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 04 - Historisches Forum 

Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit von Bahn und Bus, die mindestens 10 Jahre alt sind. Aktuelle Bilder sind nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen zu verwenden. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen, die Qualität sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahn- und KEIN Foto-Forum! Für Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten, zum aktuellen Stand historischer Fahrzeuge oder Infrastrukturen sowie für die Bewertung von Fotos sind die entsprechenden Foren zu nutzen.
Hauptverantwortliche Moderatoren: Klaus Habermann - JensMerte - Rönshausener - Th.D.

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Ihr Lieben,

Nun will ich es wirklich wissen, ob das Hifo in der Lage ist, auch schwierige Fälle aufzuklären (wie ihr unten lesen könnt: Ja!):

Es geht um folgendes: Mir liegt ein Fotoalbum der Firma „Eckardt & Co" aus Hamburg vor. Die Firma war hauptsächlich im Schrotthandel tätig (und gehört heute zum Klöckner - Konzern). Im Umgang mit den Altmetallen war die Firma recht erfindungsreich und bemühte sich, altbrauchbare Maschinen oder Fahrzeuge weiter zu veräußern.

Offenbar hat die Firma ganze Bahnstrecken als Schrott gekauft und den „Müll" dann sauber sortiert: Schienen, Fahrzeuge und Lokomotiven wurden entweder in den Hochofen geschoben oder aufgearbeitet und zum Weiterverkauf angeboten.

Um die Fahrzeuge verkaufen zu können, wurden sie in guter Qualität fotografiert und diese Bilder dann wahrscheinlich an Interessenten verschickt. So wäre zu erklären, dass einige der Bilder schon in Veröffentlichungen zu finden sind.

Manchmal ist auch sauber vermerkt, ob es zum Verkauf gekommen ist - manchmal sind die Fotos ohne Kommentar eingeklebt.

Und so ein Fall ist mir bis heute rätselhaft geblieben.

Die folgenden Aufnahmen sind etwa 1936 / 1937 entstanden und zeigen einen offenen Beiwagen mit der Nummer 645 - leider ohne Eigentümerangabe. Als Beschriftung am Rahmen ist nur "Unt 8.5.36" lesbar. Die übrige Beschriftung ist in Deutsch, die Spurweite wohl 1000 mm. Ich habe bisher nicht herausfinden können, um welchen Wagen es sich handelt und ob sich für ihn (und weitere?) wirklich noch ein Käufer gefunden hat.

Dieses Rätsel ist also ein „echtes" Rätsel - ich bin gespannt!

Hier nun die Bilder:

http://schienensucher.de/albums/album13/645_01k.jpeg

http://schienensucher.de/albums/album13/645_02k.jpg

edit:

- Unt - Datum ergänzt.
- Lösung: Christoph Heuer hatte den entscheidenden Tip. Der Wagen wurde nach Mai 1936 in Aachen am Betriebshof Talstrasse aufgenommen (Bild von Wagen 643 im Beitrag von "Linie 112", nach dem Tip von Stephan Spees habe ich die Anlage im heutigen Zustand sogar bei google earth gefunden). In dem Buch von Krettek und Herberholz (Strassenbahnen im Aachener Dreiländereck) ist auf Seite 69 ein Bild der Hallenfront vom gleichen Fotostandpunkt aus zu sehen. Tja, wenn man erst mal die Tomaten von den Augen weggenommen hat, ist der Rest ganz einfach ... DANKE!





8-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:03:28:21:45:46.

wenn die Bilder vor Ort entstanden sind

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 19.11.06 18:28

..dann dürfte der Kirchturm sowie der Betriebshof und das Umfeld schon Hinweis genug sein. Die Wagenhalle wie das gegenüberliegende Wohnhaus müßten etwa aus Mitte der 20er Jahre datieren.

Ich habe aber keine Ahnung, wo das sein könnte



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2006:11:19:18:28:57.
Tach,
es stellt sich hierbei die Frage nach dem Aufnahmeort. Das Gelände sieht mir nicht nach einer Schrottverwertung aus.
Auf dem ersten Bild rechts die Reklame bzw. die Gebäudeanschrift kann da vielleicht weiterhelfen.
Gruß Dieter
Hinweis und Überlegung:

Die Bauweise ähnelt sehr den Essener Sommerbeiwagen 201-208 (Baujahr 1894) und 209-214 (Baujahr 1902).
Beide Serien wurden vom Waggonhersteller Herbrandt gebaut (1. konkreter Hinweis).

Bis auf Bw 201 (a=1956) wurden alle Wagen 1934 ausgemustert. Vielleicht wurden sie (zum Teil) verkauft ?
Zeitlich würde es genau zu Deinem Rätsel passen (2. Hinweis).

Ein Bildvergleich ergab einzelne Unterschiede im Detail - jedoch stimmt die Wagen im Groben überein (mögliche kleinere Umbauten während der Essener Einsatzjahre ??). In der Fachliteratur ist allerdings bisher nichts über Verkäufe von Essener Wagen (damals gehörte der Betrieb noch der SEG = Süddeutsche Eisenbahn Gesellschaft) bekannt, aber "nicht bekannt" bedeutet nicht "unmöglich" (Überlegung).

Die Nummer 645 könnte nach der Aufarbeitung angebracht worden sein.

