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?BR 03.10 n.K. der DB, warum Leichtbaulaufradsätze?

geschrieben von: HeinzH._MS

Datum: 25.11.13 08:50

Moin Freunde,
da ich diesen Thread nicht "kapern" möchte meine ich, daß es das Beste ist, zum Thema der Leichtbaulaufradsätze an den vorderen Laufgestellen vieler neubekesselten Lokomotiven der BR 03.10 einen gesonderten Thread aufzumachen. Dem genannten Thread zu Leichtbaulaufradsätze an der BR 64 entnehme ich, daß bezüglich der BR 03.10 n.K. der DB folgende Fragen einer Klärung bedürfen...

1. Durchmesser der vorderen Laufräder, auf diesem Foto wirken sie, wie schon erwähnt, kleiner im Durchmesser als 1000mm während sie auf meinem Foto der 03 1056, am Kolbenstangenschutzrohr orientiert wie 1000mm wirken. In der mir bekannten Literatur ist auch ein Durchmesser von 1000mm angegeben.
2. Grund für die Ausrüstung etlicher 03.10 n.K. der DB mit Leichtbaulaufradsätzen:
Bei der BR 03.10 handelte es sich um eine Lokomotive mit "Publikumskontakt" und die Leichtbaulaufradsätz machten die an sich ebenso attraktive wie grazile Lok zwar unverwechselbar aber nicht eben schöner, zumal die Leichtbaulaufradsätze gleich im "Doppelpack" daherkamen.
- Bestand ein Mangel an konventionellen Speichen-Laufradsätzen mit 1000mm Durchmesser?
- Wo verblieben die Speichen-Laufradsätze, mit denen die 03.10 vor der Neubekesselung ausgerüstet waren?
- Konnte die Industrie, falls keine Speichen-Laufradsätze mit 1000mm Durchmesser als AW-Lagerbestand verfügbar waren, im Neubekesselungszeitraum zwischen 1957 und 1961 keine solchen herstellen/liefern?
3. Herkunft der Leichtbaulaufradsätz der 03.10 n.K.:
- Handelt es sich um vorhandene Bestände oder wurden sie eigens für die neubekesselten 03.10 hergestellt?
- Handelt es sich um modifizierte Wagenlaufradsätze?

Ich bin gespannt auf euer Wissen in diesen Fragen,
Gruß aus Münster,
HeinzH.



7-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:11:25:12:02:46.
Moin,

Wagenradsätze haben in der Regel den Achsschenkel außen, die Vorlaufradsätze innen auf der Achswelle. Was soll am da "modifizieren"?


Ansonsten staune ich über die interessanten Mutmaßungen hinsichtlich der eingebauten Laufkreisdurchmesser.

Grüße
Egon
Moin Egon!

Egon Ehlberg schrieb:
-------------------------------------------------------
> Moin,
>
> Wagenradsätze haben in der Regel den Achsschenkel
> außen, die Vorlaufradsätze innen auf der
> Achswelle. Was soll am da "modifizieren"?

Vielleicht kann man diese Radscheiben auf andere Achswellen aufschrumpfen(?)

> Ansonsten staune ich über die interessanten Mutmaßungen hinsichtlich der eingebauten
> Laufkreisdurchmesser.

Ich selbst kann mir "eigentlich" auch nicht vorstellen, daß es 03.10 mit einem Laufkreisdurchmesser von 850mm gab, auf manchen Fotos wirkt es, zu Mindestens "optisch" allerdings so, als ob das Kolbenstangenschutzrohr recht hoch über den vorderen Laufrädern zu stehen scheint. Können neue Radreifen auf den Kuppelachsen bei gleichzeitig abgefahrenen Radreifen der vorderen Laufräder diesen Eindruck hervorrufen?
Gruß aus Münster,
HeinzH.



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:11:25:09:47:13.

