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Mit der Hundelunge unterwegs

geschrieben von: malo

Datum: 23.12.14 11:26

Servus,

da werden sich manche fragen, was eine Hundelunge ist! Damit wurde rund um Altenburg herum die V180/118 tituliert.

Prolog:

http://abload.de/img/118759altenburg1990-0e2jzj.jpg
13.Januar 1990, Bw Altenburg. Ich kam von Zeitz herüber und bei Vorbeifahrt am Bw „Oha, was ist hier los!“ Schon stiefelte ich wacker durch von Braunkohlenhausbrand geschwängerte Straßen hinaus zum Gelände. Nach Vorsprache beim „Alten“ war das Fotografieren kein Problem. Narrenfreiheit! „Wo gomm´se denn her?“ „Aus Hof!“ Da er da sein Begrüßungsgeld bekommen und wohl freudige Erinnerungen vom Besuch der Stadt hatte, wollte er mir so etwas zurück geben.


Wie es vor nun bald 25 Jahren dar einst war…

Es ist schwierig nach dieser Zeit einen weitgehend fehlerfreien Beitrag zu schustern. Das Fahrtenbuch liegt auf. Das Buch der gesammelten Tagesstempel. Und die Diakisten gibt es. Daraus muß man was stricken.


Ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag 1989 durfte man als „Wessi“ die DDR ohne Visumantrag bereisen. Was ich ab da mehr als konsequent genutzt hatte. Galt es zu allererst das Streckennetz einer völlig funktionierenden Eisenbahn schleunigst komplett abzufahren. Man hatte seit 1984 von einer Deutschen Bundesbahn so seine Erfahrungen sammeln können… Jedenfalls hatte ich das Streckennetz der DR im August 1990 komplett abgefahren. Also jenes was per Zugangebot im Kursbuch stand. Allein war man in diesem Hobby nicht. Als Mitglied der IBSE e.V. war man nicht immer als Einzelkämpfer bei solch Tageseinsätzen unterwegs. Der Zufall führte einen mehrmals zusammen. Meist traf man sich in der späteren Reisezeit 1991 in irgendwelchen in der Nacht über die Grenze querenden Zügen. Es gab wenige brauchbare „Nachtschleifen“, sprich der Aufenthaltsort um die dunkle Zeit zu verbringen. Und teure Hotelübernachtungen zu umgehen.
Leider war damals die Diafilmkostenfrage der Hauptgrund, nicht jedes Ding und jede Situation abgelichtet zu haben. „Hätt der Hund ned in die Eck geschissn…“ Es war nach der ersten großen Reise Anfang 1990 klar, das man alleine 100 Jahre bräuchte, um einen adäquaten Überblick zu verschaffen. Und die Aufnahmen all der gesehenen Triebfahrzeuge? Ohrfeigen könnte man sich! Locker wäre wohl der dreiviertelte Bestand im Archiv. (Außerdem war ich erst 1994 mit der systematischen Ablichtung sämtlicher Loks der Großbaureihen der Deutschen Bundesbahn fertig. Alles geht eben nicht)

Man konnte in jener Zeit zumindest das sichtbare Leben einer untergehenden DDR studieren und noch genießen! Das nichtsichtbare, das System an sich, nun ja… Diskussionen darüber belassen wir hier.
In jener Zeit entstanden ein paar brauchbare Aufnahmen. Heute würde ich manch Blickwinkel sicher anders wählen. Details am Rande mit in die Bildfläche nehmen. Mal keine Lampen abschneiden, mal eine Unterführung komplett mit ins Bild nehmen, usw…
Man war ausschließlich Reisender der Deutschen Reichsbahn und kein mit dem Auto neben her rasender Fan.

