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Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.
Hallo zusammen,


die Beitragsreihe geht in die zweite Runde, und es dreht sich auch nochmal um den Bahnhof Altomünster, im dritten Teil wird es dann auf die Strecke gehen.
Diesmal steuerten auch Frank Stephani und Wolfgang Gutbrod noch einige interessante Bilder mit bei.

Teil 1 ist hier zu sehen: [www.drehscheibe-online.de]



http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS921/KBS921Data/628%20238%20in%20Altomuenster%201.jpg

1.) Altomünster am 5. April 2002. Der Umbau ist seit 1998 vollzogen, zwei Bahnsteiggleise enden stumpf vor dem restaurierten Bahnhofsgebäude, das bis heute gastronomisch genutzt wird.
Man kann dem alten Zustand nachtrauern, man kann aber auch sagen, dass hier eine funktionelle und auch ansprechende Bahnhofsneugestaltung gut gelungen ist.



http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS921/KBS921Data/928%20238%20in%20Altomuenster.jpg

2.) 628 238 (Bh Kempten) steht mit Steuerwagen voraus zur Abfahrt bereit. In welchem Zeitraum Kemptener Triebwagen hier eingesetzt waren und aus welchem Grund, weiß ich nicht.
Mühldorf sollte zu dem Zeitpunkt eigentlich genügend 628.4 gehabt haben.



http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS921/KBS921Data/628%20238%20in%20Altomuenster.jpg

3.) Abfahrt ins Gegenlicht. Der Zugschlußsender hat den Empfangsmagnet auf dem Gleis soeben überquert, das Signal ist schon auf 'Halt' zurückgefallen.
Lokschuppen und Lagerhaus sind längst Geschichte. Der Lokschuppen wurde 1993 abgerissen, das Lagerhaus stand noch etwas länger.



http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS921/KBS921Data/212%20039%20in%20Altomuenster.jpg

4.) Der SZB-Zugschlußsender hat im Laufe der Zeit seine Form geändert. 212 039 ist noch mit der ursprünglichen bügelförmigen Ausführung behängt. Ganz zu Beginn waren sie gelb lackiert.
Die spätere Ausführung hängt von der Kupplung nach unten, wie beim 628 auf Bild 2 zu erkennen ist.
Eine dritte mir bekannte Ausführung gibt es auf der Strecke Marktoberdorf – Füssen, dort ist es ein eher schnorchelartiges Gebilde.




http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS921/KBS921Data/218308_Altomuenster2_19940616.jpg

http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS921/KBS921Data/218308_Altomuenster_19940616.jpg

5. + 6.) 218 308 wartet mit 4 Wagen am 16. Juni 1994 auf die Abfahrt nach Dachau. Die 218er bildete die Übergangsphase
zwischen 212 und 628.




http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS921/KBS921Data/218308_Altomuenster3_19940616.jpg

7.) 218 308 bei der Ausfahrt. Der Lokschuppen samt Wohnhaus ist schon nicht mehr existent.



http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS921/KBS921Data/212083_Altomuenster_19930404.jpg

8.) Am 4. April 1993 war noch alles beim alten....



http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS921/KBS921Data/212032_Altomuenster_19930514.jpg

9.) ... während am 14. Mai 1993 nur noch ein Trümmerhaufen übrig ist.



http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS921/KBS921Data/86%20457%20in%20Altomuenster%201.jpg

10.) Im Oktober 1988 wurde das 75-jährige Streckenjubiläum gefeiert. 86 457 war am 22. und 23 Oktober 1988 mit einem Sonderzug auf der Strecke.
Außerdem kam erstmals eine 628.2-Doppelgarnitur zwischen Dachau und Altomünster zum Einsatz.

Hier steht die 86 gerade beim umsetzen an der Bahnhofsausfahrt neben dem Lokschuppen.



http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS921/KBS921Data/KA12675.jpg

http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS921/KBS921Data/KA12673.jpg

11. + 12.) Bekohlt wurde an dieser Stelle auch, was ich nicht festgehalten habe, dafür aber Frank Stephani.



http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS921/KBS921Data/41%201150%20in%20Altomuenster%202.jpg

http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS921/KBS921Data/52%208168%20in%20Altomuenster.jpg

13. + 14.) 25 Jahre später, zum 100-Jahr-Feier am 13. Oktober 2013 waren gleich zwei Großdampfer vom Bayerischen Eisenbahnmuseum Nördlingen auf der Strecke unterwegs.
41 1150 und 52 8168 jeweils an der selben Stelle wie die 86 auf den vorherigen Bildern, nur mit verändertem Umfeld.

