauern! :-(

Und wenn dann mal andere, verkehrspolitisch kompetentere Parrteien in Dresden ans "Ruder" kommen, werden sie große Probleme vorfinden:

1.) Entvölkerung einiger Landstriche (Keine Infrastruktur=Keine Arbeitsplätze)
2.) Zurückgebaute und/oder entwidmete Bahntrassen, die eine Reaktivierung unverhältnismäßig verteuern.
3.) Noch mehr Autos, da die Menschen auf dem "flachen" Land mangels attraktiver ÖPNV-Angebote von den politisch Verantwortlichen in die Autos gezwungen wurden.
Die auf den ÖPNV zurückzubekommen, wird erfahrungsgemäß eine ganze Zeit dauern.

Und solange diese sogenannte "Liberale" Partei, welche m.E. eher ein ausführendes Organ der Straßenmafia ist, an Regierungen beteiligt ist, wird sich kaum was zum guten ändern!

Leider!

Re: Wahre Schönheit

geschrieben von: Ingo Oerther

Datum: 14.10.10 17:59

Hallo Heiko!

Für Fahrten im Erzgebirge nutze ich gerne den 642.
Auf Fahrten über 2 Stunden wirds zwar etwas unbequemer, aber allemal besser und komfortabler als in den meisten Strassenbahnen.

Und ich persönlich habe den Eindruck, dass die Erzgebirgsbahn vor Ort einen weitgehend "guten Job" macht.

Hätten wir die nicht, wären ein paar Strecken in Sachsen "weg"!

Zumindest Thalheim-Aue, Schwarzenberg-Johannstadt, Annaberg=Buchholz Süd-Vejpty und wahrscheinlich auch Pockau=Lengefeld-Olbernhau würden wir heute auf der SPNV-Karte vergeblich suchen.

Ich mag diesen "Familienbetrieb" irgendwie.

Gruß

Ingo

Re: Schwarz-Gelbe Straßenlobby

geschrieben von: Falko

Datum: 14.10.10 19:13

Ingo Oerther schrieb:
-------------------------------------------------------
> >
> Angesichts vergleichsweise "guter"
> Wirtschaftsdaten (insbesondere im Raum Dresden)
> wird das m.E. wohl noch eine ganze Weile dauern!
> :-(
>
> Und wenn dann mal andere, verkehrspolitisch
> kompetentere Parrteien in Dresden ans "Ruder"
> kommen, werden sie große Probleme vorfinden:
>
> 1.) Entvölkerung einiger Landstriche (Keine
> Infrastruktur=Keine Arbeitsplätze)
> 2.) Zurückgebaute und/oder entwidmete Bahntrassen,
> die eine Reaktivierung unverhältnismäßig
> verteuern.
> 3.) Noch mehr Autos, da die Menschen auf dem
> "flachen" Land mangels attraktiver ÖPNV-Angebote
> von den politisch Verantwortlichen in die Autos
> gezwungen wurden.
> Die auf den ÖPNV zurückzubekommen, wird
> erfahrungsgemäß eine ganze Zeit dauern.
>
> Und solange diese sogenannte "Liberale" Partei,
> welche m.E. eher ein ausführendes Organ der
> Straßenmafia ist, an Regierungen beteiligt ist,
> wird sich kaum was zum guten ändern!
>
> Leider!

Hallo!

Dem Ingo kann ich nur recht geben. Als es in den letzten Tagen hieß, das Chemnitzer Modell würde nun kräftig vorangebracht, war ich ziemlich skeptisch. Zu recht, wie sich jetzt zeigt. Man versucht scheinbar an jeder Stelle, einem funktionieren ÖPNV so viele Knüppel wie möglich zwischen die Beine zu hauen. Man hinterlässt in Sachsen verbrannte Erde beim ÖPNV, man kann es nicht anders bschreiben.