Hier also eine Zusammenstellung einiger Aufnahmen der „Dicken“. Oder auch „Babelsbergerin“ und wie sie sonst genannt wurde.

http://abload.de/img/01118155rostockhbf199xeujx.jpg
Rostock Hauptbahnhof, 3.März 1990. Am Abend zuvor war man mit dem E760 in Plauen/V gestartet. Der D738 brachte einen bis Rostock. Die Schmalspurbahn in Bad Doberan war mit einer Bereisung das Hauptziel dieser Fahrtrunde. Tessin, Warnemünde, Graal-Müritz wurden bis zum Abend des zweiten Tages mit Ende in Stralsund eingefahren. Dann die Nacht über von Saßnitz runter nach Leipzig. Raus zum Industriegelände Ost, „Omas“ (E94) im Bw ablichten. Riesa, Nossen, Leipzig, KMSt, Plauen. 1637 km zu 183,70 Mark! Viel Geld? Das Zeug wurde für einen Appel und Ei in der Fahrkartenausgabe Hof Hbf eingewechselt. Die DDR-Mark hatte man bis zur Währungsunion immer in einem zweiten Geldbeutel fett auf Vorrat.

http://abload.de/img/02118570neubrandenburlcsen.jpg
Neubrandenburg, 24.März 1990

E768 Plauen – Leipzig, D710 bis Pasewalk. Meist fuhr ich nachts 1.Klasse um gesichert ein Abteil für mich allein zu haben. Angermünde, Prenzlau, Strasburg, Neubrandenburg, Grambow, Löcknitz, Damme, Gramzow, Prenzlau, Pasewalk, Ueckermünde…, Greifswald. Ab da den Nachtzug nach Leipzig D711. Früh Geithain, Borna, Neukieritzsch, Gaschwitz, Espenhain, Großdeuben mit E44 am Ablaufberg!, Leipzig Bayr. Bf, Zwickau, Plauen. Wieder 1524 km und 148,90 Mark „verprasselt“.

http://abload.de/img/03118111akarl-marx-steos9a.jpg
118 111 posiert in noch Karl-Marx-Stadt. Die einzige Stadt mit drei O (Gorl-Moigs-Schdod). Tagesausflug ab/bis Herlasgrün. Seltsam, das ich ab hier fuhr. Vermutlich war es dem Ansinnen einen Tagesstempel dieses Bahnhofes im Buch zu haben, geschuldet. Und auch von hiesiger Fka eine Pappe einmal erworben zu haben. Ich fuhr Glauchau, Stollberg, KMSt, Niederwiesa, Roßwein, Döbeln und zurück.

War man wieder daheim, dann unter der Woche, die üblichen Fragen von Kollegen und Freunden. „Was willst Du da? Was ist dort?“

Da habt ihr was verpasst!!!

Reaktionen und Kommentare von unbedarft bis einfach nur dumm. Vorurteile zusammengeschustert aus Unwissenheit und Intoleranz. Und so ist es bei vielen bis heute leider geblieben.

http://abload.de/img/04118749belzig1990-06dzsgg.jpg
118 749 geht auf Abzweig in Belzig. Dahinter ein richtiger Güterzug. 3.Juni 1990.

