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Zum Tod von Alfred Gottwaldt

geschrieben von: Buharli

Datum: 19.08.15 22:51

Liebe Leser,

Gestern Abend ist, wie es so heißt “plötzlich und unerwartet“, Alfred Gottwaldt in Berlin verstorben.

Ich finde keine Worte, die erklären würden, was dieser Mensch in viereinhalb Jahrzehnten als deutscher Autor der Eisenbahnliteratur und Holocaustforschung repräsentiert hat. Unsere intensive Zusammenarbeit der letzten Jahre ist immer geprägt gewesen von hoher Achtung, Hilfsbereitschaft, Toleranz und einem guten Schuss Humor. Werde ihn sehr vermissen. Gottwaldt ist einzigartig. Unwiederholbar.

In Trauer

Robin Garn
Herausgeber BahnEpoche

Re: Zum Tod von Alfred Gottwaldt

geschrieben von: Mw

Datum: 19.08.15 22:55

Zum Gedenken an sein Werk:

[www.dumjahn.de]

Gruß
Mw

Bei der Fülle des zu verarbeitenden Materials sind einzelne Fehler oder Unrichtigkeiten nicht gänzlich zu vermeiden (Kursbuch Deutsche Bundesbahn)

Ich verneige mich...

geschrieben von: TransLog

Datum: 19.08.15 23:25

.. vor einer der Säulen der deutschen Eisenbahnliteratur!

R.I.P.


Gruß, Ulrich

Re: Zum Tod von Alfred Gottwaldt

geschrieben von: BR 213

Datum: 19.08.15 23:43

Das ist ja nicht zu fassen.

Im März hat er zu mir hier über das HiFo Kontakt aufgenommen und anschließend mit mir lange bezüglich der Deportationszüge zu den Vernichtungslagern telefoniert.

Das ist wirklich eine traurige Nachricht.

Mein herzliches Beileid.

zügige Grüße

FRANK

Mitglied im Verein Freunde der 212 001-2 e.V.

Re: Ich verneige mich...

geschrieben von: Kö0128

Datum: 19.08.15 23:45

Mit vielem, das unter seiner Leitung im MVT/DTM so geschah (und insbesondere nicht geschah!) war ich nicht einverstanden.

Aber mit der Fähigkeit, Eisenbahngeschichte stets in einen historischen Kontext zu stellen und nicht müde darin zu werden, uns damit auch deren dunkle Kapitel aufzuzeigen, war er einzigartig.

Wir haben einen Großen verloren!

Dankbar für sein Werk,
Markus.

Berlin für Anfänger: Tiergarten ist ein Park, Tierpark ist ein zoologischer Garten, Zoologischer Garten ist kein Park. Alle drei sind Bahnhöfe.
AG Märkische Kleinbahn e.V. Berlin *** Meine HiFo-Bildbeiträge
http://www.abload.de/img/mkb-banner1000ye7dl.jpg



Oh nein...

geschrieben von: Der 1bügler

Datum: 20.08.15 00:51

Ein ganz großer Verlust!

Eisenbahngeschichte und Gottwaldt- das gehörte zusammen.

In Trauer und Dankbarkeit.

http://s1.directupload.net/images/140414/ukfaan2k.jpg

Wat ei wrait ßer ebav is friee from ße liver away.

unfassbar

geschrieben von: Peter Bäuchle

Datum: 20.08.15 02:23

unfassbar

da findet man kaum Worte.
Alfred B. Gottwald, schon zu seinen Frankfurter Zeiten ein beliebtes, schon damals sehr aktives Vereinsmitglied der Frankfurter Eisenbahn und Nahverkehrsfreunde. Er hat viel bewirkt. Unvergessen seine humorvolle, zurückhaltende aber aufgeschlossenen Wesenszüge. Immer ein kompetenter Ansprechpartner, der keiner Frage auswich und sie meistens schnell auf den Punkt brachte.
Er fehlte schon nach seinem Weggang nach Berlin.
Er wird noch mehr fehlen, nicht nur in BahnEpoche, wo ich seine Beiträge verschlungen habe.
Aber - er ist uns nur einen Schritt voraus.

Auf Wiedersehen Alfred
mit großer Hochachtung

Peter Bäuchle

Geld ist nicht Alles,
am 19.Mai 2018 kehrte die Gerechtigkeit zurück..