Viele Grüße

Falko

Re: Schwarz-Gelbe Straßenlobby

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 14.10.10 22:03

Hast Du mal daran gedacht, daß viele Leute freiwillig und gern mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs sind und auch deswegen die FDP wählen und nicht die Grünen, welche ihnen ihre Freiheit nehmen wollen?
Bahn und ÖPNV ist ja schön und gut aber dieses einseitige schönreden der Bahn und verteufeln des Individualverkehrs ist beste Steinzeit!
ÖPNV lohnt bekanntlich nur, wenn viele Fahrgäste in eine Richtung wollen und nicht als ökologischer Selbstzweck.

Mit freundlichen Grüssen
SPANDAUER

Das Internet ist die offene Form der geschlossenen Anstalt. (Matthias Deutschmann )

***Kommen auch Sie nach Scheiden und probiern'se unser neues Pils***

Re: Schwarz-Gelbe Straßenlobby

geschrieben von: vaddilein

Datum: 14.10.10 22:16

Spandauer schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hast Du mal daran gedacht, daß viele Leute
> freiwillig und gern mit dem eigenen Fahrzeug
> unterwegs sind und auch deswegen die FDP wählen
> und nicht die Grünen, welche ihnen ihre Freiheit
> nehmen wollen?


Oh Gott, was ist das denn?
Genau, sollten die Grünen mal wieder an die Macht kommen, rennen wir alle im Kartoffelsack umher und essen fair gehandelten Hirsebrei. Kommunikation demnächst wieder über Rauchzeichen.

MfG
Steffen

Ausbau Richtung Thalheim

geschrieben von: EiB08A

Datum: 14.10.10 23:25

Ahoj,
also ich kann nur hoffen, dass man in Richtung Thalheim nicht den gleichen Zauber anstellt wie von Stollberg: Top Fahrzeit bis nach Altchemnitz, und dann durch die gnaze Stadt...Fahrzeit zur Stadt genau so lang wie durch die Stadt. Es gibt auch einige Leute, die evtl schnell bis zum Bahnhof wollen, ohne dabei täglich die Annaberger Straße auswendig zu lernen.
Die neue Trasse in Richtung Thalheim soll ja den Kampus Reichenhainer Straße einbinden und dahinter dann über ein altes Stück Südgüterbahnhof an die Strecke nach Thalheim angeschlossen werden. Da bin ich sehr gespannt, welche Fahzeuge die 40min Fahrzeit von Thalheim nach Chemnitz Hbf durch die Stadt halten wollen.
Das jetzige Angebot der Erzgebirgsbahn finde ich wirklich ansprechend, wobei der Anschluss nach Leipzig arg verbesserungswürdig ist. Aber 40min im 642er sind auf jeden Fall eine gute Zeit, und dabei gibt es 3 Zwischenhalte in Chemnitz. Eine Kombination aus EGB und CB wäre durchaus wünschenswert.
Aber mal sehen, was da kommet.
Achso, noch eine Frage, die VT der Vogtlandbahn, die auch in Zwickau in die Innenstadt fahren, wären diese eine Möglichkeit?

Für sachliche Antworten/Korrekturen/Ergänzungen bin ich sehr Dankbar.

Grüße aus der schönsten Stadt der Welt 😃

Re: Schwarz-Gelbe Straßenlobby

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 14.10.10 23:38

Ach Jungs,
versucht doch nicht solche Schubladen aufzumachen...

Weder sind alle FDP-ler egozentrische Autofahrer, noch sind alle Grünen Hirsebrei schlürfende Ökos ind Jesuslatschen...
Ich kenne sowohl FDP- als auch Grünen-Personal, die ich als die sympathischen Nachbarn von nebenan charakterisieren würde. Nebenbei die können durchaus auch zusammenarbeiten.

Also: Es gibt bei jeder Partei genügend normaldenkende Mitglieder, die Versuchen radikalere Personen herauszuhalten, dass dies nicht bei jeder Person klappt, ist in jeder Partei so.