Re: Zu Frage 850mm vs 1000mm Vorläufer

geschrieben von: ytracks

Datum: 25.11.13 10:12

Das Foto mit den mutmaßlich kleinen Vorläufern bietet einige Indizien. Die Puffermitte kann mit etwas mehr als 1000mm über SO angenommen werden. Auf vielen Zeichnungen ist 1065 angegeben, was ich aber nur bei einer Maschine ohne Wasser, also im Auswaschstand, für realistisch halte. Ich unterstelle, das die Bahn bei Dampfloks die Puffermitte auf 1000mm angepeilt hat (Spiel war in meiner Erinnerung 950mm bis 1065). Das Kolbenstangenschutzrohr sollte in seiner Mitte auch bei 1000mm plus minus rauskommen. Die Zylinder gehören zu den gefederten Massen und bewegen sich in ihrem Höhenspiel zusammen mit dem Fahrwerk. Abgefahrene Kuppelräder beeinflussen die Höhe der Kolbenstangenschutzrohre in der selben Richtung, d.h. sie verbleiben auf relativer Höhe zur Achsmitte. Für den Effekt des fraglichen Fotos müssten wir also neue Radreifen auf den Kuppelachsen haben und gleichzeitig grenzwertig abgefahrene Radreifen auf den Vorläufern. Aber selbst dann können die Vorläufer nicht auf einen Wert unter 960mm Durchmesser fallen. Auf dem Foto ist die Differenz aber grösser. Die aus meiner Sicht logische Konsequenz ist das dort 850mm Vorläufer eingebaut sind.

Viele Grüße

Ytracks

Die Leichtlaufradsätze der 03.10

geschrieben von: ulrich budde

Datum: 25.11.13 11:08

Liebe Leute,

die Diskussion um die Leichtlaufradsätze im Vorlauf-Drehgestell der 03.10 nimmt ja langsam kuriose Züge an. Um es klarzustellen: Wir reden hier über das Vorbild, die "richtige" Eisenbahn, nicht über Modellbahn !!

Erstens:
Die Vorläufer der 03.10 hatten einen Nenndurchmesser von 1000 mm; bei allen Loks zu jeder Zeit.
Wie immer es auf einzelnen Fotos aussehen mag: 850 mm sind Unsinn (um es ganz höflich auszudrücken). Die Verwendung von kleineren Radsätzen, und sei es nur zeitweise, lässt sich mit der Abstützung der Lok auf das Drehgestell, sowohl bezüglich der vertikalen als auch horizontalen Federung und Führung, überhaupt nicht technisch realisieren, bzw. hätte einen ganz erheblichen Umbauaufwand erfordert.

Zweitens:
Die Verwendung oder auch Nicht-Verwendung von Leichtlaufradsätzen unter dem Gesichtspunkt des Erscheinungsbildes der Lok – das hat seinerzeit ganz sicher keine entscheidende Rolle gespielt, sondern war allenfalls ein nach-nachrangiges Kriterium.

Drittens:
Was waren denn nun die Vorzüge der Leichtlaufradsätze? Wie der Name schon sagt, sie waren leicht; deutlich leichter als gleich große Speichenradsätze, auch wenn ich momentan den genauen Gewichtsvergleich nicht zur Hand habe. Und leicht ist im Fahrzeugbau immer gut, besonders bei schnellfahrenden Maschinen und wenn es, wie hier, um nichtabgefederte Massen geht.
Dazu kommen, im 64er-Thread bereits angesprochen, die geringeren Herstellkosten.
Was das Werkstättenwesen natürlich nicht so gerne sah: Die Monobloc-Bauweise ohne aufgezogene Radreifen machte das Rad nicht nur leicht, sondern eben auch als Ganzes zu einem Verschleißteil, welches bei abgefahrenem Radkranz komplett ersetzt werden musste.

Viertens:
Ob die Radscheiben der Leichtlaufradsätze bei den Loks identisch waren mit denen bei (Güter-)Waggons entzieht sich meiner Kenntnis – es liegt allerdings nahe, dass dieses genau so war. Damit wären auf jeden Fall erhebliche Einsparungen bei den Beschaffungskosten möglich geworden. Ein Umbau von Waggonradsätzen ist aber auf jeden Fall auch Blödsinn.

Fazit:
Bei der Rekonstruktion der 03.10 durch die DB ging es darum, gleichzeitig mit dem notwendigen Ersatz des alten Kessels aus St47K eine moderne Lokomotive für den Fernschnellzugverkehr über große Distanzen bereitzustellen. Da waren Leichtlaufräder, Kohlennachschubvorrichtung usw. die logische Konsquenz. Wäre da nicht das leidige Problem mit dem Heißdampfregler gewesen, dass man aus heute unerklärlichen Gründen im Gegensatz zur BR 41 mit gleichem Neubaukessel nie in den Griff bekam, hätten die 03.10 womöglich zu den letzten Dampfern der DB gehört.

