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DB-Alltag in Hamburg vor 25 Jahren (29 B)

geschrieben von: ulrich budde

Datum: 24.10.16 20:37


Anfang der 90er Jahre führten mich zahlreiche Dienstreisen nach Hamburg: Zum ICE-Betriebswerk in Eidelstedt und/oder nach Kiel zu unserem Schwesterwerk MaK im Krupp-Konzern. Die Fahrt von Essen dorthin erfolgte fast immer mit dem Zug, da am schnellsten und bequemsten. Und wenn man dann in Altona den Bahnhof hinter sich gelassen hatte und "um die Ecke" in Richtung Norden kurvte, reizten mich zunehmend die zwischen der Pz-Strecke und der S-Bahn Station Hmb.-Diebsteich liegenden Zufahrtsgleise zum Betriebsbahnhof Hamburg-Langenfelde. Das schien ein brauchbares Motiv zu sein und abwechslungsreicher Betrieb herrschte dort offensichtlich auch, wie man bei der Vorbeifahrt regelmäßig feststellen konnte. Allein der Zugang dorthin erschien ein wenig problematisch, aber man müsste es halt mal ausprobieren.

Diese Gelegenheit bot sich im Mai 1991, als ein mehrtägiger Termin in Kiel auf dem Programm stand, der am Vormittag des 24.05.91 endete. Nachdem ich meine amerikanischen Gäste in Altona in den Anschlusszug zum Flughafen Frankfurt verfrachtet hatte, stand mir der restliche Tag zur freien Verfügung. Das Wetter war gut, also ab nach Diebsteich. Da das Licht für diese Fotostelle aber noch ein wenig drehen musste, ging es vorher kurz nach Eidelstedt, wofür ich einen von Altona aus ins ICE-Werk einrückenden 401 als superbequeme und schnelle Direktverbindung nutzten wollte.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b01-218_168+218_167.jpg
Bild 1
Beim Warten auf meinen "Bw-Shuttle" entstand im Bf. Altona die Aufnahme des einfahrenden IC787 "Max Planck" aus Kiel, bespannt mit dem Flensburger 218er-Pärchen 218 168 und 218 167.
Doppeltraktion 218 vor einem relativ kurzen Zug – hauptsächlich zur Energieversorgung der klimatisierten Wagen, weniger aus Traktionsgründen – erschien mir damals noch etwas ungewöhnlich, sollte jedoch später zur Regel werden.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b02-401_506,401_056.jpg
Bild 2
Das ICE-Taxi fuhr ausnahmsweise nicht direkt in die Halle, sondern wurde erst einmal in der vorgelagerten Abstellgruppe zwischengeparkt. Und wo ich nun schon einmal hier war, wurden auch die dort abgestellten Züge auf’s Korn genommen. U.a. die beiden Köpfe 401 506 und 401 056, ersterer vermutlich von dem Zug, mit dem ich gekommen war. Zufällig kommt auch ein Dienstfahrrad ins Bild, welches dem Werkstattpersonal dazu diente, die langen Wege im ICE-Werk (von z.T. deutlich mehr als 1000 m) schnell und kräfteschonend zurückzulegen.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b03-401_504.jpg
Bild 3
Auf dem Fußmarsch zur ICE-Halle (Hintergrund links) und dem alten Teil (Hintergrund rechts) des Bw Eidelstedt kam mir ein Zug mit 401 504 an der Spitze entgegen.
Die grüne 140 850 rechts im Bild ist eigentlich kaum erwähnenswert, aber was machen die beiden DR 143 da?


