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PRO BAHN Medieninformation Tantow/Berlin, den 28.04.2010


Uckermärkische Verkehrsgesellschaft:
Zweifelhaftes Marketing statt Ausbau des ÖPNV

Soll die UVG potentielle Investoren anziehen?


PRO BAHN Landesverband Berlin-Brandenburg e. V. kritisiert die Beteiligung an der Regionalmarke Uckermark durch die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft (UVG).
Der Einstieg in dieses Marketing erfolgt mit Steuergeldern, die dem dringend erforderlichen Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) fehlen werden. Gleichzeitig wird so einer Privatisierung der UVG der Weg bereitet.

In Deutschlands größtem Flächenlandkreis Uckermark ist man einfallsreich, was das Geldausgeben angeht. Ausgerechnet die frisch gegründete Uckermärkische Verkehrsgesellschaft (UVG), in welcher die bisher zwei bestehenden landkreiseigenen Gesellschaften PVG (Personenverkehrsgesellschaft Schwedt/Angermünde) und die UVG (Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft Prenzlau/Templin) aus Kostengründen zusammengefasst wurden, investiert kräftig in fragwürdige Marketingmaßnahmen.

„Regionalmarke Uckermark“ heißt das Zauberwort. Unter der Regionalmarke UCKERMARK sind sogenannte Leistungsträger aus sechs unterschiedlichen Bereichen (Wirtschaft, Landwirtschaft, Tourismus, Kommunen, Kultur/Freizeit/Sport und Natur/Landschaft) vereint, nun also auch ein kommunales Busunternehmen im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). Damit entfernt sich die UVG weiter von ihren Kernaufgaben.

Die 2007 gegründete landkreiseigenen Regionalmarkegesellschaft leistet sich hoch bezahlte Berater und einen Regionalmarkemanager.

In der Eigendarstellung ist von „Cross-Selling“, von einer Steigerung der Marktwahrnehmung und einer erhöhten Wahrnehmung der beteiligten Unternehmen für potenzielle Investoren die Rede.

"Das kann ein erster Schritt sein mit dem Ziel, die UVG an private Investoren zu veräußern. Vergleichbare Privatisierungen in Großbritannien haben dazu geführt, dass es dort in bevölkerungsschwachen Regionen kaum noch bezahlbaren ÖPNV gibt“, kommentiert Carl-Friedrich Waßmuth, Pressesprecher des Fahrgastverbandes PRO BAHN LV Berlin-Brandenburg die Entwicklung.


Die UVG muss nach PRO BAHN Recherchen Zuwendungen an die Regionalmarke- Gesellschaft in Höhe bis zu 15.000 Euro pro Jahr an Lizenz- und sonstigen Gebühren aufbringen. Hinzu kommen die Kosten für den Druck und Satz des Logos und der Embleme auf den Hemden der Busfahrer und die Aufbringung an den Fahrzeugen.

Andreas Schwarze, Regionalbeauftragter von PRO BAHN für die Uckermark, ist verstimmt: „Ich hätte dass Geld lieber für Investitionen in ein verbessertes Busnetz ausgegeben, beispielsweise für eine landesübergreifende Buslinie von Prenzlau über die 2000 Einwohnerstadt Penkun und Tantow (mit Bahnanschluss zur RB66) weiter nach Schwedt. Auch fehlt es an einer zweckoptimierten Linienführung für die grenzübergreifende Buslinie 470 Schwedt – Stettin. Mangels Nachfrage und ungünstiger Fahrplanlage verkehrt die Linie mittlerweile nur noch Donnerstag und Samstag und ist somit für die Zielgruppe polnischer Bürger, deren Kauf- und Arbeitskraft angezogen werden soll, kaum nutzbar.“


Pressekontakt PRO BAHN:

Andreas Schwarze (Regionalbeauftragter Uckermark)
Tel.: 0179 210 288 4, aschwarze@probahn-berlin.de

Carl-Friedrich Waßmuth (Pressesprecher Berlin/Brandenburg)
Tel.: 0179 772 433 4, cfwassmuth@gmx.de

Dieter Doege (Landesvorsitzender Berlin/Brandenburg)
Tel.: 0179 290 566 2, ddoege@probahn-berlin.de



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:04:28:17:52:20.
...ist die Marketing-Abteilung. Die müssen ja schließlich in blumigen Worten "kommunizieren", warum die Betriebseinstellung unausweichlich war und eine gewaltige Verbesserung darstellt.

Aber es gibt ja auch andere Verkehrskonzerne, die mit ihrem Geld lieber Fußballvereine in die 2. Liga begleiten als ihre S-Bahnen in der gleichen Stadt zu pflegen.

Heiko

Re: Das letzte, was in einem größeren Unternehmen eingestellt wird...

geschrieben von: ehemaliger Teilnehmer

Datum: 28.04.10 21:53

"Aber es gibt ja auch andere Verkehrskonzerne, die mit ihrem Geld lieber Fußballvereine in die 2. Liga begleiten als ihre S-Bahnen in der gleichen Stadt zu pflegen."

Der war jetzt aber richtig gemein ;-) ...