Persönliches:
Dass ich die DB 03.10 mit Neubaukessel für eine der formschönsten Dampflokomotiven halte, die je auf deutschen Gleisen unterwegs waren, ist natürlich reine Geschmackssache. Allerdings weiß ich mich da in guter Gesellschaft ;-))
Deswegen möchte ich meinen Kommentar nach so viel Text noch mit einem herrlichen Bild meiner Lieblingslok abschließen, welches mein Freund HS am 25.04.59 im Bahnhof Mülheim Styrum aufs Celluloid bannen konnte:

http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diverses/b01-03_1009.jpg


Abschließend bitte ich um Verständnis, dass ich mal wieder den Schienenfahrzeug-Ingenieur raushängen lassen musste und vorsorglich um Entschuldigung für manch spitze Formulierung. Aber eine derart absurde Diskussion und dann noch in Verbindung mit meiner Lieblingslok – da musste ich einfach mal Dampf ablassen.

Nix für ungut und einen schönen Tag noch,
Ulrich B.





2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:11:25:11:42:23.

Heißdampfregler

geschrieben von: butzi

Datum: 25.11.13 11:27

Danke für Deine Ausführungen, Ulli (und Dein Outuing)
Ich selber habe auch ein Faible für Neubaukesseldampfer....

Gibt es denn keine (Werkstatt)Aufzeichnungen mehr, die Rückschlüsse auf die Ursache der Probleme bei der 03.10 zulassen ?
Immerhin sind ja noch einige Kessel diesen Typs bei 042ern im Einsatz. Oder gibt es in diesem Bereich vielleicht doch Abweichungen in der Bauart ?

Die Vorstellung, die 03.10er wären mit die letzten Dampfer bei der DB geworden ist fast so schön wie eine solche in Stahlblau :-)

Lokomotive mit Publikumskontakt?

geschrieben von: Cargoknipser

Datum: 25.11.13 11:32

Man lernt immer wieder etwas Neues dazu? So etwas habe ich ja noch nie gehört. Sicherlich gab es in manchen Lokfabriken ästetische Ingenieure, die auf ein bestimmtes Aussehen Wert gelegt haben, sobald aber die Maschine im harten Altagseinsatz stand, galten andere Regeln. Selbst die von Max Baumberg umgebauten Reko 01, liefen zum Teil mit unterschiedlichen Radsätzen (Speiche, Boxbok, Scheibe). Außerdem muß man in das Kalkühl ziehen, das Reparaturen an den Maschinen in AW oder in normalen BW erfolgten. In AW's gab es sicherlich gleichwertige Ersatzteile, in den BW's wurde genommen was da war. Die Lok musste so schnell wie möglich in den Betriebsdienst, da hat man sich wenig darüber Gedanken gemacht, ob da ein Speichenradsatz oder eine Vollscheibe publikumsgerecht aussieht. Daher kann ich mir kaum vorstellen, das die Scheibenräder der DB 03 irgendwas mit Publikumsverkehr zu tun hatten. Vermutlich gibt es andere Gründe. Ich weis nicht, ob die Dreizylinder 03 bei den Vorläufern zu Speichenrissen neigten? Die DR 03 waren da jedenfalls nicht auffällig.

VG Günter

Re: Die Leichtlaufradsätze der 03.10

geschrieben von: HeinzH._MS

Datum: 25.11.13 12:24

Moin Ulrich,
vielen Dank für Deine Antwort! In der in meinem Besitz befindlichen Literatur zur 03.10 ist an keiner Stelle näher auf die Leichtbaulaufradsätze der neubekesselten 03.10 der DB eingegangen worden*. Weil es mich erstaunte, daß dieses auffällige "Ausstattungsmerkmal" nicht schon früher zu Nachfragen führte, traute ich mich, zu fragen was bisher offenbar keiner zu fragen wagte. Frei nach dem bekannten Motto halt: "Es gibt keine dummen F......" :-)
Gruß aus Münster,
HeinzH.



*Beispielsweise war mir bis zu Deiner Anwort nicht bekannt, daß die Leichtbaulaufradsätze in Monobloc-Bauweise ausgeführt waren.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:11:25:12:26:29.