Nun, jede Partei versucht aber auch ihre Wahlen zu gewinnen. Die FDP hatte aus der Bundesebene her Rückenwind, gleichzeitig gab es viele enttäuschte Protestwähler - die nach den mdr-Analysen - von der Protestpartei NPD zur Protestpartei FDP gewechselt haben. Die FDP hat sich aber auch genau jeden Wählern geöffnet und da sie in Sachsen noch gar keine Regierungserfahrung hatte, lief entsprechend viel schief. In der Sachsen-CDU ist man entsprechend schlecht auf die FDP zu sprechen, würde die Bundesregierung zerbrechen, wären die Chancen äußerst hoch, dass dies wenige Tage später in Sachsen auch passieren würde. Das dies bislang nicht dazu kam, liegt an den negativen Wahltrends für beide Parteien und aber den großtönigen Worten ein Vorbild für den Bund mit der Koalition zu sein.
Natürlich gibt es im Wirtschaftsministerium auch noch viele Personen, die immer noch glauben allein der Autoverkehr und der Ausbau des Straßennetzes zu Gunsten des IV würde wirtschaftlichen Aufschwung bringen und entsprechend den Straßenbau mit dem Leitbild der Autogerechten Verkehrsplanung der 60er Jahre favourisieren, während ein Großteil der damaligen Bausünden im Westteil Deutschlands ab den 80er Jahren planmäßig zurückgebaut wurden.
Dummerweise gilt der sächsische Wirtschaftsminister auch unter seinem eigenem Personal als recht inkompetent, deswegen vielleicht auch die Rücknahmen oder sachliche Korrekturen. Nebenbei trifft dies auch auf die Sichtweise einiger Gruppen seines Wahlklientel an (bspw. die sächsischen Hoteliers, die mit der Hotelermäßigung gar nicht einverstanden waren)....

Das zum einen, zum anderen: Der Begriff Demographischer Wandel verändert Siedlungs- und Verkehrsstrukturen - und in diesem Rahmen muss dies auch zwangsläufig Veränderungen im SPNV-Netz zur Folge haben. Klar nicht jede dieser Änderungen ist alternativlos oder richtig durchgesetzt, aber die meisten sehe ich als notwendig und finanziell unumkehrbar an, sofern die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sich nicht radikal wandeln. Für Bahnstrecken braucht man eben eine Minimalbesetzung, die man versuchen muss, mit irgendeiner der möglichen Optimierungsvarianten zu erreichen, wenn nicht, sollte man eben nachdenken, ob ein gescheites Buskonzept dies nicht besser lösen kann. Insofern werden die allermeisten derzeitig stillgelegten Strecken nicht mehr wieder befahren und selbst bei der geplanten Citybahn nach Limbach-Oberfrohna bin ich leider sehr skeptisch.

Hinzu kommt jetzt aber die geplanten Mittelkürzungen, die sich nur mit einem radikalen Kahlschlag zu kompensieren sind. Man muss sich eben auch fragen, ob man wirklich jeden Zug täglich auf den beiden VVO-Schmalspurbahnen mit Dampf gefahren werden muss oder ob man das Angebot nicht mehr auf die Touristen ausrichtet und außerhalb günstiger fährt bzw. mit dem Bus fährt (die Diskussion um den Reisezeitvorteil der Buslinie 360 von Dippoldiswalde nach Dresden haben wir hier schon hinreichend diskutiert).
Und wir dürfen auch nicht vergessen, dass diese Mittelkürzung unvorhersehbar kurzfristig kommt, was das Anpassen schwer macht. Und wenn nun das Land fordert, dass bspw. Sebnitz-Bad Schandau weiterbetrieben wird, so muss dies natürlich auch die finanziellen Rahmenbedingungen hierzu bereitstellen, oder eben radikale Streichungen an anderer Stelle zustimmen.

