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 04 - Historisches Forum 

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Das Erzbergwerk Rammelsberg und die Zinkhütte Oker

geschrieben von: co2430

Datum: 19.04.15 11:21

Die folgenden Bilder stammen aus einem Nachlass und beziehen sich auf die Zeit der 20er bis in die 30er Jahre. Die ein oder andere Frage bezüglich der genauen
Zuordnung habe ich natürlich auch wieder. Leider nichts mit Eisenbahn, dafür ein bisschen braune Soße. Da hier einige Beiträge bezüglich der Zeit des III. Reiches
etwas emotional diskutiert wurden, wäre es schön, wenn eine evtl. entstehende Diskussion sachlich bleiben würde. Gruß Dieter


Bild 01. Erzbergwerk Rammelsberg Anfang der 20er Jahre

http://www.image-load.net/users/public/images/1T3PsbISka.jpg



Bild 02. Luftaufnahme Mitte der 20er Jahre

http://www.image-load.net/users/public/images/318ajzWM9j.jpg



Bild 03. Vor der Einfahrt

http://www.image-load.net/users/public/images/5htXLuNhDU.jpg



Bild 04. Füllarbeit in einer liegenden Erzstrecke

http://www.image-load.net/users/public/images/vqPujfDado.jpg



Bild 05. Frühstückspause

http://www.image-load.net/users/public/images/qYJwovUFGZ.jpg



Bild 06. Getriebezimmerung

http://www.image-load.net/users/public/images/nRkLhFJXCe.jpg



Bild 07. Streckenförderung

http://www.image-load.net/users/public/images/nP9OHJBQUM.jpg



Bild 08. Nach der Seilfahrt

http://www.image-load.net/users/public/images/lVzdqfkrRE.jpg



Bild 09. Die Zinkhütte in Oker

http://www.image-load.net/users/public/images/JT6MwXkXbl.jpg



Bild 10. Schlackenabstich am Schachtofen

http://www.image-load.net/users/public/images/ESPlU5QG6Z.jpg



Bild 11. Schmelzer am Kupferkonverter

http://www.image-load.net/users/public/images/ios6YSHMpy.jpg



Bild 12. Gießen von Kupfer-Anoden

http://www.image-load.net/users/public/images/lFzQTooqCK.jpg



Jetzt habe ich einige Fragen bezüglich einer Veranstaltung in Goslar in den 30er Jahren, was wurde da gefeiert?

Bild 13.

http://www.image-load.net/users/public/images/5rLS6zqTWT.jpg



Bild 14.

http://www.image-load.net/users/public/images/Uy2rSimmlr.jpg



Bild 15.

http://www.image-load.net/users/public/images/Ar1x6OlyEh.jpg



Ebenso gab es da eine Veranstaltung in Oker, die Frage was war der Anlass

Bild 16.

http://www.image-load.net/users/public/images/6W3EVuok0e.jpg



1935 fand in Hannover auf dem Welfenplatz die Niedersächsische Arbeits- und Wirtschaftsschau statt. Woran sich die PREUSSAG beteiligte

Bild 17.

http://www.image-load.net/users/public/images/4nrlS6fUNC.jpg



Bild 18.

http://www.image-load.net/users/public/images/50a6PsVD6W.jpg



Jetzt noch 2 Bilder wieder aus den 20ern, um welche Hütten handelt es sich hier.

Bild 19

http://www.image-load.net/users/public/images/o0iRVRjEZV.jpg



Bild 20.

http://www.image-load.net/users/public/images/o8w5jyptFd.jpg

Vermutung zu Bild 19

geschrieben von: michael_seelzee

Datum: 19.04.15 11:46

Es dürfte sich um die Herzog-Julius-Hütte [de.wikipedia.org] westlich Goslar handeln. Die Bahnstrecke Goslar - Neuekrug-Hahausen durchschneidet das Werksgelände.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:04:19:11:47:13.

Re: Das Erzbergwerk Rammelsberg und die Zinkhütte Oker

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 19.04.15 13:52

Mahlzeit Dieter! Zu den Bildern 13,14,15,16 fällt mir spontan beim Blick auf den Kalender für morgen vielleicht eine bestimmte Geburtstagsfeier ein. Alles so fein rausgeputzt. Es ist eben nur eine Vermutung. Gruß Klaus
Hallo,

erstmal Danke für die Bilder.

Bild 14 zeigt im Vordergrund Heinrich Himmler.

Zu Goslar: Goslar nannte sich ab 1936 "Reichsbauernstadt".