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b04-401_511.jpg
Bild 4
Bevor ich das näher in Augenschein nehmen konnte zunächst der Nachschuss auf den ausrückenden ICE, der am anderen Ende mit 401 511 und damit nicht nummernrein gekuppelt war.
Die offenen Türen deuten darauf hin, dass der Zug nicht in den Einsatz ging, sondern nur in die Abstellgruppe vor dem Bw. Und auch hier kommt eine DR-Lok ins Bild …


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b05-143_928.jpg
Bild 5
Offensichtlich zu Personalschulungszwecken waren die beiden mittlerweile beim Bw Dortmund Bbf beheimateten 143 928 und 143 900 in Hamburg.
1991 waren diese Maschinen im Westen ja noch etwas Besonderes und keiner ahnte, dass daraus bald eine Plage werden würde.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b06-50_3694.jpg
Bild 6
Die Dresdener 50 3694 hatte ich schon bei der feierlichen Eröffnung des ICE-Bws am 26.04.91 hier angetroffen. Damals Repräsentant der alten Eisenbahn und auf den Betriebsgleisen an der früheren Bekohlungsanlage ausgestellt, hatte sie nun ihren endgültigen Standplatz im Eingangsbereich des neuen ICE-Bws eingenommen.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b07-114_498.jpg
Bild 7
In den alten Bw-Teil mit Drehscheibe und Ringlokschuppen zog es mich nun auch. Dampfer, wie ich sie 1968 hier fotografieren konnte – siehe Galerie Ostertour 1968 nach Hamburg - Teil 2 – waren hier jetzt natürlich nicht mehr anzutreffen, aber die 114 498 war mir ebenfalls sehr willkommen.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b08-218_244.jpg
Bild 8
Eine 218 war schon immer ein MUSS für mich, selbst in einem schon etwas angegammelten Ozeanblau/beige. Soeben bricht 218 244 auf zu neuen Taten.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b09-110_299.jpg
Bild 9
Während sich die 218 zügig entfernt, rollt eine ganz normale Bügelfalten-110 heran.
Ganz normal? Jetzt ja, aber zeitweise war das eine der beiden Schnellfahr-E10 für 200 km/h – siehe Pkt. 29 bei den Bauartunterschieden Baureihe 110 auf meiner Seite.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b10-364_562.jpg
Bild 10
Der Weg zur S-Bahn Station Elbgaustraße führte entlang der ausgedehnten Gleisanlagen des Rbf Eidelstedt, wo so ganz nebenbei das Bild der 364 562 entstand, meine erste 364 in orientrot.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b11-401_001.jpg
Bild 11
Bevor ich mich der S-Bahn zuwandte ein letzter Blick in die Abstellgruppe, wo der Einser 401 001 (mit hochgestellter Nummer) meine Aufmerksam erregte.
Der Triebkopf ist bereits heftig verschmutzt, und das noch vor Aufnahme des ICE-Planbetriebs am 02.06.91.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b12-472_562.jpg
Bild 12
Gleich zwei Ganzreklame-Züge für die "Hamburger Volksbanken" stehen am S-Bahnhof Elbgaustraße bereit für die Fahrt als S3 nach Neugraben.
Auch wenn es mehrere Volksbankzüge gab (8 Stück?), eine artreine Doppeleinheit dürfte so häufig nicht unterwegs gewesen sein. Hinten am Zug läuft 472 562.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b13-470_107.jpg
Bild 13
Und gleich hinterher ein weiterer Zug mit (Fast-)Ganzreklame: 470 107 "Coce" und ein werbefreier 472 als S21 nach Aumühle.