Ich fände es schon sehr lustig, wenn man nun auf den Gedanken käme, zwar endlich das Straßenbahn- und Eisenbahnnetz am Hauptbahnhof zu verbinden (im Bau), aber eben die dazu nötigen Fahrzeuge fehlen, das wäre äußerst blamabel. Mal sehen, im letzten Moment wird sicherlich irgendwo doch noch Fördermittel aufgetrieben werden. So wie man beinahe die Förderung für die Hybridbusse versemmelt hätte und im letzten Moment doch noch noch eine Lösung gefunden hatte.
Also die "Qualität" dieser Landesregierung zeigt sich eben deutlich.

Genauso könnte man auch über das von Sachsen unterstützte Gesetz zur härteren Bestrafung bei Angriffen auf Polizeipersonal diskutieren, bei dem die Folge wäre, dass der Angriff auf eine arme schwache Oma deutlich mildere Strafen zur Folge hat, als auf Polizeipersonal, das für diesen Einsatz trainiert und bewusst eingestellt wurde...

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]

Re: Ausbau Richtung Thalheim

geschrieben von: Ladehilfe

Datum: 14.10.10 23:38

Die Vogtlandbahn fährt mit Regioshuttel (RS1/650) in die Innenstadt von Zwickau. Allerdings könnte das in Chemnitz Probleme geben da es dort bedeutend geringere Kurvenradien gibt. Spätestens an der Bahnhofstraße wäre für den RS1 Schluß.

An die Besteller von Verkehrsleistungen: Wer eine werksneue Mercedes S-Klasse bestellt sollte nicht nur einen Trabant bezahlen wollen.

Re: Ausbau Richtung Thalheim

geschrieben von: elbeschaefchen

Datum: 14.10.10 23:53

Ladehilfe schrieb:
-------------------------------------------------------
> Die Vogtlandbahn fährt mit Regioshuttel (RS1/650)
> in die Innenstadt von Zwickau.

Nein, das ist falsch. Die Vogtlandbahn besitzt keine RS1/BR 650. Die haben nur den RegioSprinter (BR 654) und den Desiro (BR 642).

Liebe Grüße von Katrin

Re: Ausbau Richtung Thalheim

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 15.10.10 00:16

elbeschaefchen schrieb:
-------------------------------------------------------
> Ladehilfe schrieb:
> --------------------------------------------------

> > Die Vogtlandbahn fährt mit Regioshuttel
> > (RS1/650) in die Innenstadt von Zwickau.

> Nein, das ist falsch. Die Vogtlandbahn besitzt
> keine RS1/BR 650. Die haben nur den RegioSprinter
> (BR 654) und den Desiro (BR 642).

Derzeit. Allerdings sind nur einige RegioSprinter BoStrab-fähig. Für den neuen Verkehrsvertrag sollen aber jüngere Fahrzeuge eingesetzt werden, und dazu zählen eben auch Regioshuttle für die Bedienung bis nach Zwickau-Zentrum...

Wobei es eben noch andere Hemmnisse gäbe: Bahnsteige, es darf kein fahrbahnbündiger Abschnitt benutzt werden und eben die schon genannten Kurvenradien, auch müssen sich die Züge begegnen können.

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
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"Neuentwicklungen" - nein danke !

geschrieben von: Der Ungläubige Thomas

Datum: 15.10.10 01:53

Ausgangsbasis:
>> Während nach Limbach-Oberfrohna und Oelsnitz die gleichen elektrisch angetriebenen Vario-Bahnen wie nach Stollberg fahren könnten, würden für die anderen Strecken neue Hybridfahrzeuge mit zusätzlichem Dieselantrieb benötigt, weil die Bahnstrecken nicht elektrifiziert sind. <<

Man könnte also für einen Teil der Planungen auf bewährtes Rollmaterial zurückgreifen. Damit sinkt die Stückzahl der benötigten Zweikraft-Fahrzeuge.