Da es in Altomünster keine Umsetzmöglichkeit mehr gibt, stand 363 848 auf dem Abstellgleis vor dem 628 parat. Aber die hatte offensichtlich einen Motorschaden.
So wurde mit den beiden Dampfloks umgesetzt, was mehrere Sägefahrten mit beiden Zuggarnituren vor und hinter der Lok zur Folge hatte.



http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS921/KBS921Data/Altomuenster%20umsetzen%201.jpg

15.) Um noch einen Eindruck von dem Manöver zu bekommen, hier ein Blick von oben herab, womit auch gleich noch die Veränderungen im Umfeld deutlich werden.
Rechts das Hotel, eingerahmt vom gelben Kran, markiert die Stelle, wo früher das Fachwerk-Lagerhaus stand. Der Bahnübergang ist nur noch für Fußgänger.
Auch die Wohnbebauung dehnt sich weiter aus.

Die 52 drückt gerade den Zug für die 41 zurück zum Bahnsteig und hat ihre eigene Garnitur im Schlepptau. Die 41 wartet währenddessen auf dem anderen Bahnsteiggleis um anschließend
das selbe Procedere mit der Garnitur der 52 zu wiederholen, bis beide Maschinen wieder Richtung Dachau am Zug stehen.



http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS921/KBS921Data/Altomuenster%207.jpg

16.) Zum Vergleich, der Blick aus dem Zug im Sommer 1988 auf die Lokschuppenrückseite und das Lagerhaus.




http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS921/KBS921Data/86%20457%20in%20Altomuenster%202.jpg

http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS921/KBS921Data/86%20457%20in%20Altomuenster%203.jpg

17. + 18.) 86 457 dampft los in Richtung Dachau und passiert das Einfahrtsignal. Wie Bild 15 zeigt, ist die Wiese im Vordergrund heute bebaut und wird wohl noch mehr bebaut.
Ein unverstellter Blick auf die Ausfahrt wird nun also nicht mehr möglich sein.




http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS921/KBS921Data/1988-10-22_12%2086457_Sdz%20nAltomuenster1.jpg

19.) Ohne dass man sich kannte, stand Paul nur ein Stück weiter auf der Wiese, allerdings zu einer vorangehenden oder späteren Fahrt, da die Fensterbelegung an den Wagen unterschiedlich ist.



http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS921/KBS921Data/1988-10-22_0%20DB-Infoblatt.jpg

Der Flyer der ganzen Veranstaltung zum 75. Jubiläum.





Im nächsten Teil werden wir uns über Stumpfenbach nach Kleinberghofen bewegen.



Viele Grüße,
Georg

https://doku-des-alltags.de/banner/DSObanner01.jpg





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:04:23:13:13:43.

Re: Bf Altomünster, Fortsetzung (Dachau Bf – Altomünster, Teil 2 | 19 B)

geschrieben von: ehemaliger Teilnehmer

Datum: 22.04.14 12:18

Servus,
vielen Dank für die schönen Bilder aus der Nachbarschaft. Ich vermute schwer, dass die 628 aus Kempten 2002 auf der Strecke eingesetzt wurden, weil sie auf der Paartalbahn zwischen Augsburg und Ingolstadt nicht mehr zu gebrauchen waren und trotzdem irgendwo eingesetzt werden mussten: Nach dem Fahrplanwechsel 2001 mussten 218er im Sandwich ran, um den strammen Fahrplan zu halten, die 628 waren einfach zu schwach motorisiert. Die 218 waren eine Übergangslösung bis zur Lieferung der 642. Die konnten dann zwar den Fahrplan halten, blieben dafür aber öfter wegen Spritmangel liegen...
Seit Dez. 2009 fährt die BRB mit LINT 41.
Ahoj
Christian aus dem Schrobenhausener Land

Anmerkung zu 1988 und heute

geschrieben von: Dirk Mattner

Datum: 22.04.14 22:28

Servus Georg!

Zunächst einmal ein herzliches Dankeschön an Dich und Deine Helfer für diese Zusammenstellung.
Ein paar Aspekte waren für mich tatsächlich neu, obwohl ich doch glaubte durch die relative Ortsnähe einiges über die Strecke schon gewusst zu haben. Die lange Präsenz der V100 war mir so natürlich nicht entgangen, doch das auch die Hasenställe hier unterwegs waren hatte ich (leider) nie mitbekommen.
Die kurze V160-Epoche habe ich ebenfalls nicht in Erinnerung, wobei die mich weniger überrascht da diese (mit meist recht großzügig ausgestatteten) Kompositionen seinerzeit auch in anderen Revieren Südbayerns zu wildern begannen (z.B. vermehrt auf der Paartalbahn - aber dort waren es natürlich keine Mühldorfer).

