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 04 - Historisches Forum 

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Hauptverantwortliche Moderatoren: Klaus Habermann - JensMerte - Rönshausener - Th.D.

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Gerade ist mir aufgefallen, dass der 31.05.1982 ein Pfingstmontag war - also gibt es den nächsten Beitrag schon heute. Mein Vater hat an dem Tag auch einige Dias gemacht, die ich aber noch nicht vorliegen habe. Also heute „nur" s/w.

Für den 31.05.1982 war eine Sonderfahrt auf der WLE angekündigt. Fahrtstrecke und Veranstalter habe ich nicht notiert - in meiner Erinnerung war eine Lok der DB - Baureihe 23 vorgesehen (sorry, aber ich wüßte jetzt nicht einmal, welche 23er im Jahre 1982 überhaupt betriebsfähig war). Leider hatte sich bei uns auch (ein eigentlich sehr netter) Familienbesuch angekündigt, so dass wir uns zwischen den ungleichen Gästen entscheiden mussten. Der Kompromiss sah so aus: Morgens etwas Dampf, danach Kaffeetafel und Plausch.

Bild 1+2: Wir sind dem Zug morgens entgegen gefahren und lauerten ihm zwischen Dünninghausen und Diestedde (Strasse „Im Holte") auf. Und dann das: Gemaule bei den „echten Dampffans" (nein, hier gibt es jetzt keine Zitate) und freches Grinsen bei den Werksbahnfreunden: Wegen Ausfall der 23 wurde der Zug mit EBV (Ahlen) Nr. 6 bespannt. Habe mich selten so über eine ausgefallene Lok gefreut ... ;-))

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... und EBV Nr. 6 konnte sogar Tempo machen - da fragte ich mich schon, warum VL 0662 der WLE am Zugschluss mitlief.

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Bild 3: Wir haben uns dann auf wenige Stellen beschränkt - hier im „Grünen Winkel" in Lippstadt, einer Parkanlage mit Überschwemmungswiesen für den Fluss Lippe. Im Hintergrund ist die Marienkirche zu erkennen, eine der markanten Lippstädter Stadtkirchen.

Ob die Lok schon mal so saubere Bw - Anlagen unter ihren Rädern gehabt hat? Eigentlich passte eine EBV - Lok ja nicht in das sauber geleckte Bw Stirper Strasse der Westfälischen Landeseisenbahn. Die Anlagen sahen in den achtziger Jahren übrigens im Alltagsbetrieb immer so aus - da ist nicht extra für die Sonderfahrt schnell mal aufgeräumt oder Gras gezupft worden!

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Bilder 4: Hier steht Nr. 6 neben dem Eichgerätewagen G7034 der WLE an den ehemaligen Behandlungsanlagen für Dampflokomotiven. Der Betonsockel trug früher den Bekohlungskran - heute wird hier DIESEL ausgeschenkt.

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Bild 5-7: Hier konnten wir in aller Ruhe die Beschriftungen lesen: „Auf der RLE zugelassen", „Baujahr 1948", „900 PS", „GEW. D. LOK 80 T" und: „L.HAUPT.UNT 9.8.78". Die Zulassung auf der RLE brauchte die Lok, um das VEW - Kraftwerk Schmeehausen in Hamm - Uentrop mit Kohle beliefern zu können, das ist uns aber erst später klar geworden ...

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Bild 8: Etwas von unten fotografiert kommt das kraftvolle Aussehen der Bergbau - Lok besser zur Geltung. Nach meiner Erinnerung war das EBV - Personal in weisser (!) Bergmannskleidung auf der Lok. Die trug das Personal zwar auch in Ahlen (dann vom Betrieb aber immer ordentlich eingesaut, schwarze Lok und weiße Kleidung passen halt nicht zusammen!), aus Anlaß der Sonderfahrt hatte man aber offenbar in den Schrank mit der sauberen Wäsche gegriffen.

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Bild 9: Die nächste Begegnung war dann hinter Erwitte kurz vor den „Tennisplätzen" in Anröchte - hier ist einer der schwierigsten Steigungsabschnitte der Strecke. Was die Schubunterstützung durch die Diesellok sollte, war mir weiter schleierhaft. In Ahlen hat die Lok sicher ganz andere Gewichte weg gestemmt! Heute würde ich vermuten, dass Lok 6 entweder Einrichtungen für den Betrieb mit Personenwagen fehlten - oder die „Angstlok" war von Seiten der WLE „Pflicht".

Bild 10-14: Danach sind wir zum Scheitelpunkt am Haarstrang gefahren und haben die Lok noch einmal um uns herum fahren lassen. Na, das hätte sich in Ahlen sicher auch keiner gedacht, dass diese Industrielok mal einen Ausflug ins Sauerland machen wird ...