>>Der Combino-Duo-Antrieb mit seinem hochtourig laufender PKW-Vierzylinder ist hier nicht zu gebrauchen – wer schon mal mitgefahren ist weiß, wie ich das meine.<<

Dieses IGENO-Konzept dürfte mit einer Kette von Kurz- und Langzeitspeicherelementen (SuperCaps UND Li-Akkus) das in NDH fehlende kapazitive Zwischenglied bringen und damit das hysterische (und auch einen BMW-7er-Diesel an seine Haltbarkeitsgrenzen bringende) "Digitalgas" in NDH vermeiden, wie auch einen besser modulierten Betrieb des Diesels ermöglichen. Lastspitzen bei Anfahrt und Bremsung übernimmt der SuperCap, Beharrungsfahrt der Akku, und Nachladen und Lastergänzungsbetrieb das DE-Aggregat. Bei einem grösseren Fahrzeug ginge das.

Stadler und Bombardier haben auf dem Gebiet bislang nichts anzubieten. Für die Wartung würde ein Gleichteileprinzip, also die "Plattform" der Variobahn, erforderlich. Hier tun sich tatsächlich Probleme auf, denn das genannte Konzept könnte nur unter dem Konzept der "Variobahn" mit einigem Bestandsschutz gegenüber neueren TSI-Anforderungen realisiert werden.

>> Alstom dagegen hat mit dem Antrieb des Kasseler RegioCitadis sicher eine gute Basis. Ansonsten sei zum RegioCitadis gesagt, dass man in Chemnitz nicht nur auf den Einzug auf 2,40 m Breite auf Bodenhöhe besser verzichtet <<

Das wäre ohne unteren Einzug baulich sicher realisierbar und erfordert noch keine "neue Konstruktion".

>> sondern auch neue Anforderungen im Hinblick auf die passive Sicherheit berücksichtigen muss und vorhat, stufenfreie Einstiege auf zwei verschiedenen Höhen anzubieten.<<

Bereits 2006 hiess es auf der Innotrans, dass die Kasseler Fahrzeuge ("Regio-Citadis") nur noch für die lfd. Lieferung Bestandsschutz gegenüber neuen gesetzlichen Anforderungen hätten. Ich sehe hier auch das Problem, wie es in Braunschweig zum KO-Kriterium für das Regio-Stadtbahnprojekt geworden ist. Die Gestehungspreise für Rollmaterial haben sich dadurch nahezu verdoppelt. Das Thema ist in anderen Threads in DSO-Strab bereits abgehandelt.

>> Ich glaub Vossloh hat für eine Region auf der iberischen Halbinsel mal etwas mit verschieden hohen Türen gemacht, aber ansonsten hab ich noch nie von sowas gehört. <<

M.W. (bitte ggfs. um Korrektur) rein elektrisch und für Meterspur. Bombardier für Porto ist Normalspur, Quasi elektrische Einsystemvariante der Saarbrücker Fahrzeuge, rein elektrisch jedenfalls.