Datenquelle:
Ahlbrecht/ Giesen = Der Wagenpark der Essener Strassenbahnen von 1893 bis heute

edit:
Stop: Meine Vermutung ist unlogisch, denn der Bw muss ja noch am Ursprungsort fotografiert worden sein !!
Somit scheidet Essen aus !



Gruss vom Heizer

Beste Grüße, Michael :-) https://s20.directupload.net/images/240906/bvfsgj8n.jpg ... und immer schön die Kurbel fest im Griff !




3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2006:11:19:18:38:50.

Aufnahmeort = ehemaliger Einsatzort

geschrieben von: christoph beyer

Datum: 19.11.06 18:55

Danke für die ersten Rückmeldungen.

Ich gehe sicher davon aus, dass der Wagen am ehemaligen Einsatzort fotographiert wurde.

Bei Eckardt auf dem Schrottplatz sah es richtig "wild" aus ...

Auf dem Wagen ist das Untersuchungsdatum lesbar (8.5.36), ich habe es oben nachgetragen.

Gruss - christoph beyer

Wo könnte es sein??? ...

geschrieben von: hqerlen

Datum: 19.11.06 19:17

Wagen-Depot und angrenzede Gebäude sind im Bauhaus-Stil. Das ist nicht so häufig nicht gewesen im alten Reichsgebiet. Spontan fallen mir nunr zwei Bauhaus-Städte ein Hagen (Westf.) und Halle (Saale). Hagen möchte ich aber in Ortskenntnis ausschließen - oder vielleicht doch Depot in Hagen-Oberhagen??? (Frage an Hagen-Fraktion?)

Herzliche Grüße aus der Bundesstadt Bonn

Wolfgang

Stadt und Wagengeschichte geklärt: Aachen

geschrieben von: Christoph Heuer

Datum: 19.11.06 19:17

Hallo,

gesucht war ein meterspuriger Sommerwagen mit Wagennummer 645. Die relativ hohe Wagennummer ließ auf einen großen Betrieb schließen. Davon gab es nicht gerade viele. Stuttgart, Halle (Saale), Essen, Bochum, Düsseldorf (Benrather Netz) und Aachen kamen in Frage.

Nach etwas Literaturrecherche haben wir den Wagen identifiziert: Sommerbeiwagen 645 aus Aachen, Hersteller und Baujahr unbekannt, 1922 ex Düsseldorf 283. Der Aufnahmeort ist auch auf einem Betriebshof des Aachener Netzes, vermutlich der Betriebshof Talstraße. Die Kirche im Hintergrund wäre dann St. Joseph, zwischen Wagenhalle und Kirche ein Friedhof. Leider ist auf dem einzigen Foto, das diesen Betriebshof als Hintergrund zeigt nur die Wagennummer, nicht aber der Aufnahmeort verzeichnet. Definitiv ausschließen können wir nur die Wagenhallen Brand, Eschweiler und Kohlscheid, die anders aussahen.

Viele Grüße

Kerstin + Christoph


Änderung: Vermutung mit Btf. Talstraße eingefügt.

Meine Homepages im Retro-Look (seit 2004 bzw. 2002 unverändert)

Die Straßenbahnwagen des VEB Waggonbau Gotha

Die Straßenbahnwagen des RAW Schöneweide




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2006:11:19:19:43:05.

Re: Stadt und Wagengeschichte geklärt: Aachen

geschrieben von: Linie 112

Datum: 19.11.06 19:38

Dieser Vermutung schließe ich mich an. Ich denke sogar, dass das Foto auf dem Btf. am Adalbertsteinweg/Oberstr. in Aachen aufgenommen wurde, denn die Kirche im Hintergrund liegt in der Nähe des Ponttores. Durch die Lage der Kirche zum Betriebshof handelt es sich hier um die Rückseite der Wagenhalle.

Dazu kommt dann, dass diese Sommer-Bw ca. 1939 ausgemustert wurden.

Zum Vergleich ein Scan von Bw 643 in Aachen
http://foto.arcor-online.net/palb/alben/47/746147/1024_3736373532623032.jpg

Re: Stadt und Wagengeschichte geklärt: Aachen

geschrieben von: Stephan Spees

Datum: 19.11.06 20:12

... Aufnahmen sind definitiv am Depot Talstr. entstanden. Die Wagenhalle steht heute noch...

Gruß
Stephan

Rätsel gelöst, dann ...

geschrieben von: klapauzius

Datum: 19.11.06 21:09

... würden wir nur noch gerne das übrige Album sehen! (vorausgesetzt, die Aufnahmen passen hier ins Forum)

Danke und Gruß,
Klapauzius

Waren die Wagen reif für die Insel?

geschrieben von: christoph beyer

Datum: 28.03.08 16:06

Im testforum hat Reiner Bimmermann folgendes ergänzt (Datum: 28.3.2008, 14:31:33)

(...)

Nach Aussage des ehem. Straßenbahndirektor Schings aus Aachen wurden die Sommerbeiwagen zu Anfang des 2. Weltkrieges an die Luftwaffe verkauft und dienten zum Munitionstranport auf Feldflugplätzen auf den Ostfriesischen Inseln. Schon mal davon gehört?!

MfG Reiner Bimmermann aus Aachen
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