Re: Die Leichtlaufradsätze der 03.10

geschrieben von: ytracks

Datum: 25.11.13 12:32

ulrich budde schrieb:
-------------------------------------------------------
> Erstens:
> Die Vorläufer der 03.10 hatten einen
> Nenndurchmesser von 1000 mm; bei allen Loks zu
> jeder Zeit.
> Drittens:
> Was das Werkstättenwesen natürlich nicht so gerne
> sah: Die Monobloc-Bauweise ohne aufgezogene
> Radreifen machte das Rad nicht nur leicht, sondern
> eben auch als Ganzes zu einem Verschleißteil,
> welches bei abgefahrenem Radkranz komplett ersetzt
> werden musste.
>
> Abschließend bitte ich um Verständnis, dass ich
> mal wieder den Schienenfahrzeug-Ingenieur
> raushängen lassen musste und vorsorglich um

Einem Ingenieur ist nicht zu schwör :-)

Wo hat denn der Herr Schienenfahrzeugingenieur her das die Leichlaufradsätze Monobloc Radsätze waren? Die gab es bei der DB m.W erst mit der E03 bzw 103, also frühestens 10 Jahre später. Zur Dampfloktechnik gehören auch die aufgeschrumpften Radreifen. Bitte erhellen sie mich doch mit Quellenangabe zum Monobloc Radsatz der 03.10. Natürlich die der richtigen Bahn, nicht der Modellbahn.
Achso, ich habe das fragliche Foto vergrößert und die Maßlinien nachgezeichnet, es sind 1000er Radsätze.

Viele Grüße,

Ytracks



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:11:25:15:54:17.

Re: Zu Frage 1 nach dem Laufkreisdurchmesser

geschrieben von: Mikado-Freund

Datum: 25.11.13 12:47

Moin Heinz,

nachdem dereinst die Bochumer P 8 neue Radreifen bekommen hatte, war es notwendig, zum Ausgleich der unterschiedlichen Radreifendicke zwischen Drehgestell und Kuppelachsen an den Stößeln der Schwanenhalsträger 4 Stück Distanzscheiben einzubauen [www.drehscheibe-foren.de].

Wenn ich mir nun aber vorstellen soll, daß auf Grund Deiner These gleich 150 mm Höhenunterschied ausgeglichen werden sollen …

Ich habe mir das Bild der 03.10 [www.heinzherrmann.com] mal angesehen und halte die Rückschlüsse auf den Raddurchmesser schlicht für falsch.

Da ist m.E. derart viel Schatten im Bereich des Kolbenstangenschutzrohres vorhanden, daß man das vollständige Vorlaufrad (bzw. dessen Oberkante) überhaupt nicht ausmachen kann und deswegen für eine schlichte optische Täuschung.

Zudem stellt sich sofort die Frage nach dem Sinn einer solchen Aktion an einer für 140 km/h ausgelegten - und „gerade erst” aufwendig umgebauten Lok, war doch bei den Einheitslokomotiven u.a. die Geschwindigkeitserhöhung > 120 km/h der Grund dafür, daß man von 850 mm auf 1000 mm Raddurchmesser gegangen ist.



Gruß nach Münster

Walter
_______________
(Edit: vergessenes Wort nachgetragen)

[Es hemmt den Lesefluß, wenn man ein Posting öffnet und danach erst einmal auf die Suche nach dem Satzanfang gehen muß.
Beitragsüberschriften sind nicht der geeignete Platz für Satzanfänge!]




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:11:25:12:50:50.

Re: Heißdampfregler

geschrieben von: S&B

Datum: 25.11.13 14:40

>>Gibt es denn keine (Werkstatt)Aufzeichnungen mehr, die Rückschlüsse auf die Ursache der Probleme bei der 03.10 zulassen ?
>>Immerhin sind ja noch einige Kessel diesen Typs bei 042ern im Einsatz. Oder gibt es in diesem Bereich vielleicht doch Abweichungen in der Bauart ?

Ich habe den Verdacht, daß die Abweichung möglicherweise in den Köpfen der Hagener "Schwarzen" -gegenüber Osnabrückern, Rheinern- lag.
die wollten den neumodischen Kram scheints nicht- "un dann kann dat auch nix werden"
Grüße
Ulrich

Re: Heißdampfregler

geschrieben von: 01 1066

Datum: 25.11.13 15:02

Moin Ulrich, moin @ all,

das Thema ist auch hier auf DSO-HiFo schon mehrfach "durchgekaut" worden (ich finde jetzt auf die Schnelle die Links nicht, vielleicht kann Walter helfen).