Im Jahre 1934 wurde Goslar lt. Beschluss der Reichsregierung zum Sitz des Reichsnährstandes ausgebaut. Das NS-Regime fand Goslar als passenden Ort hierfür, da Goslar eine ruhmreiche deutsche Geschichte hatte (Germanentum/Heinrichskult). In Goslar fanden von da an Reichsbauerntage (Erntedankfeste) statt. Der Festakt fand in der Kaiserpfalz mit einem abschließenden Zapfenstreich statt.

Das im Erzbergwerk Rammelsberg und der Zinkhütte Oker auch Zwangsarbeiter beschäftigt waren, sollte auch Erwähnung finden.

Gruß von Michael
lederhosenfan schrieb:
-------------------------------------------------------
> Mahlzeit Dieter! Zu den Bildern 13,14,15,16 fällt
> mir spontan beim Blick auf den Kalender für morgen
> vielleicht eine bestimmte Geburtstagsfeier ein.
> Alles so fein rausgeputzt. Es ist eben nur eine
> Vermutung. Gruß Klaus

Das würde ich zumindest bei Bild 16 eher nicht vermuten. Denn bei der Fahne, die dort getragen wird, meine ich auch bei schwarz-weiß die Farben schwarz-rot-gold zu erkennen. Und das war eine der ersten Aktionen in 1933, diese als Nationalfarben abzuschaffen. Es wundert mich daher umso mehr, dass Träger der bewussten Armbinden hinter dieser Fahne herlaufen!?

Re: Das Erzbergwerk Rammelsberg und die Zinkhütte Oker

geschrieben von: co2430

Datum: 19.04.15 17:27

Reichsbauerntag kann es eigentlich nicht sein, da die Menschen keine bäuerlichen Trachten tragen sondern nur Berg- und Hüttenleute, abgesehen von den Parteimitgliedern, in ihren Uniformen zu sehen sind.

Re: Das Erzbergwerk Rammelsberg und die Zinkhütte Oker

geschrieben von: co2430

Datum: 19.04.15 17:35

Bei der Fahne handelt es sich nicht um die Deutschlandflagge sondern die eines Knappschaft-, Knappen- oder Hüttenmänner-Vereins.

Zur Lok auf Bild 7

geschrieben von: christoph beyer

Datum: 19.04.15 18:10

Leider kann ich zu Führers Geburtstag, völkischen Erntefesten und dem esoterischen Spinner Heinrich Himmler wenig Erhellendes beitragen, aber vielleicht interessiert sich hier ja jemand für die Lokomotive auf Bild 07: Das ist eine Deutz MLH 322, von der auf dem Rammelsberg 5 Loks vorhanden waren:

DEUTZ 11729/1934
DEUTZ 15349/1936
DEUTZ 33008/1940
DEUTZ 33009/1940
DEUTZ 36787/1940

Da die Lok vorn noch eine Karbidlampe trägt, ist die Aufnahme vor 1939 entstanden - und damit ist auf dem Bild entweder DEUTZ 11729 oder 15349 zu sehen. Vielleicht kann das ja noch jemand eingrenzen?

Wer sich für den Bahnbetrieb am Rammelsberg interessiert, sollte sich unbedingt das Buch von Stefan Dützer (Auf stählernen Wegen. Eisenbahnen am Rammelsberg) anschaffen (damit euer Buchhändler nicht sagt: "Gibt es nicht!", hier die ISBN-Nummer: 978-3-9809704-5-7 oder ISSN: 1619-6503). Das Buch gibt eine jahrelange Archiv-Recherche wieder, einfach Klasse! Die Infos zur MLH 322 finden sich auf S. 150.

Gruss, christoph beyer


Moin,

beim Betrachten der Bilder braucht man echt Herztropfen - mal wieder vielen Dank für Deine Arbeit, Dieter! Wenn Du noch mehr Bilder aus diesem Reigen hast - der Förderverein Rammelsberger Bergbaumuseum ist immer auf der Suche nach solchen Dokumenten (Konakt ggf. per PN). Ein Bekannter aus ebendiesem Verein kann zu den Bildern folgendes beitragen:

Bilder 1 und 2: Verladerampen auf dem unteren Werkshof, hier wurde Ende der 1930er Jahre die heute noch erhaltene Hangaufbereitung errichtet und der Rammslsbergschacht abgeteuft. Die Schiefermühle, d.i. die Gewinnung von Versatz, ist auf den Bildern auch noch nicht existent.

