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Wilkes sieht die Draisinen-Tickets schon auf dem Schwarzmarkt

Kreidach/Region. Ein paar Worte vom Landrat, ein paar vom Bürgermeister. Dazu Bier vom Fass, Linseneintopf und Bierzeltgarnituren auf schottrigem Untergrund. Was gestern Vormittag auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs in Kreidach an das Grillfest der Feuerwehr ums Eck erinnerte, hatte jedoch eine weitaus größere Tragweite. Davon zeugten aber eigentlich nur einige Dutzend Männer in Anzug und Krawatte und die vielen Pressevertreter: Die lokale Politprominenz setzte den ersten Spatenstich für das Draisinenprojekt. Drei Gegner des Projekts protestierten mit ihren Schildern - fast lautlos und ohne die Veranstaltung zu stören.

5,8 Millionen Euro teuer

Nur einmal hört man sie rufen. "Das ist die verkehrte Verkehrspolitik, Herr Breitwieser!" Doch am Kreistagsvorsitzenden Werner Breitwieser prallt die Kritik ebenso ab wie an Landrat Matthias Wilkes. "Es ist ein ganz wichtiges, tolles Projekt", sagt Wilkes, der in diese Worte so viel Deutlichkeit packt, dass er praktisch keine Widerrede zulässt. Er ist vom Erfolg der Draisinenbahn voll und ganz überzeugt.

"Die ersten 10 000 Tickets werden auf dem Schwarzmarkt gehandelt werden", sagt er unserer Zeitung mit dem Bierglas in der Hand. Er freut sich schon jetzt auf dieses "wunderschöne Landschaftserlebnis, wegen dem die Menschen aus der Stadt in unsere Region kommen". Und dafür wird in den nächsten Wochen und Monaten richtig rangeklotzt. Zu Ostern im kommenden Jahr sollen die ersten Touristen mit der Draisine über die 10,8 Kilometer lange Strecke fahren.

Damit das klappt - vorausgesetzt, der Winter wird nicht ähnlich streng wie der vergangene -, werden jetzt Viadukte, Tunnel und die Gleise wieder instandgesetzt. Und für den Landrat ist diese 5,8-Millionen-Euro-Maßnahme auch eine Investition in die Zukunft. Schließlich hat sich die Natur die Trasse in den letzten Jahren schon Stück für Stück zurückgeholt und die Verkehrsanbindung des Überwalds wird auch in der kommenden Zeit ein zentrales Thema sein. "Die Optionen für die Zukunft bleiben offen."

Noch während der Landrat spricht, rollt der erste Truck mit einem Bagger an. "Heute beginnt hier die Baustelle und in der nächsten Woche beginnen die Bauarbeiten", sagt Wilkes, der von einem Spatenstich in Echtzeit spricht. Aber nicht nur dem Landrat merkt man die Erleichterung an, dass das Projekt jetzt in die Tat umgesetzt wird. Auch Abtsteinachs Bürgermeister Rolf Reinhard, der extra seinen Urlaub unterbrochen hat, ist froh.

"Seit 17 Jahren beschäftigt mich dieses Thema. Gegner von außerhalb gab es ständig, aber wir innerhalb der Gemeinschaft standen immer hinter dem Projekt", sagt er. Und diesen Zusammenhalt loben auch alle seine Kollegen. "Und auch die Opposition wird sich in 10 oder 15 Jahren freuen, dass es so gekommen ist."

Als vor zehn Jahren der erste Schritt beschlossen wurde, war die Opposition innerhalb des Kreistages gering. Damals stimmten die Abgeordneten mit einer großen Mehrheit dafür, die Strecke zu erhalten. Immerhin wollte die Deutsche Bahn damals die Tunnel zumauern lassen, um so kein Geld in die Trasse, die 1900 in Betrieb genommen wurde, investieren zu müssen. "Es ist die einzige hessische Strecke, die komplett unter Denkmalschutz steht", so Wilkes. 1985 fuhr der letzte Personenzug, 1995 schließlich auch der letzte Güterzug vom Weschnitztal in den Überwald.
40 000 Touristen jährlich erwartet

"Wir werden die Strecke erhalten", betont auch Wald-Michelbachs Bürgermeister Joachim Kunkel, der jede Menge Potenzial in diesem Projekt sieht. "Mit diesem Leuchtturm sind wir in der Region dann sehr gut aufgestellt, touristische Dinge nach außen zu vermarkten", sagt er. "Wir haben alle große Hoffnungen."

Und der Erfolg der Sommerrodelbahn stützt die Verantwortlichen. Rolf Reinhard berichtet von vielen positiven Rückmeldungen der Abtsteinacher Gastronomen seit die neue Anlage eröffnet wurde. Und alle Entscheidungsträger sind sich einig, dass die Draisine diesen Trend untermauern wird. Matthias Wilkes rechnet den Anwesenden sogar schon einmal vor: 200 Besucher pro Tag, 200 Tage im Jahr. Das macht 40 000 Touristen, die rund 30 Euro ausgeben. Wilkes freut sich auf 1,2 Millionen Euro, die dadurch in die Region kommen sollen. lok

Bericht zur Solardraisine in unserer Samstagsausgabe
Artikel vom: 27.08.2010 Weinheimer Nachrichten/Odenwälder Zeitung
Andreas Schahn schrieb:
-------------------------------------------------------
> "Es ist die einzige
> hessische Strecke, die komplett unter
> Denkmalschutz steht", so Wilkes.


Häh? Das ist doch die Aartalbahn (Wiesbaden - Hohenstein - [Zollhaus - Diez])

Denkmalschutz HE / RP ...

geschrieben von: ETLO 528

Datum: 27.08.10 23:34

andreas + schrieb:
-------------------------------------------------------
> Andreas Schahn schrieb:
> --------------------------------------------------
>
> > "Es ist die einzige hessische Strecke, die komplett
> > unter Denkmalschutz steht", so Wilkes.

> Häh? Das ist doch die Aartalbahn (Wiesbaden - Hohenstein - )

Bei der Aartalbahn steht leider auch nur der hessische Abschnitt - bis zur
Landesgrenze nach Rheinland-Pfalz (bei Zollhaus) unter Schutz.

Außerdem ist die Lahntalbahn im Bereich des Landkreises Limburg-Weilburg
"Denkmal im Sinne einer Sachgesamtheit", zu dem neben Trasse, Tunnel
und Brücken auch alle Hochbauten im Zusammenhang mit der 1862 eröff-
neten Strecke stehen (Empfangsgebäude, Bw-Häuser etc.)

Ensembleschutz in RP:
In Rheinland-Pfalz hat die Kreisverwaltung des Rhein-Hunsrück-Kreises als
Untere Denkmalbehörde "im Einvernehmen" mit dem Landesamt für Denkmal-
pflege der Hunsrückbahn (Boppard-Emmelshausen) am 15. Nov. 1990 den Status
einer "Denkmalzone" verordnet. Siehe: [hunsruecker-bahn.de]

Welche weiteren Strecken in HE/RP einen vergleichbaren Schutz genießen, kann
ich momentan nicht sagen.

Gruß
HP
Nett, daß er die Bestrebungen von ProBahn sowie die Aktivitäten von der ehemaligen Überwaldbahn e.V. (bevor der Einwurf wieder kommt; ja ich weiß, daß der Verein offiziell noch nicht im Register eingetragen war) u.a. an einem Tunnel damit indirekt diskreditiert.

Gruß,
Nik

† 14.12.2014: Goodbye, RE 4 Halle - Hannover †
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