>> Es wird schon auf eine weitgehende Neuentwicklung hinauslaufen.<<

Alstom bietet mit dem "Citadis Dualis" eine verlängerte und flexibel lieferbare Weiterentwicklung des Kasseler / DenHaager Fahrzeuges an. Über Kosten hüllt man sich bei diesem staatsnahen Konzern leider in Schweigen. Ein Indikator wäre die Braunschweiger Preisverdoppelung gegenüber dem Kasseler Regio-Citadis.
Eine "Hybridversion" des an Karlsruhe neu zu liefernden GT8-2S von Bombardier ist m.W. (wieder - hoffe auf Korrektur) nicht in Sicht, weil man "sowas" in Karlsruhe bzw. Portugal nicht braucht. Im Übrigen hat der Vossloh Espana/Kiepe-Wagen ein etwas unglückliches Masse/Kapazitäts Verhältnis und der Mittelwagen ist relativ kurz (Schlingergefahr, vgl. Sheffield).
Es wäre m.E. sinnvoller, etliche dieser Projekte mit "massgeschneiderten Fahrzeugen für unsere ganz speziellen Bedingungen" erst einmal sterben zu lassen. Wo es nicht möglich ist, zu niedrigen Kosten bestehende Konstruktionen moderat umzuändern, sollte man ganz darauf verzichten.
Hier hat m.E. Braunschweig Recht daran getan, die Reissleine zu ziehen, wobei noch andere Aspekte hinzu kommen, wie planerische Inkompetenz vieler Beteiligter.
Karlsruhe hat im Übrigen konsequent bei Übernahme von Strecken durch AVG deren Elektrifizierung voran getrieben (Wildbad u.a.). Dabei auch einen BOStrab-Abschnitt in Wörth/Pfalz zunächst mit 15kV 16,7Hz als Stummel in Betrieb genommen - das geht also auch. Sollte sich eine Elektrifizierung der Abschnitte wirtschaftlich nicht rechtfertigen lassen - ob nun mit 750V= "Stadtstrom" oder 15kV ac "Bahnstrom" - muss man immer auch die Frage stellen, ob es nicht sinnvoller wäre, ganz auf die Bahn zu verzichten. Kommen noch die üblichen politischen Gegenkräfte hinzu, könnte sich das Konzept sonst als nicht belastbar erweisen (vgl. dasselbe vor einigen Jahrzehnten auf den Strecken um Siegen! Nach nur 10 Jahren war Schluss mit der gesamten Herrlichkeit!).
Sinnvoll erschiene mir, die Verbindung im Hbf Chemnitz herzustellen und soweit möglich, die eine angesprochene Linie mit nachgelieferten EBO-Variobahnen zu betreiben. Dann kann man weiter sehen. Wird die ein Erfolg, kann man über Gemeinschaftsbestellungen mit anderen Betrieben nach denken, um die Stückkosten über Serieneffekte zu begrenzen. Das "Braten von Extrawürsten" verbietet sich heutzutage von selbst. Entsprechende planerische und ingenieurstechnische Spieltriebe und Profilneurosen ("Direktor-X-Wagen") sollten bei solchen Projekten sowieso unter Strafe gestellt werden - solche Leute gleich feuern. Bzw. Projekt beerdigen.

Der Unglaeubige Thomas




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:10:16:00:13:53.

Re: "Neuentwicklungen" - nein danke !

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 15.10.10 14:37

Der Ungläubige Thomas schrieb:
-------------------------------------------------------
> Man könnte also für einen Teil der Planungen auf
> bewährtes Rollmaterial zurückgreifen. Damit sinkt
> die Stückzahl der benötigten Zweikraft-Fahrzeuge.

Das Problem dabei wäre halt, dass bei lediglich drei Verlängerungen man problemlos auf vorhandene Fahrzeuge setzen könnte:
- Limbach-Oberfrohna (zufälligerweise wegen dem langen Neubaustreckenanteil sehr umstritten)
- Stolberg - Oelsnitz (wobei mich diese Verlängerung immer noch recht wundert)
- Chemnitz - Mittweida (reguläre Zweisystemer sind da einsetzbar...)

Alle anderen Strecken wären bei Elektrifizierung sehr teuer, zumal der Takt nicht mit denen in Karlsruhe vergleichbar dicht wäre.
Ob die Variobahn so Bestandschutz hätte, wäre eine andere Frage und v.a. für welche Strecken eben - von den oben genannten drei Strecken ist nur Mittweida über den Haupbahnhof hinaus, alle anderen Strecken brauchen die gerade zu bauende Rampe nicht.