Bild 3: Mannschaftsfahrung am Richtschacht und
Bild 4: Firstenstoßbau mit Holzschrank-Ausbau in flacherem Lagerstättenteil
Bild 19: ist in der Tat die Herzog-Julius-Hütte in Astfeld an der Bahnlinie Goslar-Langelsheim

Zu den Feierlichkeiten: Ich könnte ko**en wenn ich sehe, wie sich die Kittelträger dem braunen und schwarzen Lumpenpack von SA und SS anbiedern, aber das ist leider ein Teil der Geschichte und Gott sei Dank IST es Geschichte. OT von meinem Bekannten: "Die Bilder sind von diversen „Fahnenweihen“ usw. Und die unsägliche und völlig hirnrissige Goslar-als-Reichsbauernstadt-Tragödie finde ich noch nicht mal lustig. Wenn ich schon an die Briefe von Darré denke! Dieses schwiemelige Gefasel. Der hat doch allen Ernstes sogar die Monatsnamen geändert (in Erntemond für August, Heumond für Juli, Julmond für Dezember usw.)." Dem schließe ich mich ohne wenn und aber an - der Meinung von meinem Bekannten natürlich und NICHT der von Daré.

Glückauf und vielen Dank!

Jörn

Edit nach einem Hinweise auf ein mögliches Mißverständis.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:04:20:13:41:46.
Der "Herr" sieht Himmler vielleicht etwas ähnlich aber je länger ich mir die Aufnahme anschaue und mit diversen Aufnahmen Himmlers verlgleiche, desto weniger glaube ich dran, das er es ist.

Gruß
Thorsten

Re: Das Erzbergwerk Rammelsberg und die Zinkhütte Oker

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 21.04.15 00:26

Das dachte ich mir auch, so dick war Himmler nicht.


http://img4.fotos-hochladen.net/uploads/avatarreinerkov5lsiazqw.jpg
Gruß vom ngird.


Was den hier abgebildeten "Herrn Himmler" betrifft, da gibt es noch eine kleine
Ungereimtheit! Wir sehen hier einen Brigadeführer der SS und nicht den
uns bekannten Reichsführer!Sieht man so schön an den Kragenspiegeln und dem Ärmelband!
Wahrscheinlich handelt es sich um den "Höheren SS und Polizeiführer" des betreffenden Gaues!
Bild 17 zeigt übrigens rechts ein Schaubild mit der geplanten (oder schon im Bau befindlichen?) Erzaufbereitung. Das Bauwerk stammt ebenso wie die Zechengebäude Zollverein XII vom Reißbrett der Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer und stellt einen sehenswerten Höhepunkt der Industriearchitektur dar. Eine Besichtigung der heutigen Weltkulturerbestätte am Rammelsberg kann ich jedem nur empfehlen.

Gruß
Wolfram
Hallo Wolfram,

da muss ich widersprechen: Auf dem Schaubild ist eine dem Stand der Technik entsprechende Erzaufbereitungsanlage für den Gangerzbergbau dargestellt, wo das Erz nicht so fein verwachsen ist wie beim Rammelsberg-Erz. Man erkennt das an der Setzwäsche für das Überkorn, welches aus dem Trommelsieb kommt. Beim Rammelsberg wurde alles durch die Mühlen gejagt und dann in der Flotation getrennt. Für den interessierten Laien völlig ausreichend.

Die dargestellte Hangaufbereitung war auch zeitgenössisch und hat sich später bei reinen Flotationsaufbereitungen wegen der im Kreislauf zu pumpenden Wässer und Trüben als Milchmädchenrechnung herausgestellt.

Trotzdem hast Du recht: der Rammelsberg ist ein Höhepunkt der deutschen Industriearchitektur und allemal einen Besuch wert.

LG

Jörn
Die Überschrift dieses Themas ist falsch, in Oker befanden sich die Bleihütte (im Bildvordergrund; zu damaliger Zeit Bleikupferhütte) und die Zinkoxidhütte. Die Zinkhütte befand sich in Harlingerode (hinter der Bleihütte gelegen), sie wurde in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre errichtet.

Bild 02 ist keine Luftaufnahme, es ist vom Osthang des Herzberges aufgenommen.

Bild 09 zeigt die Bleihütte in Oker.

Die Bilder 17 und 18 zeigen ein Gemälde, dass zum heutigen Zeitpunkt in der Waschkaue der Fa. Harz-Metall in Oker hängt (ehemals Bleihütte Oker). Es handelt sich hier um ein stilisiertes Gemälde, welches weder den Rammelsberg noch eine Hütte bzw. Bergwerk im Oberharz darstellt.

Bild 19 zeigt die Herzog-Juliushütte südlich von Astfeld, einem Ortsteil von Langelsheim.

Bild 20 zeigt den östlichen Stadtrand von Langelsheim, in der Bildmitte vorn die Frau Sophienhütte, dahinter in der Bildmitte die Marienhütte (heute Heubach) und am rechten Bildrand, westlich des Bahnhofes gelegen, höchstwahrscheinlich die Chlorkaliumfabrik des Kalibergwerks Hercynia in Vienenburg, welches 1930 durch einen Wassereinbruch absoff.
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