Der Sommer brachte lange Wochenenden. Brauchbare Nachttemperaturen ließen einen länger umherziehen/-fahren. Wo schlief man denn? Drei Nächte am Rad. Auf der Bahnsteigbank? Im Warteraum? Das war alles dabei. Herum lungern. Durch Bahnhöfe krachende Güterzüge mit heulenden Ludmillas und tobenden 120ern von spärlich beleuchteten Bahnsteigen beobachten. Heute wäre weder noch möglich. Sitzgelegenheiten gibt es nicht mehr überall. Oder diese sind so konstruiert, um Gesindel vom Missbrauch als Schlafunterlage abzuhalten. Warteräume, tja, sofern vorhanden, ist das eine „Lounge“… Und Personenzüge mitten in der Nacht? Zwischen Null und vier Uhr rollt im Bundesgebiet für den Berufsverkehr kaum mehr ein Zug, was einem ein rollendes Dach über dem Kopf bieten würde.
Start war damals am 1.Juni, E768 Plauen/V. Mit dem 8340 rüber nach Halle, dann Leinefelde, Geismar, Teistungen. Nordhausen und Dampffahrt nach Eisfelder Talmühle. Sangerhausen, Hettstedt, Heiligenthal, Klostermansfeld, Wippra, Magdeburg, Köthen, Halberstadt, Blankenburg, Aschersleben, Wiesenburg, schließlich Belzig, dann Brandenburg, Genthin, Schönhausen, Stendal, Abendschleife bis Halle/S und retour!. Stendal, Niedergörne irgendwann früh um 3 Uhr im komplett leeren nur für mich verkehrenden Doppelstockzug. Tangermünde, Jerichow, Güsen, Magdeburg, Leipzig, Zwickau, Plauen. Also drei volle Tage fahren. 1971 km, 224,90 Mark.
Zu essen und zu trinken auf solch Reisen? Gab es alles! Irgendwo in den Umfeldern der Bahnhöfe war die HO noch aktiv. Der Bäcker mit echten Semmeln. Heute würde man ob des angebotenen Fertigmischungsfraßes verhungern können. Oder so ein Durchzug von vier Tagen wird zur Schönheitskur! Döner macht schöner… Die Bockwurscht ward damals allgegenwärtig regional erzeugt. Heute sind es Imbißketten mit wohl einem oder zwei Fabrikherstellern. Monotonie der Konzerne… Außerdem gab es hie und da Kantinenbesuche, die Fans gewähren ließen. Alubesteck und Rohrmöbel… Es schmeckte noch richtig gut. Zuletzt gab es das für mich bei den Abnahmefahrten der PCC-BR232 in der tschechischen ZOS Nymburk bis 2006! Was wohl da schon beinahe ein Status war.

http://abload.de/img/04a118624horka1990-064yssx.jpg
16.Juni, Horka, ein Turmbahnhof! Sowas kannte ich bis dato nur von Osnabrück.
Was war das da, jede Treppe von unten nach oben und wieder runter zu benutzen. Ein kompletter Tag hätte drauf gehen müssen, um mit einer halbweden Dokumentation des Betriebes zufrieden zu sein. Einfach jeden Blickwinkel mit einem Zug in Betrieb zu erleben und auf Zelluloid zu dokumentieren. Auch diese Tour war damals 4-tägig. Die Mutter dachte dabei immer „verschollen in der DDR“…, den haben sie wo behalten. Und wenn man heim kam, „roch“ alles wohlig nach Wofasept! Ich könnte mich heute noch in das Zeug rein kriechen. Zum Glück steht noch eine Plasteflasche im Keller. Aufschrauben, den Rüssel rein halten, einen Zug davon nehmen. Aaaah! Erinnerungen werden unweigerlich wach.

http://abload.de/img/05118114neustadt-doss3vsjr.jpg
23.Juni, Neustadt/Dosse
Plauen – Zwickau mit P5686 am Abend, E760 nach Leipzig. Nachtfahrt mit dem D738 bis Wittenberge. Andere machten Nachtschichten auf Arbeit. Ich ging Schichten im Zug der Deutschen Reichsbahn. Ist es auf dem Bild der benutzte 7383, mit dem ich aus Wittenberge nach Neustadt/D kam. Oder der 4307, mit dem ich nach Neuruppin weiter fuhr?

http://abload.de/img/06118533kietz1990-06-jsxfv.jpg
Kietz. Abends um halb 8. Danach gabs im fast dunkeln Müncheberg – Buckow im E-Tw. Was für ein Erlebniss, und via Straußberg rein nach Berlin-Lichtenberg. Die „Nacht“ verbriet ich im D708 nur bis Pasewalk. Da lief ich die Straße raus ans Bw, und retour. Irgendwann um 2 Uhr… Andere waren da in den Zappelbuden zugange und fühlten! sich bei Diskokrawall und Getöse.
Der folgende Tag brachte Strecken um Angermünde, Schwedt, Eberswalde, Bernau, Karow, Basdorf ins Fahrtenbuch.

http://abload.de/img/07118626cranzahl08-190sux7.jpg
Im August Cranzahl und rauf nach Oberwiesenthal. Wieder mal, nachdem es zum 27.12.1989 ein erstes mal, damals Anreise mit dem PKW, besucht wurde. Nun war Lückenschluss im bereisten Schienenweg. Anschluss herstellen zur Schmalen und Bärenstein mit einsacken.

http://abload.de/img/07a118626acranzahl08-5quci.jpg
Die Lok des Chemnitzer Zuges beim Umsetzen. Heute geraten ganze Regionen in Entzückung wenn 118 770 als Lz-Fahrt die Heerscharen von Fans an die Schiene lockt.