Zu dem Flyer von 1988 sei noch daran erinnert warum der Termin kurzfristig vom 8./9. Oktober auf den 22./23. Oktober verschoben werden musste: Wenige Tage zuvor, am 3. Oktober 1988 ging der letzte Regent Bayerns, König Franz-Josef-Strauß (der Erste und Letzte), in die ewigen Jagdgründe während eben einer solchen.
Mit Staatstrauer und einem Staatsakt der in den vergangenen Jahrzehnten seinesgleichen sucht, wurde der MP in jenen Tagen zu Grabe getragen (nicht ohne zuvor über die Leopoldstraße durchs Siegestor zu ziehen).
Eine Lokalbahnfestivität wäre da wohl tatsächlich fehl am Platze gewesen.

Das sein Erzfreund Helmut Kohl zwei Jahre später ausgerechnet den 3. Oktober als den Tag der Deutschen Einheit terminieren sollte, kann man übrigens so oder so werten - oder einfach an einen Zufall glauben.



Soweit der Blick zurück.

Kommen wir zum Blick nach vorn:


Das diese Bahnlinie tatsächlich zu einer elektrifizierten S-Bahnstrecke ausgebaut werden soll fordert bislang noch eine Menge Phantasie ab. Diese Lokalbahn ist einfach zu "lokalbahnig" als das man sich flinke feuerote Quietschekisten im engen Großstadttakt auf dieser Schlängellinie vorstellen könnte. Etwas bange wird mir bei dem Gedanken wenn man sich dazu noch eichenstamm-dicke Betonmasten in dieser beschaulichen Bahnlandschaft vorstellen soll.
Bei jedem Besuch an der Strecke geht es mir so.

Das aber jetzt der Ausbau dieser Strecke sogar die Baureihe 420 in unsere Gefilden zurückführen wird und diese Züge genau dort ihre Runden drehen werden, hatte ich mir in den vergangenen Jahren nicht einmal auszumalen geträumt. Das höchste an Phantasie erlaubte noch die Vorstellung der Eröffnungsfahrt durch den 420 001, der für solche Anlässe wie geschaffen scheint. Das aber jetzt seine jüngsten Brüder für die nächsten Jahre den alltäglichen Berufsverkehr mit leisten dürfen... Wow!!

Auch wenn die Bürgermeister sich darüber echauffieren und man die Anwohner mit entsprechenden Rechtsbeistand bereits schon mit den Hufen scharren zu hören glaubt ("Kein S-Bahn Lärm durch alte Schrottzüge" o.ä. - da wette ich was!) - wenigstens ICH freue mich auf die 420er! Und zwar "unbandig"!! :-))



Zum Ende der legendären Lokalbahn kommt aber natürlich etwas Wehmut auf. So machte ich mich am 9. April abends an Bord eines "Mofas" nochmals auf den Weg nach "Alto". Hier der bekannt-vertraute Blick aus dem Zug, kurz vor der Ankunft:
http://et420-online.de/03einsatz/1-wmsth/d_pic/2014-04-09_IMG_2603_628591-mamt_1280x853_dm.jpg
Blick aus 628 591 auf St. Alto (ohne Gänsefüßchen – heißt wirklich so).
Hoffentlich wird man auch aus dem hl.ET diesen Blick genießen dürfen, wo doch heute bei solchen Ausbaugelegenheiten gerne Mauern hochgezogen werden…

http://et420-online.de/03einsatz/1-wmsth/d_pic/2014-04-09_IMG_2617_bauschild-mamt_1280x853_dm.jpg
Bitteschön: Alle weiteren Informationen zum kommenden Ausbau, hier am Bahnhof Altomünster.
Wenn man aus den Bildern der heilen Welt von Max dem Maulwurf etwas für die Realität herauslesen wollte, dürfte man doch auf Stahlgittermasten für die Strecke hoffen. Die dargestellte Einfachfahrleitung erlaubt jedoch eine rasche Einordnung dieser Einschätzung. ;-)

Hoffen wir dennoch das Beste!



