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Die letzten Tage von Rheine-Coesfeld – Showdown
Hier zunächst der Verweis auf die beiden vorangegangenen Teile dieser Reihe:
Die letzten Tage von Rheine-Coesfeld – Teil 1/3 (m22B)
Die letzten Tage von Rheine-Coesfeld – Teil 2/3 (m25B)
Der Wetterbericht vermeldete schon seit Tagen ein Hoch über Deutschland, was jedoch angesichts des frühherbstlichen Jahreszeit nicht immer auch Sonnenschein bedeuten musste. Und so hatten wir auch am 28. September 1984 ein Wetter wie am Vortag erwartet. Am nächsten Morgen schien sich diese Vermutung zunächst zu bestätigen, doch schon am frühen Vormittag löste sich der Hochnebel mit einem Mal auf und was uns erwartete, war Sonnenschein pur. Allerdings war für den Nachmittag eine Wetterverschlechterung vorhergesagt. Hoffentlich ließ sie etwas länger auf sich warten. Da der PKW erst im Laufe des Vormittags zur Verfügung stand, starteten wir erst nach 11.00 Uhr in Osnabrück. Die Frage, die uns am meisten unter den Nägeln brannte, war, ob der rote 624 auch wirklich noch im Einsatz war. So recht dran glauben mochten wir nicht. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Wir postierten uns am Fenster des Stellwerkraums im Stellwerk „Hf“ (Hauenhorst Fahrdienstleiter), bereits bekannt durch Bild 1 im 2. Teil dieser Reihe. Welcher Triebwagen kommen sollte, hatten wir bei der Anfahrt durch einen kurzen Blitzbesuch in Rheine bereits in Erfahrung gebracht.
Bild 01: Als der N 7176, Rheine – Coesfeld, endlich kam, war es (natürlich) die komplett rote Einheit 624 668/924 423/624 624 vom Vortag:
Das linke Gleis kommt vom Bf Rheine, das rechte Gleis aus dem Rangierbahnhof (vergl. Bilder 2, 5 u. 5 in Teil 1). Die beiden Gleise werden nach wenigen Metern zusammengeführt. Im Hintergrund ist der Bahnübergang am Bw Rheine Rbf zu erkennen.
Bild 02: Der N 7176 kreuzte dann in Burgsteinfurt mit dem N 7165, Coesfeld – Rheine, der an diesem Tag von dem ebenfalls roten 515 603 gefahren wurde, den
wir im Bf Hauenhorst ablichteten. Mehr zu dokumentarischen Zwecken entstand diese Aufnahme des an den Bahnsteig fahrenden Triebwagens. Am Bahnübergang
warten derweil zwei Schulbusse des Rheiner Stadtverkehrs, schließlich war es etwa 13.20 Uhr und damals noch allgemeiner Schulschluss nach der 6. Stunde:
Bild 03: Nach kurzem Halt setzt der 515 603 seine Fahrt fort und gibt dabei den Blick auf das Hauenhorster Empfangsgebäude frei:
Bild 04:
Ich muss an dieser Stelle eine Behauptung aus Teil 2 revidieren. Die Züge nach Rheine Pbf gingen am Bahnsteigsende wohl doch nicht in den Abzweig, sondern fuhren auf dem durchgehenden Gleis weiter. Der erste Abzweig in den Rangierbahnhof (der mit der Bw-Umfahrung) befand sich nur wenige Meter weiter in Richtung Rheine. Ich hatte wohl die beiden obigen Bilder falsch gedeutet. Vielleicht kann einer der vor Ort ansässigen Hiforisten das bestätigen. Noch besser wäre natürlich ein Gleisplan aus dieser Zeit.
Anm.: Ein Gleisplan von 1965 ist im demnächst folgenden Beitrag "Bf Hauenhorst" zu finden.
Bild 05: Für die Rückleistung des 624 624/924 423/624 668 als N 7173, Coesfeld – Rheine, hatten wir uns den Bahnhof Burgsteinfurt ausgesucht, da dort eine Zugkreuzung mit
dem N 7180, Rheine – Coesfeld, stattfinden sollte. Zunächst kam letzterer in Gestalt des 624 508 (M.A.N-Vorserie)/924 4??/ 624 628) in den Bahnhof Burgsteinfurt eingelaufen:
Bild 06: Der hintere Triebkopf 624 628 besaß ebenfalls noch die rote Farbgebung, und so ließen wir es uns nicht nehmen - trotz direktem Gegenlicht - die Zugkreuzung am
Bahnsteig im Bild festzuhalten. Der N 7180 zog so weit am Hausbahnsteig vor, dass der Überweg zum Mittelbahnsteig frei wurde. Die Reisenden, in erster Linie Schulkinder,
konnten diesen dann problemlos erreichen. 624 624/924 423/624 668 rollen noch an den Bahnsteig, als für den 624 508/924 4??/624 628 bereits die Ausfahrt gezogen wird:
Bild 07: Was wäre ein Zug ohne Bahnhof und ein Bahnhof ohne Zug?