Laut Notizbuch war am 30.Juni die Währungsunion. Aufgeschrieben waren da 27876 gefahrene Reichsbahnkilometer. Ca. 3014 Mark der DDR an verpulverten Fahrkartengeldern. Da hätte man sicher was „schönes“ von kaufen können. Was ->materielles! Aber ich kaufte mir davon ->geistige Erlebnisse. Sichtweisen unbekannter Landschaften. Ansichten eines untergehenden Systems.

Das Treiben im Zug, oder das Nutzen eines Fahrplanes, ging aber weiter. Auch 1991 fuhr ich noch viel umher. Nur nicht mehr systematisch nach Strecken. Das Erleben eines Bahnbetriebes stand im Vordergrund. Und die Sucht zu rollen.

http://abload.de/img/08118693ilmenau1991-0qpuei.jpg
7.April 1991. Ilmenau. Selbst heute gibt es dort noch 118er. Nochmal war Großbreitenbach am Wunschzettel.

http://abload.de/img/09118766grossbreitenbn1umq.jpg
118 766 vor dem PmG! Unglaublich.

http://abload.de/img/10118673leipzighbf1993eu0t.jpg
118 673 steht verloren in der riesigen Halle des Leipziger Hauptbahnhofes herum. Moderne Werbung hat eingezogen. Doch noch sah diese normal aus und fügte sich den Farben des Umfeldes.

http://abload.de/img/11118673bleipzighbf19qpup7.jpg
Nach dem Umsetzen hatte die Lok an jenem 21.April den Zug nach Borsdorf zu fahren.

http://abload.de/img/12118229zittau1991-04tkuc8.jpg
24.April Zittau. 118 229 setzt am Bahnsteig um, während eine Schwestermaschine am Emil wartet.
Übernachtet hatte ich damals im Bahnhof Radebeul Ost. Ein Dienstzimmer oder sowas. Und derart günstig. Ein IBSE-Mietglied fand diesen Stützpunkt heraus.

http://abload.de/img/13118632dresdenneustabiu24.jpg
118 632 in Dresden Neustadt am 25.April.

http://abload.de/img/14118725dresdenneustabbuwa.jpg
118 725 fährt aus in Richtung Hauptbahnhof.

http://abload.de/img/118615baddoberan1991-y8jyz.jpg
Am 30.April mal wieder Bad Doberan. Ein kühler Frühlingstag.
Der Stoffbeutel das Utensil! Heute kommt ein nur dumm-deppertes Pseudogesetzt daher, um eine Flut an Plastetüten eindämmen zu wollen, und gleichzeitig so viel Schlupflöcher zu lassen, damit es beim Zustand davor bleiben kann. Was für ein heuchlerisches Gehabe.

http://abload.de/img/15118352leipzighbf199jlu51.jpg
Am 10.Mai zwischen Ankunft und Weiterfahrt ein Bild von unverfälschter Reichsbahn, Leipzig Hbf.

http://abload.de/img/16118548berlinostbahn9fubf.jpg
Für den 12.Mai 1991 mal kurz ein Bild während eines Umsteigehaltes in der Station in Berlin Ostbahnhof. Eine der ex Regierungszugloks im Planeinsatz.

http://abload.de/img/118zittau1991-04-24m.jcjqj.jpg
Zittau, vom fahrenden Zug hinaus ein Schnappschuß ins gut gefüllte Bw.

So war das damals…


malo

Danke für das Weihnachtsgeschenk

geschrieben von: TransLog

Datum: 23.12.14 12:53

Tolle Bilderserie !