Wenn man etwas pflegt, dann wartet man es.
Wir machen das anders: wir warten bis es kaputt ist !

Freiheit hört da auf, wo soziale Verantwortung der egoistischen Vorteilsnahme untergeordnet wird !

66 Jahre ist doch kein Alter!

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 20.08.15 05:29

Hallo,

auch ich habe den ein oder anderen Gottwaldt im Regal stehen.

Jahrgang 1949 war er, wie mein Vater, welcher vor sieben Wochen verstarb.

"Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an" sang ein bekannter Barde, welcher leider auch schon von uns gegangen ist. Da ist es noch unvorstellbarer, dass mit 66 Jahren das Leben auch schon viel zu früh zu Ende sein kann.

Der Familie Alfred B. Gottwaldts wünsche ich viel Kraft, wie gesagt, ich mache derzeit immer noch dasselbe durch und kann mich daher durchaus in die Situation hinein versetzen.

Gruß
Christian
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Meine Beiträge im Historischen Forum: [www.drehscheibe-online.de]
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Re: Zum Tod von Alfred Gottwaldt

geschrieben von: Hans Ettengruber

Datum: 20.08.15 05:47

Das ist eine sehr traurige Mitteilung, die du hier einstellst. Es gibt wohl kaum einen deutschen Autor der Eisenbahnliteratur, der so viel Herausragendes publiziert hat. Da haette man noch gerne mehr gelesen. Sehr schade.
Den Hinterbliebenen mein Beileid.

Re: Zum Tod von Alfred Gottwaldt

geschrieben von: Jo

Datum: 20.08.15 07:14

Auch ich habe die Meldung hier gerade mit großem Schreck gelesen. Auch in meiner Bibliothek befinden sich viele seiner hervorragenden Werke. In der Phase seiner Pensionierung hatte ich einen kurzen Schriftwechsel mit ihm, da ich dem Deutschen Technikmuseum ein signaltechnisches Exponat aus dem 2. Weltkrieg überlassen wollte und sah in ihm den Fachmann zum Thema. Leider war er durch seine abschließenden Arbeiten vor der Pensionierung nicht mehr so interessiert und empfahl mir, das Exponat dem DB-Museum anzubieten. Bedauernswerterweise kam es somit zu keiner persönlichen Begegnung mehr. Er lud mich zu einer Veranstaltung nach Erfurt ein. Leider war es mir auch nicht möglich, diese anzunehmen. Schade, ich hätte ihn sehr gern persönlich kennengelernt. Für mich war er einer der bedeutendsten und sachlichsten Eisenbahnhistoriker. Beim Gang durch die Eisenbahnabteilung des Berliner Museums erkennt man, dass sein Interesse nie an den Puffern der Lok aufhörte. Immer sah er die Exponate im Kontext der Geschichte, was leider in vielen anderen Museen kaum dargestellt wird. Sicher viel kritisiert war die Tatsache, dass viele Exponate nicht restauriert wurden, auch eine Möglichkeit sie erst einmal mit geringen Kosten vor der Verschrottung zu bewahren. Es war eine andere Art der Darstellung, die Gebrauchsspuren erhielt und zeigte, wie mit Eisenbahnfahrzeugen umgegangen wird, die ihre Nutzungszeit überschritten haben. Mich hat das nie so gestört und ich hätte es schlimmer empfunden zu lesen, dass ein seltenes Fahrzeug zerlegt wurden wäre. Von daher auch hier Hut ab vor diesem Mann.

Ruhen Sie in Frieden Herr Dr. Gottwaldt

Jo(achim)

Re: Zum Tod von Alfred Gottwaldt

geschrieben von: Reinhard Gumbert

Datum: 20.08.15 07:16

...eine Nachricht, die mich hilflos-sprachlos macht, Robin. Ich habe noch seine Grüße, kürzlich erst, über Dich an der Oberhafenbrücke im Ohr.

Alfred habe ich noch aus Frankfurt in guter Erinnerung. Peter Bäuchle hat die Begegnungen mit ihm dort, vor vielen Jahren, treffend beschrieben.

Alfred Gottwaldt wird fehlen. Auch uns Lesern.