Für den Weg zur anvisierten Fotostelle gegenüber der S-Bahn Station Hmb.-Diebsteich erschien es mir nach einem Blick in den Stadtplan (Google-maps & Co gab es ja damals noch nicht) am günstigsten, bis Langenfelde mit der S-Bahn zu fahren, und mich von dort durch die Kleingartenanlage Sandkuhle bis zu der Streckenverschlingung unterhalb der Holstenkampbrücke vorzukämpfen. Von dort aus würde es dann schon irgendwie weitergehen, ohne dabei S-Bahngleise (Stromschiene!) überqueren zu müssen.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b14-470_429.jpg
Bild 14
Kurz vor der Holstenkampbrücke hatte ich mich gerade zu den Gleisen hochgearbeitet, als eine S21 mit dem frisch blau/beige lackierten 470 429 an der Spitze um die Kurve heulte. Wegducken oder aufnehmen? Das Bild gibt die Antwort.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b15-470_433.jpg
Bild 15
Auf den altfarbenen 470 433 gab es "pflichtschuldig" auch einen Nachschuss, obwohl mir eine derartige Ansicht eigentlich nie sonderlich gefiel.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b16-472_539.jpg
Bild 16
Kaum hatte ich die Holstenkampbrücke unterquert, kam die nächste S-Bahn herangerauscht. Vorn 472 539 mit kleiner "Handelsblatt" Reklame, während der folgende Mittel-ET 473 039 eine "Handelsblatt"-Ganzreklame trägt. Ähnliche Kombinationen gab es übrigens auch bei einigen 420 und x-Wagen im Ruhrgebiet.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b17-470_423.jpg
Bild 17
Die spontane Überlegung, mein Foto-Archiv um einige S-Bahn-Aufnahmen bereichern zu können, ließ mich etwas länger als geplant an dieser Fotostelle verweilen.
Zur Abwechslung ein ganz normaler Hamburger S-Bahnzug in der klassischen Farbgebung war 470 423 auf der S21. Genauso hätte man das vor 20, 30 Jahren auch aufnehmen können.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b18-472_016.jpg
Bild 18
Mit 472 016 folgte wenig später der nächste Ganzreklame-Zug mit der farbenfrohen Tabak-Werbung für "Javaanse Jongens".


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b19-470_445.jpg
Bild 19
Wieder ein Nachschuss, der mir aber wichtig erschien, da 470 445 ein rotes (altes) DB-Logo trägt, was ich bisher an keinem anderen umlackierten Zug gesehen hatte.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b20-472_048.jpg
Bild 20
Ich befand mich bereits auf der anderen Seite der Pz-Strecke, als ein weiterer Nachschuss auf eine S-Bahn unvermeidlich wurde:
Am Zugschluss einer S21 nach Pinneberg hing der 472 048 mit "Adler"-Werbung in diesem grässlichen, aber sicher gewollt auffälligen pink-rosa.Farbton.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b21-218_486.jpg
Bild 21
Nun wurde es aber langsam Zeit, sich um den normalen Zugverkehr zu kümmern, schließlich war ich deshalb hierhergekommen.
Den Auftakt machte die Lübecker 218 486 mit dem P 4640 nach Elmshorn; leider ein Schieber mit Steuerwagen nach Norden, so dass wieder nur ein Nachschuss dabei herauskam.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b22-218_175.jpg
Bild 22
Es folgte E3566 nach Kiel mit der altroten 218 175, dieses Mal richtig herum.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b23-103_240.jpg
Bild 23
Ein kurzes Stück die Strecke entlang und endlich war ich genau da, wo ich hingewollt hatte.
Direkt gegenüber der S-Bahn Station Diebsteich (i. Hintergrund) sehen wir 103 240, die soeben den Wagenpark für den IC639 "Kommodore" (?) in den Bahnhof Altona schiebt.