Schöne Bildkompositionen, gute Aufnahmequalität - für mich wie ein Weihnachtsgeschenk ... ;-)

Vielen Dank.

Frohe Feiertage ...


Gruß, Ulrich

Re: Mit der Hundelunge unterwegs

geschrieben von: Klaus aus FG

Datum: 23.12.14 13:05

Das sind die Beiträge, die bei mir immer wieder Neid hervorrufen: Warum habe ich nicht ...? Wäre so einfach gewesen in der Studentenzeit: In den Semesterferien bei der Tante in Dresden einquartiert und dann zwei Monate pausenlos ...

Zu einigen der schönen Bilder ein paar Anmerkungen:

Großbreitenbach: Mal wieder so eine Zuggarnitur, auf die der Spruch "Das würde einem Modelbahner keiner abnehmen!" passt und die zeigt, dass es im Regelbetrieb ALLES gab.
Neustadt/Dosse: Der Zug müsste der Hauptstrecken-Personenzug von Wittenberge sein. Der Nebenbahn nach Neuruppin traue ich keine "Dicke" zu, auch müsste das der Hauptbahnbahnsteig und nicht der Städtebahnhof sein.
Neubrandenburg: Was hängt denn da für ein tolles Schild unter dem Namensschild des Bahnhofs!? Ist das also keine Errungenschaft der DBAG mit ihren gelben Rechtecken sondern einfach nur beim Vorgänger abgeschaut!

Herrlich, Danke (o.w.T)

geschrieben von: BTTB

Datum: 23.12.14 13:45

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Re: Mit der Hundelunge unterwegs

geschrieben von: gerdboehmer

Datum: 23.12.14 15:34

Hallo,

Als Hundelunge kannte ich bisher nur die Dampflok mit Giesl-Ejektor wegen des röchelnden Auspuffschlages. Daher dachte ich im ersten Moment, das es in Deinem Beitrag um Dampflok geht.

Re: Mit der Hundelunge unterwegs

geschrieben von: S&B

Datum: 23.12.14 19:12

Genau. Ich hatte auch etwas zu den Giesl Maschinen erwartet.
Dennoch war das ein schöner Bildbericht!
Grüße
Ulrich
PS: Wäre es nicht schön, wenn sich Lokpersonale, die 'den Giesl' lange gefahren haben, mal ihre Erfahrungen damit preisgeben würden?
Wie das war, als plötzlich die erste solche Maschine auf dem Hof stand, usw.?
"Nichts ist unmöglich", würde ein großer Autohersteller sagen. http://qopt.org/pasha/smiles/smiles1/men_ani.gif

Sehr schöne Aufnahmen.
Danke und frohes Fest

Matthias

Fotografiere und filme, wie du guckst, da machste nix verkehrt https://yt3.ggpht.com/-TkJLIOwHI6o/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAAA/pnpdt5J3bsY/s100-c-k-no-mo-rj-c0xffffff/photo.jpg

Re: Mit der Hundelunge unterwegs

geschrieben von: Dieselkutscher

Datum: 23.12.14 22:21

Moin,

was für ein Knallerbeitrag! Herrlich aufbereitet, schön beschrieben... Ich bin ja auch viel mit den Zügen unterwegs gewesen in den 1980ern und bis Mitte der 1990er, aber das ganze Netz ist es bei mir nicht gewesen. Bei mir war der Antrieb die Loksichtungsstatistik so umfangreich wie möglich zu führen.
An einer "Wofasept"-Pulle zu schnüffeln würde mir allerdings nicht einfallen... ;-)

Hoffentlich wird an dieser Stelle jetzt nicht tatsächlich begonnen, über Giesl-Ejektoren zu diskutieren. Das hätte dieser Klassebeitrag nicht verdient.

Gruß aus Berlin und Frohes Fest jewünscht!