Es kam wohl vieles zusammen:
- der Traktionswechsel machte immer mehr Dampflokomotiven überflüssig (so die 03.10 in Hagen);
- die Neubauloks (und viele Loks mit Neubaukessel) gerieten daher in den "Strudel" der auslaufenden Unterhaltung (sukzessive wurden zunächst keine L 4, dann keine L 3 mehr genehmigt), davon waren eigentlich alle Neubaulokomotiven und viele NK-Maschinen betroffen;
- für die Bereiche in denen noch für ein paar Jahre Dampfloks eingesetzt wurden, wollte man keine angeblich oder tatsächlich komplizierten und technisch anfällige Bauarten (die 03.10 hatte da leider einen schlechten Ruf);
- für die 03.10 gab es ab Ende der 1960er Jahre schlicht kein Einsatzgebiet mehr (hätte man sie genutzt, wären andere Baureihen überflüssig geworden).

Der Heißdampfregler war da sicherlich nur ein Argument.

Das Phänomen, daß der identische Kessel auf der 41 Öl wesentlich weniger Anstände machte, mag tatsächlich an der pfleglicheren Behandlung der 41, der langjährigen Stationierung bei nur wenigen Bw (Kirchweyhe, Osnabrück, Rheine) und den vor allem in den letzten zehn Jahren vergleichsweise anspruchslosen Streckenprofilen der von Rheine ausgehenden Strecken (wie ist Niedersachsen denn so als Land - flach!) gelegen haben, obwohl die 41 Öl ja auch immer wieder als 01.10-Ersatz herhalten mußten.

Re: Zu Frage 1 nach dem Laufkreisdurchmesser

geschrieben von: Roststab

Datum: 25.11.13 15:03

Walter, der erforderliche Ausgleich war bei etwa 20 mm. Also vergleichsweise wenig. Wenn ich das noch recht in Erinnerung habe, ging das in der beschriebenen Art auch nur bei dem preußischen (hannoveraner) Drehgestell. Bei Einheitsdrehgestellen sind Platten zum unterfüttern anzuschweißen. Aber ich halte mich aus der Diskussion raus. Ich verstehe ja nichts von Dampfloks.

Re: Die Leichtlaufradsätze der 03.10 - @ytracks

geschrieben von: ulrich budde

Datum: 25.11.13 16:50

Hallo ytracks,

es ehrt Dich, dass Du's mit Humor nimmst und nun auch selber zu dem Schluss gekommen bist, dass 850 mm Laufrad Durchmesser nicht sein kann. Darauf hinzuweisen war mein Hauptanliegen.

Scheibenrad mit aufgezogenem Radreifen oder Monobloc - das ist ein Nebenkriegsschauplatz, auf den ich mich erst gar nicht begeben möchte. Dafür, dass die Leichtlaufradsätze der Dampfloks mit Monoblocrädern ausgestattet waren, habe ich leider auch keine zuverlässigen Quellen. Ich leite das lediglich aus der Annahme ab, dass hier die gleichen oder wenigstens in der Bauweise sehr ähnliche Räder wie bei den Güterwagen-Radsätzen verwendet wurden, und das waren nun mal Monoblocs. Der Hinweis auf die Diskussion bei der 103 ist berechtigt, aber hier ging es auch um Treibradsätze - 1250 mm Durchmesser mit eingesetzten Zapfen für die Drehmomentübertragung. Die waren als Spezielanfertigungen um Größenordnungen teurer als so ein "lumpiger" Scheibenrad-Vorläufer, der lediglich einer geringen Abnutzung durch die Laufradbremse (noch dazu mit reduziertem Anpressdruck) unterlag. Bei Triebfahrzeugen liegt der Vorteil der Monobloc-Radsätze in der geringeren unabgefederten Masse, weshalb heute nur noch diese Bauart verwendet wird.

Ein schönen Tag noch,
Ulrich B.