Viele Grüße,
Dirk


PS. Auch ich wollte in den nächsten Tagen meine gesammelte (und zumeist bereits veröffentlichte) Bilderschau zur Linie A raushauen. Das passt jedoch nicht ins HiFo, dafür sind die Bilder doch noch zu aktuell (also dann doch eher das SiFo).

Wo S-Bahn draufsteht, sollte auch ET420 drin sein_______________________________

http://www.et420-online.de/banner2.gif





3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:04:23:00:17:52.

Lokalbahn und der 420

geschrieben von: Isartalbahner

Datum: 23.04.14 02:53

Servus Dirk!

Sooooo ganz abwegig ist das ja nicht, denn spätestens deit dem 31. Mai 1981 hatte unser Heiligtum das Vergnügen, sich auf einer Lokalbahn zu bewähren - "meiner Isartalbahn" - und das hat primstens funktioniert!

In puncto Hasenkästen erwartet Dich noch einiges, versprochen ;-

Gut, dass Du dran erinnerst, warum der ursprüngliche Termin verschoben wurde.
Als der 420 001 vor 4 Jahren wieder in den Zwischen-Ruhestand verabschiedet wurde, fuhr er durch die ganze Stadt. Für den Oberbazi reichte die Schwabinger Flaniermeile aus, basta!
Fazit: nur die Besseren überleben...

Ein ganz positiver Nebenaspekt der Chose:
die Ludwig-Thoma-Pendellinie soll ja zur S 22 werden, damit entfällt endlich die unsäglich schlecht gewählte Linienbezeichnung S A (> KZ Dachau!).
Obwohl es damals schon viele Proteste aus allen Bevölkerungsschichten gab, wurde dies nie geändert.


Viele Grüsse,
PM - der Isartalbahner
Hallo Djosh

vielen Dank für die beiden Beiträge und ich freue mich schon auf den dritten Beitrag.
Ich kann mich noch an ein Streckenjubiläum, ich denke das war das von Dir gezeigte 1989 erinnern, im Dachau Bahnhof stand die 116 009-2.
Einmal pendelte auch die 41 018 zwischen Dachau und Altomünster.

Durch den Umbau verliert die Strecke einiges vom bisherigen Erscheinungsbild, die Bahnsteige werden barrierefrei ausgebaut und die Strecke wird auf den neuesten technischen Stand umgerüstet.
Die bisher noch zahlreich die Strecke säumenden Telegrafenmasten weichen größtenteils den neuen Oberleitungsmasten, (etwa 600 neue Oberleitungsmasten für ca. 30 km Oberleitung).
Gleichzeitig wird die Strecke zwischen Bachern und Schwabhausen, sowie bei Erdweg zweigleisig ausgebaut, um einen Halbstundentakt zu ermöglichen.
Der bisherige Kreuzungsbahnhof Markt Indersdorf wird wieder eingleisig zurückgebaut, (was ich unverständlich finde),
außerdem fünf erneuerte Eisenbahnunterführungen, vier angepasste Straßenüberführungen, zwei sanierte Stützbauwerke, 15 erweiterte Durchlässe und 16 umgebaute Bahnübergänge.

Freundliche Grüße
Lines

https://abload.de/img/s3-6nrdlingen_54ozktg.jpg

Wer Linie A sagt, sollte auch Linie B sagen...

geschrieben von: Dirk Mattner

Datum: 23.04.14 18:42

Servus Isartalbahner!

Du hast natürlich recht, es gibt schon längst auf S-Bahn aufgebohrte Lokalbahnen um München.
Da kommt die Gnade der späten Geburt ins Spiel das ich diese Strecken nicht in ihrem früheren Zustand kennengelernt habe:

- Giesing-Kreuzstraße
- Markt Schwaben-Erding
- Daglfing-Ismaning
- Pasing-Herrsching
und nicht zuletzt
- die Isartalbahn

Letztgenannte konnte zumindest in der Pre-S-Bahn-Ära bereits auf Teilstrecken elektrischen Zugbetrieb vorweisen. Dazu kam auch so manches S-Bahnähnliche Fahrzeug dort schon sehr früh zum Einsatz. Aber wem erzähle ich das? ;-)


Das mit der Linie A ist tatsächlich ein Treppenwitz. Nicht nur die angesprochene Assoziation (Motto: "Mit der S A nach Dachau fahren!") stellt dieses Marketingkonstrukt in Frage, sondern die gesamt Idee dahinter ist nicht schlüssig.
Wenn der MVV mit einer Linienbezeichung "A" beginnt, wo bitte verläuft dann die Linie "B"?
Wenn mit dem "A" aber Altomünster gemeint ist (was vielerorts als Erklärung dient), warum ist der Filzenexpress dann nicht zur Linie "W" erkoren worden? Auch die MVV-Verbindung von Kreuzstraße nach Holzkirchen hätte eigentlich das Anrecht auf einen eigenen Buchstaben (eine "H"-Bahn gibt es zwar schon in Deutschland, aber eine Verwechslungsgefahr bestünde durch die Ortsferne kaum).