Nach Gerhard Moll dieser Tage ist ein weiterer Mensch, der die seltene Symbiose von Kompetenz und Bescheidenheit in sich vereinigte, gegangen.

Nachdenklich,
Reinhard Gumbert



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:08:20:07:47:21.

Re: Zum Tod von Alfred Gottwaldt

geschrieben von: wedoba

Datum: 20.08.15 08:08

Ich bin sehr betroffen.
Bei seinem Vortrag zu Paul Levy in der Kasseler VHS-Reihe „Eisenbahn und Industriekultur“ hatte ich noch im Mai Gelegenheit, ihn persönlich zu erleben.
[www.hentrichhentrich.de]
Seine zahlreichen Veröffentlichungen haben sicher mein Bild von deutscher Eisenbahngeschichte geprägt.
Danke.
Werner

Re: Zum Tod von Alfred Gottwaldt

geschrieben von: MichaelR

Datum: 20.08.15 08:29

66 Jahre, das ist kein Alter.
1 Jahr im Ruhestand.
Gerade noch (vor wenigen Wochen) seinen Vorträgen gelauscht.

Das, seine Sammelleidenschaft sowie Unterstützung bei zig Projekten und überhaupt er, der nette Mensch, wird mir fehlen.

Ade!
Im stillen Gedenken
Michael Reimer

Re: Zum Tod von Alfred Gottwaldt

geschrieben von: Andreas Knipping

Datum: 20.08.15 09:05

Wie schon so oft der routinierte Griff ins Regal: "Gottwaldt: Kriegslokomotiven". Diesmal, um mich des Erscheinungsjahrs zu vergewissern. 1970! Mit 21 Jahren hat Gottwaldt bereits in einer Solidität und Souveränität recherchiert, dokumentiert und bewertet, wie sie anderen erst in Jahrzehnten zuwächst. Scheinbar niemals jugendlich-naiver "Fan" gewesen wirkte er auch im persönlichen Umgang unserer Tage niemals als "Senior" seines Faches. Zeitlebens mit einer gewissen Alterslosigkeit auftretend ist ihm nun das freudig erwartete echte "Alter" im Sinne einer von den Zwängen des Dienstes befreiten Ära der Produktivität nicht gegönnt. Seine historische Leistung hat der Nicht-Historiker indes längst erbracht. Mitten in die unsensiblen siebziger und achtziger Jahre hat er gegen viele Widerstände und Anfeindungen das Bewusstsein für die willfährige Teilnahme der Deutschen Reichsbahn an der Ermordung der europäischen Juden geschaffen. Literarisch und institutionell hat Gottwaldt sich den grauen Gestalten auf den Laderampen neben den Güterwagen zugewendet, hat symbolische Grabsteine für Menschen errichtet, von denen nur Asche geblieben war.
Bleibende Verpflichtung auch für
Andreas Knipping

Re: Zum Tod von Alfred Gottwaldt

geschrieben von: 010522

Datum: 20.08.15 09:38

Meldungen die einen ein jedes Mal aufs neue erschüttern zumal man selbst inzwischen ein hohes Alter erreicht hat.
Auch Alfred Gottwaldt war für uns Eisenbahnfreunden ein Name bei dem die Eisenbahn sofort in den Sinn kam.
Nun trauern wir um ihn der nur 66 Jahre alt wurde dabei sicher noch so einiges uns mitteilen wollte.

Im stillen Gedenken und Trauer,
Ralf Göhl

Re: Zum Tod von Alfred Gottwaldt

geschrieben von: Jörg Schwabel

Datum: 20.08.15 10:33

Schon wieder einer aus der Riege der Großen, der fehlen wird.

Er konnte Zeitgeschichte wunderbar mit der Eisenbahn verbinden. Dafür bin ich ihm dankbar. R. I. P.


Gruß aus Wien

"Ohne Skepsis und Zweifel würden wir heute noch glauben, die Erde wäre eine Scheibe".
"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."

(Immanuel Kant)

Re: Zum Tod von Alfred Gottwaldt

geschrieben von: Krause

Datum: 20.08.15 10:34

Moin, Moin,

da muss ich mir erst einmal den Schlaf aus den Augen reiben, aber glauben kann und will ich diese Mitteilung zum Tode von Dr. Alfred Gottwaldt eigentlich nicht!