Re: Die Leichtlaufradsätze der 03.10 - @ytracks

geschrieben von: ytracks

Datum: 25.11.13 18:52

No bother wie der Schotte sagt, oder so ähnlich :-) Und ohne Humor, Selbstkritik und auch Selbstironie funktioniert es meistens auch im realen Leben nicht. Es gibt auch eine gewisse Varianz in der jeweiligen Tagesform, und, um im DSO Themenkreis zu bleiben, auch Bauartunterschiede. Oder wie man in meiner neuen Wahlheimat sagt, es gibt hiesige und dösige, aber die meisten sind nicht von hier. :-) Also bitte weiter so.

Gruß,

Ytracks
ulrich budde schrieb:
-------------------------------------------------------

> Scheibenrad mit aufgezogenem Radreifen oder
> Monobloc - das ist ein Nebenkriegsschauplatz, auf
> den ich mich erst gar nicht begeben möchte. Dafür,
> dass die Leichtlaufradsätze der Dampfloks mit
> Monoblocrädern ausgestattet waren, habe ich leider
> auch keine zuverlässigen Quellen. Ich leite das
> lediglich aus der Annahme ab, dass hier die
> gleichen oder wenigstens in der Bauweise sehr
> ähnliche Räder wie bei den Güterwagen-Radsätzen
> verwendet wurden, und das waren nun mal Monoblocs.

Hallo,

ich verfolge die Diskussion sehr interessiert, insbesondere zum Thema "falscher Durchmesser". Zur Radsatzproblematik empfehle ich Hp 1 Nr. 43 S.40 - "Kommt Zeit, kommt Rad". Hier schreibt nämlich - ja wer eigentlich?(der Beitrag entstand wohl im wesentlichen aus Infos von Stefan Carstens):

"Ab März 1956 nämlich hatte die Deutsche Bundesbahn damit begonnen, bei ihren seinerzeit im Bau begriffenen O-Wagen der Gattung Omm 54 anstelle der herkömmlichen bereiften 1000-mm-Radsätze Monobloc-Radsätze einzubauen; zur Unterscheidung erhielten diese Wagen dann die Bauart-Bezeichnung Omm 53."

Vollräder waren also Ende der 50er relativ neu und bereifte Radsätze verfolgen uns bis heute - z.B. bei den Nacco-Mietwagen der BLS, die sich zum Teil aus bulgarischen und slowakischen Eas rekrutieren.

MfG

MMM - der bei der optischen Bewertung der DB-03.10 aber durchaus noch Diskussionsbedarf sieht... ;-))

"Gibt es zwei- bzw. dreiachsigen Reko-Wagen der DR (Bage, Baage, Dage oder Bagtre), die die gleiche Breite aufweisen, wie die vierachsigen Reko Wagen z. b. der zuvor genannten Hersteller? Also schmaler sind, als die Wagen von Piko und Roco!
Viele mögen die 1-1,5 mm breitenuntershcied nicht stören und mich wiederum ist es egal, welche breite nun die Maßstabsgereue ist - mir wäre nur wichtig, dass die Personenzugwagons der DR in meiner Zugkombi ziemlich gleichbreit sind..."
Quelle: Stummiforum..
[www.stummiforum.de]
Moin allerseits,
mal sehen, ob die konkreten technischen und/oder finanziellen Überlegungen (von wem?), bei den neubekesselten 03.10ern Leichtbaulaufradsätze einzuführen, eines Tages in Form von Schriftverkehr usw. öffentlich werden. Im 01.10 Buch von Jürgen-Ulrich Ebel beispielsweise sind jedenfalls etliche interessante technische Internas zu verschiedenen Themen nachzulesen.
Gruß aus Münster,
HeinzH.,
der beruflich viele Jahrzehnte eher mit militärischem und zivílem Fluggerät zu tun hatte.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:11:26:11:19:14.

Schrumpfmaß

geschrieben von: Plumps

Datum: 26.11.13 12:47

Hallo zusammen,

lt. der DV 946 beträgt das Schrumpfmaß für Radreifen bei Speichenräder 1,15 ‰ und für Scheibenräder von 1,35 ‰ bis zu 1,80 ‰.

Für die Speichenräder sind es auf einem 850 mm Felgenkranz 0,85 bis 1,11 mm, für Scheibenräder musste jeweils eine eigene Berechnung angefertigt werden.

Viele Grüße

Justus



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:11:26:16:40:55.
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