Carsten

Re: Mit der Hundelunge unterwegs

geschrieben von: 053 097

Datum: 23.12.14 22:44

Hallo Markus, nach langer Zeit mal wieder ein super toller Bericht von Dir . Super Aufnahmen, schönes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches Jahr 2015 wünscht Dir Udo aus dem "grünen Ruhrpott"

Meine Fotos 2012 - 2017 [www.flickr.com]

Meine Fotos 2018 - 2020 [www.flickr.com]

Re: Mit der Hundelunge unterwegs

geschrieben von: karlmg

Datum: 23.12.14 23:39

Was für ein Beitrag...
Vielen herzlichen Dank.Diese Weitsicht hätte man haben müssen.
Danke.

gruß
karlmg

Re: Mit der Hundelunge unterwegs

geschrieben von: asr_m62

Datum: 24.12.14 00:07

Hallo Markus,

Wow, ein Super Beitrag ist da aus Deiner Feder und Deinem Scanner gehüpft. Vieles kommt mir so bekannt vor - und verursacht tonnenweise Wehmut. Der sisyphosartige Lauf gegen die erbarmungslos rennende Zeit mit arg knappen Budget in der Geldbörse ließ mich damals zum Bw-Hopping als Mittel der maximalen Effizienz greifen. Glücklicherweise konnte ich daher bis zum Jahresende 1991, wo die alte Reichsbahn endgültig aufhörte zu existieren, noch fast alle Bahnbetriebswerke der DR besuchen. So blieben nur Heringsdorf, Röblingen, Weissenfels, Nordhausen und Erfurt unbesucht. Dafür blieben aber Streckenbereisungen oder gar Streckenbilder gleich wörtlich auf der "Strecke"... So begannen die Wochenenden oft ähnlich... D373 0.01 ab Blo, wenn es Richtung Rbd Cottbus und Dresden, D559 0.07 ab Blo, wenn es Richtung Rbd Halle und Erfurt ging usw... Ziel waren hauptsächlich immer die BR118 und 120 - den Rest nahm man halt so mit... bis heute unarchiviert. So warten immer noch ca. 2000 Negative von V100, ca. 1000 von V60 weitere 500 von Kleinloks und etliches "Strippengelumpe" auf Archivierung und Aufarbeitung ... und das bei miserabler Aufschreibung... :-(((

Rückblickend kann man sagen, daß noch Vieles fotografisch konserviert wurde - aber ähnlich Vieles zu schnell vergänglich war. Die endgültige Zäsur war zum 01.01.1992 - Loks mit Klebeziffern statt Pockauer Platten fotografieren??? NEIN - daß war nicht mehr meine geliebte Reichsbahn - sondern nur noch ein zum Tode verurteiltes Kunstobjekt, welchem man von oben herab seine letzte Würde, im treffendsten Sinne des Wortes, abgenommen hatte.

Zwar bin ich im Mai 1992 noch in den Thüriger Wald gefahren - um noch ein paar Nummernlücken (z.B. 118 623, 710 und 801) zu schließen - Spaß gemacht hat es keinen mehr.


Viele Grüße
Alex

http://www.imgbox.de/users/asrm62/neuetraktion.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:12:24:00:09:00.

Re: Mit der Hundelunge unterwegs

geschrieben von: Cossebaude

Datum: 24.12.14 09:22

Hallo Malo

Danke, das sind hübsche und interessante Bilder. Das Highlight ist natürlich der Ekkl in Zittau!

Gruss

Frank

Re: Mit der Hundelunge unterwegs

geschrieben von: Der Lange 250

Datum: 24.12.14 09:31

Morgen Markus,

das is ja wieder mal der Hammer!!! Ich habe Tränen in den Augen, super Bilder, diese passenden Anmerkungen dazu, Verbindungen zur heutigen Zeit, ich kann nich mehr!
Die Stoffbeutel, ich lach mich tot, aber so war und ist es...einfach nur herrlich!
Wann kommt dein erstes eigenes Buch...?

Danke, immer weiter so und schöne Weihnachten,

Gruss Micha!

Re: Mit der Hundelunge unterwegs

geschrieben von: TB77

Datum: 24.12.14 09:51

Ja richtig!
Den gibt es wirklich nicht oft aus dieser Entfernung zu sehen.
Zumal es gute DR-Güterwagenbilder nicht so oft gibt. Wirklich schade auch.