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Danach ging es zurück nach Hause nach Lippstadt ... erst mal was Nettes essen und den Besuch begrüßen ... Da wir In Cappel nahe an der WLE - Strecke wohnten, sind wir nach dem Kaffee noch einmal zu Fuß an die Gleise gegangen.

Bild 15: Wir entschieden uns für diese Bilder an der Glennebrücke in Lippstadt - Cappel. Leider ließ sich der andere Teil der Dorfjugend zu einer Mutprobe hinreißen und lümmelte sich vor dem herannahenden Zug auf dem Brückengeländer herum, hier hatten sie sich wenigstens an den Bildrand getrollt!

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Bild 16: Nachschuss auf den Zug (mit WLE VL 0662), der nun durch das Münsterland in den Feierabend fuhr ...

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Nachfrage: Weiss jemand etwas zum Hintergrund der Sonderfahrt (Veranstalter, Strecke und ursprünglich geplante Lok?)

Gruss - christoph beyer


Hier die Verweise zu allen Teilen:

- EBV Westfalen, Teil 1 (Vergebliche Suche - 05.09.1981): [drehscheibe-online.ist-im-web.de]
- EBV Westfalen, Teil 2 (Dampflok Nr. 8 im Einsatz - 20.10.1981): [drehscheibe-online.ist-im-web.de]
- EBV Westfalen, Teil 3 (Dampflok Nr. 8 im Einsatz - 21.10.1981): [drehscheibe-online.ist-im-web.de]
- EBV Westfalen, Teil 4 (Pfingstausflug mit Dampflok Nr. 6 - 31.05.1982): [drehscheibe-online.ist-im-web.de]
- EBV Westfalen, Teil 5 (Überraschungsgast - 27.07.1982): [drehscheibe-online.ist-im-web.de]
- EBV Westfalen, Teil 6 (Mitfahrt auf Dampflok Nr. 6 - 30.08.1982): [drehscheibe-online.ist-im-web.de]
- EBV Westfalen, Teil 7 (Die Zeit nach dem Dampfbetrieb - 21.8.1984):[drehscheibe-online.ist-im-web.de]

Eine kurze Chronologie der Zeche Westfalen und Bilder vom Zustand der Anlagen in Ahlen nach der Betriebseinstellung finden sich hier: [lostareas.urban-souls.net]




6-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:02:19:23:37:15.

6 auf dem Haarstrang?!

geschrieben von: H.R.

Datum: 28.05.07 08:36

Gibt's doch gar nicht, hätte ich gesagt! Wieder mal lernt man nie aus!!

Zur Beantwortung deiner Schlussfrage habe ich demzufolge nichts zu bieten. Und was die avisierte 23 betrifft, kann das doch eigentlich nur eine aus dem nordwestlichen Nachbarland gewesen sein.

Aber eine andere Frage noch:
In deinem letzten Ahlen-Bericht tauchte diejenige nach der Farbe der "8" auf - Herr L. hat sich sofort und wahrheitsgemäß geäußert. Bei der "6" hingegen bin ich mir gar nicht mehr so sicher - war sie ebenfalls (teils) grün?

H.
Hallo! Da ich damals selbst mitgefahren bin, kann ich Dir ain paar weitere Auskünfte geben. Veranstalter war ein gewisser Ludger Guttwein, Fahrtstrecke war Münster - Warstein und zum Einsatz sollte ursprünglich eine der holländischen 23er kommen. Ich glaube, es hätte eine der Maschinen der VSM, also 23 071 oder 076, sein sollen. Kurz vor der Fahrt hieß es dann, der Einsatz sei nicht möglich und als Ersatz stünde die 01 150 bereit. Das klang sensationell, zumal das einer der ersten Einsätze der 01 überhaupt gewesen wäre. Daß dann wenige Tage vor der Fahrt ein erneutes Schreiben kam, in dem die 01 wieder abgesagt wurde, war für mich eine herbe Enttäuschung. Nun sollte doch wieder die 23 kommen und bei geringerer Teilnehmerzahl die EBV6. Nunja, soweit ich mich erinnere, war der Zug zwar nicht komplett leer unterwegs, aber die 23er kam natürlich nicht zum Einsatz. Für mich DAMALS, der ich mit 15 Jahren damals weder eine 01, noch eine 23 erlebt hatte, ein Tiefschlag. Heute sehe ich das natürlich komplett anders.
Was den WLE-Diesel angeht: Ich denke, bei dieser Streckenlänge und den nicht unerheblichen Steigungen hätte es ohne Diesel bei einer Tenderlok diverse Probleme mit dem Wasservorrat gegeben.