Ich hatte das Glück im Rahmen der Treffen der „Freunde der LBE“ Herrn Gottwaldt auch persönlich kennenlernen zu können. Es war immer so lohnend, ihn sowohl bei seinen Vorträgen als auch im Gespräch beim zwanglosen Zusammensein zu erleben.

Das nächste Treffen für April 2016 war schon vereinbart.
Und das soll nun nicht mehr sein?

Ein großer Eisenbahn-Kenner ist viel zu früh von uns gegangen.


Jens Krause, Lübeck

Gequält und traurig schaut der werte Fahrgast drein,
ein Lint-Triebwagen muss es nun wirklich nicht sein!

Ein großer Dank den aktiven Mitarbeitern der Drehscheibe! Ohne Euch gäbe es die Drehscheiben-Foren als kostenlose Informations- und Diskussionsmöglichkeit für Eisenbahnfreunde nicht! Danke!

Re: 66 Jahre ist doch kein Alter!

geschrieben von: TransLog

Datum: 20.08.15 10:39

Er wird wohl nicht an Altersschwäche gestorben sein...


Gruß, Ulrich

Re: Zum Tod von Alfred Gottwaldt

geschrieben von: Mc Hydro

Datum: 20.08.15 11:01

Hallo,
mich hat leider die völlig fehlende Distanzierung von diesem Regime und dieser Ideologie in seinen Texten gestört, z.B. in seinem Bericht in dem Doppelband "Zug der Zeit - Zeit der Züge".

Die Transnet bzw. EVG hat in einer mehrteiligen Reihe in ihrer Mitgliederzeitschrift darüber berichtet, wie sich Eisenbahner aktiv und passiv gegen das NS-Regime gewehrt haben und/oder den Gefangenen in den Transporten trotz Verbots und schärfsten Sanktionen zu Trinken und zu Essen gegeben haben. Ich finde dies ein wesentlich angemesseneres Andenken an die Rolle der Reichsbahn in dieser Zeit und auch an die vielen Millionen Opfer dieser schrecklichen Ideologie.

Wenn man schon über mehrere Seiten über diese schreckliche Zeit "sachlich und technisch" berichtet, sollte man auch einige wenige Sätze der Distanzierung finden.

Anlässlich des Todes dieses "großen Erinnerers" gedenke ich diesen vielen Millionen Opfern der Weltkriege und der Völkermorde.
Diejenigen, die ihn besser kennen, werden wissen, ob bzw. dass das in seinem Sinne ist.

Friede Euren Seelen

Jochen

Edit: "bzw. dass"



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:08:20:13:24:22.

Re: Zum Tod von Alfred Gottwaldt

geschrieben von: slpa

Datum: 20.08.15 11:36

Jochen,

die fundierte und seriöse historische Berichterstattung zeichnet sich dorch gerade dadurch aus, dass sie objektiv ist oder dies zu sein jedenfalls anstrebt, also frei von persönlichem Für oder Wider des Autors. Sie hat historische Tatsachen und nicht moralisch-ethische Standpunkte zum Thema.

Ein paar persönliche Gedanken zum Tode von Alfred B. Gottwaldt:

Das von ihm in den 70ern herausgegebene Buch "Meisterfotos der Reichsbahnzeit II" - das mit dem braunen Einband - mit Bildern von Bellingrodt und den anderen DLA-Fotografen war für mich, damals etwa 10 Jahre alt, eine der prägenden Initialzündungen schlechthin - nicht mehr nur "elektrische Eisenbahn" und kindliche Freude an Lokomotiven und Wagen, sondern plötzlich Interesse an Eisenbahngeschichte, am Drumherum - und ja: das Buch brachte mich selbst zur (nicht nur) Eisenbahn-Fotografie.

Man muss sich vor Augen halten, dass Gottwaldt zunächst als Rechtsanwalt tätig war, also in dieser ersten Phase seines bereits regen literarischen Schaffens in den frühen und mittleren 70ern "nebenbei" auch noch die akademische Ausbildung mit zwei Staatsexamina durchlief, die es wahrlich in sich haben (ich weiß, wovon ich rede...). Hut ab vor seinem Schaffen, Hut ab vor dieser Schaffensfähigkeit, und Dank für vermitteltes Wissen, Anregung und letztlich Prägung.

Stefan



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:08:20:11:36:58.

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