An dieser Stelle eine kurze Erläuterung zur Betriebsabwicklung in Altona für die "Nicht-Hamburg-Kundigen"; Die im Kopfbahnhof Altona endenden Züge werden, nachdem alle Fahrgäste ausgestiegen sind, i.d.R. von der Zuglok in den Bbf Langenfelde geschoben. Der letzte Wagen, jetzt die Zugspitze, ist dabei mit einem Rangierer besetzt, der die geschobene Fahrt von der Spitze aus beobachtet und dem Lokführer per Funk die notwendigen Fahranweisungen gibt. Ein einfaches, mobiles, an den Bremsschlauch des letzten Wagens angeschlossenes Handventil ermöglicht ihm, auch selber direkt die Bremse zu bedienen.
Das gleiche Prozedere in umgekehrter Richtung erfolgt bei den in Altona beginnenden Zügen, wie hier bei dem IC mit 103 240.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b24-114_498.jpg
Bild 24
Die Eidelstedter 114 498 ist als Lz auf dem Weg in Richtung Altona oder Hauptbahnhof.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b25-150_064.jpg
Bild 25
Nanu, mit einem sechsachsigen Kraftprotz hatte ich hier nun gar nicht gerechnet: Mit einem gemischten Güterzug rumpelt die Nürnberger 150 064 gen Süden.
Der vorn eingereihte, frisch lackierte Hilfszugwagen und die folgenden Bauzugwagen könnten aus dem AW Neumünster kommen und sich auf Überführung in ihre Heimat-Dienststellen befinden.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b26-103_169.jpg
Bild 26
Während der Güterzug noch langsam vorbeirollt, schiebt von hinten 103 169 einen Leerpark nach Langenfelde, bei dem es sich um den IC639 "Roland" gehandelt haben dürfte.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b27-470_422.jpg
Bild 27
Quer über alle Gleise ließ sich auch hier die S-Bahn ablichten, wenn auch nur hinter einer reichen Auswahl an Masten aller Größe und Art.
Deshalb blieb es bei dieser einen Aufnahme einer Doppeleinheit auf der S21 mit führendem 470 422.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b28-218_125.jpg
Bild 28
Daran musste man sich so langsam gewöhnen: Orientrot mit Lätzchen: 218 125, die hier den Leerzug aus E3747 nach Langefelde schiebt, trägt diese Farbgebung bereits seit gut einem Jahr.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diebsteich/b29-140_748.jpg
Bild 29
Auch die Eidelstedter 140 748 ist bereits orientrot. Ausnahmsweise wird hier die Leergarnitur von einer separaten Lok in den Bahnhof Altona geschleppt und die eigentliche Zuglok setzt sich erst dort vor den Zug. Nachträglich rekonstruiert handelt es sich den Lr für IC677 "Markgraf" D2787 nach München.


So wie in den ersten zwanzig Minuten ging es die nächsten zwei Stunden weiter – Zugfahrt auf Zugfahrt im Minutentakt. Neben weiteren Baureihen waren auch etliche interessante Züge dabei – davon ggfs. später mehr.

Die Tatsache, dass ich mich fast drei Stunden lang völlig ungehindert auf nichtöffentlichem Gelände an den Gleisen aufhalten konnte, war damals so ungewöhnlich nicht. Während dieser Zeit haben mich zig Lokführer, Zugpersonale, Stellwerker u.a. gesehen und z.T. sogar freundlich zurück gegrüßt. Und keiner hielt es für nötig, die Bahnpolizei zu alarmieren, was ich durchaus in Betracht ziehen musste. Aber selbst wenn: die hätte mir im schlimmsten Fall 20 DM abgeknöpft und mich des Feldes verwiesen.
Heute dagegen stellt sich die Situation völlig anders dar: Spätestens der zweite Tf (oder irgendein Depp/Wichtigtuer auf dem S-Bahnsteig) würde sein Handy zücken und eine "Person im Gleis" melden. Das hätte zur Folge, dass sofort der komplette Zugverkehr eingestellt, die BuPo alarmiert und das Gelände gründlich abgesucht würde. An DER Stelle hätte das möglicherweise bundesweite Auswirkungen auf den Zugverkehr und würde für den Verursacher, falls er denn erwischt wird, extrem teuer.

Ich warne deshalb dringend vor Nachahmung und bitte darum, das damalige Vorgehen nicht mit heutigen Maßstäben zu beurteilen.

Manchmal waren die alten Zeiten tatsächlich auch gute Zeiten …

Bis die Tage,
Ulrich B.






4-mal bearbeitet. Zuletzt am 2016:10:26:20:55:50.

Re: DB-Alltag in Hamburg vor 25 Jahren (29 B)

geschrieben von: Klaus Ratzinger

Datum: 24.10.16 21:16

Guten Abend Ulrich,

wundervolle S-Bahnen, und (außer wohl der 150) alltägliche, aber aus heutiger Sicht sehr abwechslungsreiche Züge, machen Deinen Beitrag zu einem Genuß.