> Bereits 2006 hiess es auf der Innotrans, dass die
> Kasseler Fahrzeuge ("Reio-Citadis") nur noch für
> dioe lfd. Lieferung Brestandsschutz gegenüber
> neuen gesetzlichen Anforderungen hätten. Ich sehe
> hier auch das Problem, wie es in Braunschweig zum
> KO-Kriterium für das Regio-Stadtbahnprojekt
> geworden ist. Die Gestehungspreise für
> Rollmaterial haben sich dadurch nahezu verdoppelt.
> Das Thema ist in anderen Threads in DSO-Strab
> bereits abgehandelt.

Japp, wobei das Lastenheft des RegioCitadis gemeinsam mit den Verkehrsbetrieben
- Braunschweig (vermutlich +)
- Bremen +
- Chemnitz (sic!)
- Rostock +
entstand.

geht man noch weiter, könnte man Überlegen, dass auch Kiel sich eine Regionalstadtbahn überlegt, so wäre eine neue Liste diese:

- Braunschweig (nur wenn sich durch Umplanungen eine wirtschaftliche Lösung finden würde)
- Chemnitz
- Kiel

die einen ähnlichen Wagentyp bräuchten und alle drei Betriebe planen mit Dieselhybrid-Wagen. Insofern wäre schon ein Markt da, wenn auch ein recht kleiner und der wäre eben abhängig von den politischen Umsetzungen - denn daran haperte es ja schon beim Regio-Citadis...

Die Frage wäre nun, für welchen Zeitraum ein solches Fahrzeug verkaufbar wäre, sofern die derzeitigen neuen Crash-Norm-Richtlinien bei der Konstruktion berücksichtig würden.

> Alstom bietet mit dem "Citadis Dualis" eine
> verlängerte und flexibel lieferbare
> Weiterentwicklung des Kasseler / DenHaager
> Fahrzeuges an. Über Kosten hüllt man sich bei
> diesem staatsnahen Konzern leider in Schweigen.
> Ein Indikator wäre die Braunschweiger
> Preisverdoppelung gegenüber dem Kasseler
> Regio-Citadis.

Wobei dieses Konzept wiederum das Problem hat, dass die Fahrzeuglängen nicht mehr denen der ansonsten üblichen 37,5m-Klasse entspricht und damit keine Option mehr hat, zwischen Solo- und Doppeltraktion zu unterscheiden... was sicherlich in Chemnitz nicht geplant ist.

> Eine "Hybridversion" des an Karlsruhe neu zu
> liefernden GT8-2S von Bombardier ist m.W. (wieder
> - hoffe auf Korrektur) nicht in Sicht, weil man
> "sowas" in Karlsruhe bzw. Portugal nicht braucht.

Die Frage wäre halt nach dem Markt - und wie oben geschrieben, bei ein bis. drei Netzen wäre die Anzahl wirklich sehr beschränkt. Leider, viele Konzepte sind ja mittlerweile wieder in der Schublade verschwunden.

> Es wäre m.E. sinnvoller, etliche dieser Projekte
> mit "massgeschneiderten Fahrzeugen für unsere ganz
> speziellen Bedingungen" erst einmal sterben zu
> lassen. Wenn es nicht möglich ist, zu niedrigen
> Kosten bestehende Konstruktionen moderat
> umzuändern, sollte man ganz darauf verzichten.
> Hier hat m.E. Braunschweig Recht daran getan, die
> Reissleine zu ziehen, wobei noch andere Aspekte
> hinzu kommen, wie planerische Inkompetenz vieler
> Beteiligter.

Das Problem dabei: Die Verbindung zwischen beiden Netzen ist in Chemnitz bereits im Bau - es wäre damit leider eine Investitionsruine, die nicht den vollen Nutzen, aber eben die vollen Kosten brächte.
Wie über Braunschweig bereits geschrieben - das Problem ist eben die Verschleppung der politischen Entscheidung - das wird auch Kiel noch deutlich treffen...