Bild 08: Nun macht sich auch der N 7173 auf den Weg nach Rheine und verlässt den Bf Burgsteinfurt:
Bild 09:
Bild 10: Kurz bevor die KBS 284 (Rheine – Coesfeld – Oberhausen) auf die KBS 286 (Münster – Coesfeld) traf, befand sich bei Lutum ein kleiner Einschnitt, der kurz nach-
einander von zwei Brücken überquert wurde. Von der südlicher gelegenen Überführung entstand dieses Bild des 624 668/924 423/624624 als N 7182, Rheine – Coesfeld:
Bild 11: Als nächstes suchten wir uns einen Fotopunkt nördlich von Darfeld, etwa in Höhe der Ortschaft Höpingen ge-
legen, wo wir den zurückkehrenden 624 624/924 423/624 668 in typisch münsterländischer Landschaft ablichteten:
Bild 12: Bei Hamern befand sich der bereits im 2. Teil erwähnte Posten 39, den 333 044 mit der Übergabe nach Horstmar gerade passiert:
Bild 13: Da am übernächsten Tag (Sonntag, den 30. September 1984) Fahrplanwechsel war und auf dieser Strecke samstags Betriebsruhe herrsch-
te, mussten an diesem Freitag die Umläufe angepasst werden, um die Fahrzeuge am Sonntag an den entsprechenden Einsatzorten zu haben. Wohl
daher wurde an diesem Tag der 515 nicht im Plan getauscht, so dass auch der N 7196, Rheine – Coesfeld, mit dem 515 603 gefahren wurde:
Die Sonne stand jetzt schon wesentlich tiefer, so dass ein großer Teil des Einschnitts bei Lutum schon im Schatten lag.
Bild 14: Das galt auch für die Rückleistung des 515 603, N 7198, Rheine - Coesfeld, den wir hier am südlichen Einfahrsignal von Dar-
feld sehen. Wohl auch aus umlauftechnischen Gründen hatte er an diesem Tag wider erwarten einen Beiwagen der Baureihe 815 dabei:
Bild 15:
Bild 16: Der Bahnübergang an der Billerbecker Straße:
Bild 17: Dort warteten wir auf die zurückkehrende Übergabe aus Horstmar. 333 044 zieht den nicht gerade kurzen Zug durch den Bf Darfeld:
Bild 18: Zur Feier des Tages (darf man das so sagen?) war der Triebwagen von einigen münsterländischen Eisenbahnfreun-
den feierlich geschmückt worden. Neben einer Girlande und einem provisorischen Puffertellerwarnanstrich, zierte auch ein
Schild die Front des 624 668/924 423/624 624, als dieser als N 7196, Rheine – Coesfeld, bei Hamern den Posten 39 erreicht:
Bild 19: Da es für Streckenaufnahmen des allerletzten Personenzuges auf der KBS 284 zu dunkel wurde, machten wir uns auf den Weg nach Burgsteinfurt, wo wir im ande-
ren Teil des Bahnhofes noch eine vierteilige 624-Garnitur fotografieren konnten. 634 655/924 4??/924 4??/624 606 waren als N 7061, Gronau/Westf. – Münster, unterwegs:
Allmählich zogen auch die ersten Wolken auf, und wenn ich mich nicht ganz gewältig täusche, fing es am späten Abend noch an zu regnen.
Bild 20: Nach der Ankunft des in Coesfeld wurden die Utensilien schnell an dem anderen Triebkopf befestigt und ein
allerletztes Mal fährt der Triebwagen, nun als N 7193, bei hereinbrechender Dämmerung in den Bf Burgsteinfurt ein:
Bild 21:
Dann bestiegen auch wir den Zug, denn wir hatten auf dem kleinen Dienstweg mit Osnabrück ausklamüstert, dass wir auf der Leerfahrt von Rheine nach Osnabrück im Zug bleiben konnten. Bei der sonst so gescholtenen Behördenbahn war so etwas noch möglich. So verabschiedeten wir uns nicht nur als letzte Fahrgäste von dieser Verbindung, sondern verabschiedeten auch den letzten roten Osnabrücker 924 und uns somit auch von der letzten stilreinen roten 624-Garnitur.
Nur der Fahrer musste natürlich mit dem Auto in die Heimat zurück.
Es folgt nun in den nächsten Tagen noch ein "Special" zum überaus interessanten Bf Hauenhorst, von dem aus es u.a. zwei Möglichkeiten gab, in den Rbf Rheine zu gelangen. Mit einem Gleisplan von 1965 und zahlreichen Fotos von Peter Große aus den 60er-Jahren.
Bis neulich – natürlich im HiFo
Rolf Köstner
Liebe Leser und Bilderangucker, ich denke, dass ich jetzt nahezu 100 % der vor dem 30. Juni 2024 sichtbaren Bilder zu picr holen konnte. Sollte aber dennoch ein Beitrag (ab 2017) ohne Bilder sein, bitte ich um eine PN. Das dürfte dann eigentlich kein Problem sein, dass nicht kurzfristig erledigt werden könnte.
Man hat nicht richtig gelebt, wenn man nie in einem ICE gesessen hat, der in Hamm geteilt worden ist.
3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2024:06:03:15:46:18.