Nun, der HVV in Hamburg kennt auch "A"-Linien, die dort von der AKN betrieben werden. Immerhin hat man sie dann auch konsequenter Weise durchnummeriert. Eine "A1" nach Altomünster wäre aber immer noch wenig logisch gewesen, da die "A2" dann eigentlich hätte erfunden werden müssen. Vielleicht hätte man sich eher an den benachbarten AVV halten sollen, der seine Regionallinien als "R1" bis "R8" durchnummeriert.
Da der MVV aber seinerzeit die modernisierte Lokalbahn schon unbedingt als S-Bahn klassifizieren wollte (wohl um einen Vorteil im Marketing zu erlangen), hätte man die Strecke schon damals z.B. als S22 verkaufen können. Die Vorläufer-S-Bahnen im Münchner Süden wurden ja in den 70er Jahren ebenfalls mit zweistelligen Nummern so vermarketet (und dennoch erkennbar von den Voll-S-Bahnen abgesetzt).
Der FVV - dessen krude Philosophien (Tarifwirrwar etc.) heute noch im RMV weiterleben - hatte alle Regionallinien in seinem Einflussbereich damals ebenfalls als S-Bahnen klassifiziert. Alleine das Wissen der Fahrgäste um "echte" und "unechte" S-Bahnen, die zweistelligen Nummern und die Farbkennzeichnungen im Liniennetz (nur die mit den 420er waren auf dem Plan auch farbig dargestellt!) konnte helfen die Angebote zu unterscheiden.

Stichwort Unterscheidung: Warum nun der MVV unbedingt den Linienast nach Altomünster ebenfalls als S2 bezeichnen möchte, erschließt sich mir noch nicht. Erst hat man krampfhaft versucht mit der Bezeichnung "Linie A" ein Alleinstellungsmerkmal zu verkaufen und jetzt soll es in Zukunft gar keine Unterscheidung mehr geben?
Viel Vergnügen mit den orientierungslosen Fahrgästen die dann zwar öfters im falschen Zugteil, aber dennoch nicht auf der falschen Linie unterwegs sein werden!

Naja, die Genossen in Moskau werden sich schon etwas dabei gedacht haben... ;-)


Viele Grüße,
Dirk



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:04:23:18:53:06.

Jaja, der MVV...

geschrieben von: Isartalbahner

Datum: 23.04.14 19:45

Servus Dirk,

gehört zwar nicht zum Urthema, aber weil Du sehr genau drauf eingehst, noch meinen Senf dazu.

Sicher kenne ich die (alte) S 22 noch!
War ´ne Gaudi, mit 5000 PS und drei Silberlingen durch den Münchner Süden zu flitzen.
Mal so als Vergleich, was ich Dank einem alten Kämpen, den ich schon aus den Dampfzeiten der Isartalbahn kannte, auf der S 22 im Führerstand des Steuerwagens miterleben durfte. Obwohl kein Dampfer, machte ihm die Fahrerei mit der Vierziger Spass - „wea si ned glei hihockt, den hauts durch´n Zug“ - so seine Erklärung zur Beschleunigung. Halt in Großhesselohe Staatsbahnhof, die Isarüberquerung Richtung Deisenhofen stand an. Vom Steuerwagenstandort im Bahnhof bis zum westlichen Brückenkopf waren es knapp 80 m, die Brücke selbst misst 260 m. Am östlichen Brückenkopf zeigte der Tacho 98 km/h...

Dem MVV haben wir ja nicht nur die S "A" zu verdanken, sondern auch den Fake namens S 12.
In offiziellen Fahrplantabellen nicht verzeichnet und schon gleich zweimal nicht auf Zugzielanzeigern in Bahnhöfen oder auf den Zügen.
Im Endeffekt waren es die SIEMENS-Züge(!), erst im September 1980 verschwand der Witz vom Papier.
So isser, der Münchner Verhau Verein und seine Kapriolen...