Danke und beste Grüße

Klaus

Re: DB-Alltag in Hamburg vor 25 Jahren (29 B)

geschrieben von: Mw

Datum: 24.10.16 21:21

Vielen Dank für die Bilder aus einer sehr, sehr "merkwürdigen" Zeit. (Damit meine ich die Jahre zwischen Wiedervereinigung und Bahnneuordnungsgesetz, also dem Anfang der Deutschen Bahn AG).

Gruß
Mw

Bei der Fülle des zu verarbeitenden Materials sind einzelne Fehler oder Unrichtigkeiten nicht gänzlich zu vermeiden (Kursbuch Deutsche Bundesbahn)

Re: DB-Alltag in Hamburg vor 25 Jahren (29 B)

geschrieben von: der Wedeler

Datum: 25.10.16 08:31

Hallo Ulrich,

auch wenn du betonst, dass du dich stundenlang beobachtet, aber ungestört mitten im Gleisbereich aufhalten konntest, ohne dass jemand die Bahnpolizei gerufen hat, so muss ich doch aus eigener Erfahrung ergänzen, dass das wirklich ein ganz ganz großer Zufall gewesen ist, auch damals schon. Ich bin schon wegen weit harmloserer Übertritte auf DB-Gelände angeranzt oder sogar von der BuPo abgefangen worden, wie z.B. geschehen im April 1991 in HH-Barmbek Gbf. Da waren es die freundlichen S-Bahn-Lokführer, die mich gemeldet hatten.

Trotzdem schöne Bilder, und du darfst dich rühmen, recht wahrscheinlich der Einzige zu sein, der von dort fotografiert hat.

Viele Grüße
Heiko

Re: DB-Alltag - Frage zum Tender der 50 3694

geschrieben von: Preußen-Klaus

Datum: 25.10.16 08:32

Hallo zusammen,

ich habe eine konkrete Frage zum Tender (2'2'T26) der vorübergehend in Hamburg als Denkmal
ausgestellten 50 3694, die in Ulrichs Beitrag zweimal zu sehen ist (Bild 4 - im Hintergrund; Bild 6):

- besitzt (besaß) die Lok einen zurückgebauten Öltender einer 50.50 (50.00)?

Indizien:
- auf Bild 4 wirkt der Kohlenkasten so, als wäre er nach hinten deutlich verlängert.
(kann aber auch eine Täuschung durch ein hinter der Lok vorhandenes Objekt/Gebäude sein)
- auf Bild 6 ist der Abschluss-Winkel der Kohlenkasten-Seitenwand auffällig und die Handgriffe
hinten an der Oberkante des Kohlenkastens.

Im Netz habe ich leider keine Fotos der Lok bzw. des Tenders von schräg hinten gefunden, an denen
ich hätte erkennen können, ob meine Vermutung richtig ist.

Weiß jemand mehr dazu?


Dank an Ulrich für den Bilderbogen
und eisenbahnfreundliche Grüße an alle

Preußen-Klaus

Re: DB-Alltag in Hamburg vor 25 Jahren (29 B)

geschrieben von: Yves Schmidt

Datum: 25.10.16 09:47

Guten Morgen Ulrich,

vielen herzlichen Dank für Deinen Beitrag, der sehr schön den Alltag vor 25 Jahren wiedergibt.

Bei Bild 29 meine ich, die Leergarnitur des D 2787 zu sehen. Gegen den IC 677 sprechen die auf dem Bild zu sehenden druckdichten) Bpmz. Den Zug habe ich spontan auf der IC-Linie Hamburg-München verortet. Denn seit der Inbetriebnahme der NBS Fulda-Würzburg im Jahre 1988 fuhren auf der IC-Linie Hamburg-München derartige Zuggarnituren wie auf Bild 29. Auch die beiden D-Züge 2786 und 2787 wurden aus derartigen Material gebildet.

Ein Blick auf die wunderbare Seite [www.fernbahn.de] bestätigte meine These. Der IC 677 führte ab Altona am Zugschluss mindestens 3 Bm 235, somit hingen die Bm 235 bei der Zustellfahrt von Langenfelde nach Altona an der Zugspitze (Die Zugbildung des D 2787 ist leider auf der Seite nicht vorhanden).