VG TB77

Re: Mit der Hundelunge unterwegs

geschrieben von: TB77

Datum: 24.12.14 09:55

Hallo Malo!

Danke für die vielen schönen 118er Bilder.
Es sind hier tatsächlich einige bekanntheiten dabei wie Görlitzer 114, Zittauer 203 etc.
Auch schöne Farbunterschiede sind zu erkennen mit den Ende der 80er Jahre lackierten hellroten Maschinen.
Vielen Dank!

VG TB77

Re: Mit der Hundelunge unterwegs

geschrieben von: kalte Reserve

Datum: 24.12.14 09:57

Hi malo !

Du hier, isses möglich ?

Was für ein Bericht ! In Bildern und Worten knapp vor Genial ..., die Bilder hab ich noch im Kopf,
sicher vielfach nicht so prima geworden. Für die " kreuz & quer Reisen " sparten damals, allerdings
ein paar Jahre vor Deiner Zeit, wenige Freifahrten noch die sonst dafür nötigen Aluchips. Das ging
auch gut damit quer Feld Beet, man sollte nur den Knipser beobachteten vorher. Allerdings machten
zu der Zeit vielfach die blauen Männchen noch Spirenzchen. Denke da speziell an eine Ecke in Deiner
Nähe, aber innerhalb der Umzäunung Ende 1968. Du kannst da sicherlich gedanklich folgen, Adf -Kms,
mehr sag ich nicht. Mehrere Versuche u. viele Stunden in der weißen Kammer haben mir da ein WE verhagelt.
Seis drum, Du hast die schönere Zeit erwischt mit mehr Bewegungsfreiheit aber erhöhten finanz. Einsatz.
Die Zeit werd ich nicht vergessen, sage nur Tankstellen in Nähe zum ehem. Zaun. Was die Zonenrandbauern
alles für Behältnisse hatten, die Tanksäulen waren ja zu dieser Zeit bei VEB Minol noch abgezählt ...

Ohne eine andere Passage Deines Berichts besonders zu vernachlässigen, unter der 111, die hat sich heute
bis ins Hauptstadtdorf gehalten.

Und Alex mit Bw-Hopping, ich lach mir krank, trifft aber die Sache relativ gut wegen der verpaßten
"Außenaufnahmen" !

Dank also, ganz GROSSER, mach weiter so u.
schönes Fest gewünscht u. guten Rutsch Dir u. Fam. von der kalten Reserve

Re: Mit der Hundelunge unterwegs

geschrieben von: ingo118

Datum: 24.12.14 11:30

Hallo Markus,

ein ganz hervorragender Bericht. Danke dafür.
Du hast es damals ganz richtig gemacht.

Gruß Ingo118

Re: Mit der Hundelunge unterwegs

geschrieben von: 50 3604-1

Datum: 24.12.14 12:00

Hallo.

danke für die tollen Bilder.
Es ist schon Wahnsinn was hier im HIFO manchmal zusammenkommt.
Gerade erst hat Wolfgang hier ein Bilder der zerschnittenen 118 111 im Bw Chemnitz präsentiert, da zeigst du die Lok ein gutes Jahr zuvor vorm Hauptbahnhof.
[www.drehscheibe-online.de]

Gruß André

http://www.krawalowa.de/DSO/sig/5036041sig2.png

Re: Mit der Hundelunge unterwegs

geschrieben von: Jörn

Datum: 24.12.14 13:21

Was für ein wunderbarer Beitrag in Bild und Wort!

Ich hab's nicht so toll getrieben wie du, aber auch für mich gab es kein Halten mehr, nachdem die Grenze offen war. Ja, und auch ich habe versucht, den Rest von DDR und Reichsbahn noch zu er-LEBEN. Erinnerungen und Begegnungen, die mir heute keiner mehr nehmen kann.

Vielen Dank dafür.

Und allen ein friedvolles Weihnachtsfest!
Seiten: 1 2 All Angemeldet: -