Viele Grüsse,
Paul

Re: Jaja, der MVV...

geschrieben von: dampfplauderer

Datum: 24.04.14 09:47

Isartalbahner schrieb:
-------------------------------------------------------
> Servus Dirk,
>
> Sicher kenne ich die (alte) S 22 noch!
> War ´ne Gaudi, mit 5000 PS und drei Silberlingen
> durch den Münchner Süden zu flitzen.
> Mal so als Vergleich, was ich Dank einem alten
> Kämpen, den ich schon aus den Dampfzeiten der
> Isartalbahn kannte, auf der S 22 im Führerstand
> des Steuerwagens miterleben durfte. Obwohl kein
> Dampfer, machte ihm die Fahrerei mit der Vierziger
> Spass - „wea si ned glei hihockt, den hauts
> durch´n Zug“ - so seine Erklärung zur
> Beschleunigung. Halt in Großhesselohe
> Staatsbahnhof, die Isarüberquerung Richtung
> Deisenhofen stand an. Vom Steuerwagenstandort im
> Bahnhof bis zum westlichen Brückenkopf waren es
> knapp 80 m, die Brücke selbst misst 260 m. Am
> östlichen Brückenkopf zeigte der Tacho 98 km/h...
>
> Dem MVV haben wir ja nicht nur die S "A" zu
> verdanken, sondern auch den Fake namens S 12.
> In offiziellen Fahrplantabellen nicht verzeichnet
> und schon gleich zweimal nicht auf
> Zugzielanzeigern in Bahnhöfen oder auf den Zügen.
> Im Endeffekt waren es die SIEMENS-Züge(!), erst im
> September 1980 verschwand der Witz vom Papier.
> So isser, der Münchner Verhau Verein und seine
> Kapriolen...
>
>
> Viele Grüsse,
> Paul


Servus Isartalbahner

an die S10 und S22 kann ich mich auchnoch ganz dunkel erinnern, nur die S12 blieb mir verwehrt, da sie nicht überall, besonders dort wo ich Ein- und Aussteigen musste, hielt.
Ich dachte die S22 war immer mit der BR 141 bespannt? Eine BR 140 auf den Linien ist mir neu.

Freundliche Grüße
Lines

https://abload.de/img/s3-6nrdlingen_54ozktg.jpg

Nochmal zu S 10, S 22 und S 12

geschrieben von: Isartalbahner

Datum: 24.04.14 20:32

Hallo Lines,

die S 10 war ja die eigentliche Isartalbahnlinie Mü Hbf Holzkirchner Fbf - Wolfratshausen.
Seit die Strippe 1960 Wolfratshausen erreichte, war die E 41 das Zugpferd auf der Linie, ab 1972 dann als S 10 bezeichnet.
Erst nach der Anbindung der Südstrecken mittels Tunnel im Bereich der Donnersberger Brücke 1981 war Schluss mit der S 10, E 41 und Wendezügen.
Nun lief das ganze als S 7 und mit dem Heiligtum als Standard!

Aus der wendezuggeführten S 22 wurde zum gleichen Zeitpunkt die S 27, nun auch mit 420ern.
Auf der S 22 waren ursprünglich nur 140er am tun, später durchmischt mit 141ern.

Die S 12 als solche gab es ja nur in den Köpfen der MVV-Kaschperl, nicht aber als Linienbezeichnung auf Fahrzeugen oder Zuganzeigern.
Auch gab es keine Fahrplantabelle S 12, die schon erwähnten SIEMENS-Züge waren zugnummernmässig in den Streckentabellen integriert, auf denen sie fuhren.


Ich hoffe, dass mir die Historie gelungen ist und bei Dir damit die letzten Unklarheiten rausgewischt sind ;-)


Beste Grüsse
PM - der Isartalbahner
Servus Georg,

Mitte der 80er war ich mehrmals an der Strecke, die 211 mit yl-Wendezügen und Üg-Züge mussten ja verewigt werden. Auch am 23.10.1988 habe ich entgegen aller Gewohnheit Dampfzüge beim Streckenjubiläum aufgenommen, aber mein eigentliches Interesse galt den neuen 628.

Mit 218 308, die ja noch lange rot war, ist ja auch ein Schmankerl vertreten.

Ich freue mich auf die Fortsetzung.

Beste Grüße
Klaus
Hallo,

sehr gelungen, diese Vergleiche zwischen "früher" und "ganz früher". Schön auch die Wagen der Sonderzüge.

Grüße aus dem Norden - Helmut (ICE).