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„Biertransport“ der Staatsbrauerei Rothaus

geschrieben von: Spitzkehre

Datum: 05.10.15 10:43

Von der bekannten Badische Staatsbrauerei Rothaus stehen heute noch zwei Güterwagen im Bahnhof Seebrugg. Diese Wagen sind nicht so wahnsinnig alt. Wenn ich mich richtig erinnere, war im letzten Jahr ein Bericht in der hiesigen Lokalpresse wo die Wagen so in die Jahre 1930 – 1940 datiert wurden.

Es geht mir jetzt auch nicht so um die Wagen, sondern darum, ob jemand weiß wie die Brauerei ihr Bier in der Vergangenheit überhaupt abgefahren hat.
Auf der Home Page der Brauerei findet man unter Geschichte den Eintrag:
„1875 investierte die Brauerei Rothaus in neue Technik: Ein Eisenbahnspezialwaggon für den Biertransport, eine neue stärkere Dampfmaschine, eine neue Darre zur Malzproduktion, ein neuer Eiskeller, eine neue Hefereinigungs- und Sortiermaschine und weitere technische Geräte.“

1875 gab es noch keine Höllentalbahn und schon gar keine Dreiseenbahn. Demnach müsste das Bier an die Hochrheinbahn, vielleicht nach Waldshut, Tiengen oder Lauchringen gebracht worden sein, denn die Badische Hauptbahn erreichte ja bereits 1863 von Basel kommend Konstanz. Weiß jemand wie das Bier bis zur Eröffnung der Dreiseenbahn 1926 abgefahren wurde?
Lokalhistoriker sagen, dass es ab 1907 bis zur Eröffnung der Dreiseenbahn über die Bahn von Bonndorf nach Neustadt erfolgt sei.
Kann dies jemand bestätigen und hat vielleicht weitere Informationen dazu, bzw. wenn es tatsächlich so gewesen ist, wo wurde das Bier vor 1907 verladen?

Besten Dank sagt die Spitzkehre

Re: „Biertransport“ der Staatsbrauerei Rothaus

geschrieben von: Winnie64

Datum: 05.10.15 11:15

Rothaus.JPG

Rothaus1.JPG

Die gestellte Frage kann ich leider nicht beantworten,zeige mal zwei Fotos,vielleicht hilft das irgend wie weiter.

MfG Winnie
Deine Fragen kann ich leider nicht beantworten, aber in der von dir genannten Zeit hatten Bierbrauereien oft lokale Bedeutung, da wurde das Bier vor Ort gebraut und verzehrt.

Re: „Biertransport“ der Staatsbrauerei Rothaus, sind echt

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 05.10.15 17:12

Hallo!
Im Bierwagenbuch des EK Verlages befindet sich eine Bestätigung, das die Wagen keine Phantasiewagen sind. Auch die N Modelle von Arnold, die dem Vorbild nachepfunden sind, entsprechen den Beschriftungen auf den Originalwagen. In wie weit die wirklich Maßstäblich sind muss ich passen. Die Bierwagen haben zumindest noch die Umzeichnung der DB im März 1968 erlebt. Wann der Biertransport auf der Schiene endete kann ich nicht sagen. Ich würde zu Beginn der 70 er Jahre des letzten Jahrhunderts vermuten.Das Buch soll laut Stefan Cartstens diverse Fehler enthalten. Die Fotos im besagten EK Buch findet man auf den Seiten 82 und 83 und stammmen aus den jahren 1968, vom 20.7.1969* und 1975.
Dabei ist ein G 10 ähnlicher Wagen mit Bremserhausund Nr. 546 061 P zu sehen und ein ex DR/DB Seefischwagen vmtl. vom Typ Tnfhs 32. Auf Seite 84 ist eine Übersicht, die für die bad. Rothaus Brauerei die Wagennummern 600 406 P, 600 407 P beide BJ 1908, 2 Wagen mit den Nummern 545 403 P, 546 506 P und der neuere Wagen mit der Nr. 546 061 P, angegeben.
Die EDV Nummern sind nicht angegeben. Beim N Arnoldmodell findet sich die EDV NR. 21 80 082 0 530-2 P.

Mit freundlchen Grüßen von
Tomas splittgerber, berlin

* Begleittext zum Bild ist allerdings falsch

Re: „Biertransport“ der Staatsbrauerei Rothaus

geschrieben von: Bahnstern

Datum: 06.10.15 13:05

ein kleiner Hinweis findet sich

[www.bwr.de]

Bahnstern !

Nur echt mit Baureihe 112-114-143-155-156

Re: „Biertransport“ der Staatsbrauerei Rothaus

geschrieben von: jan_dampf384

Datum: 06.10.15 22:58

Zu den beiden Wagen in Seebrugg finden sich hier ein paar interessante Infos:

- Rothaus DB 546 062 [P]

- Rothaus DB 082 0 530 [P]
eierbecherversuchsträger schrieb:
-------------------------------------------------------
> Deine Fragen kann ich leider nicht beantworten,
> aber in der von dir genannten Zeit hatten
> Bierbrauereien oft lokale Bedeutung, da wurde das
> Bier vor Ort gebraut und verzehrt.