Beste Grüße, Christoph

Angstlok

geschrieben von: dampfhappi

Datum: 28.05.07 09:04

Meines Wissens schrieb die WLE Angstloks zwingend vor, nachdem "Meyers Dampfkapelle" im Januar 1981 während einer Winterfahrt sehr spektakulär zwischen Rüthen und Brilon hängen geblieben war.

Re: 6 auf dem Haarstrang?!

geschrieben von: christoph beyer

Datum: 28.05.07 09:07

Lieber H.R., die 6 war - wie die 8 - auch in Teilen grün lackiert, nach meiner Erinenrung aber etwas heller. Das läßt sich aber klären, wenn ich die Dias der Lok gescannt habe ... christoph beyer

Re: Angstlok

geschrieben von: christoph beyer

Datum: 28.05.07 09:32

Lieber dampfhappi, ich habe noch mal nachgesehen: Die legendäre Fahrt mit 24 009 + 24 083 fand am 12.02.1979 statt. Da hatte man sich mit Zuglänge und leistungsfähigkeit der Loks völlig verschätzt und blieb bei eisigen Minustemperaturen mehrfach (!) hängen und durfte Dampf kochen. Da aber wohl in Brilon ein Grünkohlessen mit wichtigen Honoratioren angesagt war, wollte man auch bis Brilon durchkommen. Fehler, man hätte vorher umdrehen sollen. Wir haben den Zug dann fahren lassen und ihn aus dem Küchenfenster spät in der Nacht nach Münster fahren sehen. Da standen die Abenteurer dann am Bahnsteig (es war immer noch bitterkalt) und hatten keine Anschlüsse mehr. Nach einem Wirbel im Blätterwald (selbst unser Käseblatt berichtete darüber) muss dann wohl eine generelle Vorschrift erlassen worden sein, immer mit "Angstlok" zu fahren. Da ich aber keine internen Einblicke in solche Organisationsfragen habe, kann ich dazu auch nichts weiter erklären - aber jemand anders? gruss, christoph beyer
eine Krupp'sche Typ Bergbau auf dem Haarstrang gen Warstein - welch famose Bilder :) Aber 900 PS isz leicht untertrieben: der Hersteller gab stets 1000 an. Und du hast recht: so ein pissels-P-Zug ist für diesen Brocken an Lok echt nur palim-palim - selbst den Haarstrang rauf.

Und jetzt klärt sich alles zwanglos auf, denn ich habe in meiner Sammlung ein Bild der Bergbau an der alten Kalksteinverladung Hohe Lieth, mit dem ich echt nichts anfangen konnte:

http://img528.imageshack.us/img528/5953/westfalen6apu8.jpg
Hallo,

das ist keine Angstlok,sondern notwendig für die Einschaltung der Bahnübgergangs-Sicherungsanlagen der WLE.
Diese werden im Gegensatz zu den Bundesbahnanlagen über Kontakte an der Lok (INDUSI andersrum) geschaltet.


mfg

Bü - Schaltung

geschrieben von: christoph beyer

Datum: 29.05.07 00:20

Hallo Schrankenthomas,
nach meiner Erinnerung (zu solchen technischen Fargen habe ich mir damals keine Aufzeichnungen gemacht) wurden die BÜ auf der WLE über das "Zusatzteil" geschaltet, das EBV Nr.6 vorn am Zughaken hängen hat. Das wurde Fremdloks immer angehängt. Jetzt frag mich aber nicht, wie das Teil heißt - geschweige denn, wie es funktioniert. Erkennen kann man es auf Bild 2 recht gut. Gruss - christoph beyer
Hallo Herr Beyer,

da ich bei dieser Sonderfahrt als Heizerstift dabei war (2. Foto im schwarzen Arbeitszeug)ein Paar Angaben dazu: die WLE - Diesellok war nicht von vornherein als Angstlok vorgesehen. Auch für das Einschalten der BÜ's ist sie nicht vonnöten, denn dafür gibt es extra einen Magneten, den man vorne an den Kuppelhaken hängen kann und das ist bei dieser Fahrt auch praktiziert worden.
Sie kam nach meiner Erinnerung in Enniger (?) oder Tönnishäuschen dazu, weil durch die nicht gerade dampfsparende Fahrweise des WLE - Lokführers, der die Zechenkollegen nicht an den Regler gelassen hat, das Wasser fast alle war. Es sollte eigentlich bis Neubeckum reichen. Das hat die Stimmung auf dem Führerstand mächtig gedrückt. Bei der Rückfahrt ist vor Neubeckum dank der scharfen Fahrweise des WLE Manns ein Treibstangenlager heiß gelaufen, da war dann in Neubeckum wirklich Feierabend.....
Danke für die schönen Fotos.
Werner Reckert
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