> Karlsruhe hat im Übrigen konsequent bei Übernahme
> von Strecken durch AVG deren Elektrifizierung
> voran getrieben (Wildbad u.a.). Dabei auch einen
> BOStrab-Abschnitt in Wörth/Pfalz zunächst mit 15kV
> 16,7Hz als Stummel in Betrieb genommen - das geht
> also auch. Sollte sich eine Elektrifizierung der
> abschnittre nicht rechtfertigen lassen - ob nun
> mit 750V= "Stadtstrom" oder 15kV ac "Bahnstrom" -
> muss man immer auch die Frage stellen, ob es nicht
> sinnvoller wäre, ganz auf die Bahn zu verzichten.

Der Clou wäre ja eben auch, dass man ohne Elektrifizierung auskäme und somit noch vorhandene Nebenbahnstrecken umsteigefrei hinbekommen würde, was sicher diese auch auf längere Frist sichern würde. Bahnstromelektrifizierung für Stundentaktlinien könnten eben zu teuer werden, zumal es eben alles keine kurzen Strecken sind, dafür aber auch keinen Durchgangsgüterverkehr aufweisen würden oder dem sonstigem Verkehr nützen würde... Also auf der Seite hat man eben versucht deutlich zu sparen.

Andererseits: Die Anpassung eines Eisenbahnfahrzeuges an die BoStrab-Bedinungen scheinen ja finanziell möglich zu sein (Vogtlandbahn: Ersatz der RegioSprinter durch RegioShuttle - auch auf der Strecke nach Zwickau-Zentrum)...

> Kommen noch die üblichen politischen Gegenkräfte
> hinzu, könnte sich das Konzept sonst als nicht
> belastbar erweisen.


> Sinnvoll erschiene mir, die Verbindung im Hbf
> Chemnitz herzustellen und soweit möglich, die eine
> angesprochene Linie mit nachgelieferten
> EBO-Variobahnen zu betreiben. Dann kann man weiter
> sehen. Wird die ein Erfolg, kann man über
> Gemeinschaftsbestellungen mit anderen Betrieben
> nach denken, um die Stückzahlen zu begrenzen. Das
> "Braten von Extrawürsten" verbietet sich
> heutzutage von selbst.

Mit mehr politischem Goodwill, hätte man besseres erreichen können - die drie oben genannten Netze hätten ja ein Interesse an einem gleichartigem Wagen mit relativ minimalen Untershcieden.

Das Problem bliebe aber, dass die Verbindung im Hbf dann nicht nutzbar wär. EBO-Variobahnen gingen eben nur nach Limbach und Oelsnitz - erstere zeigt sich als politisch deutlich umstrittenere, zweitere ist eben eine Frage, wozu sie genau dienen sollte.

Mit Fantasie wäre höchstens die Strecke nach Burgstädt unter Gleichstrom elektrifizierbar, alle anderen hätten Abschnitte auf mit 15 kV-elektrifizierten Strecken...

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]

Re: Schwarz-Gelbe Straßenlobby

geschrieben von: Ingo Oerther

Datum: 15.10.10 20:19

Du lässt dabei aber ausser Acht, dass die Politik dafür gesorgt hat, dass es auch in Sachsen Orte gibt, die GAR KEINEN ÖPNV-Anschluss mehr haben und die Leute gezwungen sind, ein Auto zu haben.
(Die Autobauer und-händler freuts)!

DAS sind die Resultate jahrzehntelanger Lobbypolitik!

Mit "Freiheit" hat DAS nichts mehr zu tun!

Ich hoffe inständig, dass gerade die FDP drastisch an Zustimmung verliert!

Um aber zur Erzgebirgsbahn zurückzukommen:
Die Gründung der EGB und ihre Unternehmenspolitik zusammen mit dem VMS haben aus einst akut stillegungsbedrohten Strecken mittlerweile attraktive bahnlinien werden lassen, die auch angenommen werden.

Fazit: Die Politik muss den "Grundstein" legen.
Wenn das Angebot stimmt, kommen die Fahrgäste von alleine auf die Schiene zurück!
Selbst in ländlichen Regionen!

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