Aber diese Brauerei war eine staatliche Brauerei.
Die Regierung Badens saß in Karlsruhe. Folglich
musste das Bier dorthin transportiert werden.

So einfach wie in München war das nicht. ;-))

Gruß aus Mannheim
RZ

Re: „Biertransport“ der Staatsbrauerei Rothaus

geschrieben von: Spitzkehre

Datum: 07.10.15 09:39

> Aber diese Brauerei war eine staatliche Brauerei.
> Die Regierung Badens saß in Karlsruhe. Folglich
> musste das Bier dorthin transportiert werden.
>
> So einfach wie in München war das nicht. ;-))
>
> Gruß aus Mannheim
> RZ

Genau so war es,
das Bier wurde mit den Wagen wohl hauptsächlich an Ortschaften entlang der Oberrheinschiene Basel-Karlsruhe und vielleicht auch darüber hinaus, befördert. Da dies wohl schon ab 1875 der Fall gewesen sein dürfte, hat wohl auch der Großherzog in Karlsruhe Rothausbier genossen. ;-)

Das Ziel des Wagens ist ziemlich sicher bekannt, nur wie kam das Bier von der Brauerei (sie liegt immerhin genau auf 1000 m ü.N.N) an eine und welche Bahnstation. Egal ob Waldshut, Tiengen oder vielleicht auch Bonndorf, zuerst musste es mit Pferdefuhrwerken dorthin gebracht werden und das dürfte bei den topographischen Gegebenheiten nicht ganz einfach gewesen sein.

Herzlichen Dank an Alle für die Infos und die nette Diskussion
sagt die Spitzkehre
Da bekommt man doch mal wieder richtig Lust auf ein staatliches Qualitätsprodukt

Rothaus-Biertransport ab Tiengen

geschrieben von: rh

Datum: 09.10.15 00:40

Hallo Spitzkehre,

die Angaben der Rothaus-Homepage sind etwas ungenau. Die Staatsbrauerei Rothaus stellte 1873 (nicht 1875) gleich drei (nicht einen) Bierwagen für den Bierversand ab Tiengen bei den Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen mit den Betriebsnummern 10001-10003 ein, vermutlich sogar als erste badische Bierwagen überhaupt. Diese Wagen wurden jedoch schon nach wenigen Jahren wieder abgegeben. Wie lange in Tiengen weiter verladen wurde, ist nicht bekannt.
Im Bierwagen-Buch vom EK ist auf S. 66 ein 1908 gebauter Rothaus-Bierwagen abgedruckt, der laut Anschrift in Bonndorf stationiert war (auch unter diesem Link abgebildet [www.bwr.de]). Das belegt, daß Rothaus den Biertransport nach Eröffnung der Bonndorfer Strecke 1907 nach Bonndorf verlegt hat.
Auf S. 78/79 im Bierwagen-Buch vom EK sind zwei weitere bei der Reichsbahn eingestellte Wagen mit Stationierung in Seebrugg zu sehen. Es liegt nahe, daß man nach Eröffnung der Dreiseenbahn mit der Verladung in das nähere Seebrugg umgezogen ist.
Gruß bzw. Prost,
rh



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:10:09:00:46:47.

Re: Rothaus-Biertransport ab Tiengen

geschrieben von: Spitzkehre

Datum: 09.10.15 18:58

Hallo rh,

herzlichen Dank. Das ist ja eine Super Antwort.

Re: Rothaus-Biertransport ab Tiengen

geschrieben von: Spitzkehre

Datum: 11.10.15 21:51

Hallo rh,

darf ich noch eine Frage nachreichen.
Woher stammen die Infos zu den ersten drei Bierwagen? Vielleicht auch aus dem "Bierwagen-Buch"?

Herzlichen Dank und viele Grüße sagt

die Spitzkehre

Re: Rothaus-Biertransport ab Tiengen

geschrieben von: rh

Datum: 12.10.15 23:44

Hallo Spitzkehre,

kann ich gerne beantworten: Die Angaben stammen aus dem "Verordnungs-Blatt der Generaldirektion der Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen", Jahrgang 1873 und die folgenden paar Jahrgänge.

Schöne Grüße,
rh

Re: „Biertransport“ der Staatsbrauerei Rothaus

geschrieben von: Ulf Kutzner

Datum: 17.10.15 14:12

Moin,

Gleis MA 11-12 schrieb:

> Aber diese Brauerei war eine staatliche Brauerei.

Sie ist es immer noch und wurde bis vor etwa drei Jahren von einem gewissen Herrn Schäuble, ehedem Minister für Inneres und Verkehr, geleitet.

Gruß, ULF