Auch von der zeitlichen Komponente "passt" der D 2787. Während IC 677 um 16.44 Uhr Altona verließ, folgte D 2787 nur 15 Minuten später.

VG
Yves

Re: DB-Alltag in Hamburg vor 25 Jahren (29 B)

geschrieben von: AndreasKA

Datum: 25.10.16 19:27

Hallo
und vielen Dank für diesen interessanten Bildbeitrag.
Farblich war zu jener Zeit doch am meisten los. Ganzreklmezüge sind gerade in Mode gekommen und das neue Farbkonzept war noch nicht vollständug umgesetzt.

Diese Fotostelle ist wirklich nichts für den Alltag und viele hätten sich da wahrscheinlich nicht einmal hingetraut bzw. überhaupt auf die Idee gekommen.

Hast Du denn auch einmal Güterzüge auf Verbindungsstrecke von/nach Bahrenfeld "erwischt" und auch fotografisch festgehalten?

Gruß
Andreas

Re: DB-Alltag in Hamburg vor 25 Jahren (29 B)

geschrieben von: Bärentritt

Datum: 25.10.16 21:15

Hallo,

danke für die schönen Bilder - gleichsam "Jugenderinnerungen". Und von den Fotostandpunkten her echte Raritäten. Eine etwas kleinkarierte Anmerkung erlaube ich mir zu Bild 12: Keiner der beiden 472 mit der "Hamburger Bank"-Werbung kann der 562 (bzw. Tz 262) gewesen sein. Beide Triebzüge haben an jedem Fenster Lüftungsklappen. Das hatte aber nur die erste Serie (472 001-030 mit Ausnahme des Tz 221, der nach dem Brand in Altona zwei Nachbauwagen aus der zweiten Serie erhielt). Die zweite Serie, die für die Harburger S-Bahn entstand (472 031-062 sowie zwei Wagen des Tz 221) hatte nur noch (im Schnitt) an jedem zweiten Fenster Lüfterklappen. Und die Züge aus dieser Serie mit "Hamburger Bank"-Vollwerbung waren m.E. die Tz 245-247, die im September 1983 als Eröffnungszug nach Harburg gefahren waren. Tz 262, mit dem 1984 die Verlängerung nach Neugraben eröffnet wurde und der deshalb lange Zeit den NAmen "Süderelbe" trug, hatte nach meiner Erinnerung keine Vollwerbung.

Von Altona bis Agrigento - mit der Eisenbahn durch Europa! Aber nur mit Zwischenstopp auf Alp Grüm! Allegra Grischuna!

Re: DB-Alltag in Hamburg vor 25 Jahren (29 B)

geschrieben von: LüttenKlein

Datum: 26.10.16 07:05

Die 50 3694 ist ein Geschenk der DR an das ICE Werk gewesen. Über die Rendsburger EF aus Neumünster ist die Lok jetzt bei den Mecklenburgischen Eisenbahmuseum in Schwerin gelandet.
Nein die 50er hatte keine anderen Tender. Was auf dem Bild zusehen ist,ist der Bauzugwagen dahinter.

Re: DB-Alltag in Hamburg vor 25 Jahren (29 B)

geschrieben von: IC Königssee

Datum: 26.10.16 11:17

Bärentritt schrieb:

Hallo,

danke für die schönen Bilder - gleichsam "Jugenderinnerungen". Und von den Fotostandpunkten her echte Raritäten. Eine etwas kleinkarierte Anmerkung erlaube ich mir zu Bild 12: Keiner der beiden 472 mit der "Hamburger Bank"-Werbung kann der 562 (bzw. Tz 262) gewesen sein. Beide Triebzüge haben an jedem Fenster Lüftungsklappen. Das hatte aber nur die erste Serie (472 001-030 mit Ausnahme des Tz 221, der nach dem Brand in Altona zwei Nachbauwagen aus der zweiten Serie erhielt). Die zweite Serie, die für die Harburger S-Bahn entstand (472 031-062 sowie zwei Wagen des Tz 221) hatte nur noch (im Schnitt) an jedem zweiten Fenster Lüfterklappen. Und die Züge aus dieser Serie mit "Hamburger Bank"-Vollwerbung waren m.E. die Tz 245-247, die im September 1983 als Eröffnungszug nach Harburg gefahren waren. Tz 262, mit dem 1984 die Verlängerung nach Neugraben eröffnet wurde und der deshalb lange Zeit den NAmen "Süderelbe" trug, hatte nach meiner Erinnerung keine Vollwerbung.

Moin,

die Züge 245 ( Harburg ) bis 247 waren die Eröffnungszüge 1983 der Harburger S-Bahn und die von Dir erwähnte "Süderelbe" war mit den 260 und 261 1984 die Eröffnungsbahn nach Neugraben, von denen alle die normale blau-beige Lackierung hatten.
Die "Hamburger Bank"-Züge, die hier fotografiert wurden, müssten die Züge 226 bis 229 ? gewesen sein.

Gruß

Martin

Re: DB-Alltag in Hamburg vor 25 Jahren (29 B)

geschrieben von: Helmut Philipp

Datum: 26.10.16 12:58

Moin Ulrich!

Es liegt wohl auf der Hand, das ich Deinen Hamburg-Beitrag als geborener Hamburger besonders intensiv beäugt habe. Natürlich ist die durchgehend sehr gute Bildqualität bei Beiträgen aus dem Hause Budde keine Überraschung, aber das Aufsuchen von bestimmten Fotopunkten dagegen schon. Ich selbst habe zwar auch schon von der Linse (so heißt das Gelände, das beim Bf Langenfelde zwischen den S-Bahn- und Fernbahngleisen eingeklemmt ist, fotografiert. Aber eine Fortsetzung per Pedes in südliche Richtung bis Diebsteich haben wir Hamburger nie riskiert, da warst Du eindeutig kecker als wir. Ich glaube allerdings nicht, das Dein quasi ungestörter Aufenthalt dem damaligen Aufmerksamkeits-Zeitgeist geschuldet ist, vielmehr hast Du schlicht und ergreifend einfach nur Schwein gehabt. Immerhin zeigen ja deshalb ein nennenswerter Teil Deiner Fotos einen Aufnahmeblickwinkel, wie sie ansonsten höchstens Streckenläufer hätten machen können. Aber ob diese Berufsgattung neben Werkzeug auch noch mit Fotoapparaten ausgerüstet war, bezweifel ich massiv.

Für nicht Ortskundige hier ein Foto von der Straßenbrücke auf einen Teil der Gleisanlagen zwischen Langenfelde und Diebsteich, die wohl der von mir sehr geschätzte Beitragseinsteller irgendwie durchquert haben muss:

http://fs5.directupload.net/images/user/161026/quekc7us.jpg

Jedenfalls, und das ist das eigentliche Fazit für mich, hast Du wiederum einen Beitrag präsentiert, der mich sehr erfreut hat. Dafür dankt Dir, mit Grüßen in den Westen

Helmut

Re: DB-Alltag in Hamburg vor 25 Jahren (29 B)

geschrieben von: Steffen Buhr

Datum: 26.10.16 14:15

Hallo,

ulrich budde schrieb:

> Bild 5
> Offensichtlich zu Personalschulungszwecken waren die beiden mittlerweile beim Bw Dortmund Bbf
> beheimateten 143 926 und 143 900 in Hamburg.

Da wie auch im Dateinamen lese ich 143 928.

> An dieser Stelle eine kurze Erläuterung zur Betriebsabwicklung in Altona für die "Nicht-Hamburg-Kundigen";
> Die im Kopfbahnhof Altona endenden Züge werden, nachdem alle Fahrgäste ausgestiegen sind, i.d.R. von der
> Zuglok in den Bbf Langenfelde geschoben. Der letzte Wagen, jetzt die Zugspitze, ist dabei mit einem Rangierer
> besetzt, der die geschobene Fahrt von der Spitze aus beobachtet und dem Lokführer per Funk die notwendigen
> Fahranweisungen gibt. Ein einfaches, mobiles, an den Bremsschlauch des letzten Wagens angeschlossenes
> Handventil ermöglicht ihm, auch selber direkt die Bremse zu bedienen.

So wurde das auch zwischen Bln-Grunewald und Zoologischer Garten praktiziert, bis die Stadtbahnsanierung
1998 beendet war. Mit dem Luftkopf kann man aber nicht gezielt bremsen, der ist nur für den Gefahrenfall gedacht,
dann macht der nämlich einfach die Luftleitung komplett auf.

Besten Dank und Gruß

Re: DB-Alltag in Hamburg vor 25 Jahren (29 B)

geschrieben von: martin welzel

Datum: 28.10.16 12:44

Moin Ulrich,

für mich am Interessantesten: Die S-Bahn-Züge. Die hatte ich stets mit Nichachtung gestraft, und bin erst seit kurzer Zeit denen hinterhergefahren. Gut, dass Du schon früher daran gedacht hast!

Danke fürs Zeigen,

Martin

Edit: Tippfehler



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2016:10:28:12:45:16.

Re: DB-Alltag - Frage zum Tender der 50 3694

geschrieben von: Herr O.

Datum: 28.10.16 14:22

Moin

Tatsächlich besitzt die 50 3694 einen ehm. Öltender. Hie mal ein Link zu den Mecklenburgischen Eisenbahnfreunde Schwerin.

[52055746.swh.strato-hosting.eu]

Hier noch ein Nachtrag aus DSO:

50 3694 erhielt Tender von 50 3506 der davor an 50 0038 hing (siehe bitte 50 3506)
- Tender-Nr.: Stl 488 = Schwartzkopff 12342/1943
- geliefert mit 52 5916
- 50 3573 / 50 5004
- 50 5025 (Tenderheft , Ende der Eintragung)
- 50 0038
- Rückbau, 50 3506
- ab xx.xx.1989 in Est.Zwickau an 50 3694 und bis heute im Bw Schwerin erhalten.
- mit Winkel und Griffstange am Kohlekasten Verw.(II)

[www.drehscheibe-online.de]

Mfg



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2016:10:28:15:29:13.

Re: DB-Alltag in Hamburg vor 25 Jahren (29 B)

geschrieben von: Knotenpunkt Kreiensen

Datum: 31.10.16 21:58

Ahoi,

Über diese Unterführung, über die diese Garnitur gerade rumpelt, muss ich immer wieder stutzen. Heute steht doch fast einen Meter hoch das Wasser.

Kann jemand Auskunft geben, welchem Zweck dieser immer noch mit Oberleitung ausgerüstet Abschnitt diente und seit wann er vollläuft?

Danke!

-----
"Kraansen, hier ist Kraansen an der Laane"

Re: DB-Alltag in Hamburg vor 25 Jahren (29 B)

geschrieben von: AndreasKA

Datum: 01.11.16 13:34

Ahoi zurück!

Du meinst sicherlich den alten Posttrog einige Gleise weiter nach rechts. Das war ein zweigleisiger Abschnitt zwischen Bbf Langenfelde und dem Postbahnhof am Kaltenkirchener Platz.
Der Bahnpostverkehr wurde 1997 eingestellt... seitdem wurde hier wahrscheinlich nichts mehr bzgl. Unterhaltung der Gleisanlagen gemacht. Laubfall, fortschreitender Grünwuchs etc. haben dann wohl alle Entwässeungsmöglichkeiten zugesetzt und vermutlich sammelte sich dann dort das Regenwasser. So meine Vermutung.

edit: Der Postbahnhof wurde 1973 eröffnet und der Betrieb dort bereits 1993 aufgegeben. 1995 erfolgte die Stilllegung und der abbau.

Gruß
Andreas



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2016